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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND SYSTEM FOR ADJUSTING INPUT VALUES WHEN OPERATING A MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/229604
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for operating a machine, in particular a coating machine, preferably a coating machine for narrow edges, such as those used e.g. in the furniture or component industry. The method comprises the following steps: transferring a plurality of input values from a storage device to a control device of the machine, wherein the input values relate to at least one material and/or tool used in a processing of a workpiece; preparing the machine for processing on the basis of the input values; processing a workpiece with the prepared machine; changing the input values on the basis of the processing and/or the product; and transferring the changed input values to the storage device.

Inventors:
BEILHARZ ECKHARD (DE)
MÜLLER PATRICK (DE)
Application Number:
EP2020/063472
Publication Date:
November 19, 2020
Filing Date:
May 14, 2020
Export Citation:
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Assignee:
HOMAG GMBH (DE)
International Classes:
G05B19/418; B05C5/02; B27N7/00
Foreign References:
DE102016219371A12018-04-12
DE202011000875U12013-03-01
GB1510299A1978-05-10
EP2347873A12011-07-27
DE102015213358A12017-01-19
Attorney, Agent or Firm:
HOFFMANN EITLE PATENT- UND RECHTSANWÄLTE PARTMBB, ASSOCIATION NO. 151 (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zum Betrieb einer Maschine, umfassend die

Schritte :

Übergabe einer Vielzahl von Eingangswerten von einer Speichereinrichtung (XI) zu einer Steuereinrichtung (X2) der Maschine, wobei die Eingangswerte zumindest ein bei einer Bearbeitung eines Werkstücks verwendetes Material und/oder Werkzeug betreffen,

Vorbereiten (Sl) der Maschine für eine Bearbeitung auf Grundlage der Eingangswerte,

Bearbeiten ( S3 ) eines Werkstücks mit der vorbereiteten Maschine,

Ändern der Eingangswerte auf Grundlage der Bearbeitung und/oder des Erzeugnisses und Übergeben der geänderten Eingangswerte an die Speichereinrichtung (XI) .

2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Speichereinrichtung (XI) eine global verfügbare Speichereinrichtung ist, insbesondere eine Cloud, wobei bevorzugt ist, dass die Maschine eine internetfähige Schnittstelle aufweist.

3. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schritt des

Übergebens der Vielzahl von Eingangswerten ein Abgleich mit zumindest einer Randbedingung der Maschine erfolgt.

4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schritt des

Vorbereitens (Sl) und vor dem Schritt des Bearbeitens

( S3 ) ein Schritt zur Prüfung des Materials ( S2 )

durchgeführt wird.

5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beim Schritt der Prüfung des Materials ( S3 ) eine

Berechnung des Materialverbrauchs, insbesondere des Verbrauchs eines Beschichtungsmaterials oder eines

Haftmittels, durchgeführt wird.

6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschine eine

Beschichtungsmaschine, bevorzugt Schmalflächen- Beschichtungsmaschine, ist.

7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorbereiten (Sl) einen oder mehrere Schritte

umfasst, ausgewählt aus: Einstellen einer

Verarbeitungstemperatur eines Haftmittels ( S1—1 ) ,

Auswählen eines Beschichtungsmaterials ( S1—2 ) ,

Einstellen der Maschine auf Grundlage des zu

bearbeitenden Werkstücks ( S1—4 ) , Einstellen und/oder Positionieren einer oder mehrerer

Bearbeitungseinrichtungen ( S1—4 ; Sl-5) .

8. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bearbeiten ( S3 ) eines

Werkstücks einen oder mehrere Schritte umfasst,

ausgewählt aus: Erwärmen eines Beschichtungsmaterials und/oder Werkstücks (S3-1), Aufträgen eines Haftmittels am Werkstück und/oder Beschichtungsmaterial (S3-2), Erfassen eines zugeführten Beschichtungsmaterials ( S3— 3), Andrücken eines Beschichtungsmaterials an ein

Werkstück (S3-4) .

9. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Ändern der

Eingangswerte eine Qualitätsprüfung (S3-5) am Erzeugnis durchgeführt wird, insbesondere mittels Sensoren der Maschine .

10. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Bearbeiten ( S3 ) des Werkstücks ein Ist-Wert eines Materialverbrauchs, insbesondere des Verbrauchs eines Haftmittels und/oder eines Beschichtungsmaterials, an die Speichereinrichtung (XI) übergeben wird.

11. Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass auf Grundlage des Ist-Werts des Materialverbrauchs ein Steuerbefehl zur Bestellung eines Materials

generiert wird.

12. Computerprogramm, umfassend Steuerbefehle, die einen

Computer bei Ausführung des Computerprogramms

veranlassen, das Verfahren gemäß einem der

vorangegangenen Ansprüche auszuführen.

13. System zum Betrieb einer Maschine, umfassend: eine Speichereinrichtung (XI) und eine Steuereinrichtung (X2) , eine Einrichtung zur Übergabe einer Vielzahl von

Eingangswerten von einer Speichereinrichtung (XI) zu einer Steuereinrichtung (X2) der Maschine, wobei die Eingangswerte zumindest ein bei einer Bearbeitung eines Werkstücks verwendetes Material und/oder Werkzeug betreffen, wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist, die Maschine für eine Bearbeitung auf Grundlage der Eingangswerte vorzubereiten,

Steuerbefehle zum Bearbeiten eines Werkstücks mit der vorbereiteten Maschine auszugeben, und

Eingangswerte auf Grundlage der Bearbeitung und/oder des Erzeugnisses zu ändern und an die Speichereinrichtung (XI) zu übergeben.

14. System gemäß Anspruch 13, wobei die Speichereinrichtung (XI) eine global verfügbare Speichereinrichtung ist, insbesondere eine Cloud, wobei bevorzugt ist, dass die Maschine eine internetfähige Schnittstelle aufweist.

15. System gemäß einem der Ansprüche 13-14, ferner umfassend eine Prüfeinrichtung zur Überprüfung des Materials.

16. System gemäß einem der Ansprüche 13-15, wobei die

Maschine eine Beschichtungsmaschine, bevorzugt

Schmalflächen-Beschichtungsmaschine, ist .

Description:
VERFAHREN UND SYSTEM ZUM ANPASSEN VON EINGANGSWERTEN

BEIM BETRIEB EINER MASCHINE

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Maschine, insbesondere einer Beschichtungsmaschine, bevorzugt Schmalflächen-Beschichtungsmaschine, wie diese beispielsweise im Bereich der Möbel- oder Bauelementeindustrie zum Einsatz kommt. Ferner betrifft die Erfindung ein System.

Stand der Technik

Die Herstellung von Erzeugnissen in der Möbel- und Bauelementeindustrie ist von vielen Prozessgrößen abhängig. Insbesondere durchläuft ein Ausgangswerkstück im Zuge der Fertigung eine Vielzahl von Prozessschritten, die wiederum von unterschiedlichen Prozessgrößen abhängen. Das durch die Prozessschritte hergestellte Produkt wird nachfolgend auch als „Erzeugnis" bezeichnet.

Während der Herstellung eines solchen Erzeugnisses kommen unterschiedliche Materialien und Werkzeuge zum Einsatz, die entweder auf Grund der Verwendung während der Herstellung verbraucht werden oder deren Zustand sich im Zuge des Betriebs der Bearbeitungsmaschine verändert. Die sich vor diesem Hintergrund verändernden Prozessgrößen sind darüber hinaus vom zu verarbeitenden Werkstoff und den im Zuge der Fertigung eingesetzten Werkzeugen abhängig. Ferner sind Umgebungseinflüsse, wie Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit zu beachten.

Es gibt bereits Ansätze, bei Bearbeitungsmaschinen eine vorausschauende Wartung vorzunehmen, um Stillstandzeiten der Maschine zu verhindern. Im Zuge der vorausschauenden Wartung werden bestimmte Komponenten der Bearbeitungsmaschine überwacht. Beispielsweise können Fehlermeldungen, die Verfügbarkeit und die Fähigkeiten einer bestimmten Maschine gespeichert oder angezeigt werden, um einen reibungslosen Betrieb der Maschine zu gewährleisten.

