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Title:
METHOD FOR PREPARING DECONTAMINATION MEASURES, METHOD FOR CARRYING OUT DECONTAMINATION MEASURES AND METHOD FOR MONITORING DECONTAMINATION MEASURES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/228410
Kind Code:
A1
Abstract:
In a method for preparing decontamination measures within a space (1) located in a building and used by people (19), in a plan assessment step, multiple usage areas (7, 9) are identified within the space (1) based on a predefined usage concept and an expected usage intensity is determined for each usage area (7, 9) based on previously determined characteristic variables. In a subsequent plan implementation step, for each usage area (7, 9), based on the expected usage intensity, an extraction unit (20, 21) assigned to this usage area (7, 9) is specified with an associated suction volume flow. In a method for carrying out the decontamination measures, during the execution of the decontamination measures, an operation of individual extraction units (20, 21) is adapted to an actual usage of the associated usage area (7, 9) by people (19), and a suction volume flow extracted with the relevant extraction unit (20, 21) is specified between a minimum value specified for the relevant extraction unit (20, 21) and a maximum value.

Inventors:
GEORG SILVANO (DE)
DECHERT MICHAEL DIETER (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/063710
Publication Date:
November 18, 2021
Filing Date:
May 15, 2020
Export Citation:
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Assignee:
GEORG SILVANO (DE)
DECHERT MICHAEL DIETER (DE)
International Classes:
F24F11/00; F24F8/97; F24F120/10
Domestic Patent References:
WO2013021466A12013-02-14
Foreign References:
EP1054219A12000-11-22
EP1134509A12001-09-19
Attorney, Agent or Firm:
HABERMANN INTELLECTUAL PROPERTY PARTNERSCHAFT VON PATENTANWÄLTEN MBB (DE)
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Claims:
P a t e n t a n sp r ü c h e

1. Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen innerhalb eines in einem Gebäude befindlichen und von Personen (19) genutzten Raumes (1), wobei in einem Planungserfassungsschritt anhand eines vorgegebenen Nutzungskonzepts mehrere Nutzungsbereiche (6, 7, 8, 9, 25) innerhalb des Raums (1) identifiziert und für jeden Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) anhand von vorab ermittelten Kenngrößen eine erwartete Nutzungsintensität ermittelt werden, und wobei in einem nachfolgenden

Planungsumsetzungsschritt für jeden Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität eine diesem Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) zugeordnete Absaugeinrichtung (20, 21, 26) mit einem zugeordneten Saugvolumenstrom vorgegeben werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Planungsumsetzungsschritt für jeden Nutzungsbereich (6,

7, 8, 9, 25) ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität eine diesem Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) zugeordnete LuftZuführungseinrichtung (28) mit einem zugeordneten Zuluftvolumenstrom vorgegeben wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Planungsumsetzungsschritt ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität aller Nutzungsbereiche (6, 7, 8, 9, 25) innerhalb des Raums (1) in zeitlichen Abständen durchzuführende Desinfektionsmaßnahmen vorgegeben werden, die mit einer Desinfektionseinrichtung (29) in dem Raum (1) ausgeführt werden.

4. Verfahren durch Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen in einem in einem Gebäude befindlichen und von Personen (19) genutzten Raum (1), zu denen das in den Ansprüchen 1 bis 3 beschriebene Verfahren zur Vorbereitung von

Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt wurde, wobei während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen ein Betrieb einzelner Absaugeinrichtungen (20, 21, 26) an eine tatsächliche Nutzung des zugeordneten Nutzungsbereichs (6, 7, 8, 9, 25) von Personen (19) angepasst und ein mit der betreffenden Absaugeinrichtung (20, 21, 26) abgesaugter Saugvolumenstrom zwischen einem für die betreffende Absaugeinrichtung (20, 21, 26) vorgegebenen Minimalwert und einem Maximalwert vorgegeben wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine tatsächliche Nutzung eines Nutzungsbereichs (6, 7, 8, 9, 25) mit einer diesem Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) zugeordneten Sensoreinrichtung (22, 23) überwacht wird, und dass ausgehend von den Sensorsignalen der Sensoreinrichtung der Betrieb der zugeordneten Absaugeinrichtung angepasst wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (22, 23) eine Dezibelmesseinrichtung (22) und/oder einen Bewegungssensor (23) aufweist, mit welchem eine in dem Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) herrschende Lautstärke oder eine Bewegung von Personen (19) in dem Nutzungsbereich (6, 7, 8, 9, 25) erfasst wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass während der Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen ein Betrieb von

LuftZuführungseinrichtungen (28) an den Betrieb der Absaugeinrichtungen (26) angepasst und ein mit einer LuftZuführungseinrichtung (28) zugeführter Zuluftvolumenstrom an einen mit der Absaugeinrichtung (26) abgesaugten Abluftstrom angepasst wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in zeitlichen Abständen mit einer Desinfektionseinrichtung (29) eine Desinfektion des Raums (1) erfolgt .

9. Verfahren zur Überwachung der mit einem Verfahren gemäß den Ansprüchen 4 bis 8 durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen in einem in einem Gebäude befindlichen und von Personen (19) genutzten Raum (1), dadurch gekennzeichnet, dass mit einer

Überwachungseinrichtung mindestens eine Eigenschaft des in dem Raum befindlichen Luftvolumens erfasst wird und ein Überwachungssignal erzeugt wird, falls für die mindestens eine überwachte Eigenschaft ein Wert außerhalb eines vorgegebenen Eigenschaftenbereichs erfasst wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Überwachungseinrichtung eine Druckdifferenz zwischen dem mit dem Verfahren überwachten Luftvolumen und einem Umgebungsdruck außerhalb des überwachten Raums (1) erfasst wird.

11. Verfahren nach Anspruch 9 oder Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kontaminationsgehalt des mit dem Verfahren überwachten Luftvolumens erfasst wird.

Description:
Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen,

Verfahren zur Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen und

Verfahren zur Überwachung von Dekontaminationsmaßnahmen

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen innerhalb eines in einem Gebäude befindlichen und von Personen genutzten Raumes. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen in dem in einem Gebäude befindlichen und von Personen genutzten Raum, wobei vorab das Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt wurde. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Überwachung der mit dem voranstehend genannten Verfahren durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen.

