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Patent Searching and Data


Title:
PNEUMATIC EMERGENCY APPARATUS HAVING HOSE FRAME AND TARPAULIN
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/089266
Kind Code:
A1
Abstract:
The pneumatic emergency unit in the form of a rescue cushion, rescue tent or an emergency bath consists of: a) a hose frame (20), which comprises interconnected inflatable tubes (22, 24); b) a tarpaulin (28) carried by said hose frame (20); and c) a detection device (32) for the air pressure, which has a compressed-air sensor (36) connected to the inner region (26) of the hose frame (20) and an optical and/or acoustic display unit (34) connected to the compressed-air sensor, which display unit is arranged on a partial region of the emergency unit not covered by the tarpaulin (28) and facing a user, in particular is fixedly connected to the hose frame (20).

Inventors:
GEUENICH PASCAL (DE)
SCHNICKE WILHELM (DE)
Application Number:
EP2019/079594
Publication Date:
May 07, 2020
Filing Date:
October 30, 2019
Export Citation:
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Assignee:
VETTER GMBH (DE)
International Classes:
E04H15/20; A62B1/22; A63B5/11; B63C9/04
Foreign References:
KR20180075129A2018-07-04
GB2190408A1987-11-18
FR2305553A11976-10-22
US8011986B12011-09-06
DE10029897A12001-12-20
DE19842911A12000-03-23
DE19842887A12000-03-23
DE10324138B42018-05-30
DE3937399A11991-05-16
DE3516676A11986-11-20
DE10029193B42007-10-04
US4171595A1979-10-23
Attorney, Agent or Firm:
PATENTANWÄLTE BAUER VORBERG KAYSER PARTGMBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Pneumatisches Notfallgerät in Form eines Sprungkissens, Rettungszeltes o- der einer Notfallwanne und bestehend aus a) einem Schlauchgerüst (20), das miteinander verbundene, aufblasbare Röhren (22, 24) aufweist, b) einer von diesem Schlauchgerüst (20) getragenen Plane (28), und c) einer Nach- weiseinrichtung (32) für den Luftdruck, welche einen mit dem Innenbereich (26) des Schlauchgerüsts (20) verbundenen Druckluftsensor (36) und eine mit diesem verbundene optische und/oder akustische Anzeigeeinheit (34) aufweist, die an einem nicht von der Plane (28) überdeckten und einem Nutzer zugewandten Teilbereich des Notfallgerätes angeordnet ist, insbe- sondere mit dem Schlauchgerüst (20) fest verbunden ist.

2. Notfallgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckluft- sensor (36) innerhalb einer Röhre (22) des Schlauchgerüsts (20) oder in einer Außenwand einer Röhre (22) des Schlauchgerüsts (20) oder an einer Außenwand einer Röhre (22) des Schlauchgerüsts (20) angeordnet ist.

3. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass entweder nur die Anzeigeeinheit (34) der Nachweiseinrich- tung (32) oder die Nachweiseinrichtung (32) fest mit einer Röhre (22) des Schlauchgerüsts (20) oder mit der Plane (28) verbunden ist.

4. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Anzeigeeinheit (34) ausschließlich ein optisches Signal erzeugt.

5. Notfallgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeige- einheit (34) ein Display (48) aufweist, das zumindest in roter Farbe leuchtet, vorzugsweise anstelle der roten Farbe auch in grüner Farbe leuchtet.

6. Notfallgerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das An- zeigefeld mindestens eine Fläche von 4 cm2, vorzugsweise mindestens 10 cm2 aufweist.

7. Notfallgerät nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Signal Buchstaben aufweist, insbesondere eine Wortbot- schaft enthält.

8. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Drucksensor (36) ein elektrisches Drucksignal erzeugt, und dass Drucksensor (36) und Anzeigeeinheit (34), vorzugsweise aus- schließlich, über eine elektrische Verbindungsleitung (42) miteinander ver- bunden sind, wobei die elektrische Verbindungsleitung (42) vorzugsweise flexibel ist.

9. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Nachweiseinrichtung (32) ausschließlich aus dem Druck- sensor (36) und der Anzeigeeinheit (34) besteht.

10. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Anzeigeeinheit (34) am Schlauchgerüst (20) und/oder an der Plane (28) befestigt ist.

11. Notfallgerät nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekenn- zeichnet, dass es als Sprungkissen ausgebildet ist, das eine Auffangfläche (38) aufweist, und dass der Druckluftsensor (36) in möglichst großer Ent- fernung von der Auffangfläche (38) angeordnet ist, insbesondere in einer unteren horizontalen Röhre (24) angeordnet ist.

12. Verfahren zum Überwachen des Luftdrucks in einem pneumatischen Notfall- gerät bestehend aus a) einem Schlauchgerüst (20) eines Sprungkissens, Rettungszeltes oder einer Notfallwanne, das miteinander verbundene, auf- blasbare Röhren (22, 24) aufweist, b) einer von diesem Schlauchgerüst (20) getragenen Plane (28), und c) einer Nachweiseinrichtung (32) für den Luft- druck, welche einen mit dem Innenbereich (30) des Schlauchgerüsts (20) verbundenen Druckluftsensor (36) und eine mit diesem verbundene opti- sche und/oder akustische Anzeigeeinheit (34) aufweist, die an einem nicht von der Plane (28) überdeckten und einem Nutzer zugewandten Teilbereich des Notfallgerätes angeordnet ist, insbesondere mit dem Schlauchgerüst (20) fest verbunden ist, mit den Schritten a) Erfassen des Luftdrucks im Schlauchgerüst (20) durch den Druckluft- sensor (36) und, sofern der Druckluftwert nicht schon als elektrischer Mess- wert vorliegt, Umwandeln des Druckluftwertes in einen elektrischen Mess- wert,

b) Bewerten des elektrischen Messwertes dahingehend, ob der elektrische Messwert über oder unter einem kritischen Druckwert liegt, und, wenn das elektrische Signal unter dem kritischen Druckwert liegt, c) Erzeugen eines elektrischen Befehls, welcher elektrische Befehl die An- zeigeeinheit (34) veranlasst, ein optisches und/oder akustisches Signal aus- zugeben.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt a) der Luftdruck ständig oder in gewissen Zeitabständen erfasst wird.

14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) das Bewerten des elektrischen Messwertes ständig oder in gewis- sen Zeitabständen erfolgt.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12-14, dadurch gekennzeichnet, dass eine akustische Warnung ausgegeben wird, die eine hörbare sachliche An- weisung enthält, beispielsweise„Druckluft nachfüllen", und/oder eine opti- sche Warnung ausgegeben wird, die eine lesbare sachliche Anweisung ent- hält, beispielsweise„Druckluft nachfüllen".

Description:
Pneumatische Notfallvorrichtung mit Schlauchgerüst und Plane

Die Erfindung bezieht sich auf ein Notfallgerät bzw. eine Notfallvorrichtung mit einem pneumatischen Schlauchgerüst und einer von diesem getragenen Plane. Sie bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zur Überwachung des Luftdrucks in einem derartigen pneumatischen Notfallgerät, insbesondere einem Schlauchgerüst. Un- ter Notfallgerät werden dabei Sprungkissen, Rettungszelte oder Notfallwannen verstanden. Es ist jeweils das Schlauchgerüst, das die tragende Struktur liefert. Die Plane ist dafür vorgesehen, das Schlauchgerüst zumindest teilweise zu umhül- len. Sie wird vom Schlauchgerüst getragen. Bei einem Sprungkissen bildet sie un- ter anderem diejenige Fläche, auf die eine Person springen kann. Bei einem Ret- tungszelt bildet die Plane zumindest das Dach, in der Regel auch die Wände. Bei einer Notfallwanne bildet sie den flüssigkeitsdichten Belag einer Wanne aus.

Zum Stand der Technik für Rettungszelte wird auf DE 100 29 897 Al; DE 198 42 911 Al und DE 198 42 887 Al verwiesen. Zum Stand der Technik für pneumatische Sprungrettungsgeräte, auch Sprungkissen genannt, wird auf DE 10 324 138 B4 DE 39 37 399 Al, DE 35 16 676 Al, DE 100 29 193 B4 sowie DIN 14 151 verwie- sen. Notfallwannen werden auch pneumatische Auffangbehälter und -wannen ge- nannt, sie werden von der Anmelderin angeboten. Zu den Rettungszelten gehören auch Duschzelte usw., siehe US 4 171 595 A.

