Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND SYSTEM FOR PROCESSING CONCRETE GRANULES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/228979
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention comprises a method and a system (1) for processing concrete granules (2) for the subsequent recycling of the concrete granules. In the method, a container (4) of the system (1) is filled with concrete granules (2), said container being gas-tight at least in some regions. Subsequently, gas comprising CO2 is fed, continuously or noncontinuously, according to a level of CO2 absorption by the concrete granules (2) in the container (4), said level being determined by means of at least one sensor (8, 9, 19). After a predefined CO2 saturation of the concrete granules (2) has been detected, the concrete granules (2), which have been enriched with CO2, are removed.

Inventors:
GUTKNECHT VALENTIN (CH)
MAZZOTTI MARCO (CH)
TIEFENTHALER JOHANNES (CH)
Application Number:
PCT/EP2021/062696
Publication Date:
November 18, 2021
Filing Date:
May 12, 2021
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
ETH ZUERICH (CH)
NEUSTARK AG (CH)
International Classes:
B28B11/24; B28C7/00; C04B18/16
Foreign References:
EP3581257A12019-12-18
DE102018123115A12020-03-26
KR100970431B12010-07-15
FR3081863A12019-12-06
US20070154380A12007-07-05
Other References:
ZHAN BAOJIAN ET AL: "Experimental study on CO2curing for enhancement of recycled aggregate properties", CONSTRUCTION AND BUILDING MATERIALS, ELSEVIER, NETHERLANDS, vol. 67, 26 September 2013 (2013-09-26), pages 3 - 7, XP029016617, ISSN: 0950-0618, DOI: 10.1016/J.CONBUILDMAT.2013.09.008
SEIDEMANN M ET AL: "CO2 - Einbindung in Betonrezyklaten", 1 September 2013 (2013-09-01), pages 1 - 10, XP009523819, Retrieved from the Internet
MARKO SEIDEMANN ET AL: "Weiterentwicklung der Karbonatisierung von rezyklierten Zuschlägen aus Altbeton (2. Phase: Prozessoptimierung im Labormaßstab und Technologieentwurf)", 30 November 2015 (2015-11-30), pages 1 - 99, XP009523820, Retrieved from the Internet
LIU L ET AL: "DEVELOPMENT OF A CO2 SOLIDIFICATION METHOD FOR RECYCLING AUTOCLAVED LIGHTWEIGHT CONCRETE WASTE", JOURNAL OF MATERIALS SCIENCE LETTERS, CHAPMAN AND HALL LTD. LONDON, GB, vol. 20, no. 19, 1 October 2001 (2001-10-01), pages 1791 - 1794, XP001242122, ISSN: 0261-8028, DOI: 10.1023/A:1012591318077
ZHAN BAO JIAN ET AL: "Materials characteristics affecting CO2curing of concrete blocks containing recycled aggregates", CEMENT AND CONCRETE COMPOSITES, ELSEVIER APPLIED SCIENCE, BARKING, GB, vol. 67, 2 January 2016 (2016-01-02), pages 50 - 59, XP029409404, ISSN: 0958-9465, DOI: 10.1016/J.CEMCONCOMP.2015.12.003
Attorney, Agent or Firm:
RENTSCH PARTNER AG (CH)
Download PDF:
Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1 . Verfahren zum Aufbereiten von Betongranulat für das anschliessende Recy celn des Betongranulats, umfassend die folgenden Verfahrensschritte: a. Befüllen eines zumindest bereichsweise gasdichten Behälters (4) mit Betongranulat (2); b. Zufuhr eines Volumenstroms an Gas umfassend C02 in den Behälter (4) in Abhängigkeit eines über mindestens einen Sensor (8, 9) be stimmten Masses einer erfolgten C02-Absorption durch das Beton granulat (2) im Behälter (4); c. Feststellen, ob eine vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats (2) erreicht ist, und anderenfalls Fortführung von Verfahrensschritt b; d. Entnahme des mit C02 angereicherten Betongranulats (2).

2. Verfahren gemäss Patentanspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das in den Behälter (4) zugeführte Gas 95% bis 100% C02, insbesondere erneu erbares C02, umfasst. 3. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der erfolgten C02-Absorption über eine Mes sung eines Druckes und/oder einer C02-Konzentration durch den mindes tens einen Sensor (8, 9, 10) bestimmt wird. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das

Mass der erfolgten C02-Absorption zusätzlich eine gemessene Temperatur und/oder ein gemessenes Gewicht und/oder eine gemessene relative Feuchte im Behälter (4) berücksichtigt.

5. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch ge- kennzeichnet, dass der zugeführte Volumenstrom an Gas reduziert oder zeit weise unterbrochen wird, wenn ein gewünschter Füllstand ( 16) des Behälters (4) mit dem Gas und/oder eine vorgegebene C02-Konzentration im Behäl ter, insbesondere eine Konzentration über 95% C02, erreicht ist.

6. Verfahren gemäss Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der re duzierte oder zeitweise unterbrochene Volumenstrom an Gas umfassend

C02 das durch das im Behälter angeordnete Betongranulat bereits absor bierte C02 ausgleicht.

7. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats (2) vorliegt, wenn die Änderung des Masses der erfolgten C02-Absorption in ei nem vorgegebenen Zeitintervall einen Grenzwert unterschreitet.

8. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Erreichen der vorgegebenen C02-Sättigung überschüssiges Gas aus dem Behälter (4) in einen Auffangbehälter ( 1 2) ge führt wird, der mit weiteren Betongranulat (2) gefüllt ist, welches das über schüssige Gas zumindest teilweise absorbiert, insbesondere vollständig ab sorbiert.

9. Verfahren gemäss Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Auffangbehälter ( 1 2) die Verfahrensschritte b bis d gemäss Patentanspruch

1 wiederholt werden.

