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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR LAMINATING OPTICAL DEFECTS IN SURFACES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/037899
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for laminating optical defects (5) in surfaces (1). The essential steps of the method are: - digitally optically detecting at least one optical defect (5) and the surrounding surface (1); - digitally imitating the surface (1) in the region of the at least one optical defect (5) using image processing; - printing the surface imitation (13) true to scale onto a transfer film (14) in a mirror-reversed manner; - soaking and activating the printing ink applied onto the transfer film (14); - aligning the transfer film (14) with the surface (1) such that on the transfer film (14), the surface imitation (13) coincides with the optical defect on the surface (1); - pressing and then removing the transfer film (14); - removing the transfer film (14) from the surface (1); - pressing the printing ink remaining on the surface (1); and - applying a protective layer (4).

Inventors:
REIFFERSCHEID MORITZ (DE)
HUBER HEINRICH (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/073831
Publication Date:
March 04, 2021
Filing Date:
August 26, 2020
Export Citation:
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Assignee:
LUFTHANSA TECHNIK AG (DE)
International Classes:
B32B38/18; B32B37/00; B44C1/16; G06T5/00
Foreign References:
US20140041543A12014-02-13
EP0950540A21999-10-20
EP3125527A12017-02-01
Attorney, Agent or Firm:
GLAWE DELFS MOLL PARTNERSCHAFT MBB VON PATENT- UND RECHTSANWÄLTEN (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Kaschierung von optischen Defekten (5) in Oberflächen (1), umfassend die Schritte: a) Digitale optische Erfassung wenigstens eines optischen Defekts (5) und der umliegenden Oberfläche (1); b) Imitation der Oberfläche (1) im Bereich des wenigstens einen optischen Defekts (5) durch Bildbearbeitung des digitalen Abbildes (11) des optischen Defekts (5); c) Spiegelverkehrtes maßstabsgerechtes Drucken der Ober flächenimitation (13) auf eine Transferfolie (14); d) Einweichen der Transferfolie (14) zum Anlösen der auf die Transferfolie (14) aufgebrachten Druckfarbe; e) Auftrag eines Aktivators auf die bedruckte Seite der Transferfolie (14) zur Haftfähigmachung der Druckfarbe und/oder auf die Oberfläche (1) zum Anhaften der Druck farbe daran; f) Ausrichten der Transferfolie (14) auf die Oberfläche

(1), sodass sich die Oberflächenimitation (13) auf der Transferfolie (14) mit dem optischen Defekt auf der Oberfläche (1) deckt; g) Andrücken der Transferfolie (14) auf die Oberfläche

(l); h) Abziehen der Transferfolie (14) von der Oberfläche (1); i) Andrücken der auf der Oberfläche (1) verbleibenden Druckfarbe; j) Nach vollständiger Trocknung des Aktivators und der

Druckfarbe: Aufbringen einer Schutzschicht (4) auf die Oberflächenimitation (13).

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor Ausrichten der Transferfolie (14), vorzugsweise vor der digitalen optischen Erfassung, strukturelle Beschädigungen (6) der Oberfläche (1) im Bereich wenigstens eines opti schen Defekts (5) repariert werden.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Imitation der Oberfläche (1) im Bereich des wenigstens einen optischen Defekts (5) durch Mustererkennung der er fassten umliegenden Oberfläche (1) wenigstens teilautomati siert erfolgt.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Muster (3) der erfassten umliegenden Oberfläche (1) um den optischen Defekt (5) wenigstens teilautomatisiert mit einem vorgegebenen Muster (12) abgeglichen wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der digitalen optischen Erfassung wenigstens eines op tischen Defekts (5) und der umliegenden Oberfläche (1) eine definierte Farbreferenzskala (9) und/oder eine Längenrefe renzskala (10) miterfasst wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Drucken der Oberflächenimitation (13) auf die Trans ferfolie (14) eine Farbreferenzskala (9') und/oder eine Längenreferenzskala (10') mitgedruckt wird, die vorzugs weise vor dem Einweichen entfernt wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Drucken der Oberflächenimitation (13) auf die Transfer folie (14) durch Laserdruck erfolgt und die Druckfarbe To ner ist.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transferfolie (14) transparent und/oder aus Polyvi nylacetat ist.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transferfolie (14) vor Ausrichten auf der Oberfläche, vorzugsweise vor dem Einweichen, auf den Bereich der Ober flächenimitation (13) zugeschnitten wird.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivator wenigstens einen der folgenden Inhaltsstoffe umfasst: Ethylacetat, 4-Methylpentan-2-on oder 2- Butoxyethanol.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (4) einen Decklack umfasst und/oder im Glanzgrad an die Oberfläche (1) angepasst ist.

