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Title:
METHOD FOR USING CO2 IN THE PRODUCTION OF SYNTHESIS GAS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/070988
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing biological products (115), such as biomethane, biomethanol, bioethanol, biodiesel, biogasoline, or bioplastic, from a biological synthesis gas (112) containing H2, CO, and CO2, which synthesis gas is formed by combining an H2-rich synthesis gas flow (109), which is produced in a steam reformer (107) by converting a methane-rich gas (103), and a CO- and/or CO2-rich synthesis gas flow (110), which is produced in a biomass gasification (108), the production of the biological products being accomplished in that the H2/CO ratio of the biological synthesis gas (112) is controlled by additionally feeding CO2 (117) to the steam reformer (107).

Inventors:
SPORER JOSEF (DE)
MABROUK RACHID (DE)
MEHMKE HAIK (DE)
Application Number:
PCT/EP2015/002205
Publication Date:
May 12, 2016
Filing Date:
November 04, 2015
Export Citation:
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Assignee:
LINDE AG (DE)
International Classes:
C10G2/00; C01B3/34; C01B3/36
Domestic Patent References:
WO2008017741A12008-02-14
WO2008122399A12008-10-16
WO1999055618A11999-11-04
WO2016016251A12016-02-04
WO2016016256A12016-02-04
Foreign References:
US20040181313A12004-09-16
EP0745114B11999-03-24
DE4139512A11993-06-03
DE4209549A11993-09-30
EP2166064A12010-03-24
Other References:
CHRISTENSEN ET AL: "Adiabatic prereforming of hydrocarbons - an important step in syngas production", APPLIED CATALYSIS A: GENERAL, ELSEVIER SCIENCE, AMSTERDAM, NL, vol. 138, no. 2, 9 May 1996 (1996-05-09), pages 285 - 309, XP022250773, ISSN: 0926-860X, DOI: 10.1016/0926-860X(95)00302-9
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Claims:
Patentansprüche

Verfahren zur Erzeugung von biologischen Produkten, wie Bio-Methan, Bio- Methanol, Bio-Ethanol, Bio-Diesel, Bio-Benzin oder Bio-Plastik aus einem H2, CO und C02 enthaltenden biologischen Synthesegas (112), welches durch Kombination eines H2 reichen Synthesegasstroms (109), welcher in einem Dampfreformierer (107) durch Umsetzung eines methanreichen Gases (103) erzeugt wird, und eines CO und/oder C02 reichen Synthesegasstroms (110), welcher in einer Biomassevergasung (108) erzeugt wird, gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das H2/CO-Verhältnis des biologischen Synthesegases durch zusätzliche Zugabe von C02 (117) zum Dampfreformierer (107) geregelt wird.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung des H2 Gehaltes im biologischen Synthesegas H2 aus einer Elektrolyse (102) verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass als methanreiches Gas (103) für den Dampfreformierer methanreiches Biogas oder Erdgas verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzliches C02 C02 aus einer Biomassevergasung, dem Rauchgas des Dampfreformierers, einer Sauergasabscheidung aus dem Synthesegas (1 6), einer Biogaserzeugung durch Fermentierung oder einer Speichereinrichtung (101) verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Zugabe von C02 (117) in den Dampfreformierer (107) abhängig von der Konzentration des H2 und/oder CO im biologischen Synthesegasstrom (1 12) geregelt wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche C02 vor Eintritt in den Dampfreformierer dem

Prozessdampfstrom zugegeben wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche C02 vor der Zugabe zum Dampfreformierer, mittels eines Ejektorsystems, welches Dampf als Treibmittel verwendet, auf einen erhöhten Druck gebracht wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche C02 vor der Zugabe zum Dampfreformierer als Fördermittel für die Biomasse in den Biomassevergaser verwendet wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des biologischen Synthesegases, welches nicht zu einem biologischen Produkt umgesetzt wurde, zum Dampfreformer zurückgeführt wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Zugabe von C02 in den Dampfreformer abhängig von der H2, CO und C02 Konzentration im zurückgeführten Teil des nicht umgesetzten Synthesegases geregelt wird.