10. Anlage ( 1 ) zum Aufbereiten von Betongranulat (2) für das anschliessende Recyceln des Betongranulats (2), umfassend a. einen zumindest bereichsweise gasdichten Behälter (4) mit i. mindestens einer Öffnung ( 19, 20) zur Aufnahme und/oder

Entnahme des Betongranulats (2), und ii. einen Einlass (5) zur Zuführung eines Gases umfassend C02 in den Behälter (4), welcher über eine Zuleitung (6) mit einem Speichertank (3) fluidisch wirkverbindbar ist, und b. ein Einlassventil (7) zur Kontrolle eines zugeführten Volumenstroms des Gases in den Behälter (4); c. mindestens einen Sensor (8, 9, 10) zur Bestimmung eines Masses der erfolgten C02-Absorption durch das Betongranulat (2) im Be- hälter (4); und d. eine Kontrollein heit ( 1 1 ), welche mit dem mindestens einen Sensor (8, 9, 10) und dem Einlassventil (7) wirkverbunden ist und welche dazu ausgelegt ist, den zugeführten Volumenstrom über das Einlass ventil (7) zu kontrollieren. Anlage ( 1 ) gemäss Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontrolleinheit ( 1 1 ) dazu ausgelegt, ist, automatisiert die folgende Schritt folge ausführen: a. Zufuhr des Volumenstroms an Gas umfassend C02 in den Behälter (4) in Abhängigkeit des über mindestens einen Sensor (8, 9) be- stimmten Masses einer erfolgten C02-Absorption durch das Beton granulat (2) im Behälter (4); b. Feststellen, ob eine vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats

(2) erreicht ist. 12. Anlage ( 1 ) gemäss einem der Patentansprüche 10 oder 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor (8, 9) im Behälter (4) angeordnet ist und ein Drucksensor (9) zur Messung eines Druckes und/oder ein Konzent rationssensor (8) zur Messung einer C02-Konzentration ist. 13. Anlage ( 1 ) gemäss Patentanspruch 1 2, dadurch gekennzeichnet, dass meh rere Konzentrationssensoren (8) im Behälter (4) in Richtung der Schwerkraft übereinander angeordnet sind.

14. Anlage ( 1 ) gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche 10 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Einlass (5) mehrere Gaseinlassdüsen (1 5) umfasst, welche matrizenartig in einem Aufnahmeraum des Behälters (4) und/oder an mindestens einer Seitenwand des Behälters (4) und/oder an ei nem Boden des Behälters (4) angeordnet sind.

15. Anlage ( 1 ) gemäss einem der vorangehenden Patentansprüche 10 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage ( 1 ) einen Auffangbehälter ( 12) zur Aufnahme von weiteren Betongranulat (2) umfasst, welcher über eine Ablei tung ( 14) des Behälters (4) mit diesem fluidisch wirkverbindbar ist.

16. Betongranulat (2) hergestellt gemäss einem der Ansprüche 1 - 9, wobei das Betongranulat eine C02-Sättigung von mindestens 5kg C02 pro 1000kg aufweist.

17. Beton umfassend Betongranulat (2) gemäss Anspruch 16.

Description:
Verfahren und Anlage zum Aufbereiten von Betongranulat

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Anlage zum Aufberei ten von Betongranulat für das anschliessende Recyceln des Betongranulats. Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren sowie eine Anlage zum Anreichern von Betongranulat mit C02. Ferner betrifft die Erfindung ein gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren herstellbares Betongranulat sowie einen Be ton.

Für die Betonherstellung ist neben Kies und Sand vor allem Zement von zentraler Bedeutung. Die Herstellung von Zement setzt jedoch nicht nur erhebliche Treib- hausgasemissionen frei, sie ist auch ein wesentlicher Kostenfaktor in der Betoner zeugung. Heute schon nimmt das Recyceln von Beton einen wichtigen Stellenwert ein, wenn es darum geht, die Ressource Kies und Sand zu schonen. Allerdings kann durch herkömmliche Recyclingverfahren weder Zement wiedergewonnen noch Treibhausgasemissionen rückgängig gemacht oder vermieden werden. Das her- kömmliche Recyceln erfolgt in der Regel durch den Rückbau abrissbereiter Häuser oder anderer Betonkörper. Der Abrissbeton wird anschliessend zu Betongranulat zerkleinert, das z.B. als Kiesersatz bei der Herstellung von neuen Beton dienen kann. Unter der Zugabe von neuem Zement entsteht Recyclingbeton. Dieser her kömmliche Recyclingbeton weist jedoch in der Regel verminderte mechanische Ei- genschaften im Vergleich zu dem primären Beton auf. Unter primären Beton wird nicht-recycelter Beton verstanden. Daher wird in der Regel in dem herkömmlich recycelten Beton wiederum der Zementgehalt um 10 % erhöht, um recycelten Be ton in einer ähnlichen Qualität, wie die des primären Betons zu erhalten. Weiterhin kann das aus dem Abrissbeton gewonnene Betongranulat lose in einem ungebun denen Zustand, z.B. als Strassenbaumaterial, verwendet werden. Die Anwendung ist jedoch stark begrenzt, da herstellungsbedingt im Beton toxische Metalle enthal ten sind, welche insbesondere im losen (ungebundenen) Zustand des aus dem Stand der Technik bekannten Betongranulats durch Regenwasser gelöst werden können und so das Grundwasser verunreinigen können. Aus den genannten Grün den gewinnt man durch heutiges Betonrecycling allenfalls minderwertigen Kieser- satz; allerdings lässt sich durch diese Rückgewinnung weder die Treibhausgasemis sionen des Betons senken noch lässt sich das Betongranulat bedenkenlos lose ver wenden.

Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin ein verbessertes Verfahren sowie eine Anlage zum Aufbereiten von Betongranulat für das anschliessende Recyceln des Betongranulats bereitzustellen. Vorzugsweise werden dabei insbesondere die zu vor genannten Probleme bekannter Recyclingverfahren zumindest teilweise beho ben.

Zum Aufbereiten von Betongranulat für das anschliessende Recyceln des Beton granulats kann dieses mit Kohlenstoffdioxid (folgend als C02 abgekürzt) behan- delt werden. Im Vergleich zu einem recycelten Referenzbeton (umfassend Zement, Kies, Sand und nicht angereichertes Betongranulat) mit einem angereicherten Be ton mit im Wesentlichen gleicher Zusammensetzung kann der angereicherte Beton (umfassend Zement, Kies, Sand und mit C02 angereichertes Betongranulat) eine höhere Druckfestigkeit bei im Wesentlichen gleichbleibenden Ausbreitmass auf weisen. Letzteres ist eine Kenngrösse für die Konsistenz von Frischbeton. Ebenfalls kann bei einer entsprechenden Reduzierung des Zementanteils des angereicherten Betons im Vergleich zu dem Referenzbeton mit unveränderter Zusammensetzung eine gleiche Druckfestigkeit erzielt werden.

Diese Zusammenhänge können in den folgenden Tabellen nachvollzogen werden. Diese stellen Zusammensetzungen (Tabelle 1 ) und Messergebnisse (Tabelle 2) von einem Referenzbeton und verschiedenen Versuchsbetonen dar. Der Referenzbeton umfasst hierbei herkömmliches Betongranulat, welches nicht mit C02 angereichert ist. Das Betongranulat der Versuchsbetone ist hingegen mit C02 angereichert. Die Druckfestigkeit wurde gemäss der Norm SN EN 206: 2013 + A1 :2016 und gemäss dem SIA Merkblatt '2030 Recyclingbeton' bestimmt. Das Ausbreitmass wurde ge mäss der Norm SN EN 1 2350-5: 2019 bestimmt.

