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Title:
PLASTIC CONTAINER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/094606
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a plastic container (11) which is stretch-blow moulded from a preform (19) and has a container body (21) with a container neck (23) connected thereto, on which container neck (23) an outlet opening (29) is provided, the container body (21) having a second opening (40) sealed by a weld seam (17). The container (11) is produced from a copolyester. In the region of the at least one weld seam (17), the stretching ratio of the wall (25) of the stretched container body (21) relative to the wall of the unstretched container neck (23) is more than 6:1. After welding, the density increase of the stretched container body (21) relative to the unstretched container neck (23) is less than 0.06 g/cm3 in the region of the at least one weld seam (17).

Inventors:
SIEGL ROBERT (AT)
Application Number:
PCT/EP2019/080166
Publication Date:
May 14, 2020
Filing Date:
November 05, 2019
Export Citation:
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Assignee:
ALPLA WERKE ALWIN LEHNER GMBH & CO KG (AT)
International Classes:
B29B11/14; B29B11/06; B29C49/00; B29C49/10; B29C49/42; B29C65/00; B29C69/00; B29C49/06; B29K67/00; B29K105/00; B29L31/00
Foreign References:
JPH0699996A1994-04-12
EP2141075A12010-01-06
JP2002096847A2002-04-02
KR20080033255A2008-04-16
JPH0664653A1994-03-08
JP2018524439A2018-08-30
Attorney, Agent or Firm:
RIEDERER HASLER & PARTNER PATENTANWÄLTE AG (CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Kunststoffbehälter (11,13) der aus einem Preform (19) streckgeblasen ist und ei nen Behälterkörper (21) mit einem daran anschliessenden Behälterhals (23) auf- weist, an welchem Behälterhals (23) eine Austrittsöffnung (29) vorgesehen ist, wobei der Behälterkörper (21) eine zweite durch eine Schweißnaht (17) verschlos sene Öffnung (40) aufweist,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Behälter (11,13) aus einem Copolyester hergestellt ist,

die Wandung (25) des verstreckten Behälter körpers (21) im Bereich der wenigs tens einen Schweissnaht (17) ein Streckverhältnis gegenüber der Wandung des unverstreckten Behälterhalses (23) von mehr als 6:1 aufweist und

der verstreckte Behälterkörper (21) eine Dichteerhöhung nach erfolgter Ver schweißung gegenüber dem unverstreckten Behälterhals (23) von weniger als 0,06 g/ cm3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht (17) aufweist.

2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Copolyester Po- lyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymer gehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist, wobei das Copolymer, Isophthalsäure, Diethylenglycol, Furandicar- bonsäure, Propylenglycol oder Butylenglycol ist. 3. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Copolyester Po- lyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymer gehalt unter 5 Gew% ist, wobei das Copolymer Terephthalsäure, Isophthalsäure oder Diethylenglycol, Propylenglycol, Spiroglycol oder Butylenglycol ist.

4. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der verstreckte Behälterkörper (21) eine Dichteerhöhung vor der Verschwei ßung gegenüber dem unverstreckten Behälterhals (23) von weniger als 0,03 g/cm3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht (17) aufweist.

5. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter eine Tube (11) mit einem Tubenhals (23) und einem dem Tu benhals (23) gegenüberliegenden Tubenende (37) ist, wobei die Austrittsöffnung (29) im Bereich des Tubenhalses (23) und die zweite Öffnung (40) im Bereich des Tubenendes (37) angeordnet ist und die zweite Öffnung (40) durch die Schweiss- naht (17) versiegelt ist.

6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (13) einen integralen Griff mit einer Durchgriffsöffnung (41) ausgebildet hat, wobei die Sch weissnaht (17) die Durchgriffsöffnung (41) begrenzt, indem sie ein erstes und zweites an die Durchgriffsöffnung (41) angrenzendes Wandende verbindet.

7. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweissnaht (17) bei einer Länge von 5 mm einer Zugkraft von wenigs- tens 100 N standhält, wobei die Zugkraft im Wesentlichen senkrecht zur

Schweissnaht (17) orientiert ist.

8. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (11,13) für einen vereinfachten Recycling Prozess einschichtig ausgebildet ist.

9. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das PET oder das PEF zur Herstellung des Behälters (11,13) zu einem Anteil von wenigstens 30% biobasiert oder zu 30% aus Regenerat her gestellt ist.

10. Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Öffnung (40) des Behälters (11,13) unter Bildung einer Schweiß- naht (17) in einem Temperaturbereich, welcher über der Glastemperatur (TG) und unter der Schmelztemperatur (TM) des Copolymers liegt, verschlossen ist.

11. Verfahren zur Herstellung eines aus einem Preform (19) gefertigtem Kunststoff- behälters (11,13) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 10, wobei der Preform (19) aus Copolyester her gestellt ist und in einem Streckblas verfahren verstreckt wird, aufweisend die folgenden Herstellschritte:

- Streckblasen des Preforms (19), wobei wenigstens in dem Bereich in dem eine Schweissnaht (17) her gestellt wird, Wandungen des Preforms jeweils um we nigstens das 6 fache gegenüber dem unverstreckten Zustand vergrössert werden und die Dichte der Wandungen im verstreckten Bereich um höchstens 0,03 g/cm3 vergrössert wird,

- Aneinanderpressen der verstreckten Wandungen (25) und

- Verschweissen der Wandungen (25) unter Bildung der Sch weissnaht (17) bei ei- ner Schweisstemperatur zwischen der Glasübergangstemperatur (TG) und der

Schmelztemperatur (TM) des Copolyesters.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Ver- schweissung die Dichte der Wandungen (25) im Bereich der Schweißnaht (17) um höchstens 0,06 g/ cm3 vergrössert wird. 13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Be- hälter (13) ein integraler Griff (15) mit einer Durchgriffsöffnung (41) ausgebildet wird und dass die Schweissnaht (17) die Durchgriffsöffnung (41) begrenzt , in- dem die Schweissnaht (17) die an die Durchgriffsöffnung (41) angrenzenden Wandungen (25) miteinander verbindet. 14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Aneinanderpressen und Verschweissen ein Teil des Behälters (11,13) abgetrennt bzw. abgeschnitten wird, wodurch eine Öffnung (40) entsteht und diese Öffnung (40) unter Bildung der Schweissnaht (17) bei einer Schweisstemperatur zwischen der Glasübergangstemperatur und der Schmelztemperatur des Copolyesters verschlossen wird.