Description:
Beschreibung

Verfahren zur Nutzung von CQ2 bei der Synthesegasproduktion

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von biologischen Produkten, wie Bio-Methan, Bio-Methanol, Bio-Ethanol, Bio-Diesel, Bio-Benzin oder Bio-Plastik aus einem H 2 , CO und C0 2 enthaltenden biologischen Synthesegas, welches durch

Kombination eines H 2 reichen Synthesegasstroms, welcher in einem Dampfreformierer durch Umsetzung eines methanreichen Gases erzeugt wird, und eines CO und/oder C0 2 reichen Synthesegasstroms, welcher in einer Biomassevergasung erzeugt wird, gebildet wird.

Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus verschiedenen festen und

gasförmigen Rohstoffen sind bereits bekannt.

Feste Rohstoffe werden vorteilhafterweise in sogenannten Vergasungsverfahren zu H 2 und CO umgesetzt. Besonders geeignet sind hierfür auch biologische Rohstoffe, wie beispielsweise Alt- und Waldrestholz, Energiehölzer oder Agrarreststoffe wie Stroh oder Torf.

Verfahren und Anlagen zur zumindest teilweisen Vergasung von festem, organischem Einsatzmaterial sind beispielsweise aus EP 0 745 114 B1 , DE 41 39 512 A1 und DE 42 09 549 A1 bekannt. Die vorliegende Anmeldung betrifft hierbei insbesondere solche Verfahren bzw. Anlagen, die einen Niedertemperaturvergaser und einen

Hochtemperaturvergaser aufweisen, wie nachfolgend erläutert. Gegenüber anderen Verfahren ermöglichen diese u.a. einen niedrigeren Verbrauch an Einsatzmaterial und weisen einen höheren Kaltgaswirkungsgrad auf.

In einem Niedertemperaturvergaser wird das Einsatzmaterial, beispielsweise

Biomasse, durch Teilvergasung mit einem Vergasungsmittel bei Temperaturen zwischen ca. 300 °C und 600 °C zu Koks (im Fall von Biomasse sogenanntem

Biokoks) und Schwelgas umgesetzt. Die trockene Biomasse wird hierbei über mechanische oder pneumatische Förderanlagen in den Reaktor gefördert. Für die pneumatische Förderung eignen sich inerte Gase oder insbesondere C0 2 , wie unter anderem aus einem Vortrag bekannt ist. („Experimental and techno-economic

BESTÄTIGUNGSKOPIE assessment of C0 2 recycling in a steam gasifier for SNG or FT diesel production.", SGC International Seminar on Gasification, 17.10.2013, S. Gros und S. Valin).

Das Schwelgas wird anschließend in eine Brennkammer des

Hochtemperaturvergasers überführt und dort mit einem sauerstoffhaltigen Gas, beispielsweise mit mehr oder weniger reinem Sauerstoff, aber auch mit Luft und/oder sauerstoffhaltigen Abgasen, z.B. aus Gasturbinen oder Verbrennungsmotoren, partiell oxidiert. Durch die Oxidation freiwerdende Wärme bewirkt einen Temperaturanstieg auf 1.200 °C bis 2.000 °C, beispielsweise 1.400 °C. Bei derartigen Bedingungen werden in dem Schwelgas enthaltene Aromaten, Teere und Oxoverbindungen vollständig zersetzt. Hierdurch bildet sich ein Synthesegas, das im Wesentlichen aus

Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf besteht. In einer weiteren Stufe wird, beispielsweise in einer in dem Hochtemperaturvergaser integrierten oder in einer diesem nachgeschalteten Quencheinheit, das so erzeugte Synthesegas mit Koks aus dem Niedertemperaturvergaser in Kontakt gebracht. Der Koks kann zuvor gesondert (z.B. durch Mahlen und Sichten) aufbereitet und dann in die Quencheinheit eingebracht werden. Durch endotherme Reaktionen zwischen Koks und Synthesegas wird letzteres auf etwa 900 °C abgekühlt. Dies bewirkt eine teilweise Umsetzung des Kohlendioxids zu Kohlenmonoxid. Das so erzeugte CO und C0 2 reiche Synthesegas kann anschließend weiter konditioniert werden. Die Konditionierung umfasst insbesondere eine weitere Abkühlung, eine Entstaubung, eine

Entschwefelung, eine Verdichtung und/oder die Abtrennung von Restkohlendioxid. Dieses Restkohlendioxid kann weiterverarbeitet werden oder gespeichert werden. Bei einer derartigen Vergasung entstehendes Synthesegas weist typischerweise ein H 2 /CO-Verhältnis von 0,8:1 auf.

