Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
MIXING SILO FOR BULK MATERIAL, PRODUCTION PLANT WITH A MIXING SILO OF THIS KIND, AND METHOD FOR OPERATING A MIXING SILO OF THIS KIND
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/254876
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a mixing silo (4a) for bulk material comprising a silo container (11), a mixing fixture (16, 19) mounted in the silo container (11) for mixing the bulk material, at least one shut-off element (30) for shutting off the mixing fixture (16, 19), wherein the mixing silo (4a) has a minimum extraction rate and the silo container (11), with the mixing fixture (16, 19) shut off, has a residual cross-sectional area (26) which ensures a mass flow of the bulk material that is equal to or greater than the minimum extraction rate of the mixing silo (4a).

Inventors:
DÜRR MICHAEL (DE)
ZECHNER EGON (DE)
Application Number:
PCT/EP2021/065642
Publication Date:
December 23, 2021
Filing Date:
June 10, 2021
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
COPERION GMBH (DE)
International Classes:
B29B7/78
Foreign References:
DE8810607U11989-12-21
US4978227A1990-12-18
JPS6436028U1989-03-06
JPS49122460U1974-10-19
DE102020207608A2020-06-19
DE8810607U11989-12-21
DE1034464B1958-07-17
DE102014108270A12015-12-17
US20060082138A12006-04-20
Attorney, Agent or Firm:
RAU, SCHNECK & HÜBNER PATENTANWÄLTE RECHTSANWÄLTE PARTGMBB (DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Mischsilo für Schüttgut umfassend a. einen Silobehälter (11), b. einen im Silobehälter (11) befestigten Mischeinbau (16, 19; 40; 16e) zum Mischen des Schüttguts, c. mindestens ein Absperrelement (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) zum Absperren des Mischeinbaus (16, 19; 40; 16e; 16f), wobei das Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) eine Mindestabzugsleistung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Silobehälter (11) bei abgesperrtem Mischeinbau (16, 19; 40; 16e; 16f) eine Restquerschnittsfläche (26) aufweist, die einen Massestrom des Schütt guts gewährleistet, der größer oder gleich der Mindestabzugsleistung des Mischsilos (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) ist.

2. Mischsilo gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Silobehälter (11) einen Grundbehälter (12), der insbesondere zylindrisch ausgeführt ist, und einen, insbesondere ko nischen, Bodenabschnitt (13) aufweist.

3. Mischsilo gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Absperrelement (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) an und/oder in dem Mischeinbau (16, 19; 40; 16e; 16f) angeordnet ist.

4. Mischsilo gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischeinbau mindestens ein Mischrohr (16; 40; 16e; 16f) und/oder mindestens einen Misch konus (19) aufweist.

5. Mischsilo gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Misch rohr (16; 40; 16e; 16f) und/oder der mindestens eine Mischkonus (19) in einen Sammeltopf (28) münden, wobei insbesondere das mindestens eine Absperrelement (18, 21; 30; 30b;

30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) an und/oder in dem Sammeltopf (28) angeordnet ist.

6. Mischsilo gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen mit dem mindestens einen Absperrelement (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) ver bundenen Ab sperrantrieb (33) zum angetriebenen Betätigen des mindestens einen Absper relements (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48).

7. Mischsilo gemäß Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine mit dem Absperrantrieb (33) in Signalverbindung stehende Steuereinheit (36) zum automatisierten Betätigen des mindestens einen Absperrelements (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48).

8. Mischsilo gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Absperrelement (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46) als Klappen scheibe (30) ausgeführt ist.

9. Herstellungsanlage mit a. einem Herstellungsreaktor (2) zum Herstellen von Schüttgut, b. einem Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, c. einer Zufördereinheit (3) zum Zufördern von Schüttgut, insbesondere aus dem Herstel lungsreaktor (2), in das Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f).

10. Herstellungsanlage gemäß Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Rezirkulationseinheit (9), die die Abfördereinheit (5) mit der Zufördereinheit (3) für eine Rezirkulation des Schüttguts verbindet.

11. Verfahren zum Betreiben eines Mischsilos (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) gemäß einem der An sprüche 1 bis 8 umfassend die Verfahrensschritte

Zufördern von Schüttgut in das Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f),

Mischen des Schüttguts in dem Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) mittels des Misch einbaus (16, 19; 40; 16e; 16f),

Absperren des Mischeinbaus (16, 19; 40; 16e; 16f) mittels des mindestens einen Ab sperrelements (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48),

Abfördem des Schüttguts aus dem Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) bei abgesperrtem Mischeinbau (16, 19; 40; 16e; 16f). 12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Absperren erfolgt, wenn ein Wechsel einer Schüttgut-Type und/oder einer Schüttgut-Güteklasse ansteht, insbeson dere zu Beginn des Wechsels.

13. Verfahren gemäß Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, insbeson dere sämtliche, Absperrelemente (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) zum Absperren des Mischeinbaus (16, 19; 40; 16e; 16f) verwendet werden. 14. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das min destens eine Absperrelement (18, 21; 30; 30b; 30c; 30d, 42; 30e, 45, 46; 45, 48) nach Ablauf einer veränderlich einstellbaren Wechselzeit (t) wieder geöffnet wird.

15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die maxi- male Verweilzeit des Schüttguts im Mischsilo (4; 4a; 4b; 4c; 4d; 4e; 4f) bei abgesperrtem

Mischeinbau (16, 19; 40; 16e; 16f) dem 1,0-fachen bis 1,4-fachen einer maximalen Verweil zeit eines sonst identischen Silobehälters ohne Mischeinbau (16, 19; 40; 16e; 16f) beträgt.

Description:
Mischsilo für Schüttgut, Herstellungsanlage mit einem derartigen Mischsilo sowie Verfahren zum Betreiben eines derartigen Mischsilos

Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung DE 10 2020207 608.1 in Anspruch, deren Inhalt durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.

Die Erfindung betrifft ein Mischsilo für Schüttgut, eine Herstellungsanlage mit einem derartigen Mischsilo sowie ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Mischsilos.

DE 88 10 607 Ul offenbart einen Mischbehälter mit einer zentralen Auslauföffnung und weite ren Auslauföffnungen, die ein Mischen des Schüttguts im Behälter ermöglichen. Durch Misch einbauten wird die Fließgeschwindigkeit des Schüttguts derart beeinflusst, dass eine breite Ver weilzeitverteilung des Schüttguts im Behälter erzeugt wird. Dadurch erfolgt eine zuverlässige Vermischung des Schüttguts. Schüttgut, welches zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Behäl ter zugegeben wird, kann gleichzeitig am Auslauf aus dem Behälter abgegeben werden. Die breite Verweilzeitverteilung führt zu einer erhöhten Verweilzeit des Schüttguts. Die erhöhte Ver weilzeit kann ein Mehrfaches, insbesondere bis zu dem 3-fachen oder mehr der Verweilzeit bei einem Schüttgutstrom annehmen, das nach dem „first in - first ouf ‘-Prinzip, der sogenannten Propfenströmung, durch den Mischbehälter fließt. Bei dem „first in - first ouf ‘-Prinzip verlässt Schüttgut, das zuerst in den Behälter zugeführt wurde, das Silo zuerst. Bei einem Produktwech sel wird Schüttgut für ein neues Produkt zu dem Behälter gefördert, in dem noch Schüttgut für ein vorheriges Produkt vorhanden ist. Neues Produkt kann erst verwendet werden, wenn das Schüttgut für das vorherige Produkt vollständig aus dem Behälter entfernt ist. In dieser Über gangszeit fällt ein sogenanntes Übergangsprodukt an, das die Schüttgüter für das vorherige Pro dukt und das neue Produkt umfasst. Das Übergangsprodukt kann für die Weiterverarbeitung ty pischerweise nicht verwendet werden und muss beispielsweise als sogenannte B- oder C-Ware ausgesondert werden.

DE 10 34464 B offenbart eine Vorrichtung zum Mischen von körnigem Gut mit mehreren au ßerhalb des Mischsilos zusammengeführten Ablaufrohren. DE 102014 108270 Al offenbart ein Silo zur Speicherung von Schüttgut sowie ein Verfahren zur Entnahme von Schüttgut aus einem Silo.

US 2006/0082138 Al offenbart eine T-förmige Flanschverbindung.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Produktwechsel in einer Herstellungsan lage für Kunststoff zu verbessern und insbesondere die Menge von auszusondemdem Schüttgut zu reduzieren.

Die Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Mischsilo mit den im Anspruch 1 angegebe nen Merkmalen, durch eine Herstellungsanlage mit den im Anspruch 9 angegebenen Merkmalen sowie durch ein Verfahren mit den im Anspruch 11 angegebenen Merkmalen.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass die Übergangszeit von Schüttgut in einem Mischsolo und damit die Menge des auszusondemden Schüttguts reduziert ist, wenn die Betriebsweise des Mischsilos zwischen einer Mischfunktion mit einer breiten Verweilzeitverteilung und einer Durchflussfunktion mit einer schmalen Verweilzeitverteilung wechselweise betrieben werden kann. Für die Mischfunktion ist mindestens ein in einem Silobehälter befestigter Mischeinbau vorgesehen. Als Mischeinbau im Sinne der Erfindung wird ein Mischeinbau verstanden, der die Verweilzeit des Schüttguts im Mischsilo verändert, insbesondere erhöht. Insbesondere sind Ein bauten in dem Silobehälter, die keinen Verweilzeit erzeugenden Effekt auf das Schüttgut haben, keine Mischeinbauten im Sinne der Erfindung. Keine Verweilzeit erzeugenden Mischeinbauten sind beispielsweise Befestigungselemente, insbesondere Haltestreben, Haltestangen und/oder Bleche, wobei die Befestigungselemente insbesondere nur zur Befestigung des Mischeinbaus im Silobehälter dienen.

