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Title:
HANDHELD SCANNER FOR IMPROVED LAUNDRY DETECTION, SYSTEM COMPRISING SUCH A HANDHELD SCANNER AND METHOD FOR ITS OPERATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/042879
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a handheld scanner (1), comprising an IR spectrometer (3) having a radiation source (4) and a radiation detector (5), a control unit (6) and an interface (11) for wireless data communication, the handheld scanner (1) comprising an RGB sensor (2). The invention further relates to a system (14) having such a handheld scanner (1) and to a method for operating the system (14).

Inventors:
NEUMAIER PHILIPP (DE)
REDLIN KATHRIN (DE)
Application Number:
PCT/EP2018/072859
Publication Date:
March 07, 2019
Filing Date:
August 24, 2018
Export Citation:
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Assignee:
BSH HAUSGERAETE GMBH (DE)
International Classes:
G01J3/51; D06F34/18; G01J3/02; D06F33/36; D06F34/05
Domestic Patent References:
WO2017032718A12017-03-02
WO2001046509A12001-06-28
WO2015055239A12015-04-23
WO2000032865A12000-06-08
Foreign References:
US20030019253A12003-01-30
DE19855503A12000-06-08
DE102013210996A12014-12-18
DE102015100395A12015-08-06
EP1242665B12004-03-17
DE102013104976A12014-12-18
DE102013210996A12014-12-18
DE102015201948A12016-08-04
DE102014112375A12016-03-03
DE102014102531A12015-09-10
EP1135553A12001-09-26
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

Handscanner (1 ), umfassend ein IR-Spektrometer (3), aufweisend eine Strahlungsquelle (4) und einen Strahlungsdetektor (5), eine Steuerungseinheit (6) und eine Schnittstelle (1 1 ) zur drahtlosen Datenkommunikation, dadurch gekennzeichnet, dass der Handscanner einen RGB-Sensor (2) aufweist.

Handscanner (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Handscanner (1 ) eine optische und/oder akustische Anzeigevorrichtung (13) für ausgewertete Daten von IR-Spektrometer (3) und/oder RGB-Sensor (2) aufweist.

Handscanner (1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Eingabeeinheit (12) für Eingaben eines Benutzers enthält.

Handscanner (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (6) zu einer Kommunikation mit einem externen Server (28) über die Schnittstelle (1 1 ) zur drahtlosen Datenkommunikation eingerichtet ist, bei welcher Kommunikation erste Daten des IR-Spektrometers (3) und/oder des RGB- Sensors (2) zu vom Handscanner (1 ) vermessenen Wäschestücken (10) zum externen Server (28) übertragen werden, diese ersten Daten im externen Server (28) in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten ausgewertet werden und die zweiten Daten an den Handscanner (1 ) und/oder ein Wäschebehandlungsgerät (15) übermittelt werden.

Handscanner (1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Daten an den Handscanner (1 ) übermittelt werden, wo sie auf einer optischen und/oder akustischen Anzeigevorrichtung (13) angezeigt werden und ein Benutzer basierend auf den zweiten Daten zusätzliche Eingaben zu den vermessenen Wäschestücken (10) vornehmen kann.

Handscanner (1 ) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Daten anhand der im externen Server (28) festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server (28) Textilstück-Klassen als zweite Daten zugeordnet werden.

System (14) zur Behandlung von Wäschestücken (10), umfassend einen Handscanner (1 ), einen externen Server (28) und ein Wäschebehandlungsgerät (15), wobei der Handscanner (1 ) ein IR-Spektrometer (3), aufweisend eine Strahlungsquelle (4) und einen Strahlungsdetektor (5), eine Steuerungseinheit (6), eine Schnittstelle (1 1 ) zur drahtlosen Datenkommunikation mit dem externen Server (28) und einen RGB-Sensor (2) aufweist.

Verfahren zum Betrieb eines Systems (14) zur Behandlung von Wäschestücken (10), umfassend einen Handscanner (1 ), einen externen Server (28) und ein Wäschebehandlungsgerät (15), wobei der Handscanner (1 ) ein IR-Spektrometer (3), aufweisend eine Strahlungsquelle (4) und einen Strahlungsdetektor (5), eine Steuerungseinheit (6), eine Schnittstelle (1 1 ) zur drahtlosen Datenkommunikation mit dem externen Server (28) und einen RGB-Sensor (2) aufweist, umfassend die Schritte

(a) Scannen von mindestens einem Wäschestück (10) mit dem Handscanner (1 ), und Aufnahme eines IR-Spektrums und/oder von RGB-Sensor-Signalen;

(b) Übermitteln des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale als erste Daten an den externen Server (28);

(c) Auswerten des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten; und

(d) Übermittlung der zweiten Daten an den Handscanner (1 ) und/oder das Wäschebehandlungsgerät (15).

Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt (d) die zweiten Daten an den Handscanner (1 ) übermittelt und auf einer akustischen und/oder optischen Anzeigevorrichtung (13) des Handscanners (1 ) angezeigt werden, und ein Benutzer basierend auf den zweiten Daten mindestens eine zusätzliche Eingabe zu den vermessenen Wäschestücken (10) vornimmt.

10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Daten anhand der im externen Server (28) festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server (28) zunächst Textilstück-Klassen zugeordnet werden.

1 1. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Daten anhand der im externen Server (28) festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server (28) Cluster von Faseranteilen und/oder Fasermengen zugeordnet werden und aus den Textilstück-Klassen und den Clustern von Faseranteilen und/oder Fasermengen als zweite Daten Sensor-Signal-Codes gebildet werden, in denen als Informationen Fasermaterialien und Faseranteile enthalten sind.

