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Title:
METHOD FOR OPERATING A MEASURING SYSTEM, DISTRIBUTED MEASURING SYSTEM AND MEASURING INSTRUMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/063607
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a measuring system, which comprises a first and at least one second measuring instrument, wherein the measuring instruments are each designed to measure an electrical energy quantity flowing in a first or second line strand within a measuring period. The measuring system furthermore comprises a calibration module for comparing the measured energy quantities in order to generate calibration data in the event of a deviation in the measured energy quantities and in order to transfer the calibration data to the first and/or second electrical measuring instrument. The means according to the invention have advantages in particular in the case of a hierarchical arrangement or series connection of measuring instruments for determining the electrical energy consumption. When the method carried out according to the invention is used, a mutual, centralized or decentralized calibration of the measuring instruments permits a reliable, rule-consistent breakdown and calculation of the energy consumption in individual portions of a main distribution or sub-distribution, in particular for supplying electrical energy to a charging point.

Inventors:
BODE, Sebastian (Ahlen, DE)
KORNBICHLER, Andreas (Dietramszell, DE)
Application Number:
EP2020/074215
Publication Date:
April 08, 2021
Filing Date:
August 31, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (München, DE)
International Classes:
H02J13/00; G01D4/00; G01R19/25
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Betrieb eines Messsystems, bei dem ein Messzeitraum bestimmt wird, innerhalb dem von einem ersten Messgerät (Ml) eine in einem ersten Lei tungsstrang fließende elektrische Energiemenge gemessen wird und, im selben Messzeitraum, von einem zweiten Mess gerät (M2) eine in einem zweiten Leitungsstrang fließende elektrische Energiemenge gemessen wird; bei dem die gemessenen Energiemengen von einem Kalibrie rungsmodul (CNF) verglichen werden; bei dem vom Kalibrierungsmodul (CNF) im Fall einer Abwei chung der gemessenen Energiemengen ein Kalibrierungsdatum erzeugt wird, welches an das erste und/oder das zweite elektrische Messgerät (Ml, M2) übertragen wird.

2. Verfahren gemäß Patentanspruch 1, bei dem Werte der gemes senen Energiemengen digital kodiert und mit einem Zeitstempel versehen werden.

3. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche, bei dem der Messzeitraum zumindest teilweise anhand eines Signal verlaufs einer am Messgerät (Ml) anliegenden elektrischen Größe bestimmt wird.

4. Verfahren gemäß Patentanspruch 3, bei dem der Messzeitraum innerhalb zweier Unstetigkeiten im Signalverlauf gewählt wird.

5. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche 3 und 4, bei dem der Messzeitraum so gewählt wird, dass inner halb des Messzeitraums keine Unstetigkeiten im Signalverlauf auftreten.

6. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche, bei dem der Messzeitraum zumindest teilweise anhand einer von mindestens einem Messgerät (Ml) empfangenen Synchronisations anweisung bestimmt wird.

7. Verfahren gemäß Patentanspruch 6, bei dem die Synchronisa tionsanweisung vom ersten Messgerät (Ml) an das zweite Mess gerät (M2) gesendet wird.

8. Verfahren gemäß Patentanspruch 6, bei dem die Synchronisa tionsanweisung von einer Synchronisationseinrichtung an das erste und das zweite Messgerät (Ml, M2) gesendet wird.

9. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche 7 und 8, bei der die Übertragung der Synchronisationsanweisung über den Leitungsstrang erfolgt.

10. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche 7 und 8, bei der die Übertragung der Synchronisationsanweisung drahtlos erfolgt.

11. Verfahren gemäß einem der vorgenannten Patenansprüche, bei dem das Kalibrierungsmodul (CNF) dem ersten Messgerät (Ml) zugeordnet ist oder ein Bestandteil des ersten Messge räts ist.

