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Patent Searching and Data


Title:
NEGATIVE-PRESSURE WOUND TREATMENT DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/124740
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a negative-pressure wound treatment device which comprises a suction head (4). Said suction head has a reclosable airing opening (13,17,18) for suctioning off an exudate via which filtered air can flow into the region in and around the negative pressure region of the suction head in a controlled manner such that, during suction operation, the negative pressure in the wound region can be stopped while at the same time the removal of the exudate from the suction head (4) at a suction opening (12) is guaranteed.

Inventors:
MAY ALEXANDER (DE)
Application Number:
PCT/EP2015/053646
Publication Date:
August 27, 2015
Filing Date:
February 20, 2015
Export Citation:
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Assignee:
BSN MEDICAL GMBH (DE)
International Classes:
A61M1/00; A61F13/00
Domestic Patent References:
WO2012041296A22012-04-05
Foreign References:
US20100305524A12010-12-02
DE202010009148U12010-09-02
US20130281986A12013-10-24
US20070179460A12007-08-02
Attorney, Agent or Firm:
BEETZ & PARTNER mbB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zur Unterdruckwundbehandlung mit einem Saugkopf (4) mit einer Wandung (30) in Form einer Saugglocke ( 16) oder auch eines Saugbechers zum Absaugen von Exsudat aus einem Wundbereich (2) in einen Auffangbehälter (7),

wobei der Saugbecher ( 16) am Becherrand eine Ansaugöffnung (20) aufweist, über die bei betriebsbedingtem Unterdruck im Saugbecher ( 16) Exsudat aus dem Wundbereich (2) ins Innere des Saugbechers ( 16) angesaugt wird,

wobei durch die Wandung des Saugbechers ( 16) ein damit unterdruckdicht verbundenes Röhrchen mit einer Absaugöffnung ( 12) führt,

wobei die Wandung (30) des Saugkopfes (4) zumindest eine Belüftungsöffnung aufweist, die zeitweise geöffnet werden kann oder permanent minimal geöffnet ist, sodass bei geöffneter Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) bei einem betriebsbedingten Unterdruck im Saugkopf (4) Luft von der Außenwand bzw. der wundabgewandten Seite des Saugkopfes (4) in seinen Innenbereich strömt, damit der Abtransport des Exsudats aus dem Saugkopf (4) begünstigt wird.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , wobei die Wandung (30) des

Saugkopfes (4) an seinem Saugbecherrand einen Flansch ( 15) ausbildet, der vom Saugbecherrand weg so nach außen gerichtet ist, dass er druckentlastend auf dem darunterliegenden, für die Wundbehandlung ansonsten vorbereiteten Wundbereich (2) aufliegen kann.

3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zumindest eine geöffnete Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) so bemessen ist, dass die durch sie unter Betriebsbedingungen einströmende Luft ein Unterdruckgefälle zwischen der Absaugöffnung ( 12) und der Ansaugöffnung (20) des Saugkopfes (4) herstellt und der Unterdruck an der Absaugöffnung (20) zum Absaugen des Exsudats ausreichend bleibt.

4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest eine ihrer Belüftungsöffnungen ( 13, 33, 34) einen Verschluss (32) aufweist, der nur soweit luftdicht abschließt, dass die unter Betriebsbedingungen durch die zumindest eine verschlossene Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) in den Unterdruckbereich in dem Saugkopf einströmende Luft ausreicht, um den Öffnungskanal ( 13, 33, 34) in der Wandung (30) des Saugkopfes (4) von Exsudat soweit freizuhalten, dass eine Verstopfung des Öffnungskanals ( 13, 33, 34) verhindert wird.

5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Verschluss (32) der zumindest einen Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) eine die Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) überdeckende, abziehbare, luftdicht schließende Haftfolie (32) umfasst.

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein dampfdiffusionsoffener Filter (35, 36) die zumindest eine Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) vollständig überdeckt und mit der darunterliegenden, die Belüftungsöffnung ( 13, 33, 34) umgebenden Wandung (30) unterdruckdicht verbunden ist, wobei der Filter einen Schichtstapel mit zumindest einer Filterschicht (35, 36) umfasst.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei zumindest eine der einen oder mehreren Filterschichten (35, 36) des Schichtstapels hyd- rophobe und /oder lipophobe und /oder bakterienfilternde und /oder antibakterielle Eigenschaften aufweist.

Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zumindest eine Belüftungsöffnung ( 13, 33) durch eine damit überlappende Belüftungsöffnung (34) einer unterdruckdicht mit der Wandung (30) des Saugkopfes (4) verbundenen Abdeckfolie (31) in ihrem Belüftungsquerschnitt beschränkt wird.

Description:
VORRICHTUNG ZUR UNTERDRUCKWUNDBEHANDLUNG

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Unterdruckwundbehandlung, insbesondere einen hierfür geeignet gefertigten Saugkopf.

Zur klinischen Behandlung einer beispielsweise aufgrund ihrer Größe oder einer Infektion schlecht spontanheilenden offenen Wunde wird diese, wie beispielsweise aus den Druckschriften DE 692 24 847 T3, DE 694 25 881 T3 und DE 698 25 767 T2 bekannt, mit einem offen- zelligen Polymerschaumstoffpolster ausgelegt und anschließend mit einem Saugkopf und einem damit luftdicht verklebten Wundabdeck- pflaster, das eine Aussparung für den Saugkopf aufweist und das auch mit der den Wundbereich umgebenden Haut des Patienten luftdicht klebend verbunden ist, überdeckt und verschlossen.

Der Saugkopf weist eine röhrchenförmige, vom Wundpflaster ausgesparte, nicht überdeckte Absaugöffnung auf, die beispielsweise über einen Absaugschlauch unterdruckdicht zu einem Kanister zum Auffangen des Exsudats führt, der wiederum unterdruckdicht an eine Vakuumpumpe angeschlossen ist, die einen Unterdruck im Saugkopf aufrechterhält .

Das von dem Polymerschaumstoffpolster aufgenommene Exsudat der Wunde wird dadurch über den Saugkopf, dessen Unterseite die Haut des Patienten oder das Polymerschaumstoffpolster berührt, abgesaugt, was eine beschleunigte Wundheilung stimuliert. Günstigerweise geht der Saugkopf-Flansch nicht über den Wundbereich hin- aus, sodass gegebenenfalls bei kleineren Wunden ein kleinerer Saugkopf zu wählen ist.

Das Wundabdeckpflaster, das in beispielhaften Ausführungen aus den Druckschriften DE 693 05 779 T2 und DE 698 33 579 T2 bekannt ist, weist eine luftdicht schließende, flexible Kunststofffolie als äußerste Schicht der Wundabdeckung auf. Der - in einer Ausführung glocken- oder becherförmige - Saugkopf weist vorteilhaft, wie aus den Druckschriften DE 695 30 896 T2 und DE 698 25 767 T2 bekannt, einen Flansch - in besagter Ausführung am Glocken- bzw. Becherrand - auf, der mit seiner Unterseite auf der Haut des Patienten oder auf dem Polymerschaumstoffpolster aufliegt. In einer Ausführung ist die Aussparung des Wundabdeckpflasters so bemessen, sodass lediglich ein geschlossener Umrandungsabschnitt des Flansches des Saugkopfes an seiner glatten Oberseite mit dem Wundabdeckpflaster verklebt ist. Der Saugkopf und das Polymerschaumstoffpolster werden durch das Wundabdeckpflaster auf den Wundbereich gedrückt. Die Struktur des Saugkopfs ist dabei hinreichend steif, sodass sie sich auch bei Unterdruck im Betrieb selbst trägt und nur an vorgese- henen Stellen Kontakt mit dem Wundbereich hat.

In einer Ausführungsform gemäß der DE 698 25 767 T2 sind auf der Unterseite des Saugkopf-Flansches mit Ausnahme eines äußeren Randbereiches eine Reihe von verteilten Überständen ausbildet, so- dass die dadurch entstehenden Transportkanäle den Abfluss des abzusaugenden Exsudats von der Peripherie des Flansches in ein Zentrum erleichtern. Im Regelbetrieb wird die Saugleistung der Vakuumpumpe so eingestellt, dass sie über Mikroleckagen am Wundpflaster eindringende Luft und das aus der Wunde abfließende Exsudat unter Aufrechterhaltung eines Unterdrucks in einem vorbestimmten Unterdruckbereich absaugen kann. Dennoch kann es vorkommen, dass der Unterdruck im Saugkopf zu hoch bzw. der Druck darin zu gering wird und der Saugkopf mit dem Wundabdeckpflaster so stark - und für den Patienten schmerzhaft - auf die Wunde und die umgebende Haut gepresst wird, dass sich dadurch der Zufluss in den Saugkopf verringert. Durch den damit im Saugkopf ansteigenden Unterdruck wird das Absaugen des Exsudats aus dem Saugkopf blockiert. Dies kann beispielsweise durch einen Sensor an der Vakuumpumpe detektiert werden, der einen irregulär erhöhten Unterdruck feststellt und einen Alarm auslöst.

