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Title:
METHOD FOR ANALYSING QUALITY DEFECTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/224715
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for the analysis of quality defects in workpieces, preferably in vehicle bodies and/or in attachment body parts, particularly after and/or when undergoing a production process in process plants, preferably after and/or when undergoing a painting process in painting plants, by means of which quality defects can be prevented and/or by means of which the causes of quality defects in the production process can be determined, prevented and/or rectified. According to the invention, the method comprises the following: - establishing a workpiece-specific data set uniquely assigned to a workpiece at the start of a production process, particularly at the start of a painting process and/or establishing a workpiece carrier-specific data set uniquely assigned to a workpiece carrier at the start of a production process, particularly at the start of a painting process; - supplementing the workpiece-specific data set while a workpiece is undergoing the production process, particularly the painting process, with process data particularly relevant to quality and/or supplementing the workpiece carrier-specific data set while a workpiece carrier is undergoing the production process, particularly the painting process, with process data particularly relevant to quality; - storing the workpiece-specific data set in a database and/or storing the workpiece carrier-specific data set in a database.

Inventors:
ALT SIMON (DE)
SCHUH JAN-PHILIPP (DE)
SCHURER RALF (DE)
HUMMEL MARKUS (DE)
BERNER JENS (DE)
HÄCKER JENS (DE)
HEZEL THOMAS (DE)
HERRE FRANK (DE)
ZABEL MICHAEL (DE)
WIELAND DIETMAR (DE)
OETINGER PHILIPP (DE)
HEIM ROBIN (DE)
Application Number:
PCT/DE2020/100357
Publication Date:
November 12, 2020
Filing Date:
April 29, 2020
Export Citation:
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Assignee:
DUERR SYSTEMS AG (DE)
International Classes:
G05B23/02; G05B19/418; B05D7/14; C09D5/44; C25D11/00
Domestic Patent References:
WO2017086194A12017-05-26
Foreign References:
US5844802A1998-12-01
DE102016012451A12018-01-04
EP1081569A22001-03-07
DE102006055297A12008-05-29
Attorney, Agent or Firm:
HOEGER, STELLRECHT & PARTNER PATENTANWÄLTE MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Analyse von Qualitätsmangeln von Werkstücken (106), vorzugsweise von Fahrzeugkarossieren (108) und/oder Fahrzeuganbau teilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produk tionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen (100), vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackierprozesses in Lackier anlagen (102), wobei das Verfahren Folgendes umfasst:

Erstellen eines einem Werkstück (106) eindeutig zugeordneten werkstückspezifischen Datensatzes (134) zu Beginn eines Produk tionsprozesses, insbesondere zu Beginn eines Lackierprozesses und/oder Erstellen eines einem Werkstückträger eindeutig zuge ordneten werkstückspezifischen Datensatzes zu Beginn eines Produktionsprozesses, insbesondere zu Beginn eines Lackier prozesses;

Ergänzen des werkstückspezifischen Datensatzes (134) während ein Werkstück (106) den Produktionsprozess, insbesondere den Lackierprozess, durchläuft mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten (140) und/oder Ergänzen des werkstückträgerspezi fischen Datensatzes während ein Werkstückträger den Produk tionsprozess, insbesondere den Lackierprozess, durchläuft mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten;

Speichern des werkstückspezifischen Datensatzes (134) in einer Datenbank (142) und/oder Speichern des werkstückträgerspezi fischen Datensatzes in einer Datenbank (142).

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der werk stückspezifische Datensatz (134) und/oder der werkstückträgerspezi fische Datensatz mit Qualitätsdaten (146) ergänzt wird, welche Infor mationen über Qualitätsmängel, insbesondere über Lackmängel, des jeweiligen Werkstücks (106) enthalten, vorzugsweise am Ende des Produktionsprozesses, insbesondere am Ende des Lackierprozesses. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Qualitäts daten (146) von mehreren werkstückspezifischen Datensätzen (134) und/oder von mehreren werkstückträgerspezifischen Datensätzen mittels eines Clusterverfahrens zur Erkennung von systematischen Qualitätsmängeln automatisch in verschiedene Qualitätsmängelcluster (150) klassifiziert werden.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Analyseverfahrens automatisch Qualitätsmängelursachen für die mittels des Clusterverfahrens erkannten und in verschiedene Qualitätsmängel cluster (150) klassifizierten systematischen Qualitätsmängel festgestellt werden, vorzugsweise durch Analyse der insbesondere qualitätsrele vanten Prozessdaten (140) der werkstückspezifischen Datensätze (134) der Werkstücke (106) mit systematischen Qualitätsmängeln eines jewei ligen Qualitätsmängelclusters (150) und/oder durch Analyse der insbe sondere qualitätsrelevanten Prozessdaten (140) der werkstückträger spezifischen Datensätze der Werkstückträger, deren Werkstücke (106) systematische Qualitätsmängel eines jeweiligen Qualitätsmängelclusters (150) aufweisen.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die fest

gestellten Qualitätsmängelursachen Anomalien und/oder Abweichungen im Produktionsprozess, insbesondere im Lackierprozess, umfassen.

6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass mit tels des Analyseverfahrens Zusammenhänge zwischen den festge stellten Qualitätsmängelursachen und den in verschiedene Qualitäts mängelcluster (150) klassifizierten systematischen Qualitätsmängeln bestimmt werden.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der bestimmten Zusammenhänge bevorstehende systematische Qualitäts mängel automatisch ermittelt werden, vorzugsweise indem aus einer oder mehreren im laufenden Produktionsprozess festgestellten Anoma lien und/oder Abweichungen durch die mittels des Analyseverfahrens bestimmten Zusammenhänge automatisch auf zukünftige Qualitäts mangel eines Werkstücks (106) rückgeschlossen wird, während ein Werkstück (106) den Produktionsprozess durchläuft.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der werkstückspezifische Datensatz (134) und/oder der werkstück trägerspezifische Datensatz in jedem einzelnen Prozessschritt mit insbe sondere qualitätsrelevanten Prozessdaten (140) ergänzt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass als insbesondere qualitätsrelevante Prozessdaten (140), mittels welchen ein werkstückspezifischer Datensatz (134) und/oder ein werk stückträgerspezifischer Datensatz ergänzt wird, einer oder mehrere der folgenden Prozessparameter verwendet werden :

Sollzeitüberschreitungen in Prozessschritten des Produktions prozesses;

Während dem Durchlaufen eines Prozessschrittes des Produk tionsprozesses auftretende Ereignisse;

Rohbauqualitätsdaten eines jeweiligen Werkstücks (106);

Anomalien und/oder Abweichungen im Produktionsprozess;

Wetterdaten;

Personendaten über Personen, die beim Durchlaufen eines

Prozessschrittes des Produktionsprozesses an dem Prozessschritt beteiligt waren.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der werkstückspezifische Datensatz (134) und/oder der werkstück spezifische Datensatz mit Prozessfehlerdaten (148), welche Informa tionen über eine Anomalie und/oder Abweichung in einem Prozessschritt des Produktionsprozesses enthalten, ergänzt wird, während ein Werk stück (106) und/oder ein Werkstückträger den Prozessschritt des Produktionsprozesses durchläuft.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in einer verfahrenstechnischen Anlage (100), insbe sondere in einer Lackieranlage (102), durchgeführt wird, welche meh rere voneinander verschiedene Behandlungsstationen (104) umfasst, in welchen jeweils einzelne oder mehrere Prozessschritte des Produktions prozesses, insbesondere des Lackierprozesses, durchführbar sind.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der werkstückspezifische Datensatz (134) und/oder der werkstück trägerspezifische Datensatz kontinuierlich oder diskontinuierlich mit den insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten (140) ergänzt wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der werkstückspezifische Datensatz (134) und/oder der werkstück trägerspezifische Datensatz jeweils mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten (140) ergänzt wird, welche jeweils einen Zeitstempel umfassen, mittels welchem die jeweiligen Prozessdaten (140) einem Zeitpunkt und/oder einem Prozessschritt des Produktionsprozesses ein deutig zuordenbar sind.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der ergänzte werkstückspezifische Datensatz (134) eines Werk stücks (106) und/oder der ergänzte werkstückträgerspezifische Daten satz eines Werkstückträgers in einer Datenbank (142) gespeichert wird während und/oder nachdem ein Werkstück (106) und/oder ein Werk stückträger den Produktionsprozess durchlaufen hat. 15. Qualitätsanalysesystem (130) zur Analyse von Qualitätsmangeln von Werkstücken (106), vorzugsweise von Fahrzeugkarossieren (108), ins besondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionspro zesses in verfahrenstechnischen Anlagen (100), vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackierprozesses in Lackieranlagen (102), umfassend

eine Schnittstelle (132) zur Kommunikation mit einem Steue rungssystem (128) einer verfahrenstechnischen Anlage (100), insbesondere einer Lackieranlage (102);

eine Steuereinrichtung, welche derart eingerichtet und ausge bildet ist, dass das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 mittels der Steuereinrichtung ausführbar ist.

16. Verfahrenstechnische Anlage (100), insbesondere Lackieranlage (102), umfassend :

eine oder mehrere Behandlungsstationen (104);

ein Steuerungssystem (128), mittels welchem ein Produktions prozess, insbesondere ein Lackierprozess, in der einen oder in den mehreren Behandlungsstationen (104) steuerbar ist;

ein Qualitätsanalysesystem (130) nach Anspruch 15.

