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Patent Searching and Data


Title:
HYDRAULIC CONTROL DEVICE IN ROLLING MILLS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/249430
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control device (10) for a distribution network for liquid and/or gaseous media, in particular for a roll stand. The invention also relates to a media module (1) and to a roll stand (2). The control device comprises: - a base plate (11) having one or more media transport lines (11a) of the distribution network, which extend, at least in portions, in the plane of the base plate (11); and - one or more function blocks (12), which have internal piping (12a) and one or more control elements (12b) functionally connected to the internal piping, the function blocks (12) being designed to be mountable on the base plate (11) in such a way that the internal piping (12a) is fluidically connected to one or more of the media transport lines (11a), and so as to be detachable from the base plate (11).

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Inventors:
LÖHR ANDREAS (DE)
BENNER FRANK (DE)
WIED SANDRA (DE)
PRINZ MARKUS (DE)
STÄCKER STEPHAN (DE)
STENSKE MARK (DE)
TRIEBUS VALENTIN (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/065205
Publication Date:
December 17, 2020
Filing Date:
June 02, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (DE)
International Classes:
B21B31/00; F15B13/00; F15B13/08
Foreign References:
DE20016169U12001-03-15
EP1100634B12003-03-05
DE9408440U11994-08-04
DE60112501T22006-06-01
US20050056330A22005-03-17
DE102014009996A12016-01-07
EP1100634B12003-03-05
Attorney, Agent or Firm:
KROSS, Ulrich (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Steuereinrichtung (10) für ein Verteilernetz flüssiger und/oder gasförmiger Medien, insbesondere für ein Walzgerüst, die aufweist:

eine Bodenplatte (11 ) mit einer oder mehreren Medientransportleitungen (11 a) des Verteilernetzes, die zumindest abschnittsweise in der Ebene der Bodenplatte (11 ) verlaufen; und

einen oder mehrere Funktionsblöcke (12) mit einer internen Verrohrung (12a) und einem oder mehreren damit in Funktionsverbindung stehenden Steuerelementen (12b), wobei die Funktionsblöcke (12) eingerichtet sind, um so auf der Bodenplatte (11 ) montierbar zu sein, dass die interne Verrohrung (12a) mit einer oder mehreren der Medientransportleitungen (11 a) in Fluidverbindung steht, und um von der Bodenplatte (11 ) lösbar zu sein.

2. Steuereinrichtung (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (11 ) und/oder eine zwischen den Funktionsblöcken (12) und der Bodenplatte (11 ) angeordnete Zwischenplatte mehrere Öffnungen aufweist, die zum Verschrauben der Funktionsblöcke (12) mittels Befestigungsschrauben (13), vorzugsweise Zugschrauben, eingerichtet sind.

3. Steuereinrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelemente (12b) Ventile und/oder Betätigungselemente derselben umfassen.

4. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Medientransportleitungen (11 a) eine oder mehrere Versorgungsleitungen und eine oder mehrere Entsorgungsleitungen umfassen, die eingerichtet sind, um die entsprechenden Medien von einer Hauptversorgung an die Funktionsblöcke (12) und von dort an Abnehmer zu transportieren.

5. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Medientransportleitungen (11a) zumindest abschnittsweise in der Bodenplatte (11 ) eingebettet sind.

6. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (11 ) und die Funktionsblöcke (12) modular aufgebaut sind, so dass die Funktionsblöcke (12) unterschiedlich auf der Bodenplatte (11 ) konfigurierbar sind.

7. Medienmodul (1 ) zur Bedienung, umfassend Steuerung, Regelung,

Wartung und/oder Überwachung, eines Verteilernetzes flüssiger und/oder gasförmiger Medien, insbesondere für ein Walzgerüst, das eine oder mehrere Steuereinrichtungen (10) gemäß einem der vorigen Ansprüche aufweist.

8. Medienmodul (1 ) nach Anspruch 7, das als Medienbühne eingerichtet ist, vorzugsweise mit einem Sicherheitsgeländer (1a) und einem Zugang (1 b), über den Wartungspersonal die Medienbühne betreten kann.

9. Medienmodul (1 ) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass dieses ferner eine Energieversorgungseinrichtung (20) aufweist.

10. Medienmodul (1 ) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Energieversorgungseinrichtung (20) zumindest eine Pumpe und zumindest einen Medienbehälter zur Versorgung eines oder mehrerer Verbraucher aufweist.

11. Medienmodul (1 ) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dieses ein Hebezeug, Stufenkeil, Anschlagmittel oder Montagestellen für die Anbringung von Anschlagmitteln und/oder eine Stufenplattenausziehvorrichtung aufweist.

12. Medienmodul (1 ) nach einem der Ansprüche 7 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass dieses eine oder mehrere Ständertraversen aufweist, die vorzugsweise als Hohlträger ausgeführt sind und in diesem Fall als Absaugkanal, Wasseranschluss und/oder Verteilerrohr für eine Walzenkühlung fungieren.

13. Walzgerüst (2), das zumindest ein Medienmodul (1 ) nach einem der

Ansprüche 7 bis 12 aufweist. 14. Walzgerüst (2) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass dieses einen oder mehrere Walzenständer aufweist, an denen das Medienmodul (1 ) befestigt ist, vorzugsweise oberhalb von durch die Walzenständer getragenen Walzen. 15. Walzgerüst (2) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das

Medienmodul (1 ) an einer oder mehreren vertikalen Flächen des

Walzenständers befestigt, vorzugsweise verschraubt, ist.

16. Walzgerüst (2) nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Medienmodul (1 ) an einer oder mehreren

Stützen befestigt ist, die vom Walzgerüst entkoppelt sind.

Description:
Hydraulische Steuereinrichtung im Walzwerksbau

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung für ein Verteilernetz hydraulischer und/oder pneumatischer Betriebsmedien, insbesondere im Walzwerksbau. Die Erfindung betrifft ferner ein Medienmodul mit einer solchen Steuereinrichtung sowie ein Walzgerüst.