12. Messsystem, umfassend ein erstes Messgerät, eingerichtet zur Messung einer in nerhalb eines Messzeitraums in einem ersten Leitungs strang fließenden elektrischen Energiemenge; ein zweites Messgerät, eingerichtet zur Messung einer in nerhalb des Messzeitraums in einem zweiten Leitungsstrang fließenden elektrischen Energiemenge; ein Kalibrierungsmodul (CNF) zum Vergleich der gemessenen Energiemengen, zur Generierung eines Kalibrierungsdatums im Fall einer Abweichung der gemessenen Energiemengen und zur Übertragung des Kalibrierungsdatums an das erste und/oder das zweite elektrische Messgerät.

13. Messsystem gemäß dem vorgenannten Patentanspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Leitungsstrang einem Hauptverteiler und dass der zweite Leitungsstrang einem Ne benverteiler zugeordnet ist.

14. Messsystem gemäß einem der vorgenannten Patentansprüche 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Leitungs strang einer elektrischen Energieversorgung eines gewerbli chen Abnehmers dient.

15. Messsystem gemäß einem der vorgenannten Patentansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Leitungs strang einer elektrischen Energieversorgung eines Ladepunkts dient.

16. Kalibrierendes Messgerät in einem Messystem gemäß Pa tentanspruch 12, umfassend ein erstes Messgerät (Ml) gemäß Patentanspruch 12, das erste Messgerät (Ml) beinhaltend ein Kalibrierungsmodul (CNF) gemäß Patentanspruch 12, das erste Messgerät (Ml) eingerichtet zur Übertragung des Kalibrie rungsdatums an das zweite elektrische Messgerät.

17. Kalibrierbares Messgerät in einem Messystem gemäß Pa tentanspruch 12, umfassend ein zweites Messgerät (M2) gemäß Patentanspruch 12, das zweite Messgerät (M2) eingerichtet zur Übertragung eines Werts der vom zweiten Messgerät (M2) gemes senen Energiemenge an das erste Messgerät (Ml) und zum Emp fang des Kalibrierungsdatums.

18. Selbstkalibrierendes Messgerät, umfassend: ein erstes Messgerät (Ml) gemäß Patentanspruch 12; ein zweites Messgerät (M2) gemäß Patentanspruch 12; - mindestens ein Kalibrierungsmodul (CNF) gemäß Patentan spruch 12; wobei das erste Messgerät (Ml) und das zweite Messgerät (M2) zur redundanten Messung der in einem identischen Leitungs strang fließenden elektrischen Energiemenge eingerichtet sind.

Description:
Beschreibung

Verfahren zum Betrieb eines Messsystems, Verteiltes Messsys tem, und Messgerät

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Mess systems, ein Messsystem zur Kalibrierung von Energiemessgerä ten, sowie ein Messgerät.

In gängigen Energieverteilungsnetzen wird eine elektrische Energieabnahme eines Haushalts oder eines Unternehmens an ei nem Hauptanschluss, durch den ein Leitungsstrang in ein Ge bäude oder in ein abgrenzbares Gelände geführt wird, an einem dort installierten Energiemessgerät gemessen. Auf solche Energiemessgeräte wird umgangssprachlich häufig auch als »Stromzähler« Bezug genommen. Der Leitungsstrang wird an schließend an einen Hauptverteiler geführt, an welchem mehre re Leitungsstränge abgehen, durch die ein jeweils abgegrenz ter Abschnitt des Gebäudes mit elektrischer Energie versorgt wird. Dabei tritt zunehmend ein Bedarf auf, eine in einzelnen Abschnitten einer Hauptverteilung oder einer Unterverteilung entnommene Energie zu messen und gegebenenfalls in Rechnung zu stellen.

