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Patent Searching and Data


Title:
REINFORCEMENT FOR CONSTRUCTIONS IN CONCRETE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1988/007613
Kind Code:
A1
Abstract:
Chains (1) are set into constructions in concrete as reinforcement. The chains (1) can be used in any length in an easy manner. They may also be linked to conventional rod-shaped reinforcement elements.

Inventors:
NILL WALTER (CH)
Application Number:
PCT/CH1988/000069
Publication Date:
October 06, 1988
Filing Date:
March 28, 1988
Export Citation:
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Assignee:
NILL WERNER (CH)
International Classes:
E04C5/02; (IPC1-7): E04C5/02
Foreign References:
DE1271011B1968-06-20
FR2270410A11975-12-05
FR52656E1945-05-16
DE3120427A11982-12-23
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Claims:
Patentansprüche
1. Armierung für Betonkonstruktionen, dadurch gekennzeichnet, dass als Arm erungselement eine Kette (1) mit Kettengliedern (2) verwendet wird, die in den Beton eingelegt und von die¬ sem umgeben ist.
2. Armierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kette ungespannt (schlaff) oder gespannt (angezogen) oder vorgespannt mit gegenseitiger metallischer Berührung einge¬ legt ist oder dass eine oder mehrere Ketten (1) durch Ver¬ drehen (Reitein) oder durch ihr Eigengewicht vorgespannt bzw. gespannt werden und durch den erhärteten Beton ge¬ sichert sind.
3. Armierung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, auf der Innenseite der Kettenglieder (2) umlaufende Rippen (15) an¬ gebracht oder eingelegt oder durch die Kettenquerschnitts¬ form erzeugt sind.
4. Armierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geometrische Gestalt der Oberflächen der Kettenglieder (2) an den Kontaktberei chen mit den benachbarten Kettengliedern (2) derart ausgebildet ist, dass bei metallischer Berührung die Kettenglieder (2) diese im wesentlichen f Lächenförmi g satt anei nanderli egen und dass bei schlaff verlegter Kette (1) ein Zwischenraum zwischen den sich gegenüberliegenden Kontaktbereichen von im wesentlichen konstanter Dicke (d) vorliegt, in den feinkörnige Betonbestandteile eingelagert sind.
5. Armierung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit der Kettenglieder (2) der Druckfestigkeit des im Kontaktbereich zwischen den Gliedern (2) liegenden, einen sattelförmigen Zwischenraumkörper (20) bi ldenden Betons (3) entspri cht.
6. Armierung nach einem der Ansprüche 3 oder 5, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Querschnittsfläche der Kettenglieder (2) die Gestalt eines Uförmig gebogenen Bleches, dessen Dicke kleiner ist als dessen Breite oder ein innen rundes Profil aufweist, dessen äusserer Querschni ttsradiuε (R1) gleich gross wie der innere Biegeradius (R2) der Kettengliedbiegung ist.
7. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekenn¬ zeichnet, dass der Radius (R1) grösser als der Radius (R2) ist derart, dass bei schlaffer Kette (1) der sich zwischen den Kontaktbere chen bilden e Zwischenraum an eαer Stelle im wesenlichen die gleiche Dicke (d) aufweist.
8. Armierung nach e nem der Ansprüche 5 b s 7, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass der Zwi schenraumkörper (20) mit Beton (3) vollständig gefüllt ist und dass die Zugfest gkeit der bei¬ den Kettengliedschenkel (2) im wesentlichen gleich der Druckfestigkeit des Zwischenraumkörpers (20) ist.
9. Armierung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Siebkurve des Betons (3) einen genügenden Anteil an Korngrössen aufweist, der zur Füllung des Zwi¬ schenraumkörpers (20) ausreicht.
10. Armierung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekenn¬ zei hnet, dass die Siebkurve des Betons (3) einen genügenden Anteil an Korngrössen aufweist, der zur Füllung der lichten Querschnitte der Kettenglieder (2) ausreicht.
11. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass mehrere Ketten (1) parallel verlaufend einan¬ der berührend, durcheinandergesteckt oder in einem Abstand oder seilför ig geschlagen eingesetzt sind.
12. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Kettenglieder (2) durch Verbinden einzel¬ ner Glieder (2) mit drei oder mehr Gliedern (2) zu zwei oder drei di ens i ona len Flächengebilden oder zu räumlichen Gebilden zusammengefügt sind.
13. Armierung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ketten (1) durch Schweissen, mechanische Verbindungsmittel, Kleben, Klemmen, durch Schäkel, gegenseitige Umschlingung, Durchstecken oder durch Verknotung etc. miteinander verbun¬ den und ohne fremde Abstützung vorfabrizier und in der end¬ gültigen VerLegegesta It die Schalung einsetzbar sind.
14. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Ketten (1) ein dem spezifischen Gewicht des Betons (3) entsprechendes spezifisches Gewicht aufweisen oder dazu hohl und/oder mit einem atomphysikalisch wirksamen und/oder gegen Bohren und Schleifen resistenten Medium ge¬ füllt ausgebi ldet sind.
15. Armierung nach Anspruch 1 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kette (1) aus Teilstücken besteht, die regellos, regelmässig, statistisch verteilt oder schichtweise angeord¬ net im Beton (3) verteilt vorliegt.
16. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Kettengl eder (2) seitliche Lamellen (6) und/oder gerade oder wellenförmige Rippen (7) aufweisen.
17. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass ein Kettenglied (2) teilweise oder ganz aus dem Beton (3) herausragend angeordnet ist.
18. Armierung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Ketten (2) bis zur Erhärtung des Betons (3) von einer H l skonstruktion gehalten sind.
19. Armierung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Ketten (1) durch Verschrauben, Verklemmen, Löten oder Schweissen mit einer Hi lfskonstrktion in Verlegegeεtalt gehalten werden.
Description:
Aπnei-ung für Betonkonstruktionen