Hintergrund der Erfindung

Steuereinrichtungen für Verteilernetze hydraulischer und/oder pneumatischer Betriebsmedien, die Zugang zu Ventilen, Ventilgruppen und anderen

Stellelementen (im weiteren gemeinsam als „Steuerelemente“ bezeichnet) gewähren und deren Betätigung ermöglichen, werden zumeist in einer

Tafelbauform oder Säulenbauform realisiert. Sie ermöglichen die Bedienung und Wartung eines Verteilernetzes für flüssige oder gasförmige Medien, wie etwa Schmier- und Kühlmittel sowie hydraulische oder pneumatische Druckmedien für Stellorgane und Antriebe. Derartige Verteilernetze mit Steuereinrichtung(en) kommen bei der Metallverarbeitung, insbesondere beim Walzwerksbau, zur Anwendung. Bei der Tafelbauform einer Steuereinrichtung werden die einzelnen

Steuerelemente auf einer Tafel, die vertikal oder horizontal angeordnet sein kann, zusammengefasst. Zwar können die Steuerelemente übersichtlich, beispielsweise in Funktionsgruppen, angeordnet werden, doch da die Position und Lage der Steuerelemente durch die Tafelebene vorgegeben sind, ist die hydraulische/pneumatische Anbindung derselben mit einem erheblichen

Verrohrungsaufwand auf der Rückseite der Tafel verbunden. Dadurch steigt die Gefahr potentieller Leckagestellen in Form von Verrohrungselementen und Trennfugen. Zudem sind die Steuerelemente tafelrückseitig schwer zugänglich, wodurch deren Installation und Wartung aufwändig ist. Ausgehend von der Tafelbauform bestand ein Entwicklungsschritt bei der Gestaltung von Steuereinrichtungen darin, die Steuerelemente zu Funktionseinheiten zusammenzufassen und Steuerblöcke zu bilden. In einem Steuerblock sind die Zufuhr-, Abfuhr- und Verteilungsleitungen sowie die Steuerelemente untergebracht. Dadurch lässt sich die Verrohrung im Vergleich zur Tafelbauweise reduzieren, da der Steuerblock lediglich mit den zur Funktionseinheit gehörigen Leitungen ausgestattet werden muss.

Die Steuerblöcke fallen unter die Säulenbauform, bei der die Steuerelemente im Wesentlichen vertikal angeordnet sind. Dabei kann es sich um einen Stapel von einzelnen Steuerblöcken handeln oder um eine durchgängige Steuersäule, an der die Steuerelemente einzeln befestigt sind. Vorteilhaft an der Säulenbauform sind der geringere Platzbedarf und eine Reduzierung der Verrohrung im Vergleich zur Tafelbauform. Nichtsdestotrotz ist der Verrohrungsaufwand weiterhin erheblich. Dies gilt ebenso für die Installations- und Wartungsarbeit.

Wie vorstehend erwähnt, kann die Säulenbauform in eine durchgehende Bauform und in eine Bauform mit mehreren gestapelten Blöcken unterteilt werden. Im letzteren Fall entstehen zwischen den Trennfugen der Steuerblöcke mögliche Leckageflächen, deren zuverlässige Abdichtung technisch aufwändig ist. Um etwaige Leckagen zu vermeiden, werden Zugschrauben zwischen den Platten eingesetzt. Diese weisen jedoch entweder eine nachteilige kurze Klemm länge auf oder zeigen im Fall langer, durchgängiger Zugstangen eine unerwünschte Längenausdehnung, die Leckagen begünstigt. Nachteilig an dieser Bauform ist ebenfalls, dass bei einem Austausch oder einer Wartung der Steuerung die gesamte Ventilstation außer Betrieb gesetzt werden muss, um einzelne Steuerblöcke zu tauschen. Dafür muss der gesamte Stapel demontiert werden, um an die entsprechenden Baugruppen zu gelangen.

Bei der durchgängigen Säulenbauform werden einzelne Steuerelemente gegebenenfalls gruppiert an eine durchgängige Säule montiert. Damit wird das Problem von Leckagen an der Säule selbst behoben. Allerdings können speziell im Fall gruppierter Einheiten nur Befestigungen mit kurzer Klemmlänge eingesetzt werden, d.h. die kritischen Schnittstellen werden lediglich verlagert. Vorteilhaft ist die verbesserte Wartbarkeit und Austauschbarkeit, jedoch ist ein erhöhter Verrohrungsaufwand erforderlich, denn mit zunehmender Höhe der Steuersäule wird der Platz im Querschnitt der Säule knapp. Dies führt dazu, dass Leitungen gegebenenfalls außerhalb der Säule geführt und angeschlossen werden müssen.

Eine Anordnung von Zufuhr-, Abfuhr- und Verteilerleitungen sowie Steuerelementen eines Verteilernetzes in Säulenbauform geht aus der EP 1 100 634 B1 hervor.

Darin weist das Verteilernetz Rohrleitungsgruppen und einen mit den Rohrleitungsgruppen in Verbindung stehenden zentralen Leitstand in einer Medienbühne eines Walzgerüsts auf. Rohrtrassen befinden sich auf der

Gerüstoberseite sowie an Gerüstseitenwänden bzw. Gerüstpfosten. Diese Rohrtrassen entlang des Walzgerüsts tragen etwa die P-Leitung (Druckleitung) und die T-Leitung (Tankleitung), die von und zur Pumpenstation (Energieversorgung, Power Unit) führen und Aktuatoren des Walzgerüsts mit Öl versorgen. Die Pumpenstation steht zumeist im Keller unterhalb des Walzgerüsts. Die Bedienung und Wartung des Verteilernetzes erfolgt im Wesentlichen an Steuereinrichtungen in Säulenbauform, die sich in oder unterhalb der vorstehend genannten Medienbühne befinden. In der Medienbühne, bestehend aus Stahlbau und den hydraulischen

Steuerungen, sind sogenannte„Taschen“ angeordnet, in denen die hydraulischen Steuerungen mit den Druckspeichern untergebracht sind. Diese Taschen sind abgeschlossene Räume mit Abdeckluke und Steigleiter, durch die das Wartungspersonal einsteigen muss, um die Wartung vorzunehmen.

Die Wartung und Bedienung der Steuerelemente erfolgt somit zumindest teilweise in beengten Räumen, sogenannten „Confined Spaces“, die aufwändige Sicherheitsbestimmungen nach sich ziehen können. So kann es beispielsweise erforderlich sein, eine zweite Person an der Luke außerhalb des beengten Raumes abzustellen, um die darin arbeitende, gegebenenfalls angeseilte Wartungsperson zu sichern.

Insgesamt weisen alle vorstehend beschriebenen Verteilernetze mit Steuereinrichtung(en) den Nachteil vieler potentieller Leckagestellen in Form von Verrohrungselementen und Trennfugen auf. Dies ist auf dem technischen Gebiet der Metallverarbeitung, insbesondere der Walzwerkstechnik, besonders problematisch, da eine Verschmutzung etwa des Walzen- und/oder Bandkühlmittels bzw. Schmiermittels (Emulsion, Wasser, Walzöle, Kerosin) mit Hydraulikmedium zu Oberflächenfehlern des Walzgutes führen kann. Insofern kommt der Vermeidung von Hydraulikleckagen eine wesentliche Bedeutung für die Oberflächenqualität des Walzgutes zu.

Ferner ergeben sich aus der überwiegend vertikalen Anordnung der Steuerelemente Probleme hinsichtlich der Wartung, da die Säulen (aber auch die Tafeln) mehrere Meter hoch sein können. Im Fall hoher Hydraulikdrücke, beispielsweise von etwa 375 bar, sind für die Dichtheit des Systems viele potentielle Leckagestellen zu überwachen und zu warten, bei nur begrenzter Wartungsfreundlichkeit.

