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Title:
MOULDING MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/201173
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a moulding machine (10) comprising a first, fixed carrier frame (20) and a second carrier frame (30), which can be moved along a closing direction (S), between an open position and a closed position, relative to the first carrier frame (20), the two carrier frames being intended to accommodate jointly a tool block (100), which has at least one ejector rod (110), and comprising an ejector plate (40), wherein the ejector plate (40) can be moved in the closing direction (S) relative to at least one carrier frame (20, 30). In order to reduce, or to prevent, the risk of machine damage due to defectively operating ejector rods, at least one contact element (50), which can be assigned to the ejector rod (110) and/or the ejector plate (40), is provided, as is an evaluation device (80) for sensing contacts between the ejector rod (110) and ejector plate (40) by means of the contact element (50).

Inventors:
SPRISTERSBACH LARS (DE)
BREIDENBACH MARTIN (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/058885
Publication Date:
October 08, 2020
Filing Date:
March 30, 2020
Export Citation:
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Assignee:
ERLENBACH GMBH (DE)
International Classes:
B29C44/58; B29C33/44; B29C44/44; B29C44/60
Domestic Patent References:
WO2011087482A22011-07-21
Foreign References:
DE2144451A11973-03-15
US6435855B12002-08-20
US20170284521A12017-10-05
US4106884A1978-08-15
JPS55164131A1980-12-20
US20080277822A12008-11-13
DE1207555B1965-12-23
EP2644351A22013-10-02
Attorney, Agent or Firm:
MEHLER ACHLER PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Formteilmaschine (10) mit einem feststehenden ersten Trägerrahmen (20) und einem relativ zu dem ersten Trägerrahmen (20) entlang einer Schließ richtung (S) zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung be wegbaren zweiten Trägerrahmen (30) zur gemeinsamen Aufnahme eines zumindest eine Auswerferstange (110) aufweisenden Werkzeugblocks (100) und mit einer Auswerferplatte (40), wobei die Auswerferplatte (40) re lativ zu mindestens einem Trägerrahmen (20, 30) in Schließrichtung (S) bewegbar ist,

gekennzeichnet durch zumindest ein der Auswerferstange (1 10) und/oder der Auswerferplatte (40) zuordenbares Kontaktelement (50) und durch eine Auswerteeinrichtung (80) zum Erfassen von Kontakten zwischen Auswer ferstange (110) und Auswerferplatte (40) mittels des Kontaktelements (50).

2. Formteilmaschine nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) zumindest ein elektrisches Bauteil aufweist.

3. Formteilmaschine nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) elektrisch leitend ist und ein elektrisches Widerstandselement (52) aufweist, dass eine Spannungsquelle (90) an die Auswerferplatte (40) und zumindest einen der Trägerrahmen (20, 30) angeschlossen ist und dass die Auswerteeinrich tung (80) zum Erfassen einer zwischen der Auswerferplatte (40) und der Auswerferstange (1 10) anstehenden elektrischen Spannung ausgebildet ist.

4. Formteilmaschine nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) einen Korpus (54) aus einem elektrisch isolierenden Material und zwei gegenüberliegend an dem Korpus (54) angeordnete elektrische Anschlusselemente (55, 56) aufweist, wobei das elektrische Widerstandselement (52) die zwei elektri schen Anschlusselemente (55, 56) miteinander verbindet.

5. Formteilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) zumindest ein Verbindungmittel (58) aufweist, mittels dessen das Kontaktelement (50) an einer Auswerferstange (110) anbringbar ist.

6. Formteilmaschine nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) eine kapazitive Sensoreinheit aufweist.

7. Formteilmaschine nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass die kapazitive Sensoreinheit eine PCAP- Folie (70) ist.

8. Formteilmaschine nach Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) eine Schutzplat te (72) zur Kontaktierung der Auswerferstange (1 10) aufweist.

9. Formteilmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) zwischen der kapazitiven Sensoreinheit und einem Rahmen (42) der Auswerferplatte (40) einen Isolator (74) aufweist.

10. Formteilmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9,

gekennzeichnet durch zumindest ein einer Auswerferstange (1 10) zuord enbares Druckelement (76). 11. Formteilmaschine nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (76) zumindest teilwei se aus einem Elastomer besteht.

12. Formteilmaschine nach Anspruch 10 oder 11 ,

dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (76) zumindest teilwei se aus einem leitfähigen Material besteht.

13. Maschinensystem (200) mit einer Formteilmaschine (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einem in den Trägerrahmen (20, 30) auf genommenen Werkzeugblock (100) mit zumindest einer Auswerferstange (1 10).

14. Maschinensystem (200) nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (50) der Auswerfer stange (110) und/oder der Auswerferplatte (40) zugeordnet ist.

15. Kontaktelement (50) für eine Formteilmaschine (10) mit einem feststehen den ersten Trägerrahmen (20) und einem relativ zu dem ersten Träger rahmen (20) entlang einer Schließrichtung (S) zwischen einer Offenstel lung und einer Schließstellung bewegbaren zweiten Trägerrahmen (30) zur gemeinsamen Aufnahme eines zumindest eine Auswerferstange (110) aufweisenden Werkzeugblocks (100) und mit einer Auswerferplatte (40), wobei die Auswerferplatte (40) relativ zu mindestens einem Trägerrahmen (20, 30) in Schließrichtung (S) bewegbar ist, wobei das Kontaktelement (50) der Auswerferstange (110) und/oder der Auswerferplatte (40) zuord enbar ist. 16. Verwendung des Kontaktelements (50) nach Anspruch 15 in einer Form teilmaschine (10) oder einem Maschinensystem (200).

17. Verfahren zum Betreiben eines ein Formwerkzeug aufweisenden Maschi nensystems (200) mit folgenden Schritten:

a) Schließen des Formwerkzeugs

b) Schäumen eines Formteils

c) Öffnen des Formwerkzeugs

d) Auswerfen des Formteils

dadurch gekennzeichnet, dass beim Auswerfen mittels zumindest einem Kontaktelement (50) und einer Auswerteeinrichtung (80) Kontakte zwi schen zumindest einer Auswerferstange (1 10) und einer Auswerferplatte (40) des Maschinensystems (200) erfasst werden und die erfassten Kon takte mit in einer Speichereinheit des Maschinensystems (200) hinterlegten Informationen verglichen werden, um zu ermitteln, ob die Auswerferstange (1 10) funktionsfähig ist.

18. Verfahren nach Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleich der erfassten Kontakte mit den in einer Speichereinheit hinterlegten Informationen anhand erfasster Ist-Angaben wie Anzahl und/oder Ort und/oder Zeitpunkt und/oder Zeit dauer der Kontakte zwischen Auswerferplatte und Auswerferstangen und hinterlegter Soll-Angaben gleicher Art erfolgt.