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Armierung für Be¬ tonkonstrukt onen.

Beton hat eine grosse Druckfestigkeit und ist auf Zug nur be¬ schränkt, d.h. etwa 10 % der Druckfestigkeit, belastbar. In kon¬ ventionellen Eisenbetonkonst ukt onen werden deshalb die Zugund Schubkrä te αurch sogenannte, meist einer kreisrunαer. Quer¬ schnitt aufweisende Armierungseisen, um die Beton eingegossen wird, übernommen. Dies sind im wesentlichen Zugstangen, die, miteinander und dem Beton verbunden, eine raftaufnehmende Struktur bilden. Diese Zugstangen müssen vor dem Eingiessen auf die genaue Länge gebracht werden. Meistens ist aufwendiges Bie¬ gen oder Schweissen αer Stangen notwendig, um einer komplizier¬ ten räumlichen Geometrie zu genügen. Die Zugfestigkeit αer Be¬ tonkonstruktion wird durch eine aufwendige Kombination von Stangen und Bügeln im Beton gewährleistet. Nachträgliche Erwei¬ terungen oder Verstärkungen und auch Reparaturen sind sehr auf¬ wendig. Kraftseh lüssi ge Verbindungen von sich kreuzenden Armie¬ rungseisen sind schwer zu erreichen. Gegenseitiges Verschweissen ist aufwendig und problematisch.

Reparaturen, Verstärkungen, Ansetzen an bestehenden Konstruk¬ tionen sind mit Hi lfe von Ketten leicht möglich.

Für grosse Bauwerke, wie Brücken, Stützmauern, Hallendächer oder Hochhäuser, wird die Länge der Armierungsstäbe problematisch, nicht nur aus Gründen der Transportfähigkeit, sondern auch aus abri ationstechnischen Gründen. Es müssen demzufolge Armie¬ rungen aus vielen Tei lstücken zusammengesetzt werden.

Die Verbindung (Kraft sc luss) zwischen den Armierungseisen, üb¬ licherweise mit rundem Querschnitt und allenfalls versehen mit Rippen oder Wülsten auf deren Oberfläche, erfolgt durch Haftrei¬ bung. Eine Verankerung kann nur durch Umbiegen der Enden der Ar¬ mierungseisen erzielt werden. Die Verankerungs länge der Armie-

rungselemente muss ein Vielfaches von deren Durchmesser aus¬ machen, um die Zugkräfte in den Armierungselementen auf den Be¬ ton übertragen zu können.