Als konkretes Beispiel einer Herstellung von Erzeugnissen in der Möbel- und Bauelementeindustrie ist es bekannt, Schmalflächen von plattenförmigen Werkstücken mit einem Beschichtungsmaterial zu versehen. Für die Zufuhr des Beschichtungsmaterials ist aus der DE 10 2015 213 358 Al ein Konzept bekannt, das es ermöglicht, die Nebenzeiten zu verkürzen und das Beschichtungsmaterial gleichzeitig einfach zu handhaben. Insbesondere verfolgt die DE 10 2015 213 358 Al den Ansatz, die Bereitstellung des Beschichtungsmaterials derart zu strukturieren, dass die ein solches Beschichtungsmaterial aufnehmenden Kassetten in bestimmten Modulen zusammengefasst werden. Dies ermöglicht es, das Beschichtungsmaterial gruppenweise bereitzustellen und somit einen kontinuierlichen Bearbeitungsprozess bei hoher Flexibilität zu gewährleisten.

Gegenstand der Erfindung

Die Erfindung zielt darauf ab, ein Verfahren zum Betrieb einer Maschine bereitzustellen, mit dem ein hohes Qualitätsniveau bei flexiblem Fertigungsbetrieb sichergestellt werden kann.

Anspruch 1 stellt ein entsprechendes Verfahren bereit. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen aufgeführt. Ferner betrifft die Erfindung ein System, das insbesondere eingerichtet ist, ein solches Verfahren durchzuführen.

Das Verfahren umfasst die Schritte: Übergabe einer Vielzahl von Eingangswerten von einer Speichereinrichtung zu einer Steuereinrichtung der Maschine, wobei die Eingangswerte zumindest ein bei einer Bearbeitung eines Werkstücks verwendetes Material und/oder Werkzeug betreffen, Vorbereiten der Maschine für eine Bearbeitung auf Grundlage der Eingangswerte, Bearbeiten eines Werkstücks mit der vorbereiteten Maschine, Ändern der Eingangswerte auf Grundlage der Bearbeitung und/oder des Erzeugnisses und Übergeben der geänderten Eingangswerte an die Speichereinrichtung. Beispielsweise kann eine Information mit einem Sensor aufgenommen und basierend hierauf, oder eine Eingabe eines Bedieners, ein Eingangswert geändert werden. Dieser geänderte Wert kann dann beispielsweise zur Speichereinrichtung übermittelt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass gewissermaßen ein gesteigertes Prozessverständnis gebündelt und daraus Maßnahmen zur Gewährleistung und ggf. Steigerung der Qualität und/oder der Effizienz abgeleitet werden können. Insbesondere besteht die Möglichkeit, Eingangswerte zum Betrieb einer Maschine zu adaptieren, sodass ein hohes Qualitätsniveau bei der Bearbeitung von Werkstücken erreicht wird. Ferner ergibt sich aus dem erfindungsgemäßen Verfahren ein optimierter Material- und Energieeinsatz bei einer solchen Bearbeitungsmaschine. Stillstandzeiten der Maschine können reduziert oder verhindert werden.

Die an die Maschine übergebenen Eingangswerte können mit entsprechenden Randbedingungen der Maschine abgeglichen werden, um einen sicheren Betrieb der Maschine zu gewährleisten . Betrifft der Eingangswert ein bei einer Bearbeitung eines Werkstücks verwendetes Haftmittel, so werden vom Hersteller des Haftmittels bestimmte Temperaturbereiche vorgegeben, in denen das Haftmittel zu bearbeiten ist. Im Zuge des Verfahrens wird sichergestellt, dass der eine konkrete Verarbeitungstemperatur betreffende Eingangswert innerhalb des vom Hersteller vorgegebenen Temperaturbereichs liegt.

