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Title:
METHOD FOR THE TRANSPORT AND/OR HANDLING OF COMPONENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/068012
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for the transport and/or handling of components (4), in particular sheet metal parts and a production plant (1) comprising a manipulator arrangement (2) having a first manipulator (5) and at least one second manipulator (6), wherein the first manipulator (5) and the at least one second manipulator (6) are designed to pick up, transport, hold and/or deposit a component (4), at least one processing apparatus (3) for carrying out processing steps on the component (4), wherein the component (4) is transferred from the first manipulator (5) to the at least one second manipulator (6) after a first processing cycle at a predetermined transfer time, the transfer time being between the first processing cycle and at least one second processing cycle, wherein the component (4) at least in portions rests on the processing apparatus (3) during the transfer time and is supported in a load-dissipating manner solely by the processing apparatus (3).

Inventors:
ANGERER GERHARD (AT)
FREUDENTHALER KLEMENS (AT)
HAUSMANN FLORIAN (AT)
HÖRL MATTHIAS (AT)
KOVEJENIC NENAD (AT)
MAIER FLORIAN (AT)
SCHERNHAMMER MICHAEL (AT)
STEININGER VERENA (AT)
THEIS HELMUT (AT)
Application Number:
PCT/AT2020/060340
Publication Date:
April 15, 2021
Filing Date:
September 21, 2020
Export Citation:
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Assignee:
TRUMPF MASCHINEN AUSTRIA GMBH & CO KG (AT)
International Classes:
B25J5/02; B21D5/02; B21D43/02; B21D43/10; B25J9/00
Foreign References:
DE69823773T22005-05-12
EP1916072A12008-04-30
DE102009058905A12011-06-22
DE102014014404A12016-04-07
DE8817048U11992-03-12
EP3284547A12018-02-21
US20150217359A12015-08-06
DE102004035797B32006-02-16
EP0461275A11991-12-18
Attorney, Agent or Firm:
ANWÄLTE BURGER UND PARTNER RECHTSANWALT GMBH (AT)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Verfahren zum Transport und/oder Handling von Bauteilen (4), insbesondere Blechteilen, umfassend eine Manipulatoranordnung (2) mit einem ersten Manipulator (5) und zumindest einem zwei ten Manipulator (6), wobei der erste Manipulator (5) und der zumindest eine zweite Manipu lator (6) dazu ausgebildet sind ein Bauteil (4) aufzugreifen, zu transportieren, zu halten und/o der abzulegen; zumindest eine Bearbeitungsvorrichtung (3) zur Durchführung von Bearbeitungs schritten an dem Bauteil (4); wobei nach einem ersten Bearbeitungszyklus zu einem vorbestimmten Umgreifzeitpunkt eine Übergabe des Bauteils (4) von dem ersten Manipulator (5) an den zumindest einen zweiten Manipulator (6) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Umgreifzeitpunkt zwischen dem ersten Bearbeitungszyklus und zumindest einem zweiten Bearbeitungszyklus liegt, wobei während dem Umgreifzeitpunkt das Bauteil (4) an der Bearbeitungsvorrichtung (3) zu mindest abschnittsweise aufliegt und ausschließlich von der Bearbeitungs Vorrichtung (3) last abtragend abgestützt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (4) eine erste Greiffläche (15) und eine zur ersten Greiffläche (15) verschiedene zweite Greiffläche (16) umfasst, wobei das Bauteil (4) von dem ersten Manipulator (5) an der ersten Greiffläche (15) und von dem zumindest einen zweiten Manipulator (6) an der zweiten Greiffläche (16) aufgegriffen wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteils (4) an der ersten Greiffläche (15), welche an der Oberseite des Bauteils (4) ausgebildet ist und an der zweiten Greiffläche (16), welche an der Unterseite des Bauteils (4) ausgebildet ist, aufgegrif fen wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während dem zumindest einen zweiten Bearbeitungszyklus ein zweites Bauteil (19) von dem ersten Manipulator (5) aufgegriffen wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während dem ersten Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil (19), das erste Bauteil (4) von dem zumindest einen zweiten Manipulator (6) abgelegt wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (4) von dem ersten Manipulator (5) an einer Umgreifstation (13) abgelegt wird und dass das Bauteil (4) von dem zumindest einen zweiten Manipulator (6) von der Um greifstation (13) aufgegriffen wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umgreif Station (13) als Handhabungsvorrichtung (21) an der Bearbeitungsvorrichtung (3) ausgebildet ist, wo bei die Bearbeitungsvorrichtung (3) einen Warteabschnitt (22) und einen Umgreifabschnitt (23) für die Handhabung s Vorrichtung (21) umfasst und wobei die Handhabungsvorrichtung (21) vor dem Umgreifzeitpunkt aus dem Warteabschnitt (22) in den Umgreifabschnitt (23) und nach dem Umgreifzeitpunkt aus dem Umgreifabschnitt (23) in den Warteabschnitt (22) verbracht wird.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (4) auf zumindest einem Werkzeug (17) der Bearbeitungsvorrichtung (3) zu mindest abschnittsweise aufliegt und lastabtragend abgestützt wird, während das Bauteil (4) von dem zumindest einen zweiten Manipulator (6) aufgegriffen wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (4) durch ein Blechteil gebildet ist, die zumindest eine Bearbeitungsvorrich tung (3) durch eine Biegemaschine gebildet ist, und das zumindest eine Werkzeug (17) durch Oberwerkzeuge und Unterwerkzeuge der Biegemaschine gebildet ist, wobei das Blechteil während dem Aufgreifen durch den zumindest einen zweiten Manipulator (6) zwischen den Oberwerkzeugen und Unterwerkzeugen geklemmt wird und das Blechteil während dem Auf greifen durch den zumindest einen zweiten Manipulator (6) vom ersten Manipulator (5) nicht kontaktiert oder nicht beaufschlagt wird.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vorbestimmte Umgreifzeitpunkt zwischen dem ersten Manipulator (5) und dem zu mindest einen zweiten Manipulator (6) zwischen einem ersten Biegevorgang zur Herstellung einer ersten Umformung im Bauteil (4) und einem zweiten Biegevorgang zur Herstellung ei ner zweiten Umformung im Bauteil (4) liegt, welche zweite Umformung gegengleich zur ers ten Umformung verläuft, insbesondere bevor ein im Wesentlichen Z-förmiger Querschnitts verlauf im Bauteil (4) geformt wird.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Manipulator (5) und der zumindest eine zweite Manipulator (6) entlang einer gemeinsamen Verf ahrstrecke (10) in Längsrichtung (11) verfahren werden.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Manipulator (5) entlang einer ersten Verfahrstrecke (10) in Längsrichtung (11) verfahren wird und dass der zumindest eine zweite Manipulator (6) entlang einer zweiten Verfahrstre cke (20), welche zweite Verf ahrstrecke (20) parallel zur ersten Verfahr strecke (10) verläuft, in Längsrichtung (11) verfahren wird.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine zweite Bearbeitungszyklus an einer zweiten Bearbeitungsvorrichtung (24) durchgeführt wird.

14. Fertigung sanlage (1), insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach ei nem der Ansprüche 1 bis 13 umfassend eine Manipulatoranordnung (2) mit einem ersten Manipulator (5) und zumindest einem zwei ten Manipulator (6); zumindest eine Bearbeitungsvorrichtung (3) zur Durchführung von Bearbeitungs schritten an einem Bauteil (4), dadurch gekennzeichnet, dass an der Bearbeitungsvorrichtung (3) ein Auflageabschnitt (14) vorgesehen ist, in welchem das Bauteil (4) während einem Umgreifzeitpunkt lastabtragend abstützbar ist.