Description:
Verfahren zur Analyse von Qualitätsmangeln

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Analyse von Qualitäts mangeln von Werkstücken, vorzugsweise von Fahrzeugkarosserien und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackierprozesses in Lackieranlagen.

Beim Kauf von Kraftfahrzeugen erwarten Käufer, die ein solches Kraftfahrzeug erwerben, bezüglich der Lackierung des Kraftfahrzeugs eine hohe Qualität. Die jeweiligen Käufer erwarten dabei beispielsweise, dass die Fahrzeugkarosserie und/oder die Fahrzeuganbauteile keine Lackierfehler, d.h. beispielsweise keine Schmutzeinschlüsse, Krater, Läufer, Kratzer und/oder Lufteinschlüsse (Kocher) umfassen. Die Käufer erwarten ferner einen über die Fahrzeugkarosserie gleichbleibenden Farbverlauf, Farbton, Glanzgrad und/oder eine gleich bleibende Brillanz. Auch ein zumindest näherungsweise gleichmäßiger Aufbau der verschiedenen Beschichtungen und/oder Lackschichten und/oder eine zumindest näherungsweise gleichmäßige Schichtdicke der Beschichtungen und/oder Lackschichten ist erwünscht. Zudem soll die Lackierung einer Fahr- zeugkarossiere und/oder von Fahrzeuganbauteilen auch beständig gegen äußere Einflüsse sein, beispielsweise gegen UV-Strahlung, Hitze, Kälte, Regen, Streusalz, Steinschläge, Vogelkot, Staub und/oder gegen Kratzer durch

Waschanlagen.

Um diese hohen Erwartungen erfüllen zu können, werden an den Fahrzeug karosserien aufwändige Qualitätskontrollen durchgeführt und bei der Fest stellung von Mängeln werden gegebenenfalls Nacharbeiten durchgeführt.

Dabei wird in einem Lackierprozess in jedem Prozessschritt eine neue

Beschichtung und/oder Lackschicht aufgetragen, so dass Qualitätsmängel in unteren Schichten im Rahmen der Qualitätskontrolle nicht oder nur schwer identifizierbar sind. Um eine möglichst hohe Qualität der Lackierung gewähr- leisten zu können, wäre daher nach dem Aufbringen jeder einzelnen Beschich tung und/oder Lackschicht eine Qualitätskontrolle erforderlich. Dies ist jedoch aufgrund des sehr schnellen Produktionstaktes in einer Lackieranlage nicht möglich.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Ana lyse von Qualitätsmangeln von Werkstücken, vorzugsweise von Fahrzeug karosserien und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackier prozesses in Lackieranlagen, bereitzustellen, mittels welchem Qualitätsmängel vermieden werden können und/oder mittels welchem Qualitätsmängel ursachen im Produktionsprozess ermittelt, vermieden und/oder behoben werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Analyse von Qualitätsmängeln von Werkstücken, vorzugsweise von Fahrzeugkarosserien und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackierprozesses in Lackieranlagen, mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Das Verfahren umfasst vorzugsweise Folgendes:

Erstellen eines einem Werkstück eindeutig zugeordneten werkstück spezifischen Datensatzes zu Beginn eines Produktionsprozesses, insbe sondere zu Beginn eines Lackierprozesses und/oder Erstellen eines einem Werkstückträger eindeutig zugeordneten werkstückträgerspezi fischen Datensatzes zu Beginn eines Produktionsprozesses, insbeson dere zu Beginn eines Lackierprozesses;

Ergänzen des werkstückspezifischen Datensatzes während ein Werk stück den Produktionsprozess, insbesondere den Lackierprozess, durch läuft mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten und/oder Ergänzen des werkstückträgerspezifischen Datensatzes während ein Werkstückträger den Produktionsprozess, insbesondere den Lackier prozess, durchläuft mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten; Speichern des werkstückspezifischen Datensatzes in einer Datenbank und/oder Speichern des werkstückträgerspezifischen Datensatzes in einer Datenbank.

Der Begriff "insbesondere" wird im Rahmen dieser Beschreibung und der beigefügten Ansprüche ausschließlich zur Beschreibung möglicher fakultativer und/oder optionaler Merkmale verwendet.

Unter einem werkstückspezifischen Datensatz wird im Rahmen dieser

Beschreibung und der beigefügten Ansprüche insbesondere ein Datensatz ver standen, welcher einem Werkstück eindeutig zugeordnet ist.

Der werkstückspezifische Datensatz bildet insbesondere ein "digitales Werk stück" und/oder ein "digitales Abbild" eines jeweiligen Werkstücks.

Unter einem werkstückträgerspezifischen Datensatz wird im Rahmen dieser Beschreibung und der beigefügten Ansprüche insbesondere ein Datensatz ver standen, welcher einem Werkstückträger und insbesondere sämtlichen auf dem Werkstückträger angeordneten Werkstücken eindeutig zugeordnet ist, beispielsweise einem Werkstückträger und darauf angeordneten Fahrzeug anbauteilen.

Insbesondere ist es denkbar, dass auf einem Werkstückträger dabei mehrere Werkstücke, insbesondere Fahrzeuganbauteile, angeordnet sind.

Ein solcher Werkstückträger ist insbesondere ein sogenannter Skid.

Beispielsweise ist es denkbar, dass der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz zu Beginn des Produk tionsprozesses, insbesondere zu Beginn des Lackierprozesses, automatisch erstellt wird, beispielsweise indem Auftragsdaten mittels eines an einem Werk stück angeordneten RFID-Chips von diesem eingelesen werden.

Der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz werden insbesondere automatisch erstellt.

Insbesondere ist es denkbar, dass der werkstückspezifische und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz jeweils aus einem oder mehreren Datensätzen aus vorgelagerten Prozessschritten erstellt wird.

Beispielsweise ist es denkbar, dass beim Erstellen des werkstückspezifischen Datensatzes Rohbauqualitätsdaten aus dem Rohbau einer Kraftfahrzeug fertigung zu dem werkstückspezifischen Datensatz hinzugefügt werden.

Günstig kann es ferner sein, wenn der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz nachträglich ergänzt werden, beispielsweise mittels Lackqualitätsdaten, welche beispielsweise zunächst in einem Labor ermittelt werden.

Der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz umfasst vorzugsweise einen werkstückspezifischen Auftragsdaten satz und/oder einen werkstückträgerspezifischen Auftragsdatensatz, beispiels weise eine eindeutige Werkstückidentifikationsnummer, einen Modelltyp des jeweiligen Werkstücks und/oder einen Farbcode für eine in einem Lackier prozess auf das Werkstück aufzubringende Farbe. Der werkstückspezifische Auftragsdatensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Auftragsdatensatz umfasst beispielsweise ferner Informationen über eine Produktionsschicht, während welcher ein Werkstück und/oder ein Werkstückträger den Produk tionsprozess durchläuft.

Der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz umfasst vorzugsweise ferner einen Produktionsdatensatz, welcher die Prozessdaten umfasst. Die insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten umfassen vorzugsweise physikalische oder chemische Einflussparameter für jede im Produktions prozess auf ein Werkstück aufgebrachte Beschichtung und/oder Lackschicht.

Günstig kann es ferner sein, wenn die insbesondere qualitätsrelevanten

Prozessdaten Rohbauqualitätsdaten umfassen, beispielsweise Rohbauqualitäts daten, welche Informationen über eine Verformung eines Werkstücks und/oder über eine Oberflächenrauheit eines Werkstücks umfassen.

Der Produktionsprozess, insbesondere der Lackierprozess, umfasst vorzugs weise mehrere aufeinanderfolgende Prozessschritte.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der werkstück spezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz mit Qualitätsdaten ergänzt wird, welche Informationen über Qualitätsmängel, ins besondere über Lackmängel, des jeweiligen Werkstücks enthalten, vorzugs weise am Ende des Produktionsprozesses, insbesondere am Ende des Lackier prozesses.

Vorzugsweise werden die Qualitätsdaten im Rahmen einer Qualitätskontrolle an einer Kontrollstation am Ende des Produktionsprozesses durch einen Quali tätsprüfer ermittelt, beispielsweise mittels einer Sichtkontrolle, mittels einer automatischen Qualitätsmessstation und/oder mittels eines automatischen Fehlererfassungssystems.

Die Qualitätsdaten, mit denen der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz ergänzt wird, enthalten insbeson dere Informationen über die Position, die Art, die Größe und/oder über die Anzahl von Qualitätsmängeln. Eine Position eines Qualitätsmangels ist beispielsweise aus Koordinaten einer automatischen Qualitätsmessstation und/oder eines automatischen Fehler erfassungssystems ermittelbar.

Eine Position eines Qualitätsmangels ist beispielsweise ferner durch einen Qualitätsprüfer ermittelbar und insbesondere manuell über Gitternetz-Koordi naten eingebbar.

Qualitätsmängel, insbesondere Lackmängel, umfassen beispielsweise Lackier fehler, insbesondere Schmutzeinschlüsse, Krater, Läufer und/oder Luftein schlüsse (Kocher), eine unterschiedliche Schichtdicke, einen unerwünschten Farbverlauf und/oder Abweichungen von einem vorgegebenen Behandlungs ergebnisparameter.