Ein solcher Bedarf ergibt sich insbesondere durch eine stei gende Bedeutung der Elektromobilität und einer damit einher gehenden Notwendigkeit zum Ausbau einer Ladeinfrastruktur für das elektrische Laden von Elektrofahrzeugen. Für einen zügi gen Ausbau der Ladeinfrastruktur werden derzeit vermehrt La depunkte vorgesehen, welche aufgrund Ihres hohen Energiebe darfs an Hauptverteilern von Unternehmen, öffentlichen Gebäu den, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Privatpersonen in stalliert werden. Die an einen Ladepunktbetreiber oder CPO bzw. Charging Point Operator übergebene elektrische Energie wird in einem vom Hauptverteiler abführenden Leitungsstrang durch ein - üblicherweise, wie das Energiemessgerät am Übergabepunkt geeichtes - weiteres Energiemessgerät gemessen. Auch die am Ladepunkt entnommene Ladeenergie wird über konformitätsbewer tete Ladepunkte erfasst und abgerechnet.

Ein am Übergabepunkt gemessener Energiekonsum entspricht in des nicht dem innerhalb des Gebäudes zu verrechnenden Ener giekonsum, da über das am Übergabepunkt installierte Energie messgerät auch die an den Ladepunkt übergebene Energie mitge messen wird. Um den Energiekonsum der wirtschaftlichen Ein heit innerhalb des Gebäudes korrekt in Rechnung zu stellen, wird üblicherweise der vom weiteren Energiemessgerät gemesse ne Energiekonsum - im Folgenden zweiter Energiekonsum - von dem am Übergabepunkt installierten Energiemessgerät gemesse nen Energiekonsum - im Folgenden erster Energiekonsum - abge zogen.

Dieses Vorgehen kann unter ungünstigen Umständen mit erhebli chen Fehlern behaftet sein, welche einzelne Verkehrsfehler grenzen der beteiligten Energiemessgeräte insgesamt weit überschreiten. Beträgt eine Verkehrsfehlergrenze eines ein zelnen Energiemessgeräts beispielsweise 20 % so schwankt die zulässige Abweichung des gemessenen Werts vom tatsächlichen Wert um ± 10 %. Dies erweist sich insbesondere im obigen Fall einer Reihenschaltung als kritisch, wenn der gemessene erste Energiekonsum und der gemessene zweite Energiekonsum mit dem gleichen Vorzeichen vom jeweiligen tatsächlichen Energiekon sum abweichen, also beispielsweise um - 10 %. In einem sol chen Fall addieren sich die Abweichungen in Folge der Reihen schaltung. Im Übrigen ist eine derartige Differenzmethode auch nach eichrechtlichen Vorgaben in vielen Rechtsräumen nicht zuläs sig. Beispielsweise geht aus einem für den deutschen Rechts raum einschlägigen Gesetz mit dem Kurztitel Mess- und Eichge setz, abkürzend MessEG, hervor, dass Differenzen aus Messwer ten gemäß der dortigen Bestimmung § 33 MessEG nicht für eine Abrechnung herangezogen werden dürfen, solange keine von ei nem gesetzlich spezifizierten Regelermittlungsausschuss er mittelte technische Regel gemäß § 25 Abs. 7 MessEV der deut schen Mess- und Eichverordnung vorliegt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine Bereitstellung von Mitteln, mit denen ein Betrieb eines Messsystems mit ge ringeren Abweichungen gewährleistet ist.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betrieb eines Mess systems, ein Messsystem sowie ein Messgerät mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb eines Messsystems wird ein Messzeitraum bestimmt, innerhalb dem von einem ers ten Messgerät eine in einem ersten Leitungsstrang fließende elektrische Energiemenge gemessen wird. Im selben Messzeit raum wird von einem zweiten Messgerät eine in einem zweiten Leitungsstrang fließende elektrische Energiemenge gemessen. Die gemessenen Energiemengen werden von einem Kalibrierungs modul verglichen. Im Fall einer Abweichung der gemessenen Energiemengen wird vom Kalibrierungsmodul ein digitales Ka librierungsdatum erzeugt, welches an das erste und/oder das zweite elektrische Messgerät übertragen wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren bezieht sich auf eine Messung von Energiemengen zum Zweck einer Kalibrierung der Messgerä- te. Die bestimmungsgemäße laufende Messung der Energiemenge für Abrechnungszwecke erfolgt davon unabhängig.