Es können auch mehrere Mischeinbauten in dem Silobehälter vorgesehen und darin befestigt sein. Der Mischeinbau ist insbesondere statisch ausgeführt, weist also keine beweglichen Ele mente wie Rührer und/oder Schaufeln auf. Für die Durchflussfunktion ist mindestens ein Ab sperrelement vorgesehen, das zum Absperren des mindestens einen Mischeinbaus dient. Insbe sondere können auch mehrere Absperrelemente für den mindestens einen Mischeinbau vorgese- hen sein. Das mindestens eine Absperrelement ist insbesondere innerhalb des Silo-Behälters an geordnet. Das mindestens eine Absperrelement kann auch außerhalb des Silo-Behälters angeord net sein, insbesondere dann, wenn der mindestens eine Mischeinbau zumindest bereichsweise außerhalb des Silobehälters verläuft oder außerhalb des Silobehälters angeordnet ist.

Der Silobehälter weist einen Auslauf auf, der insbesondere an einem unteren Ende des Silobehäl ters angeordnet ist. Der Auslauf wird insbesondere durch eine Ablauföffnung gebildet. Der min destens eine Mischeinbau weist einen Einlauf und einen Auslauf auf. Der Auslauf des Mischein baus ist insbesondere stromaufwärts des Auslaufs des Silobehälters angeordnet ist. Der Auslauf des mindestens einen Mischeinbaus mündet insbesondere in den Auslauf des Silobehälters.

Der Volumenanteil des mindestens einen Mischeinbaus ist klein gegenüber dem Nettovolumen des Silobehälters. Insbesondere ist das Verhältnis kleiner als 0,1, insbesondere kleiner als 0,05 und insbesondere kleiner als 0,01.

Das mindestens eine Absperrelement kann am Einlauf des Mischeinbaus, am Auslauf des Misch einbaus und/oder dazwischen angeordnet sein. Die Anordnung des mindestens einen Absperrele ments am Auslauf des Mischeinbaus ist unkompliziert realisierbar. Insbesondere ist der Auslauf des Mischeinbaus von einer Unterseite des Silobehälters her gut zugänglich. Das mindestens eine Absperrelement kann an dem Auslauf des Mischeinbaus unkompliziert angebracht, nachgerüstet, repariert und/oder gewartet werden.

Die Anordnung des mindestens einen Absperrelements am Einlauf ermöglicht es zu verhindern, dass zusätzliches Schüttgut bei abgesperrtem Mischeinbau in den Mischeinbau gelangen kann. Vorhandenes Schüttgut kann trotz abgesperrtem Mischeinbau über den, insbesondere unten an geordneten, Auslauf aus dem Mischeinbau ausströmen. Dadurch ist verhindert, dass das Pulver material in dem Mischeinbau unbeabsichtigt verbleibt, wobei das stagnierende Pulvermaterial in dem Mischeinbau verfestigen könnte. Die Anordnung des mindestens einen Absperrelements am Einlauf des Mischeinbaus ist insbesondere für das Mischen von Pulvermaterial vorteilhaft, insbe sondere Polypropylen(PP-)pulver und/oder Pulver von linearem Polyethylen niederer Dichte (LLDPE). Das mindestens eine Absperrelement ist zwischen einer Schließstellung, in der ein Schüttgut strom durch den Mischeinbau verhindert ist, und einer Offenstellung, in der ein Schüttgutstrom durch den Mischeinbau möglich ist, verlagerbar. In der Offenstellung des mindestens einen Ab sperrelements weist das Mischsilo die Mischfunktion auf. In der Schließstellung des mindestens einen Absperrelements weist das Mischsilo die Durchflussfunktion auf.

Die Durchflussfunktion ist dadurch gewährleistet, dass der Silobehälter bei abgesperrtem Misch einbau eine Restquerschnittsfläche aufweist, die einen Massestrom des Schüttguts gewährleistet, der größer oder gleich einer Mindestabzugsleistung des Mischsilos ist. Die Restquerschnittsflä- che ist insbesondere limitierend für den Silobehälter. Das bedeutet, dass die limitierende Rest quer schnittsfläche eine minimale Querschnittsfläche des Silobehälters entlang der Strömungs richtung des Schüttguts darstellt. Insbesondere kann die limitierende Restquerschnittsfläche klei ner sein als eine Auslaufquerschnittsfläche am Auslauf des Silobehälters. Die Auslaufquer schnittsfläche des Silobehälters entspricht der Querschnittsfläche des Silobehälters bei geöffne tem Mischeinbau. Durch die limitierende Restquerschnittsfläche ist insbesondere ein maximal möglicher Massestrom bei abgesperrtem Mischeinbau festgelegt. Erfindungsgemäß wurde er kannt, dass die Durchflussfunktion des Mischsilos bei abgesperrtem Mischeinbau aufgrund der ausreichenden Größe der Restquerschnittsfläche gewährleistet ist. Das bedeutet, dass auch bei deaktivierter Mischfunktion des Mischsilos durch abgesperrten Mischeinbau, die Leistung, also der Massestrom durch das Mischsilo, aufrechterhalten bleibt. Dadurch ist gewährleistet, dass die Verweilzeit des Schüttguts in der Durchflussfunktion reduziert ist. Bei einem Produktwechsel ist die Übergangszeit und damit die Menge des auszusondemden Schüttguts reduziert.

In der Durchflussfunktion fünktioniert das Mischsilo nach dem „first in - first ouf ‘-Prinzip. Das Mischsilo wird insbesondere im Massenfluss betrieben.

Die Mindestabzugsleistung ist ein für das Mischsilo charakteristischer Kennwert. Die Mindest abzugsleistung wird auch als Durchsatzleistung bezeichnet. Die Mindestabzugsleistung für ein Mischsilo wird üblicherweise so ausgelegt, dass die Prozessleistung, insbesondere die Extruder leistung, durch das Mischsilo nicht limitiert wird. Um dies sicherzustellen, wird die Prozessleis tung mit einem Sicherheitsfaktor von beispielsweise mindestens 1,1, insbesondere mindestens 1,3, insbesondere mindestens 1,5 oder höher multipliziert. Die Mindestabzugsleistung beträgt insbesondere mindestens 20 t/h, insbesondere mindestens 40 t/h, insbesondere mindestens 60 t/h und insbesondere mindestens 80 t/h.

Die mittlere Verweilzeit tv m des Mischguts im Mischsilo kann aus dem Nettovolumen V n des Si lobehälters, der Mindestabzugsleistung Q m in und der Schüttgutdichte p der Schüttgutdichte wie folgt berechnet werden:

T Vm V n/ (Qmin p).

Die mittlere Verweilzeit beträgt für ein erfindungsgemäßes Mischsilo zwischen 0,3h bis 24h, insbesondere zwischen 0,4h bis 22h und insbesondere zwischen 0,5h und 20h.

Die Mindestabzugsleistung ist für das Mischsilo insbesondere veränderlich festlegbar. Der Mas sestrom des Schüttguts im Massenflussbetrieb beträgt insbesondere das Doppelte, insbesondere mindestens das 3-fache, insbesondere mindestens das 4-fache, insbesondere mindestens das 5- fache, insbesondere mindestens das 10-fache und insbesondere höchstens das 20-fache der Min destabzugsleistung.

Die limitierende Restquerschnittsfläche des Silobehälters ist insbesondere vollflächig oder hohl- flächig. Die Restquerschnittsfläche weist insbesondere eine runde Außenkontur auf. Die Rest quer schnittsfläche ist insbesondere kreisförmig oder ringförmig. Die Außenkontur der Quer- schnittsfläche kann auch unrund, beispielsweise oval oder polygonal ausgeführt sein. Sofern eine Innenkontur der Restquerschnittsfläche vorgesehen ist, ist diese insbesondere rund, kann aber auch unrund, insbesondere oval oder polygonal, ausgeführt sein. Es sind beliebige Kombinatio nen aus Innen- und Außenkontur möglich.

Es wurde gefunden, dass der Massestrom durch die limitierende Restquerschnittsfläche berech net werden kann.

Für kreisrunde und nicht kreisrunde Öffnungen gilt die sogenannte Beverloo-Gleichung: In der Gleichung (1) bedeuten M den Massestrom in kg/s, p die Schüttgutdichte in kg/m 3 , g die Erdbeschleunigung (9,81 m/s 2 ), Do den Durchmesser einer kreisrunden Auslauföffnung bzw. den hydraulischen Durchmesser einer nicht-kreisförmigen Öffnung in m, d den Partikeldurchmesser des Schüttguts in m, C einen empirischen Austragskoeffizienten, der insbesondere abhängig von Produktreibung und Schüttgutdichte ist und typischerweise zwischen 0,55 und 0,65, insbeson dere bei 0,58 liegt, sowie k einen empirischen Partikelkoeffizienten, der insbesondere abhängig von Partikelform und Konusöffnungswinkel am Mischsilo ist und in einem Bereich zwischen 1,0 und 2,0, insbesondere bei 1,6 liegt.