Description:
Verfahren zur Kaschierung von optischen Defekten in

Oberflächen

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kaschierung von opti schen Defekten in Oberflächen. Diejenigen Oberflächen von Gegenständen, die im Verwendungszu stand sichtbar sind, werden regelmäßig mit einem Dekor verse hen, um den Gegenstand optisch ansprechend zu gestalten. Bspw. können durch Furniere Holz-Oberflächen geschaffen werden oder es werden Muster auf die Oberflächen aufgebracht, bspw. aufge- druckt. Selbst durch eine homogene Einfärbung einer Oberfläche kann der gewünschte Effekt erreicht werden.

Entsprechende aufgewertete Oberflächen können bei der Verwen dung des Gegenstandes beschädigt werden. Typische Defekte sind Kratzer, Dellen oder Abplatzungen, die den optischen Eindruck der Oberfläche stören, was insbesondere bei hochwertigen bzw. zumindest hochwertig wirkenden Oberflächen in Regel uner wünscht ist.

Während bei kleineren Oberflächen insbesondere von portablen Gegenständen der vollständige Austausch bzw. Neuherstellung der betroffenen Oberfläche wirtschaftlich möglich sein mag, ist dies bei größeren Oberflächen insbesondere von festeinge bauten Gegenständen, wie bspw. fest verbauten Komponenten der Inneneinrichtung von Flugzeugkabinen, häufig nicht möglich, weshalb versucht wird, solche beschädigten Oberflächen mög- liehst in situ zu reparieren.

Im Stand der Technik sind verschiedene manuelle Techniken be kannt, um optische Defekte von beschädigten Oberflächen zu ka schieren. Die Techniken lassen sich unter dem Begriff Dekora tionsmalerei zusammenfassen und erfordern eine hohe Qualifika- tion und weitreichende Erfahrungen im Hinblick auf Farbwahr- nehmung, Farbanpassung und Aufbringung. Die Dekorationsmalerei ist nicht nur zeitaufwendig und kostenintensiv, sondern es kann aufgrund der geringen Anzahl geeigneter Fachleute erfah- rungsgemäß zu Engpässen bei zeitnahen Reparaturen kommen.

Ein wenigstens teilautomatisiertes Verfahren zur Kaschierung von optischen Defekten in Oberflächen, dessen Ergebnisse ver gleichbar denen der Dekorationsmalerei ist, aber keine ent sprechenden Fachleute in der Anwendung erfordert, ist im Stand der Technik nicht bekannt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Kaschierung von optischen Defekten in Oberflächen zu schaffen, bei dem die Nachteile aus dem Stand der Technik nicht mehr o- der nur noch in vermindertem Umfang auftreten. Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäß dem Haupt anspruch. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der ab hängigen Ansprüche.

Demnach betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Kaschierung von optischen Defekten in Oberflächen, umfassend die Schritte: a) Digitale optische Erfassung wenigstens eines optischen Defekts und der umliegenden Oberfläche; b) Imitation der Oberfläche im Bereich des wenigstens ei nen optischen Defekts durch Bildbearbeitung des digita len Abbildes des optischen Defekts; c) Spiegelverkehrtes maßstabsgerechtes Drucken der Ober flächenimitation auf eine Transferfolie; d) Einweichen der Transferfolie zum Anlösen der auf die Folie aufgebrachten Druckfarbe; Auftrag eines Aktivators auf die bedruckte Seite der Transferfolie zur Haftfähigmachung der Druckfarbe und/oder auf die Oberfläche zum Anhaften der Druckfarbe daran; f) Ausrichten der Transferfolie auf die Oberfläche, sodass sich die Oberflächenimitation auf der Transferfolie mit dem optischen Defekt auf der Oberfläche deckt; g) Andrücken der Transferfolie auf die Oberfläche; h) Abziehen der Transferfolie von der Oberfläche; i) Andrücken der auf der Oberfläche verbleibenden Druck farbe; und j ) Nach vollständiger Trocknung des Aktivators und der Druckfarbe: Aufbringen einer Schutzschicht auf die Oberflächenimitation . Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht ein qualitativ hoch wertiges Kaschieren von optischen Defekten in Oberflächen, ohne dass dafür eine besonders hohe Qualifikation des Anwen ders erforderlich wäre. Die Anwendung des Verfahrens lässt sich daher schnell skalieren und ermöglicht so grundsätzlich eine hohe Verfügbarkeit entsprechender Reparaturen.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich dabei sowohl für natürliche Oberflächen, wie bspw. Holz mit sichtbarer Mase rung, als auch für mit beliebigen Mustern versehene Oberflä chen. Selbst einfarbige Oberflächen können mit dem erfindungs- gemäßen Verfahren repariert werden, wobei nicht auf den für die Oberfläche vorgegebenen originären Farbton zurückgegriffen werden muss, sondern der tatsächlich an der Oberfläche beste hende Farbton imitiert wird, womit auch Farbabweichungen bei der ursprünglichen Einfärbung der Oberfläche oder aufgrund von Umwelteinflüssen über die Zeit berücksichtigt werden.