Tabelle 1

Ta seile 2

Der angereicherte Beton mit entsprechend reduzierten Zementanteil (z.B. Ver suchsbeton 3) weist somit deutlich reduzierte Treibhausgasemissionen auf. Bei- spielsweise können bei einer Zementreduktion von 10% die Emissionen der Beton herstellung um ca. 8.5% gesenkt werden. Andererseits können bereits vorhandene C02 Emissionen während des Verfahrens an das Betongranulat gebunden und so mit reduziert werden. Beispielsweise können durchschnittlich bei 10 kg C02 pro 1000kg Betongranulat die Emissionen im Schnitt um weitere 4 % gesenkt werden Unter idealen Voraussetzungen kann die Technologie die C02 Emissionen der Her stellung von Recyclingbeton somit um ca. 12,5 % senken.

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass der angereicherte Beton einen höheren Karbo- natisierungswiderstand aufweist. Der Karbonatisierungswiderstand ist hierbei ein entscheidender Faktor für die Korrosion einer im Beton vergossenen Bewehrung und auftretenden Schäden im Betonbau. Ebenso kann die Anreicherung des Beton granulats mit C02 dazu führen, dass die oben erwähnten toxischen Metalle besser gebunden werden und dessen ungewolltes Entweichen in die Umwelt deutlich re duziert werden kann. Dies erweitert die Anwendungsmöglichkeiten des losen Be tongranulats.

Ein anspruchsgemässes Verfahren zum Aufbereiten, insbesondere zum Anreichern mit C02, von Betongranulat für das anschliessende Recyceln umfasst die folgenden Verfahrensschritte: Befüllen eines zumindest bereichsweise gasdichten Behälters mit Betongranulat. Zufuhr eines Volumenstroms an Gas umfassend C02 in Abhän gigkeit eines über mindestens einen Sensor bestimmten Masses einer erfolgten C02-Absorption durch das Betongranulat im Behälter. Die Zufuhr des Gases kann hierbei kontinuierlich oder nicht kontinuierlich erfolgen. Feststellen, ob eine vorge gebene C02-Sättigung des Betongranulats erreicht ist, und anderenfalls Fortfüh rung des vorherigen Verfahrensschritts betreffend die Zufuhr des Gases. Sollte noch keine vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats vorliegen, kann das Gas je nach Anwendung kontinuierlich oder nicht-kontinuierlich zugeführt werden bis diese erreicht wird. Ferner umfasst das Verfahren die Entnahme des mit C02 angereicherten Betongranulats aus dem Behälter. Nach der Entnahme des Beton granulats kann dieses in einem weiteren Verfahrensschritt zur Herstellung von re cycelten (angereicherten) Beton umfassend das mit C02 angereicherte Betongra nulat verwendet werden. Hierzu kann das mit C02 angereicherte Betongranulat mit Zement, Wasser, Sand und Kies zu Beton verarbeitet werden. Unter einer C02-Absorption des Betongranulats wird verstanden, dass das C02 in das Betongranulat diffundiert und eine chemische Reaktion eingeht. Für diesen Ab sorptionsprozess muss kein zusätzliches Wasser, insbesondere in flüssiger Form, in den Behälter dazugegeben werden. Das Betongranulat umfasst Poren, in welche das C02 diffundieren kann. In den Poren kann Wasser vorhanden sein, auch Po renwasser genannt, mit welchem das C02 eine chemische Reaktion eingeht. Das Porenwasser steht mit den Zementphasen des Betongranulats in einem Phasen gleichgewicht und umfasst Kalziumionen. Wenn C02 (chemisch) absorbiert wird entstehen Karbonat- und Bikarbonationen. Die entstehende Porenlösung wird so in Bezug auf Kalziumkarbonat (CaC03), respektive deren polymorphe Minerale Kalzit, Argonot und Veterit, übersättigt und die Poren ausgefüllt.

Das Betongranulat kann je nach Zusammensetzung jedoch nur eine bestimmte Menge an C02 aufnehmen. Diese maximale C02-Sättigung kann je nach Zusam mensetzung zwischen 30 - 45 kg C02 pro 1000 kg Betongranulat liegen. Das vorliegende Verfahren kann (zumindest annähernd) bis zu der jeweiligen maxima len C02-Sättigung des Betongranulats im Behälter durchgeführt werden. Wenn beispielsweise pro Ausgangsvolumen an Gas keine Änderung der C02-Konzentra- tion und/oder Änderung des Druckes mehr festgestellt werden kann, ist die maxi male C02-Sättigung des Betongranulats erreicht. Jedoch kann das Verfahren auch vorher beim Erreichen einer vorgegebenen C02-Sättigung unterhalb der maxima len C02-Sättigung abgebrochen werden. Die vorgegebene C02-Sättigung des Be tongranulats kann zwischen 5% und 100% der maximalen C02-Sättigung liegen. Jedoch können hohe Sättigungswerte nur bei ausreichend langer Begasung mit C02 erreicht werden und benötigt entsprechend grössere Mengen an C02. Gute Materialeigenschaften können jedoch bereits bei einer vorgegebenen C02-Sätti- gung zwischen 5kg C02 pro 1000kg bis 1 5kg C02 pro 1000kg erreicht werden. Dies entspricht einer vorgegebenen C02-Sättigung von etwa 10% bis 50% der maximalen C02-Sättigung.

Die Menge des absorbierten C02 im Betongranulat nimmt in der Regel exponentiell über die Zeit ab bis die maximale C02-Sättigung erreicht ist. Die vorgegebene C02- Sättigung kann beispielsweise als erreicht betrachtet werden, wenn über ein be- stimmtes Zeitintervall die Änderung des Masses der C02-Absorption kleiner ist als ein vorgegebener Grenzwert. Alternativ oder zusätzlich kann zur Feststellung der vorgegebenen C02-Sättigung beispielsweise das über den mindestens einen Sen sor bestimmte Mass der erfolgten C02-Absorption über die Zeit aufgetragen und extrapoliert werden. Über die Extrapolation kann ein (theoretischer) Grenzwert des Masses der erfolgten C02-Absorption bestimmt werden, welcher der maximalen C02-Sättigung des Betongranulats im Behälter entspricht. Bei Erreichen eines vor gegebenen Prozentsatzes dieses Grenzwertes (respektive der vorgegebenen C02- Sättigung) kann die Gaszufuhr beendet werden.