Diese Schwierigkei en versucht man u.a. mit einem Ersatz der Ai— mierung durch Stahldrahtstücke, Stahlspäne, Fasern aus verschie¬ denen Materialien, Vorspannungsdrähte u.a. zu umgehen.

In der Zugzone einer Betonkonstruktion können infolge ungleicher Dehnung des Betons und des Armierungsstahls Risse auftreten, weil der Beton mit dem Stahl nicht an jedem Punkte kraftschlüε- sig un ersch ebbar gehalten ist. Die von den Zugkräften erzeugte Dehnung kann dadurch nicht gle chmässig auf die gesamte Armie¬ rungslänge verteilt werden, wodurch an der Stelle der höchsten Zugspannung Risse entstehen.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Armierungselement zu schaffen, das die Zugkräfte in Betonkonstruktionen in kurzen Abständen kraftseh lüssig übernimmt, einfach umgegossen und ge¬ handhabt werden kann, und das die erwähnten Nachteile konven¬ tioneller Elemente nicht zeigt.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Verwendung von Ketten zur Zugkra tübertragung. Ketten können in beliebigen geometr schen Formen ausgelegt und gegenseitig miteinander verbunden werden. Insbesondere kann der Verlauf der Ketten räumlich mit dem Ver¬ lauf der Zugkraftlinien übereinstimmend gewählt werden. Komplexe geometrische Baukörper können einfach mittels eingegossenen ein- zwei- oder mehrdimens onal verhängten Ketten zugfest gestaltet werden, die Verbindung der einzelnen Ketten ist einfach und sicher.

Der Transport von Ketten ist problemlos, und sie können in be¬ liebigen Längen hergestellt werden. Es können Schäkel und andere bekannte Elemente oder auch Verschwel ssungen als Verbindungs¬ glieder sowohl für Serie- als auch für Parallel- und gekreuzter Anordnung von Ketten eingesetzt werden.

Ketten können als einzige Zugelemente in einer Betonkonstruki on angewendet werden oder sie können als Ergänzung zu einer konven¬ tionellen Ei senbetonkonstruki on zur Anwendung kommen. Ketten können auch durch Verbinden von jeweils mehr als zwei Gliedern pro Kettenglied zu f lächenför i gen oder räumlichen Gebilden er¬ weitert werden.

Die Betonarmierungsketten werden in herkömmlicher Weise wie Be¬ toneisen in einer Schalung befestigt und vor dem Giessen des Be¬ tons lose eingelegt, gespannt oder vorgespannt. Die Ketten kön¬ nen auch aus dem Beton hinausgeführt werden oder sogenannte Ger¬ be rt rägergelenke bi lden.

Sobald der Beton ausgehärtet ist, kann eine Hi lfskonstruktion entfernt werden, oder sie verbleibt im Beton und die Ketten übernehmen die Aufgabe, die Zug- und Schubkräfte in der Kon¬ struktion zu übertragen.

Für eine eindeutig definierte Kraftübertragung werden die Ketten immer gespannt oder vorgespannte ausgelegt, so dass alle Glieder miteinander in metallischem Kontakt sind.

Bei einer lose oder schlaff eingelegten, wenig gespannten oder ungenau eingelegten Kette oder durch das Vibrieren des Betons lose gewordenen Kette, können zwischen den Berührungsflächen der Kettenglieder Zwischenräume auftreten. Die Zwischenräume der Kettenglieder füllen sich mit den Feinantei len des Betons; es entsteht eine druckfeste Zwischenschicht, die die Kräfte über¬ trägt. In der lichten Oeffnung jedes Kettengliedes und zwischen den vier Vi erte Labschni tten (Schultern) zweier miteinander vei— hängter Kettenglieder entsteht ein weiterer unverrückbarer Form- schluss mit dem Beton. Durch Verändern der Kettengliedform kann auch der Antei l des Betons, der zur Kraftübertragung herangezo¬ gen wird, verändert werden. Benachbarte, parallele, gekreuzte und besonders durcheinander hindurchgesteckte Kettenglieder sind form- und k raftseh lüssi g eingebettet, so dass z.B. gebrochene Kettenglieder überbrückt und deren Auswirkungen behoben werden.

