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Title:
LIGHT-DELIVERY UNIT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/027998
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a light-delivery unit (5) for the examination and/or treatment of an organic body, said light-delivery unit (5) having a minimally invasive rigid, semi-flexible or flexible insertion portion (11) that extends along a longitudinal direction (L) and has an LED (19) on its distal end. The light-delivery unit (5) has a first electric conductor (61a) for supplying the LED (19) with power, said conductor extending in the insertion portion (11) in the longitudinal direction (L) and having a cross-sectional area of at least 70% of the cross-sectional area of the light-delivery unit (5). The light-delivery unit (5), in the insertion portion (11), is heat-insulated in the radial direction such that the radial heat insulation decreases proximally.

Inventors:
WEBER BERND CLAUS (DE)
WIRTH MANFRED (DE)
Application Number:
PCT/DE2020/200069
Publication Date:
February 18, 2021
Filing Date:
August 13, 2020
Export Citation:
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Assignee:
WOLF GMBH RICHARD (DE)
International Classes:
A61N5/06
Foreign References:
US20160151639A12016-06-02
US20160213945A12016-07-28
US20140188035A12014-07-03
EP2449994A12012-05-09
Attorney, Agent or Firm:
VOLLMANN HEMMER LINDFELD (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Lichtapplikator (5) zur Untersuchung und/oder Behandlung von ei- nem organischen Körper, wobei der Lichtapplikator (5) einen mini- malinvasiven starren, semi-flexiblen oder flexiblen Einführabschnitt (1 1) aufweist, der sich entlang einer Längsrichtung (L) erstreckt und an seinem distalen Ende eine LED (19) aufweist, wobei der Lichtapplikator (5) einen ersten elektrischen Leiter (61a) zur Strom- versorgung der LED (19) aufweist, der sich im Einführabschnitt (1 1) in Längsrichtung (L) erstreckt und dort eine Querschnittsfläche von mindestens 70% der Querschnittsfläche des Lichtapplikators (5) hat, wobei der Lichtapplikator (5) im Einführabschnitt (1 1) in radiale Rich- tung derart wärmegedämmt ist, dass die radiale Wärmedämmung proximalwärts abnimmt.

2. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 1, wobei die radiale Wärme- dämmung im Einführabschnitt (11 ) proximalwärts stufenweise und/oder stetig abnimmt.

3. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Lichtappli- kator (5) im Einführabschnitt (11 ) mindestens eine radiale Wärmei- solationsschicht (75, 77, 79) aufweist, wobei die Gesamtdicke der mindestens einen Wärmeisolationsschicht (75, 77, 79} proximalwärts abnimmt.

4. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Lichtapplikator (5) im Einführabschnitt (1 1) eine Mehrzahl von radialen Wärmeisolationsschichten (75, 77, 79) aufweist, wobei die Anzahl der Wärmeisolationsschichten (75, 77, 79} proximalwärts abnimmt.

5. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Durchmesser des ersten Leiters (61a) in dem Maße zu- nimmt wie die radiale Wärmedämmung proximalwärts abnimmt.

6. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Querschnittsfläche des Lichtapplikators (5) über die Länge des Einführabschnitts (1 1 ) im Wesentlichen konstant ist.

7. Lichtapplikafor (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Lichtapplikator (5) im Einführabschnitt die Wärmeleitfä- higkeit des Materials der radialen Wärmedämmung proximalwärts abnimmt.

8. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner mit einem zweiten elektrischen Leiter (61b) zum Schließen ei- nes Stromkreises zur Stromversorgung der LED (19), wobei der zweite Leiter (61b) im Einführabschnitt(l 1) in einer Weise dünner als der erste Leiter (61a) ausgeführt ist, dass die Querschnittsfläche des zweiten Leiters (61 b) im Einführabschnitt weniger als 10% der Quer- schnittsfläche des Lichtapplikators (5) beträgt.

9. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 8, wobei der zweite elektrische Leiter (61b) im Einführabschnitt (1 1) in Form einer flachen flexiblen Platine oder eines dünnen Lackdrahtes an einer Seite des ersten Leiters (61a) elektrisch isoliert von diesem entlanggeführt ist.

10. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Leiter (61 a) zumindest abschnittsweise im Ein- führabschnitt (1 1) als flexibles Litzenbündel ausgebildet ist.

1 1. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Leiter (61a) außenseitig mindestens eine Vertiefung (80) und/oder Aufweitung (82) aufweist.

12. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Einführabschnitt (11) als starrer Nadelabschnitt ausgebil· det ist, wobei der erste Leiter (61a) den Einführabschnitt (11) ver- steift, und wobei der Lichtapplikator (5) einen proximalseitig mit dem Nadelabschnitt (11) fest verbundenen oder lösbar verbindba- ren Kabelabschnitt (7) aufweist. 13. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 12, wobei der erste Leiter (6ia) einen Kern (74) mit einem ersten Material und einen Mantel (76) mit einem zweiten Material aufweist, wobei das erste Material wärme- leitfähiger ist als das zweite Material und das zweite Material biege- steifer ist als das erste Material. 14. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 13, wobei das erste Material Kup- fer. Aluminium oder Silber und das zweite Material Stahl aufweist.

15. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Quer- schnittsfläche des Kerns (74) mehr als 40% der Querschnittsfläche des ersten Leiters (61a) beträgt. 16. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 13 bis 15, wobei die Querschnittsfläche des Kerns (74) das 0.8 bis 1 ,2-fache der Quer- schnittsfläche der LED (19) beträgt.

17. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Querschnittsfläche des ersten Leiters (61a) mindestens so groß wie die Querschnittsfläche der LED (19) ist.

18. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die LED (19) in elektrischem und wärmeleitendem Kontakt mit einer distalen Stirnfläche des ersten Leiters (61a) steht.

19. Lichtapplikator (5) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Einführabschnitt (11) eine sich zumindest teilweise distal- wärts von der LED ( 19) angeordnete und sich distalwärts verjüng- ende Nadelspitze mit einem lichttransparenten Streukörper (71) zur Streuung des Lichts der LED (19) aufweist.

20. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 19, wobei das Volumen der Na- delspitze im Wesentlichen vom Streukörper (71) ausgebildet wird und in einem spitzen und/oder kantenförmigen Nadelspitzenend- bereich (93) ein Verstärkungseiement (95) aufweist.

21. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 20, wobei der Streukörper (71 ) im Wesentlichen aus lichtstreuendem Kunststoff oder lichttransparen- tem Kunststoff mit lichtstreuenden Partikeln und das Verstärkungs- element (95) aus Metall ausgebildet ist.

22. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 20 oder 21, wobei das Verstär- kungselement (95) als in den Streukörper (71) zumindest teilweise eingebetteter Dorn oder als in den Streukörper (71) zumindest teil- weise eingebettete Klinge ausgeführt ist.

23. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 20 bis 22, wobei das Verstärkungseiement (95) zumindest teilweise distalwärts und/oder lateral aus dem Streukörper (71 ) herausragt.

24. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 23, wobei das Verstärkungsele- ment (95} in der radialen Mitte des Streukörpers (71) weiter distal- wärts aus dem Streukörper (71) herausragt als am radialen Außen- bereich des Streukörpers (71). 25. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 20 bis 24, wobei das

Verstärkungselement (95) lateralseitig eine spiegelnde Oberfläche aufweist.

26. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 19 bis 25, , wobei der Streukörper (95) in einer ersten Längsschnittebene (S 1 } in einem ers- ten Winkel (a) distalwärts spitz zuläuft und in einer zur ersten Längs- schnittebene (Sl) senkrecht liegenden zweiten Längsschnittebene (S2) in einem zweiten Winkel (ß) distalwärts spitz zuläuft, wobei der zweite Winkel (ß) spitzer ist als der.erste Winkel (a).

27. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 26, wobei das Verstärkungsele- ment (95) in der ersten Längsschnittebene (Sl) angeordnet ist und den darin verlaufenden kantenförmigen Nadelspitzenendbereich (93) verstärkt.

28. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 19 bis 27, wobei der Streukörper (71) polyedrisch ist mit einem ersten Streukörperab- schnitt (105), einem distal vom ersten Streukörperabschnitt (105) an- geordneten zweiten Streukörperabschnitt (107) und einem distal vom zweiten Streukörperabschnitt (107) angeordneten dritten Streukörperabschnitt (109), wobei der erste Streukörperabschnitt (105) einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt hat, wobei der zweite Streukörperabschnitt (107) einen im Wesentlichen acht- eckigen Querschnitt hat, und wobei der dritte Streukörperabschnitt (109) einen im Wesentlichen rautenförmigen Querschnitt hat.

29. Lichtapplikator (5) nach Anspruch 28, wobei das Verstärkungsele- ment (95) entlang der längsten Rautendiagonalen im dritten Streu- körperabschnitt (109) verläuft.

30. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 20 bis 29, wobei das Verstärkungselement (95) zumindest teilweise lateral aus dem Streu- körper (71 ) herausragt.

31. Lichtapplikator (5) nach einem der Ansprüche 20 bis 30, wobei das Verstärkungselement (95) als zwei im Querschnitt gekreuzt zueinan- der angeordnete Klingen ausgebildet ist.

Description:
Beschreibung [01] Die vorliegende Offenbarung betrifft einen Lichtapplikator zur Un- tersuchung und/oder Behandlung eines organischen Körpers, insbeson- dere zur photodynamischen Therapie (PDT) von pathologischem Ge- webe. [02] Es ist bekannt, Endoskope dazu zu nutzen, um Videoaufnahmen vom Inneren eines menschlichen oder tierischen Körpers zu Zwecken der medizinischen Diagnose und/oder Therapie zu machen. Dabei ist es ein ständiges Bestreben, den Einführabschnitt von Endoskopen möglichst dünn auszugestalten, damit möglichst kleine Hohlräume eingesehen werden können und das Gewebe dabei möglichst wenig in Mitleiden- schaft zu ziehen.

[03] Endoskope werden allerdings nicht nur dazu genutzt, um Bild- oder Videoaufnahmen zu machen, sondern auch als Diagnose- oder Therapiemittel selbst eingesetzt. Beispielsweise für die Detektion und Lo- kalisierung von prä- und frühmalignem Gewebe kann eine Fluoreszenz- Endoskopie eingesetzt werden, bei der es nicht auf eine natürliche Echt- farb-Darstellung des Gewebes ankommt, sondern lediglich auf eine Flu- oreszenzanregung, mit der sich pathologisches Gewebe von gesundem Gewebe unterscheiden lässt. Dabei kann das mittels Lichtstrahlung an- geregte pathologische Gewebe selbst oder eine auf pathologisches Gewebe hinweisende Bakterienansammlung spezifisch fluoreszieren und so gegenüber dem umliegenden gesunden Gewebe erkennbar lokali- siert werden. Die Fluoreszenz-Endoskopie kann beispielsweise im Rahmen einer photodynamischen Diagnose (PDD) und/oder photodynamischen Therapie (PDTJ mittels eines Photosensibilisators bzw. Markerstoffs (z.B. Chlorin e6) durchgeführt werden, der sich selektiv an pathologischem Gewebe anreichert.

[04] Bei der photodynamischen Therapie (PDT) wird Licht mittels eines Lichtapplikators unmittelbar auf oder sogar in pathologisches Gewebe appliziert, um lichtinduziert die Bildung von Sauerstoffradikalen mittels des örtlich begrenzt angereicherten Photosensibilisators bzw. Marker- stoffs zu fördern und dadurch das pathologische Gewebe, wie etwa ei- nen Tumor, zu zerstören. Typischerweise wird dazu Laserlicht in einen Lichtleiter eingekoppelt und zum Gewebe geleitet. Wenn das patholo- gische Gewebe flächig auf einer äußeren Oberfläche, z. B. die Haut, o- der einer inneren Oberfläche, z. B. Speiseröhreninnenfläche oder Darm- wandung, angeordnet ist, dann kann das Therapielicht relativ einfach ausgekoppelt und auf die pathologische Gewebefläche gestrahlt wer- den. Erstreckt sich allerdings das pathologische Gewebe über ein Volu- men, so kann wegen der begrenzten Eindringtiefe des Lichts in das Ge- webe nicht immer ein Tumor von „außen" effektiv bestrahlt werden. In diesem Fall ist die PDT besonders effektiv, wenn das Licht vom Inneren des pathologischen Gewebevolumens aus möglichst isotrop abgestrdhlt wird. Dazu muss der Lichtapplikator in das pathologische Gewebe ein- gestochen werden. Dies wird auch als interstitielle (durch innere Oberflä- chen) und/oder perkutane (durch die Haut) PDT bezeichnet.

