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Title:
METHOD OF MONITORING THE PHYSICAL STATE OF A HOT-ROLLED SHEET OR HOT-ROLLED STRIP WHILE CONTROLLING A PLATE ROLLING TRAIN FOR WORKING A HOT-ROLLED SHEET OR HOT-ROLLED STRIP
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/043684
Kind Code:
A1
Abstract:
Method of monitoring the physical state of a hot-rolled sheet or hot-rolled strip (3) while controlling a plate rolling train for the reversing working of a hot-rolled sheet or hot-rolled strip (3), comprising at least one rolling stand (9) for the reversing rolling of the hot-rolled sheet or hot-rolled strip (3), comprising the following steps: - as a starting point, determining an initial state of the hot-rolled sheet or hot-rolled strip (3) in a model (19), from which state at least one physical state variable can be derived, - cyclical updating of the state during the working of the hot-rolled sheet by using the model (19) of the hot-rolled sheet or hot-rolled strip (3) and the plate rolling train, wherein monitoring of the path of the hot-rolled sheet or hot-rolled strip and operating parameters influencing and/or reproducing the state are taken into account.

Inventors:
KURZ MATTHIAS (DE)
SCHMIDT BIRGER (DE)
WEINZIERL KLAUS (DE)
Application Number:
PCT/EP2007/060421
Publication Date:
April 17, 2008
Filing Date:
October 02, 2007
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
KURZ MATTHIAS (DE)
SCHMIDT BIRGER (DE)
WEINZIERL KLAUS (DE)
International Classes:
G05B13/04; B21B37/00
Domestic Patent References:
WO2006040823A12006-04-20
WO2004050923A12004-06-17
WO1998018970A11998-05-07
Foreign References:
US6526328B12003-02-25
DE4338608A11995-08-03
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (München, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zur Nachverfolgung des physikalischen Zustands eines Warmblechs oder Warmbands im Rahmen der Steuerung einer Walzstraße zur reversierenden Bearbeitung eines Warmblechs oder Warmbands, umfassend wenigstens ein Walzgerust zum re ¬ versierenden Walzen des Warmblechs oder Warmbands, umfassend folgende Schritte:

- zu einem Startpunkt Bestimmung eines initialen Zustands des Warmblechs oder Warmbands in einem Modell, aus welchem Zu ¬ stand wenigstens eine physikalische Zustandsgroße ableitbar ist,

- zyklische Aktualisierung des Zustands wahrend der Bearbeitung des Warmblechs unter Verwendung des Modells des Warm- blechs oder Warmbands und der Grobblechwalzstraße, wobei eine Wegverfolgung des Warmblechs oder Warmbands und den Zustand beeinflussende und/oder wiedergebende Betriebsparameter berücksichtigt werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Zustand durch eine parametπsierte Zustandsfunktion beschrieben wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als Zustandsgroßen die Temperatur und/oder die Restverfestigung und/oder die Phasenanteile und/oder Korngroßen und/oder die Enthalpie ortsaufgelost abgeleitet werden.

4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Zustand durch wenigstens eine oder die Zustandsgroße an verschiedenen Blechpunkten des Warmbleches oder Warmbandes be- schrieben wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Blechpunkte mehrere entlang der Lange und/oder mehrere entlang der Breite des Blechs oder Bands angeordnete Punkte um- fassen.

6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Zustand durch lokale Temperaturprofile an den verschiedenen Blechpunkten beschrieben wird.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der initiale Zustand über eine Messeinrichtung und/oder anhand eines Modells bestimmt wird.

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass bei Eintritt wenigstens eines vorbestimmten Ereignisses wieder- holt vorausberechnete Zustande und daraus zukunftige Blechbehandlungsparameter im Rahmen einer Vorausberechnung auf Grundlage eines vorher ermittelten, insbesondere des aktuellen Zustande, ermittelt werden.

9. Verfahren nach Anspruch 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als vorbestimmtes Ereignis das Erreichen einer bestimmten Positi ¬ on durch das Warmblech, insbesondere benachbart zu Einwirkpunkten des Walzgerusts und/oder einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemrichtung auf das Warmblech, und/oder eine Benutzeranweisung dient.

10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als vorbestimmtes Ereignis das Fehlschlagen eines mittelbaren o- der unmittelbaren Vergleichs des aktuellen Zustande mit dem vorausberechneten Zustand dient.

11. Verfahren nach Anspruch 10, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Vergleich mit dem Erreichen bestimmter Positionen, insbesondere benachbart zu Einwirkpunkten des Walzgerusts und/oder einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemπchtung auf das Warmblech oder Warmband, durch das Warmblech oder Warmband durchgeführt wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als Blechbehandlungsparameter Parameter einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemπchtung und/oder des Walzgerusts und/oder einer Heizeinrichtung und/oder die Blechge- schwmdigkeit verwendet werden.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter das Festlegen einer Stillstandszeit und/oder einen zusätzlichen Kühl- oder Heizvorgang und/oder die änderung der Blechgeschwmdigkeit umf asst .

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter eine asymmetrische Ansteuerung der oberen und der unteren Arbeitswalze des Walzgerusts bewirkt.

15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass an wenigstens einem vom Startpunkt verschiedenen Ort eine Mes ¬ sung durchgeführt wird, deren Ergebnis als Betriebsparameter zur Korrektur und somit Aktualisierung des Zustande dient.

16. Verfahren nach Anspruch 15, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass bei einer benachbart zum Walzgerust angeordneten Messeinrichtung eine Messung nur für einen Teil des Warmblechs oder Warmbands

erfolgt, wobei von den Korrekturen des vermessenen Teils auf die Korrekturen des unvermessenen Teils geschlossen wird.

17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass zu- standsgroßenabhangige Walzkrafte oder Drehmomente des Walzge- rusts gemessen und als Betriebsparameter verwendet werden.

18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Betriebsparameter Parameter einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemπchtung und/oder des Walzgerusts und/oder einer Heizeinrichtung und/oder die Blechgeschwmdig- keit umfassen.

19. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die aktuellen Zustande und/oder davon abgeleitete Großen, insbesondere die wenigstens eine Zustandsgroße, einer Bedienperson zur Anzeige gebracht werden, woraufhin insbesondere eine Anpassung von Blechbehandlungsparametern durch die Bedienperson vorgenommen werden kann.

20. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der zeitliche Verlauf der Zustande und/oder davon abgeleiteter Großen, insbesondere von Korrekturgroßen, in einer Speichereinrichtung zur nachfolgenden Auswertung im Hinblick auf die Behandlung weiterer Warmbleche oder Warmbander vorgehal- ten werden.

21. Grobblechwalzstraße, steuerbar nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 20.

Description:

Beschreibung

Verfahren zur Nachverfolgung des physikalischen Zustande eines Warmblechs oder Warmbands im Rahmen der Steuerung einer Grobblechwalzstraße zur Bearbeitung eines Warmblechs oder Warmbands

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachverfolgung des physikalischen Zustands eines Warmblechs oder Warmbands im Rahmen der Steuerung einer Walzstraße zur reversierenden Bearbeitung eines Warmblechs oder Warmbands, umfassend wenigstens ein Walzgerust zum reversierenden Walzen des Warmblechs oder Warmbands.

