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Title:
METHOD FOR OPERATING A CLOSING DEVICE OF A MOTOR VEHICLE AND CLOSING DEVICE OF A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/076568
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for operating a closing device of a motor vehicle, wherein a limit parameter value (FTHR) of an anti-blocking means is exceeded when a closing part is moved at a movement parameter value (I) by means of a drive of the closing device. According to the invention, after the limit parameter value (FTHR) has been exceeded, a movement parameter value (I) which is smaller than the limit parameter value (FTHR) continues to be applied to the closing part for a validation time period (tvalidate).

Inventors:
HANAUSKA ANDREAS (DE)
GRUBER CHRISTIAN (DE)
Application Number:
PCT/EP2018/075295
Publication Date:
April 25, 2019
Filing Date:
September 19, 2018
Export Citation:
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Assignee:
CONTI TEMIC MICROELECTRONIC GMBH (DE)
International Classes:
E05B81/20; E05F15/41
Domestic Patent References:
WO2002006615A22002-01-24
Foreign References:
DE2926938A11981-01-22
DE10028445A12001-12-20
DE19718631A11998-11-12
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens, bei welchem beim Verstellen eines Schließteils mittels eines Antriebs der Schließvorrichtung mit einem Verstellparameterwert (F (t) ) ein Grenzparmeterwert (FTHR) eines Blockierschutzes überschritten wird,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) das Schließteil mit einem gegenüber dem Grenzparameterwert (FTHR) geringeren Verstellparameterwert (F (t) ) für einen Validie¬ rungszeitraum ( tvaüdate ) weiter beaufschlagt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei nach dem Erreichen des Endes des Validierungszeitraums (tvaiidate ) eine Reversierbewegung des

Schließteils eingeleitet wird, wenn nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) ein Weiterbewegen des Schließteils innerhalb des Validierungszeitraums (tvaiidate ) unmöglich ist. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Schließteil nach Erreichen des Endes des Validierungszeitraums (tvaiidate ) wei¬ terbewegt wird, wenn nach dem Überschreiten des Grenzparame¬ terwerts FTHR) ein Weiterbewegen des Schließteils innerhalb des Validierungszeitraum (tvaiidate ) möglich ist.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) zunächst für einen Zwischenzeitraum (t) eine Leistungsreduktion des Antriebs des Schließteils und anschließend für den Validierungs Zeitraum ( tvaiidate ) eine Leistungserhöhung des Antriebs des Schließteils vorgenommen wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) der Antrieb des Schließteils mit einer Gegenspannung (Umotor(t)) oder einem Gegenstrom beaufschlagt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei mittels eines Algorithmus eine Anlegedauer der Gegenspannung (Umotor(t)) beziehungsweise eine Aufprägedauer des Gegenstroms bis maximal zu einem vollständigen Anhalten des Antriebs des Schließteils ermittelt wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im

Validierungszeitraum (tvaiidate ) ein Verstellparameterwert (F (t) ) eingestellt wird, welcher zumindest im Wesentlichen demjenigen vor einem Anstieg und Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) entspricht.

8. Schließvorrichtung eines Kraftwagens, mit einem durch eine Steuerungseinrichtung gesteuerten Antrieb, mittels welchem ein Schließteil mit einem Verstellparameterwert (F (t) ) verstellbar ist und mittels welchem beim Verstellen des Schließteils der Schließvorrichtung eine Überschreitung eines Grenzparmeterwerts (FTHR) eines Blockierschutzes ermittelbar ist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts (FTHR) das Schließteil mittels des Antriebs mit einem gegenüber dem

Grenzparameterwert (FTHR) geringeren Verstellparameterwert (F (t) ) für einen Validierungszeitraum (tvaiidate ) weiter beauf- schlabar ist.

9. Schließvorrichtung nach Anspruch 8, welche als Fensterheber eines Kraftwagens ausgebildet ist, mittels welchem eine Scheibe als Schließteil verstellbar ist.

Description:
Beschreibung

Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines

Kraftwagens sowie Schließvorrichtung eines Kraftwagens

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Schließvorrichtung eines Kraftwagens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8.

Derartige Schließvorrichtungen kommen insbesondere in Form von Fensterhebern, aber auch bei Schiebedächern oder als Zuziehhilfen bei Fahrzeugtüren oder Heckklappen zum Einsatz. Übli- cherweise werden die Schließvorrichtungen hierbei eingesetzt, um ein Schließteil, also beispielweise eine Fensterscheibe, einen Schiebedachdeckel oder aber eine Fahrzeugtür beziehungsweise Fahrzeugklappe, aus einer offenen Stellung in eine geschlossene Stellung zu überführen.