Grundsätzlich kann dieses Problem bei einem wie in den Druckschriften DE 696 29 507 T2 und DE 69613997 T2 vorgeschlagen Vakuumsystem, das zusätzlich einen an den Saugkopf mit einem Ende unterdruckdicht angeschlossenen Schlauch aufweist, der mit seinem anderen Ende mit einem Druckentlastungsventil und einem weiteren Drucksensor verbunden ist, mit Hilfe des weiteren Drucksensors erkannt und durch eine kurze einmalige oder intermittierende Belüftung über das Druckentlastungsventil behoben werden. Eine solche Lösung ist jedoch mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden.

In der Druckschrift WO 2012/041296 A2 wird, insbesondere für kleine Wunden, vorgeschlagen, stattdessen das Problem durch eine Belüftung der Wunde über eine Öffnung im Wundpflaster zu lösen, die mit einem Schichtstapel mit zumindest einer dampfdiffusionsoffenen, aber gleichzeitig wasserdichten papierartigen Scheibe zur Filterung der in die Wunde eintretenden Luft abgedeckt ist. Der Unterdruck im Wundbereich soll dabei 200 hPa nicht überschreiten. Für eine kontinuierliche Belüftung ist diese Lösung infolge einer unerwünschten Abkühlung der Wunde weniger geeignet. Auch erfordert die Lösung vom Arzt einen erhöhten Präparations aufwand. Aus der Druckschrift DE 20 2010 009 148 U l ist eine Saugvorrichtung bekannt, die ein flexibles, poröses, wie ein Labyrinth wirkendes Material aufweist, in dem ein perforierter Absaugschlauch angebracht wird. Ein Drosselventil auf der Saugvorrichtung ermöglicht die Belüf- tung der Wunde.

Aus der Druckschrift US 2007/0 179 460 AI ist ein Saugkopf mit einem passiven Druckregelungssystem bekannt. Es ist die Aufgabe der hier beschriebenen Erfindung, eine kostengünstige Lösung für die oben beschriebenen Probleme, insbesondere auch für größere Wunden, vorzuschlagen, die zugleich den Präparationsaufwand des Arztes minimiert. Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur Unterdruckwundbehandlung gemäß Anspruch 1.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den darauf rückbezogenen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt in einem Aspekt die Überlegung zugrunde, dass ein signifikanter Teil des durch die Vakuumpumpe erzeugten Unterdrucks lediglich benötigt wird, um das hochviskose Exsudat durch den Absaugschlauch vom Saugkopf zum Auffangkanister zu saugen. Der Unterdruck im /am Saugkopf zum Absaugen des Exsudats aus der Wunde kann hingegen geringer sein. Dies wird durch eine Belüftungsöffnung in der Wandung des Saugkopfes erreicht, wobei die Öffnung durch eine an der Außenseite des Saugkopfes aufliegende Folie luftdicht verschlossen werden und kontinuierlich oder zeitweise bei Bedarf geöffnet werden kann, sodass der für den Betrieb reguläre Unterdruckbereich in der Wunde nicht überschritten wird bzw. sich wieder einstellen kann. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Verschluss um eine abziehbare Haftfolie, die mit einer geeignet um die Öffnung adhäsiv präparierten Wandung unterdruckdicht abdichtet.

Vorzugsweise ist der Saugkopf hierzu an der Belüftungsöffnung allenfalls in einer Richtung gekrümmt.

Vorzugsweise wird die durch die Belüftungsöffnung in den Saugkopf eintretende Luft durch eine hydrophobe und /oder lipophobe dampf- diffusionsoffene Membran gefiltert.