[05] In der EP 2 449 994 Al ist beispielsweise beschrieben, wie ein Lichtapplikator in Form eines Laserlichtleiters in pathologisches Gewebe eingeschoben wird, nachdem der Weg für den Lichtleiter durch das Ge- webe mit einer Nadel vorgestochen wurde.

[06] Nachteilig an dieser bekannten Lösung ist einerseits, dass die Licht- auskopplung aus einem dünnen distalen Laserlichtleiterende nicht iso- trop, sondern stark distalwärts gebündelt ist. Andererseits ist der dünne Laserlichtleiter selbst sehr biegsam, wodurch er mittels einer starren Ka- nalführung möglichst weit bis zum pathologischen Gewebe geführt sein muss und nicht weit aus der Kanalführung geschoben werden kann, ohne dass er sich verbiegt. Es müssen beim Einstechen je nach Eindring- tiefe gegebenenfalls große Widerstände von zu durchdringendem ge- sundem und pathologischem Gewebe überwunden werden, sodass die mögliche Eindringtiefe bei der bekannten Lösung sehr begrenzt ist. Au- ßerdem ist die bekannte Lösung relativ komplex und teuer, sodass sie nicht als Einweg-Artikel zum einmaligen Gebrauch realisierbar ist. [07] Daraus ergibt sich die Aufgabe, einen kostengünstigeren

Lichtapplikator bereitzustellen, der eine effektivere Raumausleuchtung für interstitielle und/oder perkutane PDT erlaubt.

[08] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird zur Lösung dieses Problems ein Lichtapplikator zur Untersuchung und/o- der Behandlung von einem organischen Körper bereitgestellt, wobei der Lichtapplikator einen minimalinvasiven starren, semi-flexiblen oder flexib- len Einführabschnitt aufweist, der sich entlang einer Längsrichtung er- streckt und an seinem distalen Ende eine LED aufweist, wobei der Lichtapplikator einen ersten elektrischen Leiter zur Stromversorgung der LED aufweist, der sich im Einführabschnitt in Längsrichtung erstreckt und dort eine Querschnittsfläche von mindestens 70% der Querschnittsfläche des Lichtapplikators hat, wobei der Lichtapplikator im Einführabschnitt in radiale Richtung derart wärmegedämmt ist, dass die radiale Wärme- dämmung proximalwärts abnimmt.

[09] Bei dem hier offenbarten Lichtapplikator wird also kein Laserlicht- leiter eingesetzt, sondern das Therapielicht in situ am distalen Ende des Lichtapplikators durch eine miniaturisierte LED erzeugt, z. B. mit einer la- teralen Breite von weniger als 1 mm. Ein teurer Laser wird daher nicht benötigt. Die gewöhnliche Abstrahlcharakteristik einer LED gemäß ei- nem Lambert'schen Strahler deckt bereits ohne Hilfe einer optischen Komponente einen weitaus größeren Raumwinkel ab als eine Laserlicht- auskopplung aus einem Laserlichtleiter. Wird vorzugsweise die LED mit ei- ner optischen Komponente in Form eines Streukörpers distalseitig er- gänzt, so kann ein sehr großer Raumwinkel mit relativ homogen verteilter Leistung bestrahlt werden, um dem Ideal einer isotropen Raumausleuch- tung möglichst nah zu kommen. [10] Der hierin offenbarte Lichtapplikator nutzt den für die Stromversor- gung der LED notwendigen elektrischen Leiter dazu, den distalen Endab- schnitt des Lichtapplikators als proximalwärtigen Wärmeableiter zu nut- zen, indem er so dick ausgebildet ist. dass er einen Großteil der Quer- schnittsfläche des Lichtapplikators ausmacht. Prinzipiell bringt nämlich die In-Situ-Lichterzeugung mit einer LED den Nachteil mit sich, dass die LED Wärme erzeugt, die das Gewebe möglichst nicht in schädigender Weise erhitzen darf. Der relativ dicke elektrische Leiter fungiert hier zur Lösung dieses Problems als sehr guter Wärmeleiter in proximale Richtung. Mit der proximalwärts abnehmenden radialen Wärmedämmung wird die Wärme effizient proximalwärts über den elektrischen Leiter abgeführt, bevor Gewebe in schädigender Weise erhitzt wird. Der elektrische Leiter kann dazu optional proximalseitig gekühlt und/oder thermisch mit einer Wärmesenke gekoppelt sein. [11] Es wird also mit der proximalwärts abnehmenden radialen Wär- medämmung ein besonders effizientes Wärmemanagement erzielt, das bei möglichst geringem Materialaufwand einen proximalwärtigen Wär- metransport erlaubt, ohne dabei das angrenzende Gewebe in schädi- gender Weise zu erhitzen. Technisch besteht nämlich die Herausforde- rung darin, dass die LED eine relativ große Wärmeleistung erbringt und die LED ohne ausreichenden Wärmeabtransport sehr schnell Schaden nimmt oder zumindest die von ihr zu erbringende optische Leistung mit zunehmender Einschaltdauer abnimmt. Würde man einerseits zum Schutz des umgebenden Gewebes einfach eine sehr starke radiale Wär- medämmung über die gesamte Länge des Einführabschnitts vorsehen, würde die LED überhitzen und Schaden nehmen, oder zumindest die von ihr zu erbringende optische Leistung abnehmen. Würde man anderer- seits zum Schutz der LED einfach eine sehr schwache radiale Wärme- dämmung über die gesamte Länge des Einführabschnitts vorsehen, würde das umgebende Gewebe im Bereich der LED bzw. im Bereich des distalen Endes des Einführabschnitts zu stark erhitzt und thermisch be- dingten Schaden nehmen. Dies würde auch gesundes Gewebe betref- fen, wenn sich dieses genügend nahe der LED bzw. des distalen Endes des Einführabschnitts befindet, d.h. dass die die PDT in vorteilhafter Weise kennzeichnende Selektivität bei der Gewebezerstörung, wonach nur das pathologische Gewebe zerstört wird, bei solch einem Applikator verloren ginge. Außerdem können hohe Temperaturen am Gewebe entspre- chend starke Schmerzen verursachen, denen ggf. mit einer Narkotisie- rung des Patienten begegnet werden müsste, was zusätzlichen Aufwand für den Anwender und zusätzliche Belastung für den Patienten bedeu- tete. Als Lösung dieses Problems wird mittels der proximalwärts abneh- menden radialen Wärmedämmung ein proximalwärtiger Wärmefluss er- zielt, der zum einen die LED vor Überhitzung schützt und die laterale Wär- meabgabe an das umgebende Gewebe insoweit proximalwärts über den Einführabschnitt verteilt, dass sich das umgebende Gewebe nur noch in vertretbarem Maße erhitzt.

[12] Der hierin offenbarte Lichtapplikator kann sehr günstig hergestellt werden und somit als steriler Einweg-Artikel zum einmaligen Gebrauch realisiert werden, was aufwendige Reinigungen und Sterilisationen beim Anwender obsolet macht. Bei größeren Tumoren oder ganzen patholo- gischen Organen oder Organbereichen kann eine Mehrzahl an hierin of- fenbarten Lichtapplikatoren gleichzeitig für die PDT eingesetzt werden, indem sie verteilt über das gesamte Organ eingestochen werden, um das gesamte Organ homogen auszuleuchten. Da sich der Photosensibi- lisator bzw. Markerstoff (z.B. Chlorin e6) selektiv nur in pathologischem Gewebe anreichert und dort unter dem Lichteinfluss reagiert, wird ge- sundes Gewebe durch das Licht nicht beschädigt. Zum einen muss das pathologische Gewebe dann zuvor nicht mehr so genau lokalisiert wer- den und zum anderen wird das Risiko verringert, dass pathologisches Ge- webe unbemerkt untherapiert bleibt. Für die perkutane PDT mit mehre- ren Lichtapplikatoren kann es sinnvoll sein, eine flächig vor oder auf die Haut des Patienten platzierbare und/oder klebbare, ggf. organspezifi- sche Schablone bzw. Template, mit organspezifischen Markierungen und/oder Durchbrechungen bereitzustellen, um einem Anwender damit Einstichstellen, -winkel und/oder -tiefen für die Lichtapplikatoren anzuzei- gen und eine möglichst vollständige Ausleuchtung eines Organs zu er- zielen.

[13] Der Lichtapplikator kann allerdings nicht nur für die Behandlung, also Therapie eingesetzt werden, sondern auch für die Untersuchung, also die Diagnose. Insbesondere im Zusammenspiel mit einem Endoskop kann die durch den Lichtapplikator erzeugte Fluoreszenz eines an patho- logischem Gewebe angereicherten Photosensibilisators bzw. Marker- stoffs (z.B. Chlorin e6) beobachtet werden.

[14] Der Lichtapplikator kann durch einen Arbeitskanal eines endosko- pischen Instruments geschoben werden und am distalen Ende mit sei- nem Einführabschnitt in das Gewebe gestochen werden, was vorzugs- weise mit einem distalseitigen Bildsensor am endoskopischen Instrument beobachtbar ist. Dies ist insbesondere für die interstitielle PDT sinnvoll, in- wenn beispielsweise durch natürliche Körperöffnungen, wie etwa Darm, Harnleiter, Speise- oder Luftröhre der Weg zum Tumor mittels eines endo- skopischen Instruments verkürzt werden kann. Der Lichtapplikator kann allerdings auch ganz ohne endoskopisches Instrument beispielsweise für die perkutane PDT verwendet werden, bei der der Einführabschnitt bei- spielsweise CT- oder ultraschallunterstützt von außen durch die Haut bis in das pathologische Gewebe gestochen wird. Der Einführabschnitt kann vorzugsweise eine oder mehrere abstrakte oder konkrete laterale Längenmarkierungen aufweisen, die dem Anwender beim Einstechen eine relative oder absolute Einstichtiefe vermitteln. [15] Optional kann die radiale Wärmedämmung im Einführabschnitt proximalwärts stufenweise und/oder stetig abnehmen. Bei einer stufen- weisen proximalwärtigen Abnahme der Wärmedämmung weist der Ein- führabschnitt vorzugsweise zwei oder mehr Stufen der Wärmedämmung auf, die distal vom proximalen Ende des Einführabschnitts angeordnet sind. Die radiale Wärmedämmung, d.h. der thermische Widerstand R th = in radiale Richtung, welcher die einen Wärmefluss in radiale

Richtung bewirkende Temperaturdifferenz dT bestimmt, ist durch die Di- cke und die Wärmeleitfähigkeit des Materials der Wärmedämmung be- stimmt. Die Wärmedämmung kann aus einer oder mehreren Wärme- dämmschichten gebildet sein, wobei eine Mehrzahl an Wärmedämm- schichten aus jeweils gleichen oder aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten gebildet sein kann. Bei ei- nem kreisförmigen Querschnitt des Einführabschnitt kann der thermische

Widerstand einer Wärmedämmschicht in radiale Richtung nä- herungsweise durch folgende Formel dargestellt werden: wobei r o der Außenradius der Wärmedämmschicht, n der Innenradius der Wärmedämmschicht, L die Länge der Wärmedämmschicht in Längsrich- tung des Einführabschnitts und l die Wärmeleitfähigkeit der Wärme- dämmschicht ist. Für eine Wärmedämmschicht aus PET kann die Wärme- leitfähigkeit beispielsweise bei unter 0,3 W/(Km) bei 20°C liegen. Bei einer Mehrzahl von Wärmedämmschichten können die einzelnen Beiträge Rm jeder Wärmedämmschicht zur gesamten Wärmedämmung addiert wer- den.

[16] Die radiale Wärmedämmung im Einführabschnitt, d.h. der therrhi- sehe Widerstand R th = in radiale Richtung, an der LED ist vorzugsweise mindestens doppelt hoch wie um das 10-fache des Lichtapplikator- durchmessers an der LED in proximale Richtung entfernt von der LED. Um das 20-fache des Lichtapplikatordurchmessers an der LED in proximale Richtung entfernt von der LED kann die Wärmedämmung auf weniger als ein Drittel reduziert sein gegenüber der radialen Wärmedämmung an der LED. Wenn also der Lichtapplikatordurchmesser an der LED 1 mm be- trägt, so wäre die radiale Wärmedämmung im Abstand von 1 cm von der LED in proximale Richtung nur noch maximal halb so stark wie an der LED. Im Abstand von 2 cm von der LED in proximale Richtung betrüge dann die radiale Wärmedämmung nur noch höchstens 33% der radialen Wärmedämmung an der LED.