Die Zufuhr des Gases in den Behälter, respektive eine Einstellung des zugeführten Volumenstroms in den Behälter, kann über eine Verstellung eines Einlassventils vorgenommen werden. Das Einlassventil kann in der Zuleitung des Behälters ange ordnet sein. Die Einstellung des Einlassventils, respektive des Volumenstroms, in Abhängigkeit des Masses der erfolgten C02-Absorption erfolgt durch eine Kon- trolleinheit, welche mit dem mindestens einen Sensor, sowie dem Einlassventil wirkverbunden ist. Mit Vorteil gleicht der zugeführte Volumenstrom an Gas (nach einer initialen Befüllung des Behälters) hierbei das bereits absorbierte C02 aus. Auf diese Weise liegt im Behälter eine möglichst gleichbleibende C02-Konzentration vor. Dies hat den Vorteil, dass bei höherer C02-Konzentration und gleichmässiger Verteilung von C02 im Behälter das Verfahren einerseits schneller verläuft und an dererseits eine gleichmässige Anreicherung von C02 in dem Betongranulat erzielt werden kann. Die Kontrolleinheit kann hierbei aus der bekannten Zusammensei zung des Gases, respektive dem C02 Gehalt des Gases, sowie aus dem bekannten zugeführten Volumenstrom durch das Einlassventil eine theoretisch im Behälter vorhandene Menge an C02 bestimmen, welche ohne Absorption von C02 vorläge. Ebenso kann ein theoretischer Druck im Behälter bestimmt werden. Das Einlass ventil kann hierzu ein Durchflusssensor zur Bestimmung des durch das Einlassventil durchgeführten Volumenstroms umfassen, oder ein Durchflusssensor kann dem Einlassventil vor-oder nachgeschaltet sein. Alternativ oder ergänzend kann zur Ver wendung des Durchflusssensors der durchgeführte Volumenstrom in Abhängigkeit der Einstellung des Einlassventils als Datensatz in einer Kontrolleinheit hinterlegt sein. Die Zufuhr des Gases kann zumindest vorübergehend unterbrochen werden (nicht-kontinuierliche Zufuhr des Gases). Dies kann durch wiederholtes Durchfüh ren der folgenden Schrittfolge geschehen: Öffnen des mit dem Behälter fluidisch wirkverbundenen Einlassventils, Zufuhr des Gases umfassend C02 in den Behälter und Schliessen des Einlassventils. Bei geschlossenem Einlassventil kann das Mass der erfolgten C02-Absorption besonders einfach bestimmt werden. Der bei geöff neten Einlassventil zugeführte Volumenstrom an Gas gleicht mit Vorteil das zwi- schenzeitlich (während des geschlossenen Einlassventils) absorbierte C02 aus. Diese nicht-kontinuierliche Begasung kann so lange fortgeführt werden, bis die vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats erreicht ist. Eine nicht-kontinuier liche Zufuhr des Gases eignet sich besonders bei Behältern, welche (während der Begasung) bereichsweise offen zur Umwelt beziehungsweise Umgebungsluft sind Ein solcher Behälter kann insbesondere nach oben offen sein.

Alternativ zu der nicht-kontinuierlichen Begasung kann der Volumenstrom in Ab hängigkeit des Masses der erfolgten C02-Absorption über die Dauer der Begasung kontinuierlich angepasst werden (kontinuierliche Zufuhr des Gases). Mit Vorteil gleicht der zugeführte Volumenstrom an Gas hierbei das bereits absorbierte C02 aus. Bei einer exponentiell über die Zeit abnehmenden Absorption von C02 kann der zugeführte Volumenstrom so eingestellt werden, dass dieser entsprechend ex ponentiell abnimmt.

Eine (initiale) Befüllung des Behälters mit dem Gas kann durchgeführt werden, bis ein gewünschter Füllstand des Behälters mit dem Gas erreicht ist. Alternativ oder in Ergänzung kann die (initiale) Befüllung des Behälters durchgeführt werden, bis im Behälter eine vorgegebene C02-Konzentration, insbesondere eine Konzentration von über 95% C02, vorliegt. Nach der initialen Befüllung kann der Volumenstrom reduziert werden (weitere kontinuierliche Zufuhr) oder zwischenzeitlich unterbro chen werden (nicht-kontinuierliche Zufuhr). Hierbei kann der weiter zugeführte Volumenstrom, wie bereits beschrieben, derart kontrolliert werden, dass das im Behälter absorbierte C02 ausgeglichen wird. Zur Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Absorption durch das Betongra nulat kann mindestens ein Sensor im Behälter angeordnet sein, respektive mit die sem fluidisch wirkverbunden sein. Der mindestens eine Sensor kann beispielsweise ein C02-Konzentrationssensor zur Messung der C02-Konzentration im Behälter sein. Aus der zugeführten Menge an C02 (und ggf. einer gemessenen Menge an abgeführten C02) kann eine theoretische Menge an C02 im Behälter (ohne Ab sorption) bestimmt werden. Das Mass für die Absorption kann somit aus der Dif ferenz der theoretischen Menge an C02 und der tatsächlichen (gemessenen) Menge an C02 über den Konzentrationssensor im Behälter bestimmt werden. Wie oben beschrieben kann die vorgegebene C02-Sättigung beispielsweise erreicht sein, wenn über ein bestimmtes Zeitintervall die Differenz der theoretischen Menge an C02 und der tatsächlichen Menge an C02 im Behälter kleiner ist als ein vorge gebener Grenzwert. Alternativ kann die vorgegebene C02-Sättigung erreicht sein, bzw. die Begasung abgebrochen werden, wenn ein Grenzwert für die oben be schriebene Differenz über die gesamte bisherige Verfahrensdauer erreicht wurde. Wiederum alternativ kann die vorgegebene C02-Sättigung erreicht sein, wenn ein durch Extrapolation bestimmter theoretischer Grenzwert des Masses der C02-Ab- sorption erreicht ist. Die Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Absorption über die Messung der C02-Konzentration ist besonders geeignet bei nicht gasdicht verschliessbaren Behältern.

Alternativ oder ergänzend zu einem C02-Konzentrationssensor kann ein Mass der erfolgten C02-Absorption durch das Betongranulat ebenfalls durch eine Messung des Druckes bestimmt werden. Der Druck eines vorgegebenen Volumens an Gas umfassend C02 sinkt, wenn das C02 mit dem Betongranulat in Kontakt tritt und C02 absorbiert wird. D.h. die Differenz eines theoretischen Druckes, welcher im Behälter ohne Absorption vorliegen müsste, und den tatsächlich im Behälter ge messenen Druckes kann als Mass der erfolgten C02-Absorption herangezogen werden. Der theoretische Druck kann über das bekannte Behältervolumen, sowie dem zugeführten (und optional einem abgeführten) Volumenstrom zumindest an nähernd bestimmt werden. Die Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Ab- sorption über die Messung des Druckes eignet sich besonders für einen gasdicht verschliessbaren Behälter, insbesondere bei einer nicht-kontinuierlichen Zufuhr an Gas in den Behälter. Wie oben beschrieben kann die vorgegebene C02-Sättigung beispielsweise erreicht sein, wenn über ein bestimmtes Zeitintervall die Änderung des Druckes kleiner ist als ein vorgegebener Grenzwert oder ein bestimmter theo retischer Grenzwert des Masses der erfolgten C02-Absorption erreicht wurde.

