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Title:
METHOD FOR THE PRODUCTION OF VINYL ISONONANOATES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/005842
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing isononane derivatives from enzymatically produced isobutene, the higher purity of which improves the method and the properties of the produced vinyl isononanoates.

Inventors:
KLABUNDE JENS (DE)
JOHNEN LEIF (DE)
STRUTZ HEINZ (DE)
Application Number:
PCT/EP2013/062788
Publication Date:
January 09, 2014
Filing Date:
June 19, 2013
Export Citation:
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Assignee:
OXEA GMBH (DE)
International Classes:
C07C67/10; C07C2/16; C07C7/04; C07C11/02; C07C45/50; C07C47/02; C07C51/14; C07C51/235; C07C53/126; C07C67/04; C07C69/01; C07C69/24
Foreign References:
EP1057525A22000-12-06
EP1854778A12007-11-14
US20040054246A12004-03-18
US20110165644A12011-07-07
Other References:
DAVID S GOGERTY AND THOMAS A BOBIK: "Formation of Isobutene from 3-Hydroxy-3-Methylbutyrate by Diphosphomevalonate Decarboxylase", APPLIED AND ENVIRONMENTAL MICROBIOLOGY, AMERICAN SOCIETY FOR MICROBIOLOGY, US, vol. 76, no. 24, 1 December 2010 (2010-12-01), pages 8004 - 8010, XP002680645, ISSN: 0099-2240, [retrieved on 20101022], DOI: 10.1128/AEM.01917-10
Attorney, Agent or Firm:
MICHALSKI HÜTTERMANN & PARTNER PATENTANWÄLTE (DE)
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Claims:
Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern, umfassend die Schritte a) fermentative Herstellung von Isobuten

b) Dimerisierung von Isobuten zu Diisobuten

c) Aufreinigung des Diisobutens

d) Verlängerung um ein Kohlenstoffatom, um Isononansäuren zu erhalten e) Weitere Derivatisierung zu Isononansäurevinylestern

Verfahren nach Anspruch 1, wobei zwischen Schritt a) und b) keine Aufreinigung des Isobutens erfolgt.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Isobuten in Schritt a) aus

Trisacchariden, Disacchariden, Monosacchariden, Aceton oder Mischungen daraus gewonnen wird.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei nachwachsende Rohstoffe für die fermentative Herstellung von Isobuten eingesetzt werden.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Fermentationsprozess bei Temperaturen von >20°C bis <45°C und unter Atmosphärendruck durchgeführt und Isobuten als gasförmiges Produkt freigesetzt wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Fermentationsprozess bei Temperaturen von >20°C bis <45°C und unter Überdruck zwischen 1 bis 30 bar durchgeführt wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei Schritt b) unter Säurekatalyse durchgeführt wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei Schritt c) durch Destillation

durchgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei Schritt d) im Sinne einer

Hydro formylierung/Oxoreaktion mit anschließender Oxidation durchgeführt wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei Schritt d) im Sinne einer Koch- Reaktion durchgeführt wird.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei Schritt e) eine Umsetzung mit Acetylen beinhaltet.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei Schritt e) eine Umsetzung mit einem Carbonsäurevinylester beinhaltet.

13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die bei der Umsetzung gebildete Carbonsäure zu einem Vinylester, einem Carbonsäureester, einem Carbonsäureanhydrid, einem Carbonsäurehalogenid, einem Carbonsäureamid oder zu dem entsprechenden Alkohol weiterverarbeitet wird.

Description:
OXEA GmbH

Otto-Roelen-Str. 3, 46147 Oberhausen, Deutschland

Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern (3,5,5-Trimethyl-l-hexansäurevinylester als Hauptkomponente) und Neononansäurevinylester (2,2,4,4-Tetramethyl-l-pentansäurevinylester als Hauptkomponente) vorzugsweise aus nachwachsenden Rohstoffquellen.