In Grobblechwalzstraßen wird eine Bramme definierter Lange durch Walzen in mehreren Stichen in ein Blech gewalzt. Da die Bramme erhitzt wird, spricht man insgesamt auch von einem Warmblech oder Warmband. Zum Walzen des Warmblechs oder Warmbands wird wenigstens ein Walzgerust verwendet, durch das das Warmblech oder Warmband hin- und zuruckbewegt wird, bis die notige Anzahl Stiche erreicht sind, das bedeutet, die gewünschte Dicke des Bleches erzielt ist. Diesen Vorgang nennt man auch Reversieren.

Für Warmbander werden hierfür insbesondere Steckelwalzwerke verwendet, in denen ein oder mehrere Walzgeruste zwischen zwei Haspeln angeordnet sind, auf die das Band aufgerollt werden kann.

Dabei ist es auch bekannt, zwei Walzgeruste vorzusehen, wobei das erste Walzgerust dem Grobwalzen und das zweite Walzgerust dem Fertigwalzen dient. In beiden Walzgerusten wird das Warmblech oder Warmband reversierend hin und her bewegt.

Dies steht im Unterschied zu einer kontinuierlichen Ferti ¬ gungsstraße, in der ein Metallband in fortschreitender Weise durch hintereinander angeordnete Walzgeruste gefuhrt wird. Am

Ende einer Fertigungsstraße wird das fertig bearbeitete Band auf so genannte Coils aufgerollt.

Um in einer Walzstraße eine Automatisierung derart zu errei- chen, dass möglichst genau die gewünschten Zielparameter des Bleches oder Bandes (z. B. Zieldicke, Breite, etc.) erreicht werden, wird die Temperaturverteilung in dem Warmblech oder Warmband an einer bestimmten Stelle bestimmt, beispielsweise anhand eines Modells oder durch eine Temperaturmessung, bei- spielsweise durch ein Pyrometer. Dabei kann die Temperatur an mehreren Punkten des Warmbleches oder Warmbands bestimmt werden, so dass sich letztendlich eine Temperaturverteilung ergibt. Sodann wird ein Modell der Grobblechwalzstraße und des Warmblechs oder Warmbands verwendet, um Arbeitsparameter der einzelnen Straßenkomponenten, beispielsweise also der Entzun- derungsanlage, von Kühl- oder Heizvorrichtungen und natürlich des Walzgerusts, so zu bestimmen, dass die gewünschten Blechparameter bei gewünschten Mateπaleigenschaften erreicht werden. Hierbei werden insbesondere die Temperatureinflusse der einzelnen Komponenten der Grobblechwalzstraße berücksichtigt. Im Rahmen der so genannten Vorausberechnung wird demnach an bestimmten Positionen, insbesondere den Einwirkpositionen von Komponenten der Grobblechwalzstraße, die Temperatur des Warm ¬ blechs oder Warmbands in Abhängigkeit der angenommenen zu- künftigen Temperatureinflusse bestimmt und daraus die notigen Parameter bestimmt, mit denen die Komponenten angesteuert werden müssen.

Nichtsdestotrotz kommt es beim realen Walzvorgang zu Abwei- chungen, da nicht alle Einflüsse perfekt vorausberechnet werden können. Daher ist es üblich, wahrend des Walzprozesses Betriebsparameter, die eine Temperaturbeeinflussung wiedergeben, beispielsweise auch Sensorwerte, aufzunehmen und abzuspeichern. Zudem sind Tracking-Systeme bekannt, mit Hilfe de- rer sich eine Wegverfolgung jedes einzelnen Punktes des Warmbleches oder Warmbandes erreichen lasst. Mit Hilfe dieser Informationen ist es üblich, an den genannten Einwirkpositionen beziehungsweise kurz darauf oder davor oder an anderen be-

stimmten Positionen eine Nachberechnung mit den tatsächlichen Betriebsparametern, aber dem selben Modell durchzufuhren. Aus dieser Nachberechnung wird eine aktuelle Temperatur erhalten, die als Grundlage für eine erneute Vorausberechnung dient. In seltenen Fallen ist es auch üblich, vor einer erneuten Vorausberechnung einen Vergleich der aktuellen Temperatur mit der vorausberechneten Temperatur durchzufuhren und nur bei einem nennenswerten Unterschied eine erneute Vorausberechnung durchzufuhren. In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, dass Abweichungen in den meisten Fallen auftreten, so dass eine erneute Vorausberechnung zur Aktualisierung der Arbeitsparameter ohne vorherige Vergleichsvorgange grundsätzlich durchgeführt wird. Eine solche erneute Vorausberechnung wird häufig auch Wiederberechnung genannt.

Sowohl die Nachberechnung aufgrund der aufgezeichneten Betriebsparameter, die die Temperaturbeeinflussungen wiedergeben, als auch die Wiederberechnung benotigen eine nicht ver- nachlassigbare Zeit, die bis in den Sekundenbereich hinein- reichen kann. Wahrend dieser Zeit geht effektive Behandlungs- zeit für das Warmblech oder Warmband verloren, zudem liegt es still und wird ungewollt weiter abkühlen. Für die Nachberechnung und die erneute Vorausberechnung wird zusätzlich eine extreme Rechenleistung erforderlich.

Obwohl bislang nur von der Temperatur des Warmblechs oder Warmbands die Rede war, ist dies nur eine von mehreren Zu- standsgroßen, die sozusagen den Zustand des Warmblechs oder Warmbands beschreiben. Ebenso relevant für die Verarbeitungs- eigenschaften sind beispielsweise die Phasenverteilung, die

Restverfestigung oder Korngroßen, die ebenso über Modelle und geeignete Messungen festgestellt werden können.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das eine effektivere Berechnung und somit schnel ¬ lere Durchsatzzeiten und niedrigeren Rechenaufwand ermöglicht.

Zur Losung dieser Aufgabe sind bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erflndungsgemaß folgende Schritte vorge ¬ sehen :

- zu einem Startpunkt Bestimmung eines initialen Zustands des Warmblechs oder Warmbands in einem Modell, aus welchem Zu ¬ stand wenigstens eine physikalische Zustandsgroße ableitbar ist,

- zyklische Aktualisierung des Zustands wahrend der Bearbei- tung des Warmblechs oder Warmbands unter Verwendung des Mo ¬ dells des Warmblechs oder Warmbands und der Walzstraße, wobei eine Wegverfolgung des Warmblechs oder Warmbands und den Zustand beeinflussende und/oder wiedergebende Betriebsparameter berücksichtigt werden.

Dieser beschriebene „Zustandsmonitor" kann vorteilhaft zur Steuerung der Walzstraße eingesetzt werden. Insbesondere können bei Eintritt wenigstens eines vorbestimmten Ereignisses wiederholt vorausberechnete Zustande und daraus zukunftige Blechbehandlungsparameter im Rahmen einer Vorausberechnung auf Grundlage eines vorher ermittelten, insbesondere des aktuellen Zustands, ermittelt werden.