Weitere Beispiele für Randbedingungen sind ein Vorschubgeschwindigkeits-Bereich einer Maschine, eine Positionsgenauigkeit, ein Bereich für Abmessung von zu bearbeitenden Werkstücken oder ein Bereich einer Anpresskraft .

In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Speichereinrichtung eine global verfügbare Speichereinrichtung ist, insbesondere eine Cloud, wobei bevorzugt ist, dass die Maschine eine internetfähige Schnittstelle aufweist. Dies erleichtert die Möglichkeiten bei der Übergabe der Eingangswerte von der Speichereinrichtung zur Steuereinrichtung.

Es ist bevorzugt, dass nach dem Schritt des Vorbereitens und vor dem Schritt des Bearbeitens ein Schritt zur Prüfung des Materials durchgeführt wird. Im Zuge dessen kann die Materialverfügbarkeit geprüft werden. Somit können Stillstandzeiten vermieden und ein fortlaufender Prozess sichergestellt werden.

Beim Schritt der Prüfung des Materials kann eine Berechnung des Materialverbrauchs, insbesondere des Verbrauchs eines Beschichtungsmaterials oder eines Haftmittels, durchgeführt werden. Auch auf diese Weise können Stillstandzeiten vermieden und ein fortlaufender Prozess sichergestellt werden . Es ist bevorzugt, dass die Maschine eine Beschichtungsmaschine, bevorzugt Schmalflächen- Beschichtungsmaschine, ist. Beispielsweise werden mit einer solchen Beschichtungsmaschine plattenförmige Werkstücke aus Holz oder Holzwerkstoffen mit einem Beschichtungsmaterial versehen. Eine solche Maschine kann im Bereich der holzverarbeitenden Industrie zum Einsatz kommen.

Der Schritt des Vorbereitens der Maschine für eine Bearbeitung auf Grundlage der Eingangswerte kann einen oder mehrere der nachfolgend genannten Schritte umfassen: Einstellen einer Verarbeitungstemperatur eines Haftmittels, Auswahlen eines Beschichtungsmaterials, Einstellen der Maschine auf Grundlage des zu bearbeitenden Werkstücks, Einstellen und/oder Positionieren einer oder mehrerer Bearbeitungseinrichtungen. In den Schritt des Vorbereitens können die Eingangswerte sowie Randbedingungen der Maschine einbezogen werden.

Das Bearbeiten eines Werkstücks mit der vorbereiteten Maschine kann einen oder mehrere der nachfolgend genannten Schritte umfassen: Erwärmen eines Beschichtungsmaterials und/oder Werkstücks, Aufträgen eines Haftmittels am Werkstück und/oder Beschichtungsmaterial, Erfassen eines zugeführten Beschichtungsmaterials, Andrücken eines Beschichtungsmaterials an ein Werkstück.

Es ist bevorzugt, dass vor dem Ändern der Eingangswerte eine Qualitätsprüfung am Erzeugnis durchgeführt wird, insbesondere mittels Sensoren der Maschine. Somit kann ein konkretes Bearbeitungsergebnis überprüft und auf Grundlage dieser Information ein oder mehrere Eingangswerte geändert werden.

Nach dem Bearbeiten des Werkstücks kann ein Ist-Wert eines Materialverbrauchs, insbesondere des Verbrauchs eines Haftmittels und/oder eines Beschichtungsmaterials, an die Speichereinrichtung übergeben werden. Falls erforderlich, kann basierend hierauf eine Maßnahme eingeleitet werden, beispielsweise eine Nachbestellung des entsprechenden Materials in Auftrag gegeben werden.

Ferner wird ein Computerprogramm bereitgestellt, das mit einem Computer ausgeführt wird. Das Computerprogramm umfasst Steuerbefehle, die den Computer bei Ausführung des Computerprogramms veranlassen, das Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche auszuführen.