Eine ausgegl chene Dimensionierung der Kette ist dann erreicht, wenn die Zugfestigkeit eines Kettengliedes ( 2 x Kettenprofi l- querschnitt) dem Produkt aus Druckfestigkeit und Kontaktfläche des zwischen den ineinandergehängten Kettengliedern entstehenden Zwischenraumkörpers entspricht.

Ein Teil der zu übertragenden Zugkräfte wird auch zusätzlich durch den Schulterbereich innerhalb und ausserhalb der Ketten¬ glieder aufgenommen, wodurch sich die Flä ' chenpressung im Kon¬ taktbereich wesentlich verringert. Die zu übernehmenden Kräfte werden auf die einzelnen Kettenglieder aufgeteilt, so dass die unterschiedl chen Dehnungsk.oeff z enten von Stahl und Beton in¬ folge kurzer Ar i erungs längenabschni tte (Ketteng li edlänge) und der dadurch geringen absoluten Dehnung innerhalb der kurzen Ab¬ schnitte nicht zu Rissen im Beton führen.

Die eingegossenen Ketten zeigen eine Flexibilität durch ein Vei— drehen der Kette in der Längsachse der Konstruktion infolge des formschlüssigen Verbundes mit dem Beton oder anderen umgossenen Materialien im Rahmen von deren Dehnung. Dies kann sich vorteil¬ haft bei einer Schockbelastung oder bei Dauerschwingungen aus¬ wirken.

Bei Beschädigung des Betonbauwerks durch Krafteinwirkung, Uber- belastung, Sprengwirkung u.a. können nie grosse Betonklötze ab¬ geschlagen werden, da die Kette den ' inneren Zusammenhalt in dop¬ pelter Gliedlänge aufrecht erhält.

Die Armierungen können durch gegenseitige Verbindung mehrerer Kettenglieder in gewünschte Raumform zusammengefügt werden, wo¬ bei selbstverständlich für komplizierte räumliche Anordnungen Hilfen notwendig sind, mit denen die Ketten bis zur Erhärtung des Beton gehalten werden. Durch Schweissen, mechanische Verbin¬ dungsmittel, Kleben o.a. kann ohne äussere Hilfen ein reines Kettengebilde zur Formerhaltung erzeugt werden, welche dann mit Beton umgössen wird. Solcherart in der endgültigen Gestalt voi— fabrizierte Armierungen können direkt in die Schalung eingelegt und müssen nicht mittels AbStützungen gehalten werden.

Durch Verwendung von Kettengliedern mit kreisrunder Form können mehrere Glieder an einem einzigen Glied befestigt werden, ohne dass dabei die Geometrie der Kontaktflächen sich ändert. Das Kettenglied dient dann als Knotenpunkt mehrerer Kettenstränge.

Die Ketten lassen sich auch ohne weiteres in Gestalt von kurzen Abschnitten dem Beton beimischen. Sind sie zudem als Hohlkörper ausgeführt und weisen sie das gleiche spezifische Gewicht wie der Beton auf, so ergibt sich eine g lei ch ässige statistische Verteilung. Dazu sind entweder Hohlräume vorgesehen oder die Ketten aus einem entsprechenden Material hergestellt. Sind die Hohlräume zudem mit entsprechenden Materialien gefüllt, so kön¬ nen auch atomphysikalische Wirkungen bezüglich Abschirmung, oder mechanische Zerstörung etc., erlangt werden.

Im Gegensatz zu stangenförm gen Armierungselementen können Ket¬ ten weitgehend unabhängig von der Geometrie der Konstruktion verwendet werden, und bei Ueberbe lastung ist sogar eine gewisse Gelenkwirkung möglich. Es können leicht Armierungen für Druckbe¬ hälter in Kugel- oder Tonnenform, Hängedächer und membranförmige Platten erstellt werden. Die Verbindung der Ketten untereinander kann leicht durch Schäkel, Schraubglieder oder durch einge- schweisste Glieder erfolgen.