15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweisszeit, bei welcher die Wandungen (25) auf Schweisstemperatur gehalten werden, zwischen 1 und 6 sec beträgt.

16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungen (25) zwischen einer ersten und einer zweiten Schweissba- cke miteinander verschweisst werden, wobei der Anpressdruck auf die Wandun- genzwischen 50 und 50000 N/cm2 beträgt.

17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweissbacken bei einer Abkühltemperatur geöffnet werden, welche Abkühltemperatur unter der Glasübergangstemperatur liegt.

18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Copolyesters Polyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist.

19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Copolyesters Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymergehalt unter 5 Gew% ist. 20. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung einer Tube (11) der Preform in einer entsprechenden Blas- form streckgeblasen wird, nach der Entformung das dem Tubenhals (23) gegen überliegende geschlossene Tubenende (37) abgeschnitten wird, die Tube (11) optional durch die beim Abschneiden des Tubenendes (37) entstehende zweite Öffnung (41) mit Füllgut befüllt wird und dass die zweite Öffnung (40) durch

Schweißen verschlossen wird.

21. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung zwischen gestreckten Wandungen (25) eines aus Copolyester hergestellten Kunststoffbehälters (11,13) oder von aus Copolyester hergestellten Kunstoffbehältem (11,13) gemäß einem der vorange- henden Ansprüche 11 bis 20.

22. Verwendung eines Coplolyesters zur Herstellung eines Preforms (19), um aus diesem Preform (19) einen Behälter (11,13) in einem Streckblasverfahren zu fertigen, wobei der Behälter (11,13) einen Behälterkörper (21) und einen daran an schließenden Behälterhals (23) mit einer Austrittsöffnung (29) aufweist und wobei der Behälter (11,13) eine durch eine Schweissnaht (17) verschlossene zweite Öffnung (40) aufweist, dadurch gekennzeichnet,

dass das Copolyesters Polyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist oder

dass das Copolyesters Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymergehalt unter 5 Gew% ist.

23. Verwendung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Behälters (11,13) im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht (17) gegen- über der Oberfläche des Preforms (19) ein Streckverhältnis von mehr als 6:1 auf- weist und der Behälterkörper (21) nach dem Verschweissen eine Dichteerhöhung gegenüber dem Preformkörper (20) von weniger als 0,06 g/cm3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht (17) aufweist.

24. Verwendung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Co- polyester Polyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist, wobei das Copolymer Isophthalsäure, Diethylenglycol, Furandicarbonsäure, Propylenglycol oder Butylenglycol ist.

25. Verwendung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Co- polyester Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymer gehalt unter 5 Gew% ist, wobei das Copolymer Terephthalsäure, Isophthalsäure oder Diethylenglycol, Propylenglycol, Spiroglycol oder Butylenglycol ist.

Description:
Kunststoffbehälter

Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft einen Kunststoffbehälter der aus einem Preform streckgeblasen ist gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1, ein Verfahren zur Herstellung eines aus einem Preform gefertigtem Kunststoffbehälters gemäss Anspruch 11 und die Verwendung ei- nes Coployesters zur Herstellung eins Preforms gemäss Oberbegriff des Anspruchs 22.

Stand der Technik

Aus dem Stand der Technik sind Tuben und Behälter mit einem integral ausgebildeten Griff (Griffbehälter) bekannt, welche aus Kunststoff hergestellt sind. Zur Herstellung von Tuben oder Griffbehältern muss der Kunststoff schweissbar sein. Deshalb sind Tuben und Griffbehälter oftmals aus HDPE (High Density Polyethylen) hergestellt, da HDPE gut schweissbar ist. Die Barriereeigenschaften von HDPE sind jedoch derart schlecht, insbesondere gegenüber Sauerstoff, dass diese Behälter zur Verpackung von Lebensmitteln meist ungeeignet sind. Durch mehrschichtige Strukturen kann die Barriereeigenschaft von HDPE auf ein für Lebensmittel notwendiges Mass angehoben wer den, allerdings sind mehrschichtige Strukturen beim Kunststoffrecycling unerwünscht, weil diese den Recycling-Prozess aufwendig machen bzw. unter Umständen für ein Re cycling verunmöglichen.

Bei Tuben wird eine Schweissnaht verwendet, um das dem Tubenkopf abgewandte Ende der Tube zu verschliessen, nachdem die Tube mit Füllgut befüllt wurde. Bei Griff flaschen wird beispielsweise durch Blasformen eine Urform eines Behälters hergestellt. Aus dem blasgeformten Behälter wird eine Durchgriffsöffnung ausgeschnitten bzw. ausgestanzt und die Durchgriffsöffnung wird an ihrem Umfang verschweisst. Dadurch besitzt der Behälter einen Griff mit einer verschweissten und dementsprechend abge dichteten Durchgriffsöffnung.

Wünschenswert wäre es, Tuben und Griffbehälter aus PET (Polyethylenterephtalat) her- stellen zu können, da PET Behälter aufgrund der guten Barriereeigenschaft von PET ge genüber Sauerstoff als einschichtiger Behälter hergestellt und im Lebensmittelbereich nutzbar sind. Darüber hinaus können PET-Behälter hochtransparent ausgebildet wer den, was oftmals aus gestalterischen Gründen bei Verpackungen gewünscht wird. Be hälter aus PET sind meist verstreckt (Bildung einer Streckkristallisation bzw. einer Kristallisation durch Verstrecken), da diese zumeist nach dem Streckblasverfahren aus ei- nem Preform her gestellt werden. Der Streckprozess führt zu einer Teilkristallisation des

Materials. Verstrecktes, teilkristallines PET ist jedoch schlecht und demzufolge nicht ausreichend zuverlässig schweissbar. Dies gilt insbesondere für„Standard" PET. Im Rahmen dieser Patentanmeldung soll als„Standard" PET PET mit einer Viskosität zwi schen 0,72 und 0,88 dl/ g nach ASTM D4603 und einem Copolymergehalt unter 4 Gew.% (Gewichtsprozent) verstanden werden.

