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Title:
ROLLING WITH MINIMISATION OF A DROP IN THE BENDING FORCE UPON ENTRY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2022/152781
Kind Code:
A1
Abstract:
In a roll stand (1), a planar rolling material (8) consisting of metal is rolled. The working roll inserts (5) are pressed apart from one another by a bending system (10). A base set-point value (FBB*) is supplied to a bending controller (14) and is taken into consideration by the bending controller (14) to determine a resultant set-point value (FB*). An actual value (FB) of the bending force is also supplied to the bending controller (14). From this, the bending controller (14) determines a base controlled variable (SB) for the bending system (10) so that, when the bending system (10) is actuated with the base controlled variable (SB), the actual value (FB) is brought as close as possible to the base set-point value (FBB*). From a stabilisation time (t3), which lies after an entry time (t2), the bending controller (14) determines the resultant set-point value (FB*), additionally taking an actual rolling force (F) into consideration. During an entry time period, which starts before the actual entry time (t2) and ends at the latest at the stabilisation time, an additional set-point value (FBZ*) is supplied to the bending controller (14) and is taken into consideration by the bending controller (14) when determining the resultant set-point value (FB*). The actual value (FB) of the bending force is thus greater than the base set-point value (FBB*). Alternatively or additionally, an additional controlled variable (SZ) is added to the base controlled variable (SB), or the controlled variable (SR) supplied to the bending system (10) is limited downwardly by a minimal controlled variable (SM).

Inventors:
HOLLAUS ANDREAS (DE)
KURZ MATTHIAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2022/050610
Publication Date:
July 21, 2022
Filing Date:
January 13, 2022
Export Citation:
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Assignee:
PRIMETALS TECHNOLOGIES GERMANY GMBH (DE)
International Classes:
B21B29/00; B21B37/38
Foreign References:
DE102006059709A12008-06-19
JPS5750207A1982-03-24
JPS5961512A1984-04-07
DE4331261A11994-04-28
DE102006059709A12008-06-19
JPS5750207A1982-03-24
JPS5961512A1984-04-07
DE4331261A11994-04-28
Attorney, Agent or Firm:
METALS@LINZ PRIMETALS TECHNOLOGIES AUSTRIA GMBH (AT)
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Claims:
Ansprüche 1. Betriebsverfahren für ein Walzgerüst (1) zum Walzen eines flachen Walzguts (8) aus Metall, das einen Walzgutkopf (9) aufweist, - wobei das Walzgerüst (1) zumindest Arbeitswalzen (2) und Stützwalzen (3) aufweist, - wobei die Arbeitswalzen (2) in Arbeitswalzeneinbaustücken (5) gelagert sind und auf die Arbeitswalzeneinbaustücke (5) ein die Arbeitswalzeneinbaustücke (5) auseinander drücken- des Biegesystem (10) wirkt, - wobei der Walzgutkopf (9) das Walzgerüst (1) zu einem tat- sächlichen Anstichzeitpunkt (t2) erreicht, - wobei einem Biegeregler (14) ein Basissollwert (FBB*) zuge- führt wird und der Biegeregler (14) unter Berücksichtigung des Basissollwertes (FBB*) einen resultierenden Sollwert (FB*) ermittelt, - wobei dem Biegeregler (14) weiterhin ein Istwert (FB) der Biegekraft zugeführt wird, - wobei der Biegeregler (14) anhand des resultierenden Soll- wertes (FB*) und des Istwertes (FB) eine Basisstellgröße (SB) für das Biegesystem (10) ermittelt, so dass bei An- steuerung des Biegesystems (10) mit der Basisstellgröße (SB) der Istwert (FB) dem resultierenden Sollwert (FB*) so weit wie möglich angenähert wird, - wobei der Biegeregler (14) den resultierenden Sollwert (FB*) ab einem Stabilisierungszeitpunkt (t3), der nach dem Anstichzeitpunkt (t2) liegt, unter zusätzlicher Berücksich- tigung einer beim Walzen des flachen Walzguts (8) auftre- tenden tatsächlichen Walzkraft (F) ermittelt, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass während eines Anstichzeitraums, der vor dem tatsächli- chen Anstichzeitpunkt (t2) beginnt und nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt (t2) endet, - dem Biegeregler (14) zusätzlich zum Basissollwert (FBB*) ein Zusatzsollwert (FBZ*) zugeführt wird, so dass der Bie- geregler (14) während des Anstichzeitraums den resultieren- den Sollwert (FB*) unter Berücksichtigung nicht nur des Ba- sissollwertes (FBB*), sondern auch des Zusatzsollwertes (FBZ*) ermittelt und dadurch unmittelbar vor dem tatsächli- chen Anstichzeitpunkt (t2) der Istwert (FB) der Biegekraft größer als der Basissollwert (FBB*) ist, und/oder - durch Aufschalten einer Zusatzstellgröße (SZ) auf die Ba- sisstellgröße (SB) eine resultierende Stellgröße (SR) er- mittelt wird, die dem Biegesystem (10) zugeführt und das Biegesystem (10) dadurch derart angesteuert wird, dass die resultierende Stellgröße (SR) größer als die Basisstellgrö- ße (SB) ist und/oder - einem Auswahlglied (19) die Basisstellgröße (SB) und eine Minimalstellgröße (SM) zugeführt werden und das Auswahl- glied (19) dem Biegesystem (10) das Maximum von Basisstell- größe (SB) und Minimalstellgröße (SM) zuführt. 2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Zusatzsollwert (FBZ*) und/oder die Zusatzstellgröße (SZ) und/oder die Minimalstellgröße (SM) ab dem Beginn (t5) des Anstichzeitraums mit endlicher Steigung streng monoton von 0 auf einen Maximalwert (FBZ0*) angehoben werden und/oder zum Ende (t6) des Anstichzeitraums mit endlicher Steigung streng monoton von ihrem Maximalwert (FBZ0*) auf Null abge- senkt werden. 3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass mittels einer Wegverfolgung für das Walzgut (8) ein er- warteter Anstichzeitpunkt (t7) ermittelt wird und dass der Beginn (t5) des Anstichzeitraums um eine vorbestimmte frühe Zeitspanne (T1) vor dem erwarteten Anstichzeitpunkt (t7) liegt. 4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Ende (t6) des Anstichzeitraums um eine vorbestimmte späte Zeitspanne (T2) nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt (t2) liegt.

5. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass ein Maximalwert des Zusatzsollwertes (FBZ*) und/oder der Zusatzstellgröße (SZ) und oder der Minimalstellgröße (SM) vor dem Walzen des Walzguts (8) in dem Walzgerüst (1) in Abhän- gigkeit von Eigenschaften des Walzguts (8) und/oder in Abhän- gigkeit von einer erwarteten Walzkraft (FE) bestimmt werden. 6. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Maximalwert des Zusatzsollwertes (FBZ*) und/oder der Zusatzstellgröße (SZ) und/oder der Minimalstellgröße (SM) derart bestimmt wird, dass die resultierende Stellgröße (SR) zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt (t2) ihren maximal mögli- chen Wert (MAX) annimmt. 7. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Zusatzsollwert (FBZ*) und/oder die Zusatzstellgröße (SZ) und/oder die Minimalstellgröße (SM) derart bestimmt wer- den, dass ein Einbruch des Istwertes (FB) der Biegekraft zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt (t2), der sich ohne den Zu- satzsollwert (FBZ*) und/oder die Zusatzstellgröße (SZ) und/oder die Minimalstellgröße (SM) einstellen würde, zu min- destens 50 % kompensiert wird. 8. Walzeinheit zum Walzen eines flachen Walzguts (8) aus Me- tall, das einen Walzgutkopf (9) aufweist, - wobei die Walzeinheit ein Walzgerüst (1) und einen Bieger- egler (14) aufweist, - wobei das Walzgerüst (1) zumindest in Arbeitswalzeneinbau- stücken (5) gelagerte Arbeitswalzen (2) und Stützwalzen (3) aufweist, - wobei das Walzgerüst (1) ein die Arbeitswalzeneinbaustücke (5) auseinander drückendes Biegesystem (10) aufweist, - wobei der Biegeregler (14) das Biegesystem (10) ansteuert, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Walzgerüst (1) und der Biegeregler (14) im Betrieb der Walzeinheit derart miteinander zusammenwirken, dass sie ein Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche ausfüh- ren.