15. Fertigung sanlage (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Auflageabschnitt (14) eine Umgreif Station (13) ausgebildet ist, von welcher das Bauteil (4) während einem Umgreifzeitpunkt lastabtragend abstützbar ist.

16. Fertigung sanlage (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Um greifstation (13) als Handhabung s Vorrichtung (21) an der Bearbeitungsvorrichtung (3) ausge bildet ist, wobei die Bearbeitungs Vorrichtung (3) einen Warteabschnitt (22) und eine Umgreif abschnitt (23) für die Handhabung s Vorrichtung (21) umfasst und wobei die Handhabung s Vor richtung (21) aus dem Warteabschnitt (22) in den Umgreifabschnitt (23) und vice versa ver fahrbar ist.

17. Fertigung sanlage (1) nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeich net, dass eine gemeinsame Verfahr strecke (10) für den ersten Manipulator (5) und für den zu mindest einen zweiten Manipulator (6) vorgesehen ist.

18. Fertigung sanlage (1) nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeich net, dass eine erste Verf ahrstrecke (10) für den ersten Manipulator (5) und eine zweite Ver fahrstrecke (20) für den zumindest einen zweiten Manipulator (6) vorgesehen ist.

19. Fertigung sanlage (1) nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeich net, dass eine zweite Bearbeitungs Vorrichtung (24) vorgesehen ist, an welcher zumindest ein zweiter Bearbeitungszyklus durchführbar ist.

Description:
VERFAHREN ZUM TRANSPORT UND/ODER HANDLING VON BAUTEILEN

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport und/oder Handling von Bauteilen und eine Fertigungsanlage, wie dies in den Ansprüchen angegeben ist.

In modernen Fertigung sanlagen erfolgt der Werkstück- bzw. Bauteiltransport häufig vollauto matisiert. Hierzu hat sich die Verwendung von unterschiedlichen Manipulatoren mit Greif ein- richtungen, wie beispielsweise Vakuumgreifem etabliert.

Um hierbei den Durchsatz zu erhöhen und die Geschwindigkeit des Werkstückstransports bzw. Werkstückshandlings im Zuge eines Bearbeitungsvorgangs zu erhöhen sind dem Fach mann verschiedene Ansätze bekannt.

Aus dem Stand der Technik geht zur Reduktion von Taktzeiten beispielsweise hervor, dass im Zuge der Blechbearbeitung mehrere Greifvorrichtungen für die Bearbeitung von Werkstücken vorgesehen sein können.

In der DE 8817048 Ul wird eine Vorrichtung zum Handhaben, insbesondere zum Transpor tieren von Werkstücken zwischen zwei benachbarten Bearbeitungsstationen, beispielsweise in Form zweier Blechpressen, gezeigt. Zwischen den beiden Bearbeitungs Stationen sind dabei zwei Handhabungsroboter übereinander angeordnet, wobei die Handhabungsroboter gegen läufig arbeiten und unter gegenseitiger Anpassung der Bewegungsabläufe getrennt steuerbar sind.

In der EP 3284547 Al wird offenbart, dass Greifvorrichtungen im Zuge einer Blechbearbei tung arbeitsteilig agieren können. Hierbei kann beispielweise ein Werkstück von einer ersten Greifvorrichtung aufgenommen werden und dann mittels einer zweiten Greifvorrichtung ge bogen werden.

Die US 2015217359 Al zeigt eine Stapelvorrichtung für Bleche mit mehreren Greifrobotern, wobei mehrere Roboter beispielsweise simultan ein Blech greifen und transportieren können.

In der DE 102004035797 B3 wird gezeigt, dass ein Werkstück von einer ersten an eine zweite Handhabungsvorrichtung in einer Übergabeposition übergeben werden kann. Die EP 0461275 B 1 offenbart eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Blechen mit einer Haupt handhabungseinheit und einer Hilfshandhabungseinheit, um beispielsweise ein Werkstück von einer Metallbearbeitungsmaschine aufzunehmen und ein anderes Werkstück an diese zu übergeben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die Nachteile des Standes der Technik zu über winden und eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels derer die Geschwindigkeit bzw. Produktivität einer Fertigung verbessert werden kann. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung eine hauptzeitparallele Teilevorbereitung für Werkstücke für einen o- der mehrere Bearbeitungsvorgänge zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß den Ansprüchen gelöst.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport und/oder Handling von Bauteilen, insbe sondere Blechteilen, umfassend eine Manipulatoranordnung mit einem ersten Manipulator und zumindest einem zweiten Manipulator, wobei der erste Manipulator und der zumindest eine zweite Manipulator dazu ausgebildet sind ein Bauteil aufzugreifen, zu transportieren, zu halten und/oder abzulegen, zumindest eine Bearbeitungsvorrichtung, zur Durchführung von Bearbeitungs schritten an dem Bauteil, wobei nach einem ersten Bearbeitungszyklus zu einem vorbestimmten Umgreifzeitpunkt eine Übergabe des Bauteils von dem ersten Manipulator an den zumindest einen zweiten Manipulator erfolgt, wobei der Umgreifzeitpunkt zwischen dem ersten Bearbeitungszyklus und zumindest einem zweiten Bearbeitungszyklus liegt und wobei während dem Umgreifzeitpunkt das Bauteil an der Bearbeitungs Vorrichtung zumindest ab schnittsweise aufliegt und ausschließlich von der Bearbeitungs Vorrichtung lastabtragend ab gestützt wird.

Bei einer Übergabe eines Bauteils zu einem vorbestimmten bzw. definierten Umgreifzeit punkt zwischen zwei Bearbeitungszyklen kann die Zykluszeit verringert und somit die Pro duktivität der Bearbeitung von Bauteilen wesentlich gesteigert werden. Die Übergabe von Bauteilen kann hierbei zwischen zwei Manipulatoren erfolgen, wobei im Zuge der Übergabe das Bauteil ausschließlich von der Bearbeitungsvorrichtung, bzw. integralen Bestandteilen der Bearbeitungsvorrichtung lastabtragend abgestützt wird. Bei einer lastabtragenden Abstützung des Bauteils kann es sich um das Aufliegen auf einer Haltevorrichtung bzw. einem Auflage abschnitt der Bearbeitungsvorrichtung handeln. Bei den Manipulatoren kann es sich um Handhabungseinrichtungen für Bauteile jeglicher Art handeln, wie zum Beispiel um mehrachsige Industrieroboter.

Anstelle von zwei Manipulatoren ist es dabei auch denkbar, dass eine Vielzahl von Manipula toren im Bereich einer Fertigungsanlage mit zumindest einer Bearbeitungsvorrichtung ange ordnet sind, wobei eine Übergabe bzw. Weitergabe von Bauteilen zwischen der Vielzahl an Manipulatoren erfolgt. Bei der zumindest einen Bearbeitungsvorrichtung kann es sich bei spielhaft um eine Biegemaschine wie eine Abkantpresse oder eine Schwenkbiegemaschine handeln. Sind innerhalb einer Fertigungsanlage zur Bearbeitung von Bauteilen mehrere Bear beitungsvorrichtungen vorgesehen, so können Bearbeitungsvorrichtungen unterschiedlicher Gattungen, wie eine Abkantpresse und eine Schwenkbiegemaschine vorgesehen sein. Die ein zelnen Bearbeitungsvorrichtungen können hierbei arbeitsteilig eingesetzt werden.