Notfallgeräte der hier in Rede stehenden Art sind insbesondere für Katastrophen- einsätze vorgesehen. Bei derartigen Einsätzen ist man bestrebt, in möglichst kur- zer Zeit am Katastrophenort für die Retter die notwendigen Voraussetzungen einer Rettung zu schaffen. Hier haben sich Notfallgeräte mit aufblasbarem Schlauchge- rüst sehr bewährt. Sie haben den Vorzug, dass sie an beliebigem Ort aufgebaut werden können, sie sind rasch verfügbar. So kann beispielsweise ein Rettungszelt in 3 Minuten errichtet werden, ein Sprungkissen mit Rettungshöhe 16 m in ca. 30 Sekunden. Zuvor, im verpackten Zustand, nimmt es nur einen Bruchteil des Raums ein, den es im aufgeblasenen Zustand hat.

Bei einem Rettungseinsatz werden die pneumatischen Notfallgeräte in der Regel von Fachleuten, insbesondere Feuerwehrpersonal, errichtet und dann anderen Rettern, beispielsweise Ärzten, Einsatzleitung oder dergleichen übergeben. Letz- tere sind die Nutzer, kennen sich aber mit dem konkreten Notfallgerät in der Regel nicht aus. Es gehört im Allgemeinen nicht zu ihren Aufgaben, darauf zu achten, dass das Notfallgerät ordnungsgemäß in Funktion ist. Bei Rettungseinsätzen müs- sen Notfallgeräte häufig über eine gewisse Zeit, beispielsweise Tage, aufgebaut bleiben, bis ihr Schlauchgerüst wieder entlüftet und sie wieder verpackt werden können. Dies gilt insbesondere für Rettungszelte und Notfallwannen.

Das Schlauchgerüst ist ähnlich einem Fachwerk aus Röhren aufgebaut, die mitei- nander verbunden sind und deren Innenräume kommunizieren. In der Regel sind alle Innenräume miteinander verbunden, dies ist vorteilhaft. Für die Statik des Notfallgerätes ist ein ausreichender Luftdruck im Schlauchgerüst notwendig. Sinkt der Luftdruck im Schlauchgerüst ab, was häufig auch langsam geschehen kann, kann es zu Problemen mit der Stabilität des gesamten Gerätes kommen. So kön- nen beispielsweise in einer Notfallwanne aufgefangene, gefährliche Flüssigkeiten austreten, das Dach eines Rettungszeltes kann einknicken. Die Erfindung sieht es als erforderlich an, dass eine Warnung ausreichend frühzeitig abgegeben wird, aus der ersichtlich ist, dass aufgrund absinkenden Luftdrucks das Schlauchgerüst labil werden wird, insbesondere nachgefüllt werden muss. Diese Warnung muss so sein, dass sie einerseits ausreichend früh kommt, bevor die Stabilität nachlässt, und andererseits von den aktuellen Nutzern des Notfallgeräts unmittelbar verstanden wird, so dass diese Fachpersonal zu Hilfe rufen können, das mit Hilfe einer Druck- luftquelle das Schlauchgerüst wieder auf den notwendigen Innendruck bringen kann. Solange der Innendruck im Schlauchgerüst im vorgesehenen Druckbereich liegt, ist eine Anzeige im Grunde nicht nötig, kann aber vorteilhaft sein. Nötig ist sie, wenn der Luftdruck unterhalb des vorgesehenen Druckbereichs liegt. Dann ist eine Warnung erforderlich.