Entsprechend muss eine kreisrunde oder nicht-kreisrunde Restquerschnittsfläche bei einer vorge gebenen Mindestabzugsleistung M min einen Durchmesser bzw. hydraulischen Durchmesser Do wie folgt aufweisen

Für schlitzförmige Öffnungen kann eine von Nedderman modifizierte Gleichung für die Berech nung des Masseflusses verwendet werden:

4 -J2 C

M = p Jg(L - kd)(B - kd)

P m (3)

In dieser Gleichung (3) sind die Bedeutungen für M, p, g, d, C und k identisch der Beverloo- Gleichung (1). L entspricht der Länge des Schlitzauslaufs in m und B der Breite des Schlitzaus laufs in m. Bei einer ringförmigen Öffnung entspricht L dem Umfang des mittleren Durchmes sers des Ringspalts und B der Breite des Ringspalts. Entsprechend können Länge L und Breite B der ringförmigen Öffnung bei einer vorgegebenen Mindestabzugsleistung zumindest näherungs weise ermittelt werden.

Die Gleichungen von Beverloo (1) und Nedderman (3) sind in DOI: 10.1615/AtoZ.g. gra- nular materials discharge through orifices von Nedderman, E.I. veröffentlicht. Das Schüttgut kann durch die Restquerschnittsfläche aus dem Mischsilo im Massenfluss austre ten. Im Mischsilo stellt sich eine Pfropfenströmung ein.

Das Mischsilo, das auch als Homogenisiersilo bezeichnet wird, ist insbesondere ein gravimetri- scher Mischer in einer Anlage für die Kunststoffherstellung und/oder Kunststoffverarbeitung, die sogenannte Compoundierung, für Schüttgüter aus Pulver und/oder Granulat. Das Pulver weist eine mittlere Korngröße zwischen 50pm und 2000pm, insbesondere zwischen 150pm und 1800pm und insbesondere zwischen 300pm und 1500pm auf. Das Granulat weist eine mittlere Korngröße von 1500pm bis 6000pm, insbesondere von 1800pm bis 5000pm und insbesondere von 2000pm bis 4000pm auf.

Die Förderung der Schüttgüter in der Anlage erfolgt insbesondere mittels gravimetri scher und/o- der pneumatischer Förderung. Kunststoffe sind insbesondere Polyolefine wie beispielsweise Po lyethylen (PE) und/oder Polypropylen (PP) sowie technische Kunststoffe wie beispielsweise Po lyamid (PA), Polycarbonat (PC), Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS) und/oder Po- lyethylenterephthalat (PET). Als Kunststoffe können auch PVC-Dryblend, Kunststoffmahlgut, Kunststoffregranulatsowie Recyclingprodukte aus Kunststoff verwendet werden.

Das Befüllen des Mischsilos, das auch als Zufördern bezeichnet wird, erfolgt insbesondere gravi- metrisch und/oder mittels pneumatischer Förderung. Unter gravimetri schem Fördern wird ver standen, dass sich das Schüttgut in Folge der Schwerkraft, insbesondere selbsttätig, nach unten bewegt. Das Entleeren des Mischsilos, das auch als Abfördern bezeichnet wird, erfolgt insbeson dere gravimetrisch, insbesondere in Behälter, Bigbags, Silotankwagen und/oder Railcars. Es ist alternativ denkbar, dass sich dem Mischsilo eine pneumatische Förderanlage anschließt, um das Schüttgut in nachgeordnete Behälter, insbesondere Silos, zu fördern.

Das Mischen in dem Mischsilo erfolgt insbesondere gravimetrisch, indem zumindest ein Teil des Schüttguts durch den mindestens einen Mischeinbau fließt. Der Teil des Schüttguts, der durch den mindestens einen Mischeinbau fließt, beträgt insbesondere zwischen 10 % und 90 % des Schüttguts, das durch das Mischsilo fließt. Insbesondere beträgt der Teil zwischen 15 % und 85 %, insbesondere zwischen 20 % und 80 % und insbesondere zwischen 25 % und 75 %. Durch den mindestens einen Mischeinbau wird erreicht, dass Schüttgut aus verschiedenen Höhen des Mischsilos gleichzeitig abgezogen wird und in einem Auslaufbereich des Mischsilos aus den verschiedenen Höhen miteinander vermischt, also homogenisiert wird, um eine gleichmäßige Güte der Schüttgutqualität zu erreichen. Das Mischsilo wird insbesondere kontinuierlich betrie ben. Durch den mindestens einen Mischeinbau wird das Schüttgut im Mischbetrieb nicht im Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströmung aus dem Mischsilo abgezogen, sondern durch die Ausbildung von Fließzonen und/oder durch Öffnungen in Mischrohren kann das Schüttgut direkt von oben nach unten fließen. Dadurch kommt das Schüttgut aus den unterschiedlichen Höhen im Mischsilo gleichzeitig unten im Mischsilo an und wird dadurch miteinander vermischt. Bei spielsweise kann dadurch zuletzt eingefülltes Schüttgut, das sich im Mischsilo ganz oben befin det, mit zuerst eingefülltem Schüttgut, das sich im Mischsilo ganz unten befindet, vereinigt wer den, bevor es aus dem Mischsilo austritt.

Es kann vorgesehen sein, dass das aus dem Mischsilo ausfließende Schüttgut dem Mischsilo noch einmal oder noch mehrmals wieder zugeführt wird. Dazu kann das Schüttgut nach dem Ausfließen aus dem Mischsilo mittels einer pneumatischen Förderung über eine Rezirkulations- leitung dem Mischsilo von oben wieder zugeführt werden. Mittels einer sogenannten Rezirkula- tion oder Umwälzung wird die Mischqualität, also der Homogenisierungsgrad des Schüttguts, zusätzlich verbessert.

Bei der Kunststoffherstellung und/oder -Verarbeitung werden Schüttgüter verschiedener Güte klassen, die auch als Grade bezeichnet werden, verwendet. Es ist auch möglich, unterschiedliche Schüttguttypen, also Schüttgüter unterschiedlicher chemischer und/oder physikalischer Eigen schaften, zu verwenden. Dies ist insbesondere in Verarbeiteranlagen, sogenannte Compoundier- anlagen, oder Recyclinganlagen der Fall.

Als Verweilzeitverteilung ist die Zeitspanne definiert, innerhalb welcher Partikel, welche zu ei nem gegebenen Zeitpunkt ins Silo gelangen, das Silo sicher wieder durch den Auslauf verlassen haben. Bei dem erfindungsgemäßen Mischsilo ist die Verweilzeitverteilung im Durchflussbe trieb, also bei Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströmung, wenn der mindestens eine Misch einbau abgesperrt ist, sehr eng. Wenn mehrere Absperrelemente vorgesehen sind, kann es ausrei chend sein, wenn mindestens ein Absperrelement sich im abgesperrten Zustand befindet, um den Durchflussbetrieb zu gewährleisten. Insbesondere sind sämtliche Absperrelemente im Durch flussbetrieb in abgesperrtem Zustand.

Durch das Verschließen des mindestens einen Mischeinbaus wird sichergestellt, dass das Misch silo nach dem „first in - first out“ -Prinzip betrieben wird. In dem Mischsilo bereits vorhandenes Schüttgut wird, insbesondere ohne Vermischung mit einem Übergangsprodukt, aus dem Misch silo abgezogen. Dieses Schüttgut kann sortenrein zwischengelagert und für eine weitere Verwen dung genutzt werden. Eine Aussonderung dieses Mischguts ist entbehrlich. Die Wirtschaftlich keit der Anlage und des Verfahrens ist dadurch erhöht. Insbesondere erfolgt das Schließen des mindestens einen Absperrelements vor dem Wechsel einer Schüttguttype und/oder einer Schütt gutgüteklasse zu einer anderen Schüttguttypen bzw. einer anderen Schüttgutgüteklasse. Dadurch wird der Fluss des Schüttgutes in und/oder durch den mindestens einen Mischeinbau verhindert. Das Schüttgut fließt ausschließlich im Bereich, in dem keine Mischeinbauten vorhanden sind. Das Schüttgut fließt insbesondere gleichmäßig im Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströ- mung. Das für die nächste Anwendung in das Mischsilo zugeförderte Mischgut wird von oben auf das sich bereits im Mischsilo befindende Schüttgut eingefüllt. Das neu eingefüllte Schüttgut bleibt oberhalb des bisher im Mischsilo vorhandenen Schüttguts. Eine Durchmischung der Schüttgüter ist verhindert.

Die Anmelderin hat ferner gefunden, dass durch das Absperren des mindestens einen Mischein baus die sogenannte Schüttkegel entmischung beim Entleeren des Mischsilos verhindert wird.

Die Schüttkegelentmischung tritt insbesondere auf, wenn das Schüttgut ein Recyclingprodukt ist, das unterschiedliche Kornformen wie kompakt, faserförmig oder folienschnitzelartig, und/oder unterschiedliche Korngrößen in einem Bereich von 100 pm bis 10 mm aufweisen kann.