Ergänzend kann die Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Absorption zu- sätzlich eine gemessene Temperatur berücksichtigen. Da bei der chemischen Reak tion Hitze freigesetzt wird, kann diese Temperaturänderung ebenfalls auf den Druck Einfluss nehmen. Durch eine ergänzende Temperaturmessung kann der Ein fluss der Temperaturänderung auf den theoretischen Druck berücksichtig werden. Eine ergänzende Temperaturmessung kann ebenfalls bei der Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Absorption über die Messung der C02-Konzentration berücksichtigt werden.

Alternativ oder ergänzend kann die Bestimmung des Masses der erfolgten C02- Absorption zusätzlich ein gemessenes Gewicht berücksichtigen. Hierzu kann min destens ein Sensor eine mit dem Behälter und der Kontrolleinheit wirkverbundene Waage beziehungsweise Wägezelle sein. Beispielsweise kann über das vor der Be- gasung gemessene Gewicht des Betongranulats das zur Verfügung stehende Vo lumen im Behälter für die Begasung zumindest annähernd bestimmt werden. Die ses kann z.B. in die Bestimmung des theoretischen Druckes einfliessen. Weiterhin kann die Gewichtsdifferenz des Betongranulats vor der Begasung und des mit C02 angereicherte Betongranulat nach der Begasung bestimmt werden. Diese gibt Rückschluss über die konkret absorbierte Menge an C02. Diese Informationen können beispielsweise von Unternehmen für C02 Zertifikate, auch Emissionszerti fikate genannt, genutzt werden um mit diesen zu handeln.

Je nach Ausführung kann ergänzend die relative Feuchte im Behälter gemessen werden, da bei der Absorption von C02 gasförmiges Wasserfreigesetzt wird. Wäh- rend das zugeführte Gas eine relative Feuchte von weniger als 1 % aufweisen kann, kann im Behälter bei Erreichen der maximalen C02-Sättigung eine relative Feuchte von 50 % - 95 % vorliegen. Die Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Ab- sorption kann somit zusätzlich die gemessene relative Feuchte berücksichtigen.

Wie bereits beschrieben, kann die Bestimmung des Masses der erfolgten C02-Ab- sorption durch die Messungen des Druckes und/oder der C02-Konzentration durch eine Messung des Gewichtes und/oder der Temperatur und/oder der relati ven Feuchte genauer bestimmt werden. Beispielsweise können die gemessenen und/oder bekannten Werte über physikalische Zusammenhänge, wie z.B. die ide ale Gasgleichung und Massenerhaltungssätze, miteinander in Relation gebracht werden. Dies ermöglicht eine genauere und umfänglichere Überwachung der er- folgten C02-Absorption.

Je nach Zusammensetzung kann das in den Behälter zugeführte Gas neben C02 ebenfalls gasförmiges Wasser und/oder Stickstoff und/oder Sauerstoff umfassen. Das in den Behälter zuzuführende Gas kann vor seiner Zuführung in den Behälter in einem Speichertank als Flüssigkeit und/oder als Gas gespeichert sein. Mit Vorteil umfasst das Gas 95 % bis 100 % C02. Je nach Anwendung kann das Gas erneu erbares C02 umfassen. Unter erneuerbaren C02 wird biogenes C02 oder aus der Atmosphäre gewonnenes C02 verstanden. Biogenes C02 hat den Vorteil, dass es in der Regel bereits in reiner Form gewonnen werden kann und nicht mehr aufbe reitet werden muss. Biogenes C02 kann z.B. als Nebenprodukt der Biomethanpro- duktion oder aus der Verbrennung von Biomasse (biologisches Material, welches Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff umfasst) gewonnen werden. Alternativ kann das Gas ebenfalls ein Abgas umfassend 10 - 25 % C02 sein. Beispielsweise kann ein Abgas aus einem Zementwerk zur Herstellung von Zement verwendet werden.

Primärer Beton umfasst in der Regel Sand, Kies und Zement. Das Betongranulat, welches z.B. als Abrissbeton gewonnen wird, kann je nach Art der vorherigen Ver- Wendung, zudem Mörtel umfassen. Das Betongranulat umfasst in der Regel 4 - 10 Gewichtsprozent Calciumoxid. Das Betongranulat umfasst insbesondere hy drierten Zement. Hydrierter Zement ist hierbei derart zu verstehen, dass der Ze ment eine Reaktion mit Wasser durchgeführt hat und dieses an den Zement ange lagert ist. Diese Reaktion wird als Hydratation und das Reaktionsprodukt als hy- drierter Zement bezeichnet. Bei einer Hydratation kann der Zement bis zu 25 % seiner Masse an Wasser chemisch und bis zu 1 5 % seiner Masse physikalisch bin den. Zum Aufbereiten kann der Abbruchbeton zerkleinert werden. Gute Resultate beim Aufbereiten werden erzeugt, wenn die Partikel einen Durchmesser von 0.05 mm bis 50 mm aufweisen. Zum Aufbereiten können die Bestandteile des Beton- granulats in der Regel nicht voneinander getrennt werden.

Nach Erreichen der vorgegebenen C02-Sättigung kann das im Behälter vorhan dene überschüssige Gas abgelassen werden. Dieses kann zur Wiederverwendung aufbereitet werden und in den Speichertank der Anlage zurückgeführt werden. Al ternativ kann das überschüssige Gas ebenfalls in einen mit Betongranulat befüllba- ren Auffangbehälter eingebracht werden, in welchem das Verfahren von neuem durchgeführt wird. Das Verfahren kann beispielsweise alternierend in dem Behälter und dem Auffangbehälter durchgeführt werden. Alternativ kann der mit weiterem Betongranulat befüllte Auffangbehälter als ein passiver Filter, d.h. ohne aktive Kon trolle der C02-Sättigung, dienen. Das in diesem angeordnete Betongranulat kann das überschüssige Gas zumindest teilweise, insbesondere aber auch vollständig, absorbieren. Vor der Zufuhr des Gases umfassend C02 kann neben dem Betongranulat Luft im Behälter vorhanden sein. Wenn das Einlassventil für die Begasung geöffnet wird, entsteht somit ein Gasgemisch im Behälter, welches C02 und Luft umfasst. Um die C02-Konzentration im Behälter zu erhöhen kann, insbesondere bei der initialen Befüllung des Behälters, neben der Zufuhr von Gas umfassend C02 kontinuierlich oder nicht kontinuierlich das Gasgemisch aus dem Behälter abgelassen werden. Bei diesem Vorgang erhöht sich mit Vorteil der Anteil an C02 im Behälter. Das aus dem Behälter abgelassene Gasgemisch kann, wie für das überschüssige Gas beschrie ben, aufbereitet werden oder in einen Auffangbehälter geführt werden. Nach Er reichen einer vorgegebenen C02-Konzentration im Behälter kann die Abfuhr des Gasgemisches und optional zumindest vorrübergehend ebenfalls die Zufuhr des Gases gestoppt werden.