Vorzugsweise wirkt die Membran auch als Bakterienfilter. Da der Saugkopf bereits mit der Belüftungsöffnung und der Membran produ- ziert wird, entfällt ein zusätzlicher Arbeitsschritt für den Arzt, nämlich das individuelle Anbringen der Belüftungsöffnung im Wundpflaster.

Vorzugsweise liegt die Belüftungsöffnung im becher- bzw. glocken- förmigen Teil des Saugkopfs. Eine Abkühlung im Wundbereich durch eine zusätzliche Belüftung der Wunde wird damit vermieden.

Vorzugsweise liegt die Belüftungsöffnung auf der der Absaugöffnung gegenüberliegenden Seite. Dies begünstigt den Abtransport des Exsu- dats im Saugkopf.

Vorzugsweise weist der becher- oder glockenförmige Saugkopf an seinem Rand einen Flansch auf. Vorzugsweise wird der Saugkopf über einer Öffnung des eine Wunde abdeckenden Wundabdeckpflasters positioniert und zumindest in einem umlaufenden Randbereich der wundabgewandten Oberseite des Flansches über eine luftdicht schließende Folie mit dem umgebenden Wundabdeckpflaster unterdruckdicht verklebt. Das nachträgliche Aufkleben des Saugkopfes auf das zuvor über der Wunde fixierte Wundpflaster gestaltet sich für den Arzt deutlich einfacher als das gleichzeitige Aufbringen von Wundpflaster und Saugkopf mit einem zumindest teilweise unter dem Wundpflaster liegenden Flansch.

Die Saugglocke wird vorzugsweise aus einem flexiblen Kunststoff wie beispielsweise Silikon gefertigt.

Die Struktur des Saugkopfs wird vorzugsweise flexibel und im Grenzfall nur so steif gewählt, dass sie im Unterdruckbereich des Regelbetriebs die dann gewünschte Form behält. Vorzugsweise weist die Saugglocke eine weitere, anfangs unterdruckdicht abgedeckte Belüftungsöffnung mit einer anderen Querschnittsfläche auf, um den Unterdruck im Saugkopf feiner justieren zu können. Vorzugsweise befindet sich zumindest ein Belüftungsloch zusätzlich oder alternativ im Flansch des Saugkopfes.

Vorzugsweise ist der Flansch um das zumindest eine Belüftungsloch nicht mit der Folie bedeckt, die den Flansch mit dem Wundpflaster unterdruckdicht verklebt.

Das Belüftungsloch im Flansch ist vorzugsweise mit einer unterdruckdicht abschließenden Haftfolie verschlossen und kann bei Bedarf zeitweise geöffnet werden, um nötigenfalls die Wunde zu belüf- ten, ohne einen Rückfluss von Exsudat aus dem Saugkopf in die

Wunde zu verursachen, wenn beispielsweise im Saugkopf ein Druckausgleich mit der Umgebung erfolgt. Vorzugsweise deckt die Haftfolie die Belüftungsöffnung des Saugkopfes nur soweit ab, dass im Regelbetrieb durch Mikroleckagen ein geringfügiger Luftstrom ein Eindringen des Exsudats in die Belüftungs- Öffnung verhindert.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von speziellen Ausführungsbeispielen, die das Funktionsprinzip der beanspruchten Erfindung in keiner Weise beschränken sollen, unter Be- zugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen schematisch:

Fig. 1 einen beispielhaften Aufbau eines Wunddrainagesystems nach dem Stand der Technik;

Fig. 2a die Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Saugkopfes über einer Wunde mit einer Belüftungsöffnung auf der dem Absaugröhrchen gegenüberliegenden Seite im Saugkopf;

Fig. 2b die Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Saugkopfes mit einer Belüftungsöffnung im

Flansch;

Fig. 2c die Seitenansicht eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Saugkopfes mit jeweils einer Belüftungsöffnung im Flansch und im glockenförmigen Teil des Saugkopfes;

Fig. 2d eine Draufsicht auf einen auf dem Wundbereich aufliegenden

Saugkopf gemäß einer Variante mit mehreren Belüftungsöffnungen im Flansch;

Fig. 3a einen Schichtstapel über einer Belüftungsöffnung eines erfindungsgemäßen Saugkopfes, bei dem ein Loch in einer Abdeckfolie des Schichtstapels den Querschnitt der Luftzufuhr begrenzt; Fig. 3b einen Schichtstapel über einer Belüftungsöffnung eines erfindungsgemäßen Saugkopfes, die den Querschnitt der Luftzufuhr bestimmt;

Fig. 3c einen Schichtstapel unterhalb einer Belüftungsöffnung eines erfindungsgemäßen Saugkopfes, die den Querschnitt der Luftzufuhr bestimmt.