Behandlungsergebnisparameter umfassen beispielsweise Folgendes: eine Dicke einer Beschichtung; eine Ebenheit einer Beschichtung; eine Gleich mäßigkeit einer Schichtdicke einer Beschichtung; eine Farbe und/oder Hellig keit einer Beschichtung; eine Härte einer Beschichtung; eine chemische Zusammensetzung einer Beschichtung, insbesondere einen Vernetzungsgrad und/oder einen Lösungsmittelgehalt, und/oder einen Verunreinigungsgrad einer Beschichtung.

Die Qualitätsdaten, mit denen der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz ergänzt wird, enthalten vorzugs weise ferner Informationen über einen Zielstatus eines Werkstücks, das heißt ob ein Werkstück nachbearbeitet werden muss, welche Nachbearbeitung durchgeführt werden muss, ob keine Nachbearbeitung notwendig ist und/oder ob eine Nachbearbeitung unmöglich ist. Als Nachbearbeitung sind beispiels weise einer oder mehrere der folgenden Nachbearbeitungsschritte denkbar: Polieren, Spot-Repair und/oder erneutes Durchlaufen des Produktionspro zesses, insbesondere des Lackierprozesses. Die Qualitätsdaten, mit denen der werkstückspezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz ergänzt wird, enthalten vorzugs weise Informationen darüber, ob eine Nachbearbeitung erfolgt ist.

Es ist ferner denkbar, dass die Qualitätsdaten, mit denen der werkstückspezi fische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz ergänzt wird, Informationen darüber enthalten, ob eine Nachbearbeitung nicht sinnvoll ist. Werkstücke, bei denen eine Nachbearbeitung nicht sinnvoll ist, sind insbe sondere Ausschuss.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass Qualitätsdaten von mehreren werkstückspezifischen Datensätzen und/oder von mehreren werkstückträgerspezifischen Datensätzen mittels eines Clusterverfahrens zur Erkennung von systematischen Qualitätsmängeln automatisch in verschiedene Qualitätsmängelcluster klassifiziert werden.

Bei dem Clusterverfahren werden die Qualitätsdaten der mehreren werkstück spezifischen Datensätze und/oder der mehreren werkstückträgerspezifischen Datensätze vorzugsweise mittels einer oder mehrerer Klassifizierungsregeln klassifiziert.

Vorzugsweise werden Qualitätsdaten von werkstückspezifischen Datensätzen und/oder von werkstückträgerspezifischen Datensätzen in systematische und nicht systematische Qualitätsmängelcluster klassifiziert.

Insbesondere werden beispielsweise Qualitätsmängel mit vergleichbarer Posi tion, Art, Größe und/oder Anzahl in ein Qualitätsmängelcluster klassifiziert.

Ferner ist es beispielsweise denkbar, dass Qualitätsmängel nach dem Zeit punkt des Auftretens in ein Qualitätsmängelcluster klassifiziert werden. Zur Klassifizierung der Qualitätsdaten werden vorzugsweise durch einen Experten definierte Klassifizierungsregeln und/oder erlernte Klassifizierungs regeln verwendet.

Eine durch einen Experten definierte Klassifizierungsregel umfasst beispiels weise eine definierte Anzahl von mit identischen und/oder ähnlichen Qualitäts mängeln behafteten Werkstücken innerhalb eines gleitenden Fensters einer definierten Anzahl von den Produktionsprozess durchlaufenden Werkstücken und/oder Werkstückträgern.

Beispielsweise ist es denkbar, dass Qualitätsdaten in ein systematisches Quali tätsmängelcluster klassifiziert werden, wenn innerhalb von fünf im Produk tionsprozess aufeinanderfolgenden Werkstücken an drei oder mehr als drei Werkstücken identische und/oder vergleichbare Qualitätsmängel erkannt werden.

Unter identischen Qualitätsmängeln wird dabei im Rahmen dieser Beschrei bung und der beigefügten Ansprüche insbesondere verstanden, dass Art, Größe, Schwere und/oder Position der Qualitätsmängel identisch ist.

Unter ähnlichen Qualitätsmängeln wird dabei im Rahmen dieser Beschreibung und der beigefügten Ansprüche insbesondere verstanden, dass Größe und/oder Position der Qualitätsmängel voneinander abweichen können, die Art der Qualitätsmängel jedoch identisch ist.

Erlernte Klassifizierungsregeln werden vorzugsweise mittels eines maschi nellen Lernverfahrens aus Qualitätsdaten von werkstückspezifischen Daten sätzen und/oder von werkstückträgerspezifischen Datensätzen erlernt.

Beispielsweise ist es denkbar, dass Klassifizierungsregeln mittels eines über wachten und/oder unüberwachten maschinellen Lernverfahrens erlernt wer den. Bei einem überwachten maschinellen Lernverfahren werden Qualitätsdaten von werkstückspezifischen Datensätzen und/oder von werkstückträgerspezi fischen Datensätzen in systematische und nicht systematische Qualitäts mängelcluster eingeteilt. Die Einteilung erfolgt vorzugsweise über definierte Regeln und/oder über Nutzerfeedback. Durch überwachte maschinelle Lernver fahren können durch ein geeignetes "Labeling" vorzugsweise auch Qualitäts trends beziehungsweise zukünftige Qualitätsmängelcluster erkannt werden.

Bei einem unüberwachten maschinellen Lernverfahren werden vorzugsweise Qualitätsdaten von werkstückspezifischen Datensätzen von Werkstücken ohne Qualitätsmangel und/oder von werkstückträgerspezifischen Datensätzen von Werkstückträgern, deren Werkstücke keinen Qualitätsmangel aufweisen, das heißt ein Normalzustand, gelernt. Kommt es zu Abweichungen von dem Normalzustand, werden diese Abweichungen erkannt.

Definierte Klassifizierungsregeln und/oder erlernte Klassifizierungsregeln sind vorzugsweise auch auf andere verfahrenstechnische Anlagen, insbesondere auf andere Lackieranlagen, übertragbar.

Die Klassifizierung der Qualitätsdaten mittels des Clusterverfahrens wird vor zugsweise kontinuierlich durchgeführt. Alternativ oder ergänzend dazu ist es denkbar, dass die Klassifizierung der Qualitätsdaten mittels des Clusterverfah rens durch Batchverarbeitung erfolgt.

Ein systematisches Qualitätsmängelcluster wird vorzugsweise ferner durch Methoden der Signalverarbeitung ermittelt.

Beispielsweise ist es denkbar, dass zur Ermittlung eines systematischen Quali tätsmängelclusters Merkmale aus der Häufigkeitsdichtefunktion der Qualitäts daten mittels einer oder mehrerer Signalverarbeitungsmethoden verarbeitet werden, beispielsweise mittels Fourier-Transformation und/oder mittels Dichteschätzung. Günstig kann es sein, wenn die mittels des Clusterverfahrens erkannten syste matischen Qualitätsmangel einem Nutzer mittels einer Visualisierung ange zeigt werden, beispielsweise als Echtzeitmeldung in einem Alarmsystem und/oder als Analysemeldung in einem Analysesystem.

Beispielsweise ist es denkbar, dass Werkstücke aufgrund der mittels des Clusterverfahrens erkannten Qualitätsmängelcluster aus dem Produktions prozess ausgeschleust werden. Günstig kann es ferner sein, wenn eine

Prozesssteuerung des Produktionsprozesses aufgrund von mittels des Cluster verfahrens erkannten Qualitätsmängelclustern angepasst wird.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass mittels eines Analyseverfahrens automatisch Qualitätsmängelursachen für die mittels des Clusterverfahrens erkannten und in verschiedene Qualitätsmängelcluster klassifizierten systematischen Qualitätsmängel festgestellt werden, vorzugs weise durch Analyse der insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten der werkstückspezifischen Datensätze der Werkstücke mit systematischen Quali tätsmängeln eines jeweiligen Qualitätsmängelclusters und/oder durch Analyse der insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten der werkstückträgerspezi fischen Datensätze der Werkstückträger, deren Werkstücke systematische Qualitätsmängel eines jeweiligen Qualitätsmängelclusters aufweisen.

Vorzugsweise sind somit auch im Rahmen der Qualitätskontrolle nicht erkenn bare systematische Qualitätsmängel durch Rückschlüsse aus dem Produktions prozess erkennbar.

Bei dem Analyseverfahren werden Qualitätsmängelursachen mittels einer oder mehrerer Analyseregeln bestimmt.

Zur Bestimmung der Qualitätsmängelursachen werden vorzugsweise durch einen Experten definierte Analyseregeln und/oder erlernte Analyseregeln ver wendet. Erlernte Analyseregeln werden vorzugsweise mittels eines maschinellen Lern verfahrens erlernt.

Beispielsweise ist es denkbar, dass Analyseregeln mittels eines überwachten und/oder unüberwachten maschinellen Lernverfahrens erlernt werden.

Bei einem überwachten maschinellen Lernverfahren werden Analyseregeln über Nutzerfeedback über die Qualitätsmängelursache erlernt. Bei einem unüberwachten maschinellen Lernverfahren wird vorzugsweise ein Normal zustand von Prozessschritten des Produktionsprozesses erlernt. Kommt es zu Abweichungen von dem erlernten Normalzustand, werden diese Abweichungen erkannt.

Definierte Analyseregeln und/oder erlernte Analyseregeln sind vorzugsweise auch auf andere verfahrenstechnische Anlagen, insbesondere auf andere Lackieranlagen, übertragbar.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die festgestellten Qualitätsmängelursachen Anomalien und/oder Abweichungen im Produktions prozess, insbesondere im Lackierprozess, umfassen.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass mittels des Analyseverfahrens Zusammenhänge zwischen den festgestellten Qualitäts mängelursachen und den in verschiedene Qualitätsmängelcluster klassifizier ten systematischen Qualitätsmängeln bestimmt werden.