Der erhebliche Verrohrungsaufwand trägt zudem nicht unerhebliche zum Gesamtgewicht der Anlage bei. Damit sind hohe Transportkosten, gegebenenfalls Schwertransporte, erforderlich. Die Kosten, der Arbeitsaufwand sowie die Bauzeit für die Fertigung und Montage der Anlage auf der Baustelle können mit den herkömmlichen Bauformen nicht ohne weiteres reduziert werden.

Darstellung der Erfindung

Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Steuerung von Verteilernetzen hydraulischer und/oder pneumatischer Betriebsmedien, besonders bevorzugt im Walzwerksbau, zu verbessern, insbesondere durch Überwindung zumindest eines der vorstehend benannten Nachteile

Gelöst wird die Aufgabe mit einer Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , einem Medienmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 7 sowie einem Walzgerüst mit den Merkmalen des Anspruchs 13. Vorteilhafte Weiterbildungen folgen aus den Unteransprüchen, der folgenden Darstellung der Erfindung sowie der Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele.

Die erfindungsgemäße Steuereinrichtung ist für ein Verteilernetz flüssiger und/oder gasförmiger Medien, insbesondere zur Anwendung in metallverarbeitenden Anlagen eingerichtet. Besonders bevorzugt findet die Steuereinrichtung im Walzwerksbau Anwendung. So handelt es sich bei der Steuereinrichtung vorzugsweise um eine fluidtechnische Steuereinrichtung und/oder Versorgungseinrichtung im Walzwerksbau. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung für Warm- oder Kaltwalzgerüste zur Walzbearbeitung von Stahl oder NE-Metallen (Nichteisenmetallen) angewendet werden. Die daran anbindbaren Verteilernetze transportieren Betriebsmedien, wie etwa Schmier- und Kühlmittel, hydraulische und/oder pneumatische Druckmedien für Stellorgane, Antriebe und dergleichen.

Die Steuereinrichtung weist auf: eine Bodenplatte mit einer oder mehreren Medientransportleitungen des Verteilernetzes, die zumindest abschnittsweise in der Ebene der Bodenplatte verlaufen; und einen oder mehrere Funktionsblöcke mit einer internen Verrohrung und einem oder mehreren damit in Funktionsverbindung stehenden Steuerelementen, wobei die Funktionsblöcke eingerichtet sind, um so auf der Bodenplatte montierbar zu sein, dass die interne Verrohrung mit einer oder mehreren der Medientransportleitungen in Fluidverbindung steht, und um von der Bodenplatte lösbar zu sein. Die Bodenplatte ist normalerweise horizontal oder im Wesentlichen horizontal zu montieren.

Die räumlichen Bezeichnungen„horizontal“,„vertikal“,„oberhalb“, „unterhalb“ und dergleichen sind durch die Einbaulage der Steuereinrichtung, insbesondere der das Verteilernetz aufweisenden Anlage, eindeutig definiert und in der Regel relativ zur Schwerkraftrichtung zu sehen. Ferner bedeutet die Bezeichnung „Fluidverbindung“, dass ein Fluid, d.h. das betreffende hydraulische oder pneumatische Betriebsmedium, zwischen den in Fluidverbindung stehenden Komponenten fließen bzw. strömen kann. Dies schließt eine Zwischenschaltung von Bauteilen, welche den Fluidtransport unterbinden können, wie etwa Ventilen, nicht aus. Die Bezeichnungen„montierbar“,„lösbar“ usw. beziehen sich auf den bestimmungsgemäßen Gebrauch; so fällt beispielsweise eine gewaltsame, zerstörende Trennung nicht unter die Bezeichnung„lösbar“.

Da die Funktionsblöcke auf der Bodenplatte entlang zweier Achsen installierbar sind und die Funktionsblöcke wiederum mehrere Seiten, beispielsweise fünf Würfelseiten, zur Anbindung von Steuerelementen aufweisen, kann eine große Anzahl an Verbindungen und Verzweigungen ohne zusätzliche Anschlüsse und Verrohrungen hergestellt werden. Damit wird die Anzahl potentieller Leckagestellen reduziert. Damit kann mit der Bodenplatte eine umfangreichere Versorgung bereitgestellt werden, als es beispielsweise mit einer vertikalen Steuersäule oder Steuertafel möglich ist. Die Steuereinrichtung ist demnach eine modular aufgebaute Montageeinheit der Fluidtechnik und Verrohrungstechnik. Neben einer verbesserten Konfigurier-, Installier- und Erweiterbarkeit, ist die technische Lösung platzsparend und besonders Verrohrungsarm. Damit werden die Konstruktions- und Betriebssicherheit gestärkt. Die fertigungstechnischen Ansprüche können gesenkt werden, und die Übersichtlichkeit der Steuerelemente sowie die Funktionalität werden erhöht. Der Wartungsaufwand wird verringert. Eine gezielte Abschaltung ausgewählter Funktionen ist mit minimalem Material- und Arbeitsaufwand sowie ohne zusätzliche Verrohrung innerhalb der Steuereinrichtung möglich. Ebenso kann der Aufbau der Funktionsblöcke standardisiert sein. Der modulare Aufbau der Steuereinrichtung erlaubt zudem eine containergerechte Zerlegung der Anlage, wodurch der Transport ohne etwaige Schwertransporte schnell und ressourceneffizient durchführbar ist.

Die vorstehend genannten technischen Wirkungen tragen zudem zu einer Reduzierung etwaiger Leckagestellen bei. Kühlschmierstoffe, Wasser und dergleichen werden weniger belastet. Der Reinigungsaufwand sinkt. Eine äußere Verrohrung kann entfallen, da jede Funktion intern verbohrt mit einem Druckmedium versorgt werden kann.