Die Kettenglieder können auch mit je drei, vier oder mehr wei¬ teren Gliedern f lächenförmi g und räumlich verhängt in der Art Kettenhemdes verbunden sein. Die Kettenglieder sind dabei vor¬ zugsweise kreisringförmig ausgebildet. Solche auf Zug belasteten Glieder behalten bei Zugbelastung die Festigkeit durch den die Zwischenräume ausfüllenden Beton.

Die Ketten können in der Betonschalung in herkömmlicher Weise mit Unterlags lötzen, Aufhängungen oder durch Annageln verlegt werden. Eine Vorspannung der Ketten kann in herkömmlicher Weise erfolgen. Die Ketten können auch schlaff (lose) oder leicht ge¬ spannt, z.B. durch deren Eigengewicht eingelegt werden.

Anhand i llustrierter Ausführungsbe spiele wird die Erfindung nä-

her erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine teilweise aufgeschn ttene Ansicht einer Beton¬ konstruktion mit einer eingegossenen Kette,

Figur 2 einen Betonträger mit zwei eingegossenen Ketten,

Figur 3 einen Pfeiler mit einer konventionellen Armierung und einen Anschluss mit einer Kette als Armierung, der gleichzeitig oder nachträglich an den Pfeiler angegossen ist,

Figur 4 eine an Armierungsketten aufgehängte Stahlplatte,

Figur 5 eine mit Ketten armierte räumlich gekrümmte Beton- konstruktion,

Figur 6 eine in einer Platte einbetonierte endLose Kette bei Umfangszug,

Figur 7-9 je ein Kettenglied von besonderer Ausgestaltung zur Erhöhung der Uebertragungskräfte zum Beton,

Figur 10 zwei Kettenglieder mit rechteckiger Quer- und Längs¬ schnittsfläche,

Figur 11/12 Querschnitte weiterer Ausgestaltungen der Kette,

Figur 11a einen Schnitt durch den Auflage- bzw. Kontaktbereich zweier Kettenglieder in einer weiteren Ausgestal¬ tung,

Figur 13 einen Schnitt durch den Auflage- bzw. Kontaktbereich zweier Kettenglieder,

Figur 14 se lför ig geschlungene Ketten,

Figur 15 Y-förmig verbundene Ketten,

Figur 16 f lächenför ig oder räumlich verbundene Kettenglieder und

Figur 17-19 je eine Darstellung der Verbundflächen des Betonan¬ teiles, der direkt an der Kraftübertragung teil- ni mmt.

Eine aus in bekannter Weise aneinandergereihten Kettengliedern 2 bestehende Kette 1 ist in den Beton 3 eines Bauteiles eingelegt. Die einzelnen Kettenglieder 2 liegen, falls die Kette gespannt oder vorgespannt eingelegt worden ist, formschlüssig aneinander an (Figur 1).

Die Ketten 1 sind wie die herköm lichen stangenförmigen Armie¬ rungseisen an den auf Zug belasteten Stellen der Konstruktion in diese eingelegt. Bei einer auf zwei Pfeilern 4 liegenden Beton¬ konstruktion gemäss Figur 2 sind die Ketten 1 an der Zugseite der Konstruktion eingelegt. Es können mehrere Ketten 1 parallel in gegenseitigem Abstand, anei nanderliegend oder als Bündel wie ein Seil gedreht verwendet werden.

Im folgenden wir unter Kette 1 ein Gebilde aus einer einzigen oder einer Mehrzahl miteinander verbundener Ketten 1 verstanden.

Die Figur 3 zeigt einen Pfeiler mit vertikal verlaufenden, her¬ kömmlichen Armierungsstangen 5 mit einer seitlich abstehenden Betonaufläge,, z .B. für eine Kranbahn, die durch eine endlose, die Stangen 5 ein- oder mehrmals umschlingende Kette 1 kraft¬ schlüssig verbunden ist. Die Kette 1 kann lose eingelegt oder mit den Stangen 5 verschweisst sein. Die seitliche Betonauflage kann auf diese Weise an einem bestehenden Träger auch nachträg¬ lich angebracht werden.