In einem ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird wenigstens ein optischer Defekt auf der Oberfläche digital op tisch erfasst, wobei neben dem optischen Defekt auch dessen unmittelbar umgebende Oberfläche erfasst werden soll, damit der Übergang zwischen defekter und intakter Oberfläche auf dem digitalen Abbild enthalten ist.

Die eigentliche Erfassung kann durch einen digitalen Bildsensor, bspw. CCD- oder CMOS-Sensor, erfolgen. Dabei ist es möglich, eine hinsichtlich der Farbwiedergabe und/oder des Abbildungsmaßstabs kalibrierte Vorrichtung zu verwenden. Um den Abbildungsmaßstab einzuhalten, kann die Vorrichtung bspw. über geeignete Abstandshalter zur Einhaltung eines vorgegebe nen Abstandes zwischen der Oberfläche mit dem optischen Defekt und dem Bildsensor einzuhalten. Für die korrekte Farbwieder gabe kann die zum automatisierten Weißabgleich ausgebildet sein, bspw. indem der Abstandshalter vom Bildsensor miterfasst wird, der dann in den von dem Bildsensor erfassten Bereichen einheitlich grau eingefärbt sind.

Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, zeitweise auf der Oberfläche in der Nähe des optischen Defekts eine Farbrefe- renzskala und/oder eine Längenreferenzskala anzubringen, die bei der digitalen optischen Erfassung miterfasst wird. Der ge gebenenfalls erforderliche Farbabgleich des digitalen Abbildes kann dann einfach anhand der Farbreferenzskala durchgeführt werden. Durch eine unmittelbar in der Nähe des optischen De fekts auf der Oberfläche angeordnete Längenreferenzskala, die vorzugsweise zwei rechtwinklig zueinander verlaufende Längens kalen aufweist, ermöglicht die genaue Ermittlung der Form und Größe des optischen Defekts unabhängig vom Bilderfassungswin kel zumindest auf ebenen Oberflächen. In diesem Fall ist es möglich, die digitale optische Erfassung mit einer aus dem Stand der Technik bekannten Digitalkamera durchzuführen, die sogar freihändig geführt sein kann.

Ist die Oberfläche im Bereich des optischen Defektes nicht eben, können bekannte 3D-Bilderfassungssysteme zum Einsatz kommen, bei denen neben den eigentlichen Bilddaten auch noch die Formgebung der Oberfläche erfasst wird. Die so erfassten 3D-Bilddaten können dann auf eine Ebene abgerollt werden, so- dass sich ein zweidimensionales digitales Abbild der Oberflä che ergibt.

Es ist bevorzugt, wenn bereits vor der digitalen optischen Er fassung ggf. strukturelle Beschädigungen der Oberfläche im Be reich des optischen Defekts repariert werden. Ist bspw. ein Teil der Oberfläche abgeplatzt oder liegt ein tiefer Kratzer vor, kann die strukturelle Beschädigung durch geeignetes Spachteln und Schleifen ausgeglichen werden. Die Reparatur ei ner evtl, strukturellen Beschädigung der Oberfläche vor der digitalen optischen Erfassung bietet den Vorteil, dass evtl. Bearbeitungen der Oberfläche, die auch die an sich intakten Bereiche betreffen, bspw. dem Beischleifen des Randes der strukturellen Beschädigung, im digitalen Abbild erfasst sind, um bei den nachfolgenden Schritten unmittelbar berücksichtigt werden zu können. Ist dies nicht erforderlich, ist es ausrei chend, wenn die Reparatur ggf. struktureller Beschädigungen der Oberfläche erst später, spätestens aber bis zum Ausrichten der Transferfolie auf der Oberfläche, erfolgt.