Die Abfuhr des Gases aus dem Behälter kann über ein Auslassventil kontrolliert werden. Das Auslassventil kann, wie das Einlassventil, einen Durchflusssensor zur Bestimmung des durch das Auslassventil durchgeführten Volumenstroms umfas- sen, oder ein Durchflusssensor kann dem Auslassventil vor- oder nachgeschaltet sein. Der vor- oder nachgeschaltete Durchflusssensor ist ebenfalls mit der Kontrol- leinheit wirkverbunden. Alternativ oder ergänzend kann zur Verwendung des Durchflusssensors der durchgeführte Volumenstrom in Abhängigkeit der Einstel lung des Auslassventils als Datensatz in einer Kontrolleinheit hinterlegt sein. Ergän zend kann dem Auslassventil ebenfalls ein C02- Konzentrationssensor vor- oder nachgeschaltet sein. Die Zufuhr und/oderdie Abfuhrdes Gases kann durch mindestens eine Pumpe kon trolliert werden, welche mit der Kontrolleinheit wirkverbunden ist. Die Zufuhr des Gases in den Behälter und/oder die Abfuhr des Gasgemisches aus dem Behälter und/oder die Abfuhr des überschüssigen Gases aus dem Behälter kann z.B. durch einen Unterdrück (in Relation zu einem Umgebungsdruck) erzeugt werden. Der Unterdrück kann zwischen 80000 und 96000 Pascal liegen. Jedoch kann das Ver fahren ebenfalls bei Umgebungsdruck oder grösseren Drücken durchgeführt wer den.

Die Erfindung betrifft zudem eine Anlage zum Aufbereiten von Betongranulat, ins besondere zum Anreichern mit C02, für das anschliessende Recyceln des Beton- granulats. Die Anlage umfasst einen Speichertank sowie einen zumindest bereichs weise gasdichten Behälter. Das in den Behälter zuzuführende Gas kann zuvor in flüssiger Form und/oder in gasförmiger Form in dem Speichertank gespeichert oder zwischengelagert werden. Der Behälter kann hierbei mindestens eine Öffnung zur Aufnahme und/oder Entnahme des Betongranulats aufweisen. Der Behälter um- fasst weiter einen Einlass zur Zuführung des Gases in den Behälter, welcher über eine Zuleitung mit dem Speichertank fluidisch wirkverbindbar ist. Ein Einlassventil dient hierbei zur Kontrolle des zuzuführenden Volumenstroms an Gas in den Be hälter. Das Einlassventil kann ein Proportionalventil sein. Die Anlage umfasst eben falls mindestens einen Sensor (wie oben beschrieben) und eine Kontrollein heit, welche mit dem mindestens einen Sensor und dem Einlassventil wirkverbunden ist. Der Sensor dient zur Bestimmung eines Masses der erfolgten C02-Absorption durch das Betongranulat im Behälter durch die Kontrolle! nheit. Die Kontrolleinheit ist dazu ausgelegt den Volumenstrom an Gas durch das Einlassventil zu kontrollie ren. Des Weiteren kann die Kontrolleinheit ebenfalls mit einer Pumpe wirkverbun den sein. Die Pumpe kann in einer Zuleitung oder einer Ableitung des Behälters an- geordnet sein. Die Pumpe kann eine Vakuumpumpe sein. Diese kann zur Erzeu gung eines Unterdruckes, wie oben beschrieben, dienen.

Die Kontrolle des Volumenstroms erfolgt mit Vorteil automatisch. Entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren ist die Kontrolleinheit dazu ausgelegt, die fol genden Schritte wiederholt durchzuführen: Zufuhr von einem Volumenstrom an Gas umfassend C02 in Abhängigkeit des über den mindestens einen Sensor be stimmten Masses der erfolgten C02-Absorption durch das Betongranulat im Be hälter und feststellen, ob eine vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats er reicht ist. Falls die vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats noch nicht er reicht ist, kann der vorherige Schritt der Gaszufuhr fortgeführt werden, bis die vor- gegebene C02-Sättigung vorliegt.

Für eine effiziente Begasung ist der Behälter mit Vorteil zumindest bereichsweise gasdicht. Je nach Ausgestaltung des Behälters kann dieser ein Behälterboden und mindestens eine umlaufende Seitenwand umfassen. Diese umgeben einen Aufnah meraum des Behälters zur Aufnahme des Betongranulats. Die mindestens eine Sei tenwand kann beispielsweise röhrenförmig sein. Die röhrenförmige Seitenwand kann einen runden oder einen eckigen Querschnitt aufweisen. Mit Vorteil ist der Boden und die mindestens eine Seitenwand gasdicht ausgestaltet. Je nach Anwen dung kann das Betongranulat über eine einzige Öffnung eingefüllt und entnom men werden. Mit Vorteil umfasst die Anlage jedoch eine erste Öffnung zum Befül len mit Betongranulat und eine zweite Öffnung zum Entnehmen des Betongranu lats. Beispielsweise können eine erste (obere) Öffnung und eine dieser in Bezug auf die Gravitationsrichtung gegenüberliegende zweite (untere) Öffnung vorgesehen sein. In diesem Fall kann beim Öffnen der zweiten (unteren) Öffnung das Beton granulat automatisch aus den Behälter fallen. Bei dieser Ausführungsform kann insbesondere lediglich die zweite (untere) Öffnung gasdicht verschliessbar ausge staltet sein, während die erste (obere) Öffnung offengelassen werden kann. Je- doch sind auch Ausgestaltungen möglich, bei denen beide Öffnungen gasdicht ver schliessbar sind. Hierzu kann die Anlage mindestens einen Deckel umfassen.

Der mindestens eine Sensor ist mit Vorteil im Behälter angeordnet. Dies umfasst Ausführungsformen, bei denen der Sensor in einer Ausbuchtung, einem Rohrstück, oder ähnliches an einer Seitenwand angeordnet ist und mit dem Aufnahmeraum des Behälters fluidisch wirkverbunden ist. Um das Mass der erfolgten CÖ2-Absorp- tion durch das Betongranulat bestimmen zu können, können verschiedene Sensor- typen (wie oben beschrieben) verwendet werden. Ebenfalls ist eine beliebige Kom bination einer oder mehrerer dieser Sensortypen denkbar. Da C02 schwerer ist als Luft und sich daher grundsätzlich eher am Boden des Behälters ansammelt, können z.B. mehrere Konzentrationssensoren im Behälter in Richtung der Schwerkraft übereinander angeordnet sein.