Zusammenhänge zwischen den festgestellten Qualitätsmängelursachen und den in verschiedene Qualitätsmängelcluster klassifizierten systematischen Qualitätsmängeln werden vorzugsweise durch die definierten und/oder erlernten Analyseregeln bestimmt.

Zusammenhänge zwischen den festgestellten Qualitätsmängelursachen und den in verschiedene Qualitätsmängelcluster klassifizierten systematischen Qualitätsmangeln sind vorzugsweise auch auf andere verfahrenstechnische Anlagen, insbesondere Lackieranlagen, übertragbar.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass mittels der bestimmten Zusammenhänge bevorstehende systematische Qualitätsmängel automatisch ermittelt werden, vorzugsweise indem aus einer oder mehreren im laufenden Produktionsprozess festgestellten Anomalien und/oder Abwei chungen durch die mittels des Analyseverfahrens bestimmten Zusammen hänge automatisch auf zukünftige Qualitätsmängel eines Werkstücks rück geschlossen wird, während ein Werkstück den Produktionsprozess durchläuft.

Vorzugsweise wird das Werkstück dabei mittels des Analyseverfahrens bereits beim Durchlaufen des Produktionsprozesses einem Qualitätsmängelcluster zugeordnet.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der werkstück spezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz in jedem einzelnen Prozessschritt mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozess daten ergänzt wird.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass als insbesondere qualitätsrelevante Prozessdaten, mittels welchen ein werkstückspezifischer Datensatz und/oder ein werkstückträgerspezifischer Datensatz ergänzt wird, ein oder mehrere der folgenden Prozessparameter verwendet werden :

Sollzeitüberschreitungen in Prozessschritten des Produktionsprozesses; Während dem Durchlaufen eines Prozessschrittes des Produktions prozesses auftretende Ereignisse;

Rohbauqualitätsdaten eines jeweiligen Werkstücks;

Anomalien und/oder Abweichungen im Produktionsprozess;

Wetterdaten;

Personendaten über Personen, die beim Durchlaufen eines Prozess schrittes des Produktionsprozesses an dem Prozessschritt beteiligt waren. Günstig kann es sein, wenn einzelne oder mehrere der folgenden Prozesspara meter zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes und/oder eines jeweiligen werkstückträgerspezifischen Datensatzes verwendet werden :

Düsentemperatur in einem Trockner;

Lackmenge;

Lackfarbe;

Lackcharge;

Trajektorien von Roboterbahnen;

Kabinentemperatur in Lackierkabinen;

Kabinenfeuchte in Lackierkabinen;

Badtemperaturen und Füllstand in einer Station zur kathodischen Tauch lackierung sowie in einer Vorbehandlungsstation;

Förderbewegungen eines Werkstücks durch eine Station zur kathodi schen Tauchlackierung;

eine Konzentration von Chemikalien in einer Station zur kathodischen Tauchlackierung;

eine elektrische Spannung in einer Station zur kathodischen Tauch lackierung;

Temperaturen und Durchlaufzeiten in einem Trockner.

Zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes und/oder eines jeweiligen werkstückträgerspezifischen Datensatzes verwendete

Prozessparameter werden vorzugsweise vorverarbeitet.

Insbesondere ist es denkbar, dass Prozessparameter mit zeitlich hoher Varia bilität vorverarbeitet werden, beispielsweise mechanische, hydraulische oder elektrische Prozessparameter. Auf eine Vorverarbeitung von Prozesspara metern mit zeitlich niedriger Variabilität, das heißt trägen Prozessparametern, beispielsweise von thermodynamischen Prozessparametern, kann jedoch ver zichtet werden. Unter einer Sollzeitüberschreitung wird im Rahmen dieser Beschreibung und der beigefügten Ansprüche insbesondere verstanden, dass die in einem Prozessschritt vorgegebene Sollzeit bei Durchführung des jeweiligen Prozess schrittes für ein jeweiliges Werkstück überschritten wird.

Ereignisse umfassen beispielsweise Wartungsereignisse, Alarme aus einem Steuerungssystem der verfahrenstechnischen Anlage, Informationen über Schichtwechsel, Informationen über Produktionsstopps, Informationen über Zutritte zu den Behandlungsstationen der verfahrenstechnischen Anlage, Informationen über Reinigungsunterbrechungen.

Anhand der den werkstückspezifischen Datensätzen und/oder anhand der den werkstückträgerspezifischen Datensätzen hinzugefügten Wartungsereignisse ist es beispielsweise möglich, nach einer Wartung auftretende systematische Qualitätsmängel zu identifizieren.

Rohbauqualitätsdaten umfassen insbesondere Informationen über eine Blech qualität eines Werkstücks oder von Teilen eines Werkstücks, beispielsweise von Hauben, Türen, Seitenteilen und/oder Dach.

Vorzugsweise werden ferner einzelne oder mehrere der folgenden Prozess parameter zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes und/oder eines jeweiligen werkstückträgerspezifischen Datensatzes verwen det:

Fördertechnikinformationen

Standzeiten eines Werkstücks im Produktionsprozess;

"Übernachten" eines Werkstücks innerhalb der verfahrenstechnischen Anlage.

Beispielsweise wird die Standzeit eines Werkstücks in einem Trockner zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes verwendet. So kann insbesondere aus einer Sollzeitüberschreitung für die Anwesenheit des Werkstücks in einem Trockner auf Qualitätsmängel geschlossen werden. Günstig kann es ferner sein, wenn die Standzeit eines Werkstückträgers in einem Trockner zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückträgerspezifischen Datensatzes verwendet wird.

Unter Abweichungen im Produktionsprozess wird im Rahmen dieser Beschrei bung und der beigefügten Ansprüche vorzugsweise eine Abweichung von Zuständen von einem Soll-Zustand oder eine Abweichung von einem

gemessenen Prozesswert von einem vorgegebenen Prozesswert verstanden.

Anomalien werden vorzugsweise automatisch aus Abweichungen zwischen Ist- Prozesswerten und Soll- Prozessfenstern in den Prozessschritten des Produk tionsprozesses ermittelt. Alternativ oder ergänzend dazu ist es denkbar, dass Anomalien automatisch aus Abweichungen zwischen Ist- Prozesswerten eines Prozessschrittes des Produktionsprozesses und einem mittels eines maschi nellen Lernverfahrens gelernten Normalzustand für den jeweiligen Prozess schritt ermittelt werden.

Anomalien im Produktionsprozess werden vorzugsweise ferner mittels einem oder mehrerer unterlagerter Mikrosystem-Analyse-Systeme ermittelt, insbe sondere unterteilt auf eine Mikroebene, das heißt auf eine Werkstückebene, und/oder auf eine Makroebene, das heißt auf eine Ebene der verfahrens technischen Anlage.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der werkstück spezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz mit Prozessfehlerdaten, welche Informationen über eine Anomalie und/oder Abweichung in einem Prozessschritt des Produktionsprozesses enthalten, ergänzt wird, während ein Werkstück und/oder ein Werkstückträger den Prozessschritt des Produktionsprozesses durchläuft.

Die Prozessfehlerdaten sind insbesondere "Fehlermarker". Vorzugsweise werden nicht nur werkstückspezifische Datensätze von Werk stücken, welche während des Produktions- und/oder Förderstopps in einer bestimmten Behandlungsstation angeordnet waren, mit Prozessfehlerdaten ergänzt. Vielmehr ist es denkbar, dass auch werkstückspezifische Datensätze von weiteren Werkstücken, welche aufgrund des Produktions- und/oder Förderstopps ebenfalls länger in einer bestimmten Behandlungsstation ange ordnet waren, mit Prozessfehlerdaten ergänzt werden.

Vorzugsweise werden ferner nicht nur werkstückträgerspezifische Datensätze von Werkstückträgern, welche während des Produktions- und/oder Förder stopps in einer bestimmten Behandlungsstation angeordnet waren, mit Prozessfehlerdaten ergänzt. Es ist insbesondere denkbar, dass auch werk stückträgerspezifische Datensätze von weiteren Werkstückträgern, welche aufgrund des Produktions- und/oder Förderstopps ebenfalls länger in einer bestimmten Behandlungsstation angeordnet waren, mit Prozessfehlerdaten ergänzt werden.

Mittels der Prozessfehlerdaten sind Anomalien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktionsprozesses vorzugsweise als Fehler identi fizierbar.

Vorzugsweise ist durch die Verwendung von Prozessfehlerdaten zur Identifi kation von Anomalien und/oder Abweichungen im werkstückspezifischen Datensatz und/oder im werkstückträgerspezifischen Datensatz eine Größe des werkstückspezifischen Datensatzes und/oder eine Größe des werkstückträger spezifischen Datensatzes reduzierbar.

Vorzugsweise sind Anomalien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktionsprozesses mittels der Prozessfehlerdaten als Qualitätsmängel ursache identifizierbar. Anomalien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktions prozesses sind einem mittels eines Clusterverfahrens klassifizierten systema tischen Qualitätsmangel mittels der Prozessfehlerdaten vorzugsweise automa tisiert zuordenbar, insbesondere mittels eines Analyseverfahrens.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass das Verfahren in einer verfahrenstechnischen Anlage, insbesondere in einer Lackieranlage, durchgeführt wird, welche mehrere voneinander verschiedene Behandlungs stationen umfasst, in welchen jeweils einzelne oder mehrere Prozessschritte des Produktionsprozesses, insbesondere des Lackierprozesses, durchführbar sind.

