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Title:
METHOD AND DEVICE FOR ADJUSTING THE INTENSITY OF BRAKING IN A SINGLE-TRACK MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/023410
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for adjusting the intensity of braking in a single-track motor vehicle, the handlebar of which has two handlebar grips, wherein it is determined how many of the handlebar grips are in contact with a hand of the driver and the intensity of braking is adjusted depending thereon.

More Like This:
JP2000052946PARKING BRAKE DEVICE
Inventors:
KLEWS MATTHIAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/064979
Publication Date:
February 11, 2021
Filing Date:
May 29, 2020
Export Citation:
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Assignee:
BOSCH GMBH ROBERT (DE)
International Classes:
B60T7/08; B60T7/12; B60T8/17; B60T8/1755; B60T13/66; B60W30/09; B60W50/08; B62J27/00; B62K21/12; B62K23/04
Foreign References:
DE102012221615A12014-05-28
DE102015217257A12017-03-16
DE112014006719T52017-02-16
DE102016223542A12018-05-30
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zur Einstellung der Intensität einer Bremsung bei einem einspurigen Kraftfahrzeug, dessen Lenker zwei Lenkergriffe aufweist, bei dem ermittelt wird, wie viele der Lenkergriffe in Kontakt mit einer Hand des

Fahrers sind und abhängig davon die Intensität der Bremsung eingestellt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Lenkergriffe eine kapazitive Sensorhaut (3) aufgebracht ist, mittels derer ein Kontakt des Lenkergriffs mit einer Hand des Fahrers detektiert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bremsung um eine fahrerunabhängige Bremsung handelt.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der fahrerunabhängigen Bremsung um eine automatische Notbremsung handelt.

5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit abnehmender Anzahl der mit einer Fahrerhand in Kontakt befindlichen Lenkergriffe die Intensität der Bremsung reduziert wird.

6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Veränderung der Lenkstellung des Vorderrads verhindert wird, wenn nicht beide Lenkergriffe in Kontakt mit einer Hand des Fahrers sind.

7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem einspurigen Kraftfahrzeug um ein Motorrad handelt.

8. Vorrichtung, enthaltend Mittel, die zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren ausgestaltet sind.

Description:
Beschreibung

Titel

Verfahren und Vorrichtung zur Einstellung der Intensität einer Bremsung bei einem einspurigen Kraftfahrzeug

Stand der Technik

Aus der DE 102016223 542 Al ist eine Vorrichtung zur Überwachung eines Kraftradfahrers bekannt, mit mindestens einer Sensoreinheit, welche positionsrelevante Informationen des Kraftradfahrers in einem korrespondierenden Erfassungsbereich erfasst, und einer Auswerte- und Steuereinheit, welche die positionsrelevanten Informationen auswertet. Hierbei ist die mindestens eine Sensoreinheit als Linienscanner ausgeführt, welcher den Kraftradfahrer optisch vermisst und eine Messpunktwolke des korrespondierenden Erfassungsbereichs an die Auswerte- und Steuereinheit ausgibt, welche die positionsrelevanten Informationen aus der Messpunktwolke extrahiert und einen aktuellen Zustand des korrespondierenden Kraftradfahrers ermittelt. Damit kann das Bewegungsprofil bzw. die Belegung der Lenkergriffe zur Ableitung von möglichen Eingriffen bzw. deren Intensität durch ein Fahrerassistenzsystem verwendet werden.

Aus der Robotik ist sogenannte kapazitive Sensorhaut bekannt, welche Annäherung von Personen an Roboter detektieren kann und dann ggf. zu einer Deaktivierung des Roboters führt, um Gefahren für das Umfeld des Roboters zu vermeiden. Die kapazitive Sensorhaut ist in der Lage, auch kleinere Körperteile wie Hände bis zu ca. 15 cm Entfernung zu erkennen.

Offenbarung der Erfindung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung der Intensität bzw. Bremsstärke bzw. Bremskraft einer Bremsung bei einem einspurigen Kraftfahrzeug, dessen Lenker zwei Lenkergriffe aufweist, bei dem ermittelt wird, wie viele der Lenkergriffe in Kontakt mit einer Hand des Fahrers sind und abhängig davon die Intensität der Bremsung eingestellt wird.