Das erfindungsgemäß eingesetzte Kalibrierungsmodul überwacht die Abweichung der gemessenen Energiemengen währen des her kömmlichen Messbetriebs der Messgeräte entweder laufend, zyk lisch oder bei Bedarf.

Das erfindungsgemäße Verfahren entfaltet seine Vorteile ins besondere bei einer hierarchischen Anordnung oder Reihen schaltung von Messgeräten zur Bestimmung des elektrischen Energiekonsums. In Anwendung des erfindungsgemäß durchgeführ ten Verfahrens gestattet eine gegenseitige, zentrale oder de zentral durchgeführte Kalibrierung der Messgeräte eine ver lässliche, regelkonforme Aufschlüsselung und Verrechnung des jeweiligen Energiekonsums in einzelnen Abschnitten einer Hauptverteilung oder einer Unterverteilung.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Messsystem geschaffen, umfassend ein erstes und mindestens ein zweites Messgerät, welche jeweils eingerichtet sind zur Messung einer innerhalb eines Messzeitraums in einem ersten bzw. zweiten Leitungsstrang fließenden elektrischen Energiemenge. Das Mes- system umfasst weiterhin ein Kalibrierungsmodul zum Vergleich der gemessenen Energiemengen, zur Generierung eines Kalibrie rungsdatums im Fall einer Abweichung der gemessenen Energie mengen und zur Übertragung des Kalibrierungsdatums an das erste und/oder an das zweite elektrische Messgerät.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Messgerät geschaffen, welches das Kalibrierungsmodul umfasst und wel ches eingerichtet ist zur Übertragung des Kalibrierungsdatums an mindestens ein weiteres elektrisches Messgerät. Ein sol ches Messgerät ist demnach ein kalibrierendes Messgerät in einem Messystem, welches ein oder mehrere weitere Messgeräte kalibriert .

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist dieses kalib rierte Messgerät geschaffen, welches zur Übertragung eines Werts der gemessenen Energiemenge an das kalibrierende Mess gerät und zum Empfang des Kalibrierungsdatums von diesem ka librierenden Messgerät eingerichtet ist.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein selbst kalibrierendes Messgerät geschaffen, welches zwei Messgeräte sowie mindestens ein Kalibrierungsmodul umfasst. Die beiden Messgeräte können gleichzeitig oder abwechselnd kalibrierend und/oder kalibriert sein. Beide Messgeräte sind für eine re dundante Messung der in einem identischen Leitungsstrang fließenden elektrischen Energiemenge eingerichtet.

Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprü chen definiert.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die gemessenen Energiemengen als digita les Datum kodiert werden, wobei das digitale Datum mit einem Zeitstempel versehen wird. Diese Maßnahme gestattet eine ein fache Zuordnung von Messwerten durch das Kalibrierungsmodul.