Vorzugsweise werden in jeder Behandlungsstation für jeden Prozessschritt des Produktionsprozesses ein oder mehrere insbesondere qualitätsrelevante Prozessdaten erfasst.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der werkstück spezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz kontinuierlich oder diskontinuierlich mit den insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten ergänzt wird.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der werkstück spezifische Datensatz und/oder der werkstückträgerspezifische Datensatz jeweils mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten ergänzt wird, welche jeweils einen Zeitstempel umfassen, mittels welchem die jeweiligen Prozessdaten einem Zeitpunkt und/oder einem Prozessschritt des Produktions prozesses eindeutig zuordenbar sind.

Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass der ergänzte werkstückspezifische Datensatz eines Werkstücks und/oder der ergänzte werkstückträgerspezifische Datensatz eines Werkstückträgers in einer Daten bank gespeichert wird während und/oder nachdem ein Werkstück und/oder ein Werkstückträger den Produktionsprozess durchlaufen hat. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Qualitätsanalysesystem zur Ana lyse von Qualitätsmangeln von Werkstücken, vorzugsweise von Fahrzeug- karossieren und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackier prozesses in Lackieranlagen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die weitere Aufgabe zugrunde, ein Qualitäts analysesystem zur Analyse von Qualitätsmängeln von Werkstücken, vorzugs weise von Fahrzeugkarossieren und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbe sondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, vorzugsweise nach und/oder bei dem Durch laufen eines Lackierprozesses in Lackieranlagen, bereitzustellen, mittels wel chem Qualitätsmängel vermieden werden können und/oder mittels welchem Qualitätsmängelursachen im Produktionsprozess ermittelt, vermieden und/oder behoben werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Qualitätsanalysesystem zur Analyse von Qualitätsmängeln von Werkstücken, vorzugsweise von Fahrzeug karossieren und/oder von Fahrzeuganbauteilen, insbesondere nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen, vorzugsweise nach und/oder bei dem Durchlaufen eines Lackier prozesses in Lackieranlagen, mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.

Das Qualitätsanalysesystem umfasst vorzugsweise Folgendes:

eine Schnittstelle zur Kommunikation mit einem Steuerungssystem einer verfahrenstechnischen Anlage, insbesondere einer Lackieranlage; eine Steuereinrichtung, welche derart eingerichtet und ausgebildet ist, dass das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 mittels der Steuereinrichtung ausführbar ist. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine verfahrenstechnische Anlage, insbesondere eine Lackieranlage, welche Folgendes umfasst:

ein Steuerungssystem, mittels welchem ein Produktionsprozess, insbe sondere ein Lackierprozess, steuerbar ist;

ein erfindungsgemäßes Qualitätsanalysesystem.

Die verfahrenstechnische Anlage umfasst vorzugsweise mehrere Behandlungs stationen, insbesondere mehrere Lackierstationen.

Beispielsweise ist es denkbar, dass die Lackieranlage eine Lackierlinie mit mehreren miteinander verketteten Behandlungsstationen umfasst.

Alternativ oder ergänzend dazu ist es denkbar, dass die Lackieranlage mehrere Behandlungsboxen umfasst, wobei jede Behandlungsbox eine oder mehrere Behandlungsstationen umfasst.

Die Lackieranlage umfasst vorzugsweise eine oder mehrere der folgenden Behandlungsstationen :

Vorbehandlungsstation;

Station zur kathodischen Tauchlackierung;

Trockner nach der Station zur kathodischen Tauchlackierung;

Primer-Kabine;

Primer-Trockner;

Base-Coat-Kabine;

Base-Coat-T rockner;

Clear-Coat-Kabine;

Clear-Coat-Trockner.

Weitere Merkmale und/oder Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nach folgenden Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung von Ausführungs beispielen.

In den Zeichnungen zeigen : Fig. 1 eine schematische Darstellung einer verfahrenstechnischen Anlage, insbesondere einer Lackieranlage;

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform von werk stückspezifischen Datensätzen mehrerer Werkstücke;

Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Clusterverfahrens zur Klassifi zierung von Qualitätsdaten der werkstückspezifischen Datensätze aus Fig. 2;

Fig. 4 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform von werkstückspezifischen Datensätzen mehrerer Werkstücke;

Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Clusterverfahrens zur Klassifi zierung von Qualitätsdaten der werkstückspezifischen Datensätze aus Fig. 4;

Fig. 6 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform von werkstückspezifischen Datensätzen mehrerer Werkstücke;

Fig. 7 eine schematische Darstellung eines Clusterverfahrens zur Klassifi zierung von Qualitätsdaten der werkstückspezifischen Datensätze aus Fig. 6; und

Fig. 8 eine schematische Darstellung einer Visualisierung von mittels

eines Clusterverfahrens erkannten systematischen Qualitäts mängeln.

Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in sämtlichen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.

Fig. 1 zeigt eine als Ganzes mit 100 bezeichnete verfahrenstechnische Anlage. Die verfahrenstechnische Anlage 100 ist insbesondere eine Lackieranlage 102.

Die verfahrenstechnische Anlage 100 umfasst vorzugsweise mehrere Behand lungsstationen 104.

Vorliegend umfasst die verfahrenstechnische Anlage 100, insbesondere die Lackieranlage 102, sieben Behandlungsstationen 104.

Vorzugsweise ist mittels der verfahrenstechnischen Anlage 100 ein Produk tionsprozess an Werkstücken 106, insbesondere an Fahrzeugkarosserien 108 und/oder an Fahrzeuganbauteilen, durchführbar.

Insbesondere sind in den Behandlungsstationen 104 jeweils einzelne oder mehrere Prozessschritte des Produktionsprozesses durchführbar.

Die in Fig. 1 dargestellte verfahrenstechnische Anlage 100, insbesondere die Lackieranlage 102, ist vorliegend insbesondere eine Lackierlinie 110.

In der Lackierlinie 110 sind die Behandlungsstationen 104 vorzugsweise mit einander verkettet.

Beispielsweise ist es denkbar, dass ein Werkstück 106 und/oder ein Werk stückträger folgende Behandlungsstationen 104 in der angegebenen Reihen folge durchläuft.

Dabei ist es beispielsweise denkbar, dass nur ein einzelnes Werkstück 106, beispielsweise eine Fa h rzeugka rosse rie 108, auf einem zeichnerisch nicht dar gestellten Werkstückträger angeordnet ist, während das Werkstück 106 die Behandlungsstationen 104 durchläuft.

Alternativ oder ergänzend dazu ist es denkbar, dass mehrere Werkstücke 106, beispielsweise zeichnerisch nicht dargestellte Fahrzeuganbauteile, gemeinsam auf einem Werkstückträger angeordnet sind, während der Werkstückträger mit den darauf angeordneten Werkstücken 106 die Behandlungsstationen 104 durchläuft.

Ein Werkstück 106, beispielsweise eine Fahrzeugkarosserie 108, wird in einer Vorbehandlungsstation 112 vorbehandelt und von der Vorbehandlungsstation 112 zu einer Station zur kathodischen Tauchlackierung 114 gefördert.

Von der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114 wird das Werkstück 106 nach Aufbringen einer Beschichtung auf dasselbe zu einem Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114 gefördert.

Nach dem Trocknen der in der Station zu kathodischen Tauchlackierung 114 auf das Werkstück 106 aufgebrachten Beschichtung in dem Trockner 116 wird das Werkstück 106 vorzugsweise in eine Base-Coat-Kabine 118 gefördert, in welcher wiederum eine Beschichtung auf das Werkstück 106 aufgebracht wird.

Nach dem Aufbringen der Beschichtung in der Base-Coat-Kabine 118 wird das Werkstück 106 vorzugsweise in einen Base-Coat-Trockner 120 gefördert.

Nach dem Trocknen der in der Base-Coat-Kabine 118 auf das Werkstück 106 aufgebrachten Beschichtung in dem Base-Coat-Trockner 120 wird das Werk stück 106 vorzugsweise in eine Clear-Coat-Kabine 122 gefördert, in welcher eine weitere Beschichtung auf das Werkstück 106 aufgebracht wird.

Nach dem Aufbringen der Beschichtung in der Clear-Coat-Kabine 122 wird das Werkstück 106 vorzugsweise einem Clear-Coat-Trockner 124 zugeführt.

Nach dem Trocknen der in der Clear-Coat-Kabine 122 auf das Werkstück 106 aufgebrachten Beschichtung in dem Clear-Coat-Trockner 124 wird das Werk stück 106 vorzugsweise einer Kontrollstation 126 am Ende des Produktions prozesses zugeführt. In der Kontrollstation 126 wird vorzugsweise eine Qualitätskontrolle durch einen Qualitätsprüfer durchgeführt, beispielsweise mittels einer Sichtkontrolle.

Die verfahrenstechnische Anlage 100, insbesondere die Lackieranlage 102, umfasst vorzugsweise ferner ein Steuerungssystem 128, mittels welchem der Produktionsprozess, insbesondere der Lackierprozess, in den Behandlungs stationen 104 steuerbar ist.