Durch den modularen Aufbau der Steuereinrichtung lassen sich eventuelle, dennoch auftretende Leckagen genau dem betroffenen Funktionsblock zuordnen, wodurch eine zielgenaue Wartung und Reparatur durchführbar sind. Andere, nicht betroffene Funktionsblöcke müssen nicht demontiert und gegebenenfalls auch nicht stillgelegt werden, wodurch die Anlage im letzteren Fall weiter laufen kann. Die hierin dargelegte technische Lösung erlaubt es zudem, alle denkbaren Fluide, die im Walzwerk Vorkommen können, umfassend die Öl - Luftschmierung der Arbeitswalzenlager, abzudecken und im unten dargelegten Medienmodul geordnet zu verteilen. Vorzugsweise weist die Bodenplatte und/oder eine zwischen den Funktionsblöcken und der Bodenplatte angeordnete Zwischenplatte mehrere Öffnungen auf, die zum Verschrauben der Funktionsblöcke mittels Befestigungsschrauben, vorzugsweise Zugschrauben, eingerichtet sind. Zum Wechsel von Funktionsblöcken wird die Verschraubung zwischen den Funktionsblöcken und der Bodenplatte bzw. Zwischenplatte gelöst, und der betreffende Funktionsblock kann abgehoben werden. Es müssen bei dieser Arbeit keine zusätzlichen Verbindungsrohrleitungen und dergleichen berücksichtigt werden. Die benachbarten Funktionsblöcke bleiben in ihrer Funktion und Position unangetastet. Zwischen den Funktionsblöcken und der Bodenplatte kann bedarfsweise die vorstehend erwähnte Zwischenplatte eingefügt werden, die der Befestigung der Funktionsblöcke dient bzw. diese unterstützt. Damit kann die Komplexität der Bohrungen in der Bodenplatte verringert werden, da die Verschraubungsbohrungen und die Bohrungen für Anschlussleitungen des betreffenden Funktionsblockes somit an die Bodenplatte anpassbar sind. Befestigungsschrauben, die vorzugsweise als starke Zugschrauben realisiert sind, verbinden in diesem Fall die Bodenplatte und die Zwischenplatte leckagefrei.

Vorzugsweise umfassen die Steuerelemente Ventile und/oder Betätigungselemente derselben. Das hierin dargelegte modulare Konzept erlaubt eine übersichtliche Gruppierung von Ventilen, ohne dass dadurch der Verrohrungsaufwand steigt.

Vorzugsweise umfassen die Medientransportleitungen in der Bodenplatte eine oder mehrere Versorgungsleitungen und eine oder mehrere Entsorgungsleitungen, die eingerichtet sind, um die entsprechenden Medien von einer Flauptversorgung an die Funktionsblöcke und von dort an Abnehmer, wie etwa Stellorgane, Anstellzylinder, Antriebe usw., zu transportieren. Indem die Versorgungsleitung(en) und Entsorgungsleitung(en) horizontal in der Ebene der Bodenplatte verlaufen, können die Verrohrungen der Funktionsblöcke unmittelbar von diesen nach oben hin aus der Ebene der Bodenplatte abzweigen, wodurch der Verrohrungsaufwand minimiert wird. Vorzugsweise sind die Medientransportleitungen zumindest abschnittsweise in der Bodenplatte eingebettet, wodurch die Modularität und Installierbarkeit der Steuereinrichtung weiter verbessert werden. Vorzugsweise sind die Bodenplatte und die Funktionsblöcke auf eine Weise modular aufgebaut, dass die Funktionsblöcke unterschiedlich auf der Bodenplatte konfigurierbar sind, wodurch die Anwendbarkeit weiter flexibilisiert wird und gleichzeitig der Arbeitsaufwand für die Fertigung und Montage der Verbindungsrohrleitungen auf der Baustelle reduziert werden können

Die oben genannte Aufgabe wird weiter durch ein Medienmodul gelöst, das zur Bedienung eines Verteilernetzes flüssiger und/oder gasförmiger Medien, insbesondere im Walzwerksbau, eingerichtet ist. Die Bezeichnung„Bedienung“ umfasst hierbei eine Steuerung, Regelung, Wartung, Überwachung und dergleichen. Das Medienmodul weist eine oder mehrere Steuereinrichtungen gemäß einer oder mehreren der vorstehend dargelegten Ausführungsvarianten auf.

Die Merkmale, technischen Wirkungen, Vorteile sowie Ausführungsbeispiele, die in Bezug auf die Steuereinrichtung beschrieben wurden, gelten analog für das Medienmodul.

Besonders bevorzugt ist das Medienmodul als Medienbühne realisiert. Die Medienbühne kann ein offener Raum mit Sicherheitsgeländer und einem oder mehreren Zugängen sein, über die das Wartungspersonal die Medienbühne etwa über eine Leiter, beispielsweise wenn die Medienbühne auf ein Walzgerüst aufgesetzt ist, betreten kann. Das Medienmodul kann jedoch auch auf andere Weise aufgebaut sein. So kann das Medienmodul beispielsweise eine ebenerdige Kontrollstelle mit einer oder mehreren Steuereinrichtungen, ein offener oder geschlossener Steuerraum mit einer oder mehreren Steuereinrichtungen und dergleichen sein. Vorzugsweise weist das Medienmodul ferner eine Energieversorgungseinrichtung auf. Die Energieversorgungseinrichtung weist vorzugsweise zumindest eine Pumpe und zumindest einen Medienbehälter zur Versorgung eines oder mehrerer Verbraucher auf. Ferner kann die Energieversorgungseinrichtung Filter, eine Fleizung und/oder Kühlung oder dergleichen umfassen. In anderen Worten, das Medienmodul weist gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine Pumpenstation auf, wodurch eine externe Energieversorgung, beispielsweise im Keller unterhalb der Anlage, sowie Leitungen und Rohrtrassen dorthin entfallen können. Das Medienmodul ist autark funktionsfähig und somit besonders flexibel anwendbar sowie mit reduziertem Arbeitsaufwand installierbar.

Die hierin beschriebene Steuereinrichtung, sowie das damit ausgestattete Medienmodul finden besonders bevorzugt im Walzwerk, etwa als Bestandteil eines Walzgerüsts, Anwendung. So wird die oben genannte Aufgabe ebenso durch ein Walzgerüst mit einem Medienmodul gemäß einer der vorstehend dargelegten Ausführungsvarianten gelöst.

Die Merkmale, technischen Wirkungen, Vorteile sowie Ausführungsbeispiele, die in Bezug auf die Steuereinrichtung sowie das Medienmodul beschrieben wurden, gelten analog für das Walzgerüst.

Vorzugsweise ist das Medienmodul an einem oder mehreren Walzenständern des Walzgerüsts, besonders bevorzugt oberhalb von durch die Walzenständer getragenen Walzen, befestigt. Vorzugsweise ist das Medienmodul an den Walzenständern angeschraubt. Hierbei muss das Medienmodul nicht notwendigerweise oben auf den Ständern des Walzgerüsts platziert werden, sondern kann bedienseitig und antriebseitig an den vertikalen Flächen der Ständer bzw. Ständerpfosten, vorzugsweise auf der Gerüstaußenseite aber nicht unbedingt ausschließlich dort, befestigt sein. Auf diese Weise kann die Höhe des Medienmoduls flexibel gewählt werden. Alternativ kann das Medienmodul entkoppelt vom Walzgerüst gelagert sein, vorzugsweise auf eigenen Stützen, die etwa im Fundament der Anlage befestigt sind. Hierdurch wird vermieden, dass Schwingungen und Erschütterungen der Mechanik, beispielsweise bei Anstichvorgängen oder Banddickenänderungen, in das Medienmodul und damit in die sensible Ventiltechnik eingeleitet werden.