Aus der Praxis sind Dekontaminationsmaßnahmen bekannt, mit welchen beispielsweise ein mit umweltgefährdenden oder personengefährdenden Kontaminationen verunreinigtes Objekt dekontaminiert werden kann. Bei den zu entfernenden Kontaminationen kann es sich beispielsweise um radioaktive, biologische oder chemische Verunreinigungen handeln. Die betreffenden Objekte können in einen dafür vorgesehenen Reinigungsraum gebracht und dort gereinigt und dekontaminiert werden. Es ist ebenfalls aus der Praxis bekannt, dass mit transportablen Reinigungsvorrichtungen eine Dekontamination von Objekten oder Personen an einem Ort stattfinden kann, an welchem Kontaminationen auftreten oder an welchem zeitweilig Dekontaminationen durchgeführt werden sollen. In verschiedenen Bereichen wie beispielsweise in der Pharmazie oder bei der Halbleiterherstellung werden industrielle Verfahrensschritte, bei denen eine möglichst reine Umgebung notwendig ist, in speziell dafür vorgesehenen Reinräumen durchgeführt. Eine oftmals unerwünschte Verunreinigung betrifft Schwebepartikel in der Luft, die je nach Größe der Schwebepartikel über einen längeren Zeitraum schwebend in der Luft verbleiben und sich auf allen zugänglichen Oberflächen ablagern und ansammeln können. In diesen Reinräumen wird ein darin befindliches Luftvolumen üblicherweise kontinuierlich abgesaugt und durch gefilterte und gereinigte Zuluft ersetzt. Auf diese Weise können Verunreinigungen, die sich in der Raumluft befinden, aus dem Reinraum abgeführt und der Reinraum dadurch dekontaminiert werden. Um eine Kontamination durch Personen oder durch mit den Personen mitgeführten Objekten zu vermeiden sind oftmals Schleusensysteme erforderlich. Zudem kann vorgesehen sein, dass eine Person während des Aufenthalts in dem Reinraum eine gesonderte Reinraumkleidung trägt, die gereinigt ist und keine kontaminierenden Verunreinigungen aufweist.

In Abhängigkeit von der Intensität der durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen wie beispielsweise der Umwälzung des Luftvolumens in dem Reinraum sowie der Filterung der Zuluft kann eine unterschiedliche Reinraumqualität erreicht werden. Es sind standardisierte Reinraumklassen bekannt, wobei die Klassifizierung der Luftreinheit anhand der Partikelkonzentrationen für einzelne Partikelgrößenbereiche unterteilt sind. Da in vielen Fällen eine Kontamination eines Reinraumes vor allem durch die in den Raum eintretenden und sich in dem Raum aufhaltenden Personen erfolgt, sind viele Reinräume darauf ausgelegt, dass die Anzahl der sich darin aufhaltenden Personen möglichst gering gehalten wird und insbesondere die Häufigkeit möglichst minimiert wird, mit welcher einzelne Personen den Reinraum betreten oder verlassen.

Die für derartige Reinräume entwickelten und entsprechend ausgelegten Dekontaminationsmaßnahmen sind für Räume mit einem wechselnden Publikumsverkehr nicht ohne weiteres zweckmäßig. Gleichwohl kann es vorteilhaft sein, in einem von mehreren oder vielen Personen genutzten Raum innerhalb eines Gebäudes kontinuierlich Dekontaminationsmaßnahmen durchzuführen, um das Risiko einer Kontamination einzelner Personen, die sich in dem Raum befinden, möglichst gering zu halten.

Es wird deshalb als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen, ein Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen so auszugestalten, dass in Abhängigkeit von dem angestrebten Ergebnis der Dekontaminationsmaßnahmen eine möglichst effiziente Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen mit möglichst geringem Aufwand möglich wird, und dass die Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen zu einer möglichst geringen Beeinträchtigung der in dem Raum befindlichen Personen führt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in einem Planungserfassungsschritt anhand eines vorgegebenen Nutzungskonzepts mehrere Nutzungsbereiche innerhalb des Raums identifiziert und für jeden Nutzungsbereich anhand von vorab ermittelten Kenngrößen eine erwartete Nutzungsintensität ermittelt werden, und wobei in einem nachfolgenden Planungsumsetzungsschritt für jeden Nutzungsbereich ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität eine diesem Nutzungsbereich zugeordnete Absaugeinrichtung mit einem zugeordneten Saugvolumenstrom vorgegeben werden. Ein wesentlicher Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die individuell an ein Nutzungskonzept des Raumes angepasste Aufteilung des Raumes in verschiedene Nutzungsbereiche. Der entsprechend aufgeteilte Raum weist dann mehrere Nutzungsbereiche sowie einen oder gegebenenfalls mehrere voneinander getrennte Nichtnutzungsbereiche auf. Für jeden Nutzungsbereich wird eine bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung des Raumes voraussichtlich erfolgende Nutzungsintensität durch Personen ermittelt, welche sich in dem betreffenden Nutzungsbereich aufhalten. Die einzelnen Personen werden dabei als potentielle Ursache für eine Kontamination des Raumes angesehen, sodass in Nutzungsbereichen mit einer hohen Nutzungsintensität von einer höheren Kontaminationsgefahr ausgegangen wird. Die Kontamination kann dabei beispielsweise durch von außerhalb des Raumes mitgeführte Verunreinigungen erfolgen. Es ist ebenfalls möglich, dass die einzelnen Personen

Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien oder Viren mit sich bringen oder in sich tragen, die während des Aufenthalts der Person in dem betreffenden Nutzungsbereich abgegeben werden können. Ein besonders hohes Kontaminationsrisiko besteht dabei erfahrungsgemäß bei Personen, die mit einer Virenkrankheit infiziert sind und während der Atmung ständig Viren in die Umgebungsluft abgeben. Die Wahrscheinlichkeit und Intensität, mit welcher eine Person bestimmte Verunreinigungen in die Luft abgibt, kann durch vorausgehende Schätzverfahren und Tests anhand von vorab ermittelten Kenngrößen abgeschätzt werden. Einzelne Kenngrößen können beispielsweise das ausgeatmete Atemvolumen einzelner Personen bei unterschiedlichen Tätigkeiten oder die Schwebeeigenschaften und die Verweildauer von Schwebepartikeln sein, die als unerwünschte Kontamination angesehen und mit den Dekontaminationsmaßnahmen reduziert werden sollen.