Fig. 1 zeigt das allgemeine Funktionsprinzip eines Wunddrainagesys- tems nach dem Stand der Technik. Ein Wundbereich einer offenen Wunde 2 wird mit einem offenzelligen Polymerschaumstoffpolster 5 bedeckt und mit einem Wundabdeckpflaster 3 überdeckt, das mit der umgebenden Hautpartie 1 der Wunde 2 luftdicht klebend abschließt.

An einer Öffnung 20 des Wundabdeckpfasters 3 über der Wunde wird ein erfindungsgemäßer Saugkopf 4 positioniert, der vorteilhaft, wie in Fig. 2a bis Fig. 2d gezeigt, die Form einer Glocke oder eines Bechers 16 mit einem daran angeschlossenen, auf dem Schaumstoffpolster 5 eben aufliegenden Flansch 15 am Becherrand aufweist. Der Flansch kann sich vom Saugbecherrand nach innen und /oder außen erstre- cken, lässt jedoch im Innern der Saugglocke jedenfalls eine Ansaugöffnung 20 in den Saugkopf 4 offen. In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird der Flansch 15 mit einer Folie 14 unterdruckdicht verklebt oder verschweißt, die den Saugkopf 4 bis auf eine Ansaugöffnung 20 in die Saugglocke 16 verschließt. Vorzugsweise weist die Folie 14 in einem Außenbereich des Flansches 15 und/ oder einem über den

Flansch hinausstehenden Teil der Folie 14 eine Klebebeschichtung auf, mittels der der Saugkopf 4 mit dem Wundabdeckpflaster 3 unterdruckdicht verklebt werden kann. Die Folie 14 und der Flansch 15 schließen den Saugkopf 4 bis auf eine Ansaugöffnung 20 in den Flanschkopf 4 ab. Der direkt unter dem Flansch 15 liegende Teil der

Folie 14 wird im Folgenden auch als Teil des Flansches 15 angesehen und dort als solcher bezeichnet. In einer ersten Ausgestaltung, wie in Fig. 2c gezeigt, wird der Saugkopf 4 mit der klebenden Unterseite der Folie 14 luftdicht auf das Wundabdeckpflaster 3 aufgesetzt, sodass die Ansaugöffnung 20 des Saugkopfes 4 der Öffnung im Wundabdeckpflaster 3 überlappend gegenüberliegt.

In einer zweiten Ausgestaltung, wie in Fig. 2a oder Fig. 2b gezeigt, wird der Rand des Saugkopfes 4, insbesondere ein Außenbereich an der Oberseite seines Flansches 15 mit dem Wundabdeckpflaster 3 mittels einer an ihrer Unterseite klebenden Verbindungsfolie 19 unterdruckdicht klebend verbunden. Vorzugsweise wird der Saugkopf 4 bereits mit der Verbindungsfolie 19 bzw. der Folie 14 luftdicht verklebt oder verschweißt ausgeliefert, sodass ein Arzt lediglich eine Schutzfolie von der am Saugkopf überstehenden Klebeseite der Verbindungsfolie 19 bzw. der Folie 14 abziehen und sie auf dem Wundabdeckpflaster 3 aufsetzen und fixieren muss.

In einer dritten Ausgestaltung wird der Saugkopf 4, wie in Fig. 1 ge- zeigt, von unten durch die Öffnung des Wundabdeckpflasters 3 geführt und an der Oberseite des von der Saugglocke 16 abstehenden Flansches 15 mit dem Wundabdeckpflaster 3 luftdicht klebend verbunden oder verschweißt. Das Exsudat aus der Wunde wird über die Ansaugöffnung 20 bei Unterdruck in den Saugkopf 4 gesaugt. Der Saugkopf 4 ist über eine röhrchenförmige Absaugöffnung 12, auf die unterdruckdicht ein Absaugschlauch 6 gesteckt ist, mit einem Auffangbehälter 7 für das Exsudat unterdruckdicht verbunden ist. Der Unterdruck im Auffang- behälter 7 wird durch eine Vakuumpumpe 1 1 hergestellt, die unterdruckdicht mit dem Auffangbehälter 7 über einen Luftabsaugschlauch 10 verbunden ist. Die aus dem Auffangbehälter 7 abgesaug- te Luft wird zuvor über einen vorzugsweise hydrophoben und/ oder lipophoben Filter gefiltert. Der Unterdruck an der Pumpe 1 1 wird über einen Drucksensor 9 gemessen. Bei einer Unterdruckanomalie kann ein Alarm ausgelöst werden.