12. Verfahren nach Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass den Sensor-Signal- Codes Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen als zweite Daten zugeordnet werden, welche bezüglich der Fasermaterialien und Faseranteile am wahrscheinlichsten sind, und diese Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen auf der Anzeigevorrichtung (13) entsprechend mit abnehmender Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens angeordnet sind.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass den zweiten Daten im Wäschebehandlungsgerät (15) in Abhängigkeit von deren Eintrag von mechanischer Energie in Wäschestücke (10) Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass den zweiten Daten im Wäschebehandlungsgerät (15) in Abhängigkeit von

Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen ein oder mehrere Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind, bei denen die Temperatur und/oder die Drehzahl einer Wäschetrommel gegenüber einem ansonsten gleichartigen Programm um einen bestimmten Betrag reduziert oder auf einen I geringeren Maximalwert begrenzt abgesenkt wird.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen, ggf. in Abhängigkeit von festgestellten visuellen Farben, als zweite Daten jeweils ein oder mehrere Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind.

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Wäschebehandlungsgerät (15) ein Wäschebehandlungsprogramm durchgeführt wird, das unter den einer durch die zusätzliche Eingabe zu den vermessenen

Wäschestücken (10) getroffenen Auswahl eines Benutzers unter den Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen zugeordneten ein oder mehreren Wäschebehandlungsprogrammen ist.

Description:
Handscanner zur verbesserten Wäscheerkennung, System mit einem solchen Handscanner und Verfahren zu seinem Betrieb

Die Erfindung betrifft einen Handscanner zur verbesserten Wäscheerkennung, umfassend ein IR-Spektrometer, aufweisend eine Strahlungsquelle und einen Strahlungsdetektor, eine Steuerungseinheit und eine Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation. Die Erfindung betrifft weiterhin ein System mit einem solchen Handgerät und ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Systems.

Wäschestücke sind abhängig von dem Material, aus welchem sie bestehen, mehr oder weniger mechanisch belastbar und dürfen nur bis zu einer bestimmten Temperatur erwärmt werden. Dies ist bei Waschprogrammen und bei Trocknungsprogrammen zu beachten. Einschränkungen gibt es überdies, weil viele Wäschestücke nicht mit bestimmten chemischen Mitteln behandelt werden dürfen. Es ist zudem bekannt, dass Wäschestücke abhängig vom Grad oder der Art ihrer Verschmutzung unterschiedlich behandelt werden sollten. Generell sollten Wäschestücke so schonend wie möglich behandelt werden, aber deren Verschmutzung möglichst vollständig entfernt werden. Wichtig ist zudem der zur Wäschebehandlung erforderliche Energiebedarf, der so klein wie möglich sein sollte. Schließlich ist die Zeitdauer wichtig, die zur Behandlung der Wäsche möglichst kurz sein sollte.

Die bekannten Wäschebehandlungsgeräte enthalten daher beispielsweise je nach ihrer Ausgestaltung eine Vielzahl von Waschprogrammen und anderen Wäschebehandlungsprogrammen, beispielsweise Trocknungsprogrammen, unter welchen ein Benutzer des Wäschebehandlungsgeräts das Programm wählen kann, welches nach seiner eigenen Beurteilung für die zu behandelnde Wäsche am geeignetsten ist. Hierfür benötigt der Benutzer allerdings möglichst viele Informationen und neben diesem Wissen auch viel Erfahrung, um entscheiden zu können, um was für ein Material es sich bei den zu behandelnden Wäschestücken handelt und um welche Art von Verschmutzung der Wäschestücke es sich handelt. Dies ist besonders schwierig, wenn das Wäschestück kein Etikett mehr aufweist. Es ist dann häufig nicht möglich, die Materialart des Wäschestückes zu identifizieren und das zulässige Behandlungsverfahren zu bestimmen. Eine Alternative können beispielsweise RFID-Chips sein. Diese ermöglichen, Informationen über ein einzelnes Wäschestück auch über Distanzen und ohne direkten Blickkontakt zu übertragen. Nachteil dieser Chips ist jedoch, dass diese an jedem einzelnen Wäschestück angebracht werden müssen. Dies ist teilweise mit hohen Kosten verbunden. Darüber hinaus kann auch das Bestücken einzelner Wäschestücke mit RFID- Chips ein unangenehmes Gefühl der„Überwachung" oder„Kontrolle" auslösen.

Es ist daher wünschenswert, die Behandlung von Wäschestücken in Haushalten zu verbessern, indem negative Auswirkungen der Behandlung auf die Wäschestücke und auf Zeitdauer und Energieverbrauch des durchgeführten Behandlungsprogrammes möglichst minimiert werden.

Haushaltsgeräte und Verfahren zur Verbesserung der Wäschebehandlung sind bereits bekannt.

Die Veröffentlichung WO 2001/046509 A1 beschreibt ein Gerät zur Behandlung von Textilien mit einer Einrichtung zur Erkennung von Eigenschaften einer Textilie, wobei die Einrichtung mindestens ein Sende- und mindestens ein Empfangselement zum Senden bzw. Empfangen elektromagnetischer Strahlung sowie eine mit dem Empfangselement verbundene Auswerteschaltung umfasst, und wobei die von dem Sendeelement gesendete und von der Textilie reflektierte und/oder transmittierte Strahlung vom Empfangselement empfangbar und in der Auswerteschaltung auswertbar ist.