Unter dem Zustand des Warmblechs oder Warmbands sind im We- sentlichen für die Bearbeitung des Warmblechs oder Warmbands relevante, insbesondere thermische Eigenschaften anhand eines mathematischen Modells beschrieben zu verstehen. Mittels dieser mathematischen Beschreibung, gegebenenfalls zusammen mit dem Modell, können Zustandsgroßen, die die Eigenschaften des Warmblechs oder Warmbands beschreiben, abgeleitet werden, und zwar vorteilhafterweise ortsaufgelost . Solche Zustandsgroßen können beispielsweise die Temperatur und/oder die Restverfestigung und/oder die Phasenanteile und/oder Korngroßen und/oder die Enthalpie sein. Auch wenn im Folgenden häufig die Temperatur als ein Beispiel herangezogen wird, so gelten die meisten Aussagen doch für alle denkbaren Zustandsgroßen.

Der Zustand ist letztendlich wenigstens definiert durch Para ¬ meter, die mit hinreichender Genauigkeit die Verteilung der Werte der Zustandsgroßen innerhalb des Warmblechs oder Warmbands beschreiben. Dabei sind vor allem zwei Möglichkeiten denkbar. Zum einen kann der Zustand durch eine parametπsier- te Zustandsfunktion beschrieben werden. Hier ist beispiels ¬ weise an ein Polynom bestimmter Ordnung in drei Dimensionen zu denken, dessen Koeffizienten als Parameter dienen und dass beispielsweise eine Temperaturverteilung oder eine Restver- festigungsverteilung wiedergibt. Alternativ oder zusatzlich kann der Zustand auch durch wenigstens eine oder die Zu- standsgroße an verschiedenen Blechpunkten des Warmbleches oder Warmbands beschrieben werden. In diesem Falle ist beispielsweise über eine Messeinrichtung eine relativ einfache Initialisierung möglich, wenn an den Messpunkten Messwerte aufgenommen werden und den Blechpunkten, gegebenenfalls als ein Profil über die Dicke, zugeordnet werden. In einer vorteilhaften Ausfuhrungsform kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Zustand durch lokale Temperaturprofile an den verschiedenen Blechpunkten beschrieben wird. Die initialen Temperaturprofile an den verschiedenen Blechpunkten sollen nicht nur eine punktuelle Temperaturinformation wiedergeben, sondern es ist eine Tiefeninformation enthalten, die den Ver ¬ lauf über die Dicke des Warmblechs oder Warmbands wiedergibt.

Hierbei wird nicht - auch wenn dies theoretisch möglich wäre - nur ein einziger Blechpunkt auf dem Warmblech oder Warmband betrachtet, sondern mehrere auf dem Warmblech oder Warmband verteilte Punkte, so dass eine Zustandsgroßenverteilung über das Warmblech oder Warmband ableitbar ist. In zweckmäßiger

Ausgestaltung können die Blechpunkte mehrere entlang der Lange und/oder mehrere entlang der Breite des Blechs oder Bands angeordnete Punkte umfassen. Hierdurch ergibt sich letztendlich ein Feld von Zustandsgroßen, wobei die Zustandsgroßen- Verteilung, insbesondere Temperaturverteilung, zwischen den einzelnen Punkten modelliert werden kann. Die Blechpunkte sind üblicherweise durch ihre relative Position auf dem Warmblech oder Warmband charakterisiert.

Ab dem Startpunkt wird dieser initiale Zustand zyklisch aktu ¬ alisiert, wie in den nachfolgenden Verfahrensschritten be ¬ schrieben ist. Als Ausgangspunkt für die Aktualisierung müssen demnach am Startpunkt, also am Beginn der zyklischen Ak- tualisierung, möglichst realitatsnahe Informationen über den Zustand, insbesondere die Zustandsgroßenverteilung, in dem Warmblech oder Warmband zur Verfugung stehen. Diese Informationen drucken sich in dem initialen Zustand aus.

Der initiale Zustand, insbesondere die initialen Temperatur ¬ profile, lassen sich im Wesentlichen auf zwei Weisen bestimmen, die auch miteinander kombinierbar sind. So kann die Bestimmung über eine Messeinrichtung oder anhand eines Modells erfolgen, aber auch anhand der Messdaten einer Messeinπch- tung und einem Modell. Im Rahmen der Bestimmung durch ein Modell werden dem Startpunkt vorausgegangene Verfahrensschritte und ihr Einfluss auf Zustandsgroßen so berücksichtigt, dass der aktuelle, initiale Zustand bestimmt werden kann. Hierbei berücksichtigte Parameter können beispielsweise die Ofentem- peratur eines vorgeschalteten Ofens, Parameter einer Kuhleinrichtung, Laufzeiten, Laufstrecken oder Laufgeschwindigkeiten auf Rollgangen und dergleichen sein. Zusatzlich hierzu oder alternativ kann eine Zustandsgroßenmessung, insbesondere eine Temperaturmessung, vorgenommen werden, die im Falle einer Al- ternativlosung den initialen Zustand bestimmt, im Falle einer Berechnung mit einem Modell zusätzliche Parameter liefert.

Als Startpunkt sind verschiedene Orte entlang der Walzstraße denkbar. So kann bereits vor einem eventuell erfolgenden Auf- heizen der Bramme in einem Ofen eine anfangliche Temperaturmessung vorgenommen werden, wobei die Effekte des Ofens hierbei gut bekannt sein müssen. üblicher ist als Startpunkt eine Temperaturmessung beziehungsweise Bestimmung nach dem Verlassen eines solchen Ofens. Es ist jedoch auch denkbar, den ini- tialen Zustand, beispielsweise die initialen Temperaturprofi ¬ le, vor dem ersten Stich im Walzgerust zu bestimmen.

Sodann können im Rahmen einer initialen Vorausberechnung Zustande, beispielsweise Temperaturprofile, an bestimmten Posi ¬ tionen des Warmblechs oder Warmbands im Walzprozess zur Bestimmung von Blechbehandlungsparametern ermittelt werden. Die initiale Vorausberechnung muss dabei nicht auf dem initialen Zustand beruhen, sondern kann auch erst nach einigen Aktuali- sierungszyklen aufgrund eines bereits aktualisierten Zustands erfolgen. Diesen Zeitpunkt bestimmt ein Initialereignis, beispielsweise das Schließen der Ofenklappe, wobei auch andere Möglichkeiten denkbar sind. Es handelt sich um die grundsätzlich bekannte Vorausberechnung, die unter Verwendung desselben Modells des Warmblechs oder Warmbands und der Grobblechwalzstraße erfolgt. Dabei werden die theoretisch erfolgenden Zustandsbeemflussungen aufgrund bestimmter Blechbehandlungs- parameter modelliert, wobei die Positionen insbesondere Einwirkpunkte des Walzgerusts und/oder einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemrichtung auf das Warmblech oder Warmband umfassen können.