Durch einhändiges oder freihändiges Fahren werden Bremsvorgänge für den Fahrer unsicherer. Deshalb wird damit die Stärke des Bremsvorgangs an die Bereitschaft des Fahrers zur sicheren Durchführung einer Bremsung angepasst.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass auf die Lenkergriffe eine kapazitive Sensorhaut aufgebracht ist, mittels derer ein Kontakt des Lenkergriffs mit einer Hand des Fahrers detektiert wird.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bremsung um eine fahrerunabhängige Bremsung handelt.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der fahrerunabhängigen Bremsung um eine automatische Notbremsung handelt.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass mit abnehmender Anzahl der mit einer Fahrerhand in Kontakt befindlichen Lenkergriffe die Intensität der Bremsung reduziert wird.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Veränderung der Lenkstellung des Vorderrads verhindert wird, wenn nicht beide Lenkergriffe in Kontakt mit einer Hand des Fahrers sind.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem einspurigen Kraftfahrzeug um ein Motorrad handelt. Weiter umfasst die Erfindung eine Vorrichtung, enthaltend Mittel, die zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren ausgestaltet sind. Dabei handelt es sich insbesondere um ein Steuergerät, in welchem der Programmcode zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren hinterlegt ist.

Die Zeichnung umfasst Figur 1.

Fig. 1 zeigt die seitliche Ansicht eines Motorrads mit schematisch eingezeichneten Komponenten.

Eine Sensorik erkennt, ob der Motorradfahrer beide Hände am Lenker hat. Dementsprechend wird bei einer Bremsung durch den Fahrer oder einer automatischen Bremsung durch ein Sicherheitssystem der Bremsdruck soweit reduziert, dass die Bremsverzögerung nicht zum Sturz des einhändig oder gar freihändig fahrenden Fahrers führt. In einer weiteren Ausbaustufe stabilisiert zusätzlich ein Lenkaktuator den Lenkwinkel, zumindest bis der Fahrer wieder beide Hände am Lenker hat.

Das motorisierte Zweirad wird im Bereich der Lenkerenden bzw. Lenkergriffe mit kapazitiver Sensorhaut ausgestattet. Damit kann detektiert werden, wie viele Hände der Fahrer aktuell am Lenker hat. Diese Information wird in einem Steuergerät, z.B. einem ABS-Steuergerät, verarbeitet. Leitet der Fahrer selbst eine Bremsung ein oder wird eine automatische Bremsung durch ein Sicherheitssystem eingeleitet, z.B. eine automatische Notbremsfunktion bei drohender Objektkollision, dann wird der Bremsdruck an die Anzahl der Hände am Lenker angepasst, damit die Verzögerung für den Fahrer beherrschbar bleibt. Optional kann mit einem Lenkaktuator oder mit einem adaptiven Lenkungsdämpfer das Einklappen des Vorderrads solange verhindert werden, bis der Fahrer wieder beide Hände am Lenker hat und das Lenksystem selbst stabilisieren kann. Durch den Lenkaktuator wird der Lenkwinkel stabilisiert bzw. gehalten, zumindest bis der Fahrer wieder beide Hände am Lenker hat. ln Fig. 1 ist in seitlicher Ansicht ein Motorrad dargestellt. Dieses weist eine Vorderbremse 1 auf, welche von einem Steuergerät 2 angesteuert wird. Bei diesem Steuergerät kann es sich z.B. um ein ABS-Steuergerät handeln. 3 kennzeichnet eine kapazitive Sensorhaut, welche an den Lenkergriffen des Motorrads angebracht ist. 4 kennzeichnet einen aktiven Lenkaktuator bzw.

Lenkungsdämpfer, welcher auch zur Arretierung des Lenkwinkels verwendet werden kann. Mit 5 ist ein Umfeldüberwachungssystem zur Erkennung einer Frontkollision gekennzeichnet, welches auf den Ausgangssignalen eines Kamera- oder Radarsystems basiert. Dieses System kann z.B. zur Auslösung einer fahrerunabhängigen Notbremsung benutzt werden. Die Auswertung der

Ausgangssignale der kapazitiven Sensorhaut kann z.B. im Steuergerät 2 erfolgen.