Für eine gleichmässige und schnelle Zufuhr an C02 in den Behälter kann der Einlass mehrere Gaseinlassdüsen umfassen. Diese können in dem Behälterboden und/oder mindestens einer Seitenwand angeordnet sein, insbesondere matrizenartig ange ordnet sein. Auch eine matrizenartige Verteilung mehrerer Einlassdüsen im Auf- nahmeraum des Behälters ist denkbar. Diese können über Rohrleitungen miteinan der verbunden sein. Je nach Ausgestaltung des Behälters können die Gaseinlassdü sen auch um den Aufnahmeraum des Behälters, z.B. ringförmig, verteilt angeord net sein. Der Behälter kann weiterhin einen Auslass zum Auslassen des Gases aus dem Behälter umfassen. In einer mit einem Auslass wirkverbundenen Ableitung kann ergänzend ein Auslassventil und/oder ein Durchlasssensor und/oder ein wei terer C02-Konzentrationssensor angeordnet sein.

Je nach Ausgestaltung der Anlage kann diese ebenfalls mehrere Behälter umfassen. Beispielsweise kann die Begasung des Betongranulats in den mehreren Behältern parallel vorgenommen werden. Alternativ können die mehreren Behälter hinterei- nander in Reihe geschaltet werden. Überschüssiges Gas aus dem ersten Behälter kann z.B. in einen zweiten Behälter / Auffangbehälter geleitet werden um in diesem das Verfahren, wie oben beschrieben, zu wiederholen. Alternativ denkbar ist je doch auch, dass das überschüssige Gas aus dem ersten Behälter lediglich passiv von dem in dem Auffangbehälter angeordneten Betongranulat zumindest teilweise, insbesondere aber vollständig, absorbiert wird. Der zweite Behälter / Auffangbe- hälter kann somit mit der Ableitung des ersten Behälters fluidisch wirkverbindbar sein. Alternativ oder in Ergänzung kann der zweiten Behälter / Auffangbehälter ebenfalls mit dem Speichertank fluidisch über eine separate Zuleitung mit einem (zweiten) Einlassventil wirkverbindbar sein.

Die beschriebenen Ausführungsformen der Anlage können zur Ausführung des er- findungsgemässen Verfahrens dienen. Die zuvor beschriebenen Ausführungsfor men des Verfahrens offenbaren zugleich entsprechend ausgestaltete Ausführun gen der Anlage zur Durchführung des Verfahrens und umgekehrt.

Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Beschreibung werden Aspekte der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 Eine erste Variante einer erfindungsgemässen Anlage zum Aufbereiten von Betongranulat;

Fig. 2 Eine zweite Variante einer erfindungsgemässen Anlage zum Aufberei ten von Betongranulat. Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Variante einer erfindungs- gemässen Anlage 1 zum Aufbereiten von Betongranulat 2. Die Anlage 1 umfasst einen Speichertank 3 zum Speichern von einem Gas umfassend C02 und mindes tens einen zumindest bereichsweise gasdichten Behälter 4, 12. Im gezeigten Aus- führungsbeispiel ist ein erster Behälter 4 und ein zweiter (Auffang-) Behälter 1 2 vorhanden. Beide Behälter 4, 1 2 können gasdicht verschliessbar sein und weisen (in einem geöffneten Zustand) je mindestens eine Öffnung (nicht gezeigt) zur Auf nahme und/oder Entnahme des Betongranulats 2 auf. Der erste Behälter 4 umfasst einen Einlass 5 zur Zuführung des Gases in den Behälter 4, welcher über eine Zu- leitung 6 mit dem Speichertank 3 fluidisch wirkverbindbar ist. Der zweite Behälter 12 ist mit der an den Auslass 13 wirkverbundenen Ableitung des ersten Behälters wirkverbunden. In der Zuleitung 6, zwischen Speichertank 3 und dem ersten Be hälter 4 ist ein Einlassventil 7 angeordnet, welches zur Kontrolle eines zugeführten Volumenstroms an Gas in den Behälter 4 dient. Das Einlassventil 7 kann ein Pro- portionalventil sein. Der Einlass 5 kann mehrere Gaseinlassdüsen umfassen. Für eine schnelle Befüllung können in dem Aufnahmeraum und/oder in dem Boden und/oder in der mindestens einen Seitenwand des Behälters 4 matrizenartig Ga seinlassdüsen angeordnet sein (nicht gezeigt). In der Leitung zwischen dem ersten und dem zweiten Behälter 4, 12 kann eine Pumpe 17 und ein Auslassventil 18 an- geordnet sein. Die Pumpe 17 kann dazu ausgelegt sein (bei geöffneten Einlassven til 7 und geöffneten Auslassventil 18) Gas aus dem Speichertank 3 in den ersten Behälter 4 zu saugen. Hierfür kann die Pumpe 17 eine Vakuumpumpe sein. Ergän zend kann ein C02-Konzentrationssensor 8 in der Ableitung des ersten Behälters 4 (respektive in der Leitung zwischen den beiden Behältern 4, 1 2) angeordnet sein. Dieser dient zur Überwachung, wieviel C02 aus dem Behälter 4 ausgelassen wird.

In dem ersten Behälter 4 sind weitere Sensoren 8, 9, 10 angeordnet. Auf Basis der gemessenen Werte dieser Sensoren kann ein Mass der einer erfolgten C02-Ab- Sorption durch das Betongranulat 2 bestimmt werden, wie oben beschrieben. Eine Kontrolleinheit 1 1 dient dazu die Zufuhr an Gas in Abhängigkeit des Masses der erfolgten C02-Absorption zu kontrollieren. Die Sensoren 8, 9, 10, das Einlassventil 7, das Auslassventil 18 und die Pumpe 17 sind hierzu mit der Kontrolleinheit 1 1 wirkverbunden. Das Einlassventil 7 und/oder das Auslassventil 18 können einen Durchflusssensor umfassen. Die Kontrolleinheit 1 1 kann insbesondere dazu ausge legt sein, die Gaszufuhr und/oder die Gasabfuhr automatisch zu kontrollieren, bis eine vorgegebene C02-Sättigung des Betongranulats 2 an C02 erreicht ist.