Derartige Isononansäurevinylester stellen wichtige industrielle Produkte u.a. als Copolymere für Dispersionsanstriche dar (Ullmannns Enyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1975, Verlag Chemie, Band 9, Seiten 143-145). Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern gehen dabei von dem Dimer des Isobutens aus, das mittels der Oxo-Reaktion oder Hydro formylierungsreaktion mit einem Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, auch Synthesegas genannt, in Gegenwart von Übergangsmetallkatalysatoren in den entsprechenden Isononanal umgesetzt wird (Hydrocarbon Processing, April 1973, Seiten 171-173; Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1974, Verlag Chemie, Band 7, Seite 130). Isononanal wird dann zu Isononansäure oxidiert. Daneben findet auch die Carbonylierung der Dimere des Isobutens in Gegenwart von Wasser Anwendung, nach der man direkt ein Gemisch aus hochverzweigten Isononansäuren erhält (Koch Reaktion, Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1975, Verlag Chemie, Band 9, Seite 144). Anschließend werden die so erhaltenen Isononansäuren zu den entsprechenden Vinylestern umgesetzt. Dies kann beispielsweise durch Umsetzung der Isononansäuren mit Acetylen, vorzugsweise in

Gegenwart von Zinksalzen, bei Temperaturen von 200-230°C erfolgen (G. Hübner, Fette, OD 41622 / SAM:AH Seifen, Anstrichmittel 68, 290 (1966), Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1983, Verlag Chemie, Band 23, Seiten 606-607; EP 1 057 525 A2) oder mittels einer sogenannten Transvinylierungsreaktion mit einem Vinylester einer anderen Carbonsäure (Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1983, Verlag Chemie, Band 23, Seiten 606-607). Aufgrund der immensen Bedeutung von Isononansäurevinylestern für die technische Chemie wird jedoch ständig nach weiteren Verbesserungen in Bezug auf alternative Verfahren und alternative Rohstoffquellen für die Herstellung von Isononansäurevinylestern gesucht. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe als Ausgangsprodukte für die Herstellung von organischen Chemikalien im industriellen Maßstab gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zum einen sollen die auf Erdöl, Erdgas und Kohle basierenden Ressourcen geschont werden und zum anderen wird mit nachwachsenden Rohstoffen Kohlendioxid in einer technisch nutzbaren Kohlenstoffquelle gebunden, die prinzipiell kostengünstig ist und in großen Mengen zur Verfügung steht. Beispiele für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen für die industrielle Produktion von organischen Chemikalien sind u.a. die Herstellung von Zitronensäure, 1,3-Propandiol, L-Lysin, Bernsteinsäure, Milchsäure und Itakonsäure.

Nachwachsende Rohstoffe werden bislang nicht für die Herstellung von Isononansäurevinylestern herangezogen. Somit stellt sich die Aufgabe, ein alternatives verbessertes Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern vorzugsweise aus nachwachsenden Rohstoffquellen zur Verfügung zu stellen. Dabei ist von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Verwendung der Isononansäurevinylester, dass möglichst isomerenfreies Isobuten für die Herstellung der Isononansäurevinylester eingesetzt wird.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung von Isononansäurevinylestern gelöst, umfassend die Schritte: a) fermentative Herstellung von Isobuten

b) Dimerisierung von Isobuten zu Diisobuten

c) Aufreinigung des Diisobutens

d) Verlängerung um ein Kohlenstoffatom, um Isononansäuren zu erhalten e) Derivatisierung zu Isononansäurevinylestern

Es hat sich in überraschender Weise herausgestellt, dass fermentativ hergestelltes Isobuten von so hoher Reinheit in Bezug auf lineare Butenisomere ist, dass die nachfolgende säurekatalysierte Dimerisierung Diisobuten in hoher Reinheit und Ausbeute liefert. Dies wiederum führt dazu, dass in Schritt d) die gewonnenen Isononansäuren ebenfalls in hoher Reinheit entstehen.