19. Verfahren nach Anspruch 18,

dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinrichtung ein Warnsignal an eine Steuereinheit des Maschinensystems übermittelt, falls es eine Ab weichung bei dem Vergleich gibt. 20. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19,

gekennzeichnet durch folgende Schritte:

e) Bewegen der Auswerferplatte (40) zu der zumindest einen Auswerfer stange (110), sodass zwischen Auswerferplatte (40) und Auswerferstange (1 10) mittels des Kontaktelements (50) zumindest ein Kontakt entsteht, f) Erfassen des zumindest einen Kontakts mittels der Auswerteeinrichtung (80),

g) Hinterlegen von Soll-Angaben des zumindest einen Kontakts in einer Speichereinheit des Maschinensystems (200).

Description:
Formteilmaschine

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Formteilmaschine, ein Maschinensystem, ein Kontaktelement und dessen Verwendung sowie ein Verfahren zum Betrei ben eines Maschinensystems.

Formteilmaschinen werden zur Fierstellung von Formteilen aus Kunststoff mit tels eines Urform Verfahrens verwendet. Zu den Urformverfahren gehört das Schäumen von Formteilen. Beim Schäumen wird ein Kunststoffgranulat in eine Kavität eines Formwerkzeugs eingebracht und dort aufgeschäumt. Die einzel nen Perlen des Kunststoffgranulats vergrößern dabei ihr Volumen und ver schmelzen miteinander. Nach dem Abkühlen wird das Formwerkzeug geöffnet und das Formteil kann entfernt werden.

Zum Schäumen wird das Kunststoffgranulat vor, während und/oder nach der Befüllung des Formwerkzeugs mit Wasserdampf beaufschlagt, was zum An wachsen (Expandieren) der Perlen führt. Zu diesem Zweck ist bei Formteilma schinen eine nach außen abgeschlossene Prozesskammer vorgesehen, die von einem Gehäuse umschlossen und in der das Formwerkzeug angeordnet ist. Die Prozesskammer ist größer als das Formwerkzeug, sodass zwischen der Außen seite des Formwerkzeugs und der Innenseite des Gehäuses ein Zwischenraum gebildet wird, der als Leitung für den Wasserdampf dient. Wasserdampf wird durch eine oder mehrere an dem Gehäuse angeschlossene Schlauchleitungen in den Zwischenraum eingebracht, gelangt anschließend durch Bohrungen in dem Formwerkzeug in die Kavität desselben und schäumt dort das Kunststoff granulat auf. Zum Anschließen der Schlauchleitungen weist das Gehäuse einen oder mehrere Anschlüsse auf. Sowohl das Formwerkzeug als auch das Gehäuse bestehen in der Regel aus zwei Teilen (Hälften), die jeweils entlang einer Trennebene voneinander ge trennt sind. Die beiden Teile des Formwerkzeugs sind jeweils an einem der Teile des Gehäuses (Kammerteil) befestigt. Die Gesamtheit aus Formwerkzeug und Gehäuse wird auch als Werkzeugblock bezeichnet.

Zum Öffnen und Schließen des Formwerkzeugs weisen Formteilmaschinen einen beweglichen Trägerrahmen auf, an dem der eine Kammerteil gemeinsam mit dem einen Teil des Formwerkzeugs befestigt ist. Die anderen Teile des Gehäuses und des Formwerkzeugs sind an einem feststehenden (nicht beweglichen) Trägerrahmen angeordnet. Der bewegliche Trägerrahmen ist entlang einer Schließrichtung zwischen einer Offenstellung und einer Schließ stellung, in der das Formwerkzeug und die Prozesskammer geschlossen sind, bewegbar. Der Schließvorgang wird durch eine elektrische, hydraulische und/oder mechanische Antriebseinrichtung ausgeführt.

Zum Entfernen des Formteils aus dem Formwerkzeug werden Auswerferstan gen verwendet. Eine Auswerferstange ist entlang ihrer Längsachse verschieb bar in dem Werkzeugblock gelagert und weist an einem Ende einen Teller auf. Der Teller ist so geformt, dass er während des Schäumens einen Teil der späte ren Außenkontur des Formteils bildet, also einen Teil der inneren Oberfläche des Formwerkzeugs darstellt. Beim Entfernen des Formteils wird die Auswerfer stange entlang ihrer Längsachse in Richtung der Trennebene des Formwerk zeugs bewegt, wodurch das Formteil aus der Form gedrückt wird. In der Praxis ist regelmäßig eine Mehrzahl von Auswerferstangen pro Formwerkzeug vorge sehen.

Die Auswerferstangen werden durch eine gemeinsame Auswerferplatte aktuiert. Die Auswerferplatte bewegt sich hierzu auf das den Tellern gegenüberliegende Ende der Auswerferstangen zu und drückt die Auswerferstangen weiter vorwärts in die entsprechende Richtung (Auswurfrichtung). Im Gegensatz zu Kunst stoffspritzgießmaschinen sind die Auswerferstangen nicht mit der Auswerferplat te verbunden. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Formteilmaschi nen, bei denen ein Schäumprozess stattfindet, und Kunststoffspritzgießmaschi nen.

Kunststoffspritzgießmaschinen mit Auswerfern sind beispielsweise aus den Druckschriften WO 2011/087482 A2, US 2008/0277822 A1 , DE 1 207 555 und EP 2 644 351 A2 bekannt.

Drückt die Auswerferplatte bei Formteilmaschinen gegen die Auswerferstangen, so bewegen sich die Auswerferstangen in Richtung der Trennebene. Bewegt sich die Auswerferplatte anschließend in die entgegengesetzte Richtung (rück wärts), so bewegen sich die Auswerferstangen nicht automatisch mit. Für eine Bewegung der Auswerferstangen in dieser entgegengesetzten Richtung weist jede Auswerferstange eine Rückstellfeder oder einen anderen Rückstellmecha nismus auf. Die Rückstellfeder bewirkt, dass die Auswerferstangen gegen die Auswerferplatte gedrückt werden, wenn sich die Auswerferplatte rückwärts bewegt.