Liegt ein digitales Abbild des wenigstens einen optischen De fekts sowie der umliegenden Oberfläche vor, kann durch Bildbe arbeitung, bspw. an einem Computer oder mobilem Endgerät, die Oberfläche im Bereich des wenigstens einen optischen Defekts digital imitiert werden. Neben der farblichen Anpassung können dabei auch Muster der Oberfläche im Bereich des optischen De fekts nachgezeichnet werden, wobei sich der Bearbeiter an dem Muster der umliegenden Oberfläche orientieren kann. Das Ergeb nis lässt sich unmittelbar auf dem zur Bearbeitung des digita len Abbildes genutzten Gerät überprüfen und bei Bedarf noch verfeinern .

Es ist bevorzugt, wenn die Imitation der Oberfläche im Bereich des wenigstens einen optischen Defekts durch Mustererkennung der erfassten umliegenden Oberfläche wenigstens teilautomati siert erfolgt. Dazu kann bspw. auf bekannte automatisierte Fo torestaurierung-Verfahren zurückgegriffen werden. Der Nutzer kann dann die automatisiert erstellte Imitation der Oberfläche im wenigstens einen optischen Defekts bei Bedarf noch nachbe arbeiten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Insbesondere wenn die Oberfläche im Bereich des wenigstens ei nen optischen Defekts und der umliegenden Bereiche ein vorge gebenes Muster, insbesondere ein sich regelmäßig wiederholen des Muster, aufweist, kann die automatisierte erstellte Imita tion der Oberfläche im wenigstens einen optischen Defekts noch verbessert werden, indem das Muster der erfassten umliegenden Oberfläche um den optischen Defekt mit einem vorgegebenen Mus ter - insbesondere dem für die initiale Herstellung der Ober fläche verwendeten Muster - abgeglichen wird. Verfahren für einen entsprechenden Musterabgleich sind aus dem Stand der Technik bekannt. Das vorgegebene Muster kann dann entsprechend dem Muster der erfassten umliegenden Oberfläche ausgerichtet und über den optischen Defekt fortgezeichnet werden. Die farb liche Anpassung des fortgezeichneten Musters erfolgt dabei weiterhin vorzugsweise anhand der umliegenden Oberfläche.

Ist die Imitation der Oberfläche durch Bildbearbeitung abge schlossen, wird die Oberflächenimitation maßstabsgerecht, aber spiegelverkehrt auf eine Transferfolie gedruckt. „Maßstabsge recht" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die gedruckte Oberflächenimitation die für den optischen Defekt passende Größe aufweist. Es ist auch möglich, dass um die eigentliche Oberflächenimitation noch ein Rand aus dem digitalen Abbild der den Defekt umgebenden Oberfläche mit gedruckt wird.

Dadurch kann die Schaffung eines fließenden Übergangs zwischen intakter Oberfläche und der Kaschierung erleichtert werden.

Der Druck der Oberflächenimitation auf die Transferfolie er folgt vorzugsweise durch Laserdruck, womit die Druckfarbe To ner ist. Der Einsatz von Laserdruckern ist aufgrund ihrer ho hen Verfügbarkeit und guten Druckresultaten vorteilhaft.

Die Transferfolie ist vorzugsweise transparent ausgestaltet, womit das spätere Ausrichten der Transferfolie auf der Ober fläche vereinfacht wird. Die Transferfolie kann bspw. aus Po lyvinylacetat sein.

Auf der Transferfolie kann vorzugsweise neben der Oberflä chenimitation auch eine Farbreferenzskala mitgedruckt werden. Anhand dieser Farbreferenzskala kann überprüft werden, ob der Druck der Oberflächenimitation ausreichend farbecht erfolgt ist. Stimmt die gedruckte Farbreferenzskala mit einer bei der digitalen optischen Erfassung miterfassten digitalen Farbrefe- renzskala überein oder wird das digitale Abbild der erfassten Farbreferenzskala mit ausgedruckt, kann durch direkten Ab gleich der beiden Farbreferenzskalen sichergestellt werden, dass die gedruckte Oberflächenimitation die bei der Oberflä chenimitation gewählte Farbgebung aufweist.