Dadurch, dass bei abgesperrtem Mischeinbau das Schüttgut im Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströmung durch das Mischsilo fließt, wird eine Entmischung verhindert.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 2 ist unkompliziert ausgeführt und begünstigt den gravimetri- schen Betrieb.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 3 gewährleistet eine räumlich flexible Absperrung des Mischein baus. Es ist insbesondere denkbar, mehrere Absperrelemente an ein und demselben Mischeinbau vorzusehen, wobei die Absperrelemente an verschiedenen Positionen, insbesondere entlang der Längsachse, also an verschiedenen Höhenpositionen, angeordnet sein können. Das Absperrele ment ist insbesondere in einem Auslaufbereich des Mischsilos angeordnet. Die Größe des Ab sperrelements kann dadurch klein ausgeführt sein. Zusätzlich oder alternativ ist es denkbar, das Absperrelement im Einlaufbereich des Mischsilos und/oder zwischen dem Einlaufbereich und dem Auslaufbereich des Mischsilos anzuordnen.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 4 weist verbesserte Mischeigenschaften auf.

Das Mischsilo kann als sogenannter Konusmischer bzw. Fließzonenmischer ausgeführt sein, bei dem das Schüttgut aus verschiedenen Höhen durch Bildung von Fließzonen, die sich in verschie denen Höhen im Mischsilo ausbilden, gleichzeitig nach unten zum Auslauf gelangt. Der Konus mischer weist insbesondere mindestens einen Mischkonus auf.

Alternativ kann das Mischsilo als sogenannter Rohrmischer mit mindestens einem Mischrohr ausgeführt sein, bei dem das Schüttgut über mindestens eine Öffnung in das Mischrohr gelangt. Die Öffnung wird auch als Schlucköffnung bezeichnet. Insbesondere sind mehrere Mischrohre mit einer oder mehr Öffnungen vorgesehen, die sich in verschiedenen Höhen in dem Mischsilo befinden, wobei durch die Öffnungen das Schüttgut gleichzeitig zu dem Auslauf gelangt. Die Öffnungen können an einer äußeren Mantelwand des Mischrohrs und/oder stirnseitig an dem Mischrohr angeordnet sein. Das Mischrohr ist insbesondere als Zylinderrohr ausgeführt. Das Mischrohr kann aber auch eine unrunde Kontur, insbesondere eine ovale oder polygonale Kontur aufweisen.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 5 ist besonders kompakt und insbesondere kleinbauend ausge führt.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 6 ermöglicht ein vereinfachtes Absperren des Mischeinbaus. Ein Absperrantrieb kann beispielsweise pneumatisch oder elektrisch ausgeführt sein, um das Absperrelement angetrieben zu betätigen. Vorteilhaft ist es, eine mechanische Verbindung zwischen dem Absperrelement und dem Ab sperrantrieb zu schaffen, so dass der Absperrantrieb insbesondere außerhalb des Mischsilos an geordnet ist und damit von außerhalb des Mischsilos zugänglich ist. Wartungs- und/oder Repara turarbeiten an dem Absperrantrieb sind vereinfacht. Eine Beeinträchtigung des Antriebs durch unmittelbaren Kontakt mit dem Schüttgut ist vermieden. Die Lebenszeit des Absperrantriebs ist erhöht.

Es ist vorteilhaft, für das Absperrelement und/oder für den Absperrantrieb eine automatisierte Stellungsanzeige vorzusehen. Die Stellungsanzeige ist insbesondere als Endschalter ausgeführt. Die Stellungsanzeige zeigt an, ob sich das Absperrelement in der Offenstellung oder in der Schließstellung befindet. Es ist denkbar, dass nur ein Endschalter für eine der beiden Stellungen oder zwei Endschalter für beide Stellungen vorgesehen sind. Vorteilhaft ist es, wenn zumindest ein Endschalter für die Offenstellung vorgesehen ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Normalbetrieb des Mischsilos, also der Mischbetrieb, unmittelbar erkennbar ist.

Alternativ ist es möglich, das mindestens eine Absperrelement manuell zu verstellen. Der appa rative Aufwand für das Mischsilo ist dadurch reduziert.

Ein Mischsilo gemäß Anspruch 7 ermöglicht einen automatisierten Betrieb des Mischsilos, ins besondere ein automatisiertes Elmschalten von Mischbetrieb auf den Durchflussbetrieb und um gekehrt. Insbesondere ist ein vollautomatisierter und/oder geregelter Betrieb des Mischsilos möglich.

Eine Ausführung des Absperrelements als Klappenscheibe gemäß Anspruch 8 ist besonders un kompliziert und zuverlässig in der Anwendung. Die Klappenscheibe weist insbesondere mindes tens eine unebene Seitenfläche auf. Dadurch wird das Risiko einer Produktablagerung reduziert und insbesondere verhindert. Die unebene Ausführung der Seitenfläche kann beispielsweise durch eine Abflachung mit einem Neigungswinkel zwischen 10° und 70°, insbesondere zwischen 15° und 45° und insbesondere zwischen 20° und 30° erreicht werden. Die Seitenfläche kann zu sätzlich oder alternativ abgerundet, insbesondere mit kreisförmiger oder elliptischer Kontur, aus geführt sein. Alternativ kann das Absperrelement als Absperrklappe, Absperrschieber, Kugelhahn, Irisblende, als kegelförmiges Absperrelement, das insbesondere axial verstellbar ist, Quetschventil oder als verschiebbare Platte, die an das Mischsilo angepasst ist, ähnlich einem Absperrschieber, ausge führt sein. Bei der Klappenscheibe oder der verschiebbaren Platte sind deren Größe und Form an die Kontur angepasst, die verschlossen werden soll, also die Kontur der Querschnittsfläche des Auslaufs des Mischeinbaus. Vorteilhaft ist es, wenn das Absperrelement möglichst wenige, ins besondere keine, Störkanten aufweist, die den Schüttgutfluss in der Offenstellung des Absper relements beeinträchtigen könnten und/oder Bereiche erzeugt werden, in welchen das Schüttgut aufgestaut werden könnte. Das mindestens eine Absperrelement kann auch abgedichtet ausge führt sein, insbesondere mit einer Dichtmanschette am Mischeinbau.

Für die Klappenscheibe und/oder die verschiebbare Platte ist es vorteilhaft, wenn ein verbleiben der Spalt in der Schließstellung zwischen dem Absperrelement und der Querschnittsfläche des Mischeinbaus im Bereich des 0,3-fachen bis 20-fachen, insbesondere im Bereich des 0,4-fachen bis 10-fachen und insbesondere im Bereich des 0,5-fachen bis 5-fachen der mittleren Korngröße des zu fördernden Schüttguts liegt.

Eine Herstellungsanlage gemäß Anspruch 9 weist im Wesentlichen die Vorteile des Mischsilos auf, worauf hiermit verwiesen wird. In einem Herstellungsreaktor wird Schüttgut hergestellt und mittels einer Zufördereinheit in das Mischsilo zugefördert. Das Zufördem kann mittels einer pneumatischen Förderung und/oder gravimetrisch erfolgen. Es ist auch denkbar, dass eine Abför dereinheit vorgesehen ist, um Schüttgut aus dem Mischsilo abzufördem. Wenn das Abfördem rein gravimetrisch erfolgt, ist die Abfördereinheit insbesondere durch eine untere Auslauföff nung gebildet.

Eine Herstellungsanlage gemäß Anspruch 10 ermöglicht eine verbesserte Homogenisierung des Schüttguts.

Ein Verfahren gemäß Anspruch 11 weist im Wesentlichen die Vorteile des Mischsilos auf, wo rauf hiermit verwiesen wird. Durch das Absperren des mindestens einen Mischeinbaus wird ein Schüttgutstrom durch den Mischeinbau zuverlässig verhindert. Bei abgesperrtem Mischeinbau wird das Schüttgut aus dem Mischsilo insbesondere im Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströ mung abgefördert.

Bei einem Verfahren gemäß Anspruch 12 kann die Schüttgutmenge einer Übergangszeit zusätz lich reduziert werden. Die Übergangszeit ist der Zeitraum bei einem Produktwechsel, also einem Schüttgutwechsel, beispielsweise einer Schüttguttype und/oder einer Schüttgut-Klasse, der benö tigt wird, um das Schüttgut der vorherigen Verwendung vollständig aus dem Mischsilo abzuför dern. Dadurch, dass das Absperren des Mischeinbaus erfolgt, wenn ein Produktwechsel ansteht, insbesondere zu Beginn des Produktwechsels, ist eine unerwünschte Vermischung der unter schiedlichen Schüttgüter ausgeschlossen.

Ein Verfahren gemäß Anspruch 13 weist einen erhöhten Massestrom auf.

Ein Verfahren gemäß Anspruch 14 ermöglicht einen erleichterten Rückwechsel vom Durchfluss betrieb in den Mischbetrieb. Insbesondere erfolgt ein Wiederöffnen des mindestens einen Ab sperrelements nach einer veränderlich einstellbaren Wechselzeit. Die Wechselzeit entspricht der Übergangszeit. Die Übergangszeit kann insbesondere berechnet werden.