Description:
Beschreibung Bezeichnung der Erfindung Walzen mit Minimierung des Einbruchs der Biegekraft beim An- stich Gebiet der Technik Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfah- ren für ein Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall, das einen Walzgutkopf aufweist, - wobei das Walzgerüst zumindest Arbeitswalzen und Stützwal- zen aufweist, - wobei die Arbeitswalzen in Arbeitswalzeneinbaustücken gela- gert sind und auf die Arbeitswalzeneinbaustücke ein die Ar- beitswalzeneinbaustücke auseinander drückendes Biegesystem wirkt, - wobei der Walzgutkopf das Walzgerüst zu einem tatsächlichen Anstichzeitpunkt erreicht, - wobei einem Biegeregler ein Basissollwert zugeführt wird und der Biegeregler unter Berücksichtigung des Basissoll- wertes einen resultierenden Sollwert ermittelt, - wobei dem Biegeregler weiterhin ein Istwert der Biegekraft zugeführt wird, - wobei der Biegeregler anhand des resultierenden Sollwertes und des Istwertes eine Basisstellgröße für das Biegesystem ermittelt, so dass bei Ansteuerung des Biegesystems mit der Basisstellgröße der Istwert dem resultierenden Sollwert so weit wie möglich angenähert wird, - wobei der Biegeregler den resultierenden Sollwert ab einem Stabilisierungszeitpunkt, der nach dem Anstichzeitpunkt liegt, unter zusätzlicher Berücksichtigung einer beim Wal- zen des flachen Walzguts auftretenden tatsächlichen Walz- kraft ermittelt. Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Walz- einheit zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall, das ei- nen Walzgutkopf aufweist, - wobei die Walzeinheit ein Walzgerüst und einen Biegeregler aufweist, - wobei das Walzgerüst zumindest in Arbeitswalzeneinbaustü- cken gelagerte Arbeitswalzen und Stützwalzen aufweist, - wobei das Walzgerüst ein die Arbeitswalzeneinbaustücke aus- einander drückendes Biegesystem aufweist, - wobei der Biegeregler das Biegesystem ansteuert, - wobei das Walzgerüst und der Biegeregler im Betrieb der Walzeinheit derart miteinander zusammenwirken, dass sie ein derartiges Betriebsverfahren ausführen. Stand der Technik Walzgerüste zum Walzen eines flachen Walzguts sind oftmals als Quartogerüst (d.h. als Walzgerüst mit Arbeitswalzen und Stützwalzen) oder als Sextogerüst (d.h. als Walzgerüst mit Arbeitswalzen, Stützwalzen sowie zwischen den Arbeitswalzen und den Stützwalzen angeordneten Zwischenwalzen) ausgebildet. In ihnen wird oftmals ein Metallband gewalzt, manchmal auch ein Grobblech. Vor dem Walzen eines jeweiligen Walzguts erfolgt eine Stich- planberechnung. Im Rahmen der Stichplanberechnung werden Sollwerte für die einzelnen Stellglieder des Walzgerüsts er- mittelt, mit denen die Stellglieder beim Walzen des jeweili- gen Walzguts betrieben werden sollen. Die Sollwerte umfassen zumindest die Anstellung oder die Walzkraft. Meist umfassen sie auch einen Sollwert – nachfolgend als Basissollwert be- zeichnet – für die Biegekraft, mit der die Arbeitswalzenein- baustücke und damit auch die Arbeitswalzen auseinander ge- drückt werden sollen. Mittels der Biegekraft kann eine Beein- flussung von Kontur, Profil und Planheit des Walzguts erfol- gen. Für die Beeinflussung von Kontur, Profil und Planheit können auch andere Stellglieder vorhanden sein, beispielsweise eine Arbeitswalzenverschiebung oder eine lokale Kühlung. Bei Walz- gerüsten für Edelstahl kann weiterhin zur Profilbeeinflussung eine Schmierung von Bandkanten erfolgen. Die weiteren Stell- glieder sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung jedoch nicht relevant. Die Stichplanberechnung wird von einer übergeordneten Steuer- einrichtung durchgeführt, die in Fachkreisen üblicherweise als L2-System bezeichnet wird. Die im Rahmen der Stichplanbe- rechnung ermittelten Sollwerte werden von der Steuereinrich- tung an unterlagerte Regler weitergegeben, die während des Walzens des Walzguts eine Echtzeitregelung realisieren. Die Gesamtheit der Regler wird in Fachkreisen üblicherweise als L1-System bezeichnet. Die Vorgabe der Sollwerte erfolgt, be- vor das Walzgut den Walzspalt zwischen den Arbeitswalzen des Walzgerüsts erreicht, also bevor der Anstich erfolgt. Beispielsweise wird der Sollwert für die Biegekraft – also der Basissollwert – einem Biegeregler vorgegeben. Dieser Sollwert wird während des Walzens des flachen Walzguts durch verschiedene Korrekturgrößen modifiziert. Eine der Korrektur- größen ist ein Zusatzsollwert, der in Abhängigkeit von der Walzkraft ermittelt wird und – ähnlich einer AGC – Änderungen der Walzenbiegung kompensieren soll, die aufgrund einer ver- änderten Walzkraft auftreten. Das Aufschalten dieses Zusatz- sollwertes erfolgt jedoch erst, nachdem die Instabilitäten, die sich beim Anstich ergeben, von den Reglern des L1-Systems wieder ausgeregelt sind. Der Biegeregler ermittelt daher während eines Anstichzeit- raums, der vor dem Anstichzeitpunkt beginnt und nach dem An- stichzeitpunkt endet, anhand ausschließlich des Basissollwer- tes und des Istwertes der Biegekraft eine Basisstellgröße für das Biegesystem und steuert das Biegesystem gemäß der ermit- telten Basisstellgröße an. Die Ermittlung erfolgt derart, dass der Istwert der Biegekraft jederzeit so weit wie möglich an den Basissollwert angenähert wird. Beim Anstechen bricht die Biegekraft (also deren Istwert) ein. Der Biegeregler versucht zwar, diesen Einbruch so schnell wie möglich wieder auszuregeln. Bis zum vollständigen Ausregeln vergeht jedoch eine Zeitspanne von mehreren 100 ms, teilweise von bis zu 500 ms. Der Einbruch der Biegekraft beeinflusst zum einen die sich ergebende Kontur und das zugehörige Profil sowie die Planheit des Walzguts negativ. Dies kann jedoch oftmals hingenommen werden. Der Einbruch der Biegekraft führt jedoch zum anderen zu einem kurzzeitigen instabilen Zustand, dessen Auswirkungen auf den Bandlauf nicht stets vorhersehbar sind. Insbesondere kann es geschehen, dass sich auslaufseitig des Walzgerüsts in dem Walzgut ein Haken bildet. In manchen Fällen ist der Haken so groß, dass er an Seitenführungen auslaufseitig des Walzge- rüsts anstößt. Dies kann zu Beschädigungen der Seitenführun- gen und im Einzelfall sogar zu einem Verhaken des Walzgutkop- fes führen. Der Walzgutkopf wird in diesem Fall nicht mehr weiter transportiert, während das Walzgerüst das Walzgut wei- ter nachschiebt. Dadurch wölbt sich das Walzgut auf (so ge- nannter Hochgeher). Dies führt zumindest zu einer unplanmäßi- gen längeren Unterbrechung des Betriebs des Walzgerüsts, manchmal sogar darüber hinaus zu erheblichen Schäden an dem Walzgerüst oder nachgeordneten Einrichtungen. Aus der DE 102006059 709 A1 ist ein Betriebsverfahren für ein Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall bekannt, wobei die Arbeitswalzen des Walzgerüsts während ei- nes Zeitraums, zu dem ein Walzgutkopf das Walzgerüst noch nicht erreicht hat, mit einer Biegekraft beaufschlagt werden, die mindestens so groß wie eine Balancierkraft