Um beispielweise beim Schließvorgang des Schließteils, zum Beispiel einer jeweiligen Seitenscheibe einer Seitentür eines Kraftwagens, ein Einklemmen eines Gegenstands, insbesondere einer Hand eines Fahrzeuginsassen, zu vermeiden, weisen heutige Schließvorrichtungen üblicherweise einen Einklemm- beziehungsweise Blockierschutz auf. Hierbei wird allerdings übli ¬ cherweise nicht unmittelbar die Kraft gemessen, mit welcher das Schließteil beaufschlagt wird und welche dann gegebenenfalls das Schließteil auf den eingeklemmten Gegenstand ausübt, sondern vielmehr wird eine Kraftberechnung anhand der beispielweise vom Antrieb der Schließvorrichtung, welcher üblicherweise einen Elektromotor umfasst, zur Verfügung stehenden Daten beziehungsweise Größen vorgenommen. So kann man beispielweise eine am Motor angelegte Spannung und den damit aufgeprägten Strom als Verstellparameterwert nutzen, um hierüber Aufschluss über die aktuelle Kraft zu gewinnen, mit welcher das Schließteil be ¬ ziehungsweise die Scheibe aktuell bewegt wird. Betrachtet man somit den Stromverlauf des Antriebs über den Verstellweg des Schließteils, beispielweise der Fensterscheibe, dann kann man hierüber einen entsprechenden Kraftverlauf ermitteln, der in einem bestimmten Verhältnis zum tatsächlichen Kraftverlauf des Schließteil steht. Außerdem kann man hierbei durch geeignete Algorithmen eine so genannte Grundlast über den Verstellweg des jeweiligen Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe berücksichtigen, mit welcher beispielweise mechanische Kräfte oder Dichtkräfte mit einfließen. Im Ergebnis jedenfalls kann es somit durch geeignete Algorithmen anhand des Spannungs- und Stromverlaufs des Antriebsmotors bei der Verstellbewegung des Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe relativ genau Aufschluss darüber gewonnen werden, mit welcher Kraft das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe zum aktuellen Zeitpunkt bewegt wird beziehungsweise welche Kraft die Fens- terscheibe beispielweise anhand des jeweiligen, aktuellen Verstellparameterwertes beaufschlagt ist.

Zudem kann es bei derartigen Kraftberechnungen systembedingt zu Abweichungen in Bezug auf eine real erzeugte Kraft des

Schließteils, welche beispielweise mit einem geeigneten

Klemmobjekt oder Kraftsensor gemessen werden kann, kommen. Als Störungseinflüsse kommen hierbei beispielweise Trägheitskräfte des Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe, wie diese beispielweise beim Fahren des Kraftwagens auf einer

Schlechtstrecke entstehen, oder aber beispielweise Tempera ¬ turänderungen im Bereich der Dichtungen der Fensterscheibe, in Betracht. Um diese Streuung der Eingangsgrößen abzudecken, muss bislang ein entsprechender Grenzparameterwert eines Einklemm- beziehungsweise Blockierschutzes des Schließteils bezie- hungsweise der Seitenscheibe bereits ab einer weitaus nied ¬ rigeren, berechneten Kraft erfolgen, als derjenige, welcher tatsächlich an dem Schließteil anliegt beziehungsweise mit welcher ein gegebenenfalls eingeklemmter Gegenstand beauf ¬ schlagt wird. Bei derartigen Berechnungen geht man bislang davon aus, dass beispielweise ein dem Antrieb der Schließvorrichtung aufgeprägter Strom als Verstellparameterwert, welcher bei ¬ spielweise im üblichen Betrieb etwa 10 A beträgt, über einen Grenzparameterwert in Höhe von beispielweise etwa 12 A ansteigt, sodass ein entsprechender Blockierschutz aktiviert wird. Bislang wird hierbei nach Erreichen dieses Grenzparameterwertes der Antrieb aus Sicherheitsgründen in entgegengesetzter Richtung betrieben und somit das Schließteil in entgegengesetzter Richtung, also üblicherweise in Öffnungsrichtung, verstellt.

Aufgrund der oben beschriebenen systembedingten Abweichungen kann es somit bislang nicht nur zu Fehlauslösungen einer entsprechenden Reversierbewegung des Schließteils kommen, sondern darüber hinaus kann die volle Leistung dieser

Schließvorrichtung aufgrund der oben beschriebenen geringeren Regelreserve für eine Geschwindikeitsregelung nicht vollständig ausgenutzt werden. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens sowie eine Schließvorrichtung eines Kraftwagens gemäß den Oberbe ¬ griffen der Patentansprüche 1 beziehungsweise 8 zu schaffen, mittels welchen Fehlauslösungen des Einklemm- beziehungsweise Blockierschutzes der Schließvorrichtung auf verbesserte Weise vermieden und außerdem die Regelreserve der Schließvorrichtung erhöht werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens mit den Merkmalen des Patenanspruchs 1 und durch eine Schließvorrichtung eines Kraftwagens mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der jeweils abhängigen Patentansprüche.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer

Schließvorrichtung eines Kraftwagens wird beim Verstellen eines Schließteils mittels eines Antriebs der Schließvorrichtung mit einem Verstellparameterwert, der beispielweise anhand einem dem Antrieb aufgeprägten Strom ermittelt wird, im Falle eines Überschreitens eines Grenzparmeterwertes eines Blockier ¬ schutzes, also beispielweise dem Überschreiten eines dann aktuell dem Antrieb der Schließvorrichtung aufgeprägten Stroms, eine Reversierentscheidung dadurch hinausgezögert, dass nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts das Schließteil mit einem gegenüber diesem Grenzparameterwert geringeren Verstellpara ¬ meterwert weiter beaufschlagt wird. Hierbei kann beispielweise durch Regeln einer entsprechenden Motorspannung dem Antrieb ein Strom als dem Verstellparameterwert zugrunde liegende Größe aufgeprägt werden, welcher demjenigen entspricht, der vor dem Anstieg des Verstellparameterwertes und der Übersteigung des Grenzparameterwertes aktuell war, wobei bei der Einstellung des besagten Verstellparameterwertes wiederum zusätzliche Kor ¬ rekturen mittels entsprechender Algorithmen erfolgen können, da der zuvor dem Anstieg des Verstellparameterwertes gemessene Wert beispielsweise geschwindigkeitsabhängige Reibanteile oder andere, sich auf den Verstellparameterwert auswirkende Einflüsse enthalten hat.

Wird also beispielweise der Antrieb des Schließteils bezie ¬ hungsweise der Fensterscheibe im normalen Verstellbetrieb mit einem Strom als Verstellparameterwert von beispielweise etwa 10 A beziehungsweise einer dazugehörigen Leistung betrieben, und steigt dieser Verstellparameterwert beziehungsweise der dem Antrieb aufgeprägte Strom beispielweise über einen Grenzpa ¬ rameterwert von 12 A beziehungsweise einer dazugehörigen Leistung an, so wird nach dem Überschreiten dieses Grenzpa- rameterwertes von 12 A anschließend wieder der ursprünglich vor dem Anstieg aufgeprägte Verstellparameterwert von 10 A bei ¬ spielweise für einen Validierungs Zeitraum von 500 ms vorgesehen, um zu überprüfen, ob tatsächlich eine Blockierung des

Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe vorliegt, oder ob andere Störeinflüsse wie beispielweise das Fahren über eine Schlechtstrecke zu der Belastungserhöhung im Bereich des Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe geführt haben.

Innerhalb des Validierungszeitraums kann dann anhand einer Messung des aktuellen Verstellparameterwertes, beispielweise des dem Antrieb des Schließteils beziehungsweise der Fens ¬ terscheibe aufgeprägten Stroms oder zugehöriger Leistungswerte sowie der Drehzahl des Antriebs verifiziert werden, ob auch innerhalb des Validierungszeitraums eine Blockierung des Schließteils beziehungsweise der Seitenscheibe vorliegt, oder aber lediglich eine kurzzeitige Abweichung des gemessenen Verstellparameterwerts vorlag.

Im Ergebnis kann somit eine gegebenenfalls erforderliche Re- versierentscheidung hinausgezögert und ein zeitlich beziehungsweise betragsmäßig kurzfristiger Störeinfluss auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe überprüft werden. Somit kann eine fehlerhafte Reversierentscheidung vermieden werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darüber hinaus in einer Robustheitserhöhung dieses Systems, da die Schwelle, die zum Auslösen des abrupten Abbremsens des Schließteils eingestellt wird, höher liegen kann als bei einem Abbremsen über eine Rampenfunktion. Somit erhöht sich auch die verbleibende Regelreserve für die Geschwindig ¬ keitsregelung des Schließteils, wodurch eine weitreichende Erfüllung von Anforderungen an die stabile Geschwindigkeits ¬ regelung erreicht werden kann.

Ein weiterer Vorteil ist es, dass der vorliegende, dem Verfahren zugrunde liegende Algorithmus auch in einer Einschwingphase des Systems verwendet werden kann. Der vorliegende Einklemm- schutzalgorithmus berechnet dabei beispielweise in der An- laufphase der Bewegung des Schließteils/der Fensterscheibe einen Maximalstrom. Wird dieser Maximalstrom überschritten, erfolgt auch im vorliegenden Fall die beschriebene Reversierbewegung. Der Maximalstrom kann dabei herangezogen werden, um eine Kraftbegrenzung nach dem beschriebenen Prinzip zu ermöglichen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird nach dem Erreichen des Endes des Validierungszeitraums eine Reversierbewegung des Schließteils eingeleitet, wenn nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts ein Weiterbewegen des Schließteils in- nerhalb der Validierungszeit unmöglich ist. Das Weiterbewegen des Schließteils wird dabei beispielweise anhand der Drehzahl des Antriebs verifiziert. Somit kann für den Fall, dass tatsächlich ein Einklemmen beispielsweise eines Körperteils eines Sit- zinsassen erfolgt ist, rechtzeitig die dann erforderliche Reversierentscheidung eingeleitet werden. Dabei ist der Validierungszeitraum entsprechend klein, beispielsweise 500 ms gewählt, dass einerseits eine zuverlässige Verifizierung er- folgen kann, andererseits jedoch keine größeren Belastungen beispielsweise beim Einklemmen eines Körperteils eines Sit ¬ zinsassen entstehen.