Es sind im Stand der Technik Verfahren bekannt, bei denen Isobuten biochemisch im Labormaßstab in hoher Reinheit entsteht. So untersuchten - allerdings ausgehend vom direkten Vorprodukt 3-Hydroxyisovaleriat (3-Hydroxy-3-Methylbutyrat) - Gogerty, D.S. und Bobik, T.A. 2010, Applied and Environmental Microbiology, Seite 8004 - 8010 die fermentativ-enzymatische Synthese von Isobuten, wobei lt. GC keine größeren Mengen an n- Butenisomeren im Wertprodukt ausgewiesen wurden.

Unter„Isononansäuren" werden strukturisomere C9-Carbonsäuren mit einem überwiegenden Anteil an 2,2,4,4-Tetramethyl-l-pentansäure oder 3,5,5-Trimethyl-l-hexansäure verstanden, und unter„Isononansäurevinylester" die entsprechenden Vinylester mit einem überwiegenden Anteil an 3,5,5-Trimethyl-l-hexansäurevinylester oder 2,2,4,4-Tetramethyl-l- pentansäurevinylester (Neononansäurevinylester).

Das bei der Fermentation entstehende Nebenprodukt Kohlendioxid und gegebenenfalls weitere Inerte können gegebenenfalls mit geeigneten Trennmethoden in konventioneller Weise entfernt werden. Bei den meisten Ausführungsformen der Erfindung kann die Umsetzung von Isobuten zu Diisobuten sogar ohne vorherige weitere Aufreinigung des Isobutens erfolgen, was somit eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darstellt. In dieser Ausführungsform der Erfindung macht sich das erfindungsgemäße fermentative Verfahren die hohe Selektivität zu Isobuten als C4-01efm zunutze. Zum anderen stören Kohlendioxid und andere Inerte nicht die Dimerisierung von Isobuten zu Diisobuten. In besonderen Fällen kann es sich jedoch als zweckmäßig erweisen, Kohlendioxid und andere Inerte zunächst aus dem Isobuten abzutrennen.

Unter„fermentativer Herstellung" von Isobuten wird insbesondere verstanden, dass Isobuten entweder mittels Mikroorganismen, bevorzugt aus nachwachsenden Rohstoffen und/oder in einem zellfreien enzymatischen Verfahren, ebenfalls bevorzugt aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird.

Isobuten ist - soweit bekannt - kein Naturprodukt in dem Sinne, dass es bei Stoffwechselprozessen in Organismen in solchen Mengen entsteht, dass eine industrielle Nutzung zweckmäßig erscheint. In sehr geringen Mengen wird Isobuten jedoch von natürlich vorkommenden Mikroorganismen produziert (US4698304; Fukuda, H. 1984 et al, From Agricultural and Biological Chemistry (1984), 48(6), S. 1679-82). Somit erfolgt, bei den bisher bekannten Ausführungsformen der Erfindung, die fermentative Herstellung von Isobuten mittels modifizierter, nicht-natürlicher Mikroorganismen bzw. der entsprechend modifizierten Enzyme. Derartige Mikroorganismen sind aus der US2011165644 (AI) bekannt, in der in Beispiel 13 die Synthese von Isobuten aus Glucose in geeigneten Mikroorganismen behandelt wird. In WO2012052427 und WO2011032934 werden weitere enzymatische Reaktionen beschrieben, welche die Bildung von Isobuten als Abfolge sequentieller enzymatischer Synthesen von

I) Aceton zu 3-Hydroxyisovaleriat und

II) 3-Hydroxyisovaleriat zu Isobuten und Kohlendioxid

beschreiben.

Der enzymatisch katalysierte Zerfall von 3-Hydroxyisovaleriat zu Isobuten und Kohlendioxid wird ebenfalls in Gogerty, D.S. und Bobik, T.A. 2010, Applied and Environmental Microbiology, Seite 8004 - 8010 behandelt. Hierbei wurden lt. GC keine größeren Mengen an n-Butenisomeren im Wertprodukt ausgewiesen. Auch in wässrigen, nicht enzymatisch katalysierten Systemen beobachtet man eine spontane Kohlendioxidabspaltung aus 3- Hydroxyisovaleriat unter Bildung von Isobuten, das mit dem anwesenden Wasser in einer Gleichgewichtsreaktion zum ter - Butanol weiterreagiert (Pressman, D. und Lucas, HJ. 1940, Journal of the American Chemical Society, Seite 2069-2081).