Die Veröffentlichung DE 10 2015 100 395 A1 beschreibt ein Spektrometer, insbesondere für den Einbau in ein Sensormodul mit einer Strahlungsquelle und folgenden, einen Strahlengang definierenden bzw. entlang des Strahlengangs angeordneten Komponenten: einem Probenraum für ein zu untersuchendes Fluid, einer ersten Linse, einem Beugungselement, einer zweiten Linse, und einem Detektor. Zwischen dem Probenraum und dem Beugungselement ist eine Beschränkungsapertur zur Beschränkung des effektiven Durchmessers des auf das Beugungselement auftreffenden Strahlbündels vorgesehen. Die Veröffentlichung EP 1242665 B1 beschreibt ein Gerät zur Behandlung von Textilien mit einer Auswerteschaltung zur Erkennung der Textilart und/oder der Feuchte eines Wäschestücks. Das Gerät verwendet Sende- und Empfangselemente zum Senden bzw. Empfangen elektromagnetischer Strahlung sowie eine mit dem Empfangselement verbundene Auswerteschaltung. Beschrieben ist auch ein Verfahren zur Erkennung von Eigenschaften eines Textilstückes, beispielsweise in einer Waschmaschine oder einem Wäschetrockner.

Die Veröffentlichung DE 10 2013 104 976 A1 beschreibt ein System, umfassend ein Haushaltsgerät, eine mobile Kommunikationseinrichtung und mindestens einen dem Haushaltsgerät räumlich zugeordneten RFID-Transponder. Mittels der Kommunikationseinrichtung ist eine Kennung eines in einem Erfassungsbereich der Kommunikationseinrichtung befindlichen RFID-Transponders auslesbar und mittels einer jeweils ausgelesenen Kennung ist eine in einem Speicher der Kommunikationseinrichtung projektierte Aktion abrufbar.

Zur besseren Gestaltung von Wäschebehandlungsprogrammen ist es überdies bekannt, Wäschestücke bereits vor deren Platzierung in ein Wäschebehandlungsgerät zu analysieren. So beschreibt die Veröffentlichung DE 10 2013 210 996 A1 eine Analysevorrichtung zum Analysieren von Wäschestücken außerhalb eines Wäschebehandlungsgeräts, mindestens aufweisend mindestens eine Kamera und eine Auswerteeinrichtung zur Bestimmung mindestens einer wäschepflegerelevanten Eigenschaft mindestens eines Wäschestücks auf der Grundlage zumindest eines mittels der Kamera davon aufgenommenen Bilds. In einer Ausführungsform ist die mindestens eine wäschepflegerelevante Eigenschaft des Wäschestücks aus einer Gruppe von Eigenschaften mindestens umfassend eine maximale Behandlungstemperatur, eine Eignung zur maschinellen Trocknung, einen Trocknungsgrad, eine Eignung zur chemischen Reinigung, eine Farbe, eine Struktur, einen Textiltyp, einen Verschmutzungsgrad und eine Art des Wäschestückes auswählbar. Darüber hinaus ist diese Analysevorrichtung vorzugsweise dazu eingerichtet, auf der Grundlage mindestens einer erkannten wäschepflegerelevanten Eigenschaft eines oder mehrerer Wäschestücke einen Vorschlag für mindestens ein Wäschebehandlungsprogramm und/oder für mindestens ein Wäschepflegemittel anzuzeigen. Dabei kann die Analysevorrichtung dazu eingerichtet sein, eine bedienerseitige Auswahl des mindestens einen Waschebehandlungsprogrammes zuzulassen und das Ergebnis der Auswahl auf das Wäschebehandlungsgerät zu übertragen. Die Veröffentlichung DE 10 2015 201 948 A1 beschreibt ein Haushaltsgerät zur Behandlung von Gegenständen, aufweisend eine Steuereinrichtung und eine Bedienvorrichtung, umfassend eine Datenverarbeitungseinheit, eine Datenspeichereinheit, in welcher eine Programmbibliothek mit Behandlungsprogrammen für die Gegenstände hinterlegt ist, eine Datenkommunikationseinheit und ein Bedienmittel, wobei die Datenkommunikationseinheit eine Datenverbindung zwischen dem Bedienmittel, der Datenverarbeitungseinheit, der Datenspeichereinheit und der Steuereinrichtung des Haushaltsgeräts bereitstellt, wobei die Bedienvorrichtung ausgestaltet ist, um einem Benutzer eine Dateneingabe für eine Vielzahl von zu behandelnden Gegenständen zu ermöglichen, in der Datenverarbeitungseinheit eine Zuweisungsroutine hinterlegt ist, welche die Programmbibliothek mit der Dateneingabe vergleichen und mindestens eine optimierte Behandlungsmöglichkeit B opt für die gleichzeitige Behandlung einer Vielzahl der zu behandelnden Gegenstände ermitteln kann und das Bedienmittel dem Benutzer gestattet, eine optimierte Behandlungsmöglichkeit anzunehmen oder innerhalb vorgegebener Grenzen zu ändern, woraufhin die gegebenenfalls geänderte optimierte Behandlungsmöglichkeit B opt an die Steuereinrichtung des Haushaltsgeräts zur Durchführung des Behandlungsprogrammes übermittelt wird.