Es kann Vorkommen, dass einzelne Auswerferstangen nicht oder nur teilweise von der Rückstellfeder in ihre Ausgangslage zurück gedrückt werden. Gründe hierfür können Verschmutzungen oder eine mangelhafte Schmierung sowie Beschädigungen der Auswerferstange oder ihrer Führung sein. Befindet sich die Auswerferstange und mit ihr der Teller nicht in der Ausgangslage, so kann dies schwerwiegende Folgen haben. So kann es Vorkommen, dass der nachfolgende Schäumprozess ein Ausschussteil hervorbringt, da sich der Teller der Auswer ferstange nicht in der vorgesehenen Position befindet. Erheblich größer ist jedoch die Gefahr, dass sich ein Entnahmeautomat für das Formteil zwischen die Formwerkzeughälften bewegt, gegen die Auswerferstan ge stößt und der Entnahmeautomat und die Auswerferstange oder sogar das Formwerkzeug beschädigt werden. Bei einem solchen Zwischenfall muss die Formteilmaschine stillgelegt und repariert werden. Der Gesamtschaden eines solchen Zwischenfalls inklusive des Ausfalls der Formteilmaschine beläuft sich schnell auf mehrere Tausend Euro.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Gefahr eines Maschinenschadens durch fehlerhaft arbeitende Auswerferstangen zu verringern oder zu verhindern.

Diese Aufgabe wird durch eine Formteilmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch eine Formteilmaschine mit einem feststehenden ersten Trägerrahmen und einem relativ zu dem ersten Träger rahmen entlang einer Schließrichtung zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung bewegbaren zweiten Trägerrahmen zur gemeinsamen Aufnah me eines zumindest eine Auswerferstange aufweisenden Werkzeugblocks und mit einer Auswerferplatte gelöst, wobei die Auswerferplatte relativ zu mindes tens einem Trägerrahmen in Schließrichtung bewegbar ist. Die Formteilmaschi ne ist durch zumindest ein der Auswerferstange und/oder der Auswerferplatte zuordenbares Kontaktelement und durch eine Auswerteeinrichtung zum Erfas sen von Kontakten zwischen Auswerferstange und Auswerferplatte mittels des Kontaktelements gekennzeichnet.

Während des Auswurfvorgangs kommen die Auswerferplatte und die Auswer ferstangen in Kontakt. Der Kontakt bleibt für eine vorbestimmte Zeit bestehen und beginnt, sobald sich die Auswerferplatte weit genug in Richtung der Aus werferstangen bewegt hat, um diese zu berühren. Wurde das in der Kavität des Formwerkzeugs befindliche Formteil ausgeworfen, so bewegt sich die Auswer- ferplatte zurück, was ebenfalls als Teil des Auswurfvorgangs angesehen wird. Die Kontakte zwischen Auswerferplatte und Auswerferstangen enden, wenn sich die Teller der Auswerferstangen wieder in ihren für den Schäumprozess vorgesehenen Positionen befinden. Die Rückstellfedern der Auswerferstangen können dann entspannt sein oder eine Vorspannung aufweisen, um die Teller in Position zu halten.

Die erfindungsgemäßen Kontaktelemente und die Auswerteeinrichtung ermögli chen eine Erfassung der Berührung zwischen Auswerferplatte und Auswerfer- Stangen. Durch die Zuordnung wird das Kontaktelement entweder Teil der Aus werferplatte oder Teil der Auswerferstange.

Mit der erfindungsgemäßen Formteilmaschine ist es möglich, den Auswurfvor gang zu überwachen und anhand der Kontakte zwischen Auswerferplatte und Auswerferstangen festzustellen, ob alle Auswerferstangen zuverlässig funktio nieren. Bricht ein Kontakt zwischen einer Auswerferstange und der Auswerfer platte während des Auswurfvorgangs zu früh ab, so wird das durch die Auswer teeinrichtung mittels des zugehörigen Kontaktelements erfasst. Anschließend kann beispielsweise ein Alarmsignal erzeugt werden, das den Betreiber auf die mangelnde Funktionstüchtigkeit der Auswerferstange hinweist.

Der Werkzeugblock weist bevorzugt eine Prozesskammer mit einem Prozess kammergehäuse sowie ein Formwerkzeug auf. Die Prozesskammer umgibt das Formwerkzeug bevorzugt zumindest teilweise. Mittels Bohrungen wird ermög- licht, dass Wasserdampf aus der Prozesskammer in eine Kavität des Formwerk zeugs strömen kann. Das Formwerkzeug besteht bevorzugt aus zwei Form werkzeughälften. Das Prozesskammergehäuse weist bevorzugt zwei Gehäuse teile auf. Das Kontaktelement weist bevorzugt zumindest ein elektrisches Bauteil auf. elektrische Bauteile sind für die Erfassung eines Kontakts gut geeignet und arbeiten zuverlässig. Zudem kann ein solches Kontaktelement ohne großen Aufwand in die Betriebselektronik der Formteilmaschine integriert werden.

Bei vorteilhaften Weiterbildungen ist das Kontaktelement elektrisch leitend und weist ein elektrisches Widerstandselement auf. Zudem ist eine Spannungsquelle an die Auswerferplatte und an zumindest einen der Trägerrahmen angeschlos sen und die Auswerteeinrichtung ist zum Erfassen einer zwischen der Auswer ferplatte und der Auswerferstange anstehenden elektrischen Spannung ausge bildet. Ein solcher Aufbau ist wenig aufwändig und im Betrieb sehr robust. Der elektrische Widerstand R des elektrischen Widerstandselements beträgt bevor zugt 47 kQ < R < 470 kQ. Bevorzugt ist für jede Auswerferstange ein Kontakte lement vorgesehen.

Durch den Kontakt zwischen Auswerferplatte und Auswerferstange wird ein Stromkreis geschlossen, der dann von einem der Pole der Spannungsquelle zu dem Trägerrahmen, über das Formwerkzeug zu der Auswerferstange und von dort über das Kontaktelement zur Auswerferplatte und zurück zu dem zweiten Pol der Spannungsquelle verläuft. Bleibt eine Auswerferstange stecken und bewegt sich nicht zurück in ihre Ausgangsposition, so wird der Kontakt zwischen Auswerferstange und Auswerferplatte zu früh unterbrochen, was mittels der Auswerteeinrichtung registriert werden kann.

Grundsätzlich können auch mehrere Stromkreise und/oder mehrere Auswer teeinrichtungen vorgesehen sein. Auswerferstangen können einzeln oder zu mehreren Teil eines bestimmten Stromkreises sein.

Die Auswerteeinrichtung weist bevorzugt ein Spannungsmessgerät auf, das ebenfalls Teil des Stromkreises ist und die zwischen der Auswerferplatte und der Auswerferstange anstehende elektrische Spannung erfasst. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, ein Strommessgerät vorzusehen, das ebenfalls Teil des Stromkreises ist und den zwischen der Auswerferplatte und der Auswerfer stange fließenden elektrischen Strom erfasst. Ein Spannungsmessgerät ist jedoch für die Verwendung mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) besonders vorteilhaft.