Bei dem Umgreifzeitpunkt handelt es sich um eine Zeitspanne bzw. Zeitdauer, während wel cher das Bauteil an der Bearbeitungs Vorrichtung zumindest abschnittsweise aufliegt und aus schließlich von der Bearbeitungs Vorrichtung lastabtragend abgestützt wird. Während dieser Zeitspanne wird der erste Manipulator, welcher das Bauteil abgelegt hat vom Bauteil weg ver fahren und der zweite Manipulator, welcher das Bauteil aufnimmt, zum Bauteil hin verfahren.

Im Zuge der Übergabe des Bauteils kann diese von dem zweiten Manipulator an einer ande ren Position des Bauteils aufgegriffen werden als von dem ersten Manipulator. Dadurch kann eine Lageveränderung des Bauteils erreicht werden, welche für einen darauffolgenden Bear beitungszyklus notwendig bzw. gewünscht ist. Bei einer Lageveränderung kann es sich um ein Umdrehen bzw. Verdrehen des Bauteils handeln, um es in eine Position zu bringen, in welcher weitere Bearbeitungsschritte durchgeführt werden können. Vorteilhafterweise wird der Umgreifzeitpunkt zu einem definierten Zeitpunkt angesetzt, zu welchem eine Lageverän- derung des Bauteils gewünscht ist. Hierbei sind auch mehrere Übergaben bzw. ein mehrfa ches Umgreifen denkbar.

Bei den Bearbeitungsschritten eines Bearbeitungszyklus kann es sich dabei um Biegeschritte an einem Blechteil handeln. Dabei können im ersten Bearbeitungszyklus Biegeschritte durch geführt werden, welche eine erste räumliche Lage des Bauteils erfordern und im zweiten Be arbeitung szyklus Biegeschritte durchgeführt werden, welche eine zweite räumliche Lage des Bauteils erfordern. Bei der Bearbeitung von Blechteilen auf einer Biegemaschine kann es sich bei dem ersten Manipulator um einen Belade- bzw. Beschickungsroboter handeln, welcher vorzugsweise auch einen Biegeprozess des Bauteils unterstützen kann. Bei dem wenigstens einen zweiten Manipulator kann es sich um einen Entnahmeroboter für das bearbeitete Bauteil in Bezug auf die Biegemaschine handeln, wobei der wenigstens eine zweite Manipulator auch einen Biegeprozess des Bauteils unterstützen kann.

Neben der Lageveränderung eines Bauteils zu einem definierten Umgreifzeitpunkt wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch eine hauptzeitparallele Bauteilvorbereitung ermög licht, wobei gleichzeitig Bearbeitungsschritte an einem Bauteil durchgeführt werden können, während ein weiteres Bauteil zur Bearbeitungsvorrichtung transportiert wird. Weiterhin kann ein fertig bearbeitetes Bauteil von der Bearbeitungsvorrichtung weg transportiert werden wäh rend Bearbeitungsschritte an einem weiteren Bauteil im Gange sind. Somit kann weiterhin die Zykluszeit reduziert und die Produktivität der Bearbeitung s Vorrichtung erhöht werden. Wei terhin kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine gleichmäßige Auslastung bzw. Ar- beitsaufteilung zwischen mehreren Manipulatoren erreicht werden.

Um Wege zu sparen und die Produktivität weiterhin zu steigern, erfolgt erfindungsgemäß die Übergabe des Bauteils direkt an der Bearbeitungsvorrichtung. Als Übergabezeitpunkt wird vorteilhafterweise ein Umgreifzeitpunkt gewählt, zu welchem eine Lageveränderung, insbe sondere eine Wendung in Bezug auf die Oberseite und Unterseite des Bauteils gewünscht ist.

Nachdem das erste Bauteil von dem ersten Manipulator aufgegriffen wurde, beginnt ein erster Bearbeitungszyklus mit mehreren Bearbeitungsschritten. Bei einem Blechteil werden hierbei mehrere Kantungen bzw. Biegeschritte durchgeführt. Nun wird zu dem Umgreifzeitpunkt das Bauteil abgelegt, wobei es an der Bearbeitungsvorrichtung zumindest abschnittsweise aufliegt und ausschließlich von der Bearbeitungsvorrichtung lastabtragend abgestützt wird. Im nächs ten Schritt wird das Bauteil von dem zweiten Manipulator aufgegriffen und ein zweiter Bear beitungszyklus mit einer Mehrzahl von Bearbeitungsschritten gestartet. Währenddessen wird eine zweites Bauteil von dem ersten Manipulator aufgegriffen. Während nun das erste Bauteil von dem zweiten Manipulator abgelegt wird, beginnt ein erster Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil. Vorteilhafterweise wird somit nicht nur die Aufnahme von Bauteilen sondern auch die Ablage von Bauteilen hauptzeitparallel durchgeführt, was weiterhin zu einer Reduk tion der Produktionszeit und Steigerung der Produktivität führt.

Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird auch der Zeitaufwand für den Umgreifprozess im Zuge der Übergabe von Bauteilen zwischen mehreren Robotern reduziert. Weiterhin ist es von Vorteil, dass sowohl der erste als auch der zweite Manipulator ein Bau teil zu einer Bearbeitungsvorrichtung zuführen können, Bauteile während eines Bearbeitungs schritts unterstützen bzw. abstützen können und Bauteile im Zuge der Übergabe neu positio nieren oder ausfädeln können.

Des Weiteren kann es zweckmäßig sein, wenn das Bauteil eine erste Greiffläche und eine zur ersten Greiffläche verschiedene zweite Greiffläche umfasst, wobei das Bauteil von dem ersten Manipulator an der ersten Greiffläche und von dem zumindest einen zweiten Manipulator an der zweiten Greiffläche aufgegriffen wird.

Die erste bzw. zweite Greiffläche kann wiederum mehrere Teilabschnitte umfassen, an wel chem das Bauteil aufgegriffen und im Zuge eines Transports bis zum Ablegen gehalten wird.

Vorteilhafterweise befindet sich die erste Greiffläche in einem anderen Teilbereich des Bau teils als die zweite Greiffläche. Befindet sich beispielsweise im Falle eines Blechteils die erste Greiffläche an der Oberseite des Blechteils und die zweite Greiffläche an der Unterseite des Blechteils, so kann das Blechteil während dem ersten Bearbeitungszyklus mithilfe von Vaku- umsaugem an der Oberseite des Blechteils gehalten werden. Zu dem Umgreifzeitpunkt kann nun das Blechteil abgelegt werden, wobei dieses an der Bearbeitungsvorrichtung zumindest abschnittsweise aufliegt und ausschließlich von der Bearbeitungsvorrichtung lastabtragend abgestützt wird.

In weiterer Folge kann das Blechteil von dem zweiten Manipulator an der Unterseite aufge griffen werden, um weitere Bearbeitungs schritte durchzuführen bzw. den zweiten Bearbei tungszyklus zu beginnen.

Hierbei wird vorteilhafterweise eine Lageveränderung des Bauteils ermöglicht. Weiterhin können, nachdem das Bauteil nun an einer anderen Position von den Vakuumsaugem des zweiten Manipulators gehalten wird, Bearbeitungs schritte durchgeführt werden, welche einer seits die neue Lage des Bauteils und andererseits eine Neupositionierung von Halte- bzw. Greifeinrichtungen wie Vakuumsaugern erfordern.

In einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Bauteil an der ersten Greiffläche, welche an der Oberseite des Bauteils ausgebildet ist und an der zweiten Greifflä che, welche an der Unterseite des Bauteils ausgebildet ist, aufgegriffen wird. Diese Weiterbildung ermöglicht auf vorteilhafte Art und Weise eine Vielzahl denkbarer Vari anten für eine Bearbeitung des Bauteils.

Ferner kann vorgesehen sein, dass während dem zumindest einen zweiten Bearbeitungszyklus ein zweites Bauteil von dem ersten Manipulator aufgegriffen wird.