Die Veröffentlichung DE 10 2014 1 12 375 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Ansteuern eines Haushaltsgeräts, wobei die Vorrichtung die folgenden Merkmale aufweist: eine Schnittstelle zum Einlesen einer Bildinformation von einer Sensormatrix einer Anzeigeeinheit des Haushaltsgeräts, wobei die Sensormatrix Fotosensoren umfasst, die Bestandteil von Bildpunkten der Anzeigeeinheit sind; und eine Auswerteeinrichtung zum Bereitstellen eines Steuersignals zum Ansteuern des Haushaltsgeräts unter Verwendung der Bildinformation.

Die Veröffentlichung DE 10 2014 102 531 A1 beschreibt ein Verfahren zum Betrieb eines Haushaltsgeräts, wobei mittels eines eine Kamera umfassenden Mobiltelefons das Bild einer codierten Information aufgenommen wird und die codierte Information oder von der codierten Information umfasste Nutzdaten an das Haushaltsgerät übermittelt werden. Das Haushaltsgerät extrahiert aus der codierten Information die davon umfassten Nutzdaten und übernimmt diese oder die unmittelbar empfangenen Nutzdaten in einen internen Speicher, wobei das Haushaltsgerät die Nutzdaten als Automatikprogramm interpretiert und als Automatikprogramm abarbeitet.

Die Veröffentlichung WO 2015/055239 A1 beschreibt eine Waschmaschine mit Spracherkennung und Reaktionsfähigkeit sowie ein Verfahren zum Betrieb davon, wobei ein Benutzer für jedes Wäschestück Informationen zur Typologie (Bettwäsche, Hemden, Unterwäsche usw.) und eine Beschreibung seiner Charakteristik, insbesondere der Art des Materials, dem Verschmutzungsgrad und der Farbe und ihrer Intensität eingibt. Diese Daten werden gespeichert und ein Datenmanagement-System bestimmt aufgrund dieser Informationen das am besten geeignete Waschprogramm unter den möglichen Waschprogrammen.

Die Veröffentlichung WO 00/32865 A1 (EP 1 135553 A1 ) beschreibt eine Wäschebehandlungsmaschine mit einer elektronischen Steuereinrichtung zur automatischen Durchführung von Wäschebehandlungsprogrammen, wobei ein Entscheidungsfindungsmittel vorgesehen ist zum maschinellen Identifizieren der Art von Wäschestücken und zur maschinellen Entscheidungsbildung darüber, mit welchem Wäschebehandlungsprogramm die identifizierten Wäschestücke behandelbar sind, und Informations-Ausgabemittel vorgesehen sind, durch welche das von dem Entscheidungsfindungsmittel maschinell ermittelte Wäschebehandlungsprogramm einer Person als Vorschlag präsentierbar ist, und von einer Person betätigbare Eingabemittel zum Bestätigen des maschinell ermittelten Wäschebehandlungsprogrammes vorgesehen sind. Zur Identifizierung der Wäschestücke können sie nacheinander manuell einem Meßkopf oder Sensor des Entscheidungsfindungsmittels vorgelegt werden, wobei der Meßkopf ein Handgerät sein kann und das Entscheidungsfindungsmittel vorzugsweise ein Spektrometer zur Identifizierung der Art der Wäschestücke enthält.

Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Handscanner (bisweilen auch einfach als„Handgerät" bezeichnet) und ein System mit einem solchen Handscanner bereitzustellen, welches dem Benutzer eines Haushaltsgerätes gestattet, Wäschestücke schonender, energieeffizienter und in einer optimalen Zeitspanne zu behandeln, ohne dass ein Benutzer viele Informationen über die Art der Wäschestücke hat. Vorzugsweise soll einem Benutzer ein in Hinblick auf Fasermaterial, Faseranteil und Farbe der Wäschestücke am besten geeignetes Behandlungsprogramm der Wäschestücke vorgeschlagen und im Haushaltsgerät durchgeführt werden können. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn drahtlos vernetzte Geräte verwendet werden könnten, so dass eine besonders effiziente und bequeme Nutzung von vernetzten Geräten in einem Haushalt erfolgen kann. Außerdem soll ein Verfahren zum Betrieb des Systems bereitgestellt werden. Die Lösung dieser Aufgabe wird nach dieser Erfindung erreicht durch einen Handscanner und ein System umfassend diesen Handscanner, sowie ein zum Betrieb des Systems geeignetes Verfahren mit den Merkmalen der entsprechenden unabhängigen Patentansprüche. Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Handscanners und des erfindungsgemäßen Systems sowie des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den jeweiligen abhängigen Patentansprüchen aufgeführt. Bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Handscanners entsprechen bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Systems und des erfindungsgemäßen Verfahrens und umgekehrt, auch wenn dies hierin nicht explizit festgestellt ist. Gegenstand der Erfindung ist somit ein Handscanner, umfassend ein IR-Spektrometer, vorzugsweise ein N IR-Spektrometer, aufweisend eine Strahlungsquelle und einen Strahlungsdetektor, eine Steuerungseinheit und eine Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation, wobei der Handscanner einen RGB-Sensor aufweist. Erfindungsgemäß ist die Ausgestaltung des Handscanners nicht eingeschränkt. Der Handscanner kann jedwede Form und jedweden Aufbau aufweisen, wobei die Komponenten in beliebiger Art und Weise angeordnet sein können. Jedenfalls kann der Handscanner von einem Benutzer mit einer oder mit beiden Händen verwendet werden. Die Art des mindestens einen Strahlungsdetektors ist erfindungsgemäß nicht eingeschränkt. Es kann jeder Strahlungsdetektor zum Einsatz kommen, der die Detektion im IR- und insbesondere im NIR-Bereich ermöglicht. Im Allgemeinen wird ein Aufbau des mindestens einen IR-Spektrometers in Reflexion verwendet. Ein N IR-Spektrometer arbeitet im Allgemeinen in einem Wellenlängenbereich von 800 bis 2500 nm.