Auf der Grundlage derartiger Informationen kann für jeden Nutzungsbereich die zugeordnete Nutzungsintensität ermittelt werden, auf deren Grundlage die dann erforderlichen Dekontaminationsmaßnahmen bestimmt und vorgegeben werden. Die Dekontaminationsmaßnahmen umfassen insbesondere das Absaugen von Luft aus dem Nutzungsbereich, um die in der Luft befindlichen Schwebepartikel wie beispielsweise Staub oder Viren aus dem Nutzungsbereich abzusaugen, bevor eine Kontamination anderer Personen erfolgen kann, die sich ebenfalls in demselben Nutzungsbereich oder an einer anderen Position innerhalb des Raumes befinden. In dem Planungsumsetzungsschritt werden für jede Absaugeinrichtung die relevanten Kenngrößen wie beispielsweise eine Querschnittsfläche einer Ansaugöffnung, der Abstand und die Ausrichtung der Ansaugöffnung relativ zu den Personen bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung des betreffenden Nutzungsbereichs sowie die maximale Saugleistung bzw. der maximal mit der Absaugeinrichtung erzeugbare Saugvolumenstrom bestimmt und vorgegeben.

Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass jedem Nutzungsbereich eine gesonderte Absaugeinrichtung zugeordnet wird und für die betreffende Absaugeinrichtung ein Saugvolumenstrom vorgegeben wird, mit welchem eine ausreichend große Saugleistung realisiert werden kann, um die von einer Person in die Luft abgegebenen Verunreinigungen ausreichend schnell und effizient absaugen zu können und dadurch eine Kontamination von anderen Personen in demselben Raum zu verhindern.

Es ist ebenfalls möglich, dass eine einzelne Absaugeinrichtung mehreren getrennten Nutzungsbereichen innerhalb des Raumes zugeordnet wird. In diesem Fall wird es als nicht notwendig, jedoch vorteilhaft angesehen, wenn die Absaugeinrichtung für jeden Nutzungsbereich mindestens eine Absaugöffnung aufweist, durch welche ein Anteil des von der Absaugeinrichtung erzeugten Saugvolumenstroms angesaugt werden kann. Die Zuordnung einer einzelnen Absaugeinrichtung zu mehreren Nutzungsbereichen ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn es sich um Nutzungsbereiche mit einer vergleichbaren Nutzungsintensität handelt.

In dem Planungsumsetzungsschritt kann für jede einzelne Absaugeinrichtung eine gezielte Luftführung vorgegeben werden. Eine gezielte Luftführung beinhaltet insbesondere den Ansaugbereich, der von der Absaugeinrichtung erfasst wird und aus welchem der Saugvolumenstrom abgesaugt wird. Durch Vorgaben über die Abmessungen einer Ansaugöffnung der Absaugeinrichtung sowie über die Anordnung und Ausrichtung der Ansaugöffnung relativ zu dem zugeordneten Nutzungsbereich kann beispielsweise erreicht werden, dass die mit der Absaugeinrichtung aus dem Nutzungsbereich abgesaugte Luft überwiegend oder nahezu ausschließlich aus einem kleineren Risikobereich innerhalb des größeren Nutzungsbereichs angesaugt wird, wobei der Risikobereich derjenige Teilbereich des Nutzungsbereichs ist, in welchem sich bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung die Köpfe der Personen befinden. Eine Standard-Saugleistung kann so vorgegeben werden, dass bei einem Betrieb der Absaugeinrichtung mit der vorgegebenen Standard-Saugleistung die angesaugte Luft überwiegend oder ausschließlich in einer vorgegebenen Umgebung um die Ansaugöffnung angesaugt wird und gleichzeitig eine unerwünschte Verwirbelung innerhalb des Nutzungsbereichs oder für Personen fühlbare Ausgleichsströmungen von außerhalb des Nutzungsbereichs reduziert oder vermieden werden.

Gegebenenfalls können in dem Planungsumsetzungsschritt auch ergänzende bauliche Maßnahmen vorgegeben werden, um beispielsweise durch Trennwände oder in geeigneter Weise angeordnete Oberflächen innerhalb oder in der unmittelbaren Umgebung des Nutzungsbereichs eine gezielte Luftführung bzw. ein durch diese baulichen Maßnahmen vorgegebener oder unterstützter Luftströmungsverlauf innerhalb des Nutzungsbereichs bewirkt wird.

Ein Nichtnutzungsbereich in einem Raum unterscheidet sich von einem Nutzungsbereich in dem Raum dadurch, dass davon ausgegangen wird, dass sich Personen nur vergleichsweise selten in dem Nichtnutzungsbereich aufhalten, sodass keine gesonderte Absaugung von Raumluft aus dem

Nichtnutzungsbereich erforderlich ist. Durch die Absaugung von Luft aus den Nutzungsbereichen wird eine Luftumwälzung innerhalb des Raumes erzwungen, sodass auch Luft aus dem Nichtnutzungsbereich in einen Nutzungsbereich strömen und dort abgesaugt werden wird. Es kann jedoch zusätzlich zu der Absaugung von Luft aus den Nutzungsbereichen zweckmäßig sein, dass an einer geeigneten Stelle innerhalb des Raums zusätzlich eine Absaugeinrichtung vorgesehen ist, die neben den einzelnen Absaugeinrichtungen in den Nutzungsbereichen Raumluft aus dem

Nichtnutzungsbereich absaugt. In diesem Fall ist es jedoch vorgesehen, dass die Absaugung von Raumluft aus dem Nichtnutzungsbereich mit einer geringeren Saugleistung bzw. mit einem geringeren Saugvolumenstrom als bei der Absaugung aus den Nutzungsbereichen betrieben wird, um die gezielte Absaugung von Luft aus den Nutzungsbereichen nicht zu beeinträchtigen. An Stelle einer zusätzlichen Absaugeinrichtung kann auch vorgesehen sein, dass alle einzelnen Absaugeinrichtungen, die den Nutzungsbereichen zugeordnet sind, mit einer etwas höheren Saugleistung betrieben werden, um eine Austauschdauer für einen vollständigen Austausch der Raumluft auch aus den Nichtnutzungsbereichen in dem Raum zu reduzieren. Es hat sich gezeigt, dass ein 30-facher Austausch der Raumluft je Stunde die Kontaminationsgefahr für die sich in dem Raum aufhaltenden Personen deutlich reduziert.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, dass in dem Planungsumsetzungsschritt für jeden Nutzungsbereich ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität eine diesem Nutzungsbereich zugeordnete LuftZuführungseinrichtung mit einem zugeordneten Zuluftvolumenstrom vorgegeben wird. Die mit einer Absaugeinrichtung abgesaugte Luftmenge muss dem Nutzungsbereich wieder zugeführt werden, um einen übermäßigen Unterdrück in dem Nutzungsbereich zu vermeiden, der die bestimmungsgemäße Nutzung des Nutzungsbereichs durch Personen beeinträchtigen könnte. Um das Risiko einer Kontamination eines einzelnen Nutzungsbereichs durch ein unkontrolliertes Zuströmen von Luft aus der Umgebung zu reduzieren wird die Verwendung einer dem betreffenden Nutzungsbereich zugeordneten LuftZuführungseinrichtung als vorteilhaft angesehen. In Abhängigkeit von der erwarteten