Das Bauteil kann dabei von einem Stapel aufgegriffen oder von einer Zuführeinheit übernom men werden. Vorteilhafterweise kann hiermit weiterhin eine hauptzeitparallele Teilevorberei- tung durgeführt werden, was zu einer Reduktion von Taktzeiten und Produktionszeiten führen kann. Während das zweite Bauteil von dem ersten Manipulator aufgegriffen wird, können Be arbeitungsschritte an dem ersten Bauteil durchgeführt werden, wobei dieses von dem zweiten Manipulator gehalten wird. Weiterhin können die Manipulatoren auch, in dem Fall dass es sich bei dem Bauteil um ein Blechteil handelt, als Biegehilfe fungieren.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass während dem ersten Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil, das erste Bauteil von dem zumindest einen zweiten Manipulator abgelegt wird.

Die Ablage kann hierbei auf einem Stapel, einer Fördereinrichtung bzw. einer weiteren Mani pulationseinheit erfolgen. Vorteilhafterweise kann mit einer hauptzeitparallelen Teileablage die Produktionszeit weiterhin reduziert werden.

Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass das Bauteil von dem ersten Manipulator an einer Umgreif Station abgelegt wird und dass das Bauteil von dem zumindest einen zweiten Manipulator von der Umgreif Station aufgegriffen wird.

Ist die Bearbeitungsvorrichtung als Biegemaschine ausgebildet, so kann es sich bei der Um greifstation auch um eine Biegehilfe handeln. Vorteilhafterweise ist dabei die Umgreifstation verstellbar, wie verschwenkbar bzw. in die Längsrichtung der Bearbeitungsvorrichtung ver fahrbar ausgebildet. Zu einen Umgreifzeitpunkt kann dabei die Umgreif Station in einen Aufla geabschnitt bzw. Umgreifabschnitt verbracht bzw. verschwenkt werden. Nach der Übergabe an den zweiten Manipulator kann damit der gesamte Bearbeitungsabschnitt, bzw. Bearbei tungsbereich der Bearbeitungsvorrichtung freigegeben werden, was zu einer erhöhten Flexibi lität der Bearbeitungs Vorrichtung führt. Während der Durchführung von Bearbeitungsschritten an dem Bauteil kann somit der Auflageabschnitt bzw. Umgreifabschnitt freigegeben werden. Die Umgreif Station kann somit derart flexibel ausgebildet sein, dass diese nur zu dem Um greifzeitpunkt zur Verfügung steht.

Weiterhin ist eine Manipulation des Bauteils mittels der Umgreifstation denkbar, wie bei spielsweise ein Verdrehen um einen bestimmten Winkelbereich, indem die Umgreif Station drehbar ausgebildet ist. Bei einer drehbaren Umgreifstation kann es sich dabei um eine Art Drehteller handeln.

Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass die Umgreif Station als Handhabung s Vorrich tung an der Bearbeitungsvorrichtung ausgebildet ist, wobei die Bearbeitungs Vorrichtung einen Warteabschnitt und einen Umgreifabschnitt für die Handhabung s Vorrichtung umfasst und wo bei die Handhabungsvorrichtung vor dem Umgreifzeitpunkt aus dem Warteabschnitt in den Umgreifabschnitt und nach dem Umgreifzeitpunkt aus dem Umgreifabschnitt in den Warteab schnitt verbracht wird.

Bei der Handhabungsvorrichtung kann es sich dabei um eine Biegehilfe oder einen zusätzli chen Manipulator handeln, welcher zu dem Umgreifzeitpunkt in den Umgreifabschnitt bzw. Auflageabschnitt verfahrbar ausgebildet ist. Um den gesamten Bearbeitungsabschnitt für die Durchführung von Bearbeitungsschritten freizugeben ist die Handhabungsvorrichtung vorteil hafterweise in einen Warteabschnitt verfahrbar, wobei dieser seitlich an der Bearbeitungsvor richtung vorgesehen sein kann. Alternativ dazu kann es sich bei dem Warteabschnitt auch um einen eigenen Stauraum für die Handhabung s Vorrichtung handeln.

Bei dem Umgreifabschnitt bzw. Auflageabschnitt, auf welchem das Bauteil während dem Umgreifzeitpunkt zumindest abschnittsweise aufliegt und ausschließlich von der Bearbei tungs Vorrichtung bzw. integralen Bestandteilen der Bearbeitungsvorrichtung, wie der Hand habungsvorrichtung lastabtragend abgestützt wird, kann es sich um eine definierte Stelle bzw. Position handeln, welche für das Umgreifen besonders günstig ist. Beispielsweise kann der Umgreifabschnitt entlang des Bearbeitungsabschnittes bzw. der Bearbeitungsabschnitte der Bearbeitungsvorrichtung derart vorgesehen sein, dass es sich bei dem Umgreifabschnitt um eine Position für die Durchführung des zweiten Bearbeitungszyklus handelt.

Der Umgreifabschnitt kann hierbei auch variabel ausgebildet sein, indem die Handhabungs vorrichtung auf Schienen verfahrbar oder ein- und ausklappbarausgebildet ist, Femer kann es zweckmäßig sein, wenn das Bauteil auf zumindest einem Werkzeug der Bear beitungsvorrichtung zumindest abschnittsweise aufliegt und lastabtragend abgestützt wird, während das Bauteil von dem zumindest einen zweiten Manipulator aufgegriffen wird.

Alternativ zu einer Umgreif Station bzw. einer Handhabung s Vorrichtung zur Ablage des Bau teils während einem Umgreifzeitpunkt, können auch eines oder mehrere Werkzeuge der Bear beitungsvorrichtung zur Ablage von Bauteilen dienen. Vorteilhafterweise brauchen hierbei keine zusätzlichen baulichen Vorrichtungen vorgesehen werden. Handelt es sich bei dem Bauteil um ein Blechteil und bei der Bearbeitungsvorrichtung um eine Biegemaschine, so können die Bauteile während dem Umgreifzeitpunkt auf den Unterwerkzeugen der Biegema schine aufliegen bzw. lastabtragend abgestützt werden. Die Unterwerkzeuge fungieren hierbei als Auflageabschnitt bzw. Umgreif Station. Denkbar ist hierbei auch eine Klemmung mithilfe der Unter- und Oberwerkzeuge der Biegemaschine, zur sicheren Halterung des Bauteils im Zuge der Übergabe.

Entsprechend einer praktikablen Maßnahme kann auch vorgesehen sein, dass das Bauteil durch ein Blechteil gebildet ist, die zumindest eine Bearbeitungsvorrichtung durch eine Bie gemaschine gebildet ist, und das zumindest eine Werkzeug durch Oberwerkzeuge und Unter werkzeuge der Biegemaschine gebildet ist, wobei das Blechteil während dem Aufgreifen durch den zumindest einen zweiten Manipulator zwischen den Oberwerkzeugen und Unter werkzeugen geklemmt wird und das Blechteil während dem Aufgreifen durch den zumindest einen zweiten Manipulator vom ersten Manipulator nicht kontaktiert oder nicht beaufschlagt wird.

Insbesondere ist es hierbei von Vorteil, wenn die Oberwerkzeuge und Unterwerkzeuge der Biegemaschine als miteinander korrespondierende obere und untere Biege Werkzeuge ausge bildet sind.

Diese vorteilhafte Maßnahme einer temporären Klemmung eines Blechteiles im Zuge der Übergabe auf den zweiten Manipulator bringt insbesondere Vorteile in Bezug auf Stabilität und Sicherheit bei der Übergabe.