Ein Verfahren gemäß Anspruch 15 ermöglicht eine reduzierte maximale Verweilzeit des Schütt guts im Mischsilo. Die maximale Verweilzeit ist die obere Grenze der Verweilzeitverteilung. Insbesondere wird die Verweilzeit durch den abgesperrten Mischeinbau nicht oder nicht wesent lich verlängert gegenüber einem sonst identischen Silobehälter ohne Mischeinbau, wobei der Si lobehälter nach dem „first-in - first-ouf ‘-Prinzip betrieben wird. Unter einem sonst identischen Silobehälter ohne Mischeinbau ist insbesondere ein Silobehälter zu verstehen, der das gleiche nutzbare Volumen des erfmdungsgemäßen Silobehälters aufweist, aber ohne Mischeinbau ausge führt ist. Insbesondere ist das nutzbare Volumen des sonst identischen Silobehälters um den Vo lumenanteil gegenüber dem Nettovolumen des erfmdungsgemäßen Silobehälters reduziert, den der Mischeinbau selbst in dem erfmdungsgemäßen Silobehälter verdrängt. Die maximale Ver weilzeit beträgt insbesondere das 1,0-fache bis 1,4-fache der maximalen Verweilzeit des sonst identischen Silobehälters, insbesondere das 1,0-fache bis 1,2-fache und insbesondere das 1,0-fa che bis 1,1-fache. Der sonst identische Silobehälter weist insbesondere eine identische Mindest abzugsleistung und eine identische Silo-Schüttgutmenge auf. Sowohl die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale als auch die in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen Mischsilos angegebenen Merkmale sind jeweils für sich alleine oder in Kombination miteinander geeignet, den erfindungsgemäßen Gegenstand weiterzubilden. Die jeweiligen Merkmalskombinationen stellen hinsichtlich der Weiterbildungen des Erfindungsgegenstands keine Einschränkung dar, sondern weisen im Wesentlichen lediglich beispielhaften Charakter auf.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Herstellungsanlage für Schüttgut mit ei- nem Herstellungsreaktor und einem erfindungsgemäßen Mischsilo,

Fig. 2 eine schematische Längsschnittdarstellung durch das Mischsilo gemäß Fig. 1, das als Konusmischer ausgeführt ist,

Fig. 3 eine Fig. 2 entsprechende Darstellung eines Mischsilos gemäß einer weiteren Ausführungsform mit einer Klappenscheibe als Absperrelement, das im Aus laufbereich des Mischeinbaus angeordnet ist,

Fig. 4 eine vergrößerte Querschnittsdarstellung des Mischsilos gemäß Schnittlinie IV- IV in Fig. 3,

Fig. 5 bis 7 verschiedene Ausgestaltungen einer Seitenkante der Klappenscheibe in Fig. 4,

Fig. 8 eine Fig. 3 entsprechende Darstellung eines Mischsilos gemäß einer weiteren Ausführungsform, bei der das Absperrelement am unteren Ende des Aus lauftopfes angeordnet ist,

Fig. 9 eine Fig. 3 entsprechende Darstellung eines Mischsilos in Form eines Rohrmi schers mit Absperrelement im Auslaufbereich eines Sammeltopfes, Fig. 10 eine Fig. 9 entsprechende Darstellung eines Rohrmischers gemäß einer weite ren Ausführungsform, bei dem Absperrelemente stromaufwärts des Sammel topfes an den Mischrohren angeordnet sind,

Fig. 11 eine Fig. 9 entsprechende Darstellung eines Rohrmischers mit zentralem Mischrohr und mehreren Absperrelementen,

Fig. 12 eine Fig. 11 entsprechende Darstellung eines Rohrmischers mit zentralem Mischrohr, wobei die Absperrelemente am Einlauf des Mischrohrs angeordnet sind.

Eine in Fig. 1 dargestellte, als Ganzes mit 1 bezeichnete Herstellungsanlage dient zur Herstel lung von Schüttgut, insbesondere von Kunststoffgranulat, insbesondere von Polyolefingranulat. Die Herstellungsanlage 1 umfasst einen Herstellungsreaktor 2, in dem Schüttgut hergestellt wird. Der Herstellungsreaktor 2 ist insbesondere ein Polymerisationsreaktor und/oder ein Extruder.

Der Herstellungsreaktor 2 ist mittels einer Zufördereinheit 3 mit einem Mischsilo 4 verbunden. Die Zufördereinheit 3 dient zum Zufördem des Schüttguts in das Mischsilo 4. Das Zufördern kann insbesondere rein gravimetrisch erfolgen. Zusätzlich oder alternativ kann eine pneumati sche Förderung genutzt werden. In diesem Fall ist die Zufördereinheit 3 als Teil einer pneumati schen Förderanlage ausgeführt.

In dem Mischsilo 4 wird das Schüttgut in einem Mischbetrieb gemischt und zur weiteren Ver wendung abgefördert. Das Abfördem des Schüttguts aus dem Mischsilo 4 erfolgt mittels einer Abfördereinheit. Das Abfördern kann insbesondere rein gravimetrisch erfolgen, indem das Schüttgut beispielsweise in ein Transportbehältnis 6 abgegeben wird. In diesem Fall ist die Ab fördereinheit 5 als Auslauföffnung des Mischsilos 4 gebildet. Zusätzlich oder alternativ kann ein Abfördern mittels einer pneumatischen Förderung in einen Speicherbehälter 7, insbesondere ein Silo, erfolgen. In diesem Fall ist die Abfördereinheit 5 als Teil einer pneumatischen Förderanlage 8 von dem Mischsilo 4 in den Speicherbehälter 7 gebildet. Im Bereich der Abfördereinheit 5 ist eine Rezirkulationseinheit 9 in Form einer Rezirkulationsleitung angeordnet. Die Rezirkulations- einheit 9 ermöglicht eine Rezirkulation von Schüttgut, das aus dem Mischsilo 4 abgefördert wor den ist, zurück in das Mischsilo 4 im Bereich der Zufördereinheit 3. Dazu kann die Rezirkulati- onsleitung, wie in Fig. 1 dargestellt, separat von der Zufördereinheit 3 in eine obere Öffnung des Mischsilos 4 münden. Es ist auch möglich, dass die Rezirkulationsleitung an eine Förderleitung der Zufördereinheit 3 angeschlossen ist.

Nachfolgend wird anhand von Fig. 2 das Mischsilo 4 in Fig. 1 näher erläutert. Das Mischsilo 4 weist einen eine Längsachse 10 aufweisenden Silobehälter 11 auf. Der Silobehälter 11 umfasst einen zylindrischen Grundbehälter 12 und einen konischen Bodenabschnitt 13, der am unteren Ende des Grundbehälters 12 mit diesem verbunden ist. Der Silobehälter 11 weist eine obere, ins besondere zentrisch bezüglich der Längsachse 10 angeordnete, Zulauföffnung 14 und eine untere Ablauföffnung 15 auf. Die Querschnittsfläche der Ablauföffnung 15 entspricht der Querschnitts fläche des unteren Endes des konischen Bodenabschnitts 13. Die Ablauföffnung 15 ist am unte ren Ende des Bodenabschnitts 13 angeordnet. Die Ablauföffnung 15 ist insbesondere konzent risch zur Längsachse 10 angeordnet.

In dem Silobehälter 11 sind mehrere Mischeinbauten angeordnet, insbesondere in dem Silobe hälter 11 fest verbaut. Ein erster Mischeinbau ist ein zentrales, konzentrisch zur Längsachse 10 angeordnetes Mischrohr 16. Das untere Ende des Mischrohrs 16 bildet den Mischrohr- Auslauf bereich 17, an dem ein Mischrohr- Absperrelement 18 angeordnet ist.

Ein weiterer Mischeinbau ist durch einen Mischkonus 19 gebildet, der insbesondere mehrere Fließzonen mit unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit aufweist. Der Mischkonus 19 verjüngt sich entlang der Längsachse 10 zu der Ablauföffnung 15 hin. Der Mischkonus 19 kann in Um fangsrichtung bezüglich der Längsachse 10 mehrere Sektoren aufweisen, die durch Trennbleche voneinander abgetrennt werden. Die Trennbleche sind insbesondere vertikal und radial bezogen zur Längsachse 10 orientiert. Das Mischsilo 4 gemäß Fig. 2 wird auch als Konusmischer be zeichnet.

Der Mischkonus 19 weist an seinem unteren Ende einen Konus- Auslaufbereich 20 auf, an dem ein Mischkonus- Absperrelement 21 angeordnet ist. Entlang der Längsachse 10 sind die Mischeinbauten 16, 19, also das Mischrohr 16 und der Mischkonus 19, zumindest bereichsweise überlappend angeordnet. Das bedeutet, dass der Mischkonus 19 um das zentral angeordnete Mischrohr 16 herum angeordnet ist.

Die Absperrelemente 18, 21 sind zwischen einer in Fig. 2 gezeigten Schließstellung und einer Offenstellung verlagerbar. In der gezeigten Schließstellung sind die Mischeinbauten 16, 19 ver schlossen. Ein Schüttgutstrom durch die Mischeinbauten 16, 19 ist verhindert.

In der Offenstellung ist ein Schüttgutstrom durch die Mischeinbauten 16, 19 möglich.

Die Absperrelemente 18, 21 sind insbesondere unabhängig voneinander betätigbar.

In axialer Richtung bezüglich der Längsachse 10 steht das Mischrohr 16 mit dem Auslaufbereich 17 nach unten an dem Mischkonus 19 vor. Der Auslaufbereich 17 des Mischrohrs 16 ist näher der Ablauföffnung 15 angeordnet als der Auslaufbereich 20 des Mischkonus 19.

Nachfolgend wird ein Verfahren für den Betrieb des Mischsilos 4 bei einem Produktwechsel in der Herstellungsanlage 1 anhand von Fig. 1 und 2 näher erläutert.