Nutzungsintensität kann für die LuftZuführungseinrichtung ein daran angepasster Zuluftvolumenstrom vorgegeben werden.

Als Ausgleich für die mit den einzelnen Absaugeinrichtungen abgesaugte Raumluft wird dem Raum mit einer geeigneten LuftZuführungseinrichtung frische Luft zugeführt. Sowohl eine einzelne LuftZuführungseinrichtung, welche an einer geeigneten Stelle dem Raum frische Luft zuführt, als auch die gegebenenfalls den einzelnen Nutzungsbereichen zugeordneten LuftZuführungseinrichtungen sind mit einem

Frischluftreservoir oder mit mehreren Frischluftreservoirs verbunden, wobei die Frischluft vor der Zuführung in den Raum vorab gefiltert und gereinigt wird. Dazu können beispielsweise transportable oder dauerhaft installierte Filtereinrichtungen vorgegeben werden. Für viele Anwendungsfälle sind Schwebstofffilter geeignet, welche die Anforderungen an die Filterklassen H13 oder H14 gemäß der Norm EN 1822-1:2009 erfüllen und als HEPA-Filter bezeichnet werden.

Durch die individuelle Anpassung der Absaugeinrichtungen und der LuftZuführungseinrichtungen an einzelne Nutzungsbereiche und die für die betreffende Nutzungsbereiche erwartete Nutzungsintensität ist es grundsätzlich möglich, unterschiedliche und für jeden Nutzungsbereich möglichst effiziente und kostengünstig verwendbare Absaugeinrichtungen, beziehungsweise LuftZuführungseinrichtungen zu planen und vorzusehen. Auf diese Weise kann ein derart erfindungsgemäß geplantes Konzept von Dekontaminationsmaßnahmen mit möglichst geringem Aufwand und zu geringen Kosten umgesetzt und während der Nutzung des Raumes durch Personen durchgeführt werden.

Mit einer geeigneten Vorgabe der LuftZuführungseinrichtung kann zudem eine gezielte Luftführung innerhalb eines Nutzungsbereichs unterstützt werden. So könnte beispielsweise vorgegeben werden, dass eine Einblasöffnung der LuftZuführungseinrichtung hinsichtlich ihrer Abmessungen und Anordnung an die Ansaugöffnung der Absaugeinrichtung für den betreffenden Nutzungsbereich angepasst ist und dass die Einblasöffnung der Ansaugöffnung gegenüberliegend angeordnet wird, sodass mit der Absaugeinrichtung im Wesentlichen die mit der LuftZuführungseinrichtung zugeführte Luftmenge abgesaugt wird. Gegebenenfalls kann dabei eine im Wesentlichen laminare Strömung von der Einblasöffnung zu der Ansaugöffnung vorgesehen sein. Zweckmäßigerweise werden dann die Saugleistung der Absaugeinrichtung und die Förderleistung der LuftZuführungseinrichtung aufeinander abgestimmt, sodass sich während des Betriebs keine Druckdifferenz aufbauen kann.

Es kann vorgesehen sein, dass in dem Raum während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen ein Unterdrück erzeugt wird. Die Vorgaben für die einzelnen Absaugeinrichtungen mit dem jeweils zugeordneten Saugvolumenstrom für die einzelnen Nutzungsbereiche und für gegebenenfalls zusätzlich vorgesehene

LuftZuführungseinrichtungen mit einem jeweils zugeordneten Zuluftvolumenstrom können einen in dem Raum herrschenden Unterdrück berücksichtigen, sodass andere Vorgaben als bei einem Raum ohne Unterdrück bestimmt und vorgegeben werden.

Gemäß einer optionalen Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, dass in dem Planungsumsetzungsschritt ausgehend von der erwarteten Nutzungsintensität aller Nutzungsbereiche innerhalb des Raums in zeitlichen Abständen durchzuführende Desinfektionsmaßnahmen vorgegeben werden, die mit einer Desinfektionseinrichtung in dem Raum ausgeführt werden. So kann beispielsweise vorgegeben werden, dass der Raum in regelmäßigen Abständen während eines Zeitraums der Nichtnutzung durch Personen, beispielsweise über Nacht, mit einer Kaltvernebelungseinrichtung desinfiziert wird. Es kann ebenfalls zusätzlich oder alternativ vorgegeben werden, dass einzelne oder alle Oberflächen in dem Raum in regelmäßigen Abständen dekontaminiert werden, indem beispielsweise die Oberflächen abgewischt oder mit einem Dekontaminationsmittel eingesprüht werden.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können beispielsweise geeignete Dekontaminationsmaßnahmen vorbereitet werden, die in einem Restaurant oder an einem Arbeitsplatz umgesetzt werden können, um das Risiko einer Kontamination von Personen zu reduzieren, die sich in demselben Raum aufhalten. Dabei kann auch vorgegeben werden, dass in Zeiträumen, in denen erwartungsgemäß von vielen Personen eine erhebliche Kontaminationsgefahr ausgeht, vergleichsweise intensive Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt werden, um während anderer Zeiten mit einem geringen Kontaminationsrisiko die Dekontaminationsmaßnahmen nur mit einer geringen Intensität durchgeführt oder zeitweilig ausgesetzt werden. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen in einem in einem Gebäude befindlichen und von Personen genutzten Raum, wobei für die Dekontaminationsmaßnahmen das vorangehend beschriebene Verfahren zur Vorbereitung dieser Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt wurde. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen ein Betrieb einzelner Absaugeinrichtungen an eine tatsächliche Nutzung des zugeordneten Nutzungsbereichs von Personen angepasst und ein mit dem betreffenden Absaugeinrichtung abgesaugter Saugvolumenstrom zwischen einem für die betreffende Absaugeinrichtung vorgegebenen Minimalwert und einem Maximalwert vorgegeben wird. Als Minimalwert kann in vielen Fällen ein auf Null reduzierter Saugvolumenstrom, beziehungsweise das Abschalten der betreffenden Absaugeinrichtung vorgegeben sein. Der für eine Absaugeinrichtung vorgegebene Maximalwert kann entweder einer maximal möglichen Betriebsleistung der Absaugeinrichtung entsprechen, oder aber während der Vorbereitung der Dekontaminationsmaßnahmen in Abhängigkeit von der erwarteten Nutzungsintensität des Nutzungsbereichs angepasst und vorgegeben sein.

