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Title:
ITEM OF CLOTHING AND SYSTEM FOR MONITORING THE PHYSICAL CONDITION OF A MOTORCYCLIST
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/095219
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to an item of clothing for a motorcyclist (1), in which a sensor system (3) is provided for monitoring the state of the motorcyclist (1). In this way, the motorcyclist (1) can be informed that he/she is in a bad state and optionally prompted to interrupt the journey.

Inventors:
OETTGEN OLIVER (DE)
Application Number:
EP2011/071750
Publication Date:
July 19, 2012
Filing Date:
December 05, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BOSCH GMBH ROBERT (DE)
OETTGEN OLIVER (DE)
International Classes:
B60K28/06
Domestic Patent References:
WO2009136261A22009-11-12
Foreign References:
DE102008051388A12010-04-15
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Bekleidungsstück (2) für Motorradfahrer (1), gekennzeichnet durch eine Sensorik (3) zum Überwachen der körperlichen Verfassung des

Motorradfahrers (1).

2. Bekleidungsstück (2) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Bekleidungsstück (2) ein Handschuh oder ein Helm ist.

3. Bekleidungsstück (2) nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Sensorik (3) einen Pulssensor umfasst.

4. Bekleidungsstück (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass im Bekleidungsstück (2) ein Signalgeber (6) integriert ist, mittels dessen dem Fahrer (1) eine kritische Verfassung signalisiert werden kann.

5. Bekleidungsstück (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Signalgeber (6) ein Signal erzeugt, das vom Fahrer (1) haptisch, optisch und/oder akustisch wahrnehmbar ist.

6. Bekleidungsstück (2) nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Signalgeber (6) einen Vibrator umfasst.

7. Bekleidungsstück (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Bekleidungsstück (2) eine Einheit (4) zum Auswerten der Sensorsignale (7) der Sensorik (3) und zum Erkennen eines kritischen Verfassungszustands umfasst.

8. System zum Überwachen der körperlichen Verfassung eines

Motorradfahrers (1),

gekennzeichnet durch,

ein Bekleidungsstück (2) mit einer Sensorik (3) zum Überwachen der körperlichen Verfassung des Motorradfahrers (1),

eine Einheit (4) zum Auswerten der Sensorsignale (7) der Sensorik (3) und zum Erkennen einer kritischen Verfassung des Motorradfahrers (1), einen Signalgeber (6), mittels dessen dem Motorradfahrer (1) ein kritischer Verfassungszustand signalisiert werden kann.

9. System nach Anspruch 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Bekleidungsstück (2) ein Handschuh oder ein Helm ist.

10. System nach Anspruch 8 oder 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Sensorik (3) einen Pulssensor umfasst.

11. System nach einem der Ansprüche 8-10,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Bekleidungsstück (2) eine Energieversorgung umfasst, mit der einzelne Komponenten des Systems versorgt werden können.

12. System nach 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Bekleidungsstück (2) eine zum Aufladen der Energieversorgung geeignete Schnittstelle zum elektrischen Bordnetz eines Motorrads umfasst.

Description:
Beschreibung Titel

Bekleidungsstück und System zum Überwachen der körperlichen Verfassung eines Motorradfahrers

Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Bekleidungsstück für Motorradfahrer gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 , sowie ein System zum Überwachen der körperlichen Verfassung eines Motorradfahrers gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8.

Im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu Unfällen, weil sich der Fahrer in einer schlechten körperlichen Verfassung befindet und nicht mehr dazu in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu lenken. Typische Ursachen für solche Unfälle sind beispielsweise starke Müdigkeit bis hin zu Sekundenschlaf, eine

gesundheitliche Beeinträchtigung, wie zum Beispiel ein erhöhtes

Herzinfarktrisiko, oder eine starke emotionale Belastung des Fahrers.

Im Stand der Technik sind speziell für den Einsatz in PKW und LKW

verschiedene Systeme entwickelt worden, die die körperliche Verfassung des Fahrers überwachen und den Fahrer beispielsweise optisch oder akustisch darauf hinweisen, dass seine Verfassung schlecht ist und die Fahrt besser unterbrochen werden sollte. Bekannte Konditionsüberwachungssysteme arbeiten beispielsweise mit Kameras, werten das Lenkwinkelsignal eines

Lenkwinkelsensors aus oder überwachen den Puls des Fahrers.