Wird diese in I und II beschriebene Abfolge enzymatischer Synthesen in einen geeigneten mikrobiellen Wirtsorganismus inkludiert, der in Lage ist aus Stoffwechselvorprodukten Aceton zu synthetisieren oder extern zugeführtes Aceton mittels passiven oder aktiven Transports über die Zellwand in das Zellinnere zu befördern, kann mit einem so gewonnenem nicht-natürlichen Mikroorganismus Isobuten mit einem fermentativen Verfahren in guter Ausbeute hergestellt werden. Mikroorganismen die Aceton aus verschiedenen Kohlenhydraten synthetisieren sind seit langem bekannt und werden u.a. in - Jones, T.D. und Woods, D.R. 1986, Microb. Reviews, Seite 484 - 524 - beschrieben. In - Taylor, D.G. et al 1980, Journal of General Microbiology, 118, Seite 159 - 170 - werden Mikroorganismen beschrieben, die Aceton als alleinige Kohlenstoffquelle nutzen und somit in der Lage sind, Aceton über die Zellwand ins Zellinnere zu transportieren. Ein anderer möglicher Stoffwechselweg verläuft über die Reaktionssequenz:

I) Pyruvat zu 2-Acetolactat

II) 2-Acetolactat zu 2,3-Dihydroxyisovaleriat

III) 2,3-Dihydroxyisovaleriat zu 2-Oxoisovaleriat

IV) 2-Oxoisovaleriat zu Isobutyraldehyd

V) Isobutyraldehyd zu iso-Butanol und

VI) iso-Butanol zu Isobuten und ist u.a. in der WO2011076689 und WO2011076691 beschrieben.

Unter „Diisobuten" werden - wie bereits beschrieben - 2,4,4-Trimethyl-l-penten, 2,4,4- Trimethyl-2-penten als Hauptkomponenten und beliebige Gemische dieser beiden Verbindungen verstanden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt keine Aufreinigung des Isobutens zwischen Schritt a) und b), insbesondere keine Aufreinigung zur Entfernung von linearen Butenisomeren und gegebenenfalls von Inerten wie Kohlendioxid und/oder Stickstoff. Unter„Aufreinigung" werden dabei insbesondere (aber nicht darauf beschränkt) folgende Verfahren verstanden:

Destillationsverfahren (welche aber dadurch erschwert sind, dass die Abtrennung im Gesamtprozess auftretender linearer Butenisomere einen hohen Aufwand erfordert, da die Siedepunkte der Isomere sehr nahe beieinander liegen, vgl. Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology 3. Auflage 1978, Vol 4, John Wiley & Sons

Inc., Seiten 358-360). - Aufreinigungs bzw. Trennungsverfahren, bei denen Isobuten aufgrund der erhöhten chemischen Reaktivität mittels einer chemischen Reaktion abgetrennt und anschließend wieder in Isobuten umgewandelt wird. Hierzu zählen u.a. Verfahren, wie reversible protonenkatalysierte Wasseranlagerung zum tertiär-Butanol oder die Methanolanlagerung zum Methyl -tertiär-butylether (vgl. EP 1489062). Aus diesen

Additionsprodukten wird dann durch Rückspaltung Isobuten zurückgewonnen (vgl. Weissermel, Arpe, Industrielle Organische Chemie, VCH Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 1988, S. 74-79). - Aufreinigungs- bzw. Trennungsverfahren, bei denen Isobuten aufgrund der kompakteren räumlichen Molekülstruktur, mittels geeigneter physikalischer Größenausschlussverfahren z.B. mittels Molekularsiebe mit geeigneter Porengröße, von linearen Butenisomeren getrennt wird (vgl. WO2012040859, Weissermel, Arpe, Industrielle Organische Chemie, VCH Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 1988, S.74).

