Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
MODIFIED POTATO STARCH, METHOD FOR PRODUCING THE SAME, AND USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1999/026981
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a modified potato starch, characterised by the following: a DSC swelling temperature T¿max? of 65 to 80 °C; and/or a Brabender consistency (set back) of the starch paste of 300 to 2600 Brabender units (BE) for 3.3 g of starch in 100g of paste, for a set measuring range of 250 cm g; and/or a sag value (measured using a Ridgelimeter) of 35 to 5 % for 3.3 g starch in 100 g gel.

Inventors:
SCHMIEDL DETLEF (DE)
KOENIG BAERBEL (DE)
Application Number:
PCT/EP1998/007454
Publication Date:
June 03, 1999
Filing Date:
November 20, 1998
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
DEUTSCHES INST ERNAEHRUNGSFORS (DE)
SCHMIEDL DETLEF (DE)
KOENIG BAERBEL (DE)
International Classes:
A23L29/212; C08B30/12; C08L3/02; D06P1/48; G03C1/04; (IPC1-7): C08B/
Other References:
STUTE R: "HYDROTHERMAL MODIFICATION OF STARCHES: THE DIFFERENCE BETWEEN ANNELAING AND HEAT/MOISTURE-TREATMENT" STARCH STARKE, Bd. 44, Nr. 6, 1. Juni 1992, Seiten 205-214, XP000573917
RONALD DEAN SPIES: "Effect of sugar on starch gelatinization and replacement of sucrose in layer cakes with high maltose corn syrup (Order No 8122041)." DISSERTATION ABSTRACTS INTERNATIONAL, Bd. 42, Nr. 5, 1. November 1981, Seite 1809-B XP002102138
Attorney, Agent or Firm:
Boeters, Hans D. (Boeters & Bauer Bereiteranger 15 München, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche
1. Modifizierte Kartoffelstärke, gekennzeichnet durch eine DSCQuellungstemperatur Tmax im Bereich von 65 bis 80 OC und/oder eine BrabenderEndkonsistenz (set backWert) des Starkekleisters bei 3,3 g Starke in 100 g Kleister im Bereich von 300 bis 2600 BrabenderEinheiten (BE) bei einem eingestellten Meßbereich von 250 cm g und/oder einen sagWert (ermittelt mit einem Ridgelimeter) bei 3,3 g Starke in 100 g Gel im Bereich von 35 bis 5 %.
2. Modifizierte Kartoffelstärke nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen set backWert des Stärkekleisters im Bereich von 500 bis 1900 BE und/oder einen sagWert im Bereich von 20 bis 12 t.
3. Modifzierte Kartoffelstarke, dadurch gewinnbar, daß man (a) Kartoffelstärke in Maltosesirup in einer Menge einträgt, daß Wasserüberschuß gegeben ist, und (b) im Bereich von einer Temperatur, die gegenuber Raumtempera tur erhöht ist, und 100 OC eine Wärmebehandlung (Temperung) durchfuhrt.
4. Modifizierte Kartoffelstärke nach Anspruch 3, dadurch gewinn bar, daß man (a) die Kartoffelstärke in Maltosesirup einer Konzentration im Bereich von 4 bis 30 %, insbesondere 4 bis 25 %, vorzugsweise 5 bis 12 %, insbesondere 5 bis 6 W und bevorzugt 5,5 bis 7 W ein trägtund (b) 6 bis 30 h, insbesondere 12 oder 13 oder 15 bis 25 h lang bis zu einer Endhaltetemperatur im Bereich von 40 bis 100 °C, insbesondere 45 bis 70 OC und vorzugsweise 48 bis 65 OC tempert.
5. Modifizierte Kartoffelstärke nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gewinnbar, daß man (a) die Kartoffelstärke in 5bis 8proz. Maltosesirup einträgt und (b) 20 bis 30 h bis zu einer Endhaltetemperatur von 48 bis 65 ° C tempert.
6. Verfahren zur Herstellung von modifizierter Kartoffelstärke, dadurch gekennzeichnet, daß man (a) Kartoffelstarke in Maltosesirup in einer Menge eintragt, da Wasserüberschuß gegeben, ist und (b) im Bereich von einer Temperatur, die gegenüber Raumtempera tur erhöht ist, und 100 OC tempert.
7. Verwendung einer modifizierten Kartoffelstärke gemäß einem der Anspruche 1 bis 5 far die Lebensmittelindustrie, insbesondere für Dickungsmit Tortengüsse,HerstellungstückigenGutes,tel,Soßenbinder, Fixierung von Substraten, vorzugsweise Aromen, oder Puddings, far die Farbenindustrie, insbesondere fur Anstrichmittel, fUr die Textilindustrie, insbesondere far Druckfarbengele, fUr klinischchemische Erzeugnisse, insbesondere fUr Schicht gele, und/oder fUr Fotomaterialien, insbesondere fUr Filme.
Description:
Modifizierte Kartoffelstärke, Herstellungsverfahren und Verwendung Far Dickungsmittel besteht sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch im Non-Food-Bereich ein großer Bedarf. So werden jähr- lich ca. 5000 t modifizierte Starke allein für Soßenbinder umge- setzt. Vorrangige Anwendungsgebiete bestehen far Verdickungsmit- tel auf der Basis modifizierter Stärke in der Farbenindustrie, beispielsweise far Anstrichmittel, und in der Textilindustrie, beispielsweise far Druckfarbengele. Die klinisch-chemische Indu- strie nutzt modifizierte Stärke für die Herstellung praziser Schichtgele mit definierter Höhe für die Dünnschichtchromatogra- fie, auch far Fotomaterialien und Filme.

