Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR MONITORING THE BODY POSTURE OF A MOTORCYCLIST
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/097909
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for improving the safety of motor cycling. A sensor system (2) monitors whether a motorcyclist assumes a predefined body posture. If it has been detected by means of a algorithm on a control unit (1) that the motorcyclist deviates from the predefined body posture for longer than a predefined time period a signal generator (3) is activated.

Inventors:
OETTGEN OLIVER (DE)
Application Number:
EP2011/071760
Publication Date:
July 26, 2012
Filing Date:
December 05, 2011
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
BOSCH GMBH ROBERT (DE)
OETTGEN OLIVER (DE)
International Classes:
B60W40/08; B60K28/04; B60K28/06; B60W50/16
Foreign References:
DE102006056094A12008-05-29
DE102004033487A12006-02-09
US20090174560A12009-07-09
US20100204874A12010-08-12
US5690186A1997-11-25
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (DE)
Download PDF:
Claims:
Verfahren zur Verbesserung der Sicherheit beim Motorradfahren, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Sensorik (2) überwacht wird, ob ein Motorradfahrer eine vorgegebene Körperhaltung einnimmt, und ein

Signalgeber (3) aktiviert wird, wenn festgestellt wird, dass der Motorradfahrer länger als eine vorgegebene Zeitdauer von der vorgegebenen Körperhaltung abweicht.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorik (2) einen Kontakt- und/oder Kraftsensor umfasst.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene Körperhaltung wenigstens durch eines der folgenden

Merkmale charakterisiert ist: eine vorgegebene Sitzposition des Fahrers, eine vorgegebene Gewichtsverteilung auf der Sitzbank, eine Hand oder beide Hände des Fahrers befinden sich an den Griffen des Lenkers, ein Fuß oder beide Füße des Fahrers haben Kontakt zu den Fußrasten des

Motorrads, der Fahrer hat keinen Kontakt zu vorgegebenen Stellen des Motorrads, die Beine des Fahrers nehmen eine vorgegebene Stellung ein.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Signalgeber (3) ein haptisches, optisches und/oder akustisches Signal an den Fahrer ausgibt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Signalgeber (3) Vibrationen an einer

Motorradkomponente oder an der Motorradausrüstung des Fahrers, ein optisches Signal im Cockpit oder an einer anderen Komponente des

Motorrads oder der Ausrüstung des Fahrers, ein akustisches Signal im Helm, über eine Freisprecheinrichtung und/oder eine andere Komponente des Motorrads ausgibt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Signalgeber (3) Vibrationen am Gasgriff, am Bremsgriff, an den Fußrasten, an der Sitzbank, in den

Motorradhandschuhen, am Motorradanzug, und/oder am Helm erzeugt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass der Signalgeber (3) über eine Funkschnittstelle, z.B. via Bluetooth aktiviert wird.

Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene Zeitdauer für die maximale Abweichung von verschiedenen Merkmalen der vorgegebenen Körperhaltung unterschiedlich lang sein kann.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die vorgegebene Zeitdauer von einer Betriebsgröße des Motorrads, Verkehrsdaten, Wetterdaten und/oder von Daten über die vorausliegende Strecke abhängig ist.

10. Steuergerät (1) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der

vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Algorithmus (4), der die Signale einer Sensorik (2) verarbeitet und feststellt, ob ein

Motorradfahrer eine vorgegebene Körperhaltung einnimmt, und der einen Signalgeber (3) aktiviert, wenn festgestellt wurde, dass der Motorradfahrer die vorgegebene Körperhaltung länger als eine vorgegebene Zeitdauer verlässt.

Description:
Beschreibung

Titel

[Verfahren zur Überwachung der Körperhaltung eines Motorradfahrers] Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Sicherheit beim Motorradfahren.

Im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu Unfällen wegen

Unaufmerksamkeit oder mangelnder Verkehrstüchtigkeit des Fahrers. Typische Ursachen für solche Unfälle sind beispielsweise starke Müdigkeit bis hin zu Sekundenschlaf, eine gesundheitliche Beeinträchtigung, wie zum Beispiel Unterzuckerung, oder eine starke emotionale Belastung des Fahrers.

Motorradfahrer sind durch Übermüdung oder mangelnde Aufmerksamkeit besonders stark gefährdet.

Beim Motorradfahren spielt neben der körperlichen Verfassung des Fahrers aber auch die richtige Körperhaltung eine Rolle. Verlässt der Fahrer eine

verkehrsgerechte Körperhaltung und fährt z. B. freihändig, kann er sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Offenbarung der Erfindung

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System zu schaffen, mit dem die Sicherheit beim Motorradfahren verbessert werden kann.

Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind

Gegenstand von Unteransprüchen. Gemäß der Erfindung wird vorgeschlagen, mittels einer Sensorik zu überwachen, ob ein Motorradfahrer eine vorgegebene Körperhaltung einnimmt. Wenn festgestellt wird, dass der Motorradfahrer länger als eine vorgegebene Zeitdauer von der vorgegebenen Körperhaltung abweicht, wird ein Signalgeber aktiviert, um den Fahrer zu warnen. In der Praxis hat sich nämlich gezeigt, dass

Motorradfahrer bei Müdigkeitserscheinungen gelegentlich Entspannungsbewegungen durchführen, wie z.B. Aufstehen während der Fahrt,

Gewichtsverlagerungen auf der Sitzbank, einhändiges oder freihändiges Fahren, Durchstrecken der Beine oder Verlagerung der Füße weg von den vorgesehenen Fußrasten. In diesen Phasen sind die Beherrschbarkeit des Motorrads und somit auch die Fahrsicherheit herabgesetzt. Durch eine Überwachung der

Körperhaltung und Signalisierung bei Verlassen der richtigen Körperhaltung wird der Motorradfahrer darauf aufmerksam gemacht, dass er von einer

verkehrssicheren Körperhaltung abweicht. Er kann in diesem Fall die

verkehrssichere Haltung wieder einnehmen oder, wenn er dies will, eine Pause einlegen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als Sensorik eine Kontakt- und/oder Kraftsensorik verwendet. Diese Sensorik kann sehr einfach an verschiedenen Stellen des Motorrads oder der Ausrüstung des Motorradfahrers eingebaut oder angebracht werden. Darüber hinaus kann mittels dieser Sensorik sehr einfach erfasst werden, ob der Fahrer eine verkehrssichere Körperhaltung einnimmt.

Die vorgegebene Körperhaltung ist prinzipiell eine Haltung, in der der Fahrer eine gute Kontrolle über das Motorrad hat und schnell reagieren kann. Sie kann z. B. durch wenigstens eines der folgenden Merkmale charakterisiert sein: eine bestimmte Sitzposition des Fahrers, eine vorgegebene gleichmäßige

Gewichtsverteilung auf der Sitzbank, eine Hand bzw. beide Hände des Fahrers befinden sich an den Griffen des Lenkers, ein Fuß bzw. beide Füße des Fahrers haben Kontakt zu den Fußrasten des Motorrad und/oder der Fahrer hat keinen Kontakt zu vorgegebenen Stellen des Motorrads. Prinzipiell können aber auch andere Körperhaltungen als Soll-Körperhaltung vorgegeben werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform gibt der Signalgeber ein optisches und/oder akustisches und/oder ein haptisch wahrnehmbares Signal an den Fahrer aus.

Der Signalgeber kann z. B. Vibrationen an einer Motorradkomponente oder an der Motorradausrüstung des Fahrers, wie z.B. dem Motorradanzug erzeugen. Alternativ oder zusätzlich kann ein Leuchtelement ein optisches Signal ausgeben. Das Leuchtelement kann z.B. am Cockpit des Motorrads, am Helm des Fahrers oder an einer anderen Komponente des Motorrades oder der Ausrüstung des Motorradfahrers angebracht sein. Eine alternative oder zusätzliche Möglichkeit ist die Ausgabe eines Signals über einen Lautsprecher, welcher sich z. B. im Helm des Fahrers befinden kann, Teil einer

Freisprecheinrichtung sein und/oder an einer anderen Komponente des

Motorrads oder des Zubehörs angebracht sein kann. Somit kann die Form der Signalausgabe verschiedenen individuellen Bedürfnissen und verschiedenen Motorrädern und Motorradausrüstungen angepasst werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden Vibrationen am Gasgriff, am Bremsgriff, an den Fußrasten, an der Sitzbank, in den Motorradhandschuhen, am Motorradanzug und/oder am Helm des Motorradfahrers erzeugt.

Vibrationsmechanismen können sowohl am Motorrad wie auch am Zubehör integriert werden.

Der Signalgeber wird, insbesondere wenn er am Helm oder der Bekleidung angebracht ist, vorzugsweise über eine Funkschnittstelle, wie zum Beispiel Bluetooth, aktiviert.

