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Title:
FRICTION BEARING FOR A SHAFT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/038277
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a friction bearing (1), with at least one bearing point (9), for a shaft (2). According to the invention, the bearing point (9) is connected by means of at least one capillary (15) to at least one lubricant reservoir (14), embodied as a cavity (24) in the bearing body (3), which does not have a capillary effect due to the size thereof.

Inventors:
HUBER MARTIN (DE)
Application Number:
PCT/DE2004/001693
Publication Date:
April 28, 2005
Filing Date:
July 28, 2004
Export Citation:
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Assignee:
BOSCH GMBH ROBERT (DE)
HUBER MARTIN (DE)
International Classes:
F16C17/02; F16C33/10; F16N7/12; (IPC1-7): F16C33/10; F16N7/12; H02K5/167
Foreign References:
GB1084404A1967-09-20
DE663245C1938-08-03
GB571103A1945-08-07
DE596413C1934-05-04
US3264045A1966-08-02
GB898877A1962-06-14
US20020146183A12002-10-10
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Claims:
Patentansprüche
1. Gleitlager mit einem Lagerkörper und mindestens einer Lagerstelle für eine Welle, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerstelle (9) über mindestens eine Kapillare (15) mit mindestens einem im Lager körper (3) befindlichen, aufgrund seiner Größe nicht kapillar wirken den, als Hohlraum (24) ausgebildeten Schmiermitteldepot (14) ver bunden ist.
2. Gleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkörper (3) aus mindestens zwei einander berührenden Lager körperteilen (4,5) besteht.
3. Gleitlager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Berührflächen (7) der Lagerkörperteile (4,5) einander zugewandte, ebene Oberflächen (6) sind, die, rechtwinklig zur Wellenachse (11) der Welle (2) stehen.
4. Gleitlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Berührfläche (7) die Kapillare (15) und/oder das Schmiermitteldepot (14) ausgebildet ist.
5. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiermitteldepot (14) durch mindes tens eine erste Vertiefung (12) in mindestens einer der Berührflächen (7) ausgebildet ist.
6. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kapillare (15) durch mindestens eine weite re, zweite Vertiefung (13) in mindestens einer der Berührflächen (7) ausgebildet ist.
7. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kapillare (15) zwischen dem mindestens einen Schmiermitteldepot (14) und der Welle (2) oder der Lagerstelle (9) ausgebildet ist.
8. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kapillare (15) zur Wellenachse (11) radial angeordnet ist.
9. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch ge kennzeichnet, dass jeder Kapillare (15) ein Schmiermitteldepot (14) zugeordnet ist.
10. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillare (15) zur Welle (2) oder einer der Welle (2) zugeordneten Schmiermittelkavität (16) führt.
11. Gleitlager nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehreren Kapillaren (15) ein Schmiermittel depot (14) zugeordnet ist.
12. Gleitlager nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch ein ring förmiges, die Welle (2) ganz oder teilweise umschließendes Schmier mitteldepot (14).
13. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Lagerkörpers (3) mit Schmiermittel getränkt ist.
14. Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerkörperteile (4,5) mindestens ein Drehausrichtmittel (21) für ihre relative Lage zueinander aufweisen.
Description:
Gleitlager für eine Welle Die Erfindung betrifft ein Gleitlager für eine Welle mit mindestens ein er Lagerstelle.

Stand der Technik Gleitlager für Wellen sind bekannt. insbesondere für Gleichstrommo- toren und für schnell laufende Wechselstrommotoren werden gesin- terte Gleitlager eingesetzt, also solche aus Sintereisen oder Sinter- bronze, deren Materialgefüge bedingt durch den Herstellungsprozess eine Vielzahl von Poren und Hohlräumen aufweist, in die im Zuge eines Tränkprozesses ein Schmiermittel, beispielsweise Öl, einge- bracht wird, das der Schmierung der Lagerstelle dient.