[17] Optional kann der Lichtapplikator im Einführabschnitt mindestens eine radiale Wärmedämmschicht aufweisen, wobei die Gesamtdicke der mindestens einen Wärmedämmschicht proximalwärts abnimmt. Da- bei kann die Gesamtdicke der mindestens einen Wärmedämmschicht proximalwärts abnehmen und/oder deren Anzahl. Zusätzlich oder alter- nativ dazu kann die Wärmeleitfähigkeit des Materials der Wärmedäm- mung proximalwärts zunehmen, d.h. es können in Längsrichtung des Ein- führabschnitts unterschiedliche Wärmedämmmaterialien angeordnet sein. [18] Optional kann der Durchmesser des ersten Leiters in dem Maße zunehmen wie die radiale Wärmedämmung proximalwärts abnimmt. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Gesamtdicke der min- destens einen Wärmedämmschicht proximalwärts abnimmt und die Querschnittsfläche des Lichtapplikators über die Länge des Einführab- schnitts im Wesentlichen konstant ist. Dort, wo die Wärmedämmung dün- ner ist, kann also der erste Leiter entsprechend dicker ausgestaltet sein, um den thermischen Widerstand des ersten Leiters in proximale Richtung, der sich reziprok zur Querschnittsfläche des ersten Leiters verhält, zu ver- ringern.

[19] Optional kann im Einführabschnitt die Wärmeleitfähigkeit des Ma- terials der radialen Wärmedämmung proximalwärts zunehmen. Es kön- nen also in Längsrichtung verteilt über den Einführabschnitt unterschied- liehe Materialien die Wärmedämmung bilden und/oder es erstrecken sich bestimmte Wärmedämmschichten nur über bestimmte Längenab- schnitte des Einführabschnitts.

[20] Optional kann der für die Stromversorgung der LED notwendige elektrische Leiter dazu genutzt werden, den Einführabschnitt des Lichtapplikators zu einem Nadelabschnitt zu versteifen, indem er starr ausgebildet ist. Der distale Endabschnitt des Lichtapplikators ist damit selbst eine relativ biegesteife Nadel mit im Vergleich zum Laserlichtleiter weitaus größerer möglicher Eindringtiefe, ohne dass er sich beim Einste- chen unter den Widerstand des Gewebes verbiegt. Mit Biegesteifheit sei in dieser Offenbarung auch eine Torsionssteifheit gemeint. Das heißt, dass sich die Nadel nicht nur weniger verbiegt, sondern auch weniger ver- dreht.

[21] Optional kann der Lichtapplikator ferner einen zweiten elektri- schen Leiter zum Schließen eines Stromkreises zur Stromversorgung der LED aufweisen, wobei der zweite Leiter im Einführabschnitt in einer Weise dünner als der erste Leiter ausgeführt ist, dass die Querschnittsfläche des zweiten Leiters im Einführabschnitt weniger als 10% der Querschnittsflä- che des Lichtapplikators beträgt. Optional kann dabei der zweite elekt- rische Leiter im Einführabschnitt in Form einer flachen flexiblen Platine o- der als einfacher, dünrier Lackdraht an einer Seite des ersten Leiters elektrisch isoliert von diesem entlanggeführt sein.

[22] Optional ist die LED an einer distalen Stirnseite des ersten Leiters angeordnet, sodass die Hauptabstrahlrichtung der LED distalwärts in Längsrichtung des Lichtapplikators verläuft. Die LED steht vorzugsweise sowohl in elektrisch leitendem als auch in wärmeleitendem Kontakt mit der distalen Stirnseite des ersten Leiters.

[23] Optional kann der Einführabschnitt zur Stromversorgung proximal- seitig mit einem Kabelabschnitt lösbar miteinander verbindbar oder fest miteinander verbunden sein. Es kann für die modulare Produktion vorteil- haft sein, wenn der Einführabschnitt und der Kabelabschnitt lösbar mitei- nander verbindbar sind, wenn der Einführabschnitt je nach Anwen- dungsfall anderen Anforderungen genügen muss, wohingegen der Ka- belabschnitt für mehrere Anwendungsfälle gleich ausgestaltet sein kann. Außerdem kann ein Nadelabschnitt, von dem der Kabelabschnitt ge- trennt oder noch nicht angeschlossen wurde, die Handhabung des Na- delabschnitts beim Vorgang des Platzierens des Nadelabschnitts im Ge- webe vereinfachen. Eine feste Verbindung kann von Vorteil sein, wenn beispielsweise im Kabelabschnitt Identifikationsmittel, wie etwa eine me- chanische oder digitale Steckerkennung, vorgesehen sind, die eine au- tomatische Identifikation des Lichtapplikators errhöglichen.

[24] Optional kann der erste Leiter einen Kern mit einem ersten Mate- rial und einen Mantel mit einem zweiten Material aufweisen, wobei das erste Material wärmeleitfähiger ist als das zweite Material und das zweite

Material biegesteifer ist als das erste Material. Das erste Material kann beispielsweise Kupfer, Aluminium oder Silber und das zweite Material Stahl oder eine andere Legierung mit einem vergleichsweise hohen Elas- tizitätsmodul aufweisen. Bei dieser bevorzugten Ausführungsform wird mit dem vergleichsweise harten Mantelmaterial, z.B. Stahl, bei möglichst ge- ringem Materialaufwand eine hohe Biegesteifigkeit für den Nadelab- schnitt erzielt. Der Kern aus wärmeleitfähigerem Material, z.B. Kupfer, Alu- minium oder Silber, kann damit einen möglichst großen Querschnittsan- teil des ersten Leiters ausmachen, ohne die Biegesteifigkeit signifikant zu beeinträchtigen. Damit wird ein guter Kompromiss zwischen Biegesteifig- keit und proximalwärtiger Wärmeleitfähigkeit erzielt. Vorzugsweise be- trägt die Wärmeleitfähigkeit des Kerns mindestens das Vierfache der Wärmeleitfähigkeit des Mantels. Die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer und Silber als Kern kann beispielsweise mehr als 400 W/(Km) bei 20°C betra- gen, diejenige von Aluminium mehr als 200 W/(Km), wogegen die Wär- meleitfähigkeit von Stahl als Mantel deutlich unter 100 W/(Km), üblicher- weise im Bereich von 50 W/(Km), bei 20°C liegt.

[25] Optional kann die Querschnittsfläche des Kerns mehr als 40% der Querschnittsfläche des ersten Leiters betragen. Vorzugsweise hat der Kern einen möglichst großen Querschnittsanteil am ersten Leiter, um möglichst viel Wärme von der LED proximalwärts abführen zu können. Der Querschnittsanteil des Mantels ist möglichst klein, allerdings groß ge- nug, um eine ausreichende Biegesteifigkeit zu erzielen. Der Mantel kann beispielsweise eine Dicke von etwa 50 pm bis 300 pm haben, während der Kern einen Durchmesser von etwa 1 mm haben kann.

[26] Optional kann die Querschnittsfläche des Kerns das 0,8 bis 1,2-fa- che der Querschnittsfläche der LED betragen. Die Designfreiheit, den Lichtapplikator möglichst dünn und damit minimalinvasiv auszugestal- ten, kann durch die laterale Breite und Form der momentan am Markt verfügbaren bzw. herstellbaren kleinstmöglichen LEDs begrenzt sein. Es ist daher vorteilhaft, den Durchmesser des ersten Leiters oder dessen Kerns im Wesentlichen der laterale Breite der LED anzupassen. Dann kann die LED über ihre gesamte Querschnittsfläche besonders effektiv proxi- malwärts Wärme an den ersten Leiter oder dessen Kern abgeben, ohne den Lichtapplikator insgesamt unnötig verdicken zu müssen. Die Quer- schnittsform des ersten Leiters und/oder dessen Kerns kann ebenfalls an die Querschnittsform der LED angepasst sein. Beispielsweise kann bei ei- ner rechteckigen oder quadratischen Querschnittsform der LED auch der erste Leiter und/oder dessen Kern eine entsprechend rechteckige oder quadratische Querschnittsform aufweisen.

[27] Optional kann die Querschnittsfläche des ersten Leiters mindes- tens so groß wie die Querschnittsfläche der LED sein. Der dünne und bie- gesteife Mantel kann dabei die LED lateral einfassen, also ein Stück weit hülsenförmig distalwärts über den Kern hinausragen. Der erste Leiter kann beispielweise eine runde Querschnittsform aufweisen mit einem Durch- messer, der mindestens der Querschnittsdiagonalen einer rechteckigen oder quadratischen LED entspricht.

[28] Optional kann der Kern mit dem ersten Material mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit als Hinleiter und der Mantel mit dem zweiten Material mit einem hohen Elastizitätsmodul als Rückleiter genutzt werden oder umgekehrt. Dabei können Kern und Mantel durch eine dünne, elektrisch nichtleitende Schicht, die zwischen den beiden Komponenten angeord- net sein kann, gegeneinander elektrisch isoliert sein. Dies hat den Vorteil, dass im Bereich des Nadelabschnitts auf einen separat ausgeführten zweiten elektrischen Leiter, d.h. auf einen zweiten elektrischen Leiter, der als zusätzliche Komponente ausgeführt ist, verzichtet werden kann, was den Durchmesser des Nadelabschnitts als demjenigen Teil, welcher in den Körper eingeführt wird, in vorteilhafter Weise reduzieren kann.

[29] Optional kann der Einführabschnitt eine sich zumindest teilweise distalwärts von der LED angeordnete und sich distalwärts verjüngende Nadelspitze mit einem lichttransparenten Streukörper zur Streuung des Lichts der LED aufweisen. Vorzugsweise weist die Nadelspitze einen hül- senförmigen proximalen Abschnitt auf, der die LED und vorzugsweise ei- nen distalen Teil des ersten Leiters lateral umgibt und zumindest teilweise eine radiale Wärmedämmung an der LED bildet. Der lichttransparente Streukörper und der hülsenförmige proximale Abschnitt können beispiels- weise im Wesentlichen einstückig aus Kunststoff, beispielsweise aus Epo- xidharz, gebildet sein, wobei das Epoxidharz eine Wärmeleitfähigkeit von beispielsweise unter 2 W/(Km) bei 20°C haben kann. Der hülsenförmige proximale Abschnitt der Nadelspitze kann wiederum ganz oder teilweise von einer oder mehreren Wärmedämmschichten umgeben sein. Der hül- senförmige proximale Abschnitt der Nadelspitze kann zur sicheren Befes- tigung der Nadelspitze am ersten Leiter des Einführabschnitts dienen.

[30] Optional kann eine zusätzliche Verbesserung der Befestigungssi- cherheit dadurch erreicht werden, dass der erste Leiter außenseitig min- destens eine Vertiefung oder Aufweitung aufweist, beispielweise als lo- kale Querschnittsverjüngung oder -Vergrößerung. Dadurch wird erreicht, dass der hülsenförmige proximale Abschnitt der Nadelspitze mit dem ers- ten Leiter einen Formschluss bilden kann. Die Nadelspitze kann als Kunst- stoffgussteil oder als Kunststoffspritzgussteil ausgebildet sein, das bei- spielsweise durch Umspritzen oder Umgießen mit der außenseitigen Ver- tiefung oder Aufweitung des Leiters einen Formschluss mittels eines Hin- terschnitts bilden kann.