Für viele anschließende Verfahren zur Verwertung von Synthesegas werden jedoch höhere H 2 /CO-Verhältnisse benötigt.

Hierzu sind bislang folgende Verfahren üblich:

Zusätzliches H 2 kann beispielsweise über Elektrolyse hergestellt werden und dem Synthesegasstrom zudosiert werden, wie es unter anderem aus EP2166064 A1 bekannt ist. Nachteile ergeben sich jedoch daraus, dass die Elektrolyse nur bei sehr niedrigen Strompreisen, beispielsweise bei Überschussstrom aus regenerativen Quellen, wirtschaftlich durchgeführt werden kann. In einem anderen Prozessschritt kann ein Teil des CO mit H 2 0 in einer Wassergas- Shift-Reaktion zu C0 2 und H 2 umgesetzt werden, bis beispielsweise ein H 2 /CO- Verhältnis von etwa 2:1 erreicht ist. Als nachteilig wird angesehen, dass hierbei auch C0 2 entsteht, welches für viele anschließende Verfahren, beispielsweise zur

Bereitstellung von flüssigen Kohlenstoffwasserstoffen, nicht verwendbar ist und somit für die weitere Prozesskette verloren geht. Insbesondere in der Synthese von Methanol führt das Kohlendioxid zudem zur Bildung von Wasser, welches aufwendig vom

Methanol abgetrennt werden muss. H 2 reiches Synthesegas kann auch über die Reformierung von gasförmigen und festen Stoffen hergestellt werden. Üblich ist hierzu insbesondere eine Dampfreformierung von methanreichen Gasen. Dabei wird Biogas oder natürliches Gas mit Wasserdampf in der Regel an einem heterogenen Katalysator zu Synthesegas umgesetzt. Das so erzeugte H 2 reiche Synthesegas kann anschließend weiter konditioniert werden.

Hierbei entsteht ein H 2 /CO-Verhältnis von etwa 3:1 , welches für die meisten

nachfolgenden Weiterverarbeitungsschritte des Synthesegases zu hoch ist. Es kann deshalb zusätzliches C0 2 zugegeben werden, um die CO Ausbeute zu erhöhen.

Um deshalb ein H 2 /CO-Verhältnis von 2:1 zu erreichen, wie es für die Synthese von Methanol am besten geeignet ist, können ein Vergasungs- und ein

Reformierungsverfahren parallel betrieben werden und die resultierenden

Synthesegase entsprechend gemischt werden. Nachteilig hierbei ist jedoch, dass die Verfügbarkeit von Reformierungsverfahren und Vergaser unterschiedlich sind und es insbesondere durch Ausfälle der Vergasungseinrichtung, zu wechselnden

Synthesegaszusammensetzungen kommen kann. Die Regelung der Mischung ist nicht trivial, da es sich um komplexe Systeme handelt. Für nachfolgende

Herstellungsprozesse, insbesondere die Synthese von Methanol, von Dimethylether oder die Fischer-Tropsch-Synthese ist jedoch eine gleichbleibende

Synthesegaszusammensetzung notwendig, um gleichbleibende Produktqualitäten und -ausbeuten, insbesondere bei Bio-Methan, Bio-Methanol, Bio-Ethanol, Bio-Diesel, Bio- Benzin oder Bio-Plastik, zu erhalten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass eine bedarfsgerechte Einstellung des H 2 /CO-Verhältnisses ermöglicht wird. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das H 2 /CO-Verhältnis des biologischen Synthesegases durch zusätzliche Zugabe von C0 2 zum Dampfreformierer geregelt wird.

Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn, wie für die Methanolsynthese, ein gezieltes H 2 /CO-Verhältnis nötig ist, wie es durch die reine Mischung des H 2 reichen Synthesegasstromes aus der Dampfreformierung und des CO und/oder C0 2 reichen Synthesegasstromes nur schwierig einzustellen ist. Beide Prozesse laufen, aufgrund der unterschiedlichen Rohstoffqualität oder Rohstoffverfügbarkeit, nicht immer konstant. C0 2 hingegen kann wenn nötig innerhalb kurzer Regelzeiten zugeführt werden. Das C0 2 wandelt sich im Reformer teilweise zu CO um.

Besonders bevorzugt ist es, wenn zur Erhöhung des H 2 Gehaltes im biologischen Synthesegas H 2 aus einer Elektrolyse verwendet wird. So kann in Fällen bei denen der H 2 Anteil zu niedrig ist oder wenn günstiger Überschussstrom vorliegt, eine Elektrolyse betrieben werden und so der H 2 Anteil im biologischen Synthesegas erhöht werden. Durch die Nutzung von Überschussstrom aus regenerativen Energien, insbesondere aus Windrädern und Photovoltaikanlagen, kann zudem zu einer Stabilisierung der Stromnetze beigetragen und die Überschussenergie chemisch gespeichert werden. Vorteilhafterweise wird als methanreiches Gas für den Dampfreformierer

methanreiches Biogas oder Erdgas verwendet. Vor allem wenn methanreiches Biogas verwendet wird, können vollständig auf biologischen Rohstoffen basierende Produkte und Chemikalien hergestellt werden. Im Zuge der Rohstoffknappheit von fossilen Stoffen wird dies immer wichtiger. Chemikalisch ist Bio-Methanol nicht von

herkömmlich hergestelltem Methanol zu unterscheiden.

Ein besonderer Vorteil ergibt sich, wenn als zusätzliches C0 2 C0 2 aus einer

Biomassevergasung, dem Rauchgas des Dampfreformierers, einer

Sauergasabscheidung aus dem Synthesegas, einer Biogaserzeugung durch

Fermentierung oder aus einer Speichereinrichtung verwendet wird. Wenn das zusätzlich verwendete C0 2 dem Prozess selbst entstammt und direkt oder nach einer Zwischenspeicherung eingesetzt wird, ist es selbst auch biologisch. Es kann jedoch auch zusätzliches C0 2 aus anderen biologischen Quellen verwendet werden. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die zusätzliche Zugabe von C0 2 in den Dampfreformierer abhängig von der Konzentration des H 2 und/oder CO im biologischen Synthesegasstrom geregelt. So kann auf etwaige

Schwankungen des H 2 /CO-Verhältnisses im Synthesegas reagiert werden und eine stabile Produktion biologischer Produkte gesichert werden.

Vorteilhafterweise wird das zusätzliche C0 2 vor Eintritt in den Dampfreformierer dem Prozessdampfstrom zugegeben. So wird die Bildung von Wasser insbesondere in einer später folgenden Methanolsynthese reduziert.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird das zusätzliche C0 2 vor der Zugabe zum Dampfreformierer, mittels eines Ejektorsystems, welches Dampf als Treibmittel verwendet, auf einen erhöhten Druck gebracht. So kann auch C0 2 verwendet werden, welches nicht das gleiche Druckniveau aufweist wie der

Prozessdampf oder das methanreiche Gas für den Dampfreformierer.

Ein besonderer Vorteil ergibt sich, wenn das zusätzliche C0 2 vor der Zugabe zum Dampfreformierer als Fördermittel für die Biomasse in den Biomassevergaser verwendet wird. Im Gegensatz zu inerten Gasen, wie N 2 , ist C0 2 bereits ein Baustein der späteren Synthese, so dass keine vollständige Abtrennung erforderlich ist. Das abgetrennte Fördergas kann im Anschluss dem Dampfreformierer zugeführt werden.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung, wird ein Teil des biologischen Synthesegases, welches nicht zu einem biologischen Produkt umgesetzt wurde, zum Dampfreformer zurückgeführt. Dieses Gas wurde bisher als Brenngas verwendet. Durch die optimale Einstellung des H 2 /CO-Verhältnisses wird der nicht umgesetzte Strom und damit der Inertanteil sehr klein sein, deshalb ist es besser einen Großteil des Gases als Einsatzstoff in den Dampfreformer zurückzuführen, da so der Umsatz erhöht wird. Nur ein kleiner Teil des Gases wird als Brenngas für den

Dampfreformer verwendet, wodurch die Anreicherung von Inertprodukten vermieden wird.