An diesen ölgetränkten Sinterlagern ist nachteilig, dass eine definier- te Schmiermittelabgabe nicht erfolgt, sondern die Schmiermittelab- gabe von der Oberflächenbeschaffenheit der Lagerstelle und der Welle, der Gründlichkeit des Schmiermitteltauchprozesses bei der Herstellung, dem Rundlauf der Welle innerhalb des Gleitlagers, der Temperatur der Lagerstelle und der Viskosität des Schmiermittels abhängt. Ferner hängt die Schmiermittelabgabe aus dem Sinterma- terial auf die Gleitstelle von der Drehzahl der Welle ab. Ebenfalls nachteilig ist, dass die Schmiermittelmenge, die der Lagerstelle be- reit gestellt wird, vom Aufnahmevermögen des Sintermaterials ab- hängt. Ferner ist nachteilig, dass bei Kälteanlauf der Welle die Schmiereigenschaften ungenügend sind, da aufgrund der Viskosität

des in dem Sintermaterial eingebrachten Schmiermittels eine gleich- mäßige Benetzung der Lagerstelle und der Welle bei sehr tiefen Temperaturen nicht gewährleistet ist. Ferner ist nachteilig, dass das in dem Sintermaterial eingebrachte Schmiermittel im Laufe der Zeit zur Verpastung neigt, wodurch an der Lagerstelle keine ausreichen- de Schmiermittelmenge mehr bereitgestellt wird.

Vorteile der Erfindung Das erfindungsgemäße Gleitlager bietet demgegenüber den Vorteil, dass im Inneren des Lagerkörpers mindestens ein als Hohlraum ausgebildetes Schmiermitteldepot bereitgestellt wird, das die Auf- nahme einer größeren Menge Schmiermittel gestattet, wobei vorge- sehen ist, dass dieses Schmiermitteldepot aufgrund seiner Größe in Hinblick auf das eingebrachte Schmiermittel nicht kapillar wirkt. Hier- durch kann eine ausreichend große Schmiermittelmenge auch über längere Zeit und unter verschiedenen Betriebszuständen bereit ge- stellt werden.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gleit- lager aus mindestens zwei Lagerkörperteilen besteht, die einander in einer durch das Gleitlager verlaufenden Schnittebene berühren, wo- bei die einander zugewandten Oberflächen der Lagerkörperteile als Berührflächen ausgestaltet sind.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Be- rührflächen der mindestens zwei Lagerkörperteile einander zuge- wandte, ebene Flächen sind, die rechtwinklig zur Längsachse der Wellen stehen. Das Lager kann daher auf einfache Weise aus den beiden Lagerkörperteilen zusammengesetzt werden. Selbstverständ- lich ist es auch möglich, die Berührflächen nicht eben, sondern aus mehreren Ebenen beziehungsweise aus einer in sich gekrümmten Fläche bestehend auszuführen, sofern sich die Berührflächen der beiden Lagerkörperteile spiegelbildlich so gegenüberstehen, dass sie

sich zu einem Lagerkörper zusammensetzen lassen, der keine un- erwünschten Fugen aufweist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich die Konturen der beiden Berührflächen punktsymmetrisch um einen in der Wellenachse und der Schnittebene zwischen den beiden Lagerkörperteilen liegendenden Punkt gespiegelt gegenüberstehen.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass im Be- reich der Berührflächen mindestens eine Kapillare und/oder das Schmiermitteldepot ausgebildet ist. Hierdurch wird eine leichte Her- stellung der Kapillare und/oder des Schmiermitteldepots erreicht, da die Berührflächen vor dem Zusammenbau der mindestens zwei La- gerkörperteile als Oberflächen des Lagerkörperteils leicht zugänglich sind, und daher die Ausbildung dieser Elemente auf einfache Weise erfolgen kann, beispielsweise durch einfache Oberflächenbearbei- tung wie Bohren, Schleifen, Fräsen oder durch Funkenerosion. Es ist ebenfalls möglich, diese Elemente bei der Herstellung der Lagerkör- perteile gleich mitauszubilden.

Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Schmiermitteldepot durch mindestens eine erste Vertiefung in mindestens einer der Berührflächen ausgebildet ist. Durch einfache Oberflächenbearbeitung, nämlich die Anbringung mindestens einer Vertiefung durch ein beliebiges, geeignetes Bear- beitungsverfahren, wird das Schmiermitteldepot ausgebildet.