Das Kontaktelement weist bevorzugt einen Korpus aus einem elektrisch isolie renden Material und zwei gegenüberliegend an dem Korpus angeordnete elekt- rische Anschlusselemente auf, wobei das elektrische Widerstandelement die zwei elektrischen Anschlusselemente miteinander verbindet. Unter einem elektrisch isolierenden Material werden insbesondere Materialien mit einem spezifischen Widerstand größer 10 L 8 Q*cm verstanden. Durch den isolierenden Korpus wird ermöglicht, dass Strom nur durch das elektrische Widerstandele- ment fließen kann, wodurch die mittels der Auswerteeinrichtung durchgeführte Spannungsmessung verbessert wird.

Ein Kontaktelement mit einem elektrischen Widerstandselement wird bevorzugt einer Auswerferstange zugeordnet. Hierfür weist das Kontaktelement vorteilhaf- terweise ein Verbindungsmittel, beispielsweise ein Gewinde, auf, mittels dessen das Kontaktelement an einer Auswerferstange anbringbar ist.

Bei alternativen, ebenfalls vorteilhaften Weiterbildungen weist das Kontaktele ment eine kapazitive Sensoreinheit auf. Kapazitive Sensoreinheiten, insbeson- dere solche in flächiger Ausgestaltung, sind im Bereich der Smartphones be kannt und ermöglichen dort die Herstellung sogenannter Touchscreens. Erfin dungsgemäß wird die kapazitive Sensoreinheit bevorzugt der Auswerferplatte zugeordnet, um die Anwesenheit von Auswerferstangen zu registrieren. Auf diese Weise wird ebenfalls ein Kontakt zwischen Auswerferstange und Auswer- ferplatte erfasst, wodurch hängen gebliebene Auswerferstangen ermittelt wer den können.

Die kapazitive Sensoreinheit ist bevorzugt eine PCAP-Folie. PCAP steht für projected capacitance, eine bestimmte Bauart von kapazitiven, flächigen Sen soreinheiten und wird alternativ auch mit PCT abgekürzt. Eine PCAP-Folie eignet sich besonders gut für die Verwendung in einer Formteilmaschine, da zum Auslösen eines Signals kein Kontakt mit der Folie notwendig ist, sodass die Folie vor starken mechanischen Einflüssen und Beschädigungen geschützt werden kann. Besonders bevorzugt ist die PCAP-Folie eine sogenannte Mul titouchfolie, die mehrere, gleichzeitig auftretende Kontakte erkennen kann.

Die Auswerteeinrichtung kann zumindest teilweise in die PCAP-Folie integriert sein.

Das Kontaktelement weist bevorzugt eine Schutzplatte zur direkten Kontaktie rung der Auswerferstangen auf. Die Schutzplatte schützt die kapazitive Sen soreinheit vor äußeren Einflüssen, insbesondere vor Beschädigungen durch die Auswerferstangen. Dadurch wird die Lebensdauer des Kontaktelements erhöht.

Die Schutzplatte weist bevorzugt eine Dicke SD von 3 mm < SD < 10 mm auf. Diese Grenzwerte haben sich im Rahmen einer Versuchsreihe als besonders vorteilhaft herausgestellt. Unterhalb von 3 mm verschleißt die Schutzplatte zu schnell und bietet keinen ausreichenden Schutz für die kapazitive Sensorein heit, oberhalb von 10 mm ist die kapazitive Sensoreinheit nur noch einge schränkt oder überhaupt nicht mehr in der Lage, eine Berührung zwischen Auswerferstange und Auswerferplatte zu erfassen.

Die Schutzplatte weist bevorzugt mindestens eines der folgenden Materialien auf oder besteht aus einem der folgenden Materialien: - Polymethylmethacrylat (PMMA)

- Polycarbonat (PC)

- Polyvinylchlorid (PVC)

- Polyethylen (PE)

Polycarbonat ist aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften besonders vor teilhaft. Eine Schutzplatte, die Polycarbonat aufweist oder aus Polycarbonat besteht bietet herausragenden Schutz für die kapazitive Sensoreinheit und verschleißt weniger als Schutzplatten aus anderen Materialien.

Im Bereich von Touchscreens, wo ebenfalls kapazitive Sensoreinheiten zum Einsatz kommen, ist naturgemäß eine geringe Opazität der über der Sensorein heit liegenden Schutzschicht erwünscht, was aber zu Einbußen im Bereich der mechanischen Widerstandsfähigkeit führen kann oder die Verwendung von besonders hochpreisigen Materialien erfordert. Bei der erfindungsgemäßen Formteilmaschine ist eine geringe Opazität der Schutzplatte nicht erforderlich, sodass auch Materialien eingesetzt werden können, die opak sind. Die Schutz platte kann daher opake oder teilweise opake Materialien aufweisen oder aus diesen bestehen. Die Schutzplatte ist bevorzugt nicht-leitend.

Das Kontaktelement weist bevorzugt zwischen der kapazitiven Sensoreinheit und einem Rahmen der Auswerferplatte einen Isolator, insbesondere eine Isola torplatte, auf. Der Isolator ermöglicht einen störungsfreien Betrieb der kapaziti ven Sensoreinheit. Vorteilhafterweise besteht der Isolator aus einem elektrisch isolierenden Material mit einem spezifischen Widerstand größer 10 L 8 Q*cm. Die Isolatorplatte weist bevorzugt eine Dicke ID von 3 mm < ID < 10 mm auf. Auch die Grenzwerte für die Dicke ID wurden im Rahmen einer Versuchsreihe ermit telt. Unterhalb von 3 mm ist die Gefahr von Spannungsdurchschlägen zu groß. Eine Dicke ID von mehr als 10 mm ist schlichtweg überflüssig und führt zu er höhten Materialkosten. Der Isolator weist bevorzugt mindestens eines der folgenden Materialien auf:

- Holz, insbesondere Sperrholz

- Kunststoff, insbesondere Duroplast und/oder Thermoplast.

Bei vorteilhaften Weiterbildungen ist zumindest ein einer Auswerferstange zu ordenbares Druckelement vorgesehen. Das Druckelement wird insbesondere in Verbindung mit der kapazitiven Sensoreinheit verwendet und kann dann endsei tig an einem Stangenkörper befestigt werden, sodass bei bestimmungsgemä ßem Gebrauch ein Kontakt zwischen dem Druckelement und der Auswerferplat te und kein Kontakt zwischen dem Stangenkörper und der Auswerferplatte erfolgt. Das Druckelement weist bevorzugt einen größeren Durchmesser als der Stangenkörper auf, sodass sich die bei dem Kontakt entstehende mechanische Belastung auf eine größere Fläche auf der Auswerferplatte verteilt. Der Durch messer des Druckelements ist jedoch bevorzugt kleiner oder gleich dem Durchmesser des Auswurftellers der jeweiligen Auswerferstange.

Das Druckelement besteht vorteilhafterweise zumindest teilweise aus einem Elastomer. Auf diese Weise wird die mechanische Belastung der Schutzplatte verringert. Unter einem Elastomer wird insbesondere ein Material mit einer Shore-D-Härte < 100 verstanden. Auch andere Materialien mit geringer Härte können verwendet werden.