Günstig kann es ferner sein, wenn die verfahrenstechnische Anlage 100, ins besondere die Lackieranlage 102, ein Qualitätsanalysesystem 130 umfasst.

Das Qualitätsanalysesystem 130 umfasst vorzugsweise eine Schnittstelle 132 zur Kommunikation mit dem Steuerungssystem 128 der verfahrenstech nischen Anlage 100, insbesondere der Lackieranlage 102.

Das Qualitätsanalysesystem 130 ist vorzugsweise zur Analyse von Qualitäts mängeln der Werkstücke 106, insbesondere der Fahrzeugkarosserie 108 und/oder von Fahrzeuganbauteilen, ausgebildet.

Vorzugsweise wird mittels des Steuerungssystems 128 und/oder mittels des Qualitätsanalysesystems 130 zu Beginn des Produktionsprozesses, insbeson dere zu Beginn des Lackierprozesses, ein einem Werkstück 106 eindeutig zugeordneter werkstückspezifischer Datensatz 134 erstellt.

Werkstückspezifische Datensätze 134 von Werkstücken 106 bilden vorzugs weise jeweils ein "digitales Werkstück" und/oder ein "digitales Abbild" eines jeweiligen Werkstücks 106.

Zu Beginn des Produktionsprozesses, insbesondere zu Beginn des Lackier prozesses, wird der werkstückspezifische Datensatz 134 vorzugsweise auto matisch erstellt, beispielsweise indem Auftragsdaten 136 mittels eines bei spielsweise an einem Werkstück 106 angeordneten und in den Figuren zeich nerisch nicht dargestellten RFID-Chips eingelesen werden. Der werkstückspezifische Datensatz 134 umfasst somit vorzugsweise einen werkstückspezifischen Auftragsdatensatz 138, beispielsweise eine eindeutige Werkstückidentifikationsnummer, einen Modelltyp des jeweiligen Werkstücks 106 und/oder einen Farbcode für eine in einem Lackierprozess auf das Werk stück 106 aufzubringende Farbe.

Günstig kann es ferner sein, wenn ein werkstückspezifischer Datensatz 134 mit insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten 140 ergänzt wird, während ein Werkstück 106 den Produktionsprozess, insbesondere den Lackierprozess, durchläuft.

Ein jeweiliger werkstückspezifischer Datensatz 134 wird vorzugsweise in einer Datenbank 142 gespeichert. Insbesondere wird der ergänzte werkstückspezi fische Datensatz 134 eines Werkstücks 106 in der Datenbank 142 gespeichert während und/oder nachdem ein Werkstück 106 den Produktionsprozess durch laufen hat.

Ein werkstückspezifischer Datensatz 134 umfasst durch die Ergänzung mit Prozessdaten 140 vorzugsweise ferner einen Produktionsdatensatz 144, wel cher die Prozessdaten 140 umfasst.

Günstig kann es sein, wenn der werkstückspezifische Datensatz 134 in jedem einzelnen Prozessschritt des Produktionsprozesses mit insbesondere qualitäts relevanten Prozessdaten 140 ergänzt wird.

Die Prozessdaten 140, insbesondere die qualitätsrelevanten Prozessdaten 140, mit welchen ein jeweiliger werkstückspezifischer Datensatz 134 eines Werk stücks 106 ergänzt wird, umfassen vorzugsweise jeweils einen Zeitstempel, mittels welchem die jeweiligen Prozessdaten einem Zeitpunkt und/oder einem Prozessschritt des Produktionsprozesses eindeutig zuordenbar sind. Die insbesondere qualitätsrelevanten Prozessdaten 140 umfassen vorzugs weise physikalische oder chemische Einflussparameter für jede im Produk tionsprozess auf ein Werkstück 106 aufgebrachte Beschichtung und/oder Lack schicht.

Der werkstückspezifische Datensatz 134 eines jeweiligen Werkstücks 106 wird vorzugsweise mit Qualitätsdaten 146 ergänzt, welche Informationen über Qualitätsmängel, insbesondere über Lackmängel, des jeweiligen Werkstücks 106 enthalten.

Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der werkstückspezifische Datensatz 134 mit den Qualitätsdaten 146 am Ende des Produktionsprozesses, insbeson dere am Ende des Lackierprozesses, ergänzt wird.

Die Qualitätsdaten 146 werden vorzugsweise im Rahmen einer Qualitäts kontrolle an der Kontrollstation 126 durch einen Qualitätsprüfer ermittelt, bei spielsweise mittels einer Sichtkontrolle.

Beispielsweise ist es denkbar, dass die Qualitätsdaten 146 Informationen über die Position, die Art, die Größe und/oder über die Anzahl von Qualitätsmängeln eines jeweiligen Werkstücks 106 enthalten.

Qualitätsmängel, insbesondere Lackmängel, umfassen dabei beispielsweise Lackierfehler, insbesondere Schmutzeinschlüsse, Krater, Läufer und/oder Luft einschlüsse (Kocher), eine unterschiedliche Schichtdicke, einen unerwünschten Farbverlauf und/oder Abweichungen von einem vorgegebenen Behandlungs ergebnisparameter.

Behandlungsergebnisparameter umfassen beispielsweise Folgendes: eine Dicke einer Beschichtung; eine Ebenheit einer Beschichtung; eine Gleich mäßigkeit einer Schichtdicke einer Beschichtung; eine Farbe und/oder Hellig keit einer Beschichtung; eine Härte einer Beschichtung; eine chemische Zusammensetzung einer Beschichtung, insbesondere einen Vernetzungsgrad und/oder einen Lösungsmittelgehalt, und/oder einen Verunreinigungsgrad der Beschichtung.

Die Qualitätsdaten 146, mit denen der werkstückspezifische Datensatz 134 eines jeweiligen Werkstücks 106 ergänzt wird, enthalten vorzugsweise ferner Informationen über einen Zielstatus eines jeweiligen Werkstücks 106.

Vorzugsweise enthalten die Qualitätsdaten 146 dabei Informationen darüber, ob ein Werkstück 106 nachbearbeitet werden muss, welche Nachbearbeitung durchgeführt werden muss, ob keine Nachbearbeitung notwendig ist und/oder ob eine Nachbearbeitung unmöglich ist.

Als Nachbearbeitung sind beispielsweise einer oder mehrere der folgenden Nachbearbeitungsschritte denkbar: Polieren, Spot-Repair und/oder erneutes Durchlaufen des Produktionsprozesses, insbesondere des Lackierprozesses.

Als Prozessdaten 140, insbesondere als qualitätsrelevante Prozessdaten 140, mittels welchen ein werkstückspezifischer Datensatz 134 ergänzt wird, werden vorzugsweise eine oder mehrere der folgenden Prozessparameter verwendet:

Sollzeitüberschreitungen in Prozessschritten des Produktionsprozesses; während dem Durchlaufen eines Prozessschrittes des Produktions prozesses auftretende Ereignisse;

Rohbauqualitätsdaten eines jeweiligen Werkstücks;

Anomalien und/oder Abweichungen im Produktionsprozess;

Wetterdaten;

Personendaten über Personen, die beim Durchlaufen eines Prozess schrittes des Produktionsprozesses an dem Prozessschritt beteiligt waren.

Rohbauqualitätsdaten umfassen insbesondere Informationen über eine Blech qualität eines Werkstücks 106 oder von Teilen eines Werkstücks 106, bei spielsweise von Hauben, Türen, Seitenteilen und/oder Dach. Günstig kann es sein, wenn einzelne oder mehrere der folgenden Prozesspara meter zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes 134 verwendet werden :

Düsentemperatur in einem Trockner 116, 120, 124;

Lackmenge;

Lackfarbe;

Lackcharge;

Trajektorien von Roboterbahnen;

Kabinentemperaturen in den Lackierkabinen 118, 122;

Kabinenfeuchten in den Lackierkabinen 118, 122;

Badtemperaturen und Füllstand in der Station zur kathodischen Tauch lackierung 114 sowie in der Vorbehandlungsstation 112;

Förderbewegungen eines Werkstücks durch die Station zur kathodischen Tauchlackierung 114;

eine Konzentration von Chemikalien in der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114;

eine elektrische Spannung in der Station zur kathodischen Tauchlackie rung 114;

Temperaturen und Durchlaufzeiten in einem Trockner 116, 120, 124.

Zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes 134 ver wendete Prozessparameter werden vorzugsweise vorverarbeitet.

Insbesondere ist es denkbar, dass Prozessparameter mit zeitlich hoher Varia bilität vorverarbeitet werden, beispielsweise mechanische, hydraulische oder elektrische Prozessparameter. Auf eine Vorverarbeitung von Prozesspara metern mit zeitlich niedriger Variabilität, das heißt trägen Prozessparametern, beispielsweise von thermodynamischen Prozessparametern, kann jedoch vor zugsweise verzichtet werden.

Ereignisse umfassen beispielsweise Wartungsereignisse, Alarme aus dem Steuerungssystem 128 der verfahrenstechnischen Anlage 100, Informationen über Schichtwechsel, Informationen über Produktionsstopps, Informationen über Zutritte zu den Behandlungsstationen 104 der verfahrenstechnischen Anlage 100, Informationen über Reinigungsunterbrechungen.

Anhand der den werkstückspezifischen Datensätzen 134 hinzugefügten

Wartungsereignisse ist es beispielsweise möglich, nach einer Wartung auf tretende systematische Qualitätsmängel zu identifizieren.