Zudem wird erreicht, dass der erste Manipulator für weitere Bearbeitungs schritte an nachfol genden Bauteilen zur Verfügung steht. Hierdurch wird die Anlageneffizienz weiter gesteigert und das Zusammenspiel der Manipulatoren auf vorteilhafte Art und Weise zusätzlich opti miert.

Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass der vorbestimmte Umgreifzeitpunkt zwischen dem ersten Manipulator und dem zumindest einen zweiten Manipulator zwischen einem ers ten Biegevorgang zur Herstellung einer ersten Umformung im Bauteil und einem zweiten Biegevorgang zur Herstellung einer zweiten Umformung im Bauteil liegt, welche zweite Um formung gegengleich zur ersten Umformung verläuft, insbesondere bevor ein im Wesentli chen Z-förmiger Querschnittsverlauf im Bauteil geformt wird.

Insbesondere kann es sich bei der ersten und zweiten Umformung um eine Abwinkelung des Bauteils handeln. Diese Weiterbildung ist besonders deshalb als vorteilhaft zu erachten, weil durch das Umgreifen zwischen den beiden Umform- bzw. Abwinkelung s schritten auf effizi ente Art und Weise gegengleiche Bearbeitungsschritte durchgeführt werden können.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass der erste Manipulator und der zumindest eine zweite Manipulator entlang einer gemeinsamen Verfahrstrecke in Längsrichtung verfahren werden.

Hierbei erfolgt vorteilhafterweise eine gemeinsame Nutzung einer einzelnen Verfahrstrecke. Bei der Verfahrstrecke kann es sich beispielsweise um eine Schienenanordnung handeln, ent lang welcher die Manipulatoren in Längsrichtung zur Bearbeitungsvorrichtung geführt und verfahren werden können.

Vorteilhaft bei der gemeinsamen Nutzung einer Verfahrstrecke ist dabei auch, dass eine Bo denfahrbahn gemeinsam genützt werden kann und die Manipulatoren weitgehend identisch ausgeführt werden können. Somit kann eine Vielzahl von Gleichteilen in den Manipulatoren verbaut sein, was eine einfachere Wartung und Reparatur ermöglicht. Die Manipulatoren kön nen sich dabei in jeglichem Bereich der Verfahr strecke begegnen, wo es zu einer Übergabe eines Bauteils kommen kann.

Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass der erste Manipulator entlang einer ersten Ver fahrstrecke in Längsrichtung verfahren wird und dass der zumindest eine zweite Manipulator entlang einer zweiten Verfahrstrecke, welche zweite Verf ahrstrecke parallel zur ersten Ver fahrstrecke verläuft, in Längsrichtung verfahren wird. Vorteilhafterweise können bei der Ausbildung zweier parallel zueinander angeordneter Ver fahrstrecken für die Manipulatoren, der erste Manipulator und der zweite Manipulator anei nander vorbeifahren. Hiermit kann die Flexibilität der Fertigungsanlage weiterhin gesteigert werden, wodurch eine weitere Reduktion der Produktionszeit erreicht werden kann.

Weiterhin kann die zweite Verfahr strecke auch hängend, über der ersten Verf ahrstrecke aus gebildet sein. Hierbei kann der zweite Manipulator hängend, über dem ersten Manipulator montiert sein. Hierbei können die beiden Manipulatoren wiederum weitgehend identisch aus geführt sein.

Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass der zumindest eine zweite Bearbei tungszyklus an einer zweiten Bearbeitungs Vorrichtung durchgeführt wird.

Vorteilhafterweise kann dabei die zweite Bearbeitungs Vorrichtung mit zur ersten Bearbei tungs Vorrichtung abweichenden Werkzeugen, wie Biege Werkzeugen gerüstet sein. Nach dem Durchführen von einem ersten Bearbeitungszyklus an dem Bauteil an der ersten Bearbei tungs Vorrichtung kann somit ohne zusätzliches Umrüsten von Werkzeugen gleich mit einem zweiten Bearbeitungszyklus an der zweiten Bearbeitungsvorrichtung begonnen werden.

Hierbei sind auch Bearbeitungsvorrichtungen unterschiedlicher Gattungen denkbar. Beispiels weise kann es sich bei der ersten Bearbeitungsvorrichtung um eine Abkantpresse und bei der zweiten Bearbeitungsvorrichtung um eine Schwenkbiegemaschine handeln. Hiermit können die Produktions- bzw. Fertigungszeit weiterhin reduziert werden und die Flexibilität der Ferti gungsanlage gesteigert werden.

Die Erfindung betrifft ferner eine Fertigungsanlage umfassend eine Manipulatoranordnung mit einem ersten Manipulator und zumindest einem zweiten Manipulator, zumindest eine Be arbeitungs Vorrichtung, zur Durchführung von Bearbeitungs-schritten an einem Bauteil, wobei an der Bearbeitungsvorrichtung ein Auflageabschnitt vorgesehen ist, in welchem das Bauteil während einem Umgreifzeitpunkt lastabtragend abstützbar ist.

Mittels der erfindungsgemäßen Fertigungsanlage erfolgt die Übergabe des Bauteils direkt an der Bearbeitungsvorrichtung, wobei es sich bei dem Auflageabschnitt um einen integralen Be standteil bzw. eine Baugruppe der Bearbeitungsvorrichtung handeln kann. Im Zuge der Über- gäbe wird das Bauteil von dem ersten Manipulator abgelegt und von dem zweiten Manipula tor aufgenommen. Während weder der erste Manipulator noch der zweite Manipulator an dem Bauteil angreifen, wird das Bauteil von der Bearbeitungsvorrichtung lastabtragend abgestützt.

Zum Aufgreifen, Transportieren und Halten von Bauteilen können an den Manipulatoren Greifeinrichtungen wie Vakuumsauger oder Zangengreifer vorgesehen sein.

Vorteilhafterweise wird das Bauteil von dem Manipulatoren an unterschiedlichen Stellen bzw. Greifflächen gegriffen, wodurch im Zuge der Übergabe eine Lageveränderung des Bauteils bzw. ein Umgreifen ermöglicht wird. Somit kann eine für einen zweiten Bearbeitungszyklus gewünschte Lage des Bauteils einfach erreicht werden.

Wird nun mithilfe des zweiten Manipulators der zweite Bearbeitungszyklus durchgeführt, so kann der erste Manipulator aus einer Beladezone bzw. von einem Stapel bereits ein weiteres Bauteil aufgreifen und zur Bearbeitungs Vorrichtung transportieren. Während das erste Bauteil von dem zweiten Manipulator in einer Entladezone bzw. auf einem Stapel abgelegt wird, kann bereits ein Bearbeitungszyklus an dem neu zugeführten Bauteil beginnen bzw. durgeführt werden.

Durch den hauptzeitparallelen Zu- und Abtransport von Bauteilen zu einer Bearbeitungs Vor richtung wird erfindungsgemäß die Zykluszeit verringert und somit die Produktivität der Fer tigungsanlage gesteigert.

Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn in dem Auflageabschnitt eine Umgreif Station aus gebildet ist, von welcher das Bauteil während einem Umgreifzeitpunkt lastabtragend abstütz bar ist.

Vorteilhafterweise ist die Umgreifstation verstellbar, wie verschwenkbar bzw. in die Längs richtung der Bearbeitungsvorrichtung verfahrbar ausgebildet. Zu einen Umgreifzeitpunkt kann dabei die Umgreifstation in einen Auflageabschnitt bzw. Umgreifabschnitt verbracht bzw. verschwenkt werden. Nach erfolgter Übergabe an den zweiten Manipulator kann damit der gesamte Bearbeitung sab schnitt, bzw. Bearbeitungsbereich der Bearbeitungs Vorrichtung freigegeben werden, was zu einer erhöhten Flexibilität der Bearbeitungsvorrichtung führt. Während der Durchführung von Bearbeitungsschritten an dem Bauteil kann somit der Aufla geabschnitt bzw. Umgreifabschnitt freigegeben werden. Die Umgreif Station kann somit derart flexibel ausgebildet sein, dass diese nur zu dem Um greifzeitpunkt zur Verfügung steht.