Um einen hinreichenden Sog im Absaugschlauch 6 vom Saugkopf 4 weg zum Abtransport des Exsudats zu gewährleisten und gleichzeitig den Unterdruck in der Wunde nicht zu groß werden zu lassen, was zu einem schmerzhaften Anpressen des Saugkopfs 4, der Wundabdeck- folie 3 und des Polymerschaumstoffpolsters 5 an die Wunde 2 führen würde und gleichzeitig die Luftzufuhr durch Mikroleckagen im Wund- abdeckpflasterbereich weiter reduzieren würde sowie den Unterdruck weiter ansteigen ließe, ist in der Wandung 30 des Saugkopfs 4 zumindest eine Belüftungsöffnung 33 mit geeignetem Belüftungsquer- schnitt vorgesehen.

Die zumindest eine Belüftungsöffnung 33, 13 befindet sich wie in Fig. 2a gezeigt in einer vorteilhaften Ausgestaltung in der Wandung der Saugglocke 16 bzw. des Saugbechers, sodass der Unterdruck an der Ansaugöffnung 20 des Saugkopfes 4 gegenüber dem an der Pumpe 1 1 erzeugten Unterdruck geeignet reduziert wird.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist in Fig. 2b in einer Seitenansicht des Saugkopfes 4 und in Fig. 2d in einer Draufsicht auf den Saugkopf 4 von oben, d. h. mit Blick auf die Wunde 2, gezeigt. Dabei befindet sich die zumindest eine Belüftungsöffnung 33, 17, 18 im Flansch 15 des Saugkopfes 4.

Insbesondere wenn im Flansch 15 mehrere Belüftungsöffnungen 33, 17, 18 mit jeweils geeignet kleinerem Belüftungsquerschnitt angebracht werden, führt dies zu einer Sogreduktion außerhalb des

Flanschbereiches und gleichzeitig zu einer Unterstützung des Ab- transports des Exsudats vom Außenbereich des Flansches 15 bzw. der Folie 14 hin zur Ansaugöffnung 20. Die lokale Abkühlung im Wundbereich 2 bleibt bei genügend kleinem Ansaugvolumen pro Belüftungsöffnung tolerierbar.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung, wie in Fig. 2c gezeigt, können die Belüftungslöcher 13, 17, 18 in der Saugglockenwand 16 und dem Flansch 15 auch kombiniert werden. Um einerseits einen Austritt des Exsudats durch die zumindest eine Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 zu verhindern und andererseits eine Kontamination des Saugkopfinneren bzw. des Wundbereichs durch Bakterien in der Umgebungsluft zu verhindern, wird die durch die Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 angesaugte Luft durch einen dampfdiffusionsoffenen Filter 35, 36, der wie in Fig. 3a, Fig. 3b und Fig. 3c gezeigt, mit der Innen- oder Außenwand des Saugkopfes über dem Belüftungsloch direkt oder indirekt mittels einer Abdeckfolie 31 mit einer Belüftungsöffnung 34 luftdicht verklebt ist, gefiltert.