[31 ] Optional kann das Volumen der Nadelspitze im Wesentlichen vom Streukörper ausgebildet sein und in einem spitzen und/oder kantenförmi- gen Nadelspitzenendbereich ein Verstärkungseiement aufweisen. Dies ist besonders vorteilhaft, um eine möglichst scharfe und damit minimal- invasive lichttransparente Nadelspitze bereitzustellen, die sowohl sicher als auch kostengünstig ist. Der Werkstoff dieses Verstärkungselements kann vorzugsweise einerseits eine hohe Festigkeit und andererseits eine hohe Zähigkeit aufweisen. Die hohe Festigkeit ist vorteilhaft für scharfe und dementsprechend dünne, aber dennoch stark belastbare Kanten und/oder Spitzen. Die hohe Zähigkeit ist vorteilhaft, um bei potenzieller Überbelastung der scharfen Kanten und/oder Spitzen ein Abbrechen von Kanten-/Spitzenteilen zu vermeiden. Dies stellt insbesondere ein Problem bei Materialien mit hoher Sprödigkeit, wie etwa Glas, dar. Ein Werkstofftyp, der beide Eigenschaften, d.h. hohe Festigkeit und hohe Zä- higkeit, vereinen kann, ist beispielsweise Metall. Würde ein sprödes Glas verwendet, wäre der Nadelspitzenendbereich bei Belastung nicht sicher gegen ein Abbrechen. Ein transparenter Kunststoff wie Epoxidharz ist nicht hart genug, also zu biegsam, um ihn im Nadelspitzenendbereich scharf genug auszubilden, ohne dass er sich bei Belastung im Nadelspit- zenendbereich verbiegen würde. Durch das Verstärkungselement kann der Nadelspitzenendbereich so verstärkt werden, dass ein günstig her- stellbarer transparenter Kunststoff wie Epoxidharz als Basismaterial für den Streukörper der Nadelspitze verwendet werden kann. Da ein solcher Kunststoff relativ einfach gegossen, spritzgegossen, oder in vergleichba- rer anderer Form verarbeitet werden kann, ist es im Gegensatz zu Glas, Kristall, usw. auch möglich, den oben beschriebenen Formschluss zur Ver- besserung der Befestigungssicherheit der Nadelspitze am Applikator zu erzielen, indem die Nadelspitze beispielsweise durch Umspritzen oder Umgießen der LED und eines distalen Abschnitts des ersten Leiters ge- formt wird.

[32] Optional kann der Streukörper im Wesentlichen aus lichttranspa- rentem Kunststoff mit lichtstreuenden Partikeln und das Verstärkungsele- ment aus Metall, beispielsweise Stahl, ausgebildet sein. Der Anteil der Querschnittsfläche der Nadelspitze, der vom nicht lichttransparentem Verstärkungseiement eingenommen wird, kann vernachlässigbar klein sein, z. B. unter 15% liegen.

[33] Optional kann das Verstärkungseiement als ein in den Streukörper zumindest teilweise eingebetteter Dorn oder als in den Streukörper zu- mindest teilweise eingebettete Klinge ausgeführt sein. Die jeweils bevor- zugte Ausgestaltung kann von der Anwendung abhängen. Bei einer per- kutanen PDT an einem Prostatakarzinom kann es beispielsweise sein, dass der Lichtapplikator auf dem Weg zum Prostatakarzinom gesunde Ner- venbahnen oder andere sensible Gefäße passiert, die nicht verletzt oder durchtrennt werden sollen. Eine dornförmige Ausführung des Verstär- kungselements kann dann das Risiko einer ungewollten Verletzung von gesundem Gewebe, Nerven oder Gefäßen signifikant verringern. Bei ei- ner perkutanen PDT an einem Mammakarzinom hingegen könnte die Verletzung oder Durchtrennung von gesundem Fettgewebe weniger problematisch sein und eine klingenförmige Ausführung des Verstär- kungselements den Widerstand beim Einstechen verringern, die Narben- bildung reduzieren und den Heilungsprozess verbessern.

[34] Optional kann das Verstärkungselement zumindest teilweise dis- talwärts und/oder lateral aus dem Streukörper herausragen. Dann wirkt das Verstärkungselement hauptsächlich als Einstichnadel oder -klinge und weniger der Nadelspitzenendbereich des Streukörpers selbst, in den es zumindest teilweise eingebettet ist. Das metallische Verstärkungsele- ment kann dann distalseitig sehr spitz und/oder scharf wie ein Skalpell ausgebildet sein.

[35] Optional kann das Verstärkungselement in der radialen Mitte des Streukörpers weiter distalwärts aus dem Streukörper herausragen als am radialen Außenbereich des Streukörpers. Damit kann insbesondere bei einer klingenförmigen Ausführungsform eine zentrale Spitze erreicht wer- den, von der sich Klingenabschnitte schräg in radial-proximale Richtung erstrecken, um beim Einstechen des Lichtapplikators einen guten Schneid-effekt ohne lateralen Abdrift zu erzielen. Des Weiteren reduziert eine solche Maßnahme die vom Anwender aufzubringende Kraft beim Einführen und Vorschieben des Applikators in das Gewebe. [36] Optional kann das Verstärkungselement lateralseitig eine spie- gelnde Oberfläche aufweisen. Dadurch wird die ohnehin geringe Beein- trächtigung der Lichtabstrahlung durch das nicht lichttransparente Ver- stärkungselement weiter verringert.

[37] Optional kann der Streukörper in einer ersten Längsschnittebene in einem ersten Winkel distalwärts zulaufen und in einer zur ersten Längs- schnittebene senkrecht liegenden zweiten Längsschnittebene in einem zweiten Winkel distalwärts zulaufen, wobei der zweite Winkel spitzer ist als der erste Winkel. In der ersten Längsschnittebene kann beispielsweise die Haut und das Gewebe geschnitten werden, während die Einstichöff- nung in der zweiten Längsschnittebene vom Streukörper lediglich aufge- weitet wird. Dies wird durch stumpfe Kantenwinkel in der zweiten Längs- schnittebene begünstigt. Dies kann den Heilungsprozess verbessern und die Narbenbildung reduzieren. Optional kann dabei das Verstärkungs- element in der ersten Längsschnittebene angeordnet sein und den darin verlaufenden kantenförmigen Nadeispitzenendbereich verstärken. Ist die Kante des Verstärkungselements entsprechend scharf ausgeführt, begünstigt dies zusätzlich die Schneidwirkung in der ersten Längsschnitt- ebene.

[38] Optional kann der Streukörper polyedrisch sein mit einem ersten Streukörperabschnitt, einem distal vom ersten Streu körperabschnitt an- geordneten zweiten Streukörperabschnitt und einem distal vom zweiten Streukörperabschnitt angeordneten dritten Streukörperabschnitt, wobei der erste Streukörperabschnitt einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt hat, wobei der zweite Streukörperabschnitt einen im Wesent- lichen achteckigen Querschnitt hat, und wobei der dritte Streukörperab- schnitt einen im Wesentlichen rautenförmigen Querschnitt hat. Beim Ein- stich des distalseitigen dritten Streukörperabschnitts weitet sich die im Wesentlichen rautenförmige Einstichöffnung in Richtung beider Rauten- diagonalen auf, wobei vorzugsweise das Verstärkungselement die Ein- stichöffnung entlang der längeren Rautendiagonalen aufschneidet. So- bald der zweite mittlere Streukörperabschnitt die Einstichöffnung er- reicht, ist die maximale Öffnung entlang der längeren Rautendiagona- len bereits erreicht und die Einstichöffnung wird mit achteckigem Quer- schnitt senkrecht zur Schnittebene des Verstärkungselemente geweitet. Da vorzugsweise alle Winkel derjenigen Kanten, die nicht das Verstär- kungselement enthalten, stumpf sind, findet in der Richtung senkrecht zur Ebene mit dem Verstärkungselement im Wesentlichen nur noch eine Dehnung/Weitung des Gewebes und kein Schnitt statt. Der proximale erste Streukörperabschnitt hat dann den im Wesentlichen quadratischen Querschnitt des Einführabschnitts, sodass dann die Einstichöffnung die maximale Größe zum Einführen des Einführabschnitts erreicht hat. Es hat sich gezeigt, dass die Heilung einer derart gebildeten Einstichöffnung mit weniger Narbenbildung einhergeht.

[39] Optional kann das Verstärkungselement als zwei im Querschnitt gekreuzt zueinander angeordnete Klingen ausgebildet sein. Diese Aus- führungsform kann für besonders festes Gewebe vorteilhaft sein, das we- niger dehnbar ist und besser verheilt, wenn es gekreuzt geschnitten wird als wenn es gedehnt wird.

[40] Die Begriffe „distalwärtig“ bzw. „proximalwärtig“ sollen hierin eine relative Position bedeuten, die sich distal bzw. proximal von einem An- wender des Systems als Bezugsposition befindet. Die Begriffe „distalsei- tig“ bzw. „proximalseitig“ sollen hierin entsprechend eine Position an ei- ner distalen bzw. proximalen Seite eines Gegenstands bedeuten. Die Be- griffe „distalwärts“ bzw. „proximalwärts“ soll hierin entsprechend eine Richtung bedeuten, die sich nach distal bzw. proximal erstreckt.

[41 ] Die Offenbarung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnun- gen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungs- form eines hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer anderen beispielhaften Aus- führungsform eines hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform eines hierin offenbarten Lichtappli- katorsystems:

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines anderen Beispiels eines Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform eines hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 5 eine schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Aus- führungsform eines hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 6 eine schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Aus- führungsform eines hierin offenbarten Lichtapplikators;

Fig. 7 eine schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Aus- führungsform eines hierin offenbarten Lichtapplikators;

Fig. 8 eine schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Aus- führungsform eines hierin offenbarten Lichtapplikators;

Fig. ?a,b einen schematischen Längsschnitt und eine schematische Draufsicht auf einen ersten Leiter mit distalseitiger LED eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems; Fig. 10a,b einen schematischen Längsschnitt und eine schematische Draufsicht auf einen ersten Leiter mit distalseitiger LED eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften anderen Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 1 la-d schematische Darstellungen eines Einführabschnitts vier weite- rer beispielhafter Ausführungsformen eines hierin offenbarten Lichtappli- kators;

Fig. 12a-c schematische Darstellungen der distalen Spitze eines mögli- chen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin of- fenbarten Lichtapplikatorsystems;

Fig. 13 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems während des Betriebs;

Fig. i 4 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems mit zwei verschiedenen Detailvarianten;

Fig. 15 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems mit vier verschiedenen Detailvarian- ten;

Fig. 16 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems beim Einstich in die Haut eines Patienten;

Fig. 17 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikaforsystems beim Einstich in die Haut eines Pati- enten;

Fig. 18 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems beim Einstich in die Haut eines Pati- enten;

Fig. 19 einen schematischen Querschnitt der distalen Spitze eines mögli- chen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin of- fenbarten Lichtapplikatorsystems mit zwei verschiedenen Detailvarian- ten;

Fig. 20 eine schematische Darstellung eines Verstärkungselements einer distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Aus- führungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems mit drei ver- schiedenen Detailvarianten;

Fig. 21 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin offen- barten Lichtapplikatorsystems beim Einstich in die Haut eines Patienten;

Fig. 22 einen schematischen Querschnitt der distalen Spitze eines mögli- chen Lichtapplikators einer beispielhaften Ausführungsform des hierin of- fenbarten Lichtapplikatorsystems mit drei verschiedenen Detailvarian- ten;

Fig. 23 eine schematische Darstellung eines Verstärkungselements einer distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer beispielhaften Aus- führungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems; Fig. 24 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems mit Hautöffnung beim Einstich in fünf verschiedenen Phasen;

Fig. 25 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems mit zwei verschiedenen Detailvarian- ten;

Fig.26 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems mit zwei verschiedenen Detailvarian- ten; und

Fig.27 eine schematische Darstellung der distalen Spitze eines möglichen Lichtapplikators einer anderen beispielhaften Ausführungsform des hierin offenbarten Lichtapplikatorsystems. [42] Fig. 1 zeigt ein Lichtapplikatorsystem i mit einer Lichtapplikatorbe- triebseinheit 3 und einem auswechselbaren Lichtapplikator 5. Der Lichtapplikator 5 besteht im Wesentlichen aus einem flexiblen Kabelab- schnitt 7, der sich von einem proximalseitigen Stecker 9 zu einem distal- seitigen Einführabschnitt 11 erstreckt. Der Einführabschnitt 1 1 ist im Ge- gensatz zum Kabelabschnitt 7 der Abschnitt des Lichtapplikators 5, der dazu vorgesehen ist. in organisches Gewebe eines Körpers 13 eingesto- chen zu werden. Der Lichtapplikator 5 ist hier für die perkutane RDT ge- eignet und im PDT-Betrieb gezeigt. Der Einführabschnitt 1 1 ist hier als star- rer Nadelabschnitt ausgestaltet, der beispielsweise CT- oder ultraschall- unterstützt von außen durch die Haut 13 eines Patienten und darunterlie- gendes gesundes Gewebe 15 mit der distalen Spitze in pathologisches Körpergewebe 17, z. B. einen malignen Tumor, gestochen ist. [43] An der distalen Spitze weist der Einführ- bzw. Nadelabschnitt 11 eine distalseitige LED 19 zur In-Situ-Erzeugung von Anregungslicht für die PDT auf. Wird beispielsweise Chlorin e6 als Sensibilisator für die PDT einge- setzt, kann die dazu speziell ausgelegte LED 19 im Wellenlängenbereich von 660-670 nm Anregungslischt möglichst isotrop aussenden. Das Chlo- rin e6, das sich als Sensibilisator zuvor im pathologisches Körpergewebe 17 selektiv angereichert hat, produziert durch die Lichteinwirkung Saüer- stoffradikale, die das pathologisches Körpergewebe 17 zerstören. Da sich das Chlorin e6 nicht im gesunden Gewebe 15 anreichert, bleibt das gesunde Gewebe 15 vom Licht im Wesentlichen unbeeinflusst.