Ferner kann vorgesehen sein, dass die Umgreif Station als Handhabungsvorrichtung an der Be arbeitung s Vorrichtung ausgebildet ist, wobei die Bearbeitungsvorrichtung einen Warteab schnitt und einen Umgreifabschnitt für die Handhabung s Vorrichtung umfasst und wobei die Handhabungsvorrichtung aus dem Warteabschnitt in den Umgreifabschnitt und vice versa verfahrbar ist.

Bei der Handhabungsvorrichtung kann es sich dabei um eine Biegehilfe oder einen zusätzli chen Manipulator handeln, welcher zu dem Umgreifzeitpunkt in den Umgreifabschnitt bzw. Auflageabschnitt verfahrbar ausgebildet ist. Um den gesamten Bearbeitungsabschnitt für die Durchführung von Bearbeitungsschritten freizugeben ist die Handhabungsvorrichtung vorteil hafterweise in einen Warteabschnitt verfahrbar, wobei dieser seitlich an der Bearbeitungsvor richtung vorgesehen sein kann. Alternativ dazu kann es sich bei dem Warteabschnitt auch um einen eigenen Stauraum für die Handhabung s Vorrichtung handeln.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass eine gemeinsame Verf ahrstrecke für den ersten Manipulator und für den zumindest einen zweiten Manipulator vorgesehen ist.

Hierbei erfolgt vorteilhafterweise eine gemeinsame Nutzung einer einzelnen Verfahrstecke, wobei sich die darauf verfahrbaren Manipulatoren in jeglichem Bereich der Verfahrstrecke begegnen können, wo es zu einer Übergabe eines Bauteils kommen kann.

Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass eine erste Verfahrstrecke für den ersten Manipulator und eine zweite Verfahrstrecke für den zumindest einen zweiten Manipulator vorgesehen ist.

Vorteilhafterweise können bei der Ausbildung zweier parallel zueinander angeordneter Ver fahrstrecken für die Manipulatoren, der erste Manipulator und der zweite Manipulator anei nander vorbeifahren, bzw. an jegliche Stelle der jeweiligen Verfahrstrecke verfahren werden. Hiermit kann die Flexibilität der Fertigung sanlage weiterhin gesteigert werden, wodurch eine weitere Reduktion der Produktionszeit erreicht werden kann.

Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass eine zweite Bearbeitungsvorrichtung vorge sehen ist, an welcher zumindest ein zweiter Bearbeitungszyklus durchführbar ist. Nach dem Durchführen von einem ersten Bearbeitungszyklus an dem Bauteil an der ersten Bearbeitungsvorrichtung kann somit ohne zusätzliches Umrüsten von Werkzeugen gleich mit einem zweiten Bearbeitungszyklus an der zweiten Bearbeitungs Vorrichtung begonnen werden. Bei der zweiten Bearbeitungsvorrichtung kann es sich auch um eine Bearbeitungsvorrichtung abweichender Gattung handeln, an welcher andere Bearbeitungsschritte als auf der ersten Be arbeitungs Vorrichtung durchgeführt werden können. Hiermit können die Produktions- bzw. Fertigungszeit weiterhin reduziert werden und die Flexibilität der Fertigungsanlage gesteigert werden.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert.

Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Fertigungsanlage mit einer Manipulatoranordnung und einer Bearbeitungs vorrichtung, wobei ein erster Bearbeitungszyklus an einem ersten Bauteil durch geführt wird;

Fig. 2 die Fertigungsanlage mit der Manipulatoranordnung und der Bearbeitungsvorrich tung, wobei das erste Bauteil von einem ersten Manipulator an einer Umgreifsta tion abgelegt wird;

Fig. 3 die Fertigungsanlage mit der Manipulatoranordnung und der Bearbeitungsvorrich tung, wobei das erste Bauteil von einem zweiten Manipulator an der Umgreifsta tion aufgegriffen wird;

Fig. 4 die Fertigungsanlage mit der Manipulatoranordnung und der Bearbeitungsvorrich tung, wobei ein zweites Bauteil von dem ersten Manipulator aufgegriffen wird und ein zweiter Bearbeitungszyklus an dem ersten Bauteil durchgeführt wird;

Fig. 5 die Fertigung sanlage mit der Manipulatoranordnung und der Bearbeitungsvorrich tung, wobei ein erster Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil durchgeführt wird und das erste Bauteil abgelegt wird;

Fig. 6 eine Ausführungsform einer Fertigungsanlage mit einer Manipulatoranordnung und einer Bearbeitungsvorrichtung, wobei ein erster Manipulator entlang einer ersten Verf ahrstrecke und ein zweiter Manipulator entlang einer zweiten Ver fahrstrecke verfahren wird;

Fig. 7 ein Bauteil mit einer ersten Greiffläche und einer zweiten Greiffläche in einer Sei tenansicht;

Fig. 8 das Bauteil mit mehreren Teilabschnitten der ersten Greiffläche in einer Drauf sicht;

Fig. 9 ein Ablaufdiagramm mit mehreren Bearbeitungszyklen an mehreren Bauteilen.

Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen wer den, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf glei che Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen wer den können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, un ten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.

In der Fig. 1 ist eine Fertigungsanlage 1 mit einer Manipulatoranordnung 2 und einer Bearbei tungsvorrichtung 3 dargestellt, wobei ein erster Bearbeitungszyklus an einem ersten Bauteil 4 durchgeführt wird.

Die Manipulatoranordnung 2 umfasst einen ersten Manipulator 5 und einen zweiten Manipu lator 6 bzw. zumindest einen zweiten Manipulator 6, wobei der erste Manipulator 5 und der zumindest eine zweite Manipulator 6 dazu ausgebildet sind das Bauteil 4 aufzugreifen, zu transportieren, zu halten und/oder abzulegen. Als Bearbeitungsvorrichtung 3 zur Durchfüh rung von Bearbeitungs schritten an dem Bauteil 4 ist in der Fig. 1 beispielhaft eine Abkant presse 7 dargestellt. Zum Aufgreifen, Transportieren, Halten bzw. Ablegen des Bauteils 4, sind an dem ersten Manipulator 5 und an dem zweiten Manipulator 6 jeweils mehrere Vaku umsauger 8 vorgesehen.

Gemäß der Darstellung in Fig. 1 ist ein Bearbeitungsschritt eines ersten Bearbeitungszyklus an dem ersten Bauteil 4 in Gange. Der erste Bearbeitungszyklus kann dabei einen oder meh rere Bearbeitungsschritte umfassen, wobei es sich im dargestellten Ausführungsbeispiel um eine definierte Abfolge von Biegeschritten handelt. Während dem ersten Bearbeitungszyklus wird das erste Bauteil 4 von mehreren Vakuumsaugern 8 des ersten Manipulators 5 gehalten, bzw. wird das erste Bauteil 4 von dem ersten Manipulator 5 an unterschiedliche Bearbeitungs abschnitte 9 der Abkantpresse 7 verbracht um eine Abfolge von Biegeschritten an dem ersten Bauteil 4 durchzuführen.