Alternativ kann das Medienmodul auch auf Stützen etwaiger anderer Medienmodule, wie beispielsweise Seitenwandmodule, abgelegt bzw. daran befestigt werden. Diese anderen Medienmodule bzw. Seitenwände können dann ihrerseits auf dem Fundament stehen und entkoppeln somit ebenfalls das Walzgerüst vom Medienmodul, wobei zusätzlich auch die etwaigen Seitenwandmodule entkoppelt sind. Das Medienmodul, insbesondere in der Bauform einer Medienbühne, kann somit komplett entkoppelt auf Stützen auf dem Fundament abgefangen sein. So werden die Vibrationen im Walzgerüst nicht an die Ventiltechnik weitergeben. Die Ventile werden geschont und deren Lebensdauer verlängert. Eine Anbindung über Stützen auf die Fundamente kann aber auch nur teilweise gegeben sein. Beispielsweise können am Ständer des Walzgerüsts Kragträger angebracht sein, wobei nur vorne Stützen bis zum Fundament vorgesehen sind.

Durch die hier genannten Montageformen kann das Niveau des Medienmoduls flexibel auf die technologisch optimale Höhe zu den Verbrauchern gebracht werden, da das Medienmodul, insbesondere in der Bauform einer Medienbühne, über den Ständer des Walzgerüsts „gezogen“ und in jeder Höhenlage fixiert werden kann. Die ideale Höhe des Medienmoduls, beispielsweise beruhend auf Erfahrungswerten oder durch Simulation ermittelt, erlaubt es, die Hydraulik- und/oder Pneumatikwege ausreichend kurz zu halten, um eine gute Dynamik zwischen Steuerelement (Ventil) und dem zu steuernden Element (Zylinder, Motor, etc.) zu erreichen. Zudem ist eine zweite Ebene mit Satteltaschen, um die Medienbühne auf dem Ständer abzulegen und gleichzeitig so nahe wie möglich an die kritischen Verbraucher heranzukommen, nicht erforderlich. Somit entfällt die Notwendigkeit für das Bedienpersonal, zwischen zwei Ebenen per Leiter hin- und hersteigen zu müssen, um an die Steuerungen zu gelangen. Auf eine dezentrale Anordnung von Steuerelementen, wie etwa Ventilen, außerhalb des Medienmoduls, insbesondere an schwer zugänglichen Stellen, kann somit gegebenenfalls vollständig verzichtet werden.

Durch die flache Bauform der Steuereinrichtung eignet sich diese besonders zur Installation auf einer Medienbühne eines Walzgerüsts. Die herkömmlich durch die Bauhöhe der Steuersäulen auf mehreren Ebenen angeordneten Steuerelemente mit vergleichsweise schlechter Zugänglichkeit werden auf diese Weise übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet. Etwaige die Zugänglichkeit behindernde Rohrleitungen können entfallen. Die Bühnenhöhe kann insgesamt geringer ausfallen. Indem enge Hydraulikräume und die Arbeit darin entfallen, kann die Arbeitssicherheit deutlich verbessert werden. Etwaige Sicherheitsvorkehrungen und die damit verbundenen Kosten können reduziert werden. Maschinenverrohrungen im Gerüstbereich und auf der Medienbühne können deutlich reduziert werden, indem die modular aufgebaute Medienbühne selbst als Modul auf dem Walzgerüst angeordnet wird. Die Medienbühne kann an den typischerweise vier Ständerpfosten des Walzgerüsts auf der Gerüstaußenseite angeordnet und befestigt werden, wodurch die Rohrleitungen von den Steuerelementen bis zu den Verbrauchern verkürzt werden können und insgesamt ein signifikant geringerer Verrohrungsaufwand realisierbar ist. Die Verlegung und Bündelung der Steuerelemente auf der Medienbühne spart den Weg aus der Gerüstmitte zu den Ständerpfosten als Verrohrungsstrecke ein. Zu diesem Zweck können an die Ständer des Walzgerüsts Träger zur Befestigung der Medienbühne angeflanscht werden, wodurch die Medienbühne besonders niedrig platziert werden kann. Dadurch sind eine geringe Gesamtbauhöhe und ein technologisch sehr naher Anbauort der Steuerelemente an den Verbrauchern, etwa Anstellzylinder der Walzen, realisierbar, ohne dass sich das Wartungspersonal in beengte Räume unmittelbar an den Verbrauchern begeben, etwa von der Medienbühne durch eine Luke hinabklettern, muss. Eine ausreichende Bewegungsfreiheit und damit ein Sicherheitsgewinn sind durch die offene Bauweise bei einer mit den Steuereinrichtungen ausgestatteten Medienbühne stets gegeben. Durch die niedrige Bauform der Medienbühne können zudem alle Steuerelemente zentral auf der Medienbühne angeordnet werden, da die hydraulischen/pneumatischen Weglängen kurz gehalten werden. Die genauen Positionen der Steuereinrichtung(en) und Medienbühne können durch Simulation ermittelt werden, so dass die Dynamik zwischen Steuerventil und dem Verbraucher optimal eingestellt wird.

Die Reduktion des Verrohrungsaufwands führt zudem zu einem geringeren Gewicht der Gesamtanlage, was sowohl bei der Installation als auch im Betrieb zu einer Wirtschaftlichkeitssteigerung beiträgt. Zusammen mit der vergleichsweise niedrigen Bauweise kann die Anlage, damit verbunden ebenso die Hallengröße usw., kompakter ausfallen. Die Kosten und der Arbeitsaufwand für die Fertigung und Montage der Verbindungsrohrleitungen auf der Baustelle können reduziert werden. Dies wird weiter durch eine etwaige Integration der Energieversorgungseinrichtung unterstützt.

Neben den beschriebenen Steuer- und Energieversorgungsfunktionen kann das Medienmodul, insbesondere in der Ausführungsform der Medienbühne, weitere Funktionen umfassen. So kann das Medienmodul auch als Träger weiterer Elemente, die originär zur Mechanik des Walzgerüsts gehören, genutzt werden. So kann am Medienmodul ein Hebezeug integriert bzw. daran angebracht sein, um Lasten, beispielsweise zur Wartung des Walzgerüsts, zu transportieren. Es kann ein Stufenkeil und/oder Anschlagmittel oder Montagestellen für die Anbringung von Anschlagmitteln vorgesehen sein, die etwa für Montage- oder Wartungsarbeiten im Walzgerüst genutzt werden können. Zum gleichen Zweck kann das Medienmodul eine integrierte Stufenplattenausziehvorrichtung aufweisen.

Am Medienmodul können Ständertraversen integriert sein, die ihrerseits als Träger verschiedener Funktionalität verwendbar sind. Sind die Ständertraversen als Hohlträger ausgeführt, können diese synergetisch beispielsweise als Absaugkanal, Wasseranschluss und/oder Verteilerrohr für die Walzenkühlung bei Warmbandanlagen fungieren. Ferner können im Medienmodul Sicherheitseinrichtungen, wie etwa Feuerlöscheinrichtungen, integriert sein.