In Abhangigkeit vom Einsatzgebiet sind unterschiedliche Eigen- schaften der Dickungsmittel erforderlich. So sollen Dickungsmit- tel auf Stärkebasis als Soßenbinder ein klumpenfreies Einrühren bei höheren Temperaturen ermöglichen und mit einer geringeren Energiezufuhr verbunden sein (Stichwort : energiereduzierte Lebensmittel). Für Tortengüsse ist beispielsweise die Bildung schnittfester Gele wichtig. In der Farbindustrie, insbesondere bei Anstrichmitteln, wird eine erhöhte alkalische Stabilität in Kombination mit einer höheren Konsistenz der Suspensionen ange- strebt ; zu beachtende Eigenschaften sind Streichfähigkeit, Fließverhalten und Haftung des Anstrichs. Die Qualität der Dünn- schichtchromatografie ist von der Exaktheit der Gelhöhe abhän- gig. Hierfür ist ein definiertes Fließverhalten erforderlich.

Aus Starch/Stärke, 46 (1994) 378-383 und 49 (1997) 225-231 ist die hydrothermische Behandlung von Starke in Gegenwart von alpha-Amylase bekannt. Dieser Stand der Technik hat jedoch noch nicht zu einer modifizierten Kartoffelstarke gefuhrt, mit der sich die vorstehend angesprochenen Anforderungen an Dickungsmit- tel besser erfüllen lassen.

Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft eine modifizierte Kartoffelstärke, die gekennzeichnet ist durch -eine DSC-Quellungstemperatur Tmax im Bereich von 65 bis 80 oc und/oder -eine Brabender-Konsistenz des Stärkekleisters bei 3,3 g Starke in 100 g Kleister im Bereich von 300 bis 2600 Brabender-Einhei- ten (BE) bei einem eingestellten Meßbereich von 250 cm g und/oder -einen sag-Wert (ermittelt mit einem Ridgelimeter) bei 3,3 g Starke in 100 g Gel im Bereich von 35 bis 5 W.

Die erfindungsgemäße modifizierte Kartoffelstärke kann gekenn- zeichnet sein durch -eine Brabender-Endkonsistenz (set back) des Starkekleisters von 500 bis 1900 BE und/oder -einen sag-Wert im Bereich von 20 bis 12 t.

Die erfindungsgemäße Kartoffelstärke kann dadurch gewinnbar sein, daß man (a) Kartoffelstarke in Maltosesirup in einer Menge einträgt, daß Wasserüberschuß gegeben ist, und (b) im Bereich von einer Temperatur, die gegenüber Raumtempera- tur erhöht ist, und 100 OC eine Wärmebehandlung (Temperung) durchführt.

Eine derartige erfindungsgemäße modifizierte Kartoffelstärke kann dadurch gewinnbar sein, daß man (a) die Kartoffelstärke in Maltosesirup einer Konzentration im Bereich von 4 bis 30 %, insbesondere 4 bis 25, vorzugsweise 5 bis 12'1, insbesondere 5 bis 6 k und bevorzugt 5,5 bis 7 % ein- trägt und (b) 6 bis 30 h, insbesondere 12 oder 13 oder 15 bis 25 h lang bis zu einer Endhaltetemperatur im Bereich von 40 bis 100 °C, insbesondere 45 bis 70 OC und vorzugsweise 48 bis 65 OC tempert.