Aufreinigungs- bzw. Trennverfahren, die zur Entfernung von Kohlendioxid geeignet sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Isobuten in Schritt a) aus aus Trisacchariden, Disacchariden, Monosacchariden, Aceton oder Mischungen daraus gewonnen. Bei den verwendeten Tri- und Disacchariden handelt es sich insbesondere um Raffmose, Cellobiose, Lactose, Isomaltose, Maltose und Saccharose. Bei den verwendeten Monosacchariden handelt es sich insbesondere um D-Glukose, D-Fruktose, D-Galaktose, D- Mannose, DL-Arabinose und DL-Xylose. Die Tri-, Di- und Monosaccharide stammen dabei unter anderem (aber nicht darauf beschränkt) aus dem Aufschluss und der Depolymerisation von Zellulose und Hemizellulose mittels geeigneter Methoden; direkt aus Pflanzen mit hohem Zuckergehalt wie Zuckerrübe, Zuckerrohr, Zuckerpalme, Zuckerahorn, Zuckerhirse, Silber-Dattelpalme, Honigpalme, Palmyrapalme und Agaven mittels Extraktion; aus der Depolymerisation von pflanzlicher Stärke durch Hydrolyse; aus der Depolymerisation von tierischem Glycogen durch Hydrolyse; direkt aus in der Milchwirtschaft gewonnener Milch.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe für die fermentative Herstellung von Isobuten eingesetzt. Falls gewünscht, kann der Ursprung der Kohlenstoffatome aus nachwachsenden Rohstoffquellen, durch die in ASTM D6866 beschriebene Testmethode ermittelt werden. Dabei wird das Verhältnis der C 14 zu C 12 Kohlenstoffisotope bestimmt und mit dem Isotopenverhältnis einer Referenzsubstanz verglichen, deren Kohlenstoffatome zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffquellen stammen. Diese Testmethode ist in abgewandelter Form auch als Radiocarbonmethode bekannt und wird u.a. in - Olsson, I. U. 1991, Euro Courses: Advanced Scientific Techniques, Volume 1, Issue Sei. Dating Methods, Seite 15-35- beschrieben.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Fermentationsprozess bei Temperaturen von >20°C bis <45°C und unter Atmosphärendruck durchgeführt und Isobuten als gasförmiges Produkt freigesetzt. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass das so gewonnene Isobuten unmittelbar oder nach Abtrennung von Inerten weiterverwendet werden kann. Alternativ wird gemäß einer ebenso bevorzugten Ausführungsform der Erfindung der Fermentationsprozess bei Temperaturen von >20°C bis <45°C und unter Überdruck zwischen 1 bis 30 bar durchgeführt. In diesem Fall kann Isobuten als flüssige Verbindung erhalten werden und durch Phasentrennung unmittelbar vom Fermentationsmedium abgetrennt werden. Die Abtrennung von Inerten kann in dieser bevorzugten Ausführungsform erheblich erleichtert werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird Schritt b) unter Säurekatalyse durchgeführt. Hierbei kommen z.B. Schwefelsäure oder saure Ionenaustauscher in Betracht, wie sie u.a. in Weissermel, Arpe, Industrielle Organische Chemie, VCH Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 1988, S. 77; Hydrocarbon Processing, April 1973, S. 171-173 beschrieben sind. Alternativ können die in US2004/0054246, US4100220 (A), US4447668 (A) und US5877372 (A) beschriebenen Verfahren zum Einsatz kommen. Das Verfahren umfasst einen weiteren Schritt c), der nach b) durchgeführt wird: c) Aufreinigung des Diisobutens, bevorzugt durch Destillation