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele ersichtlich. Die dort beschriebenen Merkmale können alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der oben dargelegten Merkmale umgesetzt werden, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen. Die folgende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele erfolgt dabei unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen.

Kurze Beschreibung der Figuren

Die Figur 1 ist eine schematische Querschnittsansicht einer Steuereinrichtung für ein Verteilernetz flüssiger und/oder gasförmiger Betriebsmedien. Die Figur 2 ist eine perspektivische Ansicht einer beispielhaften Steuereinrichtung mit einer Vielzahl von Funktionsblöcken.

Die Figur 3 ist eine perspektivische Ansicht eines als Medienbühne eingerichteten Medienmoduls mit Steuereinrichtungen auf einem Walzgerüst.

Die Figur 4 ist eine perspektivische Ansicht eines als Medienbühne eingerichteten Medienmoduls mit reduziertem Aufbau und transparent dargestellter Bodenplatte. Die Figur 5 ist eine perspektivische Ansicht eines als Medienbühne eingerichteten Medienmoduls, ausgestattet mit einer Energieversorgungseinrichtung.

Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben. Dabei sind gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen, und auf eine wiederholende Beschreibung dieser Elemente wird teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden. Die Figur 1 ist eine schematische Querschnittsansicht einer Steuereinrichtung 10 für ein Verteilernetz flüssiger und/oder gasförmiger Betriebsmedien, insbesondere für ein Walzgerüst.

Die Steuereinrichtung 10 weist eine Bodenplatte 11 und mehrere Funktionsblöcke 12 auf, die mittels Befestigungsschrauben 13 (in der Figur 1 nur schematisch durch deren Mittellinien dargestellt) auf der Bodenplatte 11 montierbar und davon lösbar sind. Zu diesem Zweck ist die Bodenplatte 11 vorzugsweise von einer Vielzahl an Bohrungen (der Übersichtlichkeit halber in den Figuren nicht dargestellt) durchsetzt, die eine flexibel konfigurierbare Anordnung von Funktionsblöcken 12 ermöglichen. In der Figur 1 ist ein Funktionsblock 12 für Wartungs- und/oder Reparaturzwecke abgehoben dargestellt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Funktionsblöcke 12 nicht unbedingt würfel- oder quaderförmig gestaltet sein müssen, auch wenn dies im Hinblick auf eine etwaige Standardisierung von Vorteil sein kann.

Die Bodenplatte 11 ist im Wesentlichen horizontal anzuordnen und führt in ihrer Ebene eine oder mehrere Medientransportleitungen 11 a eines Verteilernetzes für flüssige und/oder gasförmige Betriebsmedien, wie etwa Schmier- und Kühlmittel, hydraulische und/oder pneumatische Druckmedien für Stellorgane, Antriebe und dergleichen. Die Medientransportleitungen 11a umfassen beispielsweise Zufuhr-, Abfuhr- und/oder Verteilerleitungen. Besonders bevorzugt sind Versorgungsleitungen und Entsorgungsleitungen (beispielsweise P-, T-, X-, Y-, A-, B-Anschlüsse) umfasst und in die Bodenplatte 11 eingebettet, welche die entsprechenden Medien von einer Hauptversorgung an die Funktionsblöcke 12 und zurück in Richtung der Abnehmer leiten. Die Hauptversorgung und die einzelnen Abnehmer sind in den Figuren nicht dargestellt.

Die Funktionsblöcke 12 weisen jeweils eine interne Verrohrung 12a und Steuerelemente 12b, vorzugsweise Ventile, Ventilgruppen bzw. Betätigungselemente derselben, auf. Die Verrohrung 12a der Funktionsblöcke zweigt aus der Ebene der Bodenplatte 11 nach oben hin ab. In anderen Worten, die Funktionsblöcke 12 sind eingerichtet, um so auf der Bodenplatte 11 montierbar zu sein, dass die interne Verrohrung 12a mit einer oder mehreren der Medientransportleitungen 11 a in Fluidverbindung steht, und um von der Bodenplatte 11 lösbar zu sein. Die Montage und Demontage der Funktionsblöcke 12 auf der Bodenplatte 11 erfolgt vorzugsweise durch die vorstehend erwähnte Verschraubung mit den Befestigungsschrauben 13, die eine ausreichende Klemmlänge aufweisen. Da die Funktionsblöcke 12 auf der Bodenplatte 11 entlang zweier Achsen installierbar sind und die Funktionsblöcke 12 wiederum mehrere Seiten, beispielsweise fünf Würfelseiten, zur Anbindung von Steuerelementen 12b aufweisen, kann eine große Anzahl an Verbindungen und Verzweigungen ohne zusätzliche Anschlüsse und Verrohrungen hergestellt werden. Etwaige Leckagestellen werden so reduziert. Damit kann mit der Bodenplatte 1 1 als Basis und den konfigurierbaren Funktionsblöcken 12 eine umfangreichere Versorgung bereitgestellt werden, als es beispielsweise mit einer vertikalen Steuersäule oder Steuertafel möglich ist.

Ein detaillierter beispielhafter Aufbau einer Steuereinrichtung 10 mit einer Vielzahl von Funktionsblöcken 12 geht aus der perspektivischen Darstellung der Figur 2 hervor. Die Funktionsblöcke 12 sind vorzugsweise modular aufgebaut und anwendbar, d.h. mit vorgefertigten und/oder vorkonfigurierten Funktionsblöcken 12 lässt sich eine Vielzahl von hydraulischen/pneumatischen Verschaltungen realisieren.

Ebenso kann die Steuereinrichtung 10 selbst modular aufgebaut sein. So zeigt die Figur 2 ein Steuereinrichtungsmodul, das auch als „Steuerplatte“ bezeichnet werden kann, mit einer Bodenplatte 11 und einer Vielzahl darauf aufgeschraubter Funktionsblöcke 12.

Eine oder mehrere dieser Steuereinrichtungen 10 können nun beispielsweise in einem Medienmodul 1 angewendet bzw. installiert werden, wie es in der Figur 3 gezeigt ist. Das Medienmodul 1 ist in der Figur 3 beispielhaft als Medienbühne realisiert. Die Medienbühne selbst ist ein offener Raum mit Sicherheitsgeländer(n) 1 a und einem oder mehreren Zugängen 1 b, über die das Wartungspersonal die Medienbühne etwa über Leitern (in den Figuren nicht gezeigt), beispielsweise wenn die Medienbühne auf ein Walzgerüst 2 aufgesetzt ist, betreten kann. Es sei darauf hingewiesen, dass das Medienmodul 1 auch auf andere Weise aufgebaut sein kann. So kann das Medienmodul 1 eine ebenerdige Kontrollstelle mit einer oder mehreren Steuereinrichtungen 10, ein offener oder geschlossener Steuerraum mit einer oder mehreren Steuereinrichtungen 10 usw. sein.