PET Sonderformen, beispielsweise PET mit «long chain branching», sind zwar zur Her stellung von Griffbehältern im Einsatz. Allerdings sind diese PET Sonderformen teuer, eingeschränkt recyclingfähig, nur auf teuren Sondermaschinen weiterverarbeitbar und besitzen nicht immer die benötigten Barriereeigenschaften.

Das verstreckte PET befindet sich bei Raumtemperatur in einer Art eingefrorenen, vor- gespanntem Zustand und zieht sich bei Erhitzung über dem Glasübergangspunkt zusammen. Diese Bewegungstendenz erschwert das Verschweissen von verstrecktem PET, da jede Bewegung den Schweissvorgang stört. Die zu verschweissenden Teile müssen daher durch Halteeinrichtungen am Zusammenziehen gehindert werden, um sich nicht zueinander und relativ zu den Schweissstempeln bewegen zu können. Das Zurückhalten der PET Teile führt zu einer„eingefrorenen" Spannung in den Schweissnähten, wel che diese schwächt und Ausgangspunkt für Spannungsrisse sein kann.

Eine Wärmebehandlung zwischen dem Glasübergangspunkt (T G ) und dem Schmelz punkt (T M ) des PET führt zusätzlich zu unerwünschten weiteren Kristallisationserschei- nungen. Kristalline Oberflächen haften schlecht aneinander. Eine V er schweissung von Standard PET zwischen dem T G und dem T M ist nicht ausreichend stark, um den üblichen Belastungen von Tuben oder Griffbehältern Stand zu halten.

Die erwünschten Eigenschaften der Streckkristallisation, welche die verstreckten Bereichen des PET fester, flexibler und widerstandsfähiger macht, wird beim Verschweissen über dem T M vollständig zerstört. Durch das Auf schmelzen über T M wäre eine stabile Schweissverbindung herstellbar, die Verstreckung bzw. die Streckkristallisation und da mit die Orientierung der Moleküle wird jedoch aufgehoben. Das bedeutet, dass die Schweißnaht nach der Erhitzung über T M entweder amorph oder sphärolitisch auskris tallisiert ist. Für beide Fälle gilt, dass eine Schweißnaht im Bereich eines so auskristal- lierten PETs brüchiger ist, als eine Schweißnaht aus verstrecktem PET, her gestellt bei einer Temperatur unter TM, und daher für eine flexible Verpackung ungeeignet ist.

Aufgabe der Erfindung

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, streckgeblasene Kunststoffbehälter aus einem Copolyester zu zeigen, welche die Vorteile eines verstreckten Behälters aufweisen und deren Wandungen sich trotzdem durch eine Schweissverbindung verbinden lassen, welche Schweissverbindung den üblichen Belastungen von Kunststoffbehältem Stand halten. Dies gilt insbesondere für Tuben oder Griffbehälter, da bei deren Herstel lung zumeist Schweissverbindungen unverzichtbar sind. Zudem soll insbesondere eine Tube geschaffen werden, die zur Abfüllung von Lebensmitteln geeignet ist und trotz dem gut recycelbar ist.

Beschreibung

Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt bei einem Kunststoffbehälter, der aus einem Preform streckgeblasen ist durch die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentan spruchs 1 angeführten Merkmale. Weiterbildungen und/ oder vorteilhafte Ausfüh- rungsvarianten sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.

Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Behälter aus einem Copolyester her- gestellt ist, die Wandung des verstreckten Behälter körpers im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht ein Streckverhältnis gegenüber der Wandung des unverstreckten Behälterhalses von mehr als 6:1 aufweist und der verstreckte Behälterkörper eine Dich teerhöhung nach erfolgter Verschweißung gegenüber dem un verstreckten Behälterhals von weniger als 0,06 g/cm 3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht aufweist.

Im Rahmen dieser Anmeldung soll unter Verstreckung die biaxiale Expansion der Oberfläche der Wandung des Preforms hin zur Oberfläche der Wandung des Behälter körpers verstanden werden. Im Rahmen diese Anmeldung soll unter einer Schweissverbindung bzw. einer Schweiss- naht eine Verbindung verstanden werden, welche Oberflächen unlösbar und unter An wendung von Wärme und Druck miteinander verbindet.