Ferner betrifft die Erfindung ein System zum Betrieb einer Maschine. Das System umfasst: eine Speichereinrichtung und eine Steuereinrichtung, eine Einrichtung zur Übergabe einer Vielzahl von Eingangswerten von einer Speichereinrichtung zu einer Steuereinrichtung der Maschine, wobei die Eingangswerte zumindest ein bei einer Bearbeitung eines Werkstücks verwendetes Material und/oder Werkzeug betreffen, wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist: (a) die Maschine für eine Bearbeitung auf Grundlage der Eingangswerte vorzubereiten, (b) Steuerbefehle zum Bearbeiten eines Werkstücks mit der vorbereiteten Maschine auszugeben, und (c) Eingangswerte auf Grundlage der Bearbeitung und/oder des Erzeugnisses zu ändern und an die Speichereinrichtung zu übergeben.

Die Speichereinrichtung kann eine global verfügbare Speichereinrichtung sein, insbesondere eine Cloud. Die Maschine kann eine internetfähige Schnittstelle aufweisen. Dies erleichtert die Möglichkeiten bei der Übergabe der Eingangswerte von der Speichereinrichtung zur Steuereinrichtung .

Ferner kann eine Prüfeinrichtung zur Überprüfung des Materials vorgesehen sein. Beispielsweise kann mittels der Prüfeinrichtung die Materialverfügbarkeit geprüft werden, um Stillstandzeiten zu vermeiden und einen fortlaufenden Prozess zu gewährleisten. In einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die Maschine eine Beschichtungsmaschine, bevorzugt Schmalflächen- Beschichtungsmaschine, ist. Beispielsweise werden mit einer solchen Beschichtungsmaschine plattenförmige Werkstücke aus Holz oder Holzwerkstoffen mit einem Beschichtungsmaterial versehen. Eine solche Maschine kann im Bereich der holzverarbeitenden Industrie zum Einsatz kommen.

Ferner kann das System Sensoren zur Qualitätsprüfung des von der Maschine gefertigten Erzeugnisses umfassen. Somit kann ein konkretes Bearbeitungsergebnis überprüft und auf Grundlage dieser Information ein oder mehrere Eingangswerte geändert werden.

Die Steuereinrichtung kann zur Durchführung eines oder mehrerer der nachfolgend genannten Schritte eingerichtet sein: Einstellen einer Verarbeitungstemperatur eines Haftmittels, Auswählen eines Beschichtungsmaterials, Einstellen der Maschine auf Grundlage des zu bearbeitenden Werkstücks, Einstellen und/oder Positionieren einer oder mehrerer Bearbeitungseinrichtungen. In den Schritt des Vorbereitens können die Eingangswerte sowie Randbedingungen der Maschine einbezogen werden.

Ferner kann ein Bearbeiten eines Werkstücks einen oder mehrere der nachfolgend genannten Schritte, der oder die durch die Steuereinrichtung initiiert wird/werden, umfassen: Erwärmen eines Beschichtungsmaterials und/oder Werkstücks, Aufträgen eines Haftmittels am Werkstück und/oder Beschichtungsmaterial, Erfassen eines zugeführten Beschichtungsmaterials, Andrücken eines Beschichtungsmaterials an ein Werkstück.

Kurze Beschreibung der Figur Fig. 1 zeigt einen schematischen Ablauf einer

Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens

Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Anhand der schematischen Figur wird ein Verfahrensablauf dargestellt, um ein Verfahren zum Betrieb einer Maschine, insbesondere einer Bearbeitungsmaschine zur Beschichtung einer Schmalfläche eines plattenförmigen Werkstücks, zu erläutern. Modifikationen bestimmter Schritte des Verfahrens können jeweils einzeln miteinander kombiniert werden, um weitere Ausführungsformen auszubilden. Obwohl die nachfolgende Beschreibung nicht einschränkend, sondern beispielhaft, zu verstehen ist, können Einzelmerkmale, insbesondere einzelne Verfahrensschritte oder deren Modifikationen, auch zur Spezifizierung der Erfindung herangezogen werden.