der oberen Ar- beitswalze und der oberen Stützwalze (und gegebenenfalls wei- terer, zwischen der oberen Arbeitswalze und der oberen Stütz- walze angeordneter Walzen) ist. Ab dem Zeitpunkt, zu dem der Walzgutkopf das Walzgerüst erreicht, wird die Biegekraft ent- sprechend den technologischen Erfordernissen des Walzprozes- ses ermittelt. Die sich nunmehr ergebende Biegekraft kann größer oder kleiner als die Minimalkraft und auch größer oder kleiner als die Balancierkraft sein. Aus der JP S57050207 A ist ein Betriebsverfahren für ein Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall be- kannt, bei dem der Zeitpunkt voraus berechnet wird, zudem ein Walzgutkopf das Walzgerüst erreicht. Ab diesem Zeitpunkt wer- den mittels eines Biegesystems die Arbeitswalzen des Walzge- rüsts mit einer Biegekraft beaufschlagt. Aus der JP S59061512 A ist ein Betriebsverfahren für ein Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall be- kannt, bei dem mittels eines dem Walzgerüst vorgeordneten Schlingenhebers erfasst wird, ob das Walzgut einlaufseitig des Walzgerüsts mit Zug beaufschlagt ist. Dadurch werden der Anstich und der Abstich erfasst. Beim Anstich werden auf die Arbeitswalzen des Walzgerüsts wirkende Biegekräfte derart eingestellt, dass die Dicke des Walzguts zu dessen seitlichen Rändern hin abnimmt. Beim Abstich werden die Biegekräfte in analoger Weise eingestellt, sobald ein Abfall der Belastung des Schlingenhebers und damit das Auslaufen des flachen Walz- guts aus dem vorgeordneten Walzgerüst erkannt wird. Aus der DE 4331261 A1 ist ein Betriebsverfahren für ein Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts aus Metall be- kannt, bei dem die Arbeitswalzen mittels eines Biegesystems mit positiven und negativen Biegekräften unterschiedlicher Größe beaufschlagt werden können. Zusammenfassung der Erfindung Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Mög- lichkeiten zu schaffen, mittels derer der instabile Zustand so weit wie möglich vermieden werden kann. Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkma- len des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 7. Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren der eingangs ge- nannten Art dadurch ausgestaltet, dass während eines Anstich- zeitraums, der vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt beginnt und nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt endet, - dem Biegeregler zusätzlich zum Basissollwert ein Zusatz- sollwert zugeführt wird, so dass der Biegeregler während des Anstichzeitraums den resultierenden Sollwert unter Be- rücksichtigung nicht nur des Basissollwertes, sondern auch des Zusatzsollwertes ermittelt und dadurch unmittelbar vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt der Istwert der Biege- kraft größer als der Basissollwert ist, und/oder - durch Aufschalten einer Zusatzstellgröße auf die Ba- sisstellgröße eine resultierende Stellgröße ermittelt wird, die dem Biegesystem zugeführt und das Biegesystem dadurch derart angesteuert wird, dass die resultierende Stellgröße größer als die Basisstellgröße ist, und/oder - einem Auswahlglied die Basisstellgröße und eine Minimal- stellgröße zugeführt werden und das Auswahlglied dem Biege- system das Maximum von Basisstellgröße und Minimalstellgrö- ße zuführt. Sofern der Istwert der Biegekraft unmittelbar vor dem An- stichzeitpunkt größer als der Basissollwert ist, beginnt der Einbruch der Biegekraft auf einem höheren