Dabei geht es im Wesentlichen um kleinere Undichtigkeiten. Große Undichtigkeiten werden schon während des Aufbaus des Notfallgerätes erkannt, im Allgemeinen ist das Fachpersonal dann noch anwesend. Es geht vorzugsweise um Undichtigkei- ten, die sich erst nach 1 Stunde, vorzugsweise erst nach 3 Stunden so bemerkbar machen, dass es dann der Innendruck unterhalb des vorgesehenen Druckbereichs liegt und die Stabilität in Gefahr gerät. Beim Sprungkissen kommen Druckluftver- luste durch kurzzeitiges Ansprechen des Überdruckventils beim Einsprung in das Sprungkissen hinzu. Demzufolge ist es Aufgabe der Erfindung, die vorbekannten Notfallgeräte dahin- gehend weiterzubilden, dass bei einem insbesondere langsamen Druckverlust eine einfach zu erkennende und zu verstehende Warnung angezeigt wird, die Nutzer des Notfallgerätes darauf hinweist, dass ein Nachfüllen von Luft notwendig ist.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein pneumatisches Notfallgerät bestehend aus a) einem Schlauchgerüst eines Sprungkissens, Rettungszeltes oder einer Notfall- wanne, das miteinander verbundene, aufblasbare Röhren aufweist, b) einer von diesem Schlauchgerüst getragenen Plane, und c) einer Nachweiseinrichtung für den Luftdruck, welche einen mit dem Innenraum des Schlauchgerüsts verbunde- nen Druckluftsensor und eine mit diesem verbundene optische und/oder akusti- sche Anzeigeeinheit aufweist, die an einem nicht von der Plane überdeckten und einem Nutzer zugewandten Teilbereich des Notfallgerätes angeordnet ist, insbe- sondere mit dem Schlauchgerüst fest verbunden ist.

Die Warnung wird durch die Anzeigeeinheit ausgegeben. In der Regel ist die War- nung ein flächenhafte, rotes Licht. Besonders auffällig ist die Warnung, wenn das Licht blinkt. Die Warnung kann auch nur akustisch oder zusammen mit einem akustischen Signal erfolgen. Die Warnung weist vorzugsweise eine in Worten ab- gefasste Botschaft, beispielsweise„Luftdruck zu gering", auf, aus der auch ein un- erfahrener Nutzer unmittelbar die Bedeutung des Signals erkennt.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass das Schlauchgerüst nicht ständig mit einer Druckluftquelle verbunden sein muss. Eine Druckluftquelle muss nur im Notfall zum Schlauchgerüst gebracht werden, das Nachfüllen benötigt in der Regel nur einige Minuten, die Druckluftquelle kann dann wieder entfernt und für andere Eins- ätze bereitgehalten werden. Es wird also nicht für jedes pneumatische Notfallgerät eine eigene Druckluftquelle benötigt. Als Druckluftquelle kommen Druckgasfla- schen infrage, sie sind häufig bereits im verpackten Notfallgerät enthalten, dies gilt beispielsweise für Sprungkissen. Als Druckluftquelle kommen auch manuelle oder insbesondere motorische Verdichter infrage. Sie haben den Vorteil, dass bei ihnen die zur Verfügung stehende Menge an Druckluft nicht limitiert ist.

Vorteilhafterweise ist die Nachweiseinrichtung räumlich getrennt von einem zum Füllen des Schlauchgerüsts vorgesehenen Zugang in den Innenraum des Schlauch- gerüsts, beispielsweise einem Ventil oder einem entsprechenden Lufteinlass. Die Nachweiseinrichtung, insbesondere ihre Anzeigeeinheit, ist so am Schlauchge- rüst angeordnet, dass die Anzeigeeinheit gut sichtbar für einen Nutzer des Schlauchgerüsts ist. Hierzu wird die Anzeigeeinheit bevorzugt in einer gewissen Höhe über dem Boden, möglichst in Höhe der Augen eines Nutzers, angeordnet, sofern dies möglich ist. Sie ist vorzugsweise an einem senkrecht verlaufenden Rohr des Schlauchgerüsts befestigt. Sie ist nicht von der Plane überdeckt und soll auch bei Bewegung der Plane immer außerhalb der Plane bleiben. Gegebenenfalls hat die Plane eine entsprechende Aussparung bzw. ein Fenster. Bei einem Rettungszelt ist die Anzeigeeinheit bevorzugt dem Innenraum des Rettungszeltes zugewandt. Bei einem Sprungkissen befindet sie sich vorzugsweise im Bereich einer Seitenflä- che und ist nach außen gerichtet. Die Anzeigeeinheit kann auch mit der Plane und nicht mit dem Schlauchgerüst mechanisch verbunden sein. Auch in diesem Fall ist der restliche Teil der Nachweiseinrichtung am Schlauchgerüst angeordnet.

Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Überwachen des Luft- drucks in einem Schlauchgerüst eines pneumatischen Notfallgerätes anzugeben. Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 12.

Mit diesem Verfahren ist eine Überwachung des Innendrucks im Schlauchgerüst erreicht. Es wird eine Warnung ausgegeben, die Nutzer veranlassen wird, für ein Nachfüllen des Luftdrucks zu sorgen. Das Erfassen des Luftdrucks im Schritt a) kann kontinuierlich erfolgen, es genügt aber, den Luftdruck lediglich in größeren Zeitabständen, beispielsweise einmal pro Minute oder einmal alle 10 Minuten, zu erfassen. Der Luftdrucksensor erzeugt einen Messwert, der vorzugsweise ein elektrischer Messwert ist. Ist dies nicht der Fall, wird er in einen elektrischen Mess- wert umgewandelt. Der elektrische Messwert wird daraufhin bewertet, ob er über oder unterhalb eines Schwellenwertes für den Innendruck im Schlauchgerüst, auch kritischer Druck genannt, liegt. Dieser Schwellenwert liegt in der Regel im Bereich der unteren Grenze des Luftdruckbereichs, für den das Schlauchgerüst ausgelegt ist. Der Luftdruckbereich wird vom Hersteller vorgegeben. Vorzugsweise liegt der Schwellenwert etwas unterhalb dieser Grenze bzw. unterhalb des unteren Be- triebsdrucks, den der Hersteller angibt, beispielsweise 10 % darunter, eventuell 30 % darunter. Ist der Wert unterschritten, wird eine Warnung ausgegeben. Hier- für wird ein elektrischer Befehl erzeugt, der ein Spannungssignal oder ein digitales Signal sein kann, und der die Warnung auslöst. Vorzugsweise werden nacheinander im Laufe der Zeit erfasste elektrische Mess- werte in einem Speicher abgespeichert. Sie können später ausgelesen werden. Sie können auch dafür herangezogen werden, einen zeitlichen Verlauf des Luftdrucks zu ermitteln. Auf diese Weise kann eine Voraussage darüber getroffen werden, wann der Schwellenwert erreicht werden wird. Es kann eine Anzeige erfolgen, dass der Schwellenwert in einer gewissen Zeit, beispielsweise 1 Stunde, erreicht werden wird und der Nutzer entsprechende Vorkehrungen treffen soll, damit spätestens dann ein Nachfüllen des Drucks erfolgen kann.

Vorzugsweise ist der Druckluftsensor innerhalb einer Röhre des Schlauchgerüsts oder in einer Außenwand einer Röhre des Schlauchgerüsts oder an einer Außen- wand einer Röhre des Schlauchgerüsts angeordnet. Im ersten Fall befindet sich der Sensor im Innenraum der Röhre, dann ist nur seine Verbindungsleitung, die vorzugsweise eine elektrische Verbindungsleitung ist, durch die Wand der Röhre geführt. Im zweiten Fall ist der Sensor selbst in die Wand eingefügt. In beiden Fällen kann unmittelbar der Luftdruck erfasst werden. Es ist aber auch möglich, den Luftdruck indirekt zu erfassen, zum Beispiel über die Dehnung des Materials, dass die Röhre bildet. In diesem Fall kann beispielsweise ein Dehnungssensor auf der Außenwand einer Röhre befestigt werden und über ihn der Luftdruck erfasst werden. Die Anzeigeeinheit muss nicht mit dem Schlauchgerüst oder der Plane verbunden sein, eine solche Verbindung ist jedoch vorteilhaft. Vorteilhaft ist es, die Anzeige- einheit oder die Nachweiseinrichtung fest mit einer Röhre des Schlauchgerüsts zu verbinden.