Bei einer weiteren Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Kapillare durch mindestens eine weitere, zweite Vertiefung in min- destens einer der Berührflächen ausgebildet ist. Bei dem Zusam- menbau der zwei Lagerkörperteile wird die Vertiefung beziehungs- weise werden die Vertiefungen zu in sich abgeschlossenen Volumi- na. Dabei ist jedoch vorgesehen, dass das Schmiermitteldepot und die Kapillare miteinander verbunden sind, die Kapillare demnach in das Schmiermitteldepot einmündet.

Eine weitere Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass die Kapillare zwischen dem Schmiermitteldepot und der Welle oder Lagerstelle ausgebildet ist, so dass zwischen dem Schmiermitteldepot und der Welle beziehungsweise der Lagerstelle eine in Hinblick auf das Schmiermittel kapillar wirkende Verbindung besteht, die die Zufüh- rung von Schmiermittel zur Lagerstelle erlaubt.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Kapil- lare zur Wellenachse radial angeordnet ist.

Bei einer weiteren Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass bei mehreren Kapillaren jeder Kapillare ein Schmiermitteldepot zugeord- net ist. Hierdurch wird erreicht, dass auch bei Ausfall eines Schmiermitteldepots oder einer Kapillare die Lagerstelle aus anderen Kapillaren und/oder anderen Schmiermitteldepots des gleichen La- gers mit Schmiermittel versorgt wird.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Ka- pillare zur Welle oder einer der Welle zugeordneten Schmiermittelka- vität führt. Hierdurch kann erreicht werden, dass Schmiermittel über einen größeren Bereich der Lagerstelle zugeführt wird, so dass ins- besondere bei Kälteanlauf oder hohen Geschwindigkeiten eine aus- reichende Benetzung eines hinreichend großen Lagerstellenberei- ches mit Schmiermittel gewährleistet ist.

Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehreren Kapillaren ein Schmiermitteldepot zugeordnet ist. Ein eher großvolumiges Schmiermitteldepot wirkt daher mit einer Vielzahl von Kapillaren vorzugsweise lageunabhängig und volumenmäßig ausrei- chend zusammen.

Bei einer weiteren Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Schmiermitteldepot als eine die Welle ringförmig umschließende Vertiefung in mindestens einem der Lagerkörperteile ausgebildet ist.

Diese bildet beispielsweise eine umlaufende Rinne oder einen Halb- torus aus, dessen Äquatorialebene durch die Berührfläche gebildet wird. Gerade hierdurch wird eine besonders lageunabhängige Schmiermittelzufuhr erreicht, wenn die Kapillaren zur Wellenachse radial angeordnet und um diese gleichmäßig winkelbeabstandet sind, da in jeder Lage, die das Gleitlager im Raum und insbesondere um die Wellenachse einnehmen kann, ein Schmiermittelzulauf erfolgt.

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass zusätzlich zum Vorhandensein des Schmiermitteldepots und der Kapillaren das La- gerkörperteilmaterial selbst mit Schmiermittel getränkt ist.

Eine bevorzugte Ausbildung der Erfindung sieht vor, dass die Lager- körperteile über Drehausrichtmittel für ihre relative Lage zueinander verfügen, so dass nicht nur eine erleichterte passgenaue Montage erfolgen kann, sondern auch sichergestellt ist, dass sich zum Bei- spiel in jedem Lagerkörperteil zur Hälfte ausgebildete Vertiefungs- konturen zu einem Ganzen fluchtend zusammensetzen. Beispiels- weise können Passnasen und/oder Passtypen an dem Umfang der Lagerkörperteile vorgesehen werden, die eine unverwechselbare, formschlüssige Passung ergeben. Hierdurch können die Lagerkör- perteile eindeutig zueinander ausgerichtet werden.

Um Schmiermittelverlust oder-schwund nach Befüllung zu vermei- den, ist weiter vorgesehen, das Gleitiagermaterial insgesamt mit dem Schmiermittel zu tränken. Ebenfalls kann das Schmiermitteldepot einfach befüllt werden, indem das Gleitlager insgesamt nach seinem Zusammenbau in konventioneller Weise mit dem Schmiermittel va- kuumgetränkt wird. Hierbei werden nicht nur die Poren des Materials mit dem Schmiermittel gefüllt, sondern auch größere Hohlräume in- nerhalb des Lagerkörpers, insbesondere nämlich das Schmiermittel- depot und die Kapillare.

Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen er- wähnt.

Zeichnungen Die Erfindung wird in mehreren Ausführungsbeispielen im Nachfol- genden anhand von Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen : Figur 1 ein aus zwei Lagerkörperteilen bestehendes Gleitlager im Längsschnitt durch die Achse einer Welle ; Figur 2 eine Berührfläche eines Lagerkörperteiles in Aufsicht ; Figur 3 eine weitere Berührfläche eines weiteren Lagerkörper- teiles in Aufsicht und Figur 4 eine weitere Berührfläche eines weiteren Lagerkörper- teiles in Aufsicht.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele Figur 1 zeigt ein Gleitlager 1 für eine Welle 2, mit einem Lagerkörper 3, der aus zwei Lagerkörperteilen, nämlich dem oberen Lagerkörper- teil 4 und dem unteren Lagerkörperteil 5 besteht.

Die Lagerkörperteile 4 und 5 weisen jeweils eine Oberfläche 6 auf, die dem jeweils anderen Lagerkörperteil gegenüber steht, und die- aufeinander liegend-in dem in Figur 1 dargestellten Zustand jeweils eine Berührfläche 7 in einer Schnittebene 8 des Gleitlagers 1 bildet.

Die Lagerkörperteile 4,5 sind einander dabei so zugewandt, dass sie sich bereichsweise flächig und außenranddicht mit den Berührflä- chen 7 berühren.

Jeder Lagerkörperteil 4,5 weist mindestens eine Lagerstelle 9 auf.

Die Lagerstelle 9 steht in direktem Kontakt zur Wellenoberfläche 10 der Welle 2. Dargestellt ist ferner die Wellenachse 11 der Welle 2.

Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf eine in Figur 1 be- zogen auf die Wellenachse 11 linke oder rechte Seite eines Lager- körperteils 4,5.

Jede eine Berührfläche 7 bildende Oberfläche 6 eines Lagerkörper- teils 4,5 weist eine erste Vertiefung 12 und eine zweite Vertiefung 13 auf. Die zweite Vertiefung 13 steht in Verbindung zur ersten Vertie- fung 12. Die erste Vertiefung 12 und die zweite Vertiefung 13 sind Ringkonturen um die Wellenachse 11. Die Lagerkörperteile 4,5 ste- hen sich mit den Berührflächen 7 spiegelbildlich zur Schnittebene 8 gegenüber. Demzufolge stehen sich die erste Vertiefung 12 des un- teren Lagerkörperteils 5 und die erste Vertiefung 12 des oberen La- gerkörperteils 4 ebenfalls zur Schnittebene 8 spiegelbildlich gegen- über. Gleiches gilt für die zweite Vertiefung 13 der Lagerkörperteile 4,5.

Im zusammengebauten Zustand, wie in Figur 1 gezeigt, bildet die erste Vertiefung 12 des oberen Lagerkörperteils 4 mit der ersten Ver- tiefung 12 des unteren Lagerkörperteils 5 einen Hohlraum 24, näm- lich das Schmiermitteldepot 14 aus. Die zweite Vertiefung 13 des oberen Lagerkörperteils 4 bildet zusammen mit der zweiten Vertie- fung 13 des unteren Lagerkörperteils 5 entsprechend die Kapillare 15 aus.

Sowohl das Schmiermitteldepot 14 als auch die Kapillare 15 sind demnach als Ringkonturen um die Wellenachse 11 ausgebildet. Das Schmiermitteldepot 14 hat also einen torusförmigen oder annährend torusförmigen Querschnitt. Die Kapillare 15 ist als sehr flache Ring- kontur ausgebildet, der Abstand von ihrem inneren zu ihrem äußeren Durchmesser ist also wesentlich größer als ihre lichte Höhe.

Die Kapillare 15 mündet mit ihrem der Welle 2 zugewandten Ende in eine entlang der Welle 2 bis zur Lagerstelle 9 ausgeformte Schmier- mittelkavität 16, wobei sich die Mündung 17 ergibt.

In jedem Endbereich 18 eines jeden Lagerkörperteils 4,5 ist ein ring- förmiger Abstich 19 ausgebildet, der die Welle 2 umschließt und ein Schmiermittelvolumen 20 bildet.