Ergibt sich bei der Überprüfung des Systems im Validierungs- Zeitraum, dass keine Blockierung des Schließteils/der Fensterscheibe vorliegt, wird das Schließteil in weiterer Ausge ¬ staltung der Erfindung nach Erreichen des Endes des Validierungszeitraums weiterbewegt, wenn nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts ein Weiterbewegen des Schließteils in- nerhalb der vorbestimmten Zeitdauer möglich ist.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts zunächst für einen Zwischenzeitraum eine Leistungsreduktion des Antriebs des Schließteils und anschließend für den Validierungszeitraum eine Leistungserhöhung des Antriebs des Schließteils vorgenommen wird. Diese Leistungsreduktion beziehungsweise Leistungserhöhung wird beispielweise durch Anlegen einer entsprechend niedrigeren beziehungsweise höheren Spannung am Antrieb des Schließteils erreicht. Durch das Reduzieren der Leistung des Anlegen einer geringeren Spannung wird dabei erreicht, dass der dem Antrieb aufgeprägte Strom beziehungsweise die Leistung des Antriebs entsprechend unterhalb des Grenzparameterwerts für den Einklemm- beziehungsweise Blockierschutz fällt, sodass nach der Leistungserhöhung beziehungsweise Spannungserhöhung wieder derjenige Betriebsparameterwert beziehungsweise Stromwert des Antriebs eingestellt werden kann, welcher vor der Strom- beziehungsweise Leistungserhöhung vorhanden war. Wird dann bei diesem ursprünglich aufgeprägten Strom beziehungsweise der dazugehörigen Leistung wiederum eine entsprechende Drehzahl des Antriebs und somit eine Bewegung des Schließteils detektiert, kann davon ausgegangen werden, dass keine Blockade des Schließteils beziehungsweise ein Einklemmen einer Hand oder dergleichen gegeben war.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts der Antrieb des Schließteils mit einer Gegenspannung oder einem Gegenstrom beaufschlagt. Wird demzufolge der Einklemm- beziehungsweise Blockierschutz durch Überschreiten des Grenzparameterwerts ausgelöst, so wird beispielweise der Verstellparamterwert in Form des aufgeprägten Stroms durch Anlegen der Gegenspannung schnellstmöglich reduziert, um hierdurch den Antrieb stark abzubremsen. Hierdurch wird die kinetische Energie der Schließvorrichtung, welche insbesondere aus der kinetischen Energie des Antriebsmotors rührt, schnellstmöglich reduziert, um keine weitere Kraft auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe- und gegebe ¬ nenfalls auf ein eingeklemmtes Objekt - auszuüben.

In diesem Zusammenhang hat es sich als weiter vorteilhaft gezeigt, wenn mittels eines Algorithmus eine Anlegedauer der Gegenspannung beziehungsweise eine Aufprägedauer des Gegenstroms bis maximal zu einem vollständigen Anhalten des Antriebs des Schließteils ermittelt wird. Somit wird vorzugsweise mittels des Algorithmus die exakte Zeitdauer ermittelt, bis die An ¬ triebseinheit/der Antriebsmotor zum Stillstand kommt. Diese Zeitdauer ist insbesondere abhängig von der jeweils aktuellen Bewegungsenergie innerhalb des Gesamtsystems der Schließvor ¬ richtung. Der Vorteil einer derartigen Vorgehensweise besteht darin, dass die Zeitdauer lang genug gewählt wird, um die Energie im Gesamtsystem der Schließvorrichtung abzubauen, aber entsprechend kurz, um unerwünschte Geräuschbildungen innerhalb des Antriebs zu vermeiden, wie dies der Fall wäre, wenn in Folge eines zu langen Anlegens der Gegenspannung eine Änderung der Drehrichtung erfolgen würde. Somit wird vorzugsweise der Zeitpunkt ermittelt, an dem der Antrieb die Drehrichtung ändern würde und die Ansteuerung mittels der Algorithmus entsprechend derart gestaltet, dass sich keine Umkehrung der Drehrichtung des Antriebs und damit einhergehend entsprechende Geräusche ergeben. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung hat es sich als vorteilhaft gezeigt, wenn im Validierungszeitraum ein Verstellparameterwert eingestellt wird, welcher zumindest im Wesent ¬ lichen demjenigen vor einem Anstieg des Parameterwerts und einem Überschreiten des Grenzparameterwerts entspricht. Somit kann auf einfache Weise sichergestellt werden, dass auf das Schließteil keine übermäßige Kraft wirkt.

Die vorstehend im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschriebenen Vorteile gelten in ebensolcher Weise für die Schließvorrichtung gemäß Patentanspruch 8. Diese zeichnet sich des Weiteren dadurch aus, bei unterschiedlichen Anwendungen genutzt werden zu können. Insbesondere vorteilhaft hat sich eine derartige Schließvorrichtung jedoch bei einem Fensterheber eines Kraftwagens gezeigt, mittels welchem eine Scheibe als

Schließteil verstellt werden kann. Gerade bei derartigen Fensterhebern sind ein optimaler Blocker- beziehungsweise Einklemmschutz einerseits und eine große Regelreserve ande ¬ rerseits von erheblicher Bedeutung.