In der Figur 4 ist das als Medienbühne ausgeführte Medienmodul 1 in einer perspektivischen Ansicht von oben gezeigt, wobei das Medienmodul 1 in einem reduzierten Aufbau und die Bodenplatte desselben transparent dargestellt sind, um Versorgungsleitungen, wie etwa Zufuhr-, Abfuhr- und/oder Verteilerleitungen, für ein Verteilernetz des Walzgerüsts 2 sichtbar zu machen.

Vorzugsweise ist das Medienmodul 1 an den Walzenständern des Walzgerüsts 2 angeschraubt. Alternativ kann das Medienmodul 1 entkoppelt vom Walzgerüst 2 gelagert sein, vorzugsweise auf eigenen Stützen, die etwa im Fundament der Anlage befestigt sind. Flierdurch wird vermieden, dass Schwingungen und

Erschütterungen der Mechanik, beispielsweise bei Anstichvorgängen oder Banddickenänderungen, in das Medienmodul 1 und damit in die sensible Ventiltechnik eingeleitet werden. Alternativ kann das Medienmodul 1 auch auf Stützen etwaiger anderer Medienmodule, wie beispielsweise Seitenwandmodule, abgelegt bzw. daran befestigt sein. Diese anderen Medienmodule bzw.

Seitenwände können dann ihrerseits auf dem Fundament stehen und entkoppeln somit ebenfalls das Walzgerüst vom Medienmodul 1 , wobei zusätzlich auch die etwaigen Seitenwandmodule entkoppelt sind. Das Medienmodul 1 , insbesondere in der Bauform einer Medienbühne, wie in den Figuren 3 bis 5 gezeigt, kann somit komplett entkoppelt auf Stützen auf dem Fundament abgefangen sein. So werden die Vibrationen im Walzgerüst nicht an die Ventiltechnik weitergeben. Die Ventile werden geschont und deren Lebensdauer verlängert. Eine Anbindung über Stützen auf die Fundamente kann aber auch nur teilweise gegeben sein. Beispielsweise können am Ständer des Walzgerüsts Kragträger angebracht sein, wobei nur vorne Stützen bis zum Fundament vorgesehen sind.

Durch die hier genannten Montageformen kann das Niveau des Medienmoduls 1 flexibel auf die technologisch optimale Höhe zu den Verbrauchern gebracht werden, da das Medienmodul 1 , insbesondere in der Bauform einer Medienbühne, über den Ständer des Walzgerüsts „gezogen“ und in jeder Höhenlage fixiert werden kann. Die ideale Höhe des Medienmoduls 1 , beispielsweise beruhend auf Erfahrungswerten oder durch Simulation ermittelt, erlaubt es, die Hydraulik- und/oder Pneumatikwege ausreichend kurz zu halten, um die Dynamik zu optimieren. Zudem ist eine zweite Ebene mit Satteltaschen, um die Medienbühne auf dem Ständer abzulegen und gleichzeitig so nahe wie möglich an die kritischen Verbraucher heranzukommen, nicht erforderlich. Somit entfällt die Notwendigkeit für das Bedienpersonal, zwischen zwei Ebenen per Leiter hin- und hersteigen zu müssen, um an die Steuerungen zu gelangen. Auf eine dezentrale Anordnung von Steuerelementen, wie etwa Ventilen, außerhalb des Medienmoduls 1 , insbesondere an schwer zugänglichen Stellen, kann somit gegebenenfalls vollständig verzichtet werden. Die Figur 5 zeigt das Medienmodul 1 der Figur 4 ausgestattet mit einer Energieversorgungseinrichtung 20, auch als „Power Unit“ bezeichnet, die hier beispielhaft im Wesentlichen zentral im Innenbereich des Medienmoduls 1 angeordnet ist. Die Energieversorgungseinrichtung 20 umfasst vorzugsweise zumindest eine Pumpe und zumindest einen Behälter mit dem entsprechenden Betriebsmedium zur Eigenversorgung eines oder mehrerer Verbraucher. Ferner kann die Energieversorgungseinrichtung 20 Filter, eine Heizung und/oder Kühlung umfassen. In anderen Worten, das Medienmodul 1 umfasst gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine Pumpenstation, wodurch eine externe Energieversorgung, beispielsweise im Keller unterhalb der Anlage, sowie Leitungen und Rohrtrassen dorthin entfallen können. Das Medienmodul 1 ist autark funktionsfähig und somit besonders flexibel anwendbar sowie mit reduziertem Arbeitsaufwand installierbar.

Die hierin beschriebene Steuereinrichtung 10, sowie das Medienmodul 1 , das eine oder mehrere solche Steuereinrichtungen 10 aufweist, sind auf mehreren Ebenen modular aufgebaute Montageeinheiten der Fluidtechnik und Verrohrungstechnik. Neben einer verbesserten Konfigurier-, Installier- und Erweiterbarkeit, ist die technische Lösung platzsparend und besonders Verrohrungsarm. Damit wird die Konstruktions- und Betriebssicherheit gestärkt. Die fertigungstechnischen Ansprüche werden gesenkt, und die Übersichtlichkeit der Steuerelemente 12b sowie die Funktionalität werden erhöht. Der Wartungsaufwand wird verringert. Eine gezielte Abschaltung ausgewählter Funktionen ist mit minimalem Material- und Arbeitsaufwand sowie ohne Verrohrung innerhalb der Steuereinrichtung 10 möglich. Ebenso kann der Aufbau der Funktionsblöcke 12 standardisiert werden. Der modulare Aufbau erlaubt zudem eine containergerechte Zerlegung der Anlage, wodurch der Transport ohne Schwertransporte schnell und ressourceneffizient durchführbar ist.

Die vorstehend genannten technischen Wirkungen tragen zudem zu einer Reduzierung von etwaigen Leckagestellen bei. Kühlschmierstoffe, Wasser und dergleichen werden potentiell weniger belastet. Der Reinigungsaufwand sinkt. Eine äußere Verrohrung kann entfallen, da jede Funktion intern verbohrt mit Druckmedium versorgt werden kann. Durch den modularen Aufbau der Steuereinrichtung 10 sowie des Medienmoduls 1 lassen sich eventuell doch auftretende Leckagen genau dem jeweiligen Funktionsblock 12 oder der jeweiligen Steuereinrichtung 10 zuordnen, wodurch eine zielgenaue Wartung und Reparatur durchführbar sind. Andere, nicht betroffene Funktionsblöcke 12 oder Steuereinrichtungen 10 müssen nicht demontiert und gegebenenfalls auch nicht stillgelegt werden, wodurch die Anlage im letzteren Fall weiter laufen kann. Zum Wechsel von Funktionsblöcken 12 wird die Verschraubung zwischen den Funktionsblöcken 12 und der Bodenplatte 11 gelöst, und der betreffende Funktionsblock 12 kann abgehoben werden. Es müssen bei dieser Arbeit keine zusätzlichen Verbindungsrohrleitungen oder dergleichen berücksichtigt werden. Die benachbarten Funktionsblöcke 12 bleiben in ihrer Funktion und Position unangetastet.