Die Lagerstelle 9 umfasst ringförmig die Welle 2, so dass sie mit nur geringem Spiel die Wellenoberfläche 10 berührt.

Die Lagerkörperteile 4,5 weisen ferner Drehausrichtmittel 21 auf, die einander gegenüberstehend entweder als Passnase 22 oder als Auf- nahme 23 ausgebildet sind. Im unmontierten Zustand der beiden La- gerkörperteile 4,5 sind die Passnase 22 und die Aufnahme 23 noch frei zueinander beweglich. Der in Figur 1 linksseitig dargestellte Be- reich zeigt diesen Zustand des Drehausrichtmittels 21 vor der End- montage. Im endmontierten Zustand, wie er als Drehausrichtmittel 21 rechts in Figur 1 dargestellt ist, ist die Aufnahme 23 formschlüssig mit der Passnase 22 verbunden, was beispielsweise durch einen Umform-beziehungsweise Pressvorgang erfolgen kann. Für die Funktion der Erfindung ist nicht erheblich, auf welche Weise das Drehausrichtmittel 21 ausgebildet ist, und ob oder auf welche Weise eine endgültige Fixierung erfolgt. Jedes geeignete Drehausrichtmittel kommt in Betracht. Ebenso ist es denkbar, entweder eine lösbare oder gar keine fixe Verbindung der Lagerkörperteile 4,5 über das Drehausrichtmittel 21 vorzusehen. Im letzteren Fall kann dann das Gleitlager 1 wieder leicht demontiert werden, beispielsweise zu Revi- sionszwecken.

Die Herstellung der erforderlichen Konzentrizität der Lagerkörperteile 4,5 zueinander kann auch nach dem formschlüssigen Verbinden durch einen Kalibriervorgang oder ein anderes geeignetes Verfahren erfolgen.

Das Gleitlager 1 wird nach seiner Montage durch Vakuumtränken vollständig mit einen nicht näher dargestellten Schmiermittel, bei- spielsweise mit einem Öl, gefüllt.

Hierbei werden alle Hohlräume gefüllt, außer den Poren des Materi- als also insbesondere auch das Schmiermitteldepot 14, die Kapillare 15, die Schmiermittelkavität 16 und das Schmiermittelvolumen 20.

Hierdurch ist bereits eine Schmiermittelversorgung an der Lagerstelle 9 gegeben, sobald die Welle 2 erstmalig anläuft. Beim Betrieb der Welle kann aber Schmiermittel aus dem Schmiermitteldepot 14 über die Kapillare 15 und die Schmiermittelkavität 16 über die Mündung 17 nachgeführt werden. Hierdurch ist sichergestellt, dass auch im Langzeitbetrieb, wenn das Schmiermittel durch Wärmeinwirkung o- der durch Austreiben aus der Lagerstelle 9 an der Lagerstelle 9 ver- mindert wird, stets ein Nachfluss gegeben ist, der einen beständigen Film an Schmiermittel zwischen der Lagerstelle 9 und der Wellen- oberfläche 10 sicherstellt, so dass beispielsweise ein Heißlaufen o- der eine übermäßige Geräuschentwicklung vermieden wird.

Besonders vorteilhaft ist, dass die Nachführung von Schmiermittel aus dem Schmiermitteldepot 14 zur Lagerstelle 9 aufgrund der Kapil- larwirkung der Kapillare 15 ohne weiteres Zutun, insbesondere ohne äußeren Eingriff erfolgt. Über die Schmiermittelkavität 16 steht über einen großflächigen Bereich der der Kapillaren 15 zugewandten Wel- lenoberfläche 10 Schmiermittel zur Verfügung, so dass hier bereits eine großflächige Vorbenetzung stattfindet und ein Abreißen des Schmiermittelfilms zwischen der Lagerstelle 9 und der Wellenober- fläche 10 verhindert wird.

Aus der Lagerstelle 9 beim Betrieb der Welle 2 in Richtung Endbe- reich 18 des Gleitlagers 1 ausgetriebene Schmiermittel sammelt sich in dem als Schmiermittelvolumen 20 ausgebildeten Ringabstich 19 im Endbereich 18 des Lagerkörperteils 4,5. Dadurch wird zunächst

verhindert, dass das Schmiermittel durch Austreiben aus dem Gleit- lager 1 entlang der Wellenoberfläche 10 über den Endbereich 18 des Gleitlagers 1 hinaus endgültig verloren geht. Außerdem wird eine genügende Schmierung zwischen dem Endbereich 18 des Gleitla- gers 1 und der Wellenoberfläche 10 sichergestellt.