Ein RGB-Sensor ist dabei im Allgemeinen ein signalgebendes optisches Gerät zur selektiven Erfassung und Bewertung des sichtbaren Spektralbereiches, wobei im Allgemeinen breitbandige Lichtquellen (meist Hochleistungs-Weißlicht-LEDs eingesetzt werden). Ein RGB-Sensor arbeitet in der Regel nach dem Dreibereichsverfahren, bei dem unter Einsatz von geeigneten Farbfiltern in drei Kanälen breitbandig und getrennt für die Farben rot, grün und blau eine Farbmaßzahl ermittelt wird. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Handscanner eine optische und/oder akustische Anzeigevorrichtung für ausgewertete Daten vom IR-Spektrometer und/oder RGB-Sensor auf.

Vorzugsweise enthält der Handscanner eine Eingabeeinheit für Eingaben eines Benutzers. Dies sind insbesondere Eingaben von zusätzlichen Informationen zu Wäschestücken, z.B. zu deren Form oder sonstigen Ausgestaltung; ob es sich beispielsweise um kurz- oder langärmlige Hemden, Blusen usw. handelt. Die Eingabe von zusätzlichen Informationen kann insbesondere auch eine Auswahl unter vorgegebenen Entscheidungsoptionen sein, z.B. unter als zweite Informationen angezeigten wahrscheinlichen Kleidungstypenclustern (hierin auch als Cloth-Type-Cluster bzw. Auxiliary-Category-Cluster bezeichnet). Allerdings kann in Ausführungsformen der Erfindung durch Eingaben eines Benutzers am Handscanner, der dann vorzugsweise verallgemeinernd auch als „Handgerät" bezeichnet werden kann, ein von einem Wäschebehandlungsgerät durchzuführendes Behandlungsprogramm zur Abarbeitung ausgewählt werden. Es ist somit durch den Handscanner prinzipiell auch eine Steuerung eines Wäschebehandlungsgerätes möglich. Die Funktionsweise der Eingabeeinheit ist erfindungsgemäß nicht beschränkt. So können Eingaben durch Berührung, Sprache oder durch Eingabe eines Textes vorgenommen werden. Die Bedieneinheit und die optische und/oder akustische Anzeigevorrichtung können im Handscanner auch als Einheit vorliegen, z.B. in Form eines Touchscreens. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform des Handscanners ist die Steuerungseinheit für eine Kommunikation mit einem externen Server (auch als„Cloud" bezeichenbar) über die Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation eingerichtet, bei welcher Kommunikation erste Daten des IR-Spektrometers und/oder des RGB-Sensors, vorzugsweise erste Daten des IR-Spektrometers und des RGB-Sensors, zu vom Handscanner vermessenen Wäschestücken, zum externen Server übertragen werden, diese ersten Daten im externen Server in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten ausgewertet werden und die zweiten Daten an den Handscanner und/oder ein Wäschebehandlungsgerät übermittelt werden.

Dabei ist es bevorzugt, dass die zweiten Daten an den Handscanner übermittelt werden, wo sie auf einer optischen und/oder akustischen Anzeigevorrichtung, vorzugsweise in der Form von Auswahlmöglichkeiten, angezeigt werden und ein Benutzer basierend auf den zweiten Daten zusätzliche Eingaben zu den vermessenen Wäschestücken vornehmen kann. Im Allgemeinen wird aufgrund dieser Eingaben des Benutzers ein noch besser geeignetes Wäschebehandlungsprogramm vorgeschlagen oder ausgewählt. Dabei kann das Wäschebehandlungsprogramm als solches bereits in der Steuerungseinheit des Handscanners oder der Steuereinheit des Haushaltsgeräts hinterlegt sein. Es ist erfindungsgemäß allerdings auch möglich, dass ein Benutzer beispielsweise über weitere Eingaben am Handscanner ein im Wäschebehandlungsgerät durchzuführendes Behandlungsprogramm modifiziert, beispielsweise eine Trommeldrehzahl oder eine Behandlungstemperatur.

Vorteilhaft werden die ersten Daten anhand der im externen Server festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server Textilstück-Klassen als zweite Daten zugeordnet. Diese Textilstück-Klassen können unterschiedlich ausgestaltet sein, je nachdem ob die Textilart allein (z.B. synthetische Polymere, sog. Poly-Cluster; Seide, sog. „Silk-Cluster"; chemische Cellulose u.ä., sog. "Chem-Cellulose + Elastan-Cluster") oder zusätzlich auch die Faseranteile berücksichtigt werden. Vorzugsweise werden auch die Faseranteile berücksichtigt. Dabei hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, die Faseranteile in verschiedene Bereichsgruppen einzuteilen (z.B. 90-99% für einen Hauptbestandteil) und die unterschiedlichen Faseranteile unterschiedlich zu gewichten. Im Ergebnis werden dann sog. Sensor-Signal-Codes (SSC) erhalten, die dann vorzugsweise die Grundlage für die Ausgabe und Anzeige der zweiten Daten sind.

Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein System zur Behandlung von Wäschestücken, umfassend einen Handscanner, einen externen Server und ein Wäschebehandlungsgerät, wobei der Handscanner ein IR-Spektrometer, vorzugsweise ein N IR-Spektrometer, aufweisend eine Strahlungsquelle und einen Strahlungsdetektor, eine Steuerungseinheit, eine Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation mit dem externen Server und einen RGB-Sensor aufweist. Vorzugsweise sind dabei Handscanner, externer Server und Wäschebehandlungsgerät eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens zum Betrieb des Systems, umfassend die Schritte

(a) Scannen von mindestens einem Wäschestück mit dem Handscanner, und Aufnahme eines IR-Spektrums und/oder von RGB-Sensor-Signalen;

(b) Übermitteln des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale als erste Daten an den externen Server;

(c) Auswerten des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten; und

(d) Übermittlung der zweiten Daten an den Handscanner und/oder das Wäschebehandlungsgerät.

Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren zum Betrieb eines Systems zur Behandlung von Wäschestücken, umfassend einen Handscanner, einen externen Server und ein Wäschebehandlungsgerät, wobei der Handscanner ein IR-Spektrometer, vorzugsweise ein N IR-Spektrometer, aufweisend eine Strahlungsquelle und einen Strahlungsdetektor, eine Steuerungseinheit, eine Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation mit dem externen Server und einen RGB-Sensor aufweist, umfassend die Schritte

(a) Scannen von mindestens einem Wäschestück mit dem Handscanner, und Aufnahme eines IR-Spektrums und/oder von RGB-Sensor-Signalen;

(b) Übermitteln des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale als erste Daten an den externen Server; (c) Auswerten des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten; und (d) Übermittlung der zweiten Daten an den Handscanner und/oder das Wäschebehandlungsgerät. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden im Schritt (d) die zweiten Daten an den Handscanner übermittelt und auf einer akustischen und/oder optischen Anzeigevorrichtung des Handscanners angezeigt, und ein Benutzer nimmt basierend auf den zweiten Daten mindestens eine zusätzliche Eingabe zu den vermessenen Wäschestücken vor. Die Anzeigevorrichtung ist vorzugsweise als Touchscreen ausgestaltet, welcher auch Eingaben durch einen Benutzer ermöglicht.

Überdies ist es beim erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt, dass die ersten Daten anhand der im externen Server festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server zunächst Textilstück-Klassen zugeordnet werden. Hierbei ist es wiederum vorteilhaft, dass die ersten Daten anhand der im externen Server festgestellten Fasermaterialen und Faseranteile im externen Server Clustern von Faseranteilen und/oder Fasermengen zugeordnet werden und aus den Textilstück-Klassen und den Clustern von Faseranteilen und/oder Fasermengen als zweite Daten sogenannte Sensor- Signal-Codes gebildet werden, in denen als Informationen Fasermaterialien und Faseranteile enthalten sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden den Sensor-Signal-Codes Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen als zweite Daten zugeordnet, welche bezüglich der Fasermaterialien und Faseranteile am wahrscheinlichsten sind, und diese Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen sind auf der Anzeigevorrichtung entsprechend mit abnehmender Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens angeordnet.

Erfindungsgemäß ist es überdies bevorzugt, dass den zweiten Daten im Wäschebehandlungsgerät in Abhängigkeit von deren Eintrag von mechanischer Energie in Wäschestücke Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind. Hierbei ist es wiederum vorteilhaft, dass Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen, ggf. in Abhängigkeit von festgestellten visuellen Farben, als zweite Daten jeweils ein oder mehrere Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die festgestellten visuellen Farben in Farbkategorien eingeordnet werden.

Überdies ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass den zweiten Daten im Wäschebehandlungsgerät in Abhängigkeit von Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen ein oder mehrere Wäschebehandlungsprogramme zugeordnet sind, bei denen die Temperatur und/oder die Drehzahl einer Wäschetrommel abgesenkt gegenüber einem ansonsten gleichartigen Programm um einen bestimmten Betrag reduziert oder auf einen geringeren Maximalwert begrenzt wird. Das heißt, daß bei bestimmten Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen Drehzahl und/oder | Temperatur angepaßt werden, um z.B. auf die empfindlichsten Kleidungsstücke in der Beladung Rücksicht zu nehmen.

Hat der Benutzer eine zusätzliche Eingabe zu den vermessenen Wäschestücken vorgenommen, indem er beispielsweise eine Kleidungsart oder Kleidungsartengruppe ausgewählt hat, können dieser Auswahl somit zwar mehrere Wäschebehandlungsprogramme, z.B. Wasch- oder Trocknungsprogramme zugeordnet sein. Aufgrund der festgestellten Farbe oder Farbkategorie und einem für die ausgewählten Wäschestücke zulässigen Eintrag von mechanischer Energie kann im System allerdings die Anzahl der möglichen Behandlungsprogramme stark eingeschränkt werden, so dass einem Benutzer ein optimales Behandlungsprogramm vorgeschlagen werden kann oder aber automatisch durchgeführt wird.

Das Wäschebehandlungsgerät ist im Allgemeinen ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einer Waschmaschine, einem Waschtrockner und einem Trockner.