In bevorzugter Weiterbildung weist die Anzeigeeinheit ein Display bzw. Anzeigefeld auf, das zumindest in einer Farbe, vorzugsweise in roter Farbe leuchtet. Dies wird für die Warnung verwendet. Vorzugsweise kann es auch in mindestens einer wei- teren Farbe leuchten, z.B. alternativ auch in grüner Farbe leuchten. Dies kann dafür verwendet werden, ein Signal auszugeben, dass den Normalzustand anzeigt. In diesem Fall muss ein Nutzer nichts unternehmen. Vorzugsweise hat das optische Signal Buchstaben und/oder enthält eine akustische Warnung nicht nur einen Warnton, sondern eine sachliche Ansage. Auf diese Weise kann dem Nutzer eine Wortbotschaft mitgeteilt werden. Es kann Vorkommen, dass ein Überdruck im Schlauchgerüst auftritt. Dies kann beispielsweise durch Sonneneinstrahlung oder Einsprünge in ein Sprungkissen be- wirkt sein. Das Schlauchgerüst ist mit einem Überdruckventil ausgestattet, das dann selbstständig Druck ablässt, wenn ein oberer, zulässiger Druckwert über- schritten ist.

Ausführungsbeispiele der Erfindung, die nicht einschränkend zu verstehen sind, werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert und beschrieben. Sie dienen dem besseren Verständnis der Erfindung. In der Zeich- nung zeigen

Figur 1 eine perspektivische Darstellung eines Teilstücks eines pneumatischen

Notfallgeräts in Form eines Rettungszeltes, teilweise schnittbildlich,

Figur 2 eine perspektivische Darstellung eines Eckbereichs eines Sprungkissens, teilweise schnittbildlich, und

Figur 3 eine schematische Schaltungsanordnung für insbesondere die Nachwei- seinrichtung.

Figur 1 zeigt ein Schlauchgerüst 20, von dem hier nur eine vertikale Röhre 22 und eine horizontale Röhre 24 gezeigt sind. Die beiden Röhren 22, 24 sind mechanisch miteinander verbunden und haben einen gemeinsamen Innenraum 26. Dieser ist nach dem Stand der Technik über einen Zugang, der hier nicht dargestellt ist, zugänglich, sodass Luft in den Innenraum 26 eingefüllt werden kann und aus ihm herausgelassen werden kann. Die Röhren 20, 24 sind nach dem Stand der Technik aus gummiertem, ursprünglich als flache Bahn vorliegendem Material gefertigt. Das Material ist verklebt und in der Regel vulkanisiert.

In aus dem Stand der Technik bekannter Weise trägt das Schlauchgerüst 20 eine Plane 28. Für das Ausführungsbeispiel nach Figur 1, das sich auf ein Rettungszelt bezieht, ist die Plane 28 außerhalb des Schlauchgerüst 20. Damit befindet sich ein Innenbereich 30 des Rettungszelts auf der rechten Seite der Figur 1.

Anhand der Figur 1 kann auch die Ausbildung einer Notfallwanne erläutert werden. In diesem Fall befindet sich das Schlauchgerüst 20 außen und ist die Plane 28 innen, diese bildet eine Wanne bzw. einen Belag, der vom äußeren Schlauchgerüst 20 gestützt wird. Bei dem in Figur 1 gezeigten Teilstück eines Rettungszeltes ist an der vertikalen Röhre 22 in einer Höhe oberhalb der vertikalen Röhre 22, die ungefähr der Augen- höhe eines Menschen entspricht, eine Nachweiseinrichtung 32 befestigt. Sie ist frontal dem Innenbereich 30 zugewandt. Sie ist im Wesentlichen parallel zur Plane 28 ausgerichtet. Sie besteht aus einer Anzeigeeinheit 34 und einem von dieser verdeckten und daher eigentlich nicht sichtbaren und deshalb gestrichelt darge- stellten Druckluftsensor 36. Beide sind fest miteinander verbunden und ebenfalls fest an der Röhre 22 gehalten. Die vertikale Röhre 22 befindet sich zwischen der Nachweiseinrichtung 32 und der Plane 28. Letztere verdeckt die Nachweiseinrich- tung 32 nicht.