Aus der DE 102008051388A1 ist beispielsweise ein Konditionsüberwachungs- system bekannt, das einen Pulssensor umfasst, der im Fahrergurt integriert ist. Derartige Konditionsüberwachungssysteme sind für einspurige Fahrzeuge, insbesondere Motorräder nicht geeignet. Gerade Motorradfahrer sind jedoch bei Müdigkeit oder Stress besonders stark gefährdet, da sie kein schützendes Chassis umgibt.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System zum

Überwachen der Verfassung eines Motorradfahrers zu schaffen, das besonders einfach und kostengünstig ist. Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Patentanspruch 1 sowie im Patentanspruch 8 angegebenen Merkmale. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen, ein Bekleidungsstück mit einem Sensor auszustatten, mittels dessen die Verfassung eines Motorradfahrers überwacht werden kann. Bei dem erfindungsgemäßen Bekleidungsstück kann es sich beispielsweise um einen Handschuh oder einen Helm handeln, in dem ein oder mehrere Sensoren integriert sind. Gemäß einer bevorzugten

Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens ein Pulssensor vorgesehen. Der Puls des Fahrers gibt Aufschluss über starke Müdigkeit, gesundheitliche

Beeinträchtigungen oder eine akute emotionale Belastung, wie zum Beispiel Aufregung oder Stress. Durch Überwachung des Pulses kann somit auf die aktuelle Verfassung und Verkehrstüchtigkeit des Motorradfahrers geschlossen werden.

Im Falle eines Helms mit integriertem Sensor kann der Sensor beispielsweise am Kinngurt, im Wangenbereich oder im Nackenbereich angeordnet sein. Der Sensor ist vorzugsweise an einer Stelle angeordnet, an der ein direkter

Hauptkontakt besteht, wenn der Helm vom Fahrer getragen wird.

Im Falle eines Handschuhs mit integriertem Sensor kann der Sensor

beispielsweise im Fingerbereich oder im Bereich des Handgelenks angeordnet sein. Der Sensor steht vorzugsweise in Hautkontakt, wenn der Handschuh getragen wird. Gemäß der Erfindung kann das Bekleidungsstück einen oder mehrere Sensoren zur Überwachung der Verfassung des Motorradfahrers aufweisen.

Die Sensorsignale werden vorzugsweise von einer Auswerteeinheit, wie zum Beispiel einem Steuergerät mit einem entsprechenden Algorithmus, ausgewertet. Der Algorithmus ist dabei in der Lage, aus den Sensorsignalen einen kritischen

Verfassungszustand des Motorradfahrers zu erkennen.

Die Bedingungen für das Feststellen eines kritischen Verfassungszustands können prinzipiell frei definiert werden. So kann ein kritischer

Verfassungszustand beispielsweise erkannt werden, wenn die Pulsfrequenz oder deren Veränderung größer ist als ein vorgegebener Schwellenwert oder andere Anzeichen, z. B. Pulsaussetzer, vorliegen, die einen Hinweis auf eine

außergewöhnliche Belastung des Fahrers geben. Die Auswerteeinheit ist vorzugsweise im Bekleidungsstück mit integriert.

Wahlweise kann sie aber auch im Motorrad angeordnet sein, wie zum Beispiel ein bereits vorhandenes Steuergerät, das noch freie Rechenkapazität besitzt. Im letzteren Fall müssten die Sensorsignale zum Beispiel per Funk an das

Steuergerät übertragen werden.

Das erfindungsgemäße Bekleidungsstück umfasst vorzugsweise auch einen Signalgeber, mittels dessen dem Fahrer signalisiert werden kann, dass seine aktuelle Verfassung schlecht ist und die Fahrt besser unterbrochen werden sollte. Der Signalgeber sollte ein Signal erzeugen, das vom Fahrer haptisch, optisch und/oder akustisch wahrnehmbar ist.

Als Signalgeber kann beispielsweise ein Vibrator, ein Lautsprecher, ein

Leuchtelement oder ein Display eingesetzt werden.

Bei einem Helm kann der Signalgeber z. B. im Bereich der Wangen oder der Stirn angeordnet sein. Im Falle eines Leuchtelements kann dieses beispielsweise im Integralteil des Helms oder am Visier angeordnet sein.

Bei einem Handschuh kann der Signalgeber beispielsweise an der Handfläche oder im Fingerbereich angeordnet sein. Im Falle eines Leuchtelements kann dieses zum Beispiel am Handschuhrücken vorgesehen sein. Wenn die Auswerteeinheit nicht im Bekleidungsstück integriert ist, muss das Signal zum Aktivieren des Signalgebers per Funk zum Helm oder Handschuh übertragen werden, zum Beispiel über Bluetooth.

Gemäß einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann der Signalgeber auch außerhalb des Bekleidungsstücks, wie zum Beispiel am Motorrad angeordnet sein. So kann beispielsweise ein Vibrator an einem Griff oder in der Sitzbank des Motorrads vorgesehen sein. Alternativ oder zusätzlich können auch Leuchtelemente oder Lautsprecher im Cockpit vorgesehen sein.