Schritt c) erfolgt bevorzugt so, dass die nicht umgesetzten flüchtigen Anteile von dem Diisobuten abgetrennt werden und das erhaltene Diisobuten von dem gegebenenfalls in geringen Mengen gebildeten Tri-isobuten und höheren Isobutenoligomeren destillativ gereinigt wird. So erhaltenes Tri-isobuten und die so erhaltenen höheren Isobutenoligomere können ebenfalls zu wertvollen Folgeprodukten veredelt werden. Schritt d) kann bevorzugt je nach Ausführungsform der vorliegenden Erfindung auf zweierlei Weise durchgeführt werden 1. Umsetzung in einer Hydroformylierungsreaktion / Oxo-Reaktion zu Isononanal und anschließende Oxidation zu Isononansäure und/oder

2. Umsetzung im Sinne einer Koch-Reaktion direkt zur Isononansäure Je nach konkreter Anwendungsform der Erfindung kann es vorteilhaft sein, die Isononansäure indirekt mittels Oxidation des Isononanals zu erhalten als direkt aus dem Diisobuten.

Die beiden Reaktionsmöglichkeiten werden im Folgenden noch weiter diskutiert: 1. Hydroformylierungsreaktion / Oxo-Reaktion

Diese Reaktion wird bevorzugt so durchgeführt, dass durch Umsetzung von Diisobuten mit Synthesegas, bevorzugt unter Verwendung von Kobalt- oder Rhodiumkatalysatoren zunächst Isononanal gewonnen wird. Meist enthält dieser in überwiegendem Maße 3,5,5- Trimethylhexanal.

Die Oxidation von Isononanal erfolgt bevorzugt mit Sauerstoff bei mäßig erhöhten

Temperaturen und führt zu Isononansäure mit 3,5,5-Trimethylhexansäure als

Hauptbestandteil (Weissermel, Arpe, Industrielle Organische Chemie, VCH

Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 1988, S. 143-145; Ullmannns Enyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1975, Verlag Chemie, Band 9, Seiten 144; EP 1854778 AI).

2. Koch-Reaktion Diese Reaktion wird bevorzugt so durchgeführt, dass Diisobuten in Gegenwart von Wasser und Kohlenmonoxid unter Einwirkung von Brönstedt und/oder Lewis-Säuren als Katalysator in eine Isononansäure überführt wird. Je nach Anwendung besteht diese meist überwiegend aus 2,2,4,4-Tetramethyl-l-pentansäure. Diese hochverzweigte Isononansäure trägt an dem zur Carboxylgruppe benachbarten Kohlenstoffatom zwei Alkylgruppen und wird aufgrund der Neo-Struktur auch als Neononansäure bezeichnet (Ullmannns Enyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1975, Verlag Chemie, Band 9, Seiten 144). Gemäß Schritt e) erfolgen weitere Derivatisierungen von gemäß Schritt d) gewonnenen Isononansäuren zu den entsprechenden Isononansäurevinylestern.

Diese Derivatisierungen werden im Folgenden mehr detailliert beschrieben

1. Vinylierungen zu Isononansäurevinylestern

Diese Reaktion kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung durch Umsetzung der Isononansäuren mit Acetylen, vorzugsweise in Gegenwart von

Zinksalzen, bei Temperaturen von 200-230°C erfolgen (G. Hübner, Fette, Seifen,

Anstrichmittel 68, 290 (1966), Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1983, Verlag Chemie, Band 23, Seiten 606-607; EP 1 057 525 A2).

Gemäß einer alternativen aber ebenso bevorzugten Ausführungsform wird die Isononansäure einer sogenannten Transvmylierungsreaktion mit einem Vinylester einer anderen Carbonsäure unterzogen