Die Erfindung ermöglicht es, dass sich Öffnungen an einem aus einem Preform streck geblasener Kunststoffbehälter mit einer Schweissnaht überraschend gut und fest verbin- den lassen, indem bestimmte Eigenschaften des Herstellungsmaterials, ein bestimmtes Streckungsverhältnis im Bereich der Schweissnaht und eine bestimmte Dichteerhöhung im Bereich der Schweissnaht erfüllt werden. Dadurch, dass die Dichteerhöhung des verstreckten Behälter körpers im Bereich der Schweissnaht unter 0,06 g/cm 3 bleibt, bleibt die Kristallisation unter 40%. Die Dichte steigt proportional mit der Kristallisation und kann daher als ein Mass für die Kristallisation herangezogen werden. Die Dichterhöhung bzw. die Erhöhung der Kristallisation erfolgt durch das Verstrecken des Preforms und zusätzlich durch die sphärolitische Kristallisation beim Verschweissen bzw. bei der Herstellung der Schweissnaht. Bei Einhaltung der beanspruchten Dichteerhöhung ist die Schweissnaht ausreichend flexibel und nicht brüchig. Das hohe beanspruchte Ver- treckungsverhältnis führt zu keiner brüchigen Schweissnaht, wenn das Mass der Kris tallisation, hervorgerufen durch das Strecken, nicht zu hoch wird. Ein hohes Verstre ckungsverhältnis ist anzustreben, um einen stabilen Kunststoffbehälter zu erhalten. Das Material des Behälterkörpers ist gut schweissbar und die Schweissnaht besteht typische Belastungstests zur Überprüfung der Flexibilität und Stabilität. Der aus Copolyester her gestellte Kunststoffbehälter benötigt keine weiteren Barriereschichten, um eine ausreichende Sauerstoffbarriere zu besitzen. Der Behälter ist daher gut recycelbar, da er aus einem sortenreinen Copolyester besteht.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Copolyester Po- lyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew%, wobei das Copolymer Isophthalsäure, Diethylenglycol, Furandicarbonsäure, Propylenglycol oder Butylenglycol ist. Durch den Anteil des Copolymergehalts zwi schen 4 Gew% und 10 Gew% lässt sich das Mass der Kristallisation unter 20% halten, obwohl das Streckverhältnis mit mehr als 6:1 sehr hoch ist. Der Behälter besitzt die gute Sauerstoffbarriere des PET, kann transparent sein, ist sortenrein recycelbar und dessen Material lässt sich gut verschweissen. Das Material lässt sich sehr gut unterhalb des Schmelzpunktes verschweissen, wodurch die durch das Strecken erhaltene Orientie rung des PETs im Bereich der Schweissnaht während des Schweissens nicht verloren geht.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Copo- lyester Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymergehalt unter 5 Gew%, wobei das Copolymer Terephthalsäure, Isophthalsäure, Diethylenglycol, Propylenglycol, Spi- roglycol oder Butylenglycol ist. Bei PEF hat es sich herausgestellt, dass auch ein Copo lymergehalt von weniger als 5 Gew% möglich ist, da PEF langsam kristallisiert. Deshalb ist eine Kristallisation von unter 20% bei PEF mit einem reduzierten Polymer gehalt mög- lich, obwohl das Streckverhältnis mehr als 6:1 beträgt. Der Behälter besitzt alle Vorteile des PEF, insbesondere die gute Rezyklierbarkeit und die die Möglichkeit der Herstel- lung aus nachwachsenden Rohstoffen. Zusätzlich lässt sich das Material des Behälters unter dem Schmelzpunkt sehr gut verschweissen.

Als vorteilhaft erweist es sich, wenn der verstreckte Behälterkörper eine Dichteerhöhung vor der Verschweißung gegenüber dem unverstreckten Behälterhals von weniger als 0,03 g/cm 3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht aufweist. Die beanspruchte Dichterhöhung entspricht einer Kristallisation von unter 20%. Bei einer Dichterhöhung von weniger als 0,03 g/cm 3 lässt sich der Copolyester sehr gut unter dem Schmelzpunkt verschweissen. Die kontrollierte Dichterhöhung lässt sich durch den Copolymergehalt, insbesondere den Copolymergehalt von PET oder PEF, steuern.

Festzuhalten ist, dass eine eindeutige Bestimmung des Kristallisationsgrades schwierig ist und von der gewählten Messmethode abhängt. Die gängigsten Methoden zur Bestim- mung des Kristallisationsgrades bei Polymeren sind die Dichtemessung, die Kalorimet- rie (DSC), die Röntgenbeugung, die Infrarotspektroskopie oder die Kernresonanzspekt roskopie. Daher soll für die Zwecke dieser Anmeldung gelten, dass eine Dichteerhöhung von 0,03 g/cm 3 einem Kristallisationsgrad von 20% entspricht und dass eine Dichteerhöhung von 0,06 g/ cm 3 einem Kristallisationsgrad von 40% entspricht.

Die Erfindung zeichnet sich auch bevorzugt dadurch aus, dass der Behälter eine Tube mit einem Tubenhals und einem dem Tubenhals gegenüberliegenden Tubenende ist, wobei die Austrittsöffnung im Bereich des Tubenhalses und die zweite Öffnung im Be reich des Tubenendes angeordnet ist und die zweite Öffnung durch die Schweissnaht versiegelt ist. Die Erfindung ermöglicht es, dass eine Tube aus einem PET oder PEF ba sierten Copolyester herstellbar ist und trotzdem eine stabile Schweissnaht aufweist, wel che die üblichen Belastungstests besteht. Die Tube ist für die Verpackung von Lebens mitteln geeignet, da PET oder PEF eine gute Sauerstoffbarriere besitzen und ist sehr gut recyclebar, da das PET oder das PEF sortenrein ist und das Tubenmaterial frei ist von einer weiteren Barriereschicht.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat der Behälter einen integralen Griff mit einer Durchgriffsöffnung ausgebildet, wobei die Schweissnaht die Durchgriffsöffnung begrenzt, indem sie ein erstes und zweites an die Durchgriffsöff nung angrenzendes Wandende verbindet. Die Erfindung ermöglicht es einen Griffbe hälter aus einem bevorzugt PET oder PEF basierten Copolyester herzustellen, welcher eine stabile und dichte Schweissnaht rund um die Durchgriffsöffnung besitzt. Der Griffbehälter ist für die Verpackung von Lebensmitteln, beispielsweise Milch oder Fruchtsaft geeignet, da PET oder PEF eine gute Sauerstoffbarriere besitzen und ist sehr gut recyclebar, da das PET oder das PEF sortenrein ist und das Behältermaterial frei ist von einer weiteren Barriereschicht.

Möglich ist es auch, dass der Kunststoffbehälter und insbesondere der Griffbehälter transparent ist und dadurch der Füllstand jederzeit erkennbar ist.

Zweckmässigerweise hält die Schweissnaht bei einer Länge von 5 mm einer Zugkraft von wenigstens 100 N stand, wobei die Zugkraft im Wesentlichen senkrecht zur Schweissnaht orientiert ist. Diese Festigkeit der Schweissnaht ermöglicht es, dass die Schweissnaht ausreichend stabil ist, um insbesondere bei Tuben oder Griffbehältem eine Öffnung zu verschliessen und abzudichten. Die Schweissnaht ist mechanisch belastbar und wird während dem Einsatz des Behälters weder brüchig noch undicht.