Bei einem Produktwechsel, insbesondere einem Wechsel der Schüttgut-Type und/oder der Schüttgut-Güteklasse, wird der Herstellungsreaktor 2 auf die neue Schüttguttype und/oder die neue Schüttgut-Güteklasse umgestellt. Diese Umstellung dauert typischerweise mindestens eine Stunde, insbesondere mehrere Stunden. Bei der Herstellung von Kunststoffgranulat, insbeson dere Polyolefin-Granulat, wird das Mischsilo kontinuierlich betrieben. Im Standardbetrieb befin det sich das Mischsilo 4 in einem Mischbetrieb, in dem Schüttgut im Mischsilo 4 in die Misch einbauten 16, 19 gelangen kann und aufgrund der unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten eine breite Verweilzeitverteilung erzielt wird. Die Absperrelemente 18, 21 werden in die Schließstel lung verlagert und dadurch die Mischeinbauten 16, 19 verschlossen. Im Bereich der geschlosse nen Mischeinbauten 16, 19 bildet sich ein Staubereich 22 aus, in dem das Schüttgut steht, also nicht fließt. Außerhalb des Staubereichs 22 bildet sich ein Fließbereich 23 aus, in dem das Schüttgut im Massenfluss, also nach dem „first-in - first-ouf ‘-Prinzip, gravimetrisch durch das Mischsilo 4 fließt. Die Strömungsrichtung 24 des strömenden Schüttguts ist in Fig. 2 symbolisch gekennzeichnet. Das Schüttgut strömt in einem äußeren Randbereich 25 um die zentrisch ange ordneten Mischeinbauten 16, 19 herum nach unten. In radialer Richtung bezüglich der Längs achse 10 ist der Randbereich 25 an seiner Außenseite durch den Bodenabschnitt 13 und an seiner Innenseite durch den Mischkonus 19 begrenzt.

Das Mischsilo 4 weist eine minimale Restquerschnittsfläche 26 auf, die gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ringförmig ausgeführt ist. Die Restquerschnittsfläche 26 ist in einer Ebene senkrecht zur Längsachse 10 orientiert. Die Restquerschnittsfläche 26 repräsentiert den Randbe reich 25 an einer Axialposition des Absperrelements 18, das am nächsten zu der Ablauföffnung 15 angeordnet ist.

Die Restquerschnittsfläche 26 ist so groß, dass ein Massestrom des Schüttguts gewährleistet ist, der größer oder gleich der Mindestabzugsleistung des Mischsilos 4 ist. Dadurch ist gewährleistet, dass der Massestrom im Durchflussbetrieb durch das Mischsilo 4 keine Limitierung der Prozess leistung der Herstellungsanlage 1 bewirkt.

Ein anschließendes Öffnen der Absperrelemente 18, 21 erfolgt nach Ablauf einer errechneten Übergangszeit des Mischsilos 4.

Die Übergangszeit im Mischsilo 4 wird auch als Verweilzeit bezeichnet. Die Verweilzeit ist die Zeit, die benötigt wird, bis im Mischsilo 4 selbst der Produktwechsel vollzogen ist, sich im Mischsilo 4 also kein Produkt mehr befindet, das vor dem Wechsel im Mischsilo 4 war, sondern nur noch Produkt, welches nach dem Wechsel zur Verfügung stehen soll.

Insbesondere werden die Absperrelemente 18, 21 geschlossen, bevor der Produktwechsel be ginnt. Das Schüttgut fließt ausschließlich entlang des Strömungsbereichs 23, also dort, wo keine Mischeinbauten 16, 19 vorhanden sind. Das Schüttgut fließt gleichmäßig im Massenfluss im Sinne einer Pfropfenströmung. Das einzustellende Produkt, das über die Zulauföffnung 14 in das Mischsilo 4 gelangt, sinkt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit im Mischsilo 4 über die Quer- schnittsfläche nach unten, also ohne eine Verweilzeitverteilung zu erzeugen. Eine Vermischung von neuem Produkt mit altem Produkt ist verhindert. Das Öffnen der Absperrelemente erfolgt nach Ablauf der Verweilzeit des Schüttguts im Mischsilo 4. Nach Ablauf der Verweilzeit ist da von auszugehen, dass kein Produkt des zuvor im Mischsilo 4 befindenden Produkts mehr vor handen ist. Insbesondere kann der Zeitbedarf bei einem Produktwechsel sehr kurz und insbeson dere nahezu übergangslos gestaltet werden.

Produkt, welches sich zum Zeitpunkt des Absperrens der Mischeinbauten 16, 19 in den Misch einbauten 16, 19 befindet, kann durch Öffnen, der Absperrelemente 18, 21 mit dem letzten Über gangsprodukt aus dem Mischsilo 4 entleert werden.

Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 3 bis 7 eine weitere Ausführungsform der Erfin dung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei der vorherigen Ausführungsform, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv un terschiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten a.

Bei dem Mischsilo 4a, das auch als Konusmischer ausgeführt ist, ist an dem Bodenabschnitt 13a an seinem unteren Ende ein zylindrischer Verlängerungsabschnitt 27 angeformt. Der Verlänge rungsabschnitt 27 bildet einen Mischsilo- Auslaufbereich. An dem unteren Ende des Mischsilo- Auslaufbereichs 27 ist ein Endkonus 34 angeflanscht.

In dem Mischsilo- Auslaufbereich 27 ist eine zylindrische Verlängerung 28 unterhalb der Misch einbauten 16, 19 angeordnet und damit verbunden. Die zylindrische Verlängerung 28 ist rohrför mig ausgeführt. Die Verlängerung 28 wird auch als Auslauftopf oder als Sammeltopf bezeichnet. An dem Sammeltopf 28 ist ein Konusendstück 35 angebracht. Die Auslaufbereiche 17 und 20 der Mischeinbauten 16 und 19 münden in die zylindrische Verlängerung 28, die an ihrem unte ren, den Mischeinbauten 16, 19 gegenüberliegenden Ende einen Verlängerungs- Auslauf 29 auf weist. Der Verlängerungs- Auslauf 29 bildet einen gemeinsamen Auslaufbereich für die Misch einbauten 16, 19 gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel.

In der Verlängerung 28 ist ein, insbesondere einziges, Absperrelement 30 angeordnet. Das Ab sperrelement 30 ist als Klappenscheibe ausgeführt, die in Fig. 3 in der Offenstellung dargestellt ist. Das Absperrelement 30 ist axial bezüglich der Längsachse 10 beabstandet zu dem Auslaufbe reich 17 des Mischrohrs 16 angeordnet, so dass eine kollisionsfreie Drehung der Klappenscheibe möglich ist. Die Klappenscheibe 30 ist an einer Klappenscheibenwelle 31 befestigt. Die Klap penscheibenwelle 31 verläuft senkrecht zur Längsachse 10 und ist seitlich aus dem Mischsilo 4a herausgeführt. Dazu sind an der Verlängerung 28 und an dem Mischsilo- Auslaufbereich 27 ent sprechende Lager 32 vorgesehen.

Die Klappenscheibenwelle 31 ist mit ihrem der Klappenscheibe 30 abgewandten Ende mit einem Absperrantrieb 33 verbunden. Der Absperrantrieb 33 ist insbesondere ein Elektromotor. Mittels des Absperrantriebs 33 kann die Klappenscheibenwelle 31 und damit die Klappenscheibe 30 ge dreht werden. Eine Verlagerung von der in Fig. 3 gezeigten Offenstellung in die Schließstellung erfolgt durch eine 90°-Drehung um die Klappenscheibenwelle 31.

Der Absperrantrieb ist mit einer Steuerungseinheit 36 in Signalverbindung. Die Signalverbin dung kann, wie in Fig. 3 angedeutet, kabelgebunden erfolgen. Die Signalverbindung zwischen dem Ab sperrantrieb 33 und der Steuerungseinheit 36 kann auch kabellos erfolgen.

Nachfolgend wird die Ausgestaltung der Klappenscheibe 30 anhand von Fig. 4 näher erläutert. Fig. 4 zeigt die Klappenscheibe 30 in der Schließstellung.

Die Klappenscheibe 30 ist an die Verlängerung 28 angepasst. Insbesondere ist der Außendurch messer D a der Klappenscheibe 30 an die Verlängerung 28 angepasst. Insbesondere ist die Klap penscheibe 30 derart an die Verlängerung 28 angepasst, dass zwischen dem Außendurchmesser D a der Klappenscheibe 30 und dem Innendurchmesser Di der Verlängerung 28 ein Ringspalt 37 mit einer Spaltbreite S resultiert. Vorteilhaft ist es, wenn der Ringspalt 37 eine Spaltbreite S auf weist, die dem 0,3-fachen bis 20-fachen, insbesondere dem 0,4-fachen bis 10-fachen und insbe sondere dem 0,5-fachen bis 5-fachen der mittleren Korngröße des Schüttguts beträgt.

Die Klappenscheibe 30 ist im Wesentlichen als Zylinderscheibe ausgeführt mit einer oberen Sei tenfläche 38, die in der Schließstellung gemäß Fig. 4 den Auslaufbereichen 17, 20 der Mischein bauten 16, 19 zugewandt ist. Es ist vorteilhaft, wenn die obere Seitenfläche 38 in einem äußeren Kantenbereich eine Abflachung mit einem Winkel a aufweist. Die Abflachung kann sich entlang des gesamten Umfangs der Klappenscheibe 30 oder zumindest bereichsweise entlang des Um fangs der Klappenscheiben 30 erstrecken. Entlang des Umfangs können mehrere, voneinander getrennte Bereiche einer Abflachung vorgesehen sein. Der Winkel a liegt insbesondere zwischen 10° und 70°, insbesondere zwischen 15° und 45° und insbesondere zwischen 20° und 30°. Eine entsprechende Ausgestaltung der Klappenscheibe ist in Fig. 5 gezeigt.