Vorzugsweise werden ferner einzelne oder mehrere der folgenden Prozess parameter zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes 134 verwendet:

Fördertechnikinformationen

Standzeiten eines Werkstücks 106 im Produktionsprozess;

"Übernachten" eines Werkstücks 106 innerhalb der verfahrenstech nischen Anlage 100, beispielsweise innerhalb eines Trockners 116, 120, 124.

Beispielsweise wird die Standzeit eines Werkstücks 106 in einem Trockner 116, 120, 124 zur Ergänzung eines jeweiligen werkstückspezifischen Daten satzes 134 verwendet. So kann insbesondere aus einer Sollzeitüberschreitung für die Anwesenheit des Werkstücks 106 in einem Trockner 116, 120, 124 auf Qualitätsmängel geschlossen werden.

Anomalien werden vorzugsweise automatisch aus Abweichungen zwischen Ist- Prozesswerten und Soll- Prozessfenstern in den Prozessschritten des Produk tionsprozesses ermittelt. Die Ist- Prozesswerte werden beispielsweise mittels eines oder mehrerer zeichnerisch nicht dargestellter Sensoren in den Behand lungsstationen 106 ermittelt.

Alternativ oder ergänzend dazu ist es denkbar, dass Anomalien automatisch aus Abweichungen zwischen Ist- Prozesswerten eines Prozessschrittes des Produktionsprozesses und einem mittels eines maschinellen Lernverfahrens gelernten Normalzustand für den jeweiligen Prozessschritt ermittelt werden. Vorzugsweise wird der werkstückspezifische Datensatz 134 im Falle von Ano malien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktions prozesses mit Prozessfehlerdaten 148 ergänzt, insbesondere während ein Werkstück 106 den jeweiligen Prozessschritt des Produktionsprozesses durch läuft.

Die Prozessfehlerdaten 148 enthalten vorzugsweise Informationen über eine Anomalie und/oder eine Abweichung in einem Prozessschritt des Produktions prozesses.

Die Prozessfehlerdaten 148 sind insbesondere "Fehlermarker". Beispielsweise ist mittels der Prozessfehlerdaten 148 das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Anomalien und/oder Abweichungen in einem jeweiligen Prozessschritt beim Durchlaufen des Prozessschrittes durch ein Werkstück 106 markierbar.

Mittels der Prozessfehlerdaten 148 sind vorzugsweise Anomalien und/oder Abweichungen in einem jeweiligen Prozessschritt des Produktionsprozesses als Fehler identifizierbar.

Durch die Verwendung von Prozessfehlerdaten 148 zur Identifikation von Anomalien und/oder Abweichungen in den Prozessdaten 140 des werkstück spezifischen Datensatzes 134 ist vorzugsweise eine Größe des werkstück spezifischen Datensatzes 134 reduzierbar.

Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform von werkstückspezifischen Datensätzen 134 verschiedener Werkstücke 106.

In der ersten Spalte sind beispielsweise die Auftragsdaten 136 eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes 134 dargestellt, beispielsweise in Form eines Farbcodes und/oder in Form einer Werkstückidentifikationsnummer. In den Spalten zwei bis sieben sind jeweils Prozessdaten 140 eines jeweiligen werkstückspezifischen Datensatzes 134 aus den Prozessschritten des Produk tionsprozesses in den Behandlungsstationen 104 der verfahrenstechnischen Anlage 100, insbesondere der Lackieranlage 102, dargestellt.

Mittels eines Ausrufezeichens sind insbesondere Prozessfehlerdaten 148, das heißt "Fehlermarker" dargestellt, welche Informationen über Anomalien und/oder Abweichungen in Prozessschritten des Produktionsprozesses ent halten.

In Spalte neun sind ferner Qualitätsdaten 146 dargestellt, welche vorzugs weise Informationen über die Position, die Art, die Größe und/oder über die Anzahl von Qualitätsmangeln enthalten.

Beispielsweise wurde für das Werkstück W1 eine Anomalie und/oder Abwei chung in der Vorbehandlungsstation 112 als Prozessfehlerdaten 148 hinterlegt.

Für die Werkstücke W3 bis W5 wurde beispielsweise eine Anomalie und/oder Abweichung in dem Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauch lackierung 114 festgestellt und mittels Prozessfehlerdaten 148 gekennzeich net.

Für das Werkstück W8 wurde ferner beispielsweise eine Anomalie und/oder Abweichung in dem Base-Coat-Trockner 120 mittels Prozessfehlerdaten 148 gekennzeichnet.

Die Qualitätsdaten 146, welche Informationen über in der Kontrollstation 126 erkannte Qualitätsmängel umfassen, werden beispielsweise in der neunten Spalte hinterlegt. Beispielsweise enthalten die Qualitätsdaten vorliegend Infor mationen über die Art der Qualitätsmängel 146. Vorzugsweise werden Qualitätsdaten 146 von mehreren werkstückspezifischen Datensätzen 134 mittels eines Clusterverfahrens zur Erkennung von systema tischen Qualitätsmängeln automatisch mittels des Qualitätsanalysesystems 130 in verschiedene Qualitätsmängelcluster 150 klassifiziert.

Die Qualitätsdaten 146 der werkstückspezifischen Datensätze 134 werden bei dem Clusterverfahren vorzugsweise mittels einer oder mehrerer Klassifizie rungsregeln klassifiziert.

Günstig kann es sein, wenn die Qualitätsdaten 146 der werkstückspezifischen Datensätze 134 dabei in systematische und nicht systematische Qualitäts mängelcluster 150 klassifiziert werden.

Zur Klassifizierung der Qualitätsdaten 146 werden vorzugsweise durch einen Experten definierte Klassifizierungsregeln und/oder erlernte Klassifizierungs regeln verwendet.

Eine durch einen Experten definierte Klassifizierungsregel umfasst beispiels weise eine definierte Anzahl von mit identischen und/oder ähnlichen Qualitäts mängeln behafteten Werkstücken 106 innerhalb eines gleitenden Fensters einer definierten Anzahl von den Produktionsprozess durchlaufenden Werk stücken 106.

Vorliegend werden Qualitätsdaten 146 von werkstückspezifischen Datensätzen 134 in ein systematisches Qualitätsmängelcluster 150 klassifiziert, wenn inner halb von fünf im Produktionsprozess aufeinanderfolgenden Werkstücken 106 an drei oder mehr als drei Werkstücken 106 identische und/oder vergleichbare Qualitätsmängel erkannt werden.

Erlernte Klassifizierungsregeln werden vorzugsweise mittels eines maschi nellen Lernverfahrens aus Qualitätsdaten 146 von werkstückspezifischen Datensätzen 134 erlernt. Dabei können Klassifizierungsregeln mittels eines überwachten und/oder unüberwachten maschinellen Lernverfahrens erlernt werden.

Vorzugsweise wird die Klassifizierung der Qualitätsdaten 146 mittels des Clusterverfahrens kontinuierlich durchgeführt. Alternativ oder ergänzend dazu ist es möglich, dass die Klassifizierung der Qualitätsdaten 146 mittels des Clusterverfahrens durch Batchverarbeitung erfolgt.

Vorzugsweise werden mittels des Clusterverfahrens erkannte systematische Qualitätsmängel einem Nutzer mittels einer in Fig. 8 dargestellten Visualisie rung 152 des Qualitätsanalysesystems 130 angezeigt, beispielsweise als Echt zeitmeldung in einem Alarmsystem und/oder als Analysemeldung in einem Analysesystem.

Bei der in Fig. 8 dargestellten Visualisierung 152 sind sämtliche Qualitäts mängel des Qualitätsmängelclusters 150 an einer Seitentür auf der linken Seite des Werkstücks 106, insbesondere der Fahrzeugkarosserie 108, ange ordnet.

Fig. 3 zeigt die Durchführung des Clusterverfahrens für die in Fig. 2 dar gestellten werkstückspezifischen Datensätze 134.

Zu den Zeitpunkten TI und T2 wurde durch das Qualitätsanalysesystem 130 noch kein Qualitätsmängelcluster 150 mit systematischen Qualitätsmängeln erkannt.

Zu dem Zeitpunkt T3 wird mittels des Qualitätsanalysesystems 130 ein Quali tätsmängelcluster 150 erkannt, da die Qualitätsdaten 146 der werkstückspezi fischen Datensätze 134 der Werkstücke W3, W4 und W7 jeweils den iden tischen Qualitätsmangel Fl enthalten. Beispielsweise ist es denkbar, dass Werkstücke 106 aufgrund der mittels des Clusterverfahrens erkannten Qualitätsmängelcluster 150 aus dem Produktions prozess ausgeschleust werden. Alternativ oder ergänzend dazu ist es möglich, dass eine Prozesssteuerung des Produktionsprozesses mittels des Steuerungs systems 128 aufgrund von mittels des Clusterverfahrens erkannten Qualitäts mängelclustern 150 angepasst wird.

Vorzugsweise werden mittels eines Analyseverfahrens automatisch Qualitäts mängelursachen für die mittels des Clusterverfahrens erkannten und in ver schiedene Qualitätsmängelcluster 150 klassifizierten systematischen Qualitäts mängel festgestellt. Vorzugsweise werden dabei die insbesondere qualitätsr elevanten Prozessdaten 140 der werkstückspezifischen Datensätze 134 der Werkstücke W3, W4 und W7 mit systematischen Qualitätsmängeln des Quali tätsmängelclusters 150 analysiert.