Vergleichbar kann eine Längenreferenzskala mitgedruckt werden, wie bspw. der bei der Erfassung verwendeten Längenreferenz skala vergleichbar ist. Durch Überprüfung der gedruckten Län genreferenzskala und/oder Abgleich mit der bei der Erfassung verwendeten Längenreferenzskala kann überprüft werden, ob der Ausdruck tatsächlich maßstabsgerecht erfolgt ist

Die ausgedruckte Farbreferenzskala und/oder Längenreferenz skala kann vorzugsweise vor dem nachfolgenden Einweichen durch geeignetes Zuschneiden der Transferfolie auf der Oberfläche, spätestens aber vor dem Ausrichten der Transferfolie entfernt werden. Analog kann die Transferfolie vor dem nachfolgenden Einweichen, spätestens aber vor dem Ausrichten der Transferfo lie auf der Oberfläche auf den Bereich der Oberflächenimita tion zugeschnitten werden. Durch entsprechenden Zuschnitt kann die spätere Handhabung der Transferfolie vereinfacht werden.

Die bedruckte Transferfolie wird anschließend eingeweicht, um die Druckfarbe anzulösen, d. h. die Haftung zwischen Druck farbe und Transferfolie zu verringern. Je nach Druckfarbe ist es ausreichend, die Transferfolie für ca. 30 bis 180 Sekunden in Wasser einzuweichen.

Anschließend wird ein Aktivator auf die bedruckte Seite der Transferfolie aufgetragen, um die Druckfarbe auf der von der Folie abgewandten Seite haftfähig zu machen, und/oder der Ak tivator wird unmittelbar auf die Oberfläche aufgebracht, damit die in den nachfolgenden Schritten auf der Oberfläche ausge richtete und angedrückte Druckfarbe daran anhaftet. Ein ent sprechender Aktivator, der zumindest für die Auftragung unmit telbar auf der Transferfolie vorzugsweise aufgesprüht werden kann, um die bereits angelöste Druckerfarbe nicht zu ver schmieren, kann auf die Druckerfarbe abgestimmt sein und bspw. einen der nachfolgenden Inhaltsstoffe umfassen: Ethylacetat, 4-Methylpentan-2-on oder 2-Butoxyethanol. Ein entsprechender Aktivator kann auch für die unmittelbare Auftragung auf der Oberfläche verwendet werden. Wenn der Aktivator ausschließlich auf die Oberfläche aufgebracht wird, kann aber auch ein Kleb stoff als Aktivator verwendet werden. Der Klebstoff ist dabei so zu wählen, dass einerseits die Druckfarbe ausreichend daran anhaftet, andererseits die Transferfolie auch rückstandsfrei abgezogen werden kann.

Danach wird die Transferfolie derart auf der Oberfläche ausge richtet, dass sich die Oberflächenimitation auf der Transfer folie mit dem optischen Defekt auf der Oberfläche deckt. Dabei kann die Transferfolie bspw. mit dem Rand der aufgedruckten Oberflächenimitation an dem Rand des optischen Defekts ausge richtet werden. Ist die Transferfolie transparent, kann zu sätzlich noch das Muster der Oberflächenimitation mit dem Mus ter der den optischen Defekt umgebenden Oberfläche abgeglichen werden, um einen sichtbaren Übergang zwischen originärer in takter Oberfläche und der Oberflächenimitation zu vermeiden.

Ist die Transferfolie auf der Oberfläche ausgerichtet, wird sie nachfolgend angedrückt. Dadurch kommt es zu einer Haftung der Druckfarbe und der Oberfläche, wobei Druckfarbe und/oder Oberfläche bereits zuvor mit einem Aktivator und/oder Kleb stoff haftfähig gemacht wurden, oder die Druckfarbe erst bei Kontakt mit der Oberfläche mit einem dort aufgetragenen Akti vator in Kontakt kommt und dadurch haftfähig wird. Wie bereits vorstehend erläutert, ist die Oberfläche im Bereich des opti schen Defekts vorzugsweise spätestens zu diesem Zeitpunkt hin sichtlich evtl, struktureller Beschädigungen repariert, sodass die Oberfläche auch im Bereich des optischen Defektes regelmä ßig plan ist, womit das Andrücken der Transferfolie problemlos möglich ist.