Wichtiger aber ist noch, dass zwischen dem Schmiermitteldepot 14 sowie der diesem zugeordneten Kapillare 15 und der Schmiermittel- kavität 16 einerseits und dem Schmiermittelvolumen 20 andererseits eine Wechselwirkung über die Lagerstelle 9 besteht : Mit wechseln- den Druck-und Temperaturverhältnissen inner-und außerhalb des Gleitlagers 1 wird Schmiermittel einmal bevorzugt von innen nach außen getrieben, also von der Schmiermittelkavität 16 über die La- gestelle 9 hin zum Schmiermittelvolumen 20, einmal aber nach in- nen, also vom Schmiermittelvolumen 20 hin zur Schmiermittelkavität 16 und auch zurück in das Schmiermitteldepot 14. Dies ist insbeson- dere dann der Fall, wenn das warme Gleitlager 1 sich abkühlt, was zu einer Druckreduzierung innerhalb der im Gleitlager 1 angeordne- ten Hohlräume 24 führt, wodurch das in das Schmiermittelvolumen 20 ausgetriebene Schmiermittel durch den von außen wirkenden Umgebungsdruck, insbesondere den Luftdruck, wieder nach innen gedrängt wird. Hierdurch wird nicht nur frühzeitigem Schmiermittel- verlust vorgebeugt, sondern auch die Gefahr einer Verpastung des Schmiermittels reduziert, weil das Schmiermittel beständig in Bewe- gung gehalten wird und sich nicht an einer Stelle des Gleitlagers 1 absetzen kann.

Figur 2 zeigt eine Aufsicht auf einen unteren Lagerkörperteil 5 in Hö- he einer Berührfläche 7 beziehungsweise Schnittebene 8.

In dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass einer hier im Quer- schnitt gezeigten Welle 2 mehrere, nämlich zwei Schmiermittelde- pots 14 mit jeweils einer eigenen Kapillare 15 und einer eigenen Schmiermittelkavität 16 zugeordnet sind.

Sowohl das Schmiermitteldepot 14 als auch die Kapillare 15 und die Schmiermittelkavität 16 können vorteilhaft mittels eines geeigneten Bearbeitungsvorgangs, beispielsweise durch spanabhebende Bear- beitung einer Oberfläche 6 des Lagerkörperteils 5 wie Bohren, Frä- sen, Funkenerodieren beziehungsweise einer Kombination hiervon oder bereits im Zuge des Formungsvorganges des Lagerkörperteils 5 als eine erste Vertiefung 12 und eine zweite Vertiefung 13 ausgebil- det werden.

Der jeweilige Hohlraum 24 der Schmiermitteldepots 14 und der Kapil- laren 15 entsteht beim Zusammenbau des Lagers durch Auflegen eines spiegelbildlich ausgeführten oberen Lagerkörperteils 4, der entsprechende erste Vertiefungen 12 und zweite Vertiefungen 13 aufweist.

Als weitere Ausführungsform ist vorgesehen, nur einen der beiden Lagerkörperteile 4,5 mit Vertiefungen 12,13 zu versehen, und den jeweils gegenüberliegenden Lagerkörperteil mit einer glatten Ober- fläche 6 zu belassen ; in diesem Fall werden das Schmiermitteldepot 14 und die Kapillare 15 nur als halbes Volumen ausgebildet, jedoch eine noch einmal vereinfachte und billigere Herstellung des Gleitla- gers 1 erreicht.

Über die Kapillare 15 und die Schmiermittelkavität 16 wird das nicht näher dargestellte Schmiermittel der Wellenoberfläche 10 und der Lagerstelle 9 zugeführt.

An dieser Ausführungsform ist die spiegelsymmetrische Anordnung der Schmiermittel beinhaltenden Höhlungen, nämlich insbesondere der Schmiermitteldepots 14, der Kapillaren 15 und der Schmiermit- telkavitäten 16 vorteilhaft, da die Wellenoberfläche 10 bei jeder Um- drehung der Welle 2 nicht nur einmal, sondern zweimal an der Schmiermittelkavität 16 mit dem Schmiermittel benetzt wird.