Zur weiteren Auflösung sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, den Messzeitraum zumindest teilweise an hand eines Signalverlaufs einer am Messgerät anliegenden elektrischen Größe zu bestimmen. Ausgenutzt wird hierbei bei spielsweise der Umstand, dass die Momentanleistung sich häu fig sprunghaft ändert. Hier kommen insbesondere besondere Stellen im Leistungs- oder Spannungsverlauf, also Schlüssel- stellen oder »Key Points« zur Anwendung, wie beispielsweise Nulldurchgänge, Sprünge oder Extremstellen.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass der Messzeitraum innerhalb zweier Unste tigkeiten - also Sprünge oder Extremstellen - im Signalver lauf gewählt wird, wie sie z.B. durch Schaltvorgänge oder An schneidungen eines ansonsten sinusförmigen oder - im Fall von Gleichstrom - konstanten Signalverlaufs entstehen.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, den Messzeitraum so zu wählen, dass keine Un stetigkeiten im Signalverlauf innerhalb des gewählten Mess zeitraums auftreten. Dies gestattet eine genauere Abgrenzung eines Kalibrierungsbetriebs von einem herkömmlichen Messbe trieb der Messgeräte. Schaltereignisse oder sonstige Unste tigkeiten begrenzen somit vorwiegend Zeitabschnitte, welche für die Kalibrierung verwendet werden.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass der Messzeitraum zumindest teilweise an hand einer von mindestens einem Messgerät empfangenen Syn chronisationsanweisung bestimmt wird. Diese Maßnahme gestat tet eine Synchronisation aller Vorgänge, beispielsweise unter Verwendung eines Network Time Protocol, NTP, oder eines Pre- cision Time Protocol, PTP, zur Synchronisierung von Takt und Zeitinformationen über paketbasierte Kommunikationsnetze.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die Synchronisationsanweisung vom ersten Messgerät an das zweite Messgerät gesendet wird. Das erste, beispielsweise am Hauptverteiler lokalisierte Messgerät nimmt hier also permanent oder teilweise eine Führungsrolle bei der Durchführung des Verfahrens ein. Gemäß einer alternativen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die Synchronisationsanweisung von einer Synchronisationseinrichtung an mehrere oder alle Messgeräte gesendet wird.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ver fahrens ist vorgesehen, dass die Übertragung der Synchronisa tionsanweisung über den Leitungsstrang erfolgt. Die Synchro nisationsanweisung sowie weitere digitale Daten - also ein Messwerte und Zeitstempel enthaltende Datum, das Kalibrie rungsdatum etc. - werden vorzugsweise digital mittels eines geeigneten Transportprotokolls über den Leitungsstrang über tragen, womit weitere Installationen zur Übertragung der Da ten in vorteilhafter Weise unnötig sind. Mit einem solchen Transportprotokoll wird - beispielweise unter Anwendung der Spezifikationen PowerLAN oder Powerline Communication, bzw. PLC - der Leitungsstrang - oder einzelne elektrische Leitun gen daraus - im Niederspannungsnetz zum Aufbau eines lokalen Netzwerks zur Datenübertragung verwendet, so dass keine zu sätzliche Verkabelung notwendig ist.

Gemäß einer alternativen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, die Übertragung der Synchronisati onsanweisung sowie der weiteren digitale Daten drahtlos zu gestalten. Diese Maßnahme stellt angesichts der heutigen Be reitstellung von drahtlos kommunizierenden IoT-Sensoren (In ternet of Things) eine vielversprechende Alternative zur PLC- Kommunikation dar.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass das Kalibrierungsmodul dem ersten Mess gerät zugeordnet ist oder ein Bestandteil des ersten Messge räts ist. Diese Ausgestaltung folgt wie die oben beschriebene Ausgestaltung zum Senden der Synchronisationsanweisung vom ersten Messgerät aus dem Prinzip, dass das erste, beispiels weise am Hauptverteiler lokalisierte Messgerät permanent oder teilweise eine Führungsrolle bei der Durchführung des Verfah rens einnimmt.

Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Messsystems ist vorgesehen, dass das erste Messgerät einem Hauptverteiler und dass das zweite Messgerät einem Nebenverteiler zugeordnet ist. Ein zweiter Leitungsstrang an diesem Nebenverteiler dient z.B. einer elektrischen Energieversorgung eines gewerb lichen Abnehmers, insbesondere eines Betreibers eines Lade punkts.

Im Folgenden werden weitere Ausführungsbeispiele und Vorteile der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:

Fig. 1 ein vereinfachtes Blockschaltbild zur Darstellung eines Messsystems in einem elektrischen Verteiler system;

Fig. 2 eine Detailansicht eines Messsystems gemäß einer ersten Ausgestaltung der Erfindung; und;

Fig. 3 eine Detailansicht eines Messsystems gemäß einer zweiten Ausgestaltung der Erfindung;

Fig. 1 zeigt ein vereinfachtes Blockschaltbild eines Messsys tems in einem stark vereinfacht dargestellten elektrischen Verteilersystem. Ein Hauptleitungsstrang ML führt von einem