Ab dem Startpunkt erfolgt wahrend des Verlaufs des Bearbeitungsprozesses eine zyklische Aktualisierung des Zustands unter Verwendung des Modells des Warmblechs oder Warmband und der Grobblechwalzstraße, wobei eine Wegverfolgung des Warm ¬ blechs oder Warmbands, insbesondere der Blechpunkte, und den Zustand, insbesondere die Temperatur, beeinflussende oder wiedergebende Betriebsparameter berücksichtigt werden. In diesem wesentlichen, zyklisch wiederholten Verfahrensschritt wird demnach der Zustand, beispielsweise beschrieben durch die Temperaturprofile, wahrend des Verlaufs des Walzprozesses standig aktualisiert, das bedeutet, er wird nahezu in Echtzeit nachgefuhrt. Zu jedem Zeitpunkt wird demnach in jedem Fall auf Basis des Modells ausgehend vom letzten bekannten Zustand ein neuer Zustand berechnet, der beispielsweise durch die aktuellen Temperaturprofile beschrieben wird. Findet eine Einwirkung einer Komponente der Grobblechwalzstraße auf das Warmblech oder Warmband statt, so werden auch die aktuellen, tatsächlichen Betriebsparameter berücksichtigt und es wird eingerechnet, ob und welchen Einfluss diese auf den aktuellen

Zustand, beispielsweise die aktuelle Temperaturverteilung, haben. Der aktuelle Zustand gibt demnach den Zustand des Warmblechs oder Warmbands, insbesondere also auch die daraus ableitbaren Zustandsgroßen, zum Zeitpunkt der Aktualisierung wieder. Im Beispiel der Temperatur wird also beispielsweise überprüft, ob sich aufgrund der aktuellen, tatsachlichen Ar ¬ beitsparameter eine Temperaturbeeinflussung ergeben hat und beispielsweise die Temperaturprofile werden entsprechend so angepasst, dass sie die Temperaturverteilung im Warmblech oder Warmband zum Zeitpunkt der Aktualisierung wiedergeben.

Eine solche kontinuierliche, zeitnahe Nachberechnung der Temperatur kann durch einen sogenannten Temperaturmonitor erfolgen. Die Aktualisierung kann dabei als ein unabhängiger Pro- zess ablaufen, das heißt, dass die Aktualisierung auch dann stattfindet, wenn beispielsweise gleichzeitig die initiale oder erneute Vorausberechnung stattfindet. Dies kann beispielsweise durch Verteilung der Rechenlast auf mehrere Prozessoren erreicht werden.

In die Aktualisierung können auch den Zustand wiedergebende

Betriebsparameter einfließen. Auch eine solche Aktualisierung durch beispielsweise wahrend einer Messung aufgenommene Messgroßen als Betriebsparameter findet im normalen Zyklus statt, wird jedoch häufig begrifflich von der rein modellbasierten Aktualisierung getrennt. Eine solche, auf tatsachlichen Messdaten basierende Korrektur und Anpassung des aktuellen Zu- stands wird häufig als Adaption bezeichnet, und stellt ein besonders vorteilhaftes Merkmal des erfmdungsgemaßen Verfahrens dar, da eine solche überprüfung und Korrektur durch tat- sachliche Messdaten eine höhere Zuverlässigkeit des Verfahrens sichert.

Bei einer beispielsweise erfolgenden Nachberechnung beziehungsweise zum Vergleich mit einer Vorausberechnung oder zum Anfertigen einer neuen Vorausberechnung muss demnach aufgrund der kontinuierlichen Nachfuhrung des Zustande lediglich der aktuelle Zustand, beispielsweise die aktuelle Menge von lem- peraturprofllen, für die einzelnen Blechpunkte vorgehalten

werden. Die eine Zustandsbeeinflussung beschreibenden oder den Zustand wiedergebenden Betriebsparameter müssen nur so lange im Speicher verbleiben, bis sie durch die Aktualisierung des Zustands in den aktuellen Zustand Eingang gefunden haben. Es müssen demnach keine großen Mengen von Daten vorgehalten werden. Ein weiterer Vorteil dieser zyklischen Aktu ¬ alisierung beispielsweise durch einen „Temperaturmonitor" ist es, dass zur Nachberechnung als Startpunkt lediglich von dem zuletzt aktualisierten Zustand ausgegangen werden muss. Das bedeutet, es muss nicht für jede Nachberechnung beziehungs ¬ weise Aktualisierung des Zustands die große Menge an Betriebsparametern der Vergangenheit seit dem Startpunkt berücksichtigt werden, was zu einer langen und aufwandigen Rechnung führte. Stattdessen wird die Berechnungszeit letzt- endlich über die Zeit des Walzprozesses in kleine Abschnitte verteilt, so dass keine langwierigen Berechnungen mehr auftreten können. Der Zyklus der Aktualisierung kann zweckmaßi- gerweise zwischen 0,5 und 2 Sekunden, bevorzugt jedoch 1 Se ¬ kunde, betragen. Zusammenfassend werden demnach Berechnungs- zeiten gesenkt, die Spitzenlast einer mit der Rechnung betrauten Recheneinrichtung wird durch die zeitliche Aufteilung der Berechnungsprozesse erniedrigt und durch die insgesamt schnellere Durchfuhrung der Berechnungen kann der gesamte Zeitabiauf des Walzprozesses beschleunigt werden.

Als Betriebsparameter, die den Zustand des Warmbleches oder Warmbandes beeinflussen oder wiedergeben, können, wie bereits angedeutet, eine Vielzahl von Parametern verwendet werden. Zunächst kann an wenigstens einem vom Startpunkt verschiede- nen Ort mit besonderem Vorteil eine gegebenenfalls weitere

Temperaturmessung durchgeführt werden, deren Ergebnis als Betriebsparameter zur Korrektur und somit Aktualisierung des Zustands, insbesondere der Temperaturprofile, dient. Es handelt sich dabei um eine der oben erwähnten Adaptionen. Eine solche Temperaturmessung kann beispielsweise vor und/oder hinter dem wenigstens einem Walzgerust stattfinden, so dass zwischen den jeweiligen Stichen ein Wert erhalten wird, der einen Hinweis auf die tatsächliche Temperatur des Warmblechs

oder Warmbands am jeweiligen Punkt gibt. Als unmittelbarer Eingangswert können solche Temperaturmessungen, die im übri ¬ gen meist optisch, beispielsweise über Pyrometer, erfolgen, im Allgemeinen nicht genutzt werden, da es wahrend des WaIz- prozesses häufig zu flachenhaften Uberdeckungen des Warmbleches oder Warmbandes, beispielsweise durch Zunder oder auf das Warmblech oder Warmband aufgespritztes Wasser, kommen kann. Dennoch enthalten solche Temperaturmesswerte als Betriebsparameter hinreichend gute Informationen, so dass der Zustand anhand solcher Messungen aktualisiert (adaptiert) werden kann.

Ist eine solche Temperaturmesseinrichtung benachbart zum Walzgerust angeordnet, so kann, da das Warmblech oder Warm- band, bereits aus Effektivitatsgrunden, nicht zu weit von den Arbeitswalzen entfernt wird, die Temperaturmessung nur für einen Teil des Warmblechs oder Warmband erfolgen, wobei von den Korrekturen des vermessenen Teils auf die Korrekturen des unvermessenen Teils geschlossen wird. Werden demnach bei- spielsweise in den vermessenen Blechteilen Abweichungen festgestellt, so wird daraus auf Abweichungen im unvermessenen Teil geschlossen. Insbesondere kann ein Mittelwert zur Korrektur des Zustands in nicht vermessenen Teilen des Warm ¬ blechs oder Warmbands verwendet werden. In diesem Fall wird angenommen, dass festgestellte Abweichungen im Mittel auch in den nicht vermessenen Blechteilen vorliegen, woraufhin eine entsprechende Aktualisierung (Adaption) erfolgt.