Schließlich kann eine derartige erfindungsgemäße modifizierte Kartoffelstarke dadurch gewinnbar sein, daß man (a) die Karftoffelstärke in 5-bis 8-proz. Maltosesirup einträgt und (b) 20 bis 30 h bis zu einer Endhaltetemperatur von 48 bis 65 OC tempert.

Der vorliegenden Erfindung liegt das Konzept zugrunde, Kartof- felstärke in Gegenwart von Maltose bei erniedrigter Wasserakti- vität einer Warmwasserbehandlung (Temperung) zu unterwerfen, um dadurch (i) die Behandlung bei höheren Temperaturen durchfuhren zu kön- nen, (ii) die Behandlungszeiten enorm zu verkürzen und eine wesentli- che Energieeinsparung zu erreichen, und (iii) eine gezielte Veränderung von funktionellen Eigenschaften der Stärke herbeizuführen, insbesondere Konsistenz der Kleister, Nachdickung, Elastizität der abgekühlten Gele, Verkleisterungs- temperatur (Tmax) im alkalischen Milieu und/oder Fließverhalten und (iv) Eigenschaftsänderungen herbeizuführen, die bisher unbekannt waren.

Der Erfindung liegt die Beobachtung zugrunde, daß sich Kartof- felstärke bei Wasserüberschuß hydrothermisch modifizieren (tempern) läßt, worauf Veränderungen der DSC-Quellungstemperatur Tmax, der Verkleisterungseigenschaften, der Konsistenzeigen- schaften, der Stabilität im alkalischen Milieu und/oder einer Erhöhung der Gelelastizität resultieren.

Die starke Veränderbarkeit der DSC-Quellungstemperatur und der Brabender-Verkleisterungscharakteristik von Kartoffelstärke beim Tempern in Gegenwart von Maltosesirup sind überraschend. Nach Temperung in Gegenwart von Maltosesirup tritt beispielsweise ein sehr starker Rückgang der Heißkonsistenz und eine Erhöhung wäh- rend der Haltephase bei z. B. 96 OC ein. Erfindungsgemäß lassen sich Erhöhungen der Brabender-Konsistenz erzielen, die in Ahan- gigkeit von der Maltosesirup-Konzentration und vom Temperatur- Zeit-Programm variiert werden konnen. Durch eine 14-stündige thermische Behandlung bis zu einer Endtemperatur von 58 OC in 6- proz. Sirup zeigt beispielsweise die Brabender-Kurve eines modi- fizierten Stärkemusters einen ähnlichen Verlauf wie bei Proben, die jeweils insgesamt 24 h in 12-bzw. 25-pro. Maltosesirup mit demselben Temperatur-Zeit-Programm oder einem Temperatur-Zeit- Programm bis zu einer Endhaltetemperatur von 60 OC behandelt wurden. Es lassen sich sowohl vergleichbare Werte far die Brabender-Quellungstemperatur, far die stetige Erhöhung der Kleisterkonsistenz in der Haltephase bei 96 OC als auch in der Nachdickung (set back) bei 50 OC in einer Hoche von ca. 2300 BE erreichen. Beispielsweise genügt eine insgesamt 14-stündige Tem- perung in 6-proz. Sirup bis zu einer Endhaltetemperatur von 58 °C, um in dem modifizierten Muster das gleiche Quellungs-und Nachdickungsverhalten zu erzeugen, wie sie modifizierte Muster nach 24-stundiger Temperung in 12-bzw. 25-pro. Maltosesirup mit Temperatur-Zeit-Programmen aufweisen, far die Endhaltetempe- raturen von 58 bzw. 60 OC vorgesehen werden. Beispielsweise er- bringt die Temperung von Kartoffelstärke in 6-, 12-oder 25- proz. Maltosesirup eine Steigerung der Brabender-Konsistenz auf etwa den doppelten Wert im"set back"bei geringem Ausbeutever- lust (<10 W). Durch hydrothermische Behandlung von Kartoffel- stärke in Maltosesirup lassen sich modifizierte Stärken gewin- nen, die in der Brabendercharakteristik wesentlich höhere Nach- dickungswerte (set back) bei 50 °C für Kartoffelstärke ergeben, als sie bisher bekannt sind. Die Verschiebung der DSC-Quellungs- temperatur Tmax kann in 25-pro. Maltosesirup am geringsten und in 6-proz. Maltosesirup am stärksten sein. Aus Untersuchungen zur Gelelastizität kann man folgern, daß es möglich ist, durch eine beispielsweise 24-stündige Temperung von Kartoffelstärke in 12-bzw. 25-pro. Sirup bis zu einer Endhaltetemperatur von etwa 58 OC das Zusammensacken von Gelkörpern auf 19 bis 21 t zu redu- zieren. Die hochste Gelelastizitat kann beispielsweise erreicht werden, wenn man Kartoffelstärke insgesamt 24 h in 6-proz. Mal- tosesirup bis zu einer Endhaltetemperatur von 56 OC hydrother- misch behandelt. Die gestürzten Gelkegel dieser modifizierten Stärke zeigen sag-Werte von ca. 17 0-., wobei der Stärkegehalt nur 3,3 g/100 Gel beträgt. Durch hydrothermische Behandlung von Kar- toffelstärke in 6-proz. Sirup kann man die Alkali-Brabender-Zeit gegenüber der Ausgangsstarke beispielsweise sogar um das 4-fache erhöhen.