Vorzugsweise weist der Filter eine Schichtung aus einer oder mehre- ren Filterschichten 35, 36 auf, wobei die zumindest eine Filterschicht 35, 36 hydrophob und/oder lipophob ausgebildet sein kann und/oder als Bakterienfilter wirkt und /oder antibakterielle Eigenschaften aufweist. Der Belüftungsstrom durch den Filter 35, 36 ist in erster Näherung proportional zur Porosität des Filters 35, 36 und zum Belüftungsquerschnitt der Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 in der Wandung 30 des Saugkopfes 4, falls der Luftstrom nicht zusätzlich durch eine Belüftungsöffnung 34 in einer Abdeckfolie 31 weiter begrenzt wird. Ist eine solche Abdeckfolie vorhanden, ist der kleinere der Belüftungsquerschnitte der Belüftungsöffnungen 34 bzw. 33, 13, 17, 18 in der Abdeckfolie 31 und der Saugkopfwandung 30 entscheidend. Ist der Saugkopf bereits gefertigt, kann im Fertigungsprozess durch einen kleineren Querschnitt der Belüftungsöffnung 34 der Abdeckfolie 31 des Filters 35, 36 damit auf einfache Weise nachträglich noch der Belüftungsstrom angepasst werden. In einer vorteilhafteren Ausgestal- tung, wie in Fig. 3a gezeigt, wird die Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 in der Saugkopfwandung 30 so groß gewählt, dass eindringendes Exsudat nicht zu seiner Verstopfung führt. Der Belüftungsquerschnitt wird dann durch die kleinere Belüftungsöffnung 34 der Abdeckfolie 31 des Filters 35, 36, der an der Außen- bzw. Oberseite des Saugkopfes 4 verklebt ist, bestimmt. Um ein Verstopfen der Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 in der Saugkopfwandung 30 zu verhindern, kann der Filter 35, 36 auch, wie in Fig. 3c gezeigt, an der wundzugewandten Unter- bzw. Innenseite des Saugkopfes 4 verklebt oder verschweißt sein. Die Filterschicht 36, die in Kontakt mit dem Exsu- dat steht, ist dann, um ein Verkleben ihrer Poren möglichst zu vermeiden, lipophob und hydrophob ausgebildet.

Die Belüftung durch die Saugkopfwandung 30 kann durch den Arzt auch nur zeitweise erfolgen. Hierzu wird in einer vorteilhaften Ausge- staltung die Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18, 34 an der Außenseite des Saugkopfs 4 durch eine luftdicht haftende Folie 32 überdeckt, die bei Bedarf abgezogen und /oder auch wieder luftdicht schließend auf die Saugkopfwandung 30 und/oder den Filter 35, 36 aufgedrückt werden kann. Um einen luftdichten Abschluss der Folie 32 zu ge- währleisten, ist die Saugkopfwandung 30 in einer vorteilhaften Ausgestaltung im Bereich der Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18, 34 an der Außenseite allenfalls in einer Richtung gekrümmt, in einer vorteilhaften Ausgestaltung wird der luftdichte Abschluss der Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18, 34 durch die Folie 32 minimal perma- nent geöffnet, um durch einen dadurch bei Unterdruck entstehenden minimalen Belüftungsstrom der Kapillarwirkung, durch die Exsudat in die Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 der Saugkopfwandung 30 bei vollständig unterdruckdicht schließender Haftfolie 32 gezogen würde und zu einem Verstopfen der Belüftungsöffnung 33, 13, 17, 18 oder des Filters 35, 36 führen könnte, entgegenzuwirken. Vorteilhaft wird dabei in einer Ausgestaltung, wie in Fig. 3b gezeigt, eine Membran des Filters 35, 36 an der Außenseite der Saugkopfwandung 30 an einem Rand nicht vollständig luftdicht abgedeckt.

Bezugszeichenliste

1 Haut um den Wundbereich des Patienten

2 Wunde

3 Wundabdeckpflaster

4 Saugkopf

5 offenzelliges Schaumstoffpolster

6 Absaugschlauch für das Exsudat

7 Auffangbehälter für das Exsudat

8 Filter

9 Drucksensor

10 Luftabsaugschlauch

1 1 Unterdruckpumpe

12 Absaugöffnung des Saugkopfes

13 Belüftungsöffnung in der Saugglocke

14 Klebefolie

15 Flansch des Saugkopfes

16 Saugglocke des Saugkopfes

17 Belüftungsöffnung im Flansch des Saugkopfes 18 Belüftungsöffnung im Boden des Saugkopfes

19 Verbindungsfolie

20 Ansaugöffnung des Saugkopfes

30 Wandung des Saugkopfes

31 luftdicht schließende Abdeckfolie

32 abziehbare luftdicht schließende Haftfolie

33 Belüftungsöffnung in der Saugkopfwandung

34 Belüftungsöffnung in der Abdeckfolie

35 Filterschicht

36 Filterschicht