Das Druckelement besteht bevorzugt zumindest teilweise aus einem leitfähigen Material. Um bei einer kapazitiven Sensoreinheit ein Signal auszulösen, ist ein leitfähiges Material erforderlich. Der Stangenkörper einer Auswerferstange besteht in der Regel aus einem leitfähigen Material, kommt also prinzipiell für das Auslösen eines Signals in Frage. Insbesondere bei einem Druckelement, das teilweise aus einem Elastomer besteht, kann es sinnvoll sein, das Dru ckelement zusätzlich teilweise aus einem leitfähigen Material herzustellen, sodass bei einem Kontakt zwischen Druckelement und Auswerferplatte ein Signal in der kapazitiven Sensoreinheit ausgelöst wird. Das leitfähige Material kann beispielsweise in Form einer Beschichtung auf einem elastomeren Material oder in Form von Partikeln in einer Elastomermatrix vorgesehen werden.

Neben den detailliert beschriebenen Kontaktelementen sind auch weitere Arten von Kontaktelementen denkbar, so insbesondere mechanische oder optische Kontaktelemente. Ebenso können Kontaktelemente zum Einsatz kommen, die zum Teil der Auswerferplatte und zum Teil einer Auswerferstange zugeordnet werden können, so beispielsweise in Form eines Steckers und einer dazu kom plementären Buchse.

Es ist möglich, Kontaktelemente nur für einzelne Auswerferstangen, beispiels weise für besonders anfällige Auswerferstangen, vorzusehen oder für alle Aus werferstangen eines Werkzeugblocks.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch ein Maschinensystem mit einer Formteilmaschine nach den obigen Ausführungen und einem in den Trägerrah men aufgenommenen Werkzeugblock mit zumindest einer Auswerferstange gelöst.

Das Kontaktelement des Maschinensystems ist bevorzugt der Auswerferstange und/oder der Auswerferplatte zugeordnet.

Die oben hinsichtlich der Formteilmaschine beschriebenen vorteilhaften Weiter bildungen können unter Erzielung der gleichen Vorteile auch in dem Maschinen system angewandt werden.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch ein Kontaktelement für eine Form teilmaschine mit einem feststehenden ersten Trägerrahmen und einem relativ zu dem ersten Trägerrahmen entlang einer Schließrichtung zwischen einer Offen stellung und einer Schließstellung bewegbaren zweiten Trägerrahmen zur ge meinsamen Aufnahme eines zumindest eine Auswerferstange aufweisenden Werkzeugblocks und mit einer Auswerferplatte gelöst, wobei die Auswerferplatte relativ zu mindestens einem Trägerrahmen in Schließrichtung bewegbar ist und wobei das Kontaktelement der Auswerferstange und/oder der Auswerferplatte zuordenbar ist. Die oben hinsichtlich des Kontaktelements der Formteilmaschine beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen können unter Erzielung der glei chen Vorteile auch in dem erfindungsgemäßen Kontaktelement angewandt werden.

Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem auch durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Kontaktelements in einer Formteilmaschine oder einem Maschinensystem, insbesondere einer Formteilmaschine oder einem Maschi nensystem nach der obigen Beschreibung, gelöst.

Darüber hinaus wird die Aufgabe der Erfindung auch durch ein Verfahren zum Betreiben eines ein Formwerkzeug aufweisenden Maschinensystems, insbe sondere des oben beschriebenen Maschinensystems, mit folgenden Schritten gelöst:

a) Schließen des Formwerkzeugs

b) Schäumen eines Formteils

c) Öffnen des Formwerkzeugs

d) Auswerfen des Formteils.

Die Schritte a) bis d) werden bevorzugt in der aufgelisteten Reihenfolge durch geführt.

Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Auswerfen mittels zu mindest einem Kontaktelement und einer Auswerteeinrichtung Kontakte zwi- sehen zumindest einer Auswerferstange und einer Auswerferplatte des Maschi nensystems erfasst werden, und die erfassten Kontakte mit in einer Speicher einheit hinterlegten Informationen verglichen werden, um zu ermitteln, ob die Auswerferstange funktionsfähig ist. Der Vergleich der erfassten Kontakte mit den in einer Speichereinheit hinterlegten Informationen erfolgt insbesondere anhand erfasster Ist-Angaben wie Anzahl und/oder Ort und/oder Zeitpunkt und/oder Zeitdauer der Kontakte zwischen Auswerferplatte und Auswerferstan gen und hinterlegter Soll-Angaben gleicher Art. Gibt es eine Abweichung bei dem Vergleich, übermittelt die Auswerteeinrichtung bevorzugt ein Warnsignal an eine Steuereinheit des Maschinensystems. Die Steuereinheit kann dann ein Alarmsignal an den Anwender ausgeben oder den Betrieb des Maschinensystems unterbrechen. Auf diese Weise kann größerer Schaden an dem Maschinensystem verhindert werden.

Die oben hinsichtlich der Formteilmaschine und des Maschinensystems be schriebenen vorteilhaften Weiterbildungen können unter Erzielung der gleichen Vorteile auch in dem erfindungsgemäßen Verfahren angewandt werden. Die hinsichtlich des Verfahrens beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen können unter Erzielung der gleichen Vorteile auch in der erfindungsgemäßen Formteil maschine und in dem erfindungsgemäßen Maschinensystem angewandt wer den.

Bei vorteilhaften Weiterbildungen weist das Verfahren zusätzlich folgende Schritte für das Flinterlegen von Soll-Angaben auf:

e) Bewegen der Auswerferplatte zu der zumindest einen Auswerferstange, sodass zwischen Auswerferplatte und Auswerferstange mittels des Kontaktele ments zumindest ein Kontakt entsteht,

f) Erfassen des zumindest einen Kontakts mittels der Auswerteeinrichtung, g) Hinterlegen von Soll-Angaben, insbesondere von Anzahl und/oder Ort und/oder Zeitpunkt und/oder Zeitdauer des zumindest einen Kontakts, in einer Speichereinheit des Maschinensystems.

Die Schritte e) bis g) werden bevorzugt vor den Schritten a) bis d) durchgeführt. Bevorzugt werden die Schritte e) bis g) in der aufgelisteten Reihenfolge durch geführt.

In Schritt e) wird die Auswerferplatte bevorzugt soweit bewegt, bis alle Auswer ferstangen mittels des Kontaktelements mit der Auswerferplatte in Kontakt ste hen.