Bei der Ausführung nach Figur 4 ist eine Stahlplatte 10 durch vier Ketten 1 zugfest mit einer in der Figur nicht dargestellten Betonkons ruktion verbunden. Die Ketten 1 können so in den Beton eingelegt werden, dass der Kräftefluss optimal, d.h. entlang der Ketten 1, verlaufen kann. Die Ketten 1 können auch aus der Plat¬ te 10 herausgeführt sein. Anstelle einzelner Ketten können auch hier Kettenstränge eingesetzt werden.

Bei der räumlich gekrümmten Säule nach Figur 5 sind die Enden der aus der Säule zu deren oberem Ende verlaufenden Ketten mit einer zu einem Ring verbundenen endlosen Kette 1 verbunden. Die Ketten 1 können trotz komplexer Gestalt des Säulenendes einfach in diese eingelegt werden und folgen zudem dem Kräftefluss op¬ timal. Weitere Ketten 1 können spiral-, schraubenlinienförmi g, oder als in sich geschlossene Ringe oder aber auch kreuz und quer oder sich kreuzend eingelegt werden.

In der Figur 6 verstärkt eine endlos ausgebi ldete Kette 1 einen umlaufenden Vorsprung der Betonkonstruktion 3 und erhöht dessen

Belastbarkeit auf Zug an dessen Umfang.

Zur Erhöhung der Bindung der einzelnen Kettengl eder 2 mit dem umliegenden Beton 3 sind in den Figuren 7-9 Kettenglieder 2 dar¬ gestellt, die beispielsweise mit seitlichen Lamellen 6, Rippen 7 oder wellenförmigen Rippen 8 versehen sind.

Die Kornmischung des Betons soll einen genügenden Anteil Korn unter dem Lichten Kettenöffnungs-Querschnitt haben. Des weiteren ist ein genügend grosser Anteil des Betonzuschlages notwendig, der zur Füllung der Zw schenräume zwischen den einander zugewen¬ deten Abschn tten der Ketten, d e auf Druck belastet werden und die Zwischenraumkörper 20 bilden, dient. Die Siebkurve des Be¬ tons wird vorzugsweise der Grosse und der Geometrie der Ketten¬ glieder 2 angepasst, damit eine optimale Füllung der sich bil¬ denden Zwischenräume erfolgt.

Um eine möglichst geringe spezifische Flächenpressung an den Kontaktflächen der Kettenglieder 2 zu erreichen, kann die Geome¬ trie der Oberflächen an den Kontaktstellen so ausgestaltet sein, dass die projizierte Kontaktfläche möglichst gross ausfällt. Da¬ zu wird in Figur 10 eine sattelförmige Querschni ttsfLache ge¬ wählt, so dass die Projektion der Auflagefläche 9 im wesent¬ lichen reehteckförmi g ausfällt und um ein Vielfaches grösser ist als bei einer herkömmlichen Kette 1, bei der die beiden Ketten¬ glieder 2 im wesentlichen punktförmig aufeinandaerl egen. Bei Kettenprofi len mit punktförmi ger Kontaktfläche ergibt sich eine nachteilige Scherung des Betons in den Zwischenräumen.

In Figur 11 und 12 sind zwei weitere Querschnittsformen von Ket¬ tengliedern 2 dargestellt, die einen flächenförmi gen Kontaktbe¬ reich sowohl bei geradlinig ausgelegten Kettengliedern 2 als auch bei Leicht gekrümmter Anordnung gewährleisten. Dazu ist der Radius R1 des Kettenprofi les gleich der inneren Kettengliedbie¬ gung ausgelegt (Fig. 12), oder es wird ein Flachprofil zur Hei— Stellung der Kettenglieder 2 verwendet (Fig. 11). Werden mehr als zwei Kettenglieder 2 miteinander verhängt, so ist das Ket¬ tenglied 2 vorzugsweise krei sringf rm g ausgebi ldet, damit die

Kontak berei ehe in jeder Lage die gleiche geometrische Gestalt aufweisen und die Kraftlinien in einem Punkte zusammenlaufen.