Niveau. Dies redu- ziert die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß einer möglichen Ausbildung eines Hakens. Sofern die resultierende Stellgröße größer als 0 ist, ist das Hydraulikventil, mittels dessen dem Biegesystem Hydraulikflüssigkeit zugeführt wird, zum Anstich- zeitpunkt zumindest teilweise geöffnet. Es muss also nicht zum Anstichzeitpunkt geöffnet werden. Das Anstechen des Walz- guts führt daher zu einem kleineren Einbruch der Biegekraft. Auch dies reduziert die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß ei- ner möglichen Ausbildung eines Hakens. Eine resultierende Stellgröße größer als 0 kann durch geeignete Vorgabe der Zu- satzstellgröße gewährleistet sein. Beispielsweise kann die Zusatzstellgröße auf 110 % des maximal möglichen Wertes ge- setzt werden. Selbst wenn der Biegeregler als Basisstellgröße den minimal möglichen Wert ermittelt, ist dadurch das Hydrau- likventil zu mindestens -100 % +110 % = 10 % geöffnet. Alternativ zu einer Vorgabe der Zusatzstellgröße kann auch direkt die Minimalstellgröße zugeführt werden. Wenn in diesem Fall das Hydraulikventil durch die Basisstellgröße bereits geöffnet ist und die Minimalstellgröße kleiner als die Ba- sisstellgröße ist, bleibt das Hydraulikventil ohne Verände- rung der Öffnungsstellung geöffnet. Unabhängig vom Wert der Basisstellgröße wird das Hydraulikventil aber stets zumindest so weit geöffnet, wie dies durch die Minimalstellgröße vorge- geben ist. Durch geeignete Wahl der Minimalstellgröße (näm- lich größer als 0) kann also auch in diesem Fall gewährleis- tet werden, dass das Hydraulikventil zum Anstichzeitpunkt zu- mindest teilweise geöffnet ist. Es ist möglich, dass der Zusatzsollwert und/oder die Zusatz- stellgröße und/oder die Minimalstellgröße mit dem Beginn des Anstichzeitraums abrupt auf ihren Maximalwert geschaltet wer- den. Ebenso ist es möglich, dass der Zusatzsollwert und/oder die Zusatzstellgröße und/oder die Minimalstellgröße mit dem Ende des Anstichzeitraums abrupt auf Null abgesenkt werden. Vorzugsweise aber werden der Zusatzsollwert und/oder die Zu- satzstellgröße und/oder die Minimalstellgröße ab dem Beginn des Anstichzeitraums mit endlicher Steigung streng monoton von 0 auf ihren Maximalwert angehoben und/oder zum Ende des Anstichzeitraums mit endlicher Steigung streng monoton von ihrem Maximalwert auf Null abgesenkt. Dadurch ergeben sich weichere Übergänge, die insbesondere den Biegeregler, das Hydraulikventil und das Biegesystem weniger beanspruchen und weiterhin auch insbesondere beim Absenken des Zusatzsollwer- tes und/oder der Zusatzstellgröße und/oder der Minimalstell- größe auf 0 zu einem stabileren Übergang führen. Möglichkeiten zum Anheben und Absenken mit endlicher Steigung sind dem Fachmann allgemein bekannt und vertraut. Beispiels- weise kann ein Rampen erfolgen oder kann ein Verschleifen ei- nes binären Schaltvorgangs durch entsprechende Filterung er- folgen. In der Regel wird mittels einer Wegverfolgung für das Walzgut ein erwarteter Anstichzeitpunkt ermittelt. In diesem Fall liegt der Beginn des Anstichzeitraums vorzugsweise um eine vorbestimmte frühe Zeitspanne vor dem erwarteten Anstichzeit- punkt. Die vorbestimmte frühe Zeitspanne ist beispielsweise derart bemessen, dass der Zusatzsollwert und/oder die Zusatzstell- größe und/oder die Minimalstellgröße ihren Maximalwert zu ei- nem Zeitpunkt erreichen, dessen Abstand zum erwarteten An- stichzeitpunkt mindestens so groß