Das in Figur 2 dargestellte Sprungkissen hat eine Auffangfläche 38, die von der Plane 28 ausgebildet ist. Die Plane 28 bildet weiterhin vier Seitenflächen aus. Der Innenbereich 30 wird nicht genutzt. Die Nachweiseinrichtung 32 ist an einer der Seitenflächen der Plane 28 angeordnet, sie befindet sich in unmittelbarer Nähe einer vertikalen Röhre 22. Bei praktischen Erprobungen hatte sich als vorteilhaft herausgestellt, den Druckluftsensor 36 möglichst weit weg von der Auffangfläche 38 anzuordnen, insbesondere in unteren horizontalen Röhre 24 anzuordnen, wie z.B. der in Figur 2 sichtbaren, bodennahen unteren Röhre 24. Beim Aufprall einer Person auf die Fangfläche 38 steigt der Druck in den in Nähe der auf Fangfläche 38 befindlichen Röhren 22, 24 abrupt an, dies kann zu einer Beeinträchtigung des Druckluftsensors 36 führen. Die Anzeigeeinheit 34 kann in der Nähe des so ange- ordneten Druckluftsensor 36, oder aber auch in größerer Höhe angeordnet werden.

Figur 3 zeigt ein schematisches Bild der Anzeigeeinheit 34. In dieser Darstellung ist der Druckluftsensor 36 in einer Wand 40 einer Röhre des Schlauchgerüsts 20 angeordnet. Diese Wand 40 gehörten nicht zur Anzeigeeinheit 34. In einer Alter- native befindet sich der Druckluftsensor 36 innerhalb der Röhre und ist nur seine elektrische Verbindungsleitung 42 durch die Wand 40 hindurchgeführt. Oder es ist ein Dehnungsmeßstreifen auf die Oberfläche der Röhre geklebt und wird über des- sen Signal der Luftdruck ermittelt.

Die Anzeigeeinheit 34 hat einen Komparator COM 44, an ihm liegt eingangsseitig der vom Druckluftsensor 36 gelieferte elektrische Messwert für den Druck im In- nenraum 26 an. Der Komparator 44 bewertet den elektrischen Messwert. Im Kom- parator 44 wird der Pegel des Messwertes mit einem vorgegebenen, einstellbaren Referenzwert verglichen. Dieser entspricht einem unteren Druckluftwert, bei dem das Schlauchgerüst 20 bereits labil wird oder droht, labil zu werden. Dieser untere Druckluftwert wird vom Hersteller vorgegeben. Solange der elektrische Messwert für den Druck oberhalb des Referenzwertes ist, bleibt der Ausgang des Kompara- tors 44 passiv. Eine Steuerung CON 46, die eingangsseitig mit dem Ausgang des Komparators 44 verbunden ist und die Anzeigeeinheit 34 steuert, wird nicht aktiv. Es erfolgt keine Anzeige im Display DIS 48, das mit dem Ausgang der Steuerung 46 verbunden ist. Es wird auch kein akustisches Signal über einen Lautsprecher 50 ausgegeben, der ebenfalls mit dem Ausgang der Steuerung 46 verbunden ist.

In einer Alternative kann ein auch in diesem Zustand, der dem Normalfall ent- spricht, eine Anzeige erfolgen, vorzugsweise nicht akustisch, sondern nur über das Display 48. Dieses kann zum Beispiel grün leuchten, insbesondere dauerhaft.

Das Display 48 ist vorzugsweise mit Leuchtdioden ausgerüstet, die in einer Fläche angeordnet sind. Durch Ansteuern einzelner Dioden kann ein Schriftbild erzeugt werden. Die Dioden haben drei Leuchtfarben RGB, die sie einzelnen separat ange- steuert werden können, oder es sind pro Pixel drei einzelne Dioden rot, gelb und blau vorgesehen, auch diese können einzeln angesteuert werden.