Zu der Erfindung gehören auch Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Schließvorrichtung, die Merkmale aufweisen, wie sie bereits im Zusammenhang mit den Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben worden sind. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens hier nicht noch einmal beschrieben.

Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt:

Fig. 1 ein Diagramm mit jeweiligen Darstellungen von Verläufen einer tatsächlichen, auf ein Schließteil einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens in Form eines Fensterhebers wirkenden Kraft sowie einer errechneten Kraft, welche anhand eines Verstellparameterwertes mittels eines Algorithmus ermittelt wird, bei welchem ein Stromverlauf eines Antriebs der Schließvor ¬ richtung über den Verstellweg des Schließteils be- trachtet und hierüber ein entsprechender Kraftverlauf ermittelt wird, sowie einen als Gerade dargestellten Grenzparameterwert eines Einklemm- beziehungsweise Blockierschutzes, bei dessen Überschreitung durch die errechnete eine Reversierbewegung des Schließteils eingeleitet wird; eine graphische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens in Form eines Fensterhebers, wobei beim Verstellen einer Fensterscheibe als Schließteil mittels eines Antriebsmotors der Schließvorrichtung mit einem entsprechenden, anhand eines Verstellpa- ramterwertes in Form eines dem Antriebsmotor aufgeprägten Stroms ermittelten Kraftwertes ein

Grenzparameterwert eines Einklemm- und Blockier ¬ schutzes überschritten wird, wonach die Fensterscheibe mit einem gegenüber dem Grenzparameterwert geringeren Verstellparameterwert für einen Vali ¬ dierungszeitraum weiter beaufschlagt wird, wobei nach Erreichen des Endes des Validierungszeitraums ein Weiterbewegen des Schließteils innerhalb des Vali ¬ dierungszeitraums möglich ist; und eine schematische Darstellung des Verfahrens analog zu Fig. 2, wobei im vorliegenden Fall nach Erreichen des Endes des Validierungszeitraums eine Reversierbe ¬ wegung des Schließteils eingeleitet wird, da nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts ein Weiterbewegen des Schließteils innerhalb des Validie ¬ rungszeitraums unmöglich ist.

Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.

In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen. In Fig. 1 ist ein Diagramm jeweiliger Kräfte F über der Zeit t dargestellt, anhand welcher ein Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines Kraftwagens, im vorliegenden Fall eines Fensterhebers einer Fensterscheibe, erläutert werden soll. Zunächst erkennbar ist dabei der Verlauf einer realen bezie- hungsweise tatsächlichen Kraft F (t) , mittels welcher ein

Schließteil der Schließvorrichtung, im vorliegenden Fall eine Fensterscheibe eines Fensterhebers, beaufschlagt wird. Diese reale Kraft kann beispielsweise bei der Entwicklung und Ein ¬ stellung des jeweiligen Fensterhebers mittels jeweiliger Prüfkörper beziehungsweise Kraftsensoren ermittelt werden.

Erkennbar ist im vorliegenden Diagramm gemäß Fig. 1, dass diese reale Kraft F(t) nach dem Betätigen der Schließvorrichtung und dem Bewegen des Schließteils beziehungsweise der Fensterscheibe ansteigt. Hierbei werden nicht nur systembedingte mechanische Kräfte AFi , AF 2 , AF 3 sowie die Gewichtskraft des Schließteils in Form der Fensterscheibe berücksichtigt wird, sondern bei ¬ spielsweise auch eine so genannte Grundlast, welche bei ¬ spielsweise durch Dichtungskräfte von Fensterdichtungen, innerhalb welcher die Fensterscheibe läuft, bewirkt und beein- flusst werden.

Da jedoch ein Kraftsensor oder Prüfkörper zur Messung dieser tatsächlichen, das Schließteil beziehungsweise die Fenster ¬ scheibe beaufschlagende Kraft in der Serienanwendung im

Kraftwagen nicht vorhanden ist, erfolgt die im Betrieb der

Schließvorrichtung herangezogene Ermittlung der Kraft F (t) als beispielhaften Verstellparameterwert - wie dieser in Fig. 1 erkennbar ist - durch Berücksichtigung entsprechender Ver- Stellparameterwerte eines Antriebs der Schließvorrichtung, mittels welchem - unter Vermittlung entsprechender mechanischer Kopplungselemente - das Schließteil beziehungsweise die

Fensterscheibe bewegt wird.

Im vorliegenden Fall wird die Kraft F (t) als beispielhafter Verstellparameterwert anhand einer an einem Antriebsmotor induzierten Spannung und einem somit aufgeprägten Strom eine auf den Motor wirkende Gegenkraft ermittelt, welche anhand eines Algorithmus in Zusammenhang mit der tatsächlichen, an der

Fensterscheibe anliegenden Kraft steht. Hierbei wird insbe ¬ sondere der durch Anlegen der Spannung am Antriebsmotor aufgeprägte Stromverlauf über den Verstellweg des Schließteils/der

Fensterscheibe als Grundlage des Verstellparameterwerts F (t) betrachtet. Aus Fig. 1 ist dabei erkennbar, dass der geschätzte

Kraftverlauf F (t) der tatsächlichen, auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe wirkenden Kraft F(t) um die

Zeit T s nacheilt, wobei der geschätzte Kraftverlauf F (t) wie oben beschrieben anhand des sich aufbauenden Stroms im An- triebsmotor bestimmt wird. Nach dieser Zeit x s ist der Verlauf der errechneten Kraft F (t) jedoch hinsichtlich seiner Steigung im Wesentlichen identisch mit der tatsächlichen Kraft F(t) .