Bei dem Analyseverfahren werden Qualitätsmängelursachen vorzugsweise mittels einer oder mehrerer Analyseregeln bestimmt.

Zur Bestimmung der Qualitätsmängelursachen werden vorzugsweise durch einen Experten definierte Analyseregeln und/oder erlernte Analyseregeln ver wendet.

Erlernte Analyseregeln werden vorzugsweise mittels eines maschinellen Lern verfahrens erlernt. Beispielsweise ist es dabei denkbar, dass Analyseregeln mittels eines überwachten und/oder unüberwachten maschinellen Lernver fahrens erlernt werden.

Anomalien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktions prozesses sind vorzugsweise mittels der Prozessfehlerdaten 148 als Qualitäts mängelursache identifizierbar. Anomalien und/oder Abweichungen in einem Prozessschritt des Produktions prozesses sind einem mittels des Clusterverfahrens klassifizierten systema tischen Qualitätsmangel vorzugsweise mittels der Prozessfehlerdaten 148 automatisiert zuordenbar, insbesondere mittels des Analyseverfahrens.

Vorzugsweise werden mittels des Analyseverfahrens Zusammenhänge zwi schen den festgestellten Qualitätsmängelursachen und den in verschiedene Qualitätsmängelcluster 150 klassifizierten systematischen Qualitätsmängeln bestimmt.

Beispielsweise ist es denkbar, dass eine durch einen Experten definierte Analyseregel verwendet wird, welche einen Zusammenhang zwischen den Anomalien im Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauch lackierung 114 und den Qualitätsmängeln Fl des Qualitätsmängelclusters 150 herstellt.

Vorzugsweise sind in der Visualisierung 152 des Qualitätsanalysesystem 130 Qualitätsmängelursachen für das in Fig. 8 dargestellte Qualitätsmängelcluster 150 in einem Fenster 154 der Visualisierung 152 darstellbar.

Die festgestellten Qualitätsmängelursachen umfassen vorzugsweise Anomalien und/oder Abweichungen im Produktionsprozess, insbesondere im Lackier prozess.

Mittels der bestimmten Zusammenhänge werden vorzugsweise automatisch bevorstehende systematische Qualitätsmängel ermittelt, vorzugsweise indem aus einer oder mehreren im laufenden Produktionsprozess festgestellten Ano malien und/oder Abweichungen durch die mittels des Analyseverfahrens bestimmten Zusammenhänge automatisch auf zukünftige Qualitätsmängel eines Werkstücks 106 rückgeschlossen wird, während ein Werkstück 106 den Produktionsprozess durchläuft. Vorzugsweise wird das Werkstück 106 dabei mittels des Analyseverfahrens bereits beim Durchlaufen des Produktionsprozesses einem Qualitätsmängel cluster 150 zugeordnet.

Vorzugsweise sind somit auch im Rahmen der Qualitätskontrolle in der Kontrollstation 126 nicht erkennbare systematische Qualitätsmängel durch Rückschlüsse aus dem Produktionsprozess erkennbar.

Eine in Fig. 4 dargestellte Ausführungsform von werkstückspezifischen Daten sätzen 134 verschiedener Werkstücke 106 unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform von werkstückspezifischen Datensätzen 134 verschiedener Werkstücke 106 im Wesentlichen dadurch, dass die Qualitäts daten 146 der werkstückspezifischen Datensätze 134 der Werkstücke W6 bis W8 jeweils Informationen über den Qualitätsmangel F2 enthalten.

Zu dem Zeitpunkt T4 wird mittels des Clusterverfahrens unter Anwendung einer Klassifizierungsregel ein Qualitätsmängelcluster 150 erkannt, da die Qualitätsdaten 146 der werkstückspezifischen Datensätze 134 der Werkstücke W6 bis W8 jeweils den identischen Qualitätsmangel F2 enthalten (vergl. Fig. 5).

Die Prozessdaten 140 der werkstückspezifischen Datensätze 134 enthalten in der fünften Spalte Informationen zu einer Kabinentemperatur in der Base- Coat-Kabine 118.

Die Kabinentemperatur ist bereits bei den Werkstücken W4 und W5 ange stiegen. Dabei ist es denkbar, dass die Kabinentemperatur in der Base-Coat- Kabine 118 bei den Werkstücken W6 bis W8 jeweils außerhalb eines für die Kabinentemperatur in der Base-Coat-Kabine 118 definierten Soll-Prozess- fensters liegt.

Mittels des Analyseverfahrens wird die Kabinentemperatur in der Base-Coat- Kabine 118 vorzugsweise als Qualitätsmängelursache identifiziert. Beispielsweise wird bei der Durchführung des Analyseverfahrens eine durch einen Experten definierte Analyseregel verwendet, welche einen Zusammen hang zwischen der Kabinentemperatur in der Base-Coat-Kabine 118 und den Qualitätsmängeln F2 des Qualitätsmängelclusters 150 herstellt.

Die Durchführung des Clusterverfahrens und des Analyseverfahrens stimmt bei der in den Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsform der werkstückspezi fischen Datensätze 134 mit der Durchführung des Clusterverfahrens und des Analyseverfahrens bei der in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsform der werkstückspezifischen Datensätze 134 im Wesentlichen überein, so dass auf deren bevorstehende Beschreibung insoweit Bezug genommen wird.

Eine in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform von werkstückspezifischen Daten sätzen 134 verschiedener Werkstücke 106 unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform von werkstückspezifischen Datensätzen 134 verschiedener Werkstücke 106 im Wesentlichen dadurch, dass die Qualitäts daten 146 der Werkstücke W2 und W3 jeweils Informationen über den Quali tätsmangel Fl enthalten und dass die Qualitätsdaten 146 der Werkstücke W4 bis W7 jeweils Informationen über den Qualitätsmangel F2 enthalten.

Die Qualitätsmängel Fl und F2 sind beispielsweise identisch und/oder ähnlich und werden mittels des Clusterverfahrens unter Anwendung einer Klassifi zierungsregel als Qualitätsmängelcluster 150 bereits zu dem Zeitpunkt TI erkannt (vergl. Fig. 7).

Die Prozessdaten 140 der werkstückspezifischen Datensätze 134 enthalten in der vierten Spalte Informationen über eine Sollzeitüberschreitung in dem Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114.

Insbesondere die Werkstücke W2 und W3, welche den Qualitätsmangel Fl auf weisen, sind hiervon betroffen. Allerdings sind auch die auf die Werkstücke W2 und W3 folgenden Werkstücke W4 bis W7 von einer Sollzeitüberschreitung in dem Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114 betroffen.

Mittels des Analyseverfahrens wird die Sollzeitüberschreitung in dem Trockner 116 nach der Station zur kathodischen Tauchlackierung 114 vorzugsweise als Qualitätsmängelursache für die Qualitätsmängel Fl und F2, insbesondere für das Qualitätsmängelcluster 150, identifiziert.

Die Durchführung des Clusterverfahrens und des Analyseverfahrens stimmt bei der in den Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsform der werkstückspezi fischen Datensätze 134 mit der Durchführung des Clusterverfahrens und des Analyseverfahrens bei der in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsform der werkstückspezifischen Datensätze 134 im Wesentlichen überein, so dass auf deren bevorstehende Beschreibung insoweit Bezug genommen wird.

Die unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 8 beschriebenen Verfahrensschritte sind mittels des Qualitätsanalysesystems 130 nicht nur für einzelne Werk stücke 106 durchführbar.

Es ist insbesondere denkbar, dass die Verfahrensschritte mittels des Qualitäts analysesystems 130 auch für mehrere Werkstücke 106, beispielsweise für mehrere zeichnerisch nicht dargestellte Fahrzeuganbauteile, durchgeführt werden, welche jeweils gemeinsam auf einem Werkstückträger angeordnet sind, während der Werkstückträger mit den darauf angeordneten Werkstücken 106 die Behandlungsstationen 104 durchläuft.

Vorzugsweise wird dabei anstatt eines werkstückspezifischen Datensatzes 134 ein werkstückträgerspezifischer Datensatz verwendet.

Ein werkstückträgerspezifischer Datensatz ist insbesondere einem Werkstück träger und sämtlichen auf dem jeweiligen Werkstückträger angeordneten Werkstücken 106 eindeutig zugeordnet, beispielsweise einem Werkstückträger und sämtlichen darauf angeordneten Fahrzeuganbauteilen.

Im Übrigen stimmen die mittels des Qualitätsanalysesystems 130 durchführ baren Verfahrensschritte mit den oben beschriebenen Verfahrensschritten überein, so dass auf deren diesbezügliche Beschreibung verwiesen wird.

Insgesamt kann ein Verfahren zur Analyse von Qualitätsmängeln von Werk stücken 106, vorzugsweise von Fahrzeugkarosserien 108 und/oder von Fahr zeuganbauteilen, nach oder bei dem Durchlaufen eines Produktionsprozesses in verfahrenstechnischen Anlagen 100, vorzugsweise nach oder bei dem

Durchlaufen eines Lackierprozesses in Lackieranlagen 102, bereitgestellt werden, mittels welchem Qualitätsmängel vermieden werden können und/oder mittels welchem Qualitätsmängelursachen im Produktionsprozess ermittelt, vermieden und/oder behoben werden können. Ferner kann ein Qualitätsana lysesystem 130 zur Durchführung des derartigen Verfahrens zur Analyse von Qualitätsmängeln von Werkstücken 106 bereitgestellt werden.