Besonders bevorzugt wird deshalb die zusätzliche Zugabe von C0 2 in den

Dampfreformer abhängig von der H 2 , CO und C0 2 Konzentration im zurückgeführten Teil des nicht umgesetzten Synthesegases geregelt. Die Vorteile der Erfindung ergeben sich insbesondere aus der Möglichkeit, eine konstante Zusammensetzung des biologischen Synthesegasstromes für die

Weiterverarbeitung zu gewährleisten und durch die Nutzung von C0 2 als Wertstoff, statt als Abfallprodukt. Bei der doppelten Nutzung des C0 2 als Fördermedium für die Biomasse in die Biomassevergasung und anschließend in der Dampfreformierung können zusätzliche Transportmedien oder Vorrichtungen eingespart werden.

Durch die Verwendung von rein biologischen Ausgangsstoffen können auch rein biologische Produkte erzeugt werden, für die es einen profitablen Markt gibt. Durch den höheren Marktwert von biologischen Produkten ist die Optimierung der Verwendung von biologischem C0 2 im Vergleich zu schwarzem C0 2, welches aus konventionellen mit fossilen Rohstoffen betriebenen Prozessen stammt, von wesentlich höherer Bedeutung.

Eine besonders bevorzugte Variante ist es, wenn die Mischung des Synthesegases aus dem Dampfreformer und dem Biomassevergaser die Grundlast für weitere

Reaktionen, insbesondere die Methanolsynthese bilden. Bei günstigem

Überschussstrom kann H 2 aus einer Elektrolyse sowie zusätzliches C0 2 zugegeben werden, um zu einer maximalen Auslastung zu gelangen. Bei Betriebsproblemen bei jeweils einer der Synthesegasproduzenten kann die Zugabe von H 2 bzw. C0 2 ebenfalls unabhängig voneinander variiert werden.

Das nicht umgesetzte Synthesegas aus nachfolgenden Reaktionen, insbesondere der Methanolsynthese wurde bisher als Brenngas verwendet. Besser ist es einen Großteil des Gases in den Dampfreformer zurückzuführen, da so der Umsatz erhöht wird.

Neben der verbesserten Nutzung des C0 2 werden auch durch diesen Schritt

Emissionen vermieden.

Die Erfindung eignet sich für alle Produktionsverfahren von biologischen Produkten bei denen Synthesegas als Ausgangsstoff verwendet wird. Durch die Regelung der zusätzlichen Zugabe von H 2 und/oder C0 2 abhängig von der Zusammensetzung des biologischen Synthesegasstromes, zusammengesetzt aus dem Produkt eines

Dampfreformers und einer Vergasungseinrichtung, kann das hinsichtlich einer optimalen Ausbeute bevorzugte H 2 /CO-Verhältnis konstant eingestellt werden.

Im Folgenden soll die Erfindung anhand von in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert werden: Es zeigen

Figur 1 eine schematische Ansicht einer Anlage zur Herstellung von Synthesegas und daraus folgenden weiteren Produkten.

Figur 2 eine schematische Ansicht einer Anlage zur Herstellung von Synthesegas und daraus folgenden weiteren Produkten mit Ejektorsystem.

Figur 3 eine schematische Ansicht der Biomasseförderung in einen Vergaser.

In Figur 1 ist eine Anlage schematisch dargestellt, welche zur Durchführung eines bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet und insgesamt mit 100 bezeichnet ist. Die Anlage 100 umfasst einen Dampfreformierer 107, betrieben mit methanreichem Gas 103 und einen Biomassevergaser 108, betrieben mit Biomasse, insbesondere Holzhackschnitzel 104. Der H 2 reiche Synthesegasstrom 109 aus dem Dampfreformierer 107, mit einem H 2 /CO-Verhältnis von etwa 3:1 , wird mit dem CO und C0 2 reichen Synthesegasstrom 1 10, mit einem H 2 /CO-Verhältnis von etwa 0,8: 1 aus dem Biomassevergaser 108, nach dessen Aufbereitung der Reinigungs- und