Wenn der elektrische Messwert für den Druck unterhalb des Referenzwertes ist, wird vom Komparator 44 ein elektrischer Befehl an die Steuerung 46 gegeben, der diese veranlasst, dass das Display 48 rot leuchtet. In einer Alternative blinkt es zusätzlich. Es kann auch ein Schriftbild ausgegeben werden, beispielsweise„Druck kritisch" oder„Druckluft nachfüllen". Es kann ein akustisches Signal über den Laut- sprecher 50 ausgegeben werden. Hierbei kann es sich auch um ein Sprachsignal handeln, beispielsweise um die im Display 48 angezeigte Nachricht.

Es ist möglich, dass ein zweiter, tieferer Referenzwert festgelegt wird, der einem Druck im Schlauchgerüst 20 entspricht, bei dem die Stabilität des Schlauchgerüsts 20 bereits kritisch und es dringend notwendig ist, in kurzer Zeit Luft nachzufüllen. Hierfür kann ein entsprechendes optisches Signal und auch ein entsprechendes akustisches Signal zugeordnet sein.

Es ist auch möglich, die einzelnen elektrischen Messwerte jeweils mit der zugehö- rigen Zeit in einem Speicher der Steuerung 46 abzuspeichern und aus den abge- speicherten Messwerten zu ermitteln, ob eine zeitliche Abhängigkeit vorliegt. Bei einem beispielsweise sehr kleinen Leck wird der Druck sehr langsam abfallen. Dies erkennt man, wenn über einen längeren Zeitraum die Messwerte verfolgt werden. Derartige Schaltungen sind Stand der Technik können hier für das Notfallgerät eingesetzt werden.

Es können auch bereits im Einsatz befindliche Notfallgeräte nachgerüstet werden. Alle derartigen Notfallgeräte haben eine Entlüftung. In dieser Entlüftung kann eine Nachweiseinrichtung 32, insbesondere aber ein Druckluftsensor 36 einer derarti- gen Nachweiseinrichtung 32, angeordnet werden. Die Notfallgeräte der Anmelde- rin haben ein Innengewinde, an diesem kann die Befestigung erfolgen.

Das pneumatisches Notfallgerät in Form eines Sprungkissens, Rettungszeltes oder einer Notfallwanne besteht aus einem Schlauchgerüst 20, das miteinander verbun- dene, aufblasbare Röhren 22, 24 aufweist, einer von diesem Schlauchgerüst 20 getragenen Plane 28, und einer Nachweiseinrichtung 32 für den Luftdruck, welche einen mit dem Innenbereich 26 des Schlauchgerüsts 20 verbundenen Druckluft- sensor 36 und eine mit diesem verbundene optische und/oder akustische Anzei- geeinheit 34 aufweist, die an einem nicht von der Plane 28 überdeckten und einem Nutzer zugewandten Teilbereich des Notfallgerätes angeordnet ist, insbesondere mit dem Schlauchgerüst 20 fest verbunden ist.

Begriffe wie im Wesentlichen, vorzugsweise und dergleichen sowie möglicherweise als ungenau zu verstehende Angaben sind so zu verstehen, dass eine Abweichung um plusminus 5 %, vorzugsweise plusminus 2 % und insbesondere plus minus ein Prozent vom Normalwert möglich ist. Die Anmelderin behält sich vor, beliebige Merkmale und auch Untermerkmale aus den Ansprüchen und/oder beliebige Merk- male und auch Teilmerkmale aus einem Satz der Beschreibung in beliebiger Art mit anderen Merkmalen, Untermerkmalen oder Teilmerkmalen zu kombinieren, dies auch außerhalb der Merkmale unabhängiger Ansprüche. Die Anmelderin be- hält sich weiterhin vor, beliebige Merkmale und auch Teilmerkmale zu streichen.

In den unterschiedlichen Figuren sind hinsichtlich ihrer Funktion gleichwertige Teile stets mit denselben Bezugszeichen versehen, sodass diese in der Regel auch nur einmal beschrieben werden. Bezugszeichenliste

20 Schlauchgerüst

22 vertikale Röhre

24 horizontale Röhre

26 Innenraum von 20

28 Plane

30 Innenbereich

32 Nachweiseinrichtung

34 Anzeigeeinheit

36 Druckluftsensor

38 Auffangfläche

40 Wand

42 Verbindungsleitung

44 Komparator COM

46 Steuerung CON

48 Display

50 Lautsprecher