Zum Verfahren des ersten Manipulators 5 und des zweiten Manipulators 6 ist eine erste Ver fahrstrecke 10 vorgesehen, entlang welcher der erste Manipulator 5 und der zweite Manipula tor 6 in Längsrichtung 11 zur Bearbeitungsvorrichtung 3 bzw. Abkantpresse 7 verfahren wer den können, um das Bauteil 4 zu den unterschiedlichen Bearbeitungsabschnitten 9 der Bear beitungsvorrichtung 3 bzw. Abkantpresse 7 verbringen zu können. An den unterschiedlichen Bearbeitung sab schnitten 9 der Bearbeitungsvorrichtung 3 bzw. Abkantpresse 7, welche durch unterschiedlich ausgeformte bzw. durch unterschiedlich lange Biegewerkezuge definiert sein können, werden die einzelnen Bearbeitungsschritte bzw. Biegeschritte der Bearbeitungszyk len durchgeführt.

Der erste Manipulator 5 und der zweite Manipulator 6 nutzen dabei die gleiche bzw. eine ge meinsame Verfahrstrecke 10 mit einer Schienenanordnung 12. In einem nicht näher darge stellten Ausführungsbeispiel ist es auch denkbar, dass der erste Manipulator 5 und der zweite Manipulator 6 anstelle entlang einer Schienenanordnung 12, entlang eines definierten Berei ches in Längsrichtung 11 verfahren werden, bzw. bewegt werden können.

In der Fig. 2 ist die Fertigungsanlage 1 mit der Manipulatoranordnung 2 und der Bearbei tungsvorrichtung 3 dargestellt, wobei das erste Bauteil 4 von dem ersten Manipulator 5 an ei ner Umgreifstation 13 abgelegt wird, an welcher das Bauteil 4 während einem Umgreifzeit- punkt lastabtragend abgestützt wird. Die Umgreifstation 13 ist dabei in einem Beschickungs abschnitt der Bearbeitungsvorrichtung 3 bzw. in einem Auflageabschnitt 14 der Fertigungsan lage 1 ausgebildet.

Nach einem ersten Bearbeitungszyklus, mit zumindest einem Bearbeitungs schritt, erfolgt so mit zu einem vorbestimmten Umgreifzeitpunkt eine Übergabe des ersten Bauteils 4 von dem ersten Manipulator 5 an den zumindest einen zweiten Manipulator 6. Der Umgreifzeitpunkt liegt dabei zwischen dem ersten Bearbeitungszyklus und zumindest einem zweiten Bearbei tungszyklus, mit wiederum zumindest einem Bearbeitungsschritt bzw. Biegeschritt. Im Zuge des Umgreifens kann dabei die Lage des Bauteils 4 verändert werden. Beispiels weise kann das Bauteil 4 umgedreht bzw. derart verdreht werden, dass es eine für einen zwei ten Bearbeitungszyklus erforderliche räumliche Lage einnimmt.

Während dem Umgreifzeitpunkt liegt das Bauteil 4 an der Bearbeitungsvorrichtung 3 zumin dest abschnittsweise im Bereich des Auflageabschnitts 14 auf und wird ausschließlich von der Bearbeitungsvorrichtung 3 bzw. integralen Bestandteilen der Bearbeitungsvorrichtung 3 last abtragend abgestützt.

Das erste Bauteil 4 umfasst dabei eine erste Greiffläche 15 und eine zweite Greiffläche 16, wobei das Bauteil 4 von dem ersten Manipulator 5 an der ersten Greiffläche 15 aufgegriffen bzw. an der Umgreif Station 13 abgelegt wird.

In einer alternativen, nicht näher dargestellten Ausführungsform kann es sich bei dem Aufla geabschnitt 14, in welchem das Bauteil 4 während einem Umgreifzeitpunkt lastabtragend ab stützbar ist, auch um einen Bereich im Bearbeitungsabschnitt 9 handeln, in welchem das Bau teil 4 mithilfe eines Werkzeugs 17 der Bearbeitungsvorrichtung 3 lastabtragend abgestützt wird. Hierzu ist weiterhin denkbar, dass mithilfe der Biegewerkzeuge 18 ein Abkantpresse 7 das Bauteil abgestützt bzw. gehalten wird, wobei auch eine zusätzliche Klemmung mittels der Biegewerkzeuge 18 denkbar ist.

In der Fig. 3 ist die Fertigungsanlage 1 mit der Manipulatoranordnung 2 und der Bearbei tung s Vorrichtung 3 dargestellt, wobei das erste Bauteil 4 von dem zweiten Manipulator 6 an der Umgreifstation 13 bzw. im Auflageabschnitt 14 aufgegriffen wird. Das erste Bauteil 4 wird dabei von dem zweiten Manipulator 6 an der zweiten Greiffläche 16 aufgegriffen.

Alternativ dazu ist es gemäß einer nicht näher dargestellten Ausführungsform auch denkbar, dass das erste Bauteil 4 auf zumindest einem Werkzeug 17 der Bearbeitungsvorrichtung 3 zu mindest abschnittsweise aufliegt und lastabtragend abgestützt wird, während das das erste Bauteil 4 von dem zumindest einen zweiten Manipulator 6 aufgegriffen wird.

In der Fig. 4 ist die Fertigungsanlage 1 mit der Manipulatoranordnung 2 und der Bearbei tung s Vorrichtung 3 dargestellt, wobei ein zweites Bauteil 19 von dem ersten Manipulator 5 aufgegriffen wird, während ein zweiter Bearbeitungszyklus an dem ersten Bauteil 4 durchge führt wird. Das zweite Bauteil 19 kann dabei beispielsweise von einem Stapel 26 aufgenom- men werden, auf welchem zu bearbeitende Bauteile 4, 19 lagern.

Das erste Bauteil 4 wird während des zweiten Bearbeitungszyklus vom ersten Manipulator 5 mittels den Vakuumsaugern 8 gehalten, bzw. vom ersten Manipulator 5 entlang der Ver fahrstrecke 10 in Längsrichtung 11 zu den unterschiedlichen Bearbeitungsabschnitten 9 der Bearbeitungsvorrichtung 3 bzw. Abkantpresse 7 verbracht.

In der Fig. 5 ist die Fertigungsanlage 1 mit der Manipulatoranordnung 2 und der Bearbei tungsvorrichtung 3 dargestellt, wobei ein erster Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil 19 durchgeführt wird, während das erste erstes Bauteil 4 von dem zweiten Manipulator 6 ab gelegt wird. Das erste Bauteil 4 kann dabei wiederum auf einem Stapel 26 oder ein Palette ab gelegt werden, bzw. ist es auch denkbar dass das erste Bauteil 4 an eine weitere nicht näher dargestellte Fertigungsanlage 1 transportiert wird.

In der Fig. 6 ist eine weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform ei ner Fertigungsanlage 1 gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Fig. 1 bis 5 verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte Beschreibung in den voran gegangenen Fig. 1 bis 5 hingewiesen bzw. Bezug genommen.

Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform einer Fertigungsanlage 1 mit einer Manipulatoranordnung 2 und einer Bearbeitungsvorrichtung 3, wobei ein erster Manipulator 5 entlang einer ersten Verfahrstrecke 10 und ein zweiter Manipulator 6 entlang einer zweiten Verfahrstrecke 20 ver fahren wird.

Bei der ersten Verfahrstrecke 10 und der zweiten Verfahrstrecke 20 kann es sich wiederum jeweils um Schienenanordnungen 12 handeln, entlang welcher der erste Manipulator 5 und der zweite Manipulator 6 in Längsrichtung 11 verfahren werden können, bzw. bewegt werden können.