[44] Die LED 19 wird über einen elektrischen Leiter im Kabelabschnitt 7 und Einführabschnitt 1 1 von der Lichtapplikatorbetriebseinheit 3 mit Strom versorgt. Der proximalseitige Stecker 9 des Lichtapplikators 5 ist dazu in einen Anschluss 21 an der Lichtapplikatorbetriebseinheit 3 ge- steckt. Zur Stromversorgung des Lichtapplikators 5 weist die Lichtappli- katorbetriebseinheit 3 ein elektrisches Versorgungsmodul 23 auf, das dazu eingerichtet ist, am Anschluss 21 einen bestimmten Betriebsstrom für den anschließbaren Lichtapplikator 5 bereitzustellen. Außerdem weist die Lichtapplikatorbetriebseinheit 3 ein Steuerungsmodul 25 auf, das dazu eingerichtet ist, den Stecker 9 zu identifizieren und das Versorgungs- modul 23 anzuweisen einen entsprechenden Betriebsstrom bereitzustel- len.

[45] Der Anschluss 21 kann beispielsweise eine Steckerleiste mit einer Mehrzahl von Steckplätzen sein, wobei als Identifikationsmittel in Form ei- ner mechanischen Kennung nur bestimmte Steckerformen in bestimmte Steckplätze passen, sodass bei eingestecktem Stecker 9 eindeutig be- stimmt ist, welcher Typ von Lichtapplikator 5 sich an einem Steckplatz be- findet. Das Steuerungsmodul 25 kann dann festgelegte Betriebsparame- ter (Strom, Spannung, Betriebsdauer, usw.) pro Steckplatz vorsehen. Al- ternativ oder zusätzlich kann der Applikatortyp als Identifikationsmittel in Form einer signafbasierten Kennung vom Steuerungsmodul 25 auslesbar im Stecker 9 gespeichert sein und das Versorgungsmodul 23 entspre- chend angesteuert werden. Bei einer signalbasierten Kennung kann sich der Lichtapplikator 5 selbst aktiv beim Steuerungsmodul 25 „anmelden“ und identifizieren und/oder passiv vom Steuerungsmodul 25 abgefragt werden. Es kann auch eine vorhergehende Benutzung des Lichtapplika- tors 5 im Steuerungsmodul 25 und/oder im Stecker 9 abgespeichert sein, sodass nur eine einmalige Verwendung des Lichtapplikators 5 erlaubt werden kann.

[46] In Fig. 2 weist das Lichtapplikatorsystem 1 eine Mehrzahl von Lichtapplikatoren 5 auf, die zeitgleich an einer Mehrzahl an Anschlüssen 21 angeschlossen sind, um gemeinsam für eine PDT eines ganzen Organs 27 verwendet zu werden. Die Lichtapplikatoren 5 können alle gleichen Typs oder zumindest teilweise unterschiedlichen Typs sein. Die Lichtappli- katoren 5 sind an unterschiedlichen Stellen durch die Haut und mit unter- schiedlichen Einstichtiefen verteilt in das Organ 27 eingestochen, sodass die LEDs 19 das Organ möglichst homogen mit Anregungslicht ausleuch- ten. Dies ist vor allem bei großen und/oder nicht genau lokalisierbaren Tumoren sinnvoll. Da gesundes Gewebe keinen Schaden durch die PDT erleidet, ist es sinnvoll, großzügig ein Volumen oderein ganzes Organ um den Tumor auszuleuchten, um das Risiko zu verringern, dass pathologi- sches Gewebe untherapiert bleibt. Die einzelnen Lichtapplikatoren 5 können mit bestimmtem Typ, an bestimmter Position, mit bestimmtem Einstichwinkel und -tiefe beispielweise mittels einer auf die Haut gekleb- ten oder anderweitig fixierten Hilfsschablone bzw. Template festgelegt sein. Die entsprechende Zuordnung der Lichtapplikatoren 5 zu den An- schlüssen 21 kann über die Identifikationsmittel festgelegt sein, sodass für eine festgelegte Art der PDT an einem bestimmten Organ 27 automa- tisch an jedem Anschluss 21 von dem Steuerungsmodul 25 die richtigen Betriebsparameter bereitgestellt werden. Das Fehlerrisiko bei einer kom- plexen Einstellung einer Mehrzahl an Lichtapplikatoren 5 kann somit ver- ringert werden.

[47] In Fig.3 ist schematisch gezeigt, dass eine Mehrzahl von Lichtappli- katoren 5 für die interstitielle oder perkutane PDT im flexiblen Kabelab- schnitt 7 zumindest abschnittsweise gebündelt sein kann, beispielsweise in Form eines mehradrigen Flachbandkabels 29. Die Lichtapplikatoren 5 können allerdings auch gebündelt oder einzeln durch einen oder meh- rere Arbeitskanäle eines Endoskops oder Trokars geführt sein. [48] In Fig. 4 ist eine Ausführungsform eines Lichtapplikatorsystems 1 ge- zeigt, bei dem ein Lichtapplikator 5 für die interstitielle PDT durch einen Arbeitskanal 31 im Schaft 33 eines Schaftinstruments 35 in Form eines En- doskops geführt ist. Der Schaft 33 weist einen Einführabschnitt 37 auf, der dazu bestimmt ist, in den Körper eines Patienten eingeführt zu werden. Optional kann am distalen Ende des Einführabschnitt 37 ein Bildsensor 39 angeordnet sein, um ein Bild vom Inneren des Körpers des Patienten auf- nehmen zu können. Der Einführabschnitt 37 weist einen ersten Schaftab- schnitt 41, einen zweiten Schaftabschnitt 43 und einen dritten Schaftab- schnitt 45 auf. wobei der erste Schaftabschnitt 41 proximal vom zweiten Schaftabschnitt 43 und der dritte Schaftabschnitt 45 distal vom zweiten Schaftabschnitt 43 verläuft. Der Schaft 33 ist im zweiten Schaftabschnitt 43 abwinkelbar und /oder weniger biegesteif als der erste und/oder dritte Schaftabschnitt 41 , 45. Damit kann das distale Ende des Einführdbschnitts 37 an verwinkelte Bereiche des Köperinneren, wie etwa Nierenkelche o- der stark verzweigte Atemwege, minimalinvasiv platziert werden.

[49] Entsprechend der Schaftabschnitte 41, 43, 45 weist auch der Lichtapplikator 5 verschiedene Lichtapplikatorabschnitte auf, nämlich einen ersten Lichtapplikatorabschnitt A, einen zweiten Lichtapplikator- abschnitt B und einem dritten Lichtapplikatorabschnitt C, wobei der erste Lichtappllkatorabschnitt A proximal vom zweiten Lichtapplikatorab- schnitt B und der dritte Lichtapplikatorabschnitt C distal vom zweiten Lichtapplikatorabschnitt B verläuft. Der zweite Lichtapplikatorabschnitt B ist weniger biegesteif als der erste A und/oder dritte Lichtapplikatorab- schnitt C. Der zweite Lichtappllkatorabschnitt B ist zumindest teilweise im zweiten Schaftabschnitt 43 angeordnet, wenn die distalseitige LED 19 des Lichtapplikators 5 am distalseitigen Ende des Einführabschnitts positi- oniert ist. Die Lichtapplikatorabschnitte A, B, C sind also in der Länge ab- gestimmt auf den Schaft 33 des Endoskops 35, damit einerseits der Lichtapplikator 5 dort biege- und torsionssteif genug ausgestaltet ist, um das distale Ende des Lichtapplikators 5 steuern zu können und anderer- seits dort flexibel genug ausgestaltet ist, um die Abwinkelbarkeit des Schafts im zweiten Schaftabschnitt 43 möglichst wenig zu beeinträchti- gen. Der Lichtapplikator 5 hat in diesem Ausführungsbeispiel noch einen optionalen vierten Lichtappllkatorabschnitt D im proximalen flexiblen Ka- belabschnitt 7, der proximalseitig vom ersten Lichtappllkatorabschnitt A und in gewissem Radius aufwickelbar außerhalb vom Endoskop 35 ver- läuft. Der distale Einführabschnitt 11 des Lichtapplikators 5 kann am dis- talen Ende des Arbeitskanals 31 herausragen und für die interstitielle PDT in pathologisches Gewebe 17 eingestochen werden. Der distale Ein- führabschnitt 1 1 des Lichtapplikators 5 kann dazu flexibel oder als Nadel- abschnitt relativ biegesteif sein. Ein biegesteifer Nadelabschnitt 1 1 kann die Eindringtiefe in das Gewebe erhöhen, wogegen ein flexibler Ein- führabschnitt 1 1 besser durch einen abgewinkelten Arbeitskanal 31 schieb- oder ziehbar ist.

[50] Wie in Fig. 5 gezeigt, ist der Lichtapplikator 5 im zweiten Lichtappli- katorabschnitt B dünner als in den Lichtapplikatorabschnitten A und C ausgestaltet, da eine geringere Biege- und Torsionssteifigkeit für kleine Abwinkelradien gebraucht wird. In den Lichtapplikatorabschnitten A und C ist er dicker, wo eine höhere Biege- und Torsionssteifigkeit vorteil- haft für die Handhabung ist. Es kann dabei die radiale Ausdehnung des elektrischen Leiters selbst und/oder seine isolierende Ummantelung den Erfordernissen für die lokale Biege-und Torsionssteifigkeit angepasst sein. Der Lichtapplikator 5 muss dabei nicht als Ganzes unterschiedlich dick in den verschiedenen Lichtapplikatorabschnitten A-D sein, sondern es kann beispielweise nur ein versteifender Mantel unterschiedlich dick in den verschiedenen Lichtapplikatorabschnitten A-D sein. Eine sehr einfa- che Lösung ist es, eine radiale Ummantelung 49 als elektrischer Isolator und/oder Wärmedämmung abschnittsweise als Schläuche mit unter- schiedlicher Wandstärke und/oder in unterschiedlicher Anzahl als zumin- dest teilweise miteinander überlappende Schläuche auszubilden und so- mit unterschiedliche Biege- und Torsionssteifigkeiten in den Lichtappli- katorabschnitten A-D zu erzielen. Die Schläuche können dabei als Schrumpfschläuche ausgeführt sein. Die Wandstärke der Ummantelung kann vergleichsweise dünn ausgestaltet werden, da die durch die Um- mantelung bewirkte Erhöhung der Biegesteifigkeit mit dem Flächenträg- heitsmoment Ir korreliert. Beispielsweise bei einem Kreisring als Quer- schnittsform der Ummantelung gilt / r = ^(Ä + -r 4 ). sodass die Biegestei- figkeit mit der vierten Potenz des Radius skaliert, wobei R der Außenradius der Ummantelung und r der Innenradius der Ummantelung ist. Für einen Ummantelungsquerschnitt mit quadratischem Kastenprofil mit Außen- breite A und Innenbreite a gilt entsprechend I r — Selbst ge- ringste Unterschiede der Dicke der Ummantelung zwischen den Lichtapplikatorabschnitten A bis D im Bereich von IOmith können daher einen signifikanten Einfluss auf die Biege- und Torsionssteifigkeit bewirken. [51] Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform des Lichtapplikators 5, bei dem ein sogenannter Flip-Chip als LED 19 zum Einsatz kommt, bei dem sowohl der erste elektrische Kontakt 50 (hier Anodenkontakt) als auch der zweite elektrische Kontakt 51 (hier Kathodenkontakt) proximalseitig angeordnet sind. Der LED-Chip 19 ist hier beispielsweise mit einer dünnen Leitkleber- Schicht (nicht abgebildet) auf einem Adapterstück 53 aufgeklebt, das hinsichtlich seiner lateralen Abmessungen so ausgeführt ist, dass eine großflächige Anlage des LED-Chips 19 ermöglicht wird und damit ein gu- ter proximalwärtiger Wärmefluss von der LED 19 zum Adapterstück 53 er- zielt wird. Das Adapterstück 53 kann dabei wie in Fig. 6 aus zwei Metall- hälften 55, 57 bestehen, die jeweils mit den Kontakten 50, 51 der LED in elektrisch leitendem Kontakt stehen und gegeneinander mittels einer dünnen Isolator-Schicht 59 elektrisch isolierf sind. Alternativ kann das Adapterstück 53 beispielsweise als einstückiges Keramikstück mit metalli- schen Durchführungen ausgeführt sein. Die LED wird über die Länge des Lichtapplikators 5 mit einem elektrischen Leiter 61 mit Strom versorgt, wo- bei hier der elektrische Leiter 61 dis Zwillingslitze 61a,b ausgeführt ist, wo- bei jeweils eine der Zwillingslitzen 61a, b der Stromzuführung und die an- derer der Zwillingslitzen 61 b,a der Stromabführung dient. Das Adapfer- stück 53 weist proximalseitig Kontaktaufnahmen 63, 65 auf, mit welchen das distale Ende des elektrischen Leiters 61 elektrisch leitend verbindbar ist. Der elektrische Leiter 61 kann zumindest abschnittsweise flexibel oder star ausgestaltet sein. Ob flexibel oder starr, es ist für den proximalwärtl· gen Wärmeabfluss in jedem Fall von Vorteil, wenn der elektrische Leiter 61 einen möglichst großen Querschnittsanteil, z.B. mindestens 70%, am Lichtapplikator 5 hat, da der elektrische Leiter 61 ein besserer Wärmelei- ter ist als eine den elektrischen Leiter 61 umgebende isolierende Umman- telung 49a, b.