Das Verfahren kann ferner folgende Schritte zum Ausrüsten eines Maschinen systems umfassen, die bevorzugt vor den Schritten a) bis d) und besonders bevorzugt vor den Schritten e) bis g) durchgeführt werden.

h) Bereitstellen einer Formteilmaschine mit einem feststehenden ersten Träger rahmen und einem relativ zu dem ersten Trägerrahmen entlang einer Schließ richtung zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung bewegbaren zweiten Trägerrahmen zur gemeinsamen Aufnahme eines zumindest eine Aus werferstange aufweisenden Werkzeugblocks und mit einer Auswerferplatte, wobei die Auswerferplatte relativ zu mindestens einem Trägerrahmen in Schließrichtung bewegbar ist,

i) Anordnen eines Werkzeugblocks mit einer Auswerferstange an den Träger rahmen,

j) Zuordnen zumindest eines Kontaktelements zu der Auswerferstange und/oder der Auswerferplatte,

k) Anschließen einer Auswerteeinrichtung zum Erfassen von Kontakten zwi schen Auswerferstange und Auswerferplatte mittels des Kontaktelements an die Formteilmaschine. Die Schritte h) bis k) werden bevorzugt in der aufgelisteten Reihenfolge durch geführt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren beispielhaft dargestellt und erläutert. Es zeigt dabei:

Figur 1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Maschinensys tems in einer Schnittansicht;

Figur 2 ein erfindungsgemäßes Kontaktelement in einer Schnittansicht;

Figur 3 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Maschinen systems in einer Schnittansicht;

Figur 3x das Detail x der Figur 3;

Figur 4 drei Signal-Zeit-Diagramme während des Auswurfvorgangs.

Das Maschinensystem 200 gemäß Figur 1 weist eine Formteilmaschine 10 mit einem ersten Trägerrahmen 20 und einem zweiten Trägerrahmen 30 sowie einen Werkzeugblock 100 auf. Der erste Trägerrahmen 20 ist feststehend. Der zweite Trägerrahmen 30 kann relativ zu dem ersten Trägerrahmen 20 in Schließrichtung S bewegt werden. Flierzu ist der zweite Trägerrahmen 30 auf einer Schiene 12 der Formteilmaschine 10 angeordnet.

In dem ersten Trägerrahmen 20 sind ein erster Gehäuseteil 106 und eine erste Formwerkzeughälfte 102 und in dem zweiten Trägerrahmen 30 ein zweiter Gehäuseteil 107 und eine zweite Formwerkzeughälfte 104 angeordnet. Die erste Formwerkzeughälfte 102 weist eine erste Teilkavität 103 und die zweite Formwerkzeughälfte 104 eine zweite Teilkavität 105 auf. Die Formwerkzeughälf- ten 102, 104 bilden gemeinsam ein Formwerkzeug mit einer Trennebene 101 , in dessen Kavität, die aus den Teilkavitäten 103, 105 gebildet wird, ein Formteil hergestellt werden kann. Die Gehäuseteile 106, 107 umgeben die Formwerk zeughälften 102, 104 und bilden gemeinsam das Gehäuse der Prozesskammer des Werkzeugblocks 100.

Zur Fierstellung des Formteils wird das Formwerkzeug geschlossen, indem der zweite Trägerrahmen 30 in Schließrichtung S auf den ersten Trägerrahmen 20 zu bewegt wird, bis die Formwerkzeughälften 102, 104 aneinander anliegen. Sodann kann durch eine nicht näher dargestellte Fülleinrichtung die Kavität mit Kunststoffperlen gefüllt werden. Anschließend wird durch eine ebenfalls nicht näher dargestellte Dampfvorrichtung Wasserdampf in die Prozesskammer und anschließend in die Kavität gegeben, woraufhin die Kunststoffperlen expandie ren und miteinander verschweißen. Das Formwerkzeug kann dann wieder ge öffnet und das hergestellte Formteil entnommen werden.

Die erste Formwerkzeughälfte 102 weist mehrere Auswerferstangen 1 10 mit jeweils einem Stangenkörper 1 11 auf, wobei sich die Stangenkörper 1 11 im Wesentlichen in horizontaler Richtung erstreckt. Jede der Auswerferstangen 1 10 weist an einem ersten Ende des Stangenkörpers 1 11 einen Auswerferteller 112 auf. Die Auswerferteller 1 12 bilden einen Teil der Kontur der ersten Teilkavität 103. Durch eine Bewegung der Auswerferstangen 1 10 entgegen der Schließ richtung S, nachfolgend als Auswerfrichtung A bezeichnet, kann ein in dem Formwerkzeug hergestelltes Formteil ausgestoßen werden. Bei anderen Aus führungsformen können Schließrichtung S und Auswerfrichtung A auch iden tisch, also nicht entgegengesetzt sein.

Für die Bewegung der Auswerferstangen 110 aus der dargestellten Ausgangs lage in Auswerfrichtung A weist die Formteilmaschine 10 eine Auswerferplatte 40 auf. Die Auswerferplatte 40 ist entlang einer Auswerferschiene 41 (hier nicht dargestellt, siehe Figur 3) in Auswerfrichtung A bewegbar. Bei einer Bewegung in Auswerfrichtung A kommt die Auswerferplatte 40 mit den Auswerferstangen 1 10 in Kontakt und bewegt bei einer weiteren Bewegung in Auswerfrichtung A die Auswerferstangen 110 in der Auswerfrichtung A mit. Auf diese Weise wird ein hergestelltes Formteil ausgeworfen.

Bewegt sich die Auswerferplatte 40 anschließend entgegen der Auswerfrichtung A zurück, werden die Auswerferstangen 1 10 von Rückstellfedern 1 14 in ihre Ausgangslage zurück gedrückt. Während der Bewegung der Auswerferplatte 40 verliert diese den Kontakt mit den Auswerferstangen 1 10, sobald die Auswerfer stangen 110 in ihrer Ausgangsposition angekommen sind.

Die Auswerferstangen 1 10 weisen jeweils ein Kontaktelement 50 auf. Die Kon taktelemente 50 sind endseitig an den Stangenkörpern 1 11 gegenüberliegend zu den Auswerfertellern 1 12 angeordnet.

Die Kontaktelemente 50 sind elektrisch leitend und verbinden somit die Stan genkörper 1 11 elektrisch mit der Auswerferplatte 40. Die Formteilmaschine 10 weist eine Auswerteeinrichtung 80 auf. Die Auswerteeinrichtung 80 weist eine Spannungsquelle 90 und ein mit der Spannungsquelle 90 verbundenes Span nungsmessgerät 92 auf. Die Spannungsquelle 90 ist einerseits mit dem ersten Trägerrahmen 20 und andererseits mit dem Spannungsmessgerät 92 verbun den. Von dem Spannungsmessgerät 92 verläuft eine Leitung 94 zu der Auswer ferplatte 40.