Die Erfindung zeichnet sich auch bevorzugt dadurch aus, dass der Behälter für einen vereinfachten Recycling Prozess einschichtig ausgebildet ist. Da PET oder PEF eine gute Sauerstoffbarriere aufweist, ist der Behälter bevorzugt frei von weiteren Schichten, wel- che als Barriereschichten oder -lagen dienen. Der Behälter ist sortenrein und ist als solcher vereinfacht recyclebar. Zweckmässigerweise ist das PET oder das PEF zur Herstellung des Behälters zu einem Anteil von wenigstens 30% biobasiert hergestellt ist. Dadurch lässt sich der Kunststoff- behälter wenigstens zu einem Teil aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Für die Herstellung unter Verwendung von PEF kann dies beispielsweise Fructose oder Glucose sein. Alternativ ist auch ein Anteil von wenigstens 30% Regenerat möglich.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die zweite Öffnung des Behälters unter Bildung einer Schweißnaht in einem Temperaturbereich, welcher über der Glastemperatur (TG) und unter der Schmelztemperatur (TM) des Copolymers liegt, verschlossen. Die Wahl der Schweisstemperatur in diesem Temperaturbereich führt zu einer Schweissnaht, welche ausreichend stabil ist, da die Dichte der Wandung im Bereich der Schweissnaht vor der Verschweissung unter 0,03 g/cm 3 liegt und dadurch nicht zu stark kristallin ausgebildet ist. Eine Schweisstemperatur über TM kann vermieden werden, was den grossen Vorteil mit sich bringt, dass die durch die Stre- ckung erzielten Materialeigenschaften nicht verloren gehen. Zudem kühlt die Schweiß- naht nach der Erhitzung über T M entweder amorph oder sphärolitisch aus. Für beide Fälle gilt, dass so auskristallisiertes PET brüchiger ist als verstrecktes PET und daher für eine flexible Verpackung ungeeignet ist.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines aus einem Preform gefertigtem Kunststoffbehälters, wobei der Preform aus Copolyester her- gestellt ist und in einem Streckblasverfahren verstreckt wird. Das Verfahren weist die folgenden Herstellschritte auf:

- Streckblasen des Preforms, wobei wenigstens in dem Bereich in dem eine Schweiss- naht hergestellt wird, Wandungen des Preforms jeweils um wenigstens das 6 fache gegenüber dem imverstreckten Zustand vergrössert werden und die Dichte der Wandun- gen im verstreckten Bereich um höchstens 0,03 g/cm 3 vergrössert wird,

- Aneinanderpressen der verstreckten Wandungen und

- Verschweissen der Wandungen unter Bildung der Schweissnaht bei einer Schweiss- temperatur zwischen der Glasübergangstemperatur und der Schmelztemperatur des Copolyesters. Durch Einhaltung der Dichteerhöhung unter 0,03 g/cm 3 und einer Schweisstemperatur zwischen T G und T M lässt sich eine stabile Schweissnaht herstel- len, selbst bei einem Streckverhältnis von mehr als 6:1. Dadurch, dass durch die Verschweissung die Dichte der Wandungen im Bereich der Schweißnaht um höchstens 0,06 g/cm 3 vergrössert wird, ist gewährleistet, dass die Schweissnaht nicht brüchig oder spröde ist. Die Sch weissparameter wie Temperatur, Haltedauer, Aufheizgeschwindigkeit und Abkühlgeschwindigkeit sind daher so zu wählen, dass die beanspruchte Dichterhöhung im Bereich der Schweissnaht nicht überschritten wird.

Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn an dem Behälter ein integraler Griff mit einer Durchgriffsöffnung ausgebildet wird und wenn die Schweissnaht die Durchgriffsöffnung begrenzt, indem die Schweissnaht die an die Durchgriffsöffnung angrenzenden Wandungen miteinander verbindet. Dadurch lässt sich aus einem Copolyester, welcher bevorzugt PET oder PEF basiert ist, ein Griffbehälter herstellen. Der Griffbehälter lässt sich für die Abfüllung von Lebensmitteln nutzen, da er eine ausreichende Sauerstoffbar riere besitzt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird vor dem Aneinanderpressen und Verschweissen ein Teil des Behälters abgetrennt bzw. abgeschnitten, wodurch eine Öffnung entsteht und diese Öffnung wird unter Bildung der Schweissnaht bei einer Schweisstemperatur zwischen der Glasübergangstemperatur und der Schmelztemperatur des Copolyesters verschlossen. Dadurch lässt sich der Behälter durch die Öffnung befüllen und kann nach der Befüllung durch die Schweissnaht verschlossen werden. Auch lassen sich andere Öffnungen, welche dem Durchgreifen oder Halten des Behälters dienen, an ihrem Umfang verschweissen, wodurch der Behälter nach Ausschneiden der Öffnung wieder abgedichtet wird.

Als vorteilhaft erweist es sich, wenn dass die Sch weisszeit, bei welcher die Wandungen auf Schweisstemperatur gehalten werden, zwischen 1 und 6 sec beträgt. Dadurch werden die Wandungen ausreichend lange erhitzt, um fest aneinander zu haften und um eine ausreichend stabile und flexible Schweissnaht herzustellen.

Bevorzugt ist es, wenn die Wandungen zwischen einer ersten und einer zweiten Schweissbacke miteinander verschweisst werden, wobei der Anpressdruck auf die Wan- dungenzwischen 50 und 50000 N/cm2 beträgt. Durch diesen Bereich des Anpressdruckes kann eine ausreichend feste Haftung zwischen den Wandungen hergestellt werden, wobei eine die Schweissnaht schwächende Dichterhöhung vermieden wird. Ein weiterer Parameter den Schweissvorgang betreffend ist, dass die Schweissbacken bevorzugt bei einer Abkühltemperatur geöffnet werden, welche Abkühltemperatur un ter der Glasübergangstemperatur liegt. Gemäss dem Stand der Technik ist es bis jetzt nicht gelungen, eine ausreichend feste Sch weissnaht zur Verbindung von Wandungen eines solchen Behälters herzustellen.

Bevorzugt ist es, wenn das Copolyesters Polyethylenterephtalat (PET) mit einem Copo lymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist. Durch diese Zusammensetzung kann bei einem PET basierten Copolyester die Dichterhöhung nach der Streckung unter 0,03 g/ cm 3 gehalten werden bzw. die Kristallisation unter 20% gehalten werden, obwohl die Wandung um mehr als das 6 fache gegenüber dem unverstreckten Zustand gestreckt wird. Diese Parameter führen dazu, dass die verschweissten Wandungen ausreichend fest aneinander haften.