Konditionierungsstufe 1 1 1 vermischt. In der Aufbereitungsstufe 11 1 wird der Gasstrom insbesondere entstaubt, entschwefelt sowie gegebenenfalls abgekühlt und verdichtet. Überschüssiges C0 2 1 16 wird an dieser Stelle abgetrennt und einer

Speichereinrichtung 101 , zur weiteren Verwendung, zugeführt. In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführung kann diese Speichereinrichtung entfallen und das C0 2 direkt, dem Dampfreformierer 107 zugeführt werden und/oder das C0 2 aus anderen, insbesondere biologischen Quellen, stammen. Im hier vorliegenden Fall wird das gespeicherte C0 2 1 17 dem Dampfreformierer 107 zugeführt.

Falls H 2 1 18 aus einer Elektrolyse 102 zur Verfügung steht, wird dieses zum

gereinigten Synthesegas 1 12 zugemischt. Die Zugabe des C0 2 1 17 bzw. die

Entfernung von C0 2 1 16 ist abhängig von der Zusammensetzung des Synthesegases 1 12 und der Zugabe von H 2 1 18. Bei einem vorteilhaften H 2 /CO Verhältnis von 2: 1 findet eine Methanolsynthese 1 13 statt, bei der reines Bio-Methanol 1 15 entsteht.

In Figur 2 ist eine Anlage schematisch dargestellt, welche zur Durchführung eines bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet und insgesamt mit 200 bezeichnet ist. Sie umfasst im Wesentlichen die Bestandteile der Anlage 100, welche hier nicht mehr im Detail aufgeführt sind. Die Zugabe des zusätzlichen C0 2 Stromes 1 17 erfolgt in Anlage 200 über ein Ejektorsystem 203. Dabei wird unter Verwendung mindestens eines Teiles des Prozessdampfes 201 , der C0 2 Strom 1 17 auf

Betriebsdruck verdichtet, so dass der gemischte Strom 204 direkt in den

Dampfreformierer 107 eingebracht werden kann. Zusätzlich ist hier die Rückführung von nicht umgesetzten Synthesegas 205 aus der Methanolsynthese 1 13 dargestellt. Diese nicht umgesetzten Gase werden bisher als Brenngas für die Dampfreformierung 107 verwendet, können jedoch zu einem großen Teil direkt wieder als biologischer Einsatzstoff verwendet werden, so dass keine komplette Verbrennung notwendig ist und der Umsatz so erhöht wird. Ein kleiner Teil wird weiterhin ausgetragen und als

Brenngas genutzt, da so die Anreicherung von inerten Gasen in der Anlage vermieden werden kann. Der Anteil des H 2 , CO und C0 2 im rückgeführten Strom wird bei der Zugabe von zusätzlichem H 2 und C0 2 ebenfalls berücksichtigt. In Figur 3 ist eine Anlage schematisch dargestellt, welche zur Durchführung eines bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichtet und insgesamt mit 300 bezeichnet ist. Hierbei ist im Detail eine zusätzliche Verwendung des C0 2 Stromes vor der Zugabe zum Dampfreformierer 107 gezeigt. Die Biomasse 301 , welche im

Biomassevergaser 108 verwendet wird, muss in der Regel zuvor in einem Trockner 303 getrocknet werden und dann in den Vergaser 108 eingebracht werden. Dazu wird in diesem Fall das gespeicherte C0 2 308 aus der Speichervorrichtung 101 verwendet. Das C0 2 kann auch aus einer anderen, insbesondere biologischen Quelle bezogen werden. Das C0 2 308 wird dazu verwendet um die getrocknete Biomasse 304 in den Biomassevergaser 108 zu fördern. Dabei wird in einem Zyklon 305 abgetrenntes C0 2 306/307 direkt einem Dampfreformierer 107 oder einer Speicherung 101 zugeführt. Die trockene Biomasse 106 wird nur mit einem geringen C0 2 Anteil dem

Biomassevergaser 108 zugeführt. Dieser Aufbau kann unter anderem in Kombination mit Anlage 100 und 200 verwendet werden.