- nicht dargestellten - elektrischen Verteilungsnetz eines

- nicht dargestellten - Verteilnetzbetreibers zu einer Ver braucheranlage FAC, beispielsweise innerhalb eins Gebäudes. Ein Übergabeanschluss TP bildet einen - üblicherweise mit nicht dargestellten elektrischen Sicherungen geschützten - Übergabepunkt des Hauptleistungsstrangs ML vom Verteilungs netz zur Verbraucheranlage FAC. Der Übergabeanschluss TP ist beispielsweise als Gebäudeanschluss oder als Hausanschluss kasten ausgeführt.

Vom Übergabeanschluss TP führt ein Leitungsstrang, gegebenen falls über einen - nicht dargestellten - Hauptverteiler, zu einem ersten Messgerät Ml. Der Hauptverteiler umfasst je nach Ausmaß der Verbraucheranlage FAC einen oder mehrere Vertei lerzweige und gegebenenfalls mehrere Messgeräte Ml. Weitere elektrische Einrichtungen - also beispielsweise Versorgungs punkte, elektrische Lasten, Verbraucher, etc. - innerhalb der Verbraucheranlage FAC sind in der Zeichnung vereinfacht als exemplarischer Verbraucher CS1 dargestellt.

Ein in Energieflussrichtung vom ersten Messgerät Ml wegfüh render Leitungsstrang versorgt einen exemplarischen zweiten Verbraucher CS2 in einer abgesetzten Verbraucherstelle SEP mit elektrischer Energie. Die an den zweiten Verbraucher CS2 übergebene elektrische Energie wird durch ein zweites Messge rät M2 gemessen.

Die Messgeräte Ml, M2 sind vorzugsweise geeichte Energiezäh ler, mit denen eine elektrische Wirkleistung des über den je weils durchgeführten Leistungsstrang angeschlossenen Verbrau chers CS1, CS2 über der Zeit summiert wird, wodurch die elektrische Energie gemessen wird. Auf diese über die Zeit summierte Wirkleistung an den Verbrauchern CS1, CS2 wird auch als Energiekonsum des jeweiligen Verbrauchers CS1, CS2.

FIG 2 zeigt in einer Detaildarstellung der beiden Messgeräte Ml, M2 deren Zusammenwirkung mit einem Kalibrierungsmodul CNF. Die von den beiden Messgeräte Ml, M2 gemessenen Energie mengen werden erfindungsgemäß von einem Kalibrierungsmodul CNF verglichen. Hierzu übertragen die beiden Messgeräte Ml,

M2 digitale Daten jeweiliger Messwerte - insbesondere Mess werte von elektrischen Momentanleistungen oder elektrischer Energiemenge - mit einem jeweiligen Zeitstempel an das Kalib rierungsmodul CNF. Im Fall einer Abweichung der gemessenen Energiemengen wird vom Kalibrierungsmodul CNF ein digitales Kalibrierungsdatum erzeugt, welches an das erste und/oder das zweite elektrische Messgerät Ml, M2 übertragen wird.

Gemäß dem in FIG 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Kalibrierungsmodul CNF eine separate Einheit ausgeführt, wel che beispielsweise als weitere elektrische Komponente auf ei ner Hutschiene eines Verteilers installiert wird. Ein mit Doppelfeilen symbolisierter Datenaustausch zwischen den Mess geräten Ml, M2 und dem Kalibrierungsmodul CNF erfolgt draht los. Alternativ erfolgt der Datenaustausch zwischen den Mess geräten Ml, M2 und dem Kalibrierungsmodul CNF über einen ge meinsamen - nicht vollständig dargestellten - Leitungsstrang mittels eines geeigneten Transportprotokolls, womit weitere Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung der Daten in vor teilhafter Weise unnötig sind. Mit einem solchen Transport protokoll wird - beispielweise unter Anwendung der Spezifika tionen PowerLAN oder Powerline Communication, bzw. PLC - der Leitungsstrang - oder einzelne elektrische Leitungen daraus - zum Aufbau eines lokalen Netzwerks zur Datenübertragung ver wendet, so dass keine zusätzliche Verkabelung notwendig ist.