Bevorzugt ist es, wenn das Copolyesters Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymergehalt unter 5 Gew% ist. Durch diese Zusammensetzung kann bei einem PEF basier- ten Copolyester die Dichterhöhung nach der Streckung unter 0,03 g/cm 3 gehalten wer den bzw. die Kristallisation unter 20% gehalten werden, obwohl die Wandung um mehr als das 6 fache gegenüber dem unverstreckten Zustand gestreckt wird. Diese Parameter führen dazu, dass die verschweissten Wandungen ausreichend fest aneinander haften.

Mit Vorteil wird zur Herstellung einer Tube der Preform in einer entsprechenden Blas- form streckgeblasen, nach der Entformung das dem Tubenhals gegenüberliegende geschlossene Tubenende abgeschnitten, die Tube optional durch die beim Abschneiden des Tubenendes entstehende zweite Öffnung mit Füllgut befüllt und die zweite Öffnung durch Schweißen verschlossen. Dadurch wird in überraschender Weise die Herstellung einer Tube ermöglicht, obwohl deren Öffnung gemäss dem Stand der Technik nicht ver- schweissbar ist, da die Tube in einem Standardverfahren streckgeblasen ist und aus einem Copolyester, bevorzugt PET oder PEF basiert, hergestellt ist. Die Tube ist zur Abfüllung von Lebensmitteln geeignet, da sie eine ausreichende Sauerstoffbarriere auf- weist und lässt sich sortenrein recyclen, da sie frei von zusätzlichen Barriereschichten ist. Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Verbin dung zwischen gestreckten Wandungen eines aus Copolyester hergestellten Kunststoff behälters oder von aus Copolyester hergestellten Kunstoffbehältern gemäss der obigen Beschreibung. Die oben beschriebenen Parameter, welche das Verschweissen der Wan- düngen betreffen und die oben beschriebenen Eigenschaften den Behälter bzw. den Co polyester betreffend ermöglichen die Herstellung einer ausreichend stabilen Schweiss- naht zur Verbindung der gestreckten Wandungen.

Noch ein Aspekt der Erfindung betrifft die Verwendung eines Copolyesters zur Herstel lung eines Preforms, um aus diesem Preform einen Behälter in einem Streckblasverfah- ren zu fertigen, wobei der Behälter einen Behälterkörper und einen daran anschließenden Behälterhals mit einer Austrittsöffnung aufweist und wobei der Behälter eine durch eine Schweissnaht verschlossene zweite Öffnung aufweist.

Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Copolyesters Polyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew% ist oder dass das Copolyesters Polyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymer ehalt unter 5 Gew% ist. Diese Zusammensetzungen des Copolyesters ermöglichen es, dass die Dichterhöhung nach dem erfolgten Streckblasverfahren unter 0,03 g/ cm3 bleibt, wodurch die Kristalli- sation gering gehalten werden kann und die Wandungen dementsprechend gut miteinander verschweissbar sind. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Oberfläche des Behälters im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht gegenüber der Oberfläche des Preforms ein Streckverhältnis von mehr als 6:1 auf und der Behälterkörper weist nach dem Verschweissen eine Dichteerhöhung gegenüber dem Preformkörper von we- niger als 0,06 g/ cm 3 im Bereich der wenigstens einen Schweissnaht auf. Diese geringe Dichteerhöhung führt dazu, dass die Kristallisation im Bereich der Schweissnaht unter 40% bleibt und die Schweissnaht nicht spröde oder brüchig ist, sondern die zweite Öff nung ausreichend dicht und fest verschliesst.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Copolyester Po lyethylenterephtalat (PET) mit einem Copolymergehalt zwischen 4 Gew% und 10 Gew%, wobei das Copolymer Isophthalsäure, Diethylenglycol, Furandicarbonsäure, Propylenglycol oder Butylenglycol ist.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Copolyester Po- lyethylenfuranoat (PEF) mit einem Copolymer gehalt unter 5 Gew%, wobei das Copoly- mer Terephthalsäure, Isophthalsäure oder Diethylenglycol, Propylenglycol, Spiroglycol oder Butylenglycol ist.

Die Wahl des Copolymers kann dazu eingesetzt werden, dass der Behälter bestimmte für seine Verwendung benötigte Materialeigenschaften besitzt. Die Wandungen des Be hälters bleiben verschweissbar, indem der beanspruchte Copolymergehalt eingehalten wird.

Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von zwei Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezugnahme auf die schematischen Darstellungen. Es zeigen in nicht massstabsgetreuer Darstellung:

Figur 1: 4 Verfahrensstufen der Herstellung einer Tube aus einem Preform;

Figur 2: eine Darstellung der Herstellung eines Kunststoffbehälters mit Griff aus einem Preform;

Figur 3: eine Darstellung einer ersten Probenart zur Feststellung der Zugfes- tigkeit einer Schweissnaht an einem Kunststoffbehälter und

Figur 4: eine Darstellung einer zweiten Probenart zur Feststellung der Zug festigkeit einer Schweissnaht an einem Kunststoffbehälter.

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kunststoffbehälter. Der Kunststoffbehälter ist bevorzugt eine Tube 11 oder ein Behälter (Griffbehälter 13) mit einem integral ausgebil deten Griff 15. Der Behälter weist wenigstens eine Schweissnaht 17 auf und ist aus einem Preform 19 streckgeblasen. Der Kunststoffbehälter (Tube 11, Griffbehälter 13) umfasst einen Behälterkörper 21 und einen an den Behälterkörper 21 anschliessenden Behälter hals 23. Der Behälterkörper 21 besitzt eine Wand 25, welche einen Hohlraum 27 um- schliesst. Der Behälterhals umschliesst eine Austrittsöffnung 29. Durch die Austrittsöff- nung 29 kann das in dem Kunststoffbehälter abgefüllte Füllgut entnommen werden. Die Erfindung ermöglicht es in überraschender Weise, dass ein erstes und ein zweites Wandende 39a, 39b bzw. eine zweite Öffnung 40 des Behälters ausreichend fest ver- schweissbar sind, sodass die Schweissnaht 17 die vorgeschriebenen Festigkeitstests be steht. Dies obwohl der Behälter nach einem Standard-Streckblasprozess aus einem Pre- form 19 her gestellt ist und aus einem Copolyester besteht. Dadurch lässt sich aus einem Preform, der bevorzugt aus PET oder PEF besteht, eine Tube 11 oder ein Griffbehälter 13 streckblasen, deren Wandenden verschweisst werden müssen bzw. eine zweite Öffnung verschweisst werden muss.