Kommt es zu einem Kontakt zwischen Auswerferstange 1 10 und Auswerferplat te 40, so wird ein Stromkreis geschlossen. Der Stromkreis verläuft ausgehend von der Spannungsquelle 90 zu dem ersten Trägerrahmen 20, zu der ersten Kammerhälfte 106, zu der ersten Formwerkzeughälfte 102, zu den Stangenkör pern 1 11 der Auswerferstangen 110 und von dort über die Kontaktelemente 50 zu der Auswerferplatte 40, weiter zu dem Spannungsmessgerät92 und zurück zur Spannungsquelle 90.

Bei einer angelegten Spannung lässt sich mittels des Spannungsmessgeräts 92 ermitteln, ob zwischen den Auswerferstangen 110 und der Auswerferplatte 40 ein Kontakt besteht. Durch die ermittelte Spannung lässt sich außerdem ermit teln, wie viele der Auswerferstangen 1 10 Kontakt zu der Auswerferplatte 40 haben. Bleibt eine Auswerferstange 1 10 während des Auswurfvorgangs bei der Rückwärtsbewegung der Auswerferplatte 40 beispielsweise in Folge von Ver schmutzung, Beschädigung oder Mangelschmierung stecken, gelangt die Aus werferstange 1 10 also nicht in ihre Ausgangsposition, so kann dies mittels des Spannungsmessgeräts 92 erfasst werden.

Figur 2 zeigt beispielhaft den Aufbau eines Kontaktelements 50, das einer Aus werferstange 1 10 (hier nicht dargestellt) zuordenbar ist. Das Kontaktelement 50 weist einen zylindrischen Korpus 54 mit einer Flauptachse Fl auf, welcher aus einem isolierenden Material besteht. Der Korpus 54 weist zwei konzentrische, entlang der Flauptachse Fl des Korpus 54 verlaufende Sackbohrungen 51 , 53 auf, die nicht ineinander übergehen, also getrennt sind. In der Sackbohrung 51 ist eine Schraube 55 als elektrisches Anschlusselement angeordnet. In der Sackbohrung 53 ist ein Gewindestift 56 als elektrisches Anschlusselement angeordnet.

Der Korpus 54 weist ferner eine exzentrische Durchgangsbohrung 59 auf, in der ein elektrisches Widerstandselement 52 angeordnet ist. Das elektrische Wider standselement 52 ist über Unterlegscheiben 57 einerseits mit der Schraube 55 und andererseits mit dem Gewindestift 56 elektrisch verbunden. Der Gewinde stift 56 weist ein Verbindungsmittel 58 in Form seines Außengewindes auf. Das Kontaktmittel 50 kann mittels des Verbindungsmittels 58 endseitig an einem Stangenkörper 1 11 (hier nicht dargestellt) montiert werden und auf diese Weise der zugehörigen Auswerferstange 1 10 zugeordnet werden. Der Gewindestift 56 ist dann elektrisch mit dem Stangenkörper 1 11 verbunden Bei bestimmungsge mäßem Gebrauch kommt die Auswerferplatte 40 während des Auswurfvorgangs mit der Schraube 55 des Kontaktelements 50 in Kontakt. Durch den beschriebe nen Aufbau des Kontaktelements 50 kann dann ein Strom von der Auswerfer platte 40 (hier ebenfalls nicht dargestellt) über die Schraube 55, das elektrische Widerstandselement 52 und weiter über den Gewindestift 56 in den Stangen körper 1 11 fließen.

Das Maschinensystem 200 gemäß Figur 3 weist eine Formteilmaschine 10 mit einem ersten Trägerrahmen 20 und einem zweiten Trägerrahmen 30 auf. In den Trägerrahmen 20, 30 sind Gehäuseteile 106, 107 sowie Formwerkzeughälften 102, 104 eines Werkzeugblocks 100 aufgenommen. Der zweite Trägerrahmen 30 ist in Schließrichtung S bewegbar, so dass er für den Schäumprozess das aus der ersten Formwerkzeughälfte 102 und der zweiten Formwerkzeughälfte 104 gebildete Formwerkzeug schließen und öffnen kann.

Die erste Formwerkzeughälfte 102 weist mehrere Auswerferstangen 1 10 mit jeweils einem horizontal verlaufenden Stangenkörper 1 11 auf. An dem Stangen körper 1 11 ist jeweils an einem ersten Ende ein Auswerferteller 112 angeordnet. Die Auswerferteller 1 12 der Auswerferstangen 1 10 bilden einen Teil der ersten Kavität 103 der ersten Formwerkzeughälfte 102.

Die Auswerferplatte 40, mittels der die Auswerferstangen 1 10 in Auswurfrich tung A bewegt werden können, ist bei der in Figur 3 dargestellten Ausführungs form mehrschichtig. Die Auswerferplatte 40 kann entlang einer Auswerferschie ne 41 in Auswurfrichtung A bewegt werden. An der Auswerferplatte 40 ist eine Auswerteeinrichtung 80 angeordnet, welche die Kontakte zwischen Auswerfer stangen 110 und Auswerferplatte 40 erfasst. Der Aufbau der Auswerferplatte 40 ist in Figur 3x, welche das Detail x der Figur 3 zeigt, näher dargestellt. Die Auswerferplatte 40 weist einen Rahmen 42 auf. Auf dem Rahmen 42 ist eine Grundplatte 73 und auf der Grundplatte 73 ist eine Isolatorplatte 74 eines Kontaktelements 50 angeordnet. Bei anderen Ausfüh rungsformen kann die Grundplatte 73 auch wegfallen und die Isolatorplatte 74 kann unmittelbar auf dem Rahmen 42 angeordnet sein. Das Kontaktelement 50 weist darüber hinaus eine PCAP-Folie 70, ein teilweise umlaufendes Dichtband 71 und eine Schutzplatte 72 auf. Die PCAP-Folie 70 ist auf der Isolatorplatte 74 angeordnet und wird in ihren Randbereichen von dem Dichtband 71 vor äuße ren Umwelteinflüssen, wie beispielsweise Feuchtigkeit, geschützt. Feuchtigkeit tritt bei dem Schäumprozess aufgrund des verwendeten Wasserdampfes regel mäßig auf. Die Schutzplatte 72 ist auf dem Dichtband 71 und der PCAP-Folie 70 angeordnet und schützt insbesondere die PCAP-Folie 70 vor einer Beschädi gung durch die Auswerferstangen 1 10. Das Kontaktelement 50 wird von mehre ren Befestigungswinkeln 44 an dem Rahmen 42 gehalten.

Die Auswerferstangen 1 10 weisen an ihrem dem Auswerferteller 1 12 gegen überliegenden Ende jeweils ein Druckelement 76 (siehe Figur 3) auf. Das Dru ckelement 76 besteht teilweise aus einem leitfähigen Material und teilweise aus einem Elastomermaterial.