Gemäß dem in FIG 3 dargestellten Ausführungsbeispiel des er findungsgemäßen Messsystems ist das Kalibrierungsmodul CNF in das erste Messgerät Ml integriert. Das integrierte Kalibrie rungsmodul CNF überwacht die Abweichung der gemessenen Ener giemengen währen des herkömmlichen Messbetriebs der Messgerä te Ml, M2 entweder laufend, zyklisch oder bei Bedarf. Gleich zeitig kann durch ein separates oder integriertes Messmodul MSM im ersten Messgerät Ml der herkömmliche Messbetrieb des ersten Messgeräts Ml parallel abgearbeitet werden.

Das erste Messgerät Ml ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ein kalibrierendes Messgerät Ml, welches das zweite Messgerät M2 kalibriert. Das kalibrierte zweite Messgerät M2 ist zur Übertragung eines Werts der am zweiten Messgerät M2 gemesse nen Energiemenge an das kalibrierende erste Messgerät Ml und zum Empfang des vom ersten Messgerät Ml übertragenen Kalib rierungsdatums eingerichtet.

Unter erneuter Bezugnahme auf die FIG 2 können die beiden Messgeräte Ml, M2 sowie das Kalibrierungsmodul CNF unter Hin wegdenken der strichliert gezeichneten Grenzen zwischen der Verbraucheranlage FAC und der abgesetzten Verbraucherstelle SEP auch als ein selbstkalibrierendes Messgerät ausgeführt sein, wobei beide Messgeräte zur redundanten Messung der sel ben Leitungsstrang fließenden elektrischen Energiemenge ein gerichtet sind. Optional - in Abweichung von der Darstellung der Zeichnung - verfügt jedes der beiden Messgeräte Ml, M2 über ein eigenes Kalibrierungsmodul CNF. Mit einem solchen selbstkalibrierenden Messgerät kann eine Genauigkeit jeder einzelnen Messstelle optimiert werden. Zusätzlich gestattet ein selbstkalibrierendes Messgerät eine Erkennung und Korrek tur von Drift- bzw. Alterungserscheinungen. Ein wie oben be schriebener paralleler Betrieb mehrerer selbstkalibrierender Messgeräte verbessert die Genauigkeit des Messsystem noch weiter.

Unter erneuter Bezugnahme auf die FIG 3 und unter Hinwegden ken der strichliert gezeichneten Grenzen zwischen der Ver braucheranlage FAC und der abgesetzten Verbraucherstelle SEP ist auch eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Messystems denkbar, bei der das erste Messgerät Ml ein Kalib- rierungsmessgerät Ml mit einer sehr kleinen Verkehrsfehler grenze ist. Das Kalibrierungsmessgerät Ml wird von Wartungs personal zumindest zeitweise bzw. lösbar mit dem Verteiler netz verbunden, um das fest installierte zweite Messgerät M2 zu kalibrieren.

In einer besonderen Betriebsart kann gemäß eines alternativen Ausführungsbeispiels vorgesehen sein, dass keinerlei Verbrau cher zwischen den beiden Messgeräten Ml, M2 zugeschaltet ist, so dass die beiden Messgeräten Ml, M2 - mit Ausnahme von Lei tungsverlusten sowie Verlusten in den beiden Messgeräten Ml, M2 selbst - idealerweise exakt die gleiche Energiemenge er fassen sollten. Mit dieser Maßnahme ist eine noch genauere Kalibrierung möglich.

Es kann außerdem vorgesehen sein, dass durch das erste Mess geräten Ml eine Kalibrierlast eingeschaltet wird, welche das Auftreten geeigneter Kalibrierbedingungen - wie z.B. eine Mindestenergieaufnahme - gewährleistet. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass diese Kalibrierlast durch Wartungsper sonal zugeschaltet wird.