Bei dem Standard-Streckprozess wird der Preform 19 in eine Blasform 31 eingesetzt, wobei der Behälter hals 23 ausserhalb der Blasform 31 verbleibt. Der Preform 19 weist einen Preformkörper 20 und einen Preformhals 22 auf. Der Preform wird zumeist vor dem Einsetzen in die Blasform 31 auf die notwendige Verarbeitungstemperatur erwärmt. Durch die Austrittsöffnung 29 wird eine Blaslanze in den Preform 19 eingefahren, welche den Preform 19 in axialer Richtung um ein bestimmtes Mass verstreckt. Dann wird der Preform mit einem Gas, welches über die Blaslanze eingeblasen wird, aufgeblasen und weiter radial und axial verstreckt, bis die Wand 25 an der Blasform 31 anliegt. Nach Abkühlen des hergestellten Behälters kann dieser aus der Blasform 31 entnommen wer den. Der Behälterhals 31 kann auch ein Aussengewinde 33 aufweisen, wodurch auf den Behälterhals 23 eine Verschlusskappe mit einem korrespondierenden Innengewinde aufschraubbar ist.

Um die Wandenden 39a, 39b durch eine Schweissnaht 17 verbinden zu können bzw. die zweite Öffnung 40 durch die Schweissnaht 17 verschliessen zu können, muss das streckgeblasene Material des Behälters bestimmte Eigenschaften aufweisen. Ansonsten kann die Schweissnaht 17 die Festigkeitsanforderungen nicht erfüllen, welche insbesondere an einen Behälter gestellt werden, in dem Lebensmittel abgefüllt sind. Das erste und das zweite Wandende sind zwischen der Glasübergangstemperatur T G und der Schmelztemperatur TM des Copolyesters verschweissbar. Unterhalb der Glas übergangstemperatur lassen sich keine Schweissverbindungen herstellen, da diese Temperaturen zu niedrig sind. Oberhalb der Schmelztemperatur gehen die Festigkeitseigen- schäften, welche durch die Verstreckung des Preforms 19 erreicht wurden, verloren. Dazu zählt die verlorene Streckkristallisation. Zudem kühlt die Schweißnaht 17 nach der Erhitzung über TM entweder amorph oder sphärolitisch kristallisiert aus. Für beide Fälle gilt, dass so auskristallisiertes PET brüchiger ist, als verstrecktes PET und daher für eine flexible Verpackung ungeeignet ist. Unter der Streckkristallisation ist zu verstehen, dass die Verstreckung Moleküle so nahe aneinander führen kann, dass diese intermolekulare Wechselwirkungen zueinander aufbauen können. Diese Wechselwirkungen begründen eine Haftung zwischen den Molekülen, welche den Behälter fester, flexibler und belas tungsfähiger machen. Oberhalb der Glasübergangstemperatur ist eine Verschweissung von Copolyestem möglich, da sich zufolge der entstandenen Kettenmobilität in diesem Temperaturbereich Molekülverschlaufungen oder Anhaftungen mit Molekülen zwi schen den teilkristallinen Zonen ausbilden können.

Die Verschweissung des Copolyesters im oben beschriebenen Temeraturbereich führt zu einer ausreichend festen Schweissnaht 17, wenn die Wandung des Behälterkörpers wenigstens um das 6 fache gegenüber der Wandung des Preformkörpers 20 verstreckt wird. Es versteht sich, dass dieses Verstreckungsverhältnis insbesondere im Bereich der Schweissnaht 17 vorhanden sein muss.

Damit die Schweissnaht 17 nach dem Abkühlen eine ausreichende Stabilität besitzt, darf die Streckkristallisation im Bereich der Schweissnaht 17 vor der Verschweissung nicht über 20 % liegen. In Kombination mit weiter unten definierten Schweissbedingungen, kann verhindert werden, dass das Material der Schweissnaht eine Kristallisation von mehr als 40 % aufweist und nicht brüchig ist. Dies kann dadurch erreicht werden, dass der Anteil an Copolymere in dem Copolyester einen bestimmten Wert besitzt. Bei PET hat sich herausgestellt, dass der Anteil der Copolymere zwischen 4 Gew% und 10 Gew% besonders geeignet ist, um die Kristallisation (den Kristallisationsgrad) gering zu halten. Bei PEF ist der Anteil von weniger als 5 Gew% Copolymeren besonders geeignet. Da die Kristallisation von 0 % und 100 % idealisiert ist, werden im Rahmen dieser An meldung anstatt der Kristallisation Werte für die Dichteerhöhung anstatt der Kristalli sation angeführt, da eine erhöhte Kristallisation mit einer erhöhten Dichte einhergeht. Dabei wird die Dichte des Preformkörpers 20 mit der Dichte des Behälterkörpers 21 bzw. des unverstreckten Behälterhalses 23 verglichen. Eine Kristallisation von 20 % entspricht einer Dichteerhöhung des Behälterkörpers von 0,03 g / cm 3 gegenüber dem Preformkör- per 20 bzw. dem unverstreckten Behälterhals 23. D.h. die Dichte des Behälterkörpers 21 ohne dem Behälterhals 23 hat um 0,03 g/cm 3 gegenüber der Dichte des Preformkörpers 20 ohne dem Preformhals 23 zugenommen. Einer Kristallisation von 40 %, welche von dem Material der Sch weissnaht unterschritten wird, entspricht einer Dichteerhöhung gegenüber dem Preformkörper 20 bzw. dem unverstreckten Behälterhals 23 von 0,06 g/cm 3 .