Eine weitere Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Verfah- ren zur Herstellung von erfindungsgemäßer modifizierter Kartof- felstärke, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man (a) Kartoffelstärke in Maltosesirup in einer Menge einträgt, daß Wasserüberschuß gegeben ist, und (b) im Bereich von einer Temperatur, die gegenüber Raumtempera- tur erhöht ist, und 100 OC tempert.

Schließlich betrifft eine weitere Ausführungsform der Erfindung die Verwendung von erfindungsgemäßer modifizierter Kartoffel- stärke -far die Lebensmittelindustrie, insbesondere far Dickungsmit- tel, Soßenbinder, Tortengüsse, Herstellung stückigen Gutes, Fi- xierung von Substanzen, vorzugsweise Aromen, oder Puddings, -far die Farbenindustrie, insbesondere far Anstrichmittel, -far die Textilindustrie, insbesondere far Druckfarbengele, -far klinisch-chemische Erzeugnisse, insbesondere far Schicht- gele, und/oder -far Fotomaterialien, insbesondere far Filme.

Nachstehend wird die Erfindung durch ein Beispiel und Abbildun- gen näher erläutert. Es zeigen : Abb. 1 : Einfluß der Konzentration an Maltosesirup (MS) auf die Verschiebung der DSC-Quellungstempertur TmaX während der Temperung von Kartoffelstärke nach einem Temperatur- Zeit-Programm; Abb. 2 : Einfluß der Temperung von Kartoffelstärke nach einem Temperatur-Zeit-Programm in 6-proz. Maltosesirup (MS) auf die Verschiebung der DSC-Quellungstemperatur Tma Abb. 3 : Einfluß der Temperung von Kartoffelstärke nach einem Temperatur-Zeit-Programm in 12-bzw. 25-pro. Maltose- sirup (MS) auf die Verschiebung der DSC-Quellungstempe- ratur Tmax; Abb. 4 : Brabender-Kurven der Ausgangsstärke und der vorher in 25-bzw. 12-pro. Maltosesirup (oben bzw. unten) nach Temperatur-Zeit-Programmen getemperten Proben ; und Abb. 5 : Brabender-Kurven der Ausgangsstärke und der vorher in 6- proz. Maltosesirup nach Temperatur-Zeit-Programmen ge- temperten Proben.

Beipiel 1 Es wurden folgende Faktoren untersucht : Tabelle 1 : Einfluß der Temperungsbedingungen (Maltosesirupkonzentration (MS), Temperungszeit und Temperungs- temperatur) auf Ausbeuten an modifizierter Kartoffelstärke ; Tabelle 2 : Einfluß der Temperungsbedingungen (Maltosesirupkonzentration, Temperungszeit und Temperungstempe- ratur) auf die Gelelastizitat der modifizierten Muster ; Tabelle 3 : Stabilität im alkalischen Milieu als Alkali-Braben- der-Zeit von der Ausgangsstärke und von ausgewählten modifizier- ten Proben.