Es ist alternativ denkbar, dass auch eine der oberen Seitenfläche 38 gegenüberliegende untere Seitenfläche 39 eine entsprechende Abflachung aufweist. Die Abflachungen an der oberen Sei tenfläche 38 und der unteren Seitenfläche 39 können auch mit unterschiedlichen Winkeln ausge führt sein. Eine beidseitig abgeflachte Klappenscheibe 30 ist in Fig. 6 dargestellt.

Fig. 7 zeigt eine Klappenscheibe 30, bei der die Seitenflächen 38, 39 im äußeren Kantenbereich abgerundet sind. Die Abrundung kann, wie in Fig. 7 dargestellt, elliptisch ausgeführt sein. Alter nativ ist auch eine kreisförmige oder anders geformte Abrundung möglich.

Die ringförmige Restquerschnittsfläche 26 ist so dimensioniert, dass das Schüttgut im Massen- fluss durch das Mischsilo 4a der abgesperrten Mischeinbauten 16, 19 fließen kann. Insbesondere ist die Restquerschnittsfläche 26 so groß, dass ein Massestrom des Schüttguts gewährleistet ist, der größer oder gleich der Mindestabzugsleistung des Mischsilos 4a ist, insbesondere mindestens das Doppelte, insbesondere mindestens das 3-fache, insbesondere mindestens das 5-fache, insbe sondere mindestens das 10-fache und insbesondere höchstens das 20-fache der Mindestabzugs leistung beträgt.

Nachfolgend wird der Betrieb des Mischsilos 4a näher erläutert. Zunächst arbeitet das Mischsilo 4a in einem Standardbetrieb, also in einem Mischbetrieb. Wenn ein Produktwechsel beginnt, ver lässt Produkt den Extruder, das (noch) nicht die Produkteigenschaft aufweist, die einzustellen ist. In dem Mischsilo 4a werden die Mischeinbauten 16, 19 mittels der Klappenscheibe 30 abge sperrt, indem die Klappenscheibe 30 von der in Fig. 3 gezeigten Offenstellung in die in Fig. 4 gezeigte Schließstellung verlagert wird. Das Mischsilo 4a arbeitet im Massenfluss nach dem „first in - first ouf ‘-Prinzip. Das nun aus dem Mischsilo 4a noch abgeförderte Produkt ist soge nanntes „altes“ Produkt und kann einem entsprechenden Speicherbehälter zugeführt werden. Das in Folge des Produktwechsels erzeugte Übergangsprodukt kann aus dem Mischsilo 4a in einen separaten Speicherbehälter abgefördert werden. Sobald der Produktwechsel abgeschlossen ist und sämtliches Übergangsprodukt aus dem Mischsilo 4a abgefördert worden ist, wird das Misch silo 4a aus dem Durchflussbetrieb mit Massenstrom in den Mischbetrieb zurück überführt, indem die Klappenscheibe 30 in die Offenstellung verlagert wird. Zunächst wird ein Mischprodukt aus dem Mischsilo 4a abgeführt, das eine Mischung aus „neuem“ Produkt und dem in den Mischein bauten 16, 19 gespeicherten „alten“ Produkt ist. Dieses Mischprodukt kann ebenfalls in den se paraten Speicherbehälter für das Übergangsprodukt abgeführt werden. Es ist auch denkbar, einen zusätzlichen Speicherbehälter für dieses Mischprodukt vorzusehen.

Wenn das Mischprodukt vollständig aus dem Mischsilo 4a abgefördert worden ist, befindet sich ausschließlich „neues“ Produkt im Mischsilo 4a.

Das „neue“ Produkt wird in dem Mischsilo 4a gemischt und kann in einen dafür vorgesehenen Speicherbehälter abgefördert werden.

Dadurch, dass der Absperrantrieb 33 an die Steuerungseinheit 36 angeschlossen ist, kann der Ab lauf, also der Wechsel zwischen dem Mischbetrieb und dem Durchflussbetrieb, des Mischsilos 4a gesteuert und insbesondere geregelt erfolgen. Insbesondere ist die Steuereinheit 36 mit dem Herstellungsreaktor 2, insbesondere mit einem Extruder, in Signalverbindung, wobei ein Stell signal von dem Extruder an die Steuerungseinheit immer dann übermittelt wird, wenn die Pro duktion des „alten“ Produkts und/oder des Übergangsprodukts abgeschlossen ist.

Nachfolgend wird anhand von Fig. 8 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorherigen Ausfüh rungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unterschiedliche, je doch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten b.

Das Mischsilo 4b entspricht im Wesentlichen der vorherigen Ausführungsform in Fig. 3. Ein Un terschied besteht darin, dass das Absperrelement 30b am unteren Ende der Verlängerung 28 mit dem Konusendstück 35 angeordnet ist. Das Absperrelement 30b ist rein schematisch dargestellt. Das Absperrelement 30b kann als Klappenscheibe ausgeführt sein. Das Mischsilo 4b weist an der Ablauföffnung 15 einen Ablaufdurchmesser Do auf. Die ringför mige Restquerschnittsfläche 26 weist eine Ringspaltbreite B auf, die der Differenz des Innen durchmessers D r des Mischsilo-Auslaufbereichs 27 in der Ebene der Restquerschnittsfläche 26 und des Außendurchmessers der Verlängerung 28 mit Konusendstück 35 in diesem Bereich ent spricht. Als mittlere Ringspaltlänge L wird der mittlere Umfang der ringförmigen Restquer- schnittsfläche 26 verstanden.

Der Grundbehälter 12 weist einen Innendurchmesser Ds von 4,2 m auf. Das Mischsilo 4b weist ein Nettovolumen von 130 m 3 auf. Die Mindestabzugsleistung für das Mischsilo 4b ist mit 80 t/h Polyolefin-Pellets festgelegt. Die Polyolefin-Pellets weisen eine Schüttgutdichte von 550 kg/m 3 und einen Partikeldurchmesser von 3,5 mm auf. Entsprechend ergibt sich ein empirischer Aus- tragskoeffizient C = 0,58 und der empirische Partikelkoeffizient k = 1,6.

Die weiteren geometrischen Daten des Mischsilos 4b sind: r = 0,545 m, Do = 0,31 m, B = 0,0454 m und L = 1,566 m.

Gemäß der Beverloo-Gleichung (1) ergibt sich für das Mischsilo 4b ein maximaler Massestrom durch den Ablaufdurchmesser Do von 184 t/h, der größer ist als die Mindestabzugsleistung, so dass sich keine Limitierung für das Mischsilo 4b ergibt, wenn die Mischeinbauten 16, 19 geöff net sind.

Wenn die Mischeinbauten 16, 19 durch das Absperrelement 30b abgesperrt sind und das Schütt gut ausschließlich über die Restquerschnittsfläche fließt, ergibt sich ein Massestrom über die Restquerschnittsfläche 26 gemäß der Gleichung von Nedderman von 80,3 t/h.

Das Mischsilo 4b mit den genannten geometrischen Daten ermöglicht über die Restquerschnitts- fläche 26 einen Massestrom, der größer ist als die Mindestabzugsleistung.

Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 9 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorheri- gen Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unter schiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten c.

Das Mischsilo 4c ist als sogenannter Rohrmischer ausgeführt. Gemäß dem gezeigten Ausfüh rungsbeispiel weist der Rohrmischer zwei Mischrohre 40 auf, die jeweils einen Mischeinbau dar stellen. Die Mischrohre 40 sind insbesondere an der Innenwand des Silobehälters 11 angeordnet und insbesondere daran befestigt. Die Mischrohre 40 sind bezüglich der Längsachse 10 diametral gegenüberliegend angeordnet. Es können auch weniger oder mehr als zwei Mischrohre 40 vorge sehen sein. Die Anordnung der Mischrohre 40 zueinander, insbesondere eine Beabstandung der Mischrohre 40 in Umfangsrichtung um die Längsachse 10, kann unterschiedlich gewählt sein.

Die Mischrohre 40 münden in den Sammeltopf 28. Am unteren Ende des Sammeltopfes ist das Absperrelement 30c angeordnet, das insbesondere als angepasste Klappenscheibe ausgeführt sein kann. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Sammeltopf 28 zylindrisch ausge führt. Es ist denkbar, den Auslauf des Sammeltopfes 28 konisch zu verjüngen, um insbesondere das Absperrelement 30c kleinbauend ausführen zu können.

Die Mischrohre 40 weisen jeweils mindestens eine seitliche Öffnung 41 auf, die dem Innenraum des Silobehälters 11 zugewandt ist. Über die Öffnungen 41 kann Schüttgut aus dem Silobehälter 11, insbesondere dem Grundbehälter 12, in ein Mischrohr 40 gelangen. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Öffnungen 41 in den Mischrohren 40 jeweils auf gleicher Höhe, also an der gleichen Axialposition bezüglich der Längsachse 10 angeordnet. Es ist denkbar, dass die Öffnungen 41 an verschiedenen Axialpositionen bezüglich der Längsachse 10 angeordnet sind. Es ist insbesondere denkbar, dass an einem Mischrohr 40 mehrere Öffnungen 41 vorgese hen sind. Mehrere Öffnungen 41 an einem Mischrohr 40 können bezüglich der Axialposition der Längsachse 10 verschieden an dem Mischrohr 40 angeordnet sein. Es ist auch denkbar, dass mehrere Öffnungen 41 an dem Mischrohr 40 auf gleicher Höhe bezüglich der Längsachse 10, aber an verschiedenen Umfangspositionen des Mischrohrs 40 angeordnet sind.