wie eine Fehlertoleranz zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Anstichzeit- punkt ist. Die Fehlertoleranz kann der Fachmann ohne weiteres anhand der ihm bekannten Ungenauigkeiten der Wegverfolgung des Walzgutkopfes abschätzen. Typischerweise liegt die vorbe- stimmte Zeitspanne im Bereich zwischen 0,5 s und 2,0 s, ins- besondere zwischen 0,8 s und 1,5 s, beispielsweise bei ca. 1,0 s. Es ist möglich, dass das Ende des Anstichzeitraums um eine vorbestimmte späte Zeitspanne nach dem erwarteten Anstich- zeitpunkt liegt. Vorzugsweise aber liegt das Ende des An- stichzeitraums um eine vorbestimmte späte Zeitspanne nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt. Der tatsächliche Anstichzeit- punkt kann ohne weiteres erfasst werden, beispielsweise auf- grund eines abrupten Anstiegs der tatsächlichen Walzkraft oder des von Antrieben der Arbeitswalzen tatsächlich aufge- brachten Walzmoments. In beiden Fällen ist die vorbestimmte späte Zeitspanne derart bemessen, dass der Zusatzsollwert und/oder die Zusatzstell- größe und/oder die Minimalstellgröße ihren Maximalwert bis zu einem Zeitpunkt beibehalten, dessen Abstand zum erwarteten oder tatsächlichen Anstichzeitpunkt einen vorbestimmten Wert aufweist. Ab diesem Zeitpunkt kann dann das Absenken des Zu- satzsollwertes und/oder der Zusatzstellgröße und/oder der Mi- nimalstellgröße auf 0 erfolgen. Der genannte Wert – also die Zeitspanne, während derer der Zusatzsollwert und/oder die Zu- satzstellgröße und/oder die Minimalstellgröße noch auf ihrem Maximalwert gehalten werden – ist durch die Auslegung und Di- mensionierung des Biegesystems bestimmt. Meist liegt der Wert im Bereich zwischen 0,1 s und 1,0 s, insbesondere zwischen 0,2 s und 0,6 s, beispielsweise bei 0,3 s oder 0,4 s. Vorzugsweise werden ein Maximalwert des Zusatzsollwertes und/oder der Zusatzstellgröße und/oder der Minimalstellgröße vor dem Walzen des flachen Walzguts in Abhängigkeit von Ei- genschaften des Walzguts und/oder in Abhängigkeit von einer erwarteten Walzkraft bestimmt. Dadurch kann der entsprechende Maximalwert optimal auf den konkret auszuführenden Walzstich abgestimmt werden. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass der Maximalwert des Zusatzsollwertes und/oder der Zu- satzstellgröße und/oder der Minimalstellgröße derart bestimmt wird, dass die resultierende Stellgröße unmittelbar vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt ihren maximal möglichen Wert annimmt. Diese Vorgehensweise kann insbesondere bei den vor- deren Gerüsten einer mehrgerüstigen Fertigstraße oder bei ei- nem Walzgerüst zum Walzen von Grobblech (plate mill) sinnvoll sein. Vorzugsweise werden der Zusatzsollwert und/oder die Zusatz- stellgröße und/oder die Minimalstellgröße derart bestimmt, dass ein Einbruch des Istwertes der Biegekraft zum tatsächli- chen Anstichzeitpunkt, der sich ohne den Zusatzsollwert und/oder die Zusatzstellgröße und/oder die Minimalstellgröße einstellen würde, zu mindestens 50 % kompensiert wird. Wenn also der Basissollwert den Wert X aufweist und ohne den Zu- satzsollwert und/oder die Zusatzstellgröße und/oder die Mini- malstellgröße beim Anstich ein Einbruch auf den Wert Y erfol- gen würde, werden der Zusatzsollwert und/oder die Zusatz- stellgröße und/oder die Minimalstellgröße vorzugsweise derart ermittelt, dass die Biegekraft maximal auf den Wert (X+Y)/2 einbricht, vorzugsweise sogar nur auf einen Wert, der größer als (X+Y)/2 ist. Besonders bevorzugt ist, wenn die Biegekraft maximal auf den Basissollwert einbricht, also auf den Wert X. Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Walzeinheit mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Erfindungsgemäß wirken bei einer Walzeinheit der eingangs genannten Art das Walzgerüst und der Biegeregler im Betrieb der Walzeinheit derart mitei- nander zusammen, dass sie ein erfindungsgemäßes Betriebsver- fahren ausführen. Kurze Beschreibung der Zeichnungen Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusam- menhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbei- spiele, die in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung: FIG 1 ein Walzgerüst von der Seite vor dem Walzen eines Walzguts, FIG 2 das Walzgut von FIG 1 von der Seite beim Anstich, also zu Beginn des Walzens des Walzguts, FIG 3 das Walzgerüst von FIG 1 von der Seite während des Walzens des Walzguts, FIG 4 einen Teil des Walzgerüsts der FIG 1 bis 3 von vor- ne, FIG 5 einen Teil einer Steuerungsstruktur für das Walzge- rüst der FIG 1 bis 4, FIG 6 ein Zeitdiagramm für ein Betriebsverfahren für das Walzgerüst der FIG 1 bis 4 gemäß dem Stand der Technik, FIG 7 einen Teil einer Steuerungsstruktur für das Walzge- rüst der FIG 1 bis 4 gemäß einer ersten Ausfüh- rungsform der vorliegenden Erfindung, FIG 8 ein Zeitdiagramm für ein Betriebsverfahren für das Walzgerüst der FIG 1 bis 4 gemäß der ersten Ausfüh- rungsform der vorliegenden Erfindung, FIG 9 einen Teil einer Steuerungsstruktur für das Walzge- rüst der FIG 1 bis 4 gemäß einer zweiten Ausfüh- rungsform der vorliegenden Erfindung, FIG 10 ein Zeitdiagramm für ein Betriebsverfahren für das Walzgerüst der FIG 1 bis 4 gemäß der zweiten Aus- führungsform der vorliegenden Erfindung und FIG 11 einen Teil einer Steuerungsstruktur für das Walzge- rüst der FIG 1 bis 4 gemäß einer dritten Ausfüh- rungsform der vorliegenden Erfindung. Beschreibung der Ausführungsformen Gemäß den FIG 1 bis 4 weist ein Walzgerüst 1 Arbeitswalzen 2 und Stützwalzen 3 auf. Dies stellt im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Minimalkonfiguration des Walzgerüsts 1 dar. Zu- sätzlich könnte das Walzgerüst 1 weiterhin Zwischenwalzen aufweisen. Die Zwischenwalzen wären in diesem Fall zwischen den Arbeitswalzen 2 und den Stützwalzen 3 angeordnet. Die Ar- beitswalzen 2 weisen entsprechend der Darstellung in FIG 4 Lagerzapfen 4 auf, mit denen die Arbeitswalzen 2 in Arbeits- walzeneinbaustücken 5 gelagert sind. In analoger Weise weisen die Stützwalzen 3 Lagerzapfen 6 auf, mit denen die Stützwal- zen 3 in Stützwalzeneinbaustücken 7 gelagert sind. Auf die Stützwalzeneinbaustücke 7 und damit im Ergebnis auch auf die Stützwalzen 3 wird beim Walzen eines Walzguts 8 eine Walzkraft F aufgebracht. Die Walzkraft F wird über die Stütz- walzen 3 auf die Arbeitswalzen 2 übertragen. Dies ist Fach- leuten allgemein bekannt. Das Walzgut 8 selbst besteht aus Metall, beispielsweise aus Stahl oder Aluminium. Es ist ein flaches Walzgut, beispielsweise ein Band oder ein Grobblech. Es weist einen Walzgutkopf 9 auf. Der Walzgutkopf 9 ist der- jenige Bereich des Walzguts 8, der in dem Walzgerüst 1 zuerst gewalzt wird. Dementsprechend ist in den FIG 1 bis 3 mit x eine Transportrichtung des Walzguts 8 bezeichnet. Das Walzgerüst 1 weist weiterhin ein Biegesystem 10 auf. Das Biegesystem 10 besteht in der Regel aus mindestens zwei Hyd- raulikzylindereinheiten 11, 12, die antriebsseitig und be- dienseitig