Die Erfindung hat zahlreiche Vorteile. Die Erfindung ermöglicht eine Identifikations- und Kommunikationsmöglichkeit zwischen einem Benutzer, dem Wäschebehandlungsgerät und den zu behandelnden Wäschestücken, wobei der Benutzer bei seiner Entscheidungsfindung betreffend einer guten Wäschebehandlung von dem Wäschebehandlungsgerät unterstützt wird, selbst wenn bei den Wäschestücken unterschiedliche Textilmaterialien, Kleidungstypen und Farben auftreten. Mit der vorliegenden Erfindung ist es überdies möglich, eine beispielsweise im Vergleich zu RFID-Chips kostengünstige Möglichkeit zur Überwachung der Eigenschaften von Wäschestücken in Bezug auf deren Behandlung bereitzustellen. Durch die erfindungsgemäß mögliche optimierte Wäschebehandlung können negative Auswirkungen eines Wäschebehandlungsprogramms wie Ausbluten von Farbe, Beschädigungen und Verschleiß an sich von Wäschestücken verhindert oder zumindest deutlich herabgesetzt werden. Mit der vorliegenden Erfindung ist hierzu insbesondere auch keine Nachrüstung in Form von beispielsweise Codierungen und/oder Beschriftungen und/oder Chips, Tags oder Labein am Wäschestück notwendig.

Die Erfindung ermöglicht für einen Benutzer eines Haushaltsgeräts eine einfache und übersichtliche Darstellung eines Benutzungsfalls (Use-Case) „Programmempfehlung" („program recommendation") sowie in Ausführungsformen der Erfindung eine Onlineabfrage von Empfehlungen und eine einfache und bequeme Anbindung und Steuerung eines Wäschebehandlungsgerätes. All dies kann erfindungsgemäß mit einer minimalen Benutzerinteraktion erfolgen. Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsformen. Hierbei wird Bezug genommen auf die Figuren 1 bis 3.

Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Handscanners.

Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems, umfassend einen Handscanner, einen externen Server und ein Wäschebehandlungsgerät.

Fig. 3 zeigt eine Übersicht über Cluster von Kleidungsstücken wie sie auf der Anzeigevorrichtung des Handscanners einem Benutzer des Haushaltsgeräts für eine Auswahlentscheidung angezeigt werden könnten.

Figur 1 zeigt eine nicht einschränkende Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Handscanners 1. Die Ausgestaltung des Handscanners 1 mit einem kugelförmigen Gehäuse ist hierin exemplarisch zu sehen und dient lediglich der Veranschaulichung. Erfindungsgemäß ist die äußere Ausgestaltung des Handscanners nicht eingeschränkt. Der Handscanner 1 weist einen RGB-Sensor 2 auf, mittels dessen die visuelle Farbe bzw. Farbinformation 7 eines Wäschestücks 10 festgestellt werden kann. Hierbei wird die visuelle Farbe mit den Werten r = rot, g = grün, b = blau und c = clear (Referenz) gemessen, welche durch die Steuerungseinheit 6 und eine Schnittstelle 1 1 zur drahtlosen Datenkommunikation an einen hier nicht gezeigten externen Server (Cloud) übermittelt wird. Der Handscanner 1 weist zudem ein IR-Spektrometer 3 auf, hier ein NIR- Spektrometer, welches eine Strahlungsquelle 4 und einen Strahlungsdetektor 5 umfasst. Mittels des IR-Spektrometers 3 kann das Fasermaterial und der Faseranteil im Wäschestück 10 ermittelt werden, indem das Wäschestück 10 mit Strahlung 8 aus der Strahlungsquelle 4 beaufschlagt wird und der Strahlungsdetektor 5 die reflektierte Strahlung 9 als ein Messsignal detektiert. Die vom RGB-Sensor 2 und dem IR- Spektrometer 3 ermittelten Daten, sog. erste Daten, werden an den nicht gezeigten externen Server übermittelt, der zusammen mit dem Handscanner 1 und einem hier ebenfalls nicht gezeigten Wäschebehandlungsgerät ein System zur Behandlung von Wäschestücken bildet, in welchem ein Verfahren umfassend die Schritte

(a) Scannen von mindestens einem Wäschestück 10 mit dem Handscanner 1 , und

Aufnahme eines IR-Spektrums und/oder von RGB-Sensor-Signalen;

(b) Übermitteln des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale als erste Daten an den externen Server;

(c) Auswerten des IR-Spektrums und/oder der RGB-Sensor-Signale in Hinblick auf das Fasermaterial und den Faseranteil und/oder die visuelle Farbe als zweite Daten; und

(d) Übermittlung der zweiten Daten an den Handscanner 1 und/oder das Wäschebehandlungsgerät

durchgeführt wird.

Der Handscanner 1 weist eine Bedieneinheit 12 auf. Über die Bedieneinheit 12 kann beispielsweise über eine Eingabemaske mindestens eine Information durch einen Benutzer in Bezug auf das Wäschestück 10 eingegeben werden. Hierzu werden dem Benutzer auf einer akustischen und optischen Anzeigevorrichtung 13 sogenannte zweite Daten dargestellt. Bei der hier gezeigten Ausführungsform handelt es sich hierbei um eine Anzeige von Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen, welche bezüglich der Fasermaterialien und Faseranteile anhand der Auswertung im externen Server am wahrscheinlichsten sind. Ein Beispiel hierfür ist in Fig. 3 gezeigt. Diese Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen sind auf der Anzeigevorrichtung 13 mit abnehmender Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens angeordnet. Als Eingabe auf der Bedieneinheit 12 kann ein Benutzer eine dieser Kleidungsarten und/oder Kleidungsartengruppen auswählen, vorzugsweise durch Berühren einer als Touchscreen ausgestalteten Bedienvorrichtung, welche die Funktionen von Bedieneinheit 12 und Anzeigevorrichtung 13 vereint.

Die im Schritt (b) an den externen Server übermittelten Daten, d.h. IR-Spektrum und RGB-Sensor-Signale, werden dort nämlich ausgewertet und im Schritt (d) als zweite Daten an den Handscanner 1 übermittelt und auf der akustischen und optischen Anzeigevorrichtung des Handscanners 1 angezeigt, wo ein Benutzer basierend auf den zweiten Daten mindestens eine zusätzliche Eingabe zu den vermessenen Wäschestücken 10 vornimmt.