Katalysator

-Cft OH + ^Cft^O-CH = CHZ - »R' -cCcDOH + R-C(O)0-CH = CH2 wobei R gleich C8 ist und R 1 häufig Methyl oder Ethyl bedeutet, so dass als Transvinylierungsreagenz beispielsweise Vinylacetat oder Vinylpropionat verwendet wird. (Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1983, Verlag Chemie, Band 23, Seiten 606-607). Um das chemische Gleichgewicht in Richtung des gewünschten Vinylesters zu drängen, verwendet man häufig einen Überschuss an dem Transvinylierungsreagenz R 1 - C(0)0-CH=CH 2 und/oder entfernt die gebildete Carbonsäure aus dem Reaktionsgemisch. Die kontinuierliche oder semi-kontinuierliche Verfahrensführung kann beispielsweise als Reaktivdestillation ausgestaltet werden (EP 0 497 340 A2) oder als Blasensäule mit aufgesetzter Säule, der noch zusätzlich eine Rektifikationssäule und eine Stripp-Säule nachgeschaltet sind (WO 2011/139360 AI und WO 2011/139361 AI). Es ist aber auch möglich, die Transvinylierungsreaktion ohne Entzug eines Reaktionspartners durchzuführen und das erhaltene Reaktionsgemisch in einem separaten Aufarbeitungsteil in die einzelnen Komponenten aufzuspalten (DE 10 2012 002282.4, DE 10 2012 002274.3). Als Transvinylierungskatalysatoren eignen sich beispielsweise Ruthenium- oder Palladiumverbindungen, die unmodifiziert oder modifiziert mit ein- oder mehrzähnigen Stickstoff- oder phosphorhaltigen Liganden, wie 2,2'-Bipyridyl oder 1,10-Phenanthrolin, eingesetzt werden. Die als Koppelprodukt erhaltene zum Transvmylierungsreagenz korrespondierende Carbonsäure kann im Verbund weiter derivatisiert werden oder direkt als Wertprodukt genutzt werden. Beispielsweise kann die korrespondierende Carbonsäure in den Vinylester überführt werden, der dann wieder als Transvmylierungsreagenz für die Isononansäure verwendet wird, oder die korrespondierende Carbonsäure kann in einen Carbonsäureester, ein Carbonsäureanhydrid, ein Carbonsäurehalogenid, ein Carbonsäureamid oder in den entsprechenden Alkohol nach an sich bekannten Verfahren umgewandelt werden.

Die erhaltenen Vinylisononanoate eignen sich als Comonomere in Polyvinylacetat,

Polyvinylchlorid, Polystyrol und Polyacrylsäureester, die die Hydrolysebeständigkeit und Feuchtigkeitsaufnahme von Anstrichen vorteilhaft beeinflussen (s. u.a. PCT/EP

2011/004578).

Die vorgenannten sowie die beanspruchten und in den Ausführungsbeispielen beschriebenen erfindungsgemäß zu verwendenden Syntheseschritte unterliegen in ihrer technischen

Konzeption keinen besonderen Ausnahmebedingungen, so dass die in dem

Anwendungsgebiet bekannten Auswahlkriterien uneingeschränkt Anwendung finden können. Die einzelnen Kombinationen der Bestandteile und der Merkmale von den bereits erwähnten Ausführungen sind exemplarisch; der Austausch und die Substitution dieser Lehren mit anderen Lehren, die in dieser Druckschrift enthalten sind mit den zitierten Druckschriften werden ebenfalls ausdrücklich erwogen. Der Fachmann erkennt, dass Variationen,

Modifikationen und andere Ausführungen, die hier beschrieben werden, ebenfalls auftreten können ohne von dem Erfindungsgedanken und dem Umfang der Erfindung abzuweichen. Entsprechend ist die obengenannte Beschreibung beispielhaft und nicht als beschränkend anzusehen. Das in den Ansprüchen verwendete Wort„umfassen" schließt nicht andere Bestandteile oder Schritte aus. Der unbestimmte Artikel„ein" schließt nicht die Bedeutung eines Plurals aus. Die bloße Tatsache, dass bestimmte Maße in gegenseitig verschiedenen Ansprüchen rezitiert werden, verdeutlicht nicht, dass eine Kombination von diesen Maßen nicht zum Vorteil benutzt werde kann. Der Umfang der Erfindung ist in den folgenden Ansprüchen definiert und den dazugehörigen Äquivalenten.