Die genannte Zeitdauer, die der Fahrer von der vorgegebenen Körperhaltung abweichen darf, bevor ein Warnsignal erzeugt wird, kann je nach Art der Abweichung unterschiedlich lang sein. Es kann z. B eine Zeitdauer zwischen 0 s und mehreren Sekunden erlaubt sein. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann z. B. vorgesehen sein, dass der Fahrer seine Hand maximal 3 s lang vom linken Handgriff, aber nur 1 s lang vom Bremsgriff (rechten Handgriff) lösen darf, bevor der Signalgeber aktiviert wird, während das Lösen beider Hände vom Lenker unmittelbar zu einer Aktivierung des Signalgebers führt. Die vorgegebene Zeitdauer kann auch von verschiedenen Betriebsgrößen des Motorrads abhängen, wie zum Beispiel von der Fahrgeschwindigkeit, Daten über den Verkehr, das Wetter und/oder über die vorausliegende Strecke, die das Motorrad durchfahren wird. Auf diese Weise kann zum Beispiel bei höherer Fahrgeschwindigkeit die vorgegebene Zeitdauer kürzer eingestellt werden als bei niedriger Geschwindigkeit. Das Warnsystem kann deaktiviert werden, wenn sich das Motorrad im Stillstand befindet. Steht der Fahrer z.B. mit dem Motorrad vor einer roten Ampel, kann er beide Hände vom Lenker nehmen, ohne dass der Signalgeber aktiviert wird.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst vorzugsweise ein Steuergerät mit einem Algorithmus zur Überwachung der Körperhaltung eines Motorradfahrers. Der Algorithmus verarbeitet die Signale einer zugehörigen Sensorik und ermittelt daraus, ob der Motorradfahrer die vorgegebene Körperhaltung einnimmt. Stellt der Algorithmus fest, dass der Motorradfahrer während einer vorgegebenen Zeitdauer von der vorgegebenen Körperhaltung abweicht, wird ein Signalgeber aktiviert.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 eine schematische Blockdarstellung eines Verfahrens zur Überwachung einer vorgegebenen Körperhaltung eines Motorradfahrers.

Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Systems zur Überwachung einer vorgegebenen Körperhaltung eines Motorradfahrers. Das System umfasst eine Sensorik 2 zum Überwachen, ob der Motorradfahrer eine vorgegebene Körperhaltung einnimmt, ein daran angeschlossenes Steuergerät 1 mit einem Algorithmus 4 und einen Signalgeber 3. Die Sensorsignale der Sensorik 2 werden vom Algorithmus 4 verarbeitet und ausgewertet. Wenn festgestellt wird, dass der Motorradfahrer länger als eine vorgegebene Zeitdauer von einer vorgegebenen Körperhaltung abweicht, aktiviert das Steuergerät 1 den

Signalgeber 3 über eine Datenverbindung 10. Die Sensorik 2 umfasst im dargestellten Beispiel mehrere Druck- oder

Kraftsensoren 5, die an der Sitzbank des Motorrads angeordnet sind, Kontaktsensoren 6 an den Griffen des Lenkers und Kontaktsensoren 7 an den Fußrasten des Motorrads. Die Kraftsensoren 5 messen an verschiedenen Positionen auf der Sitzbank, welche Kraft an der jeweiligen Position auf die Sitzbank ausgeübt wird. Dadurch kann die Sitzposition bzw. eine Veränderung der Gewichtsverteilung erkannt werden. Die Kontaktsensoren 6 erkennen, ob sich die Hände des Fahrers an den Griffen befinden. Die Kontaktsensoren 7 an den Fußrasten erkennen, ob die Füße des Fahrers auf den Fußrasten platziert sind oder nicht. Die von der Sensorik 2 ermittelten Daten werden über eine Datenverbindung 8 an das Steuergerät 1 übermittelt.

Der Signalgeber 3 umfasst im dargestellten Ausführungsbeispiel ein

Vibrationsmodul 11 an den Fußrasten und/oder ein Vibrationsmodul 12 an der Sitzbank, sowie ein Leuchtelement 13 im Helm des Motorradfahrers. Prinzipiell können auch mehr oder weniger Signalgeber 1 1 bis 13 vorgesehen sein.

Die Funktion des in Fig. 1 dargestellten Systems wird im Folgenden nochmals anhand verschiedener Beispiele erläutert. Streckt der Motorradfahrer z. B. beide Beine aus und berührt folglich die Fußrasten nicht mehr, werden z.B. das Vibrationsmodul 12 an der Sitzbank und das Leuchtelement 13 im Helm des Motorradfahrers aktiviert. Steht der Motorradfahrer während der Fahrt auf und bleibt mehrere Sekunden lang stehen, werden z. B. das Vibrationsmodul 1 1 an den Fußleisten und das Leuchtelement 13 im Helm des Motorradfahrers aktiviert.

Die eingangs genannte Zeitdauer, die der Fahrer von der vorgegebenen Haltung abweichen darf, kann abhängig von einer Betriebsgröße des Motorrads, z. B. der Geschwindigkeit, sein. Die Geschwindigkeit wird hier aus dem Signal eines Rad- Drehzahlsensors 9 ermittelt. Nimmt der Fahrer eine Hand vom Lenker, während das Motorrad beispielsweise 25 km/h schnell fährt, wird der Signalgeber 3 erst nach 4s aktiviert, während er bei 60 km/h bereits nach 2s aktiviert wird.