[52] Im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 ist in Fig. 7 ein Lichtapplikator 5 gezeigt mit einem LED-Chip 19, der einen proximalseitig großflächigen zweiten elektrischen Kontakt 51, der gleichzeitig als Licht- reflektor in distale Richtung fungiert, und einen distalseitigen relativ klein- flächigen ersten elektrischen Kontakt 50 aufweist. Der elektrische Leiter 61 ist hier als Koaxialkabel ausgeführt, wobei dessen Seele 61a distalseitig mittels Leitkleber oder Lötzinn mit dem proximalseitigen zweiten elektri- schen Kontakt 51 der LED 19 leitend verbunden ist. Für einen möglichst guten proximalwärtigen Wärmeabfluss von der LED 19 über die Seele 61 a hat diese einen relativ großen Querschnittsflächenanteil am elektrische Leiter 61 bzw. am gesamten Lichtapplikator 5, z.B. mindestens 70%. Ein Außenleiter 61 b und eine zwischen Außenleiter 61 b und Seele 61a ange- ordnete Isolator-Schicht 59 sind entsprechend jeweils möglichst dünn ausgeführt. Nach außen hin ist der Außenleiter 61 b von ebenfalls mindes- tens einer möglichst dünnen isolierenden Ummantelung [nicht in Fig. 7 gezeigt) umgeben. Wie in Fig. 5 kann über die Dicke und/oder Schich- tenzahl der Ummantelung abschnittsweise die Biegesteifigkeit des Lichtapplikators 5 definiert sein. Die Seele 61a kann als relativ starrer mas- siver Draht oder als flexibles Litzenbündel ausgestaltet sein. [53] Der Außenleiter 61 b in Fig. 7 dient als Rückleiter, der über eine dis- talseitige metallische Hülse 67, die über die LED 19 gestülpt ist, mit dem ersten elektrischen Kontakt 50 der LED 19 elektrisch leitend verbunden ist. Für den elektrischen Kontakt zwischen dem ersten elektrischen Kontakt 50 und der Hülse 67 ragt ein Kontaktbügel 69 der Hülse 67 radial nach innen. Wenngleich nicht in allen Figuren gezeigt, ist bei allen Ausfüh- rungsformen vorteilhafterweise distal von der LED eine lichtstrahlfor- mende Komponente angeordnet, um eine gewünschte Abstrahlcharak- teristik zu erzielen. Beispielsweise kann für die PDT eine isotrope Abstrah- lung gewünscht sein, sodass ein Streukörper 71 (siehe Figuren 8-10 und 13-27) die lichtstrahlformende Komponente bilden kann. Falls eine Fokus- sierung des Lichts gewünscht ist, kann eine Linse als lichtstrahlformende Komponente distalseitig vom LED-Chip 19 angeordnet sein.

[54] In Fig.8 ist eine Ausführungsform des Lichtapplikators 5 gezeigt, die besonders vorteilhaft für die perkutane PDT ist. In Fig. 8 ist rechts separat eine Draufsicht auf die LED 19 gezeigt. Der proximale Kabelabschnitt 7 des Lichtapplikators 5 mit proximalseitigem Stecker 9 zum Anschluss an eine Lichtapplikatorbetriebseinheit 3 ist flexibel und weist distalseitig ei- nen lösbaren Verbindungsanschluss 73 für einen relativ starren distalen Nadelabschnitt 11 auf. Der Nadelabschnitt 11 dient ganz oder teilweise als Einführabschnitt zum Einstechen in Gewebe eines Körpers. Der Nadel- abschnitt 11 erhält seine Biegesteifigkeit hauptsächlich durch einen zent- ralen, massiven, starren, stabförmigen ersten elektrischen Leiter 61 a. Ana- log zu Fig. 7 ist distalseitig am ersten elektrischen Leiter 61a eine LED 19 verbunden. Aus der Draufsicht auf die LED 19 rechts in Fig. 8 wird deutlich, dass der elektrische Leiter 61a wie die LED 19 einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt hat, der nur wenig größer ist als die LED 19. Der Querschnitt der momentan am Markt erhältlichen oder produzierba- ren kleinstmöglichen LED 19 setzt hier eine untere Grenze für die Miniatu- risierung des Lichtapplikators 5, der möglichst minimalinvasiv, also dünn, ausgestaltet ist und somit möglichst wenig über die lateralen Abmessun- gen der LED 19 hinausragen sollte. So können momentan Lichtapplikator- querschnitte von deutlich weniger als 1 mm 2 erzielt werden, beispiels- weise 0,25 mm 2 und weniger. [55] Ein zweiter elektrischer Leiter 61b kann als Rückleiter in Form einer gegen den ersten elektrischen Leiter 61a isolierten sehr dünnen Flexpla- tine oder eines Lackdrahts an einer Seite des ersten elektrische Leiters 61a entlanggeführt und an seinem distalen Ende L-förmig gefaltet oder gebogen sein, um den distalseitigen ersten elektrischen Kontakt 50 der LED 19 zu kontaktieren. Die metallische Hülse 67 aus Fig. 7 kann dann in beiden Fällen entfallen. Die Leiter 61a, 61 b sind hier mit einer dünnen Ummantelung 49 ummantelt, die vorzugsweise aus Kunststoff als Schrumpfschlauch biokompatibel ausgebildet ist und das Gleitverhalten des Nadelabschnitts 1 1 durch Köpergewebe verbessert. Außerdem dient die Ummantelung 49 als elektrische Isolierung und Wärmedämmung nach außen.

[56] In Fig. 8 ist eine distal von der LED 19 angeordnete lichtstrahlfor- mende Komponente in Form eines lichttransparenten Streukörpers 71 ge- zeigt, der als eine sich distalwärts verjüngende Nadelspitze des Nadelab- schnitts 11 fungiert. In Figuren 12 bis 27 sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Nadelspitze näher gezeigt.

[57] Um bei Querschnitten von unter 1 mm 2 eine hohe Biegesteifigkeit des ersten elektrischen Leiters 61a zu erzielen, ist es vorteilhaft, ein Mate- rial mit möglichst hohem Elastizitätsmodul als erster elektrischer Leiter zu verwenden. Beispielsweise Stahl hat mit über 200 MPa einen hohen Elas- tizitätsmodul. Allerdings hat Stahl den Nachteil, dass seine Wärmeleitfä- higkeit deutlich unter 100 W/(Km) bei 20°C liegt, üblicherweise im Bereich von 50 W/(Km) bei 20°C. Da der erste elektrische Leiter 61a nicht nur bie- gesteif, sondern auch möglichst gut die Abwärme der LED proximalwärts ableiten soll, wäre zur Wärmeleitung ein erster elektrischer Leiter 61a aus Kupfer oder Silber mit einer Wärmeleitfähigkeit von mehr als 400 W/(Km] bei 20°C sinnvoll, oder zumindest aus Aluminium mit einer Wärmeleitfä- higkeit von mehr als 200 W/(Km) bei 20°C. Allerdings haben Kupfer, Alu- minium und Silber mit unter 100 MPa einen wesentlich geringeren Elasti- zitätsmodul als Stahl. Zur Erzielung einer hohen Biegesteifigkeit bei gleich- zeitig hoher Wärmeleitfähigkeit ist der elektrische Leiter 61a, wie in Figu- ren 9a,b und Fig. 10a, b gezeigt, mit einem Kupferkern 74 und einem Stahlmantel 76 ausgeführt. Der Stahlmantel 76 kann relativ dünnwandig im Vergleich zum Radius des Kupferkerns 74 sein, da der Versteifungsef- fekt wie oben beschrieben in vierter Potenz mit dem Radius skaliert. Gleichzeitig ist die proximalwärtige Wärmeleitung besser je größer der Querschnitt des Kupferkerns 74 ist. Für eine möglichst gute Wärmeablei- tung ist der Durchmesser des Kupferkerns 74 an die lateralen Abmessun- gen der LED 19 angepasst. In Figuren 9a,b ist der Querschnitt des Leiters 61 rund und die LED 19 in etwa quadratisch mit einer Seitenlänge a, so- dass der Durchmesser des Kupferkerns 74 in etwa a beträgt. Der Stahl· mantel 76 ist hier mindestens dick, damit die Ecken der LED 19 nicht lateral über den Leiter 61 hinausragen. In Figuren 10a, b ist der Quer- schnitt des Leiters 61 wie die LED 19 in etwa quadratisch, wobei der Quer- schnitt des Kupferkerns 74 in etwa dem Querschnitt der LED 19 entspricht. Der Stahlmantel 76 ist hier wesentlich dünner als in Figuren 9a,b. z.B. we- niger als 0,15 · a dick. [58] In Figuren 1 1a und 1 1 b wird das Wärmemanagement im Ein- führabschnitt 1 1 des Lichtapplikators 5 deutlich. Der Einführabschnitt 11 kann hier starr oder flexibel sein, also der elektrische Leiter 61 als massiver Stab oder als flexibles Litzenbündel ausgebildet sein. Es besteht eine technische Herausforderung darin, bei kleinen Querschnitten, insbeson- dere Querschnitten von unter 1 mm 3 , die Abwärme der LED 19 einerseits so gut abzuleiten, dass die LED 19 keinen Schaden nimmt und auch mit voranschreitender Einschaltzeit der LED die Höhe der abgegebenen op- tischen Leistung aufrecht erhalten werden kann, da mit ansteigender LED-Temperatur die abgegebene optische Leistung absinkt. Anderseits darf das umgebende Körpergewebe nicht so stark erhitzt werden, dass es Schaden nimmt. Eine zu starke Wärmedämmung schadet der LED 19 und eine zu schwache Wärmedämmung schadet aufgrund eines extrem inhomogenen radialen Wärmeflusses und eines vor allen Dingen im Be- reich der LED 19 sehr stark überhöhten radialen Wärmeflusses vom Appli- kator an das umgebende Gewebe dort dem Gewebe. Zur Lösung dieses

Problems nimmt die radiale Wärmedämmung proximalwärts von der LED 19 ab. In den gezeigten Ausführungsbeispielen geschieht dies stufen- weise zwischen mehreren Wärmedämmungsabschnitten E, F, G. In ei- nem ersten distalen Wärmedämmungsabschnitt E, der die LED 19 radial umgibt, ist die radiale Wärmedämmung am stärksten, sodass in diesem Bereich des Einführabschnitts. 11 , also im Bereich der LED 19 als Wärme- quelle, wo der Wärmefluss dQ/dt im Lichtapplikator 5 insgesamt sehr hoch ist, weil dort fast noch keine Wärme an die äußere Umgebung ab- gegeben werden konnte, durch eine gute radiale Wärmedämmung der radiale Wärmefluss dQ/dt vom Lichtapplikator 5 zum Gewebe auf ein moderates Maß gedämpft wird, um das umliegende Gewebe nicht zu schädigen. Dazu weist die Wärmedämmung im distalen Wärmedäm- mungsabschnitt E drei Schichten auf.