Nach dem Andrücken der Folie haftet die Druckfarbe an der Oberfläche an, sodass die Transferfolie abgezogen werden kann. Die Haftung an der Oberfläche ist dabei durch den Aktivator sichergestellt, während die Ablösbarkeit der Transferfolie durch das Einweichen zum Anlösen der Druckfarbe von der Trans ferfolie gegeben ist. Ist die Transferfolie entfernt, kann die Druckfarbe nochmals angedrückt werden. Dazu wird vorzugsweise ein anti-haft-be- schichteter Druckstempel verwendet, um zu vermeiden, dass die Druckfarbe an dem Druckstempel anhaftet. Nachdem Aktivator und Druckfarbe vollständig getrocknet sind, wird abschließend noch eine Schutzschicht auf die Oberflä chenimitation aufgebracht, um bspw. die Druckfarbe vor Feuch tigkeit zu schützen. Die Schutzschicht kann dabei im Glanzgrad an die umgebende Oberfläche angepasst sein und/oder bspw. ei- nen transparenten Decklack umfassen.

Nach Durchführung dieser Schritte ist der wenigstens eine op tische Defekt derart kaschiert, dass er regelmäßig nicht oder nur kaum mehr zu erkennen ist.

Das Verfahren wird nun anhand einer beispielhaften Ausfüh- rungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:

Figuren 1-7: schematische Darstellung von Zwischenschritten bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfah rens. In Figur 1 ist ein Teil der Oberfläche 1 eines ebenfalls nur teilweise dargestellten Gegenstandes 2 - in diesem Fall eines fest in die Kabine eines Verkehrsflugzeugs eingebauten Möbel stücks - gezeigt. Die Oberfläche 1 ist mit einem sich regelmä ßig wiederholenden Muster 3 dekoriert, welches unmittelbar auf die Oberfläche 1 aufgedruckt ist. Das Muster 3 ist mit einer Schutzschicht 4 aus transparentem Decklack versehen.

In dem dargestellten Teil der Oberfläche 1 liegt ein mit einer strukturellen Beschädigung 6 einhergehender optischer Defekt 5 vor. Die strukturelle Beschädigung 6 hat die Form einer Kerbe oder eines tiefen Kratzers und könnte bspw. durch einen kräf tigen Stoß mit der spitzen Kante eines Gegenstandes entstanden sein.

Um den optischen Defekt 5 zu kaschieren, wird zunächst die strukturelle Beschädigung 6 repariert (Figur 2). Dazu wird die strukturelle Beschädigung 6 mit Spachtelmasse 7 aufgefüllt und mit der Oberfläche 1 plan geschliffen. Dass dabei ggf. auch Teile der Schutzschicht 4 in der unmittelbaren Umgebung des Defekts 5 entfernt werden ist unerheblich und kann sogar vor teilhaft für das spätere Ausrichten und Andrücken der Träger folie 14 (vgl. Figur 5) sein.

Anschließend wird der optische Defekt 5 zusammen mit der um liegenden Oberfläche 1 digital optisch mithilfe einer Digital kamera 8 erfasst (Figur 3). Im Aufnahmebereich 8' der Digital kamera 8 sind für die Dauer der Erfassung dabei eine Farbrefe- renzskala 9 und eine Längenreferenzskala 10 mit zwei recht winklig zueinander verlaufenden Längenskalen auf die Oberflä che 1 aufgelegt, anhand derer der Maßstab, evtl. Verzerrungen aufgrund des Aufnahmewinkels und die Farbwiedergabe des von der Digitalkamera 8 aufgenommenen digitalen Abbildes 11 des optischen Defekts 5 ermittelt werden können.

Das von der Digitalkamera 8 aufgenommene und anhand der Län genreferenzskala 10 begradigte digitale Abbild 11 des opti schen Defekts 5 ist in Figur 4a dargestellt.

Durch automatisierte Musterkennung wird der optische Defekt 5 auf dem digitalen Abbild 11 erkannt. Darüber hinaus wird das Muster 3 der Oberfläche 1 um den optischen Defekt 5 erkannt und mit einem vorgegebenen Muster 12 abgeglichen, sodass das Muster 3 der Oberfläche 1 auf dem digitalen Abbild 11 anhand des vorgegebenen Musters 12 mit einer passenden Oberflä- chenimitation 13 ergänzt werden kann. Ist kein Muster 12 vor gegeben, bspw. weil es sich bei der Oberfläche 1 um eine na türliche Holzoberfläche mit Maserung handelt, können auch Fo torestaurierungsverfahren zum Einsatz kommen, um eine Oberflä chenimitation 13 zu erstellen.