Abgesehen von einem Temperaturmesswert, der zu den den Zu- stand wiedergebenden Betriebsparametern zahlt, können auch

Betriebsparameter der einzelnen Grobblechwalzstraßenkomponenten herangezogen werden. So kann vorgesehen sein, dass zu- standsgroßenabhangige Walzkrafte oder Drehmomente des Walzge- rusts gemessen und als Betriebsparameter verwendet werden.

Ebenso ist es zweckmäßig, als den Zustand beeinflussende Betriebsparameter Parameter einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemπchtung und/oder des Walzgerusts

und/oder einer Heizeinrichtung und/oder die Blechgeschwindig ¬ keit zu verwenden. Hierunter fallen insbesondere Betriebspa ¬ rameter wie Wassermengen und -temperaturen, Motorleistung, Walzgeschwindigkeiten und andere Parameter. Idealerweise wer- den bei dem erfindungsgemaßen Verfahren alle Betriebsparameter, die zur Ermittlung jeglicher Zustandsbeemflussung, ins ¬ besondere Temperaturbeeinflussung, des Warmblechs oder Warmbands erforderlich sind, gemessen und fließen demnach in die Aktualisierung des Zustands ein.

Schließlich kann das erfindungsgemaße Verfahren noch den Schritt umfassen, dass bei Eintritt wenigstens eines vorbestimmten Ereignisses zukunftige Blechbehandlungsparameter im Rahmen einer erneuten Vorausberechnung auf Grundlage insbe- sondere des aktuellen Zustands ermittelt werden. Die initiale Vorausberechnung, also die erste Vorausberechnung, wurde bereits weiter oben diskutiert. Bei Eintritt bestimmter, gegebenenfalls weiterer Ereignisse, wird nach der initialen Vorausberechnung eine erneute Vorausberechnung durchgeführt. Die erneute Vorausberechnung der Zustande, beispielsweise der

Temperaturprofile, ist notwendig, damit gegebenenfalls eine Anpassung/ Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter erfolgen kann, sollten die bisher bestimmten Blechbehandlungs ¬ parameter nicht mehr dazu geeignet sein, die Zielparameter, also beispielsweise Zieldicke und -qualitat zu erreichen. Als Ausgangspunkt für die erneute Vorausberechnung kann der aktuelle Zustand verwendet werden, so dass auch hier eine Einspa ¬ rung von Rechenzeit erreicht wird und die durch das erfin- dungsgemaße Verfahren ermöglichte Datenkompression ausgenutzt wird. Dies ist insbesondere in zeitkritischen Situationen vorteilhaft, beispielsweise, wenn beim Reversieren nach einem Stich eine Anpassung der Blechbehandlungsparameter erforderlich ist. In solchen Fallen können mittels des erfindungsgemaßen Verfahrens wertvolle Sekunden eingespart werden, so dass der Durchsatz erhöht wird und keine weitere Abkühlung des Warmblechs oder Warmbands durch unnötige Stillstandszeiten wahrend der Berechnung auftritt.

Als vorbestimmtes Ereignis, insbesondere für eine erneute Vorausberechnung, können beispielsweise das Erreichen einer bestimmten Position im Bearbeitungsprozess durch das Warmblech oder Warmband, insbesondere benachbart zu Emwirkpunk- ten des Walzgerusts und/oder einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungseinπchtung auf das Warmblech oder Warm ¬ band, und/oder eine Benutzeranweisung dienen. Die aktuelle Position des Warmblechs oder Warmbands wahrend der Bearbeitung wird üblicherweise von einer Wegverfolgung geliefert. Demnach kann eine einfache überprüfung stattfinden, ob das

Warmblech oder Warmband einen bestimmten Punkt erreicht hat. Bei Erreichen dieser Position wird automatisch eine erneute Vorausberechnung auf Basis des aktuellen Zustands durchgeführt. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist es üblich, bei Eintreten des Ereignisses unmittelbar eine Vorausberechnung durchzufuhren und somit eine Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter zu erreichen. Eine Alternative oder zusätzliche Möglichkeit zum Anstoßen einer Wiederberechnung ist eine Benutzeranweisung. Dabei ist am Bedienpult eines bei- spielsweise den Vorgang überwachenden Benutzers ein Bedien- element vorgesehen, mittels welchem, beispielsweise aufgrund von Beobachtungen des Benutzers, eine Wiederberechnung angestoßen werden kann.

Soll eine erneute Vorausberechnung, beispielsweise aus Be- rechnungszeitgrunden, jedoch nicht immer durchgeführt werden, so kann als vorbestimmtes Ereignis das Fehlschlagen eines mittelbaren oder unmittelbaren Vergleichs des aktuellen Zustands mit dem vorausberechneten Zustand einer früheren Vor- ausberechnung dienen. Insbesondere kann der Vergleich dabei auch mit dem Erreichen bestimmter Positionen, insbesondere benachbart zu Einwirkpunkten des Walzgerusts und/oder einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungsemrichtung auf das Warmblech oder Warmband, durch das Warmblech oder Warm- band durchgeführt werden, welche Positionen wieder über eine Wegverfolgung ermittelt werden können. In dieser Ausfuhrungsform wird demnach nicht unmittelbar mit dem Erreichen solcher Positionen eine erneute Vorausberechnung durchgeführt, son-

dem es wird zunächst überprüft, ob eine erneute Vorausbe ¬ rechnung überhaupt notwendig ist, wobei diese lediglich bei Vorliegen einer vorbestimmten Abweichung erfolgt. Im Beispiel der Temperaturprofile wird dabei an den Positionen, aus denen Temperaturprofile bereits aus der früheren Vorausberechnung bekannt sind, ein Vergleich mit den zeitnah nachgefuhrten und somit aktuellen Temperaturprofilen durchgeführt. Dieser Vergleich kann unmittelbar erfolgen, jedoch auch mittelbar. So hangen beispielsweise die Parameter Walzkraft und Drehmoment von den Temperaturprofilen ab. Zum mittelbaren Vergleich ist es daher auch denkbar, aus den aktuellen Temperaturprofilen eine Walzkraft und ein Drehmoment zu bestimmen, die dann mit der gemessenen Walzkraft und dem gemessenen Drehmoment verglichen werden. Zu beachten ist hierbei auch, dass der aktu- eile Zustand selbstverständlich immer mit dem in der unmittelbar vorausgegangenen Vorausberechnung, die demnach eine erneute Vorausberechnung sein kann, ermittelten Zustand an der Position verglichen wird.

Auch die Blechbehandlungsparameter können, wie bereits oben angedeutet, Parameter einer Kuhleinrichtung und/oder einer Entzunderungseinπchtung und/oder des Walzgerusts und/oder einer Heizeinrichtung und/oder die Blechgeschwindigkeit sein. Unter Blechgeschwmdigkeit soll im Rahmen dieser Anmeldung nicht nur die Einfadelgeschwindigkeit in ein Walzgerust verstanden werden, sondern auch die Transportgeschwindigkeit zwischen den verschiedenen Komponenten der Grobblechwalzstraße. Die hier genannten und gemeinten Parameter sind die entsprechenden Arbeitsparameter, mit denen die entsprechenden Komponenten angesteuert werden. Die vorher genannten Betriebsparameter können selbstverständlich auch die Arbeitsparameter umfassen, wobei die Betriebsparameter noch durch beispielsweise Messergebnisse oder dergleichen ergänzt sind.