Tab. 1. Probe Temperungsbedingungen Ausbeute MS1 50 54 56 58 60 % °C°C°C%°C ------Ausgang- 2h----98,61- 2h2h---97,92- 3 2h--- 442h ---- 5 -2h-95,72h 6 25 2 h 2 h-10 h-97,6 7 2h 2h-18h-95,7 8 2h 2h - 10h 10h 92,9 9 ---- 10 2h ---- 11 2h 2h - 2h - 91, 9 12 12,5 2h 2h - 10h - 91, 3 13 2h 2h-20h-92,4 14 2h 2h-10h 10h 97,7 15 ----- 16 2h 2h 17 2h 2h-2h-93,5 18 6,25 2h 2h-10h-91,0 19 2h 2h 2h--95,7 20 2h 2h 10h--94,5 21 2h 2h 20 h--83,9 Maltosesirup1)MS: Tab. 2. Tab. 3.<BR> <P>Maltosesirup- Temperatur-Zeit- Ridgelimeter Probe Alkali-Braben<BR> Probe konzentration Programm Gelelastizität (min)<BR> 50 54 56 58 60 Ausgang 5,25<BR> (%) °C °C °C °C °C % sag 1 13,9<BR> Ausgang - - - - - - 100,0 2 15,9<BR> 1 0 2h - - - - 35,0 5 14,5<BR> 2 2h 2h - - - 33,0 6 15,4<BR> 5 2h 2h - 2h - 33,8 7 16,9<BR> 6 25 2h 2h - 10h - - 8 17,1<BR> 7 2h 2h - 18h - 21,0 19 15,9<BR> 8 2h 2h - 10h 10h 21,6 20 17,7<BR> 11 2h 2h - 2h - 30,2 21 20,4<BR> 12 12,6 2h 2h - 10h - 24,2<BR> 13 2h 2h - 20h - 18,8<BR> 14 2h 2h - 10h 10h 18,5<BR> 17 2h 2h - 2h - 27,9<BR> 18 2h 2h - 10h - 20,3<BR> 19 6,25 2h 2h 2h - - 33,1<BR> 20 2h 2h 10h - 19,5<BR> 21 2h 2h 20h - - 17,2 Der Fachmann ist mit DSC-Quellungstemperatur Tmax [°C], Klei- sterkonsistenz (BE), sag-Wert und Stabilität im alkalischen Milieu (Alkali-Brabender) und deren Bestimmung vertraut. Ergän- zend werden noch folgende Angaben gemacht.

(a) DSC-Quellungstemperatur Tmax [°C] : Darunter versteht man einen Temperaturmeßwert, der durch die dynamische Differenzkalorimetrie (differential scanning calorimetry = DSC) ermittelt wird. Dieser Meßwert spiegel die Temperatur wieder, bei der der Quellungspeak der Stärke sein Maximum erreicht. Die DSC-Quellungstemperatur Tmax cha- rakterisiert also das Quellungsverhalten der Stärkeprobe. In der Regel wird bei einem Stdrke/Wasser-Verhdltnis von minde- stens 1 : 3 gemessen, im vorliegenden Fall sogar bei 1 : 5.

Der Wasseranteil ist sehr wichtig während der Messung. Hohe Wasseranteile in der Stärkesuspension verschieben die zu messende Quellungstemperatur zu niedrigeren Werten. Das Ver- haltnis von Stärke und Wasser im hermetisch verschlossenen Meßtiegel muß deshalb immer mit angegeben werden.

Für das erfindungsgemai3e Beispiel wurden die Messungen mit einem hochauflosenden Gerat (DSC 120 ; SEIKO, Japan) durchge- fart. Das Verhältnis betrug 1 : 5, die Heizrate 4 K/min.

Das Gerät arbeitete nach dem Heat-Flux-Mefprinzip. Pro Mes- sung wurden etwa 10 mg Stärke mit einer Ultra-Mikrowaage in Silbertiegel (70 pl) genau eingewogen, wonach man hermetisch verschloß. Als Referenzprobe wurde destilliertes Wasser mit einer Leitfähigkeit von 0,15 AS verwendet.

(b) Kleisterkonsistenz (BE) : Zur Charakterisierung des Verkleisterungsverhaltens von Starkesuspensionen benutzen Stärkefachleute fast immer einen Brabender-Viskographen (Brabender OHG, Duisburg). Dabei stellt man eine definierte Stärkesuspension her, die an- schließend unter Rühren nach einem Temperturprogramm ver- kleistert wird. Dabei wird die Konsistenzänderung der Suspension verfolgt. Das Verkleisterungsprogramm ist ein- fach. In der Regel : Starttemperatur 50 OC ; Aufheizgeschwin- digkeit 1,5 K/min ; Haltetemperatur 95 oder 96 OC mit einer Haltezeit von 10 min ; Abkühlung mit 1,5 K/min auf 50 OC oder tiefer. Der Topf, in dem sich die Suspension befindet, rotiert in der Regel mit 75 U/min. Die Messungen erfolgen bei definierten Meßbereichen zwischen 250 bis 1000 cm g. Die Konsistenz der Stärkesuspension wird in Brabender-Einheiten (BE) oder Brabender-Units (BU) angegeben. Aus Brabender-Kur- ven sind u. a. folgende Informationen ablesbar : -Temperatur, bei der die Starke verkleistert ; -Konsistenzverlauf während der Temperatur-Haltephase (meist 95 oder 96 OC far 10 min) ; -Konsistenzanstieg in der Abkühlphase der Suspension ; beim Erreichen der unteren Haltetemperatur von beispielsweise 50 OC wird der set back abgelesen, der den erreichten Endkonsi- stenzwert des Kleisters darstellt.