Die automatisiert erzeugte Oberflächenimitation 13 für den der optische Defekt 5 sowie das Muster 3 im Bereich der Oberfläche 1 unmittelbar um den optischen Defekt 5 werden als digitales Abbild 11' zur Bildbearbeitung bereitgestellt (Figur 4b). In diesem Schritt können Korrekturen an der automatisiert erzeug ten Oberflächenimitation 13 erfolgen. Es ist auch möglich, die automatisiert erzeugte Oberflächenimitation 13 zu verwerfen und auf Basis des digitalen Abbildes 11 eine Oberflächenimita tion 13 frei zu entwickeln.

Anschließend wird die Oberflächenimitation 13 für den opti schen Defekt 5 sowie das Muster 3 der umliegenden Oberfläche 3 spiegelverkehrt per Laserdruck maßstabsgerecht auf eine trans parente Transferfolie 14 aus Polyvinylacetat gedruckt (Figur 4c). Im gleichen Schritt werden auf die Transferfolie 14 eine Farbreferenzskala 9' und eine Längenreferenzskala 10' aufge druckt, die den bei der digitalen optischen Erfassung verwen deten Referenzskalen 9, 10 entsprechen (vgl. Figur 3). Durch

Abgleich der Farbreferenzskalen 9, 9' und der Längenreferenz skalen 10, 10' kann sichergestellt werden, dass die ausge druckte Oberflächenimitation 13 färb- und maßstabsgerecht zur Oberfläche 1 bzw. deren Muster 3 ist.

Anschließend kann die Trägerfolie 14 auf den Bereich der Ober flächenimitation 13 sowie des unmittelbar benachbarten Be reichs zugeschnitten werden (Figur 4d), der nach dem Wenden der Transferfolie 14 - wie im Vergleich mit Figur 4a ersicht lich - auf den optischen Defekt 5 passt. Die Transferfolie 14 wird anschließend - je nach verwendetem Toner als Druckfarbe - für ca. 30 bis 180 Sekunden in Wasser eingeweicht, womit sich die Druckfarbe auf der Transferfolie 14 anlöst. Anschließend wird die Druckfarbe auf der Transfer folie 14 mit einem auf Ethylacetat basierenden Aktivator be sprüht, der die Druckfarbe auf der von der Transferfolie 14 abgewandten Seite haftfähig macht. Der Aktivator kann auch un mittelbar auf der Oberfläche 1 im Bereich des optischen De fekts 5 aufgebracht werden, sodass die Druckfarbe erst bei dem Kontakt mit der Oberfläche 1 haftfähig wird. Alternativ dazu ist es auch möglich, die Oberfläche 1 in dem Bereich des opti schen Defekts 5 mit Hilfe eines Klebstoffs derart haftfähig zu machen, dass die Druckfarbe in den nachfolgenden Schritten da ran anhaftet.

Anschließend wir die Transferfolie 14 auf dem optischen Defekt 5 an der Oberfläche 1 ausgerichtet (Figur 5). Die Ausrichtung ist aufgrund der Transparenz der Transferfolie 14 einfach zu überprüfen, insbesondere nämlich am Übergang von der Oberflä chenimitation 13 auf der Transferfolie 14 zu dem Muster 3 auf der Oberfläche 1.

Ist die Transferfolie 14 korrekt ausgerichtet, kann die ange drückt werden, womit es zu einer Haftung zwischen der akti vierten Druckfarbe und der Oberfläche 1 kommt. Anschließend kann die Transferfolie 14 abgezogen werden, wobei die Druck farbe auf der Oberfläche 1 verbleibt (Figur 6).

Die auf der Oberfläche 1 verbleibende Druckfarbe kann dann mit einem anti-haft-beschichteten Druckstempel noch weiter ange drückt werden, bevor die Druckfarbe und der Aktivator voll ständig trocknen sollen.

Ist die Trocknung abgeschlossen, wird die Schutzschicht 4 im Bereich der Oberflächenimitation 13 wiederhergestellt, in dem Decklack, dessen Glanzgrad mit der Schutzschicht 4 im übrigen Bereich der Oberfläche 1 übereinstimmt, aufgetragen wird.

Nach Trocknung der Schutzschicht 4 ist der ursprünglich vor handene optische Defekt 5 (vgl. Figur 1) vollständig kaschiert und praktisch nicht mehr zu erkennen.