Eine Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter und somit der Steuerung des Walzprozesses kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Grundsätzlich umfasst die Anpassung die Art, wie der nächste Stich durchgeführt wird. Das bedeutet, dass

Walzgeschwindigkeiten, Einfadelgeschwindigkeiten und Arbeits ¬ parameter der dem Walzgerust vorgeschaltenen Entzunderungs- emrichtungen entsprechend aktualisiert werden können. Hierbei ist insbesondere denkbar, dass die Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter eine asymmetrische Ansteuerung der oberen und der unteren Arbeitswalze des Walzgerusts umfasst. Etwas Derartiges ist im erfmdungsgemaßen Verfahren vorteilhafterweise möglich, wenn ein Zustandsgroßenprofil über die Tiefe des Warmblechs oder Warmbands betrachtet wird. Aufgrund dieser Information kann eine asymmetrische Ansteuerung der oberen und unteren Arbeitswalze des Walzgerusts notwendig werden, um eine gewünschte Endqualitat zu erreichen.

Zusätzlich zu einer Aktualisierung der Parameter der folgen- den Stiche kann auch vorgesehen sein, dass die Aktualisierung der Blechbehandlungsparameter das Festlegen einer Stillstandszeit und/oder einen zusätzlichen Kühl- oder Heizvorgang und/oder eine änderung der Blechgeschwindigkeit umfasst. Hierdurch wird letztendlich eine Temperaturanpassung vorge- nommen. Dabei kann beispielsweise vorgesehen sein, das Warmblech oder Warmband bei Unterschreitung zulassiger Prozesstemperaturen wieder zu erwarmen, oder auf eine für die restliche Verformung relevante Starttemperatur abkühlen zu las ¬ sen .

In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens wird der aktuelle Zustand oder davon abgeleitete Großen, insbesondere Zustands- großen, einer Bedienperson zur Anzeige gebracht, woraufhin insbesondere eine Anpassung von Blechbehandlungsparametern durch die Bedienperson vorgenommen werden kann. So kann der Bedienperson beispielsweise neben einer gemittelten Temperatur an einem Punkt des Warmbleches oder Warmbandes eine Information über den Temperaturverlauf im Bereich der Tiefe gegeben werden, beispielsweise die Temperatur an der Oberseite, in der Mitte und an der Unterseite des Warmblechs oder Warm ¬ band. Anhand solcher Informationen kann eine Bedienperson auch eine manuelle Anpassung von Blechbehandlungsparametern, beispielsweise eine asymmetrische Ansteuerung der oberen und

der unteren Arbeitswalze des Walzgerustes, als notwendig er ¬ kennen und selber vornehmen.

Zweckmaßigerweise kann der zeitliche Verlauf der Zustande und/oder davon abgeleiteter Großen, insbesondere von Korrekturgroßen, in einer Speichereinrichtung zur nachfolgenden Auswertung im Hinblick auf die Behandlung weiterer Warmbleche oder Warmbander vorgehalten werden. Systematische Fehler der Vorausberechnung können somit entdeckt werden und das Modell kann entsprechend angepasst werden.

Daneben betrifft die Erfindung auch eine Walzstraße, steuerbar nach dem erfmdungsgemaßen Verfahren. Hierzu kann insbesondere eine zentrale Steuereinrichtung vorgesehen sein, in der die Daten gesammelt und entsprechend verarbeitet werden.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausfuhrungs- beispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:

FIG 1 eine erfmdungsgemaße Grobblechwalzstraße,

FIG 2 eine mögliche Lage von Blechpunkten auf einem Warmblech, und

FIG 3A einen Ablaufplan der Prozesse des erfmdungsgemaßen uunndd 3 3BB Verfahrens.

FIG 1 zeigt eine Grobblechwalzstraße 1. über Rollgange 2 wer ¬ den Warmbleche 3, von denen hier der übersichtlichkeit halber nur zwei dargestellt sind, durch die Grobblechwalzstraße 1 gefuhrt. Zunächst wird das Warmblech 3 in einem Ofen 4 wieder erwärmt. Nach Verlassen des Ofens 4 erfolgt mittels eines Py ¬ rometers 5 eine erste Temperaturmessung. In einer Entzunde- rungsemπchtung 6 wird das Warmblech von Zunder möglichst vollständig befreit. Danach ist eine Kuhleinrichtung 7 vorge- sehen, die zur Temperaturanpassung des Warmblechs 3 dient.

Em zweites Pyrometer 8 misst die Temperatur des Warmbleches 3 vor einem Walzgerust 9, ein weiteres Pyrometer 10 misst die Temperatur nach dem Walzgerust 9. Entsprechend der Anzahl der

benotigten Stiche wird das Warmblech 3 mehrmals reversierend abwechselnd von der jeweiligen Seite durch das Walzgerust 9 gefuhrt, wie durch den Pfeil 11 angedeutet ist. Zusätzlich zu den oberen und unteren Arbeitswalzen 12 umfasst das Walzge- rust 9 an seiner Vorder- und seiner Ruckseite einen Sekunda- rentzunderungsemπchtung 13, die zur weiteren Entzunderung dient. Hat das Warmblech die gewünschte Dicke nach mehreren Stichen in dem Walzgerust 9 erreicht, wird es einer Kuhleinrichtung 14 zugeführt, in der es entsprechend abgekühlt wird. Alle gezeigten Komponenten kommunizieren ersichtlich mit einer zentralen Steuereinrichtung 15, die zur Durchfuhrung des erfindungsgemaßen Steuerverfahrens ausgebildet ist. An die Steuereinrichtung 15 sind zudem eine Anzeigevorrichtung 16 und eine Eingabevorrichtung 17 angeschlossen. über die Kommu- nikationsverbindungen 18 erfolgt die Ansteuerung der einzelnen Komponenten anhand von im Rahmen einer Vorausberechnung ermittelten oder benutzerseitig festgelegten Blechbehandlungsparametern, die Arbeitsparameter der einzelnen Komponenten darstellen. Ebenso werden über die Kommunikationsverbm- düngen 18 Messwerte beziehungsweise Antworten auf Steuerbefehle übertragen.

Die hier dargestellte Grobblechwalzstraße 1 ist nur beispiel ¬ haft zu sehen. So ist es zunächst denkbar, dass weitere Kuhl- einπchtungen 7 beziehungsweise Entzunderungsemπchtungen 6 vorgesehen sind. Möglich wäre auch eine weitere Kuhleinrichtung oder weitere Ofen in unmittelbarer Nahe zum Walzgerust 9, so dass auch hier Temperaturbeeinflussungen vorgenommen werden können.

Im folgenden Ausfuhrungsbeispiel des erfindungsgemaßen Verfahrens wird der Zustand durch lokale Temperaturprofile an verschiedenen Blechpunkten des Warmblechs beschrieben, und als Zustandsgroße wird die Temperatur betrachtet. Es ist ]e- doch auch denkbar, eine andere Beschreibung des Zustande zu wählen, welcher beispielsweise durch eine parametπsierbare Zustandsfunktion definiert sein kann. Weiterhin lasst sich das beschriebene Verfahren auf andere Zustandsgroßen, bei-

spielsweise die Restfestigkeit oder die Phasenverteilung, u- bertragen .