Das Verfahren wird anhand einer Ausführungsform beschrieben, im Zuge derer ein Beschichtungsmaterial an einer Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks aufgebracht wird. Es ist ersichtlich, dass auch andere Verfahren zum Be- oder Verarbeiten eines Werkstücks mit dem beschriebenen Verfahren durchgeführt werden können, beispielsweise die Beschichtung einer Breitseite eines Werkstücks, einem Fügen zweier oder mehrerer Werkstücke, Bedrucken einer Oberfläche eines Werkstücks oder dergleichen.

Ein solches plattenförmiges Werkstück kann Holz oder einen Holzwerkstoff umfassen. Beispielsweise handelt es sich um eine Vollholzplatte, Spanplatte, MDF-Platte, HDF-Platte oder dergleichen. Das an der Schmalseite anzubringende streifenförmige Beschichtungsmaterial ist beispielsweise ein Furnier oder ein Kunststoff-Beschichtungsmaterial. Zur Durchführung des Verfahrens wird eine Speichereinrichtung XI bereitgestellt, die eine global verfügbare Speichereinrichtung, wie eine Cloud, oder eine bei einem Hersteller lokal verfügbare Speichereinheit, sein kann.

In der Speichereinrichtung XI werden Konstruktionsdaten und/oder Fertigungsdaten gespeichert, mit denen das Erzeugnis beschrieben und/oder dessen Herstellung definiert wird. Ferner sind in der Speichereinrichtung XI materialspezifische Daten, bevorzugt bereitgestellt durch den Hersteller, sowie Maschinendaten der Maschine gespeichert. Insbesondere sind bezüglich des Ausgangswerkstücks Werkstückabmessungen, Daten zum Werkstückmaterial, Daten zum Beschichtungsmaterial, usw. in der Speichereinrichtung XI abgelegt.

Materialspezifische Daten von Werkstücken und von zu verarbeitenden Materialien, die in der Speichereinrichtung XI hinterlegt sind, können beispielsweise vom Hersteller oder Lieferanten eines bestimmten Werkstücks oder eines bestimmten Materials in der Speichereinrichtung XI hinterlegt werden. Auch können von den zu verarbeitenden Materialien ein Datensatz vom Nutzer der Bearbeitungsmaschine erstellt und in der Speichereinrichtung XI gespeichert werden.

Ferner sind Maschinendaten gespeichert, die die sogenannte Maschinenfähigkeit (Bearbeitungsmöglichkeiten einer bestimmten Bearbeitungsmaschine) sowie Verschleißwerte bestimmter Komponenten, wie beispielsweise der Stellantriebe, umfassen .

Aus diesen in der Speichereinrichtung XI vorliegenden Informationen fragt eine Steuereinrichtung X2 einer Bearbeitungsmaschine für einen Bearbeitungsvorgang die zur Fertigung erforderlichen Daten für die Vorbereitung der Maschine ab (Schritt Sl) . Das Vorbereiten der Maschine kann einen oder mehrere Teilschritte umfassen. Die Maschine ist gemäß dem Ausführungsbeispiel eine Beschichtungsmaschine zum Aufträgen eines Beschichtungsmaterials an einer Schmalseite eines Werkstücks. Eine solche Maschine kann ein Walzenauftragungssystem zur Verarbeitung von Schmelzklebstoffen aufweisen. Insbesondere trägt ein solches Walzenauftragssystem ein erhitztes, viskoses Haftmittel auf ein Werkstück auf. Ferner ist eine Andruckeinrichtung, insbesondere eine Andruckwalze, vorgesehen, mit der ein streifenförmiges Beschichtungsmaterial an eine mit Haftmittel versehene Schmalseite eines Werkstücks angedrückt wird.

Gemäß einer anderen Ausführungsform ist die Beschichtungsmaschine zum Aufbringen eines bereits mit einem Haftmittel oder haftbar machenden Mittel versehenen Beschichtungsmaterials vorgesehen, so dass das Walzenauftragssystem entfallen kann.

Im Ausführungsbeispiel, im Zuge dessen ein Beschichtungsmaterial an einer Schmalseite eines Werkstücks aufgebracht werden soll, betrifft dies Daten zum Haftmittel, zum Beschichtungsmaterial, zum Werkstück, zur Kompensation bestimmter Bearbeitungswerkzeuge und/oder Umgebungseinflüsse. Anhand der Informationen, die der Steuereinrichtung X2 zugeführt werden, kann in einem ersten Schritt die Bearbeitungsmaschine für einen Fertigungsvorgang vorbereitet werden, indem eine Einstellung für eine bestimmte Haftmittelart abgefragt und daraus die Verarbeitungstemperatur abgeleitet wird. Dies bedeutet, dass der Leimbehälter auf eine bestimmte Temperatur vorgewärmt wird (Schritt Sl-1), und zwar unter Einbeziehung der konkreten Haftmittelart.

Ferner wird die Bearbeitungsmaschine auf ein bestimmtes Beschichtungsmaterial umgerüstet, wobei hierfür die Dicke des Beschichtungsmaterials sowie die Höhe des Beschichtungsmaterials einbezogen werden, um Einstellungen im Bereich der Andruckzone vorzunehmen (Schritt Sl-2) . Ein Umrüsten des Beschichtungsmaterials kann erfolgen, indem

Anhand der Werkstückinformationen, insbesondere der Werkstoffart und/oder Zusammensetzung, kann die Maschine auf das konkret zu verarbeitende Werkstück gerüstet werden, wobei hierfür aus der Angabe des Materials der Werkstücks (beispielsweise HDF, MDF, usw. ) , der Art des Werkstücks (massiv, Spanplatte, usw.) sowie der Werkstückdicke der Porositätsgrad, die Dichte, die Werkstücktemperatur und die Werkstückdicke abgeleitet werden (Schritt Sl-3) .

Ferner werden bekannte Verschleißwerte kompensiert (Schritt Sl-4), indem beispielsweise unter Einberechnung des Verschleißes eine exakte Position eines bestimmten Stellantriebs gewählt oder, falls der Verschleißwert eines bestimmten Stellmotors einen maximalen Verschleißwert übersteigt, eine Wartung angefordert wird (Schritt Sl-4) .

Auch kann eine Kompensation von Umgebungseinflüssen, wie der Umgebungstemperatur, zur Wahl der Position unter Berücksichtigung des Wärmeausdehnungskoeffizienten eines Stellantriebs und/oder der Kompensation einer Längenänderung vorgenommen werden (Schritt Sl-5) .

Nachdem die Bearbeitungsmaschine anhand eines oder mehrerer der Schritte Sl-1 bis Sl-5 für einen Bearbeitungsvorgang vorbereitet wurde, wird die Materialverfügbarkeit geprüft und ein für einen konkreten Fertigungsauftrag erforderlicher Verbrauch des zu verarbeitenden Materials berechnet.

Zum Vorbereiten eines Bearbeitungsvorgangs wird ausgehend von den genannten Prüfungsschritten ferner eine Materialzufuhr für ein konkretes Beschichtungsmaterial vorgewählt (Schritt S2 ) . Nunmehr befindet sich die Bearbeitungsmaschine in einem betriebsbereiten Zustand und die Fertigung kann gestartet werden. Ein Fertigungsvorgang (Schritt S3) umfasst dabei üblicherweise mehrere Teilschritte.

Zu Beginn der Fertigung wird der Vorschub gestartet und anhand vorgegebener Verarbeitungstemperaturen eine bestimmte Heiztemperatur zur Erwärmung des Beschichtungsmaterial und/oder des Werkstücks eingestellt (Schritt S3-1) .

Ferner wird ein zu verarbeitendes und in den Bearbeitungsbereich einlaufendes Werkstück erfasst, wobei insbesondere die Beschaffenheit der Oberflächen der zu beschichtenden Schmalseite, Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und/oder mögliche Abweichungen von einer planen Ebene der Schmalfläche ermittelt werden. Hierzu wird insbesondere ein fotooptischer Sensor verwendet, der die Porosität der zu beschichtenden Oberfläche und ggf. des Volumens der offenen Poren ermittelt.

Basierend auf diesen Informationen wird der Haftmittelauftrag ggf. justiert und nachfolgend initiiert (Schritt S3-2), so dass ein Haftmittelauftrag an die Art und Beschaffenheit der erfassten Oberfläche abgestimmt ist. Ferner kann eine bestimmte Anpresskraft einer Andruckrolle zum Andrücken des Beschichtungsmaterials an der Schmalseite des Werkstücks eingestellt werden.

In einem weiteren Teilschritte des Fertigungsvorgangs wird das am Werkstück aufzubringendes Beschichtungsmaterial erfasst (S3-3), wobei insbesondere die tatsächliche Dicke des Beschichtungsmaterials ermittelt wird. Unter Einbeziehung dieser Daten kann eine Kantendickenkompensation in der Bearbeitungsmaschine durchgeführt werden.

Eine Kantendickenkompensation kann durch Verstellung der Andruckrolle und weiterer, nachgelagerter Bearbeitungswerkzeuge erfolgen. Beispielsweise wird ein Profilfräsers zur Bearbeitung des mit dem Beschichtungsmaterial versehenen Werkstücks auf der Grundlage der ermittelten Dicke des Beschichtungsmaterials verstellt.

Als weiteren Schritt bei der Fertigung wird nunmehr das Beschichtungsmaterial an einer Schmalfläche eines plattenförmigen Werkstücks aufgebracht. Hierfür wird die Temperatur sowie die Position des Beschichtungsmaterials bei der Zuführung, ggf. auch der Verschmutzungsgrad einer Leimauftragswalze, ermittelt, sodass die Energieeinbringung, und die Kantenposition, justiert werden können (Schritt S3-

4) .

Nachdem das Beschichtungsmaterial am Werkstück aufgebracht wurde, findet innerhalb der Bearbeitungsmaschine oder in einer nachgeordneten Station eine Qualitätsüberwachung statt. Hierfür wird insbesondere die Fugenqualität bewertet, die angibt, ob zwischen dem Beschichtungsmaterial und dem Werkstück im Randbereich des Beschichtungsmaterials die Haftmittelfuge erkennbar ist. Aus der Qualitätsüberwachung wird abgeleitet, dass die Bearbeitung innerhalb eines definierten Qualitätsniveaus liegt, oder nicht (Schritt S3-

5) .

Im Rahmen der Qualitätsüberwachung wird insbesondere die Qualität der Haftmittelfuge geprüft. Die Haftmittelfuge soll für den Betrachter des Erzeugnisses möglichst wenig sichtbar sein. Dies erfordert einen kontinuierlichen und gleichmäßen Auftrag des Haftmittels an der Schmalseite des Werkstücks.

Somit werden aus den einzelnen Schritten bei der Fertigung eines Werkstücks, insbesondere der Vorbereitung der Maschine, dem Prüfen des aufzubringenden Beschichtungsmaterials und dem eigentlichen Fertigungsvorgang, eine Vielzahl von Informationen aufgenommen und hieraus Maßnahmen zur Einstellung der Maschine abgeleitet. Die Maßnahmen werden durch bestimmte Eingangswerte bestimmt, die Einstellung an einer bestimmten Bearbeitungsmaschine bedeuten.

Diese Eingangswerte werden dokumentiert und als ein oder mehrere Datensätze an die Speichereinrichtung XI übermittelt. Handelt es sich bei der Speichereinrichtung XI um eine global verfügbare Steuereinrichtung, so können Informationen von unterschiedlichen Bearbeitungsmaschinen unterschiedlicher Anwender zusammengefasst und gespeichert werden.

Die Speichereinrichtung XI verfügt somit über die Möglichkeit, anhand der rückgeführten Datensätze Änderungen an den gespeicherten Eingangswerten vorzunehmen und diese an bestimmte Randbedingungen anzupassen. Ferner ist es möglich, Parameter durch maschinelles Lernen weiter zu verfeinern und somit eine verbesserte Datenbasis bereitzustellen.