[59] Radial ganz innen wirkt als erste Wärmedämmschicht 75 im ersten distalen Wärmedämmungsabschnitt E ein sich hülsenförmig um die LED 19 erstreckender proximaler Abschnitt 75 der Nadelspitze 71, die distal von der LED 19 einen lichttransparenten Streukörper bildet. Der Streukör- per 71 bewirkt eine möglichst isotrope Abstrahlung des Lichts in einen möglichst großen Raumwinkel. Die erste Wärmedämmschicht 75 weist wie der Streukörper 71 selbst einen Kunststoff, beispielsweise Epoxidharz, als Hauptbestandteil auf. Kunststoffe sind vorteilhafterweise durch eine vergleichsweise geringe Wärmeleitfähigkeit gekennzeichnet. Als zweite Wärmedämmschicht umgibt im ersten distalen Wärmedämmungsab- schnitt E ein erster Schrumpfschlauch 77 aus Kunststoff, beispielsweise Po- lyethylenterephthalat (PET), die erste Wärmedämmschicht 75. Als dritte Wärmedämmschicht umgibt im ersten distalen Wärmedämmungsab- schnitt E ein zweiter Schrumpfschlauch 79 aus Kunststoff, beispielsweise Polyethylenterephthalat (PET), die zweite Wärmedämmschicht 77.

[60] Vom ersten distalen Wärmedämmungsabschnitt E erstreckt sich proximalwärts ein zweiter Wärmedämmungsabschnitt F, der aus der zweiten Wärmedämmschicht 77 und der dritten Wärmedämmschicht 79 besteht. Die erste Wärmedämmschicht 75 aus dem proximalen Hülsen- abschnitt der Nadelspitze 71 erstreckt sich nicht bis in den zweite Wärme- dämmungsabschnitt F. Dadurch kann der Leiter 61 die Wärme besser ra- dial abgeben als im ersten Wärmedämmungsabschnitt E, sodass ein Wärmestau vermieden wird und ein proximalwärtiger Wärmeabfluss von der LED 19 durch den Leiter 61 gewährleistet bleibt. Vom zweiten distalen Wärmedämmungsabschnitt F erstreckt sich proximalwärts ein dritter Wär- medämmungsabschnitt G, der nur aus der dritten Wärmedämmschicht 79 besteht. Die zweite Wärmedämmschicht 77 erstreckt sich nicht bis in den dritten Wärmedämmungsabschnitt G. Dadurch kann der Leiter 61 die Wärme noch besser radial abgeben als im zweiten Wärmedäm- mungsabschnitt F, sodass auch hier ein Wärmestau vermieden wird und ein proximalwärtiger Wärmeabfluss von der LED 19 durch den Leiter 61 gewährleistet bleibt. Im Ergebnis bewirkt die proximalwärts von der LED 19 abnehmende radiale Wärmedämmung eine Verteilung des radialen

Wärmeflusses über die Länge des Einführabschnitt 11 , sodass der longitu- dinale Temperaturgradient DT/AL am Außenradius der dritten Wärme- dämmschicht 79 über die Wärmedämmungsabschnitte E, F, G möglichst gering ist und somit gewebeschädigende Temperaturspitzen vermieden werden. Wie durch die Größe der weißen Blockpfeile in Fig. 11 a.b ange- deutet, wird der Unterschied im radialen Temperaturgradient DT/Dr zwi- schen den Wärmedämmungsabschnitten E, F, G durch die unterschied- liche Dicke der radialen Wärmedämmung und die daraus resultierenden unterschiedlichen radialen thermischen Widerstände der Wärmedäm- mungsabschnitte E, F, G möglichst ausgeglichen, sodass die jeweils durch die Wärmedämmungsabschnitte E, F, G radial nach außen über- tragene Wärmeleistung dQ/dt möglichst gleich ist. .

[61] In den Figuren 11 a und 1 1 b wird die Stärke der Wärmedämmung hauptsächlich über die Gesamtdicke der Wärmedämmung bestimmt. Wie in Fig. 11a gezeigt, kann der Lichtapplikator 5 daher proximalwärts dünner ausgestaltet werden. Dies ist allerdings kein großer Vorteil, da der maximale Querschnitt des Lichtapplikators 5 durch den ersten Wärme- dämmschicht E mit drei Wärmedämmschichten bestimmt ist. In Fig. 11 b ist gezeigt, dass sich entsprechend der proximalwärts abnehmenden Di- cke der Wärmedämmung der Querschnitt des Leiters 61 vergrößern kann, sodass der Querschnitt des Lichtapplikator 5 über die Wärmedäm- mungsabschnitte E, F, G hinweg im Wesentlichen konstant ist. Damit wird die proximalwärtige Wärmeleitung dQ/dt durch den Leiter 61 entspre- chend verbessert. [62] in den Figuren 11c und 1 1 d ist gezeigt, wie eine zusätzliche Ver- besserung der Befestigungssicherheit für die Nadelspitze 71 erreicht wer- den kann. Der Leiter 61 weist dazu in einem distalen Endabschnitt außen- seitig mindestens eine Vertiefung 80 (siehe Fig. 11 c) und/oder Aufwel·- tung 82 (siehe Fig. 1 Id) auf, beispielweise als lokale Querschnittsverjün- gung und/oder -Vergrößerung. Dadurch wird erreicht, dass der hülsen- förmige proximale Abschnitt 75 der Nadelspitze 71 mit dem ersten Leiter 61 einen Formschluss bildet. Die Nadelspitze 71 kann als Kunststoffgussteil oder als Kunststoffspritzgussteil ausgebildet sein, das beispielsweise durch Umspritzen oder Umgießen mit der außenseitigen Vertiefung 80 oder Auf- weitung 82 des Leiters 61 einen Formschluss mittels eines Hinterschnitts 84 bilden kann.

[63] In den Figuren 12 bis 27 sind verschiedene Ausgestaltungen der Nadelspitze bzw. des Streukörpers 71 gezeigt. Figuren 12a-c zeigen je- weils einen prinzipiellen hülsenförmigen Aufbau einer strahlformenden Komponente distalseits der LED [nicht gezeigt) . In Fig. 12a ist die Nadel- spitze im Wesentlichen topfförmig mit ebener Stirnfläche 81 und leicht abgerundeten Kanten 83. Die Nadelspitze in Fig. 12a ist daher relativ stumpf. Dies kann vorteilhaft sein, wenn kein Gewebe geschnitten, son- dern nur weggedrückt werden soll. Für die perkutane PDT ist solch eine Nadelspitze allerdings wegen des hohen Widerstands beim Einstechen weniger geeignet. In Fig. 12b ist die Stirnfläche 81 komplett abgerundet, was einerseits den Widerstand beim Einstechen gegenüber der ebenen Stirnfläche 81 aus Fig. 12a verringert und andererseits einen Linseneffekt erzielt. In Fig. 12c verjüngt sich die Nadelspitze distalwärts kegelförmig zu einer relativ stumpfen Spitze 85. Das Kegelvolumen ist hier zum Großteil mit einem lichtstreuenden Material 87 ausgefüllt.

[64] Fig. 13 zeigt einen perkutan (durch die Haut 13) in pathologisches Gewebe 17 eingestochenen Lichtapplikator 5 mit distalseitiger Nadel- spitze, die als kuppelförmiger Streukörper 71 ausgebildet ist. Der Streukör- per 71 streut das von der LED 19 gemäß der Abstrahlcharakteristik eines Lambert'schen Strahlers abgestrahlte Licht 89 derart, dass das den Streu- körper 71 verlassende Licht 91 möglichst isotrop in einen möglichst gro- ßen Raumwinkel abgestrahlt wird. Das vom Streukörper 71 abgestrahlte Licht hat dadurch teilweise auch proximalwärts gerichtete Richtungs- komponenten.

[55] Bei der interstitiellen oder perkutanen PDT soll die mechanische Einwirkung auf Haut 13 und Gewebe 15, 17, insbesondere auf gesundes Gewebe 15, das ggf. auf dem Weg zum pathologischen Gewebe 17 passiert werden muss, möglichst minimalinvasiv sein. Es ist das vorrangige Ziel, dass der Einstich keine dauerhaften Schädigungen der Haut 13 und des gesunden Gewebes 15 herbeiführt. Außerdem soll der Einstich mög- lichst schnell verheilen und keine oder kleinstmögliche Narben hinterlas- sen. Zu diesem Zweck kann es vorteilhaft sein, die Spitze des Lichtappli- kators 5 besonders spitz und/oder scharf auszugestalten. Dabei kann es allerdings technisch schwierig sein, die distale Spitze und/oder die Kante scharf genug aus dem lichttransparenten Material des Streukörpers 71 hersteilen zu können. Beispielsweise ist Epoxidharz wie die meisten ande- ren Kunststoffe relativ weich und kann sich beim Einstich an der Spitze und/oder Kante verbiegen. Härteres lichttransparentes Material wie etwa Quarzglas ist zwar biegesteifer, jedoch ist die Bearbeitung deutlich aufwändiger und dadurch mit wesentlich höheren Kosten verbunden. Außerdem sind härtere transparente Werkstoffe wie beispielsweise Quarzglas spröde, sodass das Risiko von Absplitterungen sehr hoch wäre. Zur Lösung dieses Problems weist, wie in Fig. 14 gezeigt, ein Nadelspitzen- endbereich 93 des beispielweise kegel- oder pyramidenförmigen Streu- körpers 71 ein Verstärkungselement 95 auf. Das Verstärkungselement 95 ist aus hartem Metall, wie etwa Stahl, und zumindest teilweise. in ein relativ weiches Streukörpermaterial, wie etwa Epoxidharz eingebettet. Im Aus- führungsbeispiel von Fig. 14 ist das Verstärkungseiement 95 als relativ kur- zer Dorn ausgeführt, der zur Verstärkung des Nadelspitzenendbereichs 93 zur Erhöhung sowohl der Biegesteifigkeit als auch der Biegefestigkeit ganz eingebettet sein kann (siehe Detailansicht rechts oben in Fig. 14) oder zur Schärfung der Nadelspitze distal aus dem Streukörper 71 heraus- ragt (siehe Detailansicht rechts unten in Fig. 14). Die Querschnittsfläche des Verstärkungselements 95 ist relativ klein, damit es distalwärtig mög- lichst wenig Schatten wirft. Dazu ist es auch von Vorteil, das Verstärkungs- element 95 möglichst kurz auszugestalten, wohingegen der Versteifungs- eff e kt des Nadelspitzenendbereich 93 größer ist bei längerer Ausführung des Doms 95.

[66] In Fig. 15 ist solch eine längere Ausführung des Dorns 95 als Ver- stärkungselement gezeigt. Bei dünner Ausführung ist der etwas größere Schattenwurf im Vergleich zum kurzen Dorn 95 aus Fig. 14 vernachlässig- bar. Durch die tiefere Einbettung des Dorn 95 in den Streukörper 71 ist der Dorn 95 besser stabilisiert und kann ggf. weiter distalwärts aus dem Streu- körper 71 herausragen [siehe Detailansichten rechts in Fig. 15).

[67] In Fig. 16 ist das prinzipielle perkutane (durch die Haut 13) Einste- chen eines Lichtapplikators 5 in Gewebe 17 verdeutlicht. Mit der sich dis- talwärts verjüngenden Nadelspitze wird die durchstochene Haut 13 und das Gewebe 17 so weit aufgeweitet, dass der Lichtapplikators 5 hindurch passt. Je spitzer die Nadelspitze ist, desto behutsamer geschieht diese Aufweitung der Haut 13 und des Gewebes 17 und desto geringer ist die Kraft, die der Anwender dazu aufbringen muss. [68] In Fig. 17 ist das Verstärkungselement 95 als dreieckige dünne scharfe Klinge ausgeführt, die in den kegelförmigen Streukörper 71 ein- gebettet ist und sowohl distal als auch lateral aus dem Streukörper 71 herausragt. Die Klinge 95 definiert eine Längsschnittebene S1 , die parallel zur Längsachse L des Lichtapplikators 5 verläuft. Die Klinge 95 durchsticht und zerschneidet beim Einstich des Lichtapplikators 5 das zu passierende Gewebe, um die Gewebeaufweitung zu erleichtern und den Widerstand zu reduzieren. Insbesondere bei festem Gewebe 17 und für das Durch- dringen zäher Hautschichten ist dies sinnvoll.