Zur Bestimmung der optimalen Schweissbedingungen, um eine haltbare und nicht brü chige Schweissnaht 17 herzustellen, werden aus der Wandung 25 des verstreckten Be- hälterkörper 21 Wandproben 35 ausgeschnitten. Die Probe 35 besitzt an ihren gegen überliegenden Enden eine Breite von 12 mm. In der Mitte der Probe 35 verjüngt sich die Breite auf 5mm. Die Probe 35 besitzt daher eine Art Knochenform. In der Mitte der Probe wird diese quer zur Längserstreckung auseinander geschnitten. Die beiden entstehen den Probenteile werden mit einer Schweissnaht 17 wieder verbunden. Die Parameter zur Herstellung der Schweissnaht werden variiert, um die Festigkeit der Schweissnaht 17 zu optimieren. Neben der Dauer der Schweisszeit t S der Höhe der Schweisstempera- tur T s und der Abkühltemperatur Tc wird auch die Art der Schweissnaht variiert. In der Figur 3 ist eine stossförmige Schweissnaht 17 gezeigt, wobei in der Figur 4 eine überlap pende Schweissnaht 17 gezeigt ist. Die stossförmige Schweissnaht besitzt eine maximale Schälbelastung und die überlappende Schweissnaht besitzt eine maximale Scherbelas- tung.

Nach Herstellung der Schweissnaht 17 wird die Wandprobe 35 einem Zugversuch unterzogen, wobei die Enden in eine Zugvorrichtung eingespannt werden. Die Schweissnaht ist dabei 90 Grad +/- 5 Grad zur Zugrichtung orientiert. Sowohl die stossförmige als auch die überlappende Schweissnaht 17 sind ausreichend fest, wenn diese 100 N Zugkraft ertragen. Die Zugkraft wurde mit einer Längsgeschwindigkeit von 100 mm/ min von der Zugvorrichtung auf die Wandprobe aufgebracht. Wie bereits weiter oben ausgeführt, führt eine Schweisstemperatur Ts zu einer ausrei chenden Festigkeit der Schweissnaht 17, welche sich zwischen der Glasübergangstem peratur TG und der Schmelztemperatur TM befindet. Für copolymeres PET liegt dieser Temperaturbereich zwischen 170 °C und 220 °C. Für PEF und copolymeres PEF liegt dieser Temperaturbereich zwischen 120 °C und 210 °C. Die Siegelzeit ts, bei welcher die Schweissbacken mit der Siegeltemperatur Ts das erste und das zweite Wandende ver- schweissten, stellt sich mit 3 s als optimal heraus. Die Abkühltemperatur Tc, bei welcher die Schweissbacken wieder geöffnet wurden, befindet sich unter TG. Die Anpresskraft der Schweissbacken auf das erste und zweite Wandende beträgt bevorzugt zwischen 50 bis 50000 N/cm 2 .

In der Figur 1 ist die Herstellung der Tube 11 aus dem Preform 19 dargestellt. Der Pre- form wird in die Blasform eingesetzt, wobei der Preformhals 22 ausserhalb der Blasform verbleibt. Nach Verstrecken, aufblasen und Entnahme des hergestellten Kunststoffbehälters, wie weiter oben bereits beschrieben, besitzt der Behälter einen Boden bzw. ein Tubenende 37, welches nicht mehr benötigt wird. Das Tubenende 37 wird abgeschnitten und kann daher auch als„verlorenes" Tubenende verstanden werden. Dabei bilden sich ein erstes und zweites Wandende 39a, 39b, welche durch die Schweissnaht 17 miteinander dauerhaft zu verbinden sind bzw. die zweite Öffnung 40 ist durch die Schweissnaht 17 zu verschliessen. Typischerweise kann die Tube 11 vor dem Verschliessen durch die Schweissnaht 17 mit Füllgut befüllt werden. Das verlorene Tubenende wird in der Regel innerbetrieblich recylcelt.

Die Schweissnaht 17 wird gemäss den obigen Schweissparametern her gestellt. Belas tungstests haben ergeben, dass die Schweissnaht 17 einen Fall der Tube 11 auf die Schweissnaht aus einer Höhe von 2 m erträgt. Nach einem 20maligen Abbiegen der Schweissnaht 17 über ein Rohr mit einem Durchmesser von 30 mm ist die Schweissnaht 17 immer noch dicht. Auch ein Abknicken der Schweissnaht führt zu keiner Undichtigkeit der Schweissnaht. Eine derartige Tube 11 erfüllt daher die Belastungsanforderun- gen, welche Tuben des Stands der Technik erfüllen müssen.

In der Figur 2 ist die Herstellung des Griffbehälters 13 aus dem Preform 19 gezeigt. Nach Herstellung eines Behälters nach dem Standard-Streckblasprozess, wie weiter oben be schrieben, wird in den Behälter eine Durchgriffsöffnung 41 geschnitten oder gestanzt. Dabei entstehen ein erstes und zweites Wandende, welche die Durchgriffsöffnung um geben bzw. eine zweite Öffnung. Um den Griffbehälter entlang der Durchgriffsöffnung wieder abzudichten, müssen das erste und das zweite Wandende miteinander unter Bildung der Schweissnaht 17 miteinander verschweisst werden bzw. die zweite Öffnung muss verschlossen werden. Damit die Schweissnaht 17 ausreichend stabil ist, wird diese unter Einhaltung der oben beschriebenen Schweissparameter hergestellt.

Legende:

11 Kunststoffbehälter, Tube

13 Kunststoffbehälter, Griffbehälter

15 Griff

17 Schweissnaht

19 Preform

20 Preformkörper

21 Behälterkörper

22 Preformhals

23 Behälterhals, Tubenhals 25 Wandung des Behälters 27 Hohlraum

29 Austrittsöffnung

31 Blasform

33 Aussengewinde

35 Wandprobe

37 Boden, Tubenende

39a, 39b Erstes und zweites Wandende

40 Zweite Öffnung

41 Durchgriffsöffnung




 
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