Im Beispiel wurde die Verkleisterungs-und Gelbildungscha- rakteristik der Ausgangsstärke und der modifizierten Stärke- proben mit einem Viskograph (Typ E ; Brabender OHG, Duisburg) mit einem Empfindlichkeitsbereich der Drehmomenteinrichtung von 250 N cm (cm g) und einer Drehzahl von 75 min1 gemes- sen. Für Kartoffelstärke betrug die Einwaage 15 g Trocken- substanz auf 450 g Gesamtmenge. Es wurde mit einer Heiz- bzw. Kühlrate von 1,5 K min-1 gearbeitet. Die Starttempera- tur betrug 50 OC. Nach dem Erreichen einer Temperatur von 96 OC wurde diese 10 min lang konstant gehalten. Anschließend wurde der Ansatz auf 50 °C abgekühlt, wobei die Konsistenz far weitere 8 min bei dieser Temperatur gemessen wurde. Das Temperaturprogramm wurde tuber einen Computer angesteuert.

(c) sag-Wert (Prufung der Gelelastizitat mit Hilfe des Ridgeli- meters) : Unmittelbar nach Bestimmung der Brabender-Konsistenz mit einem Viskograph (Typ E, Brabender OHG, Duisburg) wurde der entstandene Stärkekleister in einem Meßbecher mit Ring ge- füllt und fUr 24 h bei 4 OC abgedeckt gelagert. Die Priifung der Gelelastizität erfolgte nach Abschneiden des überstehen- den Gelkörpers an einem Ridgelimeter mit metrischem Meßge- winde, Eichstab und planparalleler Platte. Die Höhendiffe- renz nach dem Zusammensacken des Gelkörpers wurde genau 2 min nach dem Stürzen gemessen. Dazu wurde die Spitze der Meßspindel aus ihrer Nullstellung auf die Oberfläche des Gels herabgedreht, wonach die Spitze behutsam heraufgedreht wurde, bis der mitgeführte Gelfaden abris. Das Zusammen- sacken des Gels wurde in W sag ausgedruckt, d. h. der prozen- tualen Abnahme der Hoche des gestürzten, freistehenden Sitar- kekegels gegenuber dem im Meßbecher befindlichen Gelkörper.

Die Ablesung von k sag erfolgte unmittelbar an der Skala des Ridgelimeters.

(d) Stabilitat im alkalischen Milieu (Alkali-Brabender) : In technischen Bereichen wird Stärke häufig als Bindemittel eingesetzt, allerdings in stark alkalischen Medien. Dabei kommt dem Temperatur-Zeit-Verhalten des entsprechenden Stärke/Wasser-Systems große Bedeutung zu.

Zur Bestimmung der Stabilität der modifizierten Stärken im alkalischen Milieu wurden Konsistenzänderungen mit dem Viskograph (Typ E ; Brabender OHG, Duisburg) bei einer Dreh- zahl von 75 min1 aufgezeichnet. Die Heizrate betrug 1,5 K min-1 Dabei wurde die zeitabhängige Quellung der Stärke- suspension bzw. die Konsistenz der Dispersion in Gegenwart von Lauge wahrend ihrer Erwarmung von 20 auf 50 OC und einer anschließenden 30-minütigen Haltephase bei 50 OC verfolgt.

15 g (Trockengewicht) der Stärke wurden mit vorgekuhltem (15 °C), destilliertem Wasser auf 445 g ergänzt und in den Brabender-Meßbecher übergespült. Anschließend wurden 50 ml einer vorgehkuhlten (15 °C) 1 N Natronlauge zugefugt und er- wärmt. Nach Erreichen einer Temperatur von 20 OC wurde die Messung automatisch aufgezeichnet. Als Alkalistabilitat (Alkali-Brabender-Zeit) wurde die Zeitdauer in min angege- ben, nach der eine Konsistenz von 100 Brabender-Einheiten (BE) erreicht wurde.