Während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen wird der Betrieb einzelner Absaugeinrichtungen zweckmäßigerweise an die tatsächliche Nutzung des zugeordneten Nutzungsbereichs angepasst und dadurch eine besonders effiziente Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen ermöglicht. Falls sich keine oder nur wenige Personen in dem Nutzungsbereich aufhalten kann die Saugleistung der diesem Nutzungsbereich zugeordneten Absaugeinrichtung reduziert werden. Im Falle einer im Vergleich dazu höheren Nutzungsintensität kann der Betrieb der zugeordneten Absaugeinrichtung angepasst und intensiviert werden. Da die in den einzelnen Nutzungsbereichen durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen individuell an die tatsächliche Nutzung, beziehungsweise an den Aufenthalt und die Tätigkeit von Personen innerhalb des Nutzungsbereichs angepasst werden kann, werden lediglich die tatsächlich erforderlichen Dekontaminationsmaßnahmen beziehungsweise die erforderlichen Dekontaminationsmaßnahmen lediglich mit der notwendigen Intensität durchgeführt. Dadurch können erhebliche Betriebskosten bei der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen eingespart werden. Zudem kann die Beeinträchtigung einzelner Personen durch die in dem Raum durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen verringert und dadurch die Akzeptanz der Personen für die Dekontaminationsmaßnahmen erhöht werden.

Die Anpassung des Betriebs einzelner Absaugeinrichtungen an die tatsächliche Nutzung des jeweils zugeordneten Nutzungsbereichs kann manuell erfolgen. So könnte beispielsweise mit einer geeigneten Steuereinrichtung für jede Absaugeinrichtung die aktuell gewünschte Saugleistung, beziehungsweise der mit der Absaugeinrichtung abgesaugte Saugvolumenstrom individuell vorgegeben werden.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist es möglich und vorgesehen, dass eine tatsächliche Nutzung eines Nutzungsbereichs mit einer diesem Nutzungsbereich zugeordneten Sensoreinrichtung überwacht wird, und das ausgehend von den Sensorsignalen der Sensoreinrichtung der Betrieb der zugeordneten Absaugeinrichtung angepasst wird. Die Sensoreinrichtung kann beispielsweise eine Dezibelmesseinrichtung und/oder einen Bewegungssensor aufweisen, mit welchem eine in dem Nutzungsbereich herrschende Lautstärke oder eine Bewegung von Personen in dem Nutzungsbereich erfasst wird. Es hat sich gezeigt, dass für viele Anwendungsbereiche die in einem Nutzungsbereich herrschende Lautstärke eine geeignete Kenngröße für eine tatsächliche Nutzung dieses Nutzungsbereichs darstellt. Je intensiver und lauter einzelne Gespräche innerhalb eines Nutzungsbereichs geführt werden, umso höher ist das Risiko, dass dabei Kontaminationen wie beispielsweise Viren an die Umgebungsluft abgegeben werden. Mit einem Bewegungssensor kann die Anwesenheit von Personen in einem Nutzungsbereich überwacht werden. Anhand der Sensorsignale der Dezibelmesseinrichtung oder des Bewegungssensors kann dann der Betrieb der diesem Nutzungsbereich zugeordneten Absaugeinrichtung gesteuert werden, sodass eine automatische Anpassung an sich verändernde Nutzungsbedingungen innerhalb der einzelnen Nutzungsbereiche möglich ist. Werden die erfindungsgemäßen Dekontaminationsmaßnahmen beispielsweise in einem Restaurant durchgeführt, so können die Nutzungsbereiche an einzelne Tische innerhalb eines Gastraumes angepasst und entsprechend vorgegeben werden. Mit einer optional an der zugeordneten Absaugeinrichtung angeordneten Dezibelmesseinrichtung kann eine in dem Nutzungsbereich vorherrschende Lautstärke erfasst werden. Mit Hilfe eines zusätzlichen Bewegungssensors kann festgestellt werden, ob sich an dem Tisch in dem Nutzungsbereich Personen aufhalten, oder ob die mit der Dezibelmesseinrichtung erfassten Geräusche von benachbarten Tischen oder von Personen stammen, die sich außerhalb des Nutzungsbereichs aufhalten. In diesen Fällen kann jeweils ein individuell angepasster Betrieb der diesem Nutzungsbereich zugeordneten Absaugeinrichtung eingestellt und vorgegeben werden.

Es können je nach Art der befürchteten Kontamination auch andere Sensoreinrichtungen verwendet werden, um eine automatisierte Anpassung der einzelnen

Dekontaminationsmaßnahmen, beziehungsweise des Betriebs der jeweiligen Absaugeinrichtungen zu ermöglichen.

Einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens zufolge ist vorgesehen, dass während der Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen ein Betrieb von LuftZuführungseinrichtungen an den Betrieb der Absaugeinrichtungen angepasst und ein mit einer LuftZuführungseinrichtung zugeführter Zuluftvolumenstrom an einen mit der Absaugeinrichtung abgesaugten Abluftstrom angepasst wird. Durch eine kontinuierliche Anpassung des mit der LuftZuführungseinrichtung zugeführten Zuluftvolumenstroms an den mit der Absaugeinrichtung abgesaugten Abluftstrom kann erreicht werden, dass innerhalb eines Nutzungsbereichs keine übermäßige Druckdifferenz zu angrenzenden Bereichen beziehungsweise zu der Umgebung erzeugt wird. Dadurch können unerwünschte Luftströmungen über mehrere Nutzungsbereiche hinweg oder unerwünschte Luftumwälzungen innerhalb des Raums reduziert oder vollständig vermieden werden.