In Figur 11a ist auf der Innenseite der Kettenglieder 2 eine Rippe 15 angebracht, die es ermöglicht, dass sich zwischen den aneinender anliegenden Kettengliedern 2 eine Zwischenschicht von Beton bilden kann, die den Druck überträgt. Anstelle einer am Kettenglied 2 angeformten Rippe 15 kann auch eine eingelegte Rippe aus Metall oder einem anderen Material treten oder der Querschnitt des Kettengliedes 2 kann mehreckig ausgebi ldet sein (vergl. strichpunktierte Variante in Figur 12). Damit gelingt es, bei nicht gespannter Kette, z.B. durch unsorgf ltiges Verle¬ gen, zwischen den Druckflächen Beton einzubringen, der den zu übertragenden Druck aufnimmt.

Figur 13 zeigt einen Querschnitt des Zwischenraumkörpers 20, wie er vorliegt, wenn zwei Kettenglieder 2 nicht satt aneinander an¬ liegen und folglich auch keine metallische gegenseitige Berüh¬ rung vorliegt. Der Abstand s zwischen den Kettengliedern 2 st so zu bemessen, dass der Zwischenraum 20 vom verwendeten Beton aufgefüllt werden kann.

Aus der Darstellung ist deutlich entnehmbar, dass bei geringer Dicke d des Zwischenraumkörpers 20 die Radien R1 und R2 an¬ nähernd gleich sind, bei zunehmender Dicke d jedoch in einem Mass voneinander abweichen, so dass die Ket englieder 2 ent¬ sprechende Biegeradien aufweisen müssen, um einen Zwischenraum¬ körper 20 mit im wesentlichen konstanter Dicke d zu erhalten. Sind die Radien R1 und R2 nicht dem Abstand der beiden Kontakt¬ flächen angepasst, so entstehen keilförmige Zwischenraumkörper 20, deren Festigkeit gering ist, weil nicht reine Druckspannung vorliegt.

Anstelle von einzelnen Ketten 1 kann, wie bei Seilen durch Zu¬ sammendrehen mehrerer Ketten, ein Kettenseil mit innerem Form- schluss durch den Beton erzeugt werden, bei dem einzelne ge¬ brochene Kettengl eder 2 überbrückt werden.

Die Spannung oder Vorspannung in einer Kette 1 oder mehreren pa-

raLLelen als Bündel, die an den notwendigen Stellen festgehalten sind, kann in einfacher Weise auch durch Verdrehen ("Reitein" ) erfolgen. Nach dem Erhärten des Betons bleibt Verdrehung und da¬ mit auch die Spannung aufrechterhalten.

Es können auch Kettenabschnitte dem Beton 3 beim Mischen beige¬ geben und auf diese Weise räumlich, statistisch, Lageπweise oder andersweitig wirkend geregelt verteilt werden. Vorzugsweise ent¬ spricht die spezifische Dichte solcher Ketten 1 derjenigen des Betons 3. Erreicht wird dies durch entsprechende Materialwahl oder durch Ketteng Li eαer 2 aus rohrförmi gern, Honlräume aufwei¬ sendem Material.

In der Figur 14 sind mehrere Ketten 1 sei lför ig geschlagen und in Figur 15 _ur Aufnahme von nicht in Linie oder Ebene verlau¬ fenden Kräften Y-förmig miteinander verbunden. Die Figur 16 zeigt schematisch Kettenglieder 2, die zu einem flächenförmigen Gebilde (Kettenpanzer) zusammengefügt sind.

In den Figuren sind schematisch die Verbundflächen 22 darge¬ stellt, welche direkt mit den Kettengliedern 2 zusammenwirken und an der Kräfteübertragung teilnehmen. Die am Kettenglied 2 in Figur 17 wirkende Kraft F1 wird vom nachfolgenden Kettenglied 2 mit dessen Schultern 24 und der in der Gliedöffnung liegenden Verbundfläche 22 an den Beton 3 übertragen.

Anstelle von Beton 3 als Einbettmasse können selbstverständlich auch andere Materialien wie Kunststoffe oder Gummi treten. Ins¬ besondere bei Gummi eröffnen sich natürlich völlig andere Anwen¬ dunggebiete, insbesondere wenn die einzelnen Kettenglieder 2 nicht in metallischen gegenseitigern Kontakt stehen und dadurch bei Belastung die Armierung erst nach einem vorgebbaren Deh¬ nungsweg zum Tragen kommt.