Figur 3 zeigt eine Aufsicht auf einen unteren Lagerkörperteil 5 mit einer Welle 2, in Höhe einer Berührfläche 7 beziehungsweise Schnittebene 8.

In dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Schmiermittel- depot 14 als eine erste Vertiefung 12 der Oberfläche 6 ausgebildet ist, wobei die erste Vertiefung 12 im Wesentlichen konzentrisch um die Wellenachse 11 im Lagerkörperteil 5 angeordnet ist, also eine Ringkontur mit zumindest annähernd halbtorusförmigem Querschnitt bildet. Die Kapillaren 15 sind als jeweils zweite Vertiefungen 13 zur Wellenachse 11 radial auf das Schmiermitteldepot 14 hin angeord- net. Die Kapillaren 15 sind zueinander gleichmäßig winkelbeabstan- det, schließen also jeweils denselben Winkel a ein. Kleinere Abwei- chungen in der Größe des Winkels a sind für die Funktion des Aus- führungsbeispiels unerheblich.

Diese Ausführungsform bietet eine besonders lageunabhängige und zuverlässige Versorgung der Lagerstelle 9 und der Wellenoberfläche 10 mit dem nicht näher dargestellten Schmiermittel, da das nicht nä- her dargestellte Schmiermittel unabhängig von der Lage, die das Gleitlager 1 beziehungsweise die Welle 2 im Raum einnehmen kann, beständig aus dem eher großvolumigen Schmiermitteldepot 14 über mindesten eine, meist aber mehrere Kapillaren zur Lagerstelle 9 ge- langt. Ein verminderter Nachfluss aus einer Kapillare 15 wird ohne weiteres durch einen vermehrten Nachfluss aus einer anderen Kapil- lare 15 kompensiert, da ein in sich geschlossenes Drucksystem zwi- schen dem Schmiermitteldepot 14, allen hiervon ausgehenden Kapil- laren 15 und der Lagerstelle 9 besteht.

Der jeweilige Hohlraum 24 der Schmiermitteldepots 14 und der Kapil- laren 15 entsteht wie zuvor beim Zusammenbau des Lagers durch Auflegen eines spiegelbildlich ausgeführten oberen Lagerkörperteils 4, der entsprechende erste Vertiefungen 12 und zweite Vertiefungen 13 aufweist.

Als weitere Ausführungsform ist auch hier vorgesehen, nur einen der beiden Lagerkörperteile 4,5 mit Vertiefungen 12,13 zu versehen, und den jeweils gegenüberliegenden Lagerkörperteil mit einer glatten Oberfläche 6 zu belassen ; in diesem Fall werden das Schmiermittel- depot 14 und die Kapillare 15 nur als halbes Volumen ausgebildet, jedoch eine noch einmal vereinfachte und billigere Herstellung des Gleitlagers 1 erreicht.

Figur 4 zeigt einen unteren Lagerkörperteil 5 mit einer Welle 2 sowie Schmiermitteldepots 14 und Kapillaren 15, die wie vorstehend her- gestellt werden, und die nicht symmetrisch und nicht gleichförmig auf der Oberfläche 6 des Lagerkörperteils 5 beziehungsweise um die Welle 2 angeordnet sind. Je nach Einsatzzweck des Gleitlagers 1 kann nämlich die Ausbildung einer zur sicheren Schmiermittelversor- gung besonders geeigneten Ausführungsform durch nach Anzahl und Ausformung unterschiedliche Kapillaren 15 und Schmiermittel- depots 14 erfolgen. Die erfindungsgemäßen Vorteile sind allen die- sen Ausführungsformen gemeinsam, insbesondere die großvolumige Schmiermittelbevorratung in dem Schmiermitteldepot 14, die definier- te Zuführung des Schmiermittels zur Lagerstelle 9 und zur Wellen- oberfläche 10 über die Kapillaren 12 sowie die leichte Herstellung durch einfache Oberflächenbearbeitung der Oberflächen 6 der La- gerkörperteile 4, 5.