[69] In Fig. 18 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei der der Streukörper 71 pyramidenförmig mit im Wesentlichen quadratischer Grundfläche ist. Wie in Figur 19 hat der Einführabschnitt 1 1 des Lichtapplikators 5 hier ei- nen quadratischen Querschnitt. Das Verstärkungselement 95 ist hier ebenfalls als dreieckige dünne scharfe Klinge ausgeführt, die jedoch voll- ständig in den kegelförmigen Streukörper 71 eingebettet ist und nicht o- der kaum distal oder lateral aus dem Streukörper 71 herausragt. Die Längsschnittebene S1 , in der die Klinge 95 liegt, wird hier von der Diago- nalen der quadratischen Grundfläche des Streukörpers 71 und der Längsachse L des Lichtapplikators 5 aufgespannt. Die Kanten 97 des Streukörpers 71 bilden hier von der Klinge 95 verstärkte Schnittkanten (siehe Detailansichten rechts in Fig. 19). In Fig. 19 ist das Verstärkungsele- ment als zwei im Querschnitt im rechten Winkel gekreuzt zueinander an- geordnete Klingen gezeigt. Es entsteht dadurch beim Einstechen ein Kreuzschnitt, mit dem sich das Gewebe besonders leicht aufweiten lässt.

[70] Wie in Fig. 20 gezeigt, können die gekreuzten Klingen 95 auf ver- schiedene Weise am Schneidrand scharf geschliffen sein. Die beiden Klingen 95 können jeweils korrespondierende Schlitze 99 aufweisen, so- dass die Klingen gekreuzt ineinandergesteckt werden können. Die Schlitze 99 erstrecken sich jeweils in Längsrichtung in etwa über die Hälfte der Klingen 95. Die Breite der Schlitze 99 entspricht in etwa der Dicke der Klingen 95.

[71 ] Aus den Figuren 21 und 22 wird deutlich, dass auch bei einem py- ramidenförmigen Streukörper 71 mit quadratischer Grundfläche das Ver- stärkungselement 95 in Form von gekreuzten Klingen 95 zur Bildung von schärferen Schneidkanten 101 über den Streukörper 71 sowohl distal als auch lateral hinausragen kann.

[72] Das in Figur 23 gezeigte Verstärkungseiement 95 ist eine V-förmige Klinge, um die von der Klinge 95 im Streukörper 71 gebildete lichtun- durchlässige Fläche in der Schneidebene zu verringern. Bei den Klingen gemäß Figuren 17 bis 22 kann die Klingenfläche allerdings gut lichtreflek- tierend ausgestaltet sein, sodass dies gut kompensiert werden kann.

[73] Bei den in Figuren 24 bis 27 gezeigten Ausführungsbeispielen wird bewusst auf eine gekreuzte Konfiguration von zwei Klingen als Verstär- kungselement 95 verzichtet und nur eine Klinge als Verstärkungselement 95 eingesetzt. Der Heilungs- und Vernarbungsprozess eines gekreuzten haut- oder Gewebeschnitts kann in manchen Fällen schlechter verlaufen als ein einzelner Längsschnitt. Außerdem ist die Einbettung einer einzel- nen Klinge 95 in den Streukörper 71 fertigungstechnisch einfacher. [74] Der Streukörper 71 hat in den in Figuren 24 bis 27 gezeigten Aus- führungsbeispielen eine besondere polyedrische Form mit quadratischer Grundfläche. Der Streukörper 71 läuft in einer ersten Längsschnittebene $1 in einem ersten Winkel a distalwärts spitz zu und in einer zur ersten Längsschnittebene S1 senkrecht liegenden zweiten Längsschnittebene $2 in einem zweiten Winkel ß distalwärts spitz zu, wobei der zweite Winkel ß spitzer ist als der erste Winkel a. In der ersten Längsschnittebene S1 ist die Klinge 95 als Verstärkungselement eingebettet und ragt distal, aber nicht lateral aus dem Streukörper 71 heraus. Die Schnittkanten 101 der Klinge 95 verlaufen im Winkel a zueinander und bilden eine Spitze 103. In der zweiten Längsschnittebene S2 wird das Gewebe nicht geschnitten, sondern behutsam auseinandergedrückt, und zwar erst dann, wenn der Schnitt in der ersten Längsschnittebene S1 zum Großteil bereits gemacht wurde. Zum behutsamen Auseinanderdrücken des Gewebes in der Längsschnittebene $2 tragen auch die stumpfen Winkel der Kanten des Streukörpers 71 in der Längsschnittebene S2 bei.

[75] In Fig. 24 unten sind die Phasen a-e der Haut- bzw. Gewebeöff- nung gezeigt, wenn die Nadelspitze die entsprechend gekennzeichnete Eindringtiefe erreicht hat. Anfänglich in Phase a wird nur in der ersten Längsschnittebene S1 geschnitten und in Phase b nur wenig zusätzlich in der zweiten Längsschnittebene S2 das Gewebe auseinandergedrückt. In Phase c ist der Schnitt in der ersten Längsschnittebene S1 vollendet. Der Großteil der Aufweitung der Haut- bzw. Gewebeöffnung in der zwei- ten Längsschnittebene S2 findet erst in den Phasen d und e statt, also dann, wenn bereits die Gewebeöffnung durch einen definierten Schnitt erzielt wurde.

[76] Der Streukörper 71 gemäß den in Figuren 24 bis 27 gezeigten Aus- führungsbeispielen weist einen ersten proximalen Streukörperabschnitt 105 mit quadratischem Querschnitt auf (siehe Phase e) . Distal vom ersten Streukörperabschnitt 105 erstreckt sich ein zweiter Streukörperabschnitt 107 und distal vom zweiten Streukörperabschnitt 107 erstreckt sich ein dritter Streukörperabschnitt 109. Der zweite Streukörperabschnitt 107 hat einen im Wesentlichen achteckigen Querschnitt (siehe Phase d) und der dritte Streukörperabschnitt 109 hat einen im Wesentlichen rautenförmi- gen Querschnitt (siehe Phasen b und c). Das Verstärkungseiement 95 verläuft in der Längsschnittebene S 1 entlang der längeren Rautendiago- nalen im dritten Streukörperabschnitt 109.

[77] Wie in Fig. 25 und 26 gezeigt, kann sich die Klinge 95 auch über den zweiten Streukörperabschnitt 107 erstrecken und lateral mit dem Streukörper 71 abschließen (Fig. 25) oder lateral herausragen (Fig. 26). Bei festerem Gewebe kann eine größere Klinge 95 (Fig. 26) vorteilhaft sein, bei weicherem Gewebe eine kleinere Klinge 95 (Fig. 25). Die in Fig. 26 gezeigte, lateral über den Streukörper 71 hinausragende Klinge 95 be- wirkt einen definierten Gewebeschnitt entlang der Klinge 95. Bevor das Gewebe durch den Prozess des Aufweitens während des Vorschiebens des Applikators an einer Undefinierten anderen Stelle aufreißt, soll es ge- zielt in der Ebene der Klinge 95 aufgeschnitten und damit die Gewebe- öffnung vergrößert werden.

[78] In Fig. 27 ist eine vorteilhafte Ausführungsform gezeigt, bei der die Klinge 95 wie in Fig. 26 lateral herausragt, und dessen Schnittkanten 101 spitzer zueinander laufen als der Winkel a. und somit eine spitzere Spitze 103 bilden. Das Verstärkungseiement 95 ragt daher mit der Spitze 103 in der radialen Mitte des Streukörpers 71 weiter distalwärts aus dem Streu- körper 71 als am radialen Außenbereich des Streukörpers 71. Dies verein- facht den Einstich in festes Gewebe, wobei u.a. die vom Anwender auf- zubringende Kraft reduziert wird. [79] Die nummerierten Bezeichnungen der Bauteile oder Bewegungs- richtungen als „erste“, „zweite", „dritte" usw. sind hierin rein willkürlich zur Unterscheidung der Bauteile oder Bewegungsrichtungen untereinander gewählt und können beliebig anders gewählt werden. Es ist damit kein Bedeutungsrang verbunden. Eine Bezeichnung eines Bauteils odertech- nischen Merkmals als „erstes“ soll nicht dahingehend missverstanden werden, dass es ein zweites Bauteil oder technisches Merkmal dieser Art geben muss. Außerdem können etwaige Verfahrensschritte, soweit nicht explizit anders erläutert oder zwingend erforderlich, in beliebiger Reihen- folge und/oder zeitlich teilweise oder ganz überlappend durchgeführt werden.

[80] Äquivalente Ausführungsformen der hierin beschriebenen Para- meter. Bauteile oder Funktionen, die in Anbetracht dieser Beschreibung einer fachlich versierten Person als offensichtlich erscheinen, seien hierin so erfasst als wären sie explizit beschrieben. Entsprechend soll der Schutz- bereich der Ansprüche solche äquivalente Ausführungsformen umfas- sen. Als optional, vorteilhaft, bevorzugt, erwünscht oder ähnlich bezeich- nete „kann“-Merkmale sind als optional zu verstehen und nicht als schutzbereichsbeschränkend.

[81 ] Die beschriebenen Ausführungsformen sind als illustrative Beispiele zu verstehen und stellen keine abschließende Liste von möglichen Aus- führungsformen dar. Jedes Merkmal, das im Rahmen einer Ausführungs- form offenbart wurde, kann allein oder in Kombination mit einem oder mehreren anderen Merkmalen verwendet werden, unabhängig davon, in welcher Ausführungsform die Merkmale jeweils beschrieben wurden. Während mindestens ein Ausführungsbeispiel hierin beschrieben und ge- zeigt ist, seien Abwandlungen und alternative Ausführungsformen, die ei- ner fachmännisch versierten Person in Anbetracht dieser Beschreibung als offensichtlich erscheinen, vom Schutzbereich dieser Offenbarung mit erfasst. Im Übrigen soll hierin weder der Begriff “aufweisen" zusätzliche andere Merkmale oder Verfahrensschritte ausschließen noch soll „ein" oder „eine“ eine Mehrzahl ausschließen.

[82] Bezugszeichenliste:

1 Lichtapplikatorsystem

3 Lichtapplikatorbetriebseinheit

5 Lichtapplikator

7 Kabelabschnitt des Lichtapplikators

9 Stecker des Lichtapplikators

11 Einführabschnitt des Lichtapplikators

13 Haut

15 gesundes Gewebe

17 pathologisches Gewebe

19 LED

21 Anschluss der Lichtapplikatorbetriebseinheit 23 Versorgungsmodul

25 Steuerungsmodul

27 Organ

29 Flachbandkabel 31 Arbeitskanal

33 Schaft

35 Schaftinstrument

37 Einführabschnitt des Endoskops

39 Bildsensor 41 erster Schaftabschnitt

43 zweiter Schaftabschnitt

45 dritter Schaftabschnitt 49, 49a, 49b Ummantelung des Lichtapplikators

50 erster elektrischer Kontakt der LED 51 zweiter elektrischer Kontakt der LED

53 Adapterstück

55 Metallhälfte

57 Metallhälfte

59 Isolator-Schicht 61 elektrischer Leiter

61a erster elektrischer Leiter

61 b zweiter elektrischer Leiter

63 Kontaktaufnahme

65 Kontaktaufnahme 67 Hülse

69 Kontaktbügel

71 Streukörper

73 Verbindungsanschluss

74 Kern des ersten elektrischen Leiters 75 proximaler Nadelspitzenabschnitt bzw. erste Wärmedämm- schicht

76 Mantel des ersten elektrischen Leiters 77 zweite Wärmedämmschicht

79 dritte Wärmedämmschicht

80 Vertiefung

81 Stirnfläche des Streukörpers 82 Aufweitung

83 Kante des Streu Körpers

84 Hinterschnitt

85 Spitze des Streukörpers

87 lichtstreuendes Material

89 von der LED abgestrahltes Licht

91 vom Streukörper abgestrahltes Licht

93 Nadelspitzenendbereich des Streu Körpers

95 Verstärkungselement

97 Kanten des Streukörpers

99 Schlitze im Verstärkungseiement

101 Schneidkanten des Verstärkungselements

103 Spitze des Verstärkungselements

105 erster Streukörperabschnitt

107 zweiter Streukörperabschnitt

109 dritter Streukörperabschnitt

A erster Lichtapplikatorabschnitt

B zweiter Lichtapplikatorabschnitt

C dritter Lichtapplikatorabschnitt

D vierter Lichtapplikatorabschnitt

L Längsachse des Lichtapplikators

S1 erste Längsschnittebene

S1 zweite Längsschnittebene a erster Winkel ß zweiter Winkel