Übersteigt nun die geschätzte Kraft F (t) einen Grenzparame- terwert F T H R, also beispielsweise eine geschätzte Kraft, welche einer tatsächlichen Kraft von etwa 100 N entspricht, zu einem Zeitpunkt T R , so wird ein Einklemm- beziehungsweise Blo ¬ ckierschutz aktiviert und - nach Durchlaufen eines Maximums - eine Reversierbewegung eingeleitet, wobei das Schließteil/die Fensterscheibe in entgegengesetzter Richtung bewegt bezie ¬ hungsweise die Fensterscheibe geöffnet wird.

Im Falle der vorliegenden Erfindung hat sich jedoch gezeigt, dass beispielsweise in Folge einer Fahrt des Kraftwagens über eine Schlechtstrecke zusätzliche Gewichtskräfte auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe wirken, welche schluss- endlich auch an den Antrieb beziehungsweise Antriebsmotor der Schließvorrichtung weitergeleitet werden und sich in einem entsprechenden Anstieg des dem Antriebsmotors aufgeprägten Stroms beziehungsweise dementsprechend auch in einem ent- sprechenden Anstieg des errechneten Verstellparameterwertes F (t) niederschlagen. So kann es beispielsweise sein, dass ein normalerweise üblicher, dem Antriebsmotor aufgeprägter Strom von circa 10 A auf beispielsweise etwa 12 A ansteigt, sodass bislang automatisch eine Reversierentscheidung erfolgt und das

Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe in umgekehrter Richtung zurückbewegt beziehungsweise geöffnet wird, da davon ausgegangen wird, dass in Folge des ansteigenden Stroms und der damit ansteigenden geschätzten Kraft F (t) die zugehörige Auslöseschwelle F THR überschritten wird und somit eine Blockade erfolgt ist. Bei einer derartigen Blockade kann es sich bei ¬ spielsweise bei einem Fensterheber insbesondere um das Ein ¬ klemmen einer Hand oder dergleichen zwischen der Fensterscheibe und einem Fensterrahmen handeln. Es hat sich jedoch gezeigt, dass nicht nur die oben beschriebenen Einflüsse zu einer unnötigen Öffnung beziehungsweise Umkehrbewegung des Schließteils beziehungsweise die Fensterscheibe führen können, sondern dass in Folge der systembedingten Abweichungen zur real erzeugten beziehungsweise auf das

Schließteil/die Fensterscheibe wirkenden Kraft F (t) ein entsprechender Einklemm- beziehungsweise Blockierschutz bereits ab relativ niedrigen, berechneten beziehungsweise geschätzten

Kräften F (t) erfolgen muss. Dies bedeutet, dass in bisherigen Schließvorrichtungen die zugehörige Regelreserve, also die Kraft F (t) und die Geschwindigkeit v(t), mittels welcher das

Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe bewegt werden können, relativ gering gemessen werden können.

Aus diesem Grund wird bei dem vorliegenden Verfahren - wie dies aus den Fig. 2 und 3 erkennbar ist - nach Überschreiten eines entsprechenden Grenzparameterwertes F THR die Reversierent ¬ scheidung in einem Validierungszeitraum t va ii date hinausgezögert. Der Validierungszeitraum t va ii date beträgt im vorliegenden Fall 500 ms, kann jedoch auch einen anderen Wert haben.

Im Einzelnen ist zunächst aus Fig. 2 erkennbar, dass nach Überschreiten des beispielsweise anhand des dem Antriebsmotor der Schließvorrichtung aufgeprägten Stroms ermittelte beziehungsweise geschätzte Kraft F (t) den beschriebenen Grenzpa ¬ rameterwert F THR eines Einklemm- beziehungsweise Blockier ¬ schutzes zu einem Zeitpunkt x s + Ati überschreitet. Gleichzeitig ist erkennbar, dass sich eine Drehzahl v(t) zu diesem Zeitpunkt hin absenkt, was für eine entsprechend höhere Krafteinwirkung auf das Schließteil und somit auf ein Abbremsen des Antriebsmotors zurückzuführen ist. In dem besagten Zeitpunkt x s + Ati , zu Beginn des Zeitraum t, wird somit die am Antriebsmotor anliegenden Spannung U mo tor(t) re ¬ duziert und somit eine Leistungsreduktion des Antriebs des Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe bewirkt. Durch die Änderung der Spannung kommt es demzufolge - wie aus Fig. 2 erkennbar ist - auch zu einer Reduzierung der berechneten Kraft

F (t) , welche anhand des dann geringeren, aufgeprägten Stroms ermittelt wird.