Um zusätzlich zu den kontinuierlich durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen eine weitere Verringerung eines Kontaminationsrisikos in dem Raum zu ermöglichen ist optional vorgesehen, dass in zeitlichen Abständen mit einer Desinfektionseinrichtung eine Desinfektion des Raums erfolgt. So kann beispielsweise in Zeiträumen, in denen sich lediglich eine sehr geringe Anzahl von Personen oder keine Personen in dem Raum aufhalten, mit geeigneten Desinfektionseinrichtungen eine Desinfektion des Raums durchgeführt werden. Zu diesem Zweck kann beispielsweise mit einer

Kaltvernebelungseinrichtung ein Desinfektionsmittel in dem Raum vernebelt werden, sodass sich das Desinfektionsmittel auf allen zugänglichen Oberflächen niederschlägt und die Oberflächen dekontaminiert. Es kann auch vorgesehen sein, dass in zeitlichen Abständen alle Oberflächen oder Oberflächen innerhalb von Nutzungsbereichen mit einer erhöhten Nutzungsintensität desinfiziert werden. Die Intensität einer derartigen zusätzlichen Desinfektion des Raums mit Desinfektionsmitteln sowie gesonderten Desinfektionseinrichtungen kann manuell oder aber automatisiert an die tatsächliche Nutzung des Raumes angepasst werden. Die Nutzung des Raums kann ausgehend von der erfassten Nutzung der einzelnen Nutzungsbereiche abgeschätzt oder ermittelt werden.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Überwachung der vorangehend genannten Dekontaminationsmaßnahmen. Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass mit einer

Überwachungseinrichtung mindestens eine Eigenschaft des in dem Raum befindlichen Luftvolumens erfasst wird und ein Überwachungssignal erzeugt wird, falls für die mindestens eine überwachte Eigenschaft ein Wert außerhalb eines vorgegebenen Eigenschaftenbereichs erfasst wird. Die Überwachungseinrichtung kann mindestens einen und gegebenenfalls mehrere Messsensoren aufweisen, mit denen eine für die Dekontaminationsmaßnahmen relevante Eigenschaft des in dem Raum befindlichen Luftvolumens gemessen werden kann. Solange die Messwerte der Messsensoren innerhalb eines Bereichs liegen, der für die betreffende Eigenschaft vorgegeben wurde, ist keine Veränderung und Anpassung der Dekontaminationsmaßnahmen erforderlich. Sobald jedoch ein Messwert außerhalb des vorgegebenen Eigenschaftenbereichs liegt, kann eine Anpassung der Dekontaminationsmaßnahmen zweckmäßig sein und entweder durch ein manuelles Eingreifen oder automatisiert vorgenommen werden. Die überwachten Eigenschaften des in dem Raum befindlichen Luftvolumens können alle beliebigen Eigenschaften sein, die für die in dem Raum befindlichen Personen sowie für die erwartete Nutzung des Raums durch diese Personen relevant sein können. So kann beispielsweise der Kohlenstoffdioxid-Gehalt der Raumluft überwacht werden.

Optional ist vorgesehen, dass mit der Überwachungseinrichtung eine Druckdifferenz zwischen dem mit dem Verfahren überwachten Luftvolumen und einem Umgebungsdruck außerhalb des überwachten Raums erfasst wird. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere bei einem längeren Aufenthalt einzelner Personen in dem Raum eine übermäßige Druckdifferenz zwischen dem innerhalb des Raumes befindlichen Luftvolumen und dem üblichen Luftdruck in der Umgebung, beziehungsweise außerhalb des überwachten Raums als unangenehm empfunden wird und sogar zu einer merklichen Beeinträchtigung der Person führen kann. Es ist bekannt, dass eine übermäßige Druckdifferenz und insbesondere ein länger andauernder Unterdrück in einem Raum zu erheblichen Schäden der sich darin aufhaltenden Personen bis hin zum Tod führen kann. Eine Druckdifferenz geringer als 10 Pa wird als vorteilhaft erachtet. Aus diesem Grund ist eine kontinuierliche Überwachung der Druckdifferenz, die durch den Betrieb der Absaugeinrichtungen erzeugt wird, eine wichtige Maßnahme begleitend zu der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen . Die Druckdifferenz kann mit handelsüblichen Druckdifferenz-Messvorrichtungen durchgeführt werden, wie sie auch für die aus der Praxis bekannten Blower- Door-Tests verwendet werden.

Einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens zufolge ist vorgesehen, dass mit der Überwachungseinrichtung ein Kontaminationsgehalt des mit dem Verfahren überwachten Luftvolumens erfasst wird. So können beispielsweise die Anzahl von Schwebepartikeln erfasst oder abgeschätzt werden, die innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums mit der Überwachungseinrichtung erfasst werden. Diese Anzahl kann als Kenngröße für eine Kontamination des Raums mit den betreffenden Schwebepartikeln angesehen werden. Die Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen und insbesondere der Betrieb der einzelnen Absaugeinrichtungen kann dann in Abhängigkeit von den Überwachungssignalen der Überwachungseinrichtung und demzufolge beispielsweise in Abhängigkeit von einem mit der Überwachungseinrichtung erfassten Kontaminationsgehalt angepasst werden, sodass bei einem höheren Kontaminationsgehalt eine höhere Saugleistung für die Absaugeinrichtungen vorgegeben wird.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens näher erläutert, die in der Zeichnung schematisch dargestellt sind. Es zeigt:

Figur 1 eine schematische Ansicht eines Grundrisses eines Gastraums eines Restaurants, in welchem verschiedene Nutzungsbereiche eingetragen sind, Figur 2 ein Flussdiagramm für einen exemplarischen Ablauf der Verfahren zur Vorbereitung, Durchführung und Überprüfung von Dekontaminationsmaßnahmen,

Figur 3 eine schematische Teilansicht des in Figur 1 dargestellten Gastraums während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen, und

Figur 4 eine Ansicht eines Arbeitsplatzes in einem Produktionsbetrieb während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen .

In Figur 1 ist exemplarisch für einen in einem Gebäude befindlichen und von Personen genutzten Raum 1 ein Gastraum eines Restaurants dargestellt. In dem lediglich schematisch dargestellten Grundriss des Raumes 1 sind mehrere Tische 2 für Gäste, eine lange Theke 3 sowie ein Eingangsbereich 4 und ein Garderobenbereich 5 eingezeichnet. Bei dem Verfahren zur Vorbereitung von Dekontaminationsmaßnahmen werden zunächst in einem Planungserfassungsschritt verschiedene Nutzungsbereiche 6, 7, 8, 9 innerhalb des Raums 1 identifiziert, in denen sich Personen bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung des Raums 1 häufiger oder länger aufhalten werden. Die bei dem exemplarischen Ausführungsbeispiel identifizierten Nutzungsbereiche 6, 7, 8, 9 umfassen die Tische 2 sowie einen Thekengastbereich 10 vor der Theke 3 und einen Thekenbedienungsbereich 11 hinter der Theke 3. In dem Thekengastbereich 10 können sich einzelne Gäste sitzend oder stehend an der Theke 3 aufhalten und dort Getränke oder kleine Speisen zu sich nehmen. Die Theke 3 wird von einer Bedienung bewirtschaftet, die sich üblicherweise in dem Thekenbedienungsbereich 11 aufhält. Die einzelnen Nutzungsbereiche 6, 7, 8, 9 sind jeweils abgegrenzte Bereiche innerhalb des Raumes 1. Eine nicht von den Nutzungsbereichen 6, 7, 8, 9 abgedeckte Nutzungsfläche des Raums 1 wird als Nichtnutzungsbereich 12 angesehen.

Für jeden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 wird in einem

Planungsumsetzungsschritt eine erwartete Nutzungsintensität bei einer bestimmungsgemäßen und üblichen Nutzung des Raums 1 durch Personen ermittelt. So wird beispielsweise davon ausgegangen, dass die Sitzplätze an den Tischen 2 während des Betriebs des Restaurants im Wesentlichen durchgehend von Personen genutzt werden, die sich jeweils länger dort aufhalten und dabei eine erhebliche Kontaminationsgefahr für andere Personen bilden, die sich in demselben Raum 1 befinden. Diesen beiden mit einer doppelt strichpunktierten Linie sowie einer dreifach strichpunktierten Linie begrenzten Nutzungsbereichen 8, 9 wird eine hohe Nutzungsintensität zugeordnet.

Dem Nutzungsbereich 7, der dem Thekengastbereich 10 zugeordnet wird und mit einer einfach strichpunktierten Linie dargestellt ist, wird eine mittlere Nutzungsintensität zugeordnet. Dem Nutzungsbereich 6, der dem Thekenbedienungsbereich 11 entspricht, wird eine geringe Nutzungsintensität zugeordnet, da bei dem Nutzungskonzept dieses Raumes 1 vorgesehen ist, dass sich das Bedienpersonal lediglich bei Bedarf in dem Thekenbedienungsbereich 11 aufhält und ansonsten auch für die Bedienung der Tische 2 zuständig ist. Ausgehend von der derart ermittelten Nutzungsintensität wird für jeden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 eine dem betreffenden

Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 zugeordnete Absaugeinrichtung vorgegeben und für jede Absaugeinrichtung ein für den betreffenden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 und die erwartete

Nutzungsintensität angepasste Saugvolumenstrom vorgegeben.

Bei der Vorgabe der Absaugeinrichtung und deren Saugleistung, beziehungsweise einem von der betreffenden Absaugeinrichtung erzeugbaren maximalen Saugvolumenstrom wird auf Informationen und Simulationen zu einzelnen Schwebepartikeln zurückgegriffen, die von den Personen in den jeweiligen Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 eingebracht werden können und sich dort in einer erhöhten Konzentration im Vergleich zu dem Nichtnutzungsbereich 12 innerhalb des Raumes 1 befinden, beziehungsweise in der Luft schweben. Die Saugleistung der den einzelnen Nutzungsbereichen 6, 7, 8, 9 zugeordneten

Absaugeinrichtungen wird auf der Grundlage dieser Informationen so berechnet und vorgegeben, dass die in dem Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 in der Luft befindlichen

Schwebepartikel mit einer ausreichend großen

Wahrscheinlichkeit abgesaugt werden können, bevor durch diese Schwebepartikel eine Kontamination einer anderen Person erfolgen kann, die sich entweder ebenfalls innerhalb des betreffenden Nutzungsbereichs 6, 7, 8, 9 oder aber an einer anderen Position innerhalb des Raumes 1 aufhält. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Saugleistung der Absaugeinrichtungen, die den Nutzungsbereichen 8, 9 bei den

Tischen 2 zugeordnet ist, am höchsten. Die Saugleistung der Absaugeinrichtung, welche dem Nutzungsbereich 7 des Thekengastbereichs 10 zugeordnet ist, ist im Vergleich dazu geringer. Die geringste Saugleistung wird für die Absaugeinrichtung vorgegeben, die dem Nutzungsbereich 6 des Thekenbedienungsbereichs 11 zugeordnet ist.

In Figur 2 ist schematisch ein exemplarischer Ablauf der Verfahren zur Dekontamination eines Raums, beispielsweise des Raums 1 in dem Restaurant dargestellt. In einem Planungserfassungsschritt 13 werden anhand eines vorgegebenen Nutzungskonzepts mehrere Nutzungsbereiche 6, 7, 8, 9 innerhalb des Raums 1 identifiziert und für jeden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 anhand von vorab ermittelten

Kenngrößen eine erwartete Nutzungsintensität ermittelt. In einem nachfolgenden Planungsumsetzungsschritt 14 werden für jeden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 ausgehend von der erwarteten

Nutzungsintensität eine diesem Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 zugeordnete Absaugeinrichtung mit einem zugeordneten Saugvolumenstrom vorgegeben.