Durch die flache Anordnung können für jeden Funktionsblock 12 eigene P- & T- Bohrungen bereitgestellt werden. Das erlaubt eine isolierte Schaltung, insbesondere Abschaltung, von Steuerungen bzw. Steuerfunktionen.

Steighilfen oder eine besondere Sicherheitsausrüstung sind für die Wartung nicht erforderlich.

Zwischen den Funktionsblöcken 12 und der Bodenplatte 11 kann bedarfsweise eine Zwischenplatte eingefügt werden, die der Befestigung der Funktionsblöcke 12 dient bzw. diese unterstützt. Damit kann die Komplexität der Bohrungen in der Bodenplatte 11 verringert werden, da die Verschraubungsbohrungen und die Anschlussleitungen des betreffenden Funktionsblockes 12 an die Bodenplatte 11 somit anpassbar sind. Befestigungsschrauben 13, die vorzugsweise als starke Zugschrauben realisiert sind, verbinden in diesem Fall die Bodenplatte 11 und die Zwischenplatte leckagefrei. Für gegebenenfalls auftretende Restleckagen kann eine Auffangvorrichtung, etwa eine Wanne, vorgesehen sein.

Die hierin beschriebene Steuereinrichtung 10, sowie das damit ausgestattete Medienmodul 1 finden vorzugsweise in der Metallverarbeitung, besonders bevorzugt spezielle in Walzwerken, Anwendung. Denn durch die flache Bauform eignen sich die Steuereinrichtungen 10 besonders für Hydrauliksteuerungen, die auf einer Medienbühne angeordnet sind. Die Medienbühne kann oberhalb des Walzenständers angeordnet sein. Die herkömmlich durch die Bauhöhe der Steuersäulen auf mehreren Ebenen angeordneten Steuerelemente mit vergleichsweise schlechter Zugänglichkeit werden auf diese Weise übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet. Etwaige die Zugänglichkeit behindernde Rohrleitungen können entfallen. Die Bühnenhöhe kann insgesamt geringer ausfallen. Indem enge Hydraulikräume und die Arbeit darin entfallen, kann die Arbeitssicherheit deutlich verbessert werden. Etwaige Sicherheitsvorkehrungen und die damit verbundenen Kosten können reduziert werden.

Maschinenverrohrungen im Gerüstbereich und auf der Medienbühne können deutlich reduziert werden, indem die modular aufgebaute Medienbühne selbst als Modul auf dem Walzgerüst 2 angeordnet wird. Die Medienbühne kann an den typischerweise vier Ständerpfosten des Walzgerüsts 2 an der Gerüstaußenseite angeordnet und befestigt werden, so dass die Rohrleitungen von den Steuerelementen 12b bis zu den Verbrauchern verkürzt werden können und insgesamt ein signifikant geringerer Verrohrungsaufwand realisierbar ist. Die Verlegung und Bündelung der Steuerelemente 12b auf der Medienbühne spart den Weg aus der Gerüstmitte zu den Ständerpfosten als Verrohrungsstrecke ein.

Zu diesem Zweck können an die Ständer des Walzgerüsts Träger zur Befestigung der Medienbühne angeflanscht werden, wodurch die Medienbühne besonders niedrig platziert werden kann. Dadurch sind eine geringe Gesamtbauhöhe und ein technologisch sehr naher Anbauort der Steuerelemente 12b an den Verbrauchern, etwa Anstellzylinder der Walzen, realisierbar, ohne dass sich das

Wartungspersonal in beengte Räume unmittelbar an den Verbrauchern begeben, etwa von der Medienbühne durch eine Luke hinabklettern, muss. Eine ausreichende Bewegungsfreiheit und damit ein Sicherheitsgewinn sind durch die offene Bauweise bei einer mit den Steuereinrichtungen 10 ausgestatteten Medienbühne stets gegeben.

Die Reduktion des Verrohrungsaufwands führt zudem zu einem geringeren Gewicht der Gesamtanlage, was sowohl bei der Installation als auch im Betrieb zu einer Wirtschaftlichkeitssteigerung beiträgt. Zusammen mit der vergleichsweise niedrigen Bauweise kann die Anlage, damit verbunden ebenso die Hallengröße usw., kompakter ausfallen. Die Kosten und der Arbeitsaufwand für die Fertigung und Montage der Verbindungsrohrleitungen auf der Baustelle können reduziert werden. Dies wird weiter durch eine etwaige Integration der

Energieversorgungseinrichtung 20 unterstützt.

Neben den beschriebenen Steuer- und Energieversorgungsfunktionen kann das Medienmodul 1 , insbesondere in der Ausführungsform der Medienbühne gemäß den Figuren 3 bis 5, weitere Funktionen umfassen. So kann das Medienmodul 1 beispielsweise auch als Träger weiterer Elemente, die originär zur Mechanik des Walzgerüsts 2 gehören, genutzt werden.

Beispielsweise kann am Medienmodul 1 ein Hebezeug integriert bzw. daran angebracht sein, um Lasten, beispielsweise zur Wartung des Walzgerüsts 2, zu transportieren. Es kann ein Stufenkeil und/oder Anschlagmittel oder

Montagestellen für die Anbringung von Anschlagmitteln vorgesehen sein, die etwa für Montage- oder Wartungsarbeiten im Walzgerüst 2 genutzt werden können. Zum gleichen Zweck kann das Medienmodul 1 eine integrierte Stufenplattenausziehvorrichtung aufweisen.

Am Medienmodul 1 können Ständertraversen integriert sein, die ihrerseits als Träger verschiedener Funktionalität verwendbar sind. Sind die Ständertraversen als Hohlträger ausgeführt, können diese synergetisch beispielsweise als Absaugkanal, Wasseranschluss und/oder Verteilerrohr für die Walzenkühlung bei Warmbandanlagen fungieren. Ferner können im Medienmodul Sicherheitseinrichtungen, wie etwa Feuerlöscheinrichtungen, integriert sein. Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste

1 Medienmodul

1 a Sicherheitsgeländer

1 b Zugang

2 Walzgerüst

10 Steuereinrichtung

11 Bodenplatte

11 a Medientransportleitung

12 Funktionsblock

12a Interne Verrohrung

12b Steuerelement

13 Befestigungsschraube

20 Energieversorgungseinrichtung