Nach dem Zwischenzeitraum t wird dann wiederum die Spannung U m otor(t) wieder derart erhöht, dass der dann dem Antriebsmotor aufgeprägte Strom und die damit errechnete Kraft F (t) als Verstellparameterwert sich beispielsweise wieder auf einen Wert einstellt, welcher zumindest im Wesentlichen demjenigen vor dem Anstieg und Überschreiten des Grenzparameterwerts entspricht . Im konkreten Beispiel wird somit beispielsweise eine Spannung Umotor(t) angelegt, welche bewirkt, dass sich wiederum am An ¬ triebsmotor aufgeprägter Strom von beispielsweise etwa 10 A ergibt, wie dieser sich im üblichen, normalen Verstellbetrieb entstellt. Bei der Einstellung des besagten Verstellparame- terwertes F (t) werden dabei zusätzliche Korrekturen mittels entsprechender Algorithmen vorgenommen, da der vor dem Anstieg des Verstellparameterwertes F (t) gemessene Wert beispielsweise geschwindigkeitsabhängige Reibanteile oder andere, sich auf den Verstellparameterwert auswirkende Einflüsse enthalten hat, die sich bei einer neuerlichen Verstellbewegung des Schließteils/der Fensterscheibe betragsmäßig ändern.

Anhand des Diagramms gemäß Fig. 2 ist nun erkennbar, dass der dem Antriebsmotor aufgeprägte Strom beziehungsweise die daraus berechnete Kraft F (t) nicht wieder über den Grenzparameterwert in Form der Auslöseschwelle F THR ansteigt, sondern vielmehr im Validierungszeitraum t va iidate unter diese absenkt. Da gleich ¬ zeitig im Validierungszeitraum tvaiidate hingegen die Drehzahl v(t) wieder ansteigt, ist davon auszugehen, dass es sich lediglich um eine kurzzeitige Kraftbeaufschlagung des Schließteil bezie- hungsweise der Fensterscheibe gehandelt hat, wie dies bei ¬ spielsweise beim Überfahren einer Schlechtstrecke bezie ¬ hungsweise Rüttelstrecke der Fall ist. Da jedoch der dem An ¬ triebsmotor aufgeprägte Strom, aus welchem sich die über einen entsprechenden Algorithmus berechnete Kraft F (t) ergibt, unter die Auslöseschwelle F THR fällt beziehungsweise da der dem An ¬ triebsmotor aufgeprägte Strom somit unterhalb des Grenzpara ¬ meterwertes von beispielsweise etwa 12 A verbleibt, kann das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe weiter verstellt und beispielsweise geschlossen werden.

Nach dem Überschreiten des Grenzparameterwerts F (t) wird somit zunächst für den Zwischenzeitraum t eine Leistungsreduktion des Antriebs des Schließteils und anschließend für den Validie ¬ rungszeitraum tvaiidate eine Leistungserhöhung des Antriebs des Schließteils vorgenommen. Diese Leistungsreduktion beziehungsweise Leistungserhöhung wird vorliegend durch Anlegen einer entsprechend niedrigeren beziehungsweise höheren Spannung am Antrieb des Schließteils erreicht. Durch das Reduzieren der Leistung des Anlegen einer geringeren Spannung wird dabei erreicht, dass der dem Antrieb aufgeprägte Strom beziehungsweise die Leistung des Antriebs entsprechend unterhalb des Grenz ¬ parameterwerts F THR für den Einklemm- beziehungsweise Bio- ckierschutz fällt, sodass nach der Leistungserhöhung beziehungsweise Spannungserhöhung wieder derjenige Betriebspara ¬ meterwert F (t) beziehungsweise Stromwert des Antriebs ein ¬ gestellt werden kann, welcher vor der Strom- beziehungsweise Leistungserhöhung vorhanden war. Wird dann bei diesem ursprünglich aufgeprägten Strom beziehungsweise der dazugehörigen Leistung wiederum eine entsprechende Drehzahl v (t) des Antriebs und somit eine Bewegung des Schließteils detektiert, kann davon ausgegangen werden, dass keine Blockade des Schließteils be- ziehungsweise ein Einklemmen einer Hand oder dergleichen gegeben war .

Fig. 3 zeigt hingegen den umgekehrten Fall, bei welchem nach abermaligem Anlegen der Spannung U mo tor(t) zu Beginn des Vali- dierungszeitraums t va iidate der dem Antriebsmotor aufgeprägte

Strom und damit einhergehend die hierüber ermittelte Kraft F (t) nicht abklingt, sondern nach wie vor gleichbleibend über der Auslöseschwelle F THR liegt. Dies bedeutet somit, dass der normalerweise bei etwa 10 A liegende Betrag des am Antriebsmotor aufgeprägten Stroms nach wie vor deutlich über der Grenze von beispielsweise 12 A liegt, und somit die hierdurch ermittelte

Kraft F (t) deutlich oberhalb der Auslöseschwelle F THR liegt, wodurch zum Zeitpunkt t (reverse) nach Ende des Validierungs ¬ zeitraums tvaiidate ein Reversieren der Bewegung des Schließteils vorgenommen wird. Mithin wird im vorliegenden Fall somit die Fensterscheibe in umgekehrter Richtung geöffnet, um ein Einklemmen beispielsweise einer Hand eines Sitzinsassen, möglichst schnell zu beenden. In Zusammenschau der Fig. 2 und 3 ist somit erkennbar, dass innerhalb des Validierungszeitraums t va iidate anhand einer Messung des aktuellen Verstellparameterwertes F (t) und der Berück ¬ sichtigung der zugehörigen Drehzahl v (t) des Antriebsmotors werden kann, ob auch innerhalb des Validierungs-

Zeitraums t va iidate eine Blockierung des Schließteils bezie hungsweise der Seitenscheibe vorliegt, oder aber lediglich kurzzeitige Abweichung des gemessenen Verstellparameterwerts vorlag .