Kommt eine Auswerferstange 1 10 mit der Auswerferplatte 40 in Kontakt, so berühren sich nur das Druckelement 76 der Auswerferstange 1 10 und die Schutzplatte 72 der Auswerferplatte 40. Durch das leitfähige Material des Dru ckelements 76 wird dessen Anwesenheit dennoch von der Auswerteeinrichtung 80, welche mit der PCAP-Folie 70 verbunden ist, registriert. Durch die PCAP- Folie 70 ist die Auswerteeinrichtung 80 nicht nur in der Lage, zu erfassen, dass ein Kontakt zwischen einer Auswerferstange 1 10 und der Auswerferplatte 40 besteht, sondern kann zusätzlich den genauen Ort des Kontakts ermitteln. Die auf diese Weise von der Auswerteeinrichtung 80 generierten Informationen können auf einer Anzeige dargestellt und/oder an eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) der Formteilmaschine 10 weitergegeben werden. Werden während des Auswurfvorgangs weniger Kontakte erfasst als vorgesehen sind, kann ein Warnsignal von der Auswerteeinrichtung 80 ausgegeben werden.

Figur 4 zeigt beispielhaft drei unterschiedliche Kontaktsignale für eine Auswer ferstange, welche von einer Auswerteeinrichtung 80 gemäß der Erfindung ge messen werden können. Dargestellt ist ein Normsignal 310, welches den fehler losen Betrieb darstellt, sowie zwei Fehlersignale 320, 330, welche den fehlerbe hafteten Betrieb in zwei verschiedenen Fällen darstellen. Zu jedem Signal 310, 320, 330 ist die Signalstärke K über der Zeit t dargestellt, wobei die Signalstärke K zwischen 0 und 1 schwankt. 0 bedeutet kein Kontakt, 1 bedeutet Kontakt zwischen Auswerferstange 110 und Auswerferplatte 40.

Das Normsignal 310 beginnt beim Zeitpunkt t = 0 mit der Signalstärke K = 0. Bei dem planmäßigen Kontaktbeginn 350 steigt die Signalstärke K auf 1 und bleibt auch bei dem Umkehrpunkt 360, ab dem die Auswerferplatte 40 nicht mehr in Auswurfrichtung A, sondern entgegen der Auswurfrichtung A bewegt wird, be stehen. Das Normsignal 310 verläuft weiter auf K = 1 bis zu dem planmäßigen Kontaktende 370, zu welchem Zeitpunkt Auswerferplatte 40 und Auswerferstan ge 110 den Kontakt verlieren. Das Normsignal 310 sinkt aufgrund dessen auf den Wert K = 0 ab und verläuft weiter auf diesem Niveau.

Das erste Fehlersignal 320 beginnt ebenfalls bei t = 0 und K = 0. Auch hier steigt das erste Fehlersignal 320 bei dem planmäßigen Kontaktbeginn 350 auf den Wert K = 1 und verläuft dort auch über den Umkehrpunkt 360 hinaus, je doch nicht bis zum planmäßigen Kontaktende 370, sondern nur bis zum Fehler zeitpunkt 322. Bei dem Fehlerzeitpunkt 322 fällt das Signal auf K = 0 ab, was bedeutet, dass die Auswerferstange 1 10 und die Auswerferplatte 40 vorzeitig den Kontakt verloren haben. In einem solchen Fall kann die Auswerteeinrich- tung 80 ein Warnsignal ausgeben, welches beispielsweise an die Steuereinrich tung der Formteilmaschine 10 übertragen wird.

Bei dem zweiten Fehlersignal 330 beginnt der Verlauf ebenfalls bei t = 0 und K = 0 und steigt planmäßig bei dem planmäßigen Kontaktbeginn 350 auf K = 1.

Das zweite Fehlersignal 330 verläuft dann auf diesem Niveau über den Um kehrpunkt 360 hinaus bis zu dem Fehlerzeitpunkt 332, wo es auf K = 0 abfällt. Allerdings steigt das zweite Fehlersignal 330 bei dem Zeitpunkt 334 wieder auf Niveau K = 1 und verläuft anschließend weiter auf diesem Niveau bis zu dem planmäßigen Kontaktende 370, wo das zweite Fehlersignal 330 erneut planmä ßig auf K = 0 absinkt und weiter auf diesem Niveau verläuft. Das zweite Fehler signal 330 lässt den Schluss zu, dass die Auswerferstange 1 10 während der Rückkehr in ihre Ausgangsposition kurzzeitig stecken geblieben, jedoch schlussendlich ordnungsgemäß in ihre Ausgangslage zurückgekehrt ist. Der Grund für ein solches Verhalten kann beispielsweise in einer funktionsuntüchti gen Rückstellfeder, einer Verschmutzung oder einer Mangelschmierung liegen. Erfasst die Auswerteeinrichtung 80 das zweite Fehlersignal 330, so kann sie beispielsweise ein Wartungssignal ausgeben, mit welchem der Steuereinrich tung der Formteilmaschine 10 signalisiert wird, dass die Formteilmaschine 10 zwar einsatzbereit ist, dass aber die Auswerferstange 110 zeitnah kontrolliert und ggf. repariert werden sollte.

Bezugszeichenliste

10 Formteilmaschine

12 Schiene

20 erster Trägerrahmen

30 zweiter Trägerrahmen

40 Auswerferplatte

41 Auswerferschiene

42 Rahmen

44 Befestigungswinkel

50 Kontaktelement

51 Sackbohrung

52 elektrisches Widerstandselement

53 Sackbohrung

54 Korpus

55 elektrisches Anschlusselement

56 elektrisches Anschlusselement

57 Unterlegscheibe

58 Verbindungsmittel

70 PCAP-Folie

71 Dichtband

72 Schutzplatte

73 Grundplatte

74 Isolatorplatte

76 Druckelement 80 Auswerteeinrichtung

90 Spannungsquelle

92 Spannungsmessgerät 94 Leitung

100 Werkzeugblock

101 Trennebene

102 erste Formwerkzeughälfte

103 erste Teilkavität

104 zweite Formwerkzeughälfte

105 zweite Teilkavität

106 erster Gehäuseteil

107 zweiter Gehäuseteil

110 Auswerferstange

11 1 Stangenkörper

112 Auswerferteller

114 Rückstellfeder

200 Maschinensystem

310 Normsignal

320 erstes Fehlersignal 322 Fehlerzeitpunkt

330 zweites Fehlersignal 332 Fehlerzeitpunkt

334 Zeitpunkt

350 planmäßiger Kontaktbeginn 360 Umkehrpunkt

370 planmäßiges Kontaktende

A Auswurfrichtung

H Hauptachse

K Signalstärke

S Schließrichtung