In einer nicht näher dargestellten Ausführungsform kann hierbei die zweite Verfahr strecke 20 oberhalb der ersten Verfahrstrecke 10 angeordnet sein, wobei der zweite Manipulator 6 hän gend an der zweiten Verfahrstrecke 20 angeordnet ist. Gemäß Darstellung in der Fig. 6 wird ein erster Bearbeitungszyklus mit mehreren Bearbei tung s schritten an einem ersten Bauteil 4 durchgeführt. Der zweite Manipulator 6 befindet sich in einer Warteposition. Nachdem das erste Bauteil 4 an einer Umgreifstation 13 abgelegt wurde, kann der zweite Manipulator 6 an der zweiten Verfahrstrecke 20 derart verfahren wer den, dass der zweite Manipulator 6 das erste Bauteil 4 von der Umgreif Station 13 zur Durch führung eines zweiten Bearbeitungszyklus wieder aufnehmen kann.

Alternativ oder zusätzlich dazu, kann die Umgreifstation 13 als Handhabungsvorrichtung 21 an der Bearbeitungsvorrichtung 3 ausgebildet sein, wobei die Bearbeitungsvorrichtung 3 ei nen Warteabschnitt 22 und einen Umgreifabschnitt 23 für die Handhabung s Vorrichtung 21 aufweist. Die Handhabung s Vorrichtung 21 wird dabei vor einem Umgreifzeitpunkt aus dem Warteabschnitt 22 in den Umgreifabschnitt 23 und nach dem Umgreifzeitpunkt aus dem Um greifabschnitt 23 in den Warteabschnitt 22 verbracht.

Bei einer Handhabungsvorrichtung 21 kann es sich dabei beispielsweise auch um eine Biege hilfe für eine Abkantpresse 7 handeln, mittels welcher Bauteile 4, 19 im Zuge eines Bearbei tungszyklus auch gestützt werden können.

Gemäß einer nicht näher dargestellten Ausführungsform kann der zumindest eine zweite Be arbeitung szyklus auch an einer zweiten Bearbeitungsvorrichtung 24 durchgeführt werden. Bei der ersten Bearbeitungsvorrichtung 3 kann es sich hierbei wiederum um eine Abkantpresse 7 und bei der zweiten Bearbeitungsvorrichtung 24 kann es sich um eine Schwenkbiegemaschine oder ebenfalls um eine Abkantpresse 7 handeln.

Fig. 7 zeigt ein Bauteil 4, 19 mit einer ersten Greiffläche 15 und einer zweiten Greiffläche 16 in einer Seitenansicht. Das Bauteil 4, 19 kann dabei von einem ersten Manipulator 5 an der ersten Greiffläche 15 und von einem zweiten Manipulator 6 an der zweiten Greiffläche 16 aufgegriffen, gehalten und transportiert werden.

In der Fig. 8 ist das Bauteil 4, 19 mit mehreren Teilabschnitten 25 der ersten erste Greiffläche 15 in einer Draufsicht dargestellt. In den Teilabschnitten 25 kann dabei das Bauteil 4, 19 mit tels an dem ersten Manipulator 5 bzw. zweiten Manipulator 6 angeordneten Vakuumsaugern 8 aufgegriffen werden. In der Fig. 9 ist ein Ablaufdiagramm mit mehreren Bearbeitungszyklen an mehreren Bauteilen 4, 19 dargestellt.

Zu einem Zeitpunkt to wird das erste Bauteil 4 von einem ersten Manipulator 5 aufgegriffen. Daraufhin, zu einem Zeitpunkt ti, wird ein erster Bearbeitungszyklus mit zumindest einem Bearbeitungs schritt an dem ersten Bauteil 4 an einer ersten Bearbeitungsvorrichtung 3 durch geführt. Zu einem Zeitpunkt t2 wird das erste Bauteil 4 an einem Auflageabschnitt 14 bzw. ei ner Umgreifstation 13 abgelegt. Zu einem Zeitpunkt t3 wird das erste Bauteil 4 von einem zweiten Manipulator 6 von dem Auflageabschnitt 14 bzw. der Umgreifstation 13 aufgegriffen.

Zu einem Zeitpunkt U wird ein zweites Bauteil 19 vom ersten Manipulator 5 beispielsweise von einem Stapel 26, wie einem Stapel 26 für Ausgangsmaterialien in Form von Blechplatten aufgegriffen. Gleichzeitig wird ein zweiter Bearbeitungszyklus mit zumindest einem Bearbei tungsschritt an dem ersten Bauteil 4 durchgeführt. Während zu einem Zeitpunkt ts das erste Bauteil 4 von dem zweiten Manipulator 6 beispielsweise auf einem Stapel 26 für End- bzw. Zwischenprodukte aus Blechplatten abgelegt wird, wird an dem zweiten Bauteil 19 ein erster Bearbeitungszyklus durchgeführt.

Zu einem Zeitpunkt te wird in weiterer Folge das zweite Bauteil 19 an der Umgreif Station 13 abgelegt und von der Bearbeitungs Vorrichtung 3 lastabtragend abgestützt. Zu einem Zeitpunkt t7 wird das zweite Bauteil 19 von dem zweiten Manipulator 6 von der Umgreifstation 13 auf gegriffen und zu einem Zeitpunkt ts wird ein zweiter Bearbeitungszyklus an dem zweiten Bauteil 19 durchgeführt. Gleichzeitig wird von dem ersten Manipulator 5 ein drittes Bauteil 27 aufgegriffen. Während zu einem Zeitpunkt t9 ein erster Bearbeitungszyklus an dem dritten Bauteil 27 durchgeführt wird, wird das zweite Bauteil 19 beispielsweise auf einem Stapel 26 für End- bzw. Zwischenprodukte abgelegt. Zu einem Zeitpunkt tio wird in weiterer Folge das dritte Bauteil 27 an der Umgreif Station 13 abgelegt. Zu einem Zeitpunkt tu wird als nächstes das dritte Bauteil 27 von der Umgreifstation 13 aufgegriffen. Während eines zweiten Bearbei tungszyklus an dem dritten Bauteil 27 zu einem Zeitpunkt ti2 wird ein viertes Bauteil 28, bei spielsweise von einem Stapel 26 für Ausgangs- bzw. Rohmaterialien aufgegriffen und zu ei nem Zeitpunkt to wird ein ersten Bearbeitungszyklus an dem vierten Bauteil 28 durchgeführt. Gleichzeitig wird von dem zweiten Manipulator 6 das dritte Bauteil 27 abgelegt. Das Aufgreifen, Durchführen eines ersten Bearbeitungszyklus, Ablegen an einer Umgreifsta tion 13, Aufgreifen von der Umgreif Station 13, Durchführen eines zweiten Bearbeitungszyk lus und Ablegen lässt sich beliebig oft bzw. lange an mehreren Bauteilen 4, 19, 27, 28 nachei nander durchführen, wobei das Aufgreifen und/oder Ablegen von Bauteilen 4, 19, 27, 28 hauptzeitparallel zu den einzelnen Bearbeitungszyklen bzw. Bearbeitungs schritten durchge führt wird.

Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle be merkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten dersel ben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen Ausfüh rungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.

Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmals kombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispie len können für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen wer den.

Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert darge stellt wurden.

Bezugszeichenaufstellung Fertigungsanlage Manipulatoranordnung erste Bearbeitungs Vorrichtung erstes Bauteil erster Manipulator zweiter Manipulator Abkantpresse Vakuumsauger Bearbeitungsabschnitt erste Verf ahrstrecke Längsrichtung Schienenanordnung U mgreif Station Auflageabschnitt erste Greiffläche zweite Greiffläche Werkzeug B iegewerkzeug zweites Bauteil zweite Verf ahrstrecke Handhabung s Vorrichtung Warteabschnitt Umgreifabschnitt zweite Bearbeitungs Vorrichtung Teilabschnitt Stapel drittes Bauteil viertes Bauteil