Sobald die Vorbereitung der Dekontaminationsmaßnahmen abgeschlossen ist können in einem nachfolgenden Herrichtungsschritt 15 alle erforderlichen Baumaßnahmen durchgeführt werden, um anschließend die vorbereiteten Dekontaminationsmaßnahmen in dem Raum 1 durchführen zu können. Dabei werden für jeden Nutzungsbereich 6, 7, 8, 9 die zugeordneten Absaugeinrichtungen und mindestens eine LuftZuführungseinrichtung für gefilterte und gereinigte Frischluft installiert. An allen Zugängen, durch welche Personen den Raum 1 betreten können, werden Schleusensysteme installiert. Die für eine Überwachung der Dekontaminationsmaßnahmen erforderlichen Überwachungseinrichtungen sowie eine für gesonderte Desinfizierungsmaßnahmen gegebenenfalls erforderlich Desinfektionseinrichtung werden installiert. Zusätzlich können ein Unterdrück erzeugt und eine Unterdruck- Differenzmessung durchgeführt werden, um festzustellen, ob der Raum 1 an einigen Stellen zusätzlich abgedichtet werden sollte, um das Eindringen von ungereinigter Luft während der Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen zu verhindern.

Während eines Durchführungsschritts 16 werden zeitgleich zu einer Nutzung des Raums 1 von Personen die Absaugeinrichtungen betrieben. Mit Beginn des Durchführungsschritts 16 wird auch ein zeitgleich und über die Dauer der Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführter Überwachungsschritt 17 eingeleitet. Während des Überwachungsschritts 17 wird mit einer

Überwachungseinrichtung mindestens eine Eigenschaft des in dem Raum 1 befindlichen Luftvolumens erfasst und ein Überwachungssignal erzeugt wird, falls für die mindestens eine überwachte Eigenschaft ein Wert außerhalb eines vorgegebenen Eigenschaftenbereichs erfasst wird. In Abhängigkeit von der erfassten und überwachten Eigenschaften können die Dekontaminationsmaßnahmen angepasst oder geeignete zusätzliche Maßnahmen veranlasst werden.

Unabhängig davon kann während der Durchführung der Dekontaminationsmaßnahmen ein Betrieb einzelner Absaugeinrichtungen an eine tatsächliche Nutzung des zugeordneten Nutzungsbereichs von Personen angepasst und ein mit der betreffenden Absaugeinrichtung abgesaugter Saugvolumenstrom zwischen einem für die betreffende Absaugeinrichtung vorgegebenen Minimalwert und einem Maximalwert vorgegeben werden. Zu diesem Zweck kann in zeitlichen Abständen oder kontinuierlich ein Nutzungserfassungsschritt 18 durchgeführt und mit einer geeigneten Sensoreinrichtung eine Kenngröße für eine tatsächliche Nutzung der Nutzungsbereiche 6, 7, 8, 9 in dem Raum 1 ermittelt werden. In Abhängigkeit von den ermittelten Kenngrößen kann dann jeweils die betreffende Absaugeinrichtung angepasst und gegebenenfalls stärker oder schwächer betrieben werden.

In Figur 3 ist eine Ansicht eines Teils des Raums 1 während einer Nutzung durch mehrere Personen 19 dargestellt. An dem Tisch 2 in dem Nutzungsbereich 9 sitzen zwei Personen 19. An der Theke 3 in dem Thekengastbereich 10 sitzt eine Person 19

Über dem Tisch 2 ist eine Absaugeinrichtung 20 angeordnet. Über dem Thekengastbereich 10 ist eine weitere Absaugeinrichtung 21 angeordnet. Der Abstand der Absaugeinrichtungen 20, 21 von Köpfen der Personen 19 ist an die jeweils erwartete Nutzung des betreffenden Nutzungsbereichs 9, 10 durch die Personen 19 angepasst. Dadurch wird eine gezielte Luftführung begünstigt und der Erfassungsbereich der Absaugeinrichtungen 20, 21 so vorgegeben, dass sich bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung die Köpfe der Personen 19 überwiegend in diesem Erfassungsbereich befinden.

Beide Absaugeinrichtungen 20, 21 sind jeweils mit einem Dezibelmesssensor 22 und mit einem Bewegungssensor 23 ausgestattet. Falls über einen längeren Zeitraum keine Bewegung mit dem Bewegungssensor 23 festgestellt wird kann die zugeordnete Absaugeinrichtung 20, 21 in der Leistung reduziert oder deaktiviert werden. Zusätzlich kann über die Messung des Geräuchpegels mit dem Dezibelmesssensor 22 eine Anpassung der Saugleistung der Absaugeinrichtungen 20, 21 vorgenommen werden.

In Figur 4 ist exemplarisch ein Arbeitsplatz 24 in einem Produktionsunternehmen dargestellt, der einen mit einer vierfach strichpunktierten Linie angedeuteten Nutzungsbereich

25 bildet. Zusätzlich zu einer Absaugeinrichtung 26 ist unter dem Arbeitsplatz 24 ein luftdurchlässiges Gitter 27 und darunter eine LuftZuführungseinrichtung 28 angeordnet. Mit der LuftZuführungseinrichtung 28 wird gefilterte und gereinigte Frischluft zugeführt. Mit der Absaugeinrichtung 26 wird gegebenenfalls kontaminierte Luft aus dem Nutzungsbereich 25 abgesaugt. Die Absaugeinrichtung 25 weist lediglich einen Bewegungssensor 23 auf, da der in dem Produktionsunternehmen üblicherweise vorherrschende Geräuschpegel die Geräusche der Person 19 an dem Arbeitsplatz 24 überlagert und eine an die Lautstärke in dem Arbeitsplatz 24 angepasste Ansteuerung der Absaugeinrichtung 25 nicht zweckdienlich ist.

Durch die Anordnung der LuftZuführungseinrichtung 28 unterhalb des Nutzungsbereichs 25 und der Absaugeinrichtung

26 oberhalb des Nutzungsbereichs 25 kann eine gezielte Luftführung unterstützt werden. Die Förderleistung der LuftZuführungseinrichtung 28 ist an die Saugleistung der Absaugeinrichtung 26 angepasst, sodass eine von der LuftZuführungseinrichtung 28 zu der Absaugeinrichtung 26 verlaufender Luftströmungsverlauf erreicht wird und damit auch ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen in dem Nutzungsbereich 25 eine gezielte Luftführung bewirkt wird. In dem Produktionsunternehmen ist neben dem Arbeitsplatz 24 eine Desinfektionseinrichtung 29 angeordnet, die ein Kaltvernebelungsgerät aufweist, mit welchem der Arbeitsplatz 24 und alle dort befindlichen Oberflächen mit einem vernebelten Desinfektionsmittel in zeitlichen Abständen beispielsweise in jeder Nacht desinfiziert werden.




 
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