Wie bereits erwähnt ist die Steuereinrichtung 15 zur Durch- fuhrung des erfmdungsgemaßen Verfahrens ausgebildet. Dazu ist in ihr zunächst ein Modell 19 des Warmblechs und der Grobblechwalzstraße abgelegt. Mittels dieses Modells sind Vorausberechnungen ab dem Startpunkt, hier beim Passieren des Pyrometers 5, möglich. Mit Hilfe des Modells 19 werden durch eine Vorausberechnung, gegebenenfalls durch eine erneute Vor ¬ ausberechnung (Wiederberechnung) Blechbehandlungsparameter sowie vorausberechnete Temperaturprofile 20 an bestimmten Positionen, beispielsweise den Einwirkpunkten einzelner Komponenten, bestimmt. Zudem werden vom Startpunkt an anfangs mit- tels der Temperaturmessung durch das Pyrometer 5 bestimmte aktuelle Temperaturprofile 21 an verschiedenen Blechpunkten des Warmblechs 3 standig anhand der über die Kommunikationsverbindungen 18 übertragenen Betriebsparameter zyklisch im Abstand von einer Sekunde aktualisiert, wobei dem auch eine Wegverfolgung über ein Wegverfolgungseinrichtung 22 zugrunde liegt. Die Wegverfolgung eines Warmblechs ist im Stand der Technik ausreichend bekannt und soll hier nicht naher dargestellt werden. Die aktuellen Betriebsparameter, die die aktu ¬ ellen Temperaturprofile 21 des Warmblechs 3 beeinflussen oder wiedergeben, müssen nur bis zur nächsten Aktualisierung, also bis zum nächsten Zyklus vorgehalten werden. Der Emfluss vorangegangener Betriebsparameter auf die aktuellen Temperatur- profile 21 ist in den aktuellen Temperaturprofilen 21 ja bereits enthalten, das bedeutet, es gehen keine notwendigen In- formationen verloren.

Der zeitliche Verlauf der Temperaturprofile 21 oder ermittelte Abweichung und Korrekturen können zudem für eine spatere Auswertung im Hinblick auf die Walzprozesse weiterer Warmble- che in einer Speichereinrichtung 23 in der Steuereinrichtung 15 abgelegt werden.

FIG 2 zeigt die Lage der Blechpunkte auf einem Warmblech 3. Die Blechpunkte 24 sind in Längsrichtung und in Breitenrich ¬ tung des Warmblechs 3 fluchtend angeordnet, so dass sich letztendlich eine Matrix ergibt. Für jeden dieser Blechpunkte 24 wird ein Temperaturprofil 25 betrachtet, das den Temperaturverlauf in Richtung der Dicke des Warmblechs 3 wiedergibt. Durch Interpolation mittels des Modells kann auch die komplette Temperaturverteilung im Warmblech 3, also auch zwischen den Blechpunkten 24, bestimmt werden. Diese gibt den thermischen Zustand des Warmblechs wieder. Auch die Pyrometer 5, 8 und 10, die oberhalb und unterhalb des Warmblechs 3 messen können, geben letztendlich nur Oberflachentemperaturen wieder, wobei der Temperaturverlauf des Temperaturprofils 25 aufgrund physikalischer Modellannahmen bestimmt werden kann. Hierbei ist festzuhalten, dass die Blechpunkte 24 durch die relative Lage auf dem Warmblech 3 bestimmt sind, das bedeutet, wird das Warmblech 3 in die Lange gewalzt, so ändert sich der Abstand zwischen den Blechpunkten 24, welche ihre relative Position behalten.

Neben dem automatischen Ablauf des erfindungsgemaßen Verfahrens in der Steuereinrichtung 15 werden zudem die aktuellen Temperaturprofile 21 und/oder davon abgeleitete Großen über die Anzeigevorrichtung 16 einer Bedienperson zur Anzeige ge- bracht, welche über eine Eingabevorrichtung 17 auch manuelle Anpassungen vornehmen kann. So können beispielsweise neben einer Durchschnittstemperatur an einem Blechpunkt 24 auch eine Temperatur an der Oberseite, der Unterseite und in der Mitte des Warmblechs 3 an diesem Blechpunkt 24 angegeben wer- den, woraufhin eine unterschiedliche Ansteuerung der Arbeitswalzen 12 des Walzgerusts 10 durch einen Bediener vorgenommen werden kann.

FIG 3A und 3B zeigen einen Ablaufplan der Prozesse des erfin- dungsgemaßen Verfahrens. Im Wesentlichen ist das erfindungs- gemaße Verfahren durch zwei parallel und voneinander ungestört ablaufende Prozesse charakterisiert. Der in FIG 3A gezeigte Prozess betrifft die zyklische Aktualisierung der Zu-

stände, in diesem Beispiel also einen Temperaturmonitor. Der in FIG 3B gezeigte Prozess stoßt bei Eintreten vorbestimmter Ereignisse die initiale oder erneute Vorausberechnung an. Dabei sind jeweils auf der rechten Seite in den Kasten 26 rele- vante Eingangsgroßen angegeben.

Zunächst wird in Schritt Sl am Startpunkt, in der Grobblechwalzstraße 1 mittels der ersten Temperaturmessung am ersten Pyrometer 5, für jeden Blechpunkt 24 das initiale lokale Tem- peraturprofil ermittelt. Es wird also der initiale Zustand bestimmt. Dies geschieht hier anhand der Messwerte unter Hinzunahme einiger physikalischer Modellannahmen zur Bestimmung des Verlaufs.

Die ermittelten Temperaturprofile 21 und somit der Zustand werden nun zyklisch aktualisiert. Die Aktualisierung der Temperaturprofile 21 findet in Schritt S2 statt. Hierbei wird wiederum das Modell 19 benutzt, wobei die Temperatur beein ¬ flussende oder wiedergebende Betriebsparameter berücksichtigt werden. Zudem geht selbstverständlich auch die Wegverfolgung der Blechpunkte 24 ein. In dieser Ausfuhrungsform werden grundsätzlich alle Betriebsparameter berücksichtigt, die die Temperatur beziehungsweise Temperaturverteilung des Warm ¬ blechs 3 in irgendeiner Weise beeinflussen können. Daher ist eine standige aktuelle Nachfuhrung der Temperaturprofile 21 möglich. Als Betriebsparameter können die tatsächlichen Blechbehandlungsparameter eingehen, zusatzlich jedoch auch Messwerte, wie beispielsweise die ausgestoßene Wassermenge, die Walzkrafte oder Drehmomente des Walzgerusts 9 oder der- gleichen. Durch die Pyrometer 8 und 10 werden auch die Temperatur des Warmblechs 3 beschreibende Messwerte gewonnen. Auch diese gehen als Adaption in die Aktualisierung der Temperaturprofile 21 ein.