Das erfindungsgemäße Bekleidungsstück umfasst vorzugsweise eine

Energieversorgung, wie zum Beispiel eine Batterie, mit der die einzelnen Komponenten des Systems mit elektrischer Leistung versorgt werden können. Zum Aufladen der Energiequelle kann das Bekleidungsstück eine geeignete

Schnittstelle zum elektrischen Bordnetz des Motorrads aufweisen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein System zum Überwachen der Verfassung eines Motorradfahrers gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 2 ein System zum Überwachen der Verfassung eines Motorradfahrers gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Figur 1 zeigt eine schematische Blockdarstellung eines Systems zum

Überwachen der Verfassung eines Motorradfahrers, der hier schematisch als Block 1 dargestellt ist. Das System umfasst ein Bekleidungsstück 2, wie zum Beispiel einen Motorradhelm oder einen Motorradhandschuh, in dem ein

Pulssensor 3 integriert ist. Der Pulssensor 3 ist an einer Stelle angeordnet, an der Hautkontakt besteht, wenn das Bekleidungsstück 2 getragen wird.

Im Falle eines Motorradhelms kann der Pulssensor 3 beispielsweise am Kinngurt oder im Wangen- oder Stirnbereich angeordnet sein. Im Falle eines Motorradhandschuhs kann der Pulssensor 3 beispielsweise im Fingerbereich oder im Bereich des Handgelenks angeordnet sein.

Die Sensorsignale des Pulssensors 3 werden über eine Datenverbindung 7 an ein externes Steuergerät 4 übertragen, das die Signale mittels eines

entsprechenden Algorithmus 5 auswertet. Der Algorithmus ist dabei in der Lage, aus den Pulssignalen eine Aussage über den Verfassungszustand des Fahrers 1 zu treffen und insbesondere starke Müdigkeit oder Sekundenschlaf, eine gesundheitliche Beeinträchtigung, wie zum Beispiel ein erhöhtes Herzinfarktrisiko oder eine emotionale Belastung, wie zum Beispiel Anspannung oder Nervosität zu erkennen. Derartige Zustände lassen sich unter Berücksichtigung

medizinischer Aspekte grundsätzlich frei definieren und entsprechend erkennen.

Sobald ein kritischer Verfassungszustand erkannt wurde, sendet das Steuergerät 4 ein Aktivierungssignal über eine Schnittstelle 8 an einen Signalgeber 6, der den Fahrer 1 auf den kritischen Verfassungszustand aufmerksam macht.

Der Signalgeber 6 kann beispielsweise ein optisches oder akustisches, oder ein mechanisches Signal erzeugen, dass vom Motorradfahrer 1 haptisch erfasst werden kann. Der Signalgeber 6 kann beispielsweise einen Lautsprecher, ein Leuchtelement oder einen Vibrator enthalten.

Im Ausführungsbeispiel von Figur 1 ist der Signalgeber 6 im Bekleidungsstück 2 integriert. Im Falle eines Helms kann beispielsweise ein Vibrator im Bereich der Wangen oder der Stirn angeordnet sein. Alternativ oder zusätzlich könnte zum Beispiel auch ein Leuchtelement im Integralteil des Helms oder am Visier vorgesehen sein.

Im Falle eines Motorradhandschuhs kann zum Beispiel ein Vibrator im Bereich der Handfläche oder der Finger vorgesehen sein. Alternativ oder zusätzlich könnte auch ein Leuchtelement zum Beispiel auf dem Handschuhrücken oder ein Lautsprecher vorgesehen sein.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Auswerteeinheit 4 außerhalb des Bekleidungsstücks 2, zum Beispiel im Motorrad angeordnet. In diesem Fall müssten die Schnittstellen 7, 8 als drahtlose Schnittstellen ausgebildet sein. Die Auswerteeinheit 4 könnte alternativ auch im Bekleidungsstück mit integriert sein.

Figur 2 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Systems zum Überwachen der Verfassung eines Motorradfahrers. Gleiche Komponenten sind dabei mit den gleichen Bezugszeichen wie in Figur 1 bezeichnet. Das System umfasst wiederum ein Bekleidungsstück 2 mit einem Pulssensor 3, sowie eine

Auswerteeinheit 4 mit einem darin enthaltenem Algorithmus. Im Unterschied zu Figur 1 ist der Signalgeber 6 jedoch nicht im Bekleidungsstück 2 integriert.

Der Signalgeber 6 ist in diesem Fall z. B. ein Vibrator, der an einem Griff oder in der Sitzbank des Motorrads angeordnet ist. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Leuchtelement oder ein Lautsprecher im Cockpit vorgesehen sein. Wenn die Auswerteeinheit 4 Anzeichen für einen schlechten Verfassungszustand erkennt, wird der Fahrer 1 durch ein Signal des Signalgebers 6 darauf aufmerksam gemacht, dass die Fahrt besser pausiert werden sollte. Das Aktivierungssignal wird in diesem Fall über eine Funk-Schnittstelle 9 von der Auswerteeinheit 4 an den Signalgeber übertragen.