Die Mischrohre 40 weisen jeweils einen kreisförmigen öuerschnitt auf. Andere ö uersc hnittsfor- men sind möglich. Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 10 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorheri gen Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unter schiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten d.

Das Mischsilo 4d ist ein Rohrmischer. Die Mischrohre 40 verlaufen teilweise innerhalb und teil weise außerhalb des Silobehälters 11.

Ein Unterschied gegenüber der vorherigen Ausführungsform besteht darin, dass Absperrele mente 42 jeweils innerhalb des Mischrohres 40 angeordnet sind. Die Absperrelemente 42 sind jeweils stromaufwärts des Sammeltopfes 28 angeordnet. Eine derartige Anordnung der Absper relemente 42 ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel vorteilhaft, da auch der Konusauslauf 43 des Bodenabschnitts 13 in den Sammeltopf 28 mündet. Dadurch ist sichergestellt, dass bei abge sperrten Mischrohren 40 der Mischbetrieb abgeschaltet ist und ein gleichmäßiger Austrag im Massenfluss aus dem Mischsilo 4d erhalten bleibt, da der Konusauslauf 43 frei ist, also nicht ab gesperrt wird.

Für die Auslegung des Mischsilos 4d, insbesondere für die Größe des Ablaufdurchmessers D r , kann die umgestellte Beverloo-Gleichung (1) genutzt werden. Die Daten für das Mischsilo 4d sind gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel:

M = 80 t/h, C = 0,58, p = 550 kg/m 3 , k = 1,6, d = 3,5 mm.

Entsprechend ergibt sich eine Mindestgröße für den Ablaufdurchmesser von 0,224 m, so dass der Massenstrom im Durchflussbetrieb größer oder gleich der Mindestabzugsleistung ist.

Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 11 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorheri- gen Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unter schiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten e.

Das Mischsilo 4e ist als Rohrmischer mit einem zentralen Mischrohr 16e ausgeführt.

Das Absperrelement 30e ist am unteren Ende des Mischrohrs 16e angeordnet. An dem unteren Ende weist das Mischrohr 16e ein konusförmiges Endstück 44 auf. Insbesondere ist das Absper relement 3 Oe am Ende des konusförmigen Endstücks 44 angeordnet. Das zentrale Mischrohr 16e ragt in den konisch verjüngten Auslaufbereich 34 des Mischsilos 4e hinein. Insbesondere ist das Absperrelement 30e an der unteren Ablauföffnung 15 des Mischsilos 4e angeordnet.

An dem Mischrohr 16e sind mehrere Öffnungen 41 angeordnet, die insbesondere an verschiede nen Positionen in axialer Richtung und in Umfangsrichtung bezüglich der Längsachse 10 ange ordnet sind. Es ist optional möglich, zumindest eine der Öffnungen 41 mit einem zusätzlichen Absperrelement 45 zu verschließen, um zu verhindern, dass Schüttgut aus dem Silobehälter 11 in das Mischrohr 16 gelangt. Es ist auch denkbar, sämtliche Öffnungen 41 mit Absperrelementen 45 zu versehen. In diesem Fall ist es denkbar, auf das untere Absperrelement 30e zu verzichten.

Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein weiteres Absperrelement 46 in dem Misch rohr 16e vorgesehen, das stromaufwärts bezüglich des Absperrelements 30e angeordnet ist. Das Absperrelement 46 dient insbesondere zur Verhinderung eines Schüttgutstroms in dem Misch rohr 16e durch die oberhalb des Absperrelements 46 angeordneten Öffnungen 41. Insbesondere ermöglichen die Absperrelemente 45, 46 eine Beeinflussung des Mischverhaltens des Mischsilos 4e im Mischbetrieb.

Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Fig. 12 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Konstruktiv identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorheri gen Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unter schiedlich, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten f. Das Mischsilo 4f ist als Rohrmischer mit einem zentralen Mischrohr 16f ausgeführt. Das Misch rohr 16f weist eine Bauhöhe, also eine Längserstreckung entlang der Längsachse 10, auf, die im Wesentlichen der Bauhöhe des Mischkonus des Konusmischers gemäß Fig. 2 entspricht. Insbe sondere beträgt die Bauhöhe des Mischrohres 16f zwischen 80% und 120% der Bauhöhe des Mischkonus, insbesondere zwischen 90% und 110%.

An dem Mischrohr 16f ist mindestens eine Öffnung 41, insbesondere mehrere Öffnungen 41, vorgesehen, die den Einlauf des Mischrohres 16f bilden. Die Öffnungen 41 sind an einem der unteren Ablauföffnung 15 gegenüberliegenden Ende des Mischrohres 16f angeordnet. Die Öff nungen 41 sind in der Mantelwand des Mischrohres 16f angeordnet. Zusätzlich oder alternativ kann mindestens eine Öffnung stirnseitig an dem oberen Ende des Mischrohres 16f vorgesehen sein.

Insbesondere ist das Mischrohr 16f an seinem oberen, der unteren Ablauföffnung 15 gegenüber liegenden Ende 47 stirnseitig verschlossen. Als Absperrelement dient eine Haube 48, die relativ zu dem Mischrohr 16f verlagerbar ist. Die Haube 48 weist einen zylindrischen Ringabschnitt 49 auf, dessen Innendurchmesser mindestens so groß ist wie der Außendurchmesser des Mischroh res 16f. In der in Fig. 12 gezeigten Anordnung befindet sich der Ringabschnitt 49 in Überlap pung mit den Öffnungen 4L Das bedeutet, dass Schüttgut aus dem Silobehälter 11 daran gehin dert ist, in das Mischrohr 16f zu strömen. In der gezeigten Anordnung befindet sich das Misch rohr 16f durch das Absperrelement 48 im abgesperrten Zustand.

Die Haube 48 ist entlang der Längsachse 10 mittels eines Hubantriebs 50 verlagerbar. Der Hub antrieb 50 ist insbesondere ein linearer Hubantrieb, insbesondere ein pneumatischer Antrieb. Durch Betätigung des Hubantriebs wird die Haube 48 in einer Richtung 52 weg von dem Misch rohr 16f, also in einer Richtung weg von der unteren Ablauföffnung 15 verlagert. Dadurch wer den die Öffnungen 41 von dem Ringabschnitt 49 freigegeben, sodass ein Schüttgutstrom über die Öffnungen 41 in das Mischrohr 16f ermöglicht ist.

Die Haube 48 weist einen oberen Kegelabschnitt 51 auf. Dadurch ist gewährleistet, dass das Schüttgut in dem Silobehälter 11 aufstauungsfrei an der Haube 48 entlangströmen kann. Die Haube 48 ist insbesondere einteilig ausgeführt. Das lineare Stellelement 50 greift insbesondere an dem Kegel ab schnitt 51 der Haube 48 an.

Es ist alternativ auch möglich, in dem Zylinderabschnitt 49 Öffnungen vorzusehen, die im We sentlichen den Öffnungen 41 in dem Mischrohr 16f entsprechen. Eine Verlagerung der Haube 48 zwischen der geöffneten und der abgesperrten Anordnung ist dann durch Drehung der Haube 48 um die Längsachse 10 möglich. Wenn die Öffnungen der Haube 48 und die Öffnungen 41 des Mischrohrs 16f zumindest teilweise fluchten, ist eine Schüttgutströmung in das Mischrohr 16f möglich. In diesem Fall ist die Verwendung des Hubantriebs 50 nicht erforderlich. Der Huban trieb kann entsprechend durch einen Drehantrieb ersetzt werden, der eine Drehung der Haube 48 relativ zu dem Mischrohr 16f ermöglicht.

Die Hubbewegung und/oder mögliche Drehbewegungen der Haube 48 sind durch Bewegungs pfeile 52 in Fig. 12 schematisch dargestellt.

Alternativ ist es auch möglich, das obere Ende 47 des Mischrohrs 16f mittels eines statischen Einbaus, beispielsweise einer kegelförmigen Haube, zu verschließen. An den Öffnungen 41 kön nen dann Absperrelemente 45 angeordnet sein, wie sie anhand der vorherigen Ausführungsform erläutert worden sind.

Gemäß der gezeigten Ausführungsform ist zusätzlich zu dem Absperrelement 48 am Einlauf des Mischrohrs 16f das Absperrelement 30f am unteren Ende des Mischrohrs 16f, also am Auslauf, angeordnet. Dieses Absperrelement 30f kann auch entfallen, insbesondere wenn der Einlauf mit tels mindestens eines Absperrelements 45, 48 absperrbar ist.

Der wesentliche Vorteil der Anordnung der Absperrelemente 45, 48 am Einlauf des Mischrohrs 16f besteht darin, dass stagnierendes Produkt in dem Mischrohr 16f vermieden werden kann. Dadurch wird das Risiko minimiert und insbesondere vermieden, dass stagnierendes Schüttgut im Mischrohr 16f sich festsetzt und nicht oder nur aufwendig nur wieder gelöst werden kann.