Dabei kann es vorkommen, dass, um das Blech im Sinne der

Zeitoptimierung nicht soweit von den Arbeitswalzen 12 zu entfernen, nicht für alle Blechpunkte 24 Temperaturmesswerte der Pyrometer 8 und 10 vorliegen. Liegt eine Abweichung vor, so

können die übrigen Blechpunkte 24 unter Annahme einer mittle ¬ ren Abweichung, die sich aus den Messwerten ergibt, ebenso korrigiert und somit das Temperaturprofil 21 angepasst werden .

In Schritt S3 wird dann anhand von Daten der Wegverfolgungs ¬ einrichtung 22 überprüft, ob der Bearbeitungsprozess an seinem Ende angelangt ist. Häufig wird auch überprüft, ob die Wegverfolgung beendet ist, das bedeutet, das Verfahren endet erst, wenn das Warmblech nicht mehr wegverfolgt wird, so dass auch die Blechbehandlung nach dem Walzprozess noch betrachtet wird. Ist das Ende des Bearbeitungsprozesses erreicht, so wird auch das erfmdungsgemaße Verfahren beendet, Schritt S4. Ist das Ende des Bearbeitungsprozesses noch nicht erreicht, so wird erneut Schritt S2, die Aktualisierung der Temperatur- profile 21, durchgeführt. Diese erfolgt demnach in jedem Fall zyklisch, hier im Abstand von einer Sekunde.

Im dazu parallel ablaufenden Prozess, der in FIG 3B darge- stellt ist, wird, so lange der Prozess der FIG 3A lauft, in Schritt S5 überprüft, ob eine von mehreren vorbestimmten Positionen erreicht ist, also ein entsprechendes Ereignis eintritt. Ist kein Ereignis eingetreten, so wird der Schritt S5 weiter wiederholt, das bedeutet, so lange das erflndungsgema- ße Verfahren und somit die zyklische Aktualisierung der Temperaturprofile 21 stattfindet, wird auch auf Ereignisse überprüft .

Das zeitlich erste eintretende Ereignis ist das initiale Er- eignis. Es bestimmt, wann in Schritt S6 die erste, also initiale, Vorausberechnung durchgeführt wird. Das initiale Er ¬ eignis kann auch bereits der Startpunkt sein, wird jedoch im Allgemeinen erst nach einigen Aktualisierungen gegeben sein, beispielsweise beim Schließen der Ofenklappe.

Bei der initialen Vorausberechnung in Schritt S6 wird das Modell 19 des Warmblechs 3 und der Grobblechwalzstraße 1 verwendet, wobei theoretische Temperaturprofile 20, also Zu-

standsgroßen, an bestimmten Positionen des Warmblechs 3 im Bearbeitungsprozess zur Bestimmung von Blechbehandlungspara ¬ metern ermittelt werden. Die Positionen können dabei als Einwirkpunkte der Komponenten der Grobblechwalzstraße 1 gewählt werden, oder aber in deren Nahe. Dabei kann eine Position auf Grund des reversierenden Stechens im Walzgerust 9 auch mehr ¬ mals erreicht werden, weshalb die Positionen mit den vorausberechneten Temperaturprofilen 20 grundsätzlich auch eine den zeitlichen Ablauf betreffende Komponente umfassen. Die Blech- behandlungsparameter sind dabei Ansteuerungsparameter beziehungsweise Arbeitsparameter der einzelnen Komponenten der Grobblechwalzstraße 1, beschreiben also, wie beispielsweise der nächste Stich durchgeführt werden soll, welche Wassermengen bei wie viel Druck auf das Warmblech 3 gespritzt werden sollen usw.

Nach der initialen Vorausberechnung wird wieder überprüft, ob weitere Ereignisse eintreten, Schritt S5.

Tritt also ein entsprechendes Ereignis ein, so erfolgt in

Schritt S6 eine erneute Vorausberechnung, also eine Wiederberechnung, wobei aktualisierte Blechbehandlungsparameter ermittelt werden. Durch die Aktualisierung der Blechbehand ¬ lungsparameter wird sichergestellt, dass mit den zukunftigen Blechbehandlungsparametern die gewünschten Zielparameter erreicht werden können. Die erneute Vorausberechnung erfolgt wiederum anhand des Modells 19, wobei als Startpunkt das ak ¬ tuelle Temperaturprofil 21 an den Blechpunkten 24 verwendet wird. Die Ergebnisse dieser erneuten Vorausberechnung erset- zen die Ergebnisse der ursprünglichen beziehungsweise einer vorhergegangenen erneuten Vorausberechnung.

Das Ereignis, das zu einer erneuten Vorausberechnung fuhrt, muss nicht unbedingt das Erreichen vorbestimmter Positionen, insbesondere der Einwirkpunkte bestimmter Komponenten der

Grobblechwalzstraße 1, sein. Denkbar ist auch, dass ein Benutzer eine Benutzeranweisung eingibt, beispielsweise über

ein Bedienelement, so dass eine erneute Vorausberechnung an ¬ gestoßen wird.

In bestimmten Konstellationen kann es auch sinnvoll sein, dass die erneute Vorausberechnung erst nach einem Vergleich der vorausberechneten Temperaturprofile 20 mit den aktuellen Temperaturprofilen 21 des Walzblechs 3 an den Positionen erfolgt. Tritt keine Abweichung auf, so wird mit Schritt S6 fortgefahren, wird jedoch eine Abweichung festgestellt, die großer als ein vorbestimmter Wert ist, so erfolgt die Voraus ¬ berechnung in Schritt S6. Dabei ist zu beachten, dass ein Vergleich immer gegen die aufgrund der neuesten erneuten Vorberechnung ermittelten vorausberechneten Temperaturprofile 21 an den bestimmten Positionen erfolgt.

Wahrend der Vorausberechnungen wird die zyklische Aktualisierung der Temperaturprofile in Schritt S2 fortgesetzt.

Wahrend des hier beschriebenen Ablaufs des Verfahrens werden einer Bedienperson auf der Anzeigevorrichtung 16 die aktuellen Temperaturprofile 21 selber oder daraus abgeleitete Informationen beziehungsweise Großen angezeigt, so dass die Bedienperson auch selber in den Walzprozess eingreifen kann und gegebenenfalls Blechbehandlungsparameter verandern kann. Die- se von einer Bedienperson veränderten Blechbehandlungsparameter werden selbstverständlich auch im Rahmen des erfindungs- gemaßen Verfahrens berücksichtigt, da sie Priorität über er ¬ rechnete Blechbehandlungsparameter haben.

Durch die in Schritt S2 vorgenommene Aktualisierung der Temperaturprofile 21 werden alle für den weiteren Verlauf des Walzprozesses relevanten aus den Betriebsparametern abgeleiteten Informationen zusammengefasst, so dass Betriebsparameter, die in die Aktualisierung des Temperaturprofils 21 ein- gegangen sind, nicht langer gespeichert werden müssen. Die

Nachberechnung in Schritt S2 lasst sich demnach sehr schnell durchfuhren, da ja nur Einflüsse seit der letzten Aktualisierung berücksichtig werden müssen. Auch eine erneute Vorausbe-

rechnung in Schritt S6, die als Startpunkt die aktuellen Tem ¬ peraturprofile verwendet, verbraucht weniger Rechenzeit. Da ¬ durch wird Rechenleistung gespart und der Durchsatz wird erhöht, da unnötige Wartezeiten verhindert werden.