Im Ergebnis kann somit eine gegebenenfalls erforderliche Re- versierentscheidung hinausgezögert und ein zeitlich beziehungsweise betragsmäßig kurzfristiger Störeinfluss auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe überprüft werden. Somit kann eine unnötige Reversierentscheidung vermieden und die Robustheit dieses Systems erhöht werden, da die Schwelle, die zum Auslösen des abrupten Abbremsens des Schließteils eingestellt wird, höher liegen kann als bei einem Abbremsen über eine Rampenfunktion. Somit erhöht sich auch die verbleibende Regelreserve für die Geschwindigkeitsregelung des Schließteils, wodurch eine weitreichende Erfüllung von Anforderungen an die stabile Geschwindigkeitsregelung erreicht werden kann.

Innerhalb des Zeitraums t, in welchem die am Antriebsmotor anliegenden Spannung U mo tor(t) reduziert und somit eine Leis ¬ tungsreduktion des Antriebs des Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe bewirkt, kann gegebenenfalls als Spannung U mo - tor(t) eine Gegenspannung (in anderer Ausführung auch ein einem Gegenstrom) angelegt werden. Durch Anlegen der Gegenspannung wird der am Antriebsmotor aufgeprägte Strom und somit auch der errechnete Verstellparameterwert F (t) schnellstmöglich re- duziert, um hierdurch den Antrieb stark abzubremsen. Hierdurch wird die kinetische Energie der Schließvorrichtung, welche insbesondere aus der kinetischen Energie des Antriebsmotors rührt, schnellstmöglich reduziert, um keine weitere Kraft auf das Schließteil beziehungsweise die Fensterscheibe- und gegebe- nenfalls auf ein eingeklemmtes Objekt - auszuüben.

Dabei ist es besonders günstig, wenn mittels eines Algorithmus eine Anlegedauer der Gegenspannung U mo tor(t) beziehungsweise eine Aufprägedauer des Gegenstroms bis maximal zu einem vollständigen Anhalten des Antriebs des Schließteils ermittelt wird. Somit wird vorzugsweise mittels des Algorithmus die exakte Zeitdauer ermittelt, bis die Antriebseinheit/der Antriebsmotor zum Stillstand kommt. Diese Zeitdauer ist insbesondere abhängig von der jeweils aktuellen Bewegungsenergie innerhalb des Gesamt ¬ systems der Schließvorrichtung. Der Vorteil einer derartigen Vorgehensweise besteht darin, dass die Zeitdauer lang genug gewählt wird, um die Energie im Gesamtsystem der Schließvor- richtung abzubauen, aber entsprechend kurz, um unerwünschte Geräuschbildungen innerhalb des Antriebs zu vermeiden, wie dies der Fall wäre, wenn in Folge eines zu langen Anlegens der Gegenspannung eine Änderung der Drehrichtung erfolgen würde. Somit wird vorzugsweise der Zeitpunkt ermittelt, an dem der Antrieb die Drehrichtung ändern würde und die Ansteuerung mittels der Algorithmus entsprechend derart gestaltet, dass sich keine Umkehrung der Drehrichtung des Antriebs und damit einhergehend entsprechende Geräusche ergeben. Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Schließvorrichtung eines

Kraftwagens sowie eine Schließvorrichtung eines Kraftwagens bereitgestellt werden kann, mittels welchen beim Verstellen eines Schließteils mittels eines Verstellparameterwerts F (t) nach Überschreiten eines entsprechenden Grenzparameterwertes F THR die Reversierentscheidung in einem Validierungszeitraum tvaiidate hinausgezögert wird. Somit kann innerhalb des Vali ¬ dierungszeitraums tvaiidate anhand einer Messung des aktuellen

Verstellparameterwertes F (t) und der Berücksichtigung der zugehörigen Drehzahl v (t) des Antriebsmotors verifiziert werden, ob auch innerhalb des Validierungszeitraums t va iidate eine Blockierung des Schließteils beziehungsweise der Seitenscheibe vorliegt, oder aber lediglich eine kurzzeitige Abweichung des gemessenen Verstellparameterwerts vorlag.

Die vorliegende Schließvorrichtung kann nicht nur - wie im vorliegenden Beispiel erläutert - bei einem Fensterheber eines Kraftwagens zum Einsatz kommen, sondern beispielsweise auch bei Schiebedächern oder als Zuziehhilfen bei Fahrzeugtüren oder Heckklappen.