Figur 2 zeigt eine nicht einschränkende Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems 14, umfassend einen Handscanner 1 , einen externen Server 28 und als nicht einschränkendes Beispiel für ein Wäschebehandlungsgerät eine Waschmaschine 15. Der Handscanner 1 weist eine Bedieneinheit 12 auf. Über die Bedieneinheit 12 kann beispielsweise über eine Eingabemaske mindestens eine Information durch einen Benutzer in Bezug auf das Wäschestück 10 eingegeben werden. Hierzu werden dem Benutzer auf einer akustischen und optischen Anzeigevorrichtung 13 sogenannte zweite Daten dargestellt. Diese Information dient der Ergänzung der bereits mittels des Handscanners 1 erhältlichen Informationen über die Wäschestücke 10. Hierzu gehören insbesondere Angaben zur Art des Wäschestücks wie Bluse, Unterwäsche, Bettwäsche, lang- oder kurzärmliges Hemd usw. Ansonsten haben die Bezugszeichen die gleiche Bedeutung wie für Fig. 1. Bei der hier gezeigten Ausführungsform können der Handscanner 1 , die Waschmaschine 15 und der externe Server 28 drahtlos miteinander kommunizieren auch wenn nur für den Handscanner 1 die Schnittstelle zur drahtlosen Kommunikation gezeigt ist.

Die hier im System 14 verwendete Waschmaschine 15 weist einen Laugenbehälter 16 auf, in welchem eine Trommel 17 zur Aufnahme von Wäschestücken 10 um eine senkrecht zur Figurenebene stehende Achse drehbar gelagert ist. In der Trommel 17 sind Wäschemitnehmer 18 angeordnet. Die Waschmaschine 15 weist außerdem eine automatisierte Dosiereinheit 25 für Behandlungsmittel auf, welche an eine Einspülschale 22 angeschlossen ist. Über die Einspülschale 22 kann dem Laugenbehälter 16 von einer Frischwasserleitung 23 Wasser zugeführt werden. Hierzu befindet sich in der Frischwasserleitung 23 ein Sperrventil 21 , das von einer Steuereinrichtung 20 entsprechend einem Behandlungsprogrammablauf angesteuert wird. Die Waschmaschine 15 weist in dieser Ausführungsform außerdem eine optische Anzeigeeinheit 19 auf, welche zur Darstellung von Informationen in Form von Text, Bild und/oder Animation in schwarz/weiß und/oder farbig ausgestaltet ist. Auf der optischen Anzeigeeinheit 19 können im Prinzip auch die auf dem Handscanner 1 gezeigten Informationen dargestellt werden. Ebenso kann eine Eingabe durch einen Benutzer ggf. auch direkt an der Waschmaschine 15 erfolgen.

Fig. 3 zeigt eine Übersicht über Cluster von Kleidungsstücken, wie sie auf der Anzeigevorrichtung des Handscanners einem Benutzer eines Haushaltsgeräts für eine Auswahlentscheidung angezeigt werden könnten. In der Übersicht sind die eigentlichen Cluster von Kleidungsstücken (CTC = Cloth-Type-Cluster) sowie Hilfskategoriecluster (ACC = Auxiliary-Category-Cluster) angegeben, wie sie sich als Ergebnis der hierin beschriebenen Auswertung der ersten Daten ergeben. Dabei ist bei dieser Darstellung die Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit des ausgewählten Clusters bzw. Hilfsclusters nicht berücksichtigt. In der Praxis werden allerdings für eine leichtere Bedienung durch einen Benutzer den hierin beschriebenen Sensor-Signal-Codes, die sich aus der Auswertung der ersten Daten ergeben, die wahrscheinlichsten Cluster bzw. Hilfskategoriecluster zugeordnet. Dabei würde einem Benutzer auf der Anzeigevorrichtung des Handscanners eine Sortierung gemäß einer abnehmenden Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens präsentiert, so dass dieser leichter eine Entscheidung für seine Eingabe treffen kann. Wie der Fig. 3 entnommen werden kann, sind in den Hilfskategorieclustern mehrere Cluster zusammengefasst. Bezugszeichen

1 Handscanner

2 RGB-Sensor

3 IR-Spektrometer, insbesondere NIR-Spektrometer

4 Strahlungsquelle

5 Strahlungsdetektor

6 Steuerungseinheit (im Handscanner)

7 Farbinformation

8 Emittierte Strahlung

9 Reflektierte Strahlung

10 Wäschestück

1 1 Schnittstelle zur drahtlosen Datenkommunikation im Handscanner

12 Bedieneinheit (z.B. Touchscreen)

13 Optische und/oder akustische Anzeigevorrichtung im Handscanner 14 System zur Behandlung von Wäschestücken

15 Wäschebehandlungsgerät, z.B. Waschmaschine

16 Laugenbehälter

17 Behandlungsraum (Trommel)

18 Wäschemitnehmer

19 Steuereinheit (in der Waschmaschine)

20 Optische oder akustische Anzeigevorrichtung der Waschmaschine

21 Sperrventil

22 Einspülschale

23 Frischwasserleitung

24 Abflussleitung

25 (automatische) Dosiereinheit

26 Antriebsmotor

27 Pumpe

28 Externer Server (insbesondere in einer Cloud)

29 Flusenabscheider

30 Laugenbehälterablaufleitung