Zur initialen Befüllung des Behälters 4 umfassend das Betongranulat 2 mit dem Gas kann zunächst das Einlassventil 7 und das Auslassventil 18 geöffnet werden. Die Pumpe 17 kann dann das Gas aus dem Speichertank 3 in den Behälter 4 saugen. Der Konzentrationssensor 8 in der Ableitung 14 des Behälters 4 kann die C02- Konzentration überwachen. Wenn eine gewünschte maximale C02-Konzentration im Behälter 4 erreicht ist kann das Auslassventil 18 geschlossen werden. Das Ein lassventil 7 kann ebenfalls zumindest vorübergehend geschlossen werden. Die Sensoren 8, 9, 10 im Behälter 4 können den Druck, die C02-Konzentration und die Temperatur im Behälter messen. Die gemessenen Werte dienen der Kontrol leinheit um ein Mass für die Absorption von C02 zu bestimmen. In Abhängigkeit des Masses für die Absorption wird Gas umfassend C02 in den Behälter nachge führt, so dass eine optimale und möglichst gleichmässige C02-Sättigung, respek tive Anreichung, des Betongranulats 2 mit C02 erfolgt. Wenn die vorgegebene C02-Sättigung erreicht ist, kann das überschüssige Gas aus dem ersten Behälter 4 ausgelassen werden. Im Vorteil wird dieses, wie im gezeigten Fall, in den ebenfalls mit Betongranulat 2 befüllten Auffangbehälter 1 2 geleitet. In diesem kann das überschüssige Gas mit Vorteil vollständig durch das Betongranulat 2 im Auffang behälter 1 2 absorbiert werden. Dies kann insbesondere durch einen weiteren C02- Konzentrationssensor 8, welcher in einer Ableitung des Auffangbehälters 1 2 an- geordnet ist, überprüft werden. Alternativ oder ergänzend kann ebenfalls die Ge wichtsdifferenz des Betongranulats 2 vor der Begasung und des mit C02 angerei cherte Betongranulat 2 nach der Begasung bestimmt werden. Für die Messung des Gewichts, respektive der Gewichtsdifferenz, kann eine Waage 22 am Behälter 4 angeordnet sein. Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer zweiten Variante einer erfin- dungsgemässen Anlage 1 zum Aufbereiten von Betongranulat 2. Die Anlage 1 um fasst ebenfalls einen Speichertank 3 zum Speichern von einem Gas umfassend C02 und einen zumindest bereichsweise gasdichten Behälter 4. Im gezeigten Beispiel ist der Behälter 4 nach oben hin offen ausgestaltet und umfasst eine obere Öffnung 19 zum Einfüllen von Betongranulat 2. In eine erste Richtung gegenüberliegend der oberen Öffnung 19 (Richtung der Schwerkraft) ist eine untere Öffnung 20 zum Auslassen des Betongranulats angeordnet. Die untere Öffnung 20 ist gasdicht ver schlossen dargestellt. Eine ringförmige Seitenwand des Behälters ist zwischen der oberen und der unteren Öffnung 19, 20 angeordnet. Diese ist mit Vorteil ebenfalls gasdicht. Die ringförmige Seitenwand kann im uerschnitt rund oder eckig ausge- staltet sein. Nach dem Befüllen mit Betongranulat 2 wird das Einlassventil 7 geöff net und der Behälter 4 von unten nach oben mit Gas umfassend CÖ2 befüllt. Hierzu ist im gezeigten Fall eine Pumpe 17 in der Zuleitung 6 angeordnet. Andere Anord nungen sind jedoch ebenfalls denkbar. Für eine schnelle Zufuhr von Gas umfasst der Behälter 4 mit Vorteil ringförmig angeordnete Gaseinlassdüsen 1 5. Diese kön- nen im Aufnahmeraum für das Betongranulat 2 des Behälters 4 angeordnet sein und durch Leitungen miteinander verbunden sein oder den Aufnahmeraum des Be hälters umgeben. Im gezeigten Fall, sind zwei ringförmig angeordnete Gruppen an Gaseinlassdüsen 1 5 in erster Richtung übereinander angeordnet. Im Behälter 4 kann mindestens ein C02-Konzentrationssensor 8 angeordnet sein. Mit Vorteil sind jedoch in die erste Richtung mehrere C02-Konzentrationssensoren 8 verteilt angeordnet, welche jeweils mit einer Kontrollein heit 1 1 wirkverbunden sind. Alter nativ oder ergänzend sind ebenfalls andere Sensoren, wie Sensoren zur Messung der Temperatur, des Druckes oder relativen Feuchtigkeit möglich. Die C02-Kon- zentrationssensoren 8 messen mit Vorteil kontinuierlich die C02-Konzentration im Behälter 4. Die Kontrolleinheit 1 1 kontrolliert die Gaszufuhr in Abhängigkeit eines bestimmten Masses einer erfolgten CÖ2-Absorption durch das Betongranulat 2. Das Mass der erfolgten CÖ2-Absorption wird von der Kontrolleinheit 1 1 über die Messungen der Sensor(en) 8 bestimmt, wie im Zusammenhang mit dem Verfah ren oben beschrieben. Das Mass der erfolgten C02-Absorption kann hierbei die Differenz des in den Behälter 4 zugeführten C02 und des gemessenen im Behälter 4 vorhandenen C02 sein. Je nach bereits absorbierter Menge an C02 kann Gas umfassend C02 in den Behälter 4 nachgeführt werden. Dies sorgt für eine effizi ente und gleichförmige Durchsättigung des Betongranulats 2 im Behälter 4. Der in Richtung der Schwerkraft oberste C02-Konzentrationssensor 8 kann dazu ver wendet werden sicherzustellen, dass ein vorgegebener Füllstand 16 des Gases im Behälter 4 nicht überschritten wird. So kann verhindert werden, dass Gas aus der oberen Öffnung 19 entweicht. Des Weiteren kann der Prozess derart kontrolliert werden, dass sich immer eine ausreichend dicke Schicht unkarbonatisiertes oder nur teil karbonisiertes Betongranulat 2 an der Oberfläche (zur ersten Öffnung 19 hingewandt) im Behälter 4 befindet. Diese Schicht kann als Filterschicht dienen um ungewollt aufsteigendes CÖ2 aufzunehmen. Wenn das mit CÖ2 angereicherte Be- tongranulat 2 aus dem Behälter 4 durch die untere Öffnung 20 entnommen wird, sackt diese Schicht nach unten und kann, z.B. bei Nachfüllen von weiteren Beton granulat 2 von oben, bei einer wiederholten Durchführung des Verfahrens entspre chend mit einer vorgegebenen CÖ2-Sättigung versehen werden. LISTE DER BEZUGSZEICHEN

1 Anlage 1 2 Auffangbehälter

2 Betongranulat 13 Auslass

3 Speichertank 14 Ableitung

4 Behälter 1 5 Gaseinlassdüsen

5 Einlass 16 Füllstand

6 Zuleitung 17 Pumpe

7 Einlassventil 18 Auslassventil

8 Konzentrationssensor 19 Obere Öffnung

9 Drucksensor 20 Untere Öffnung

10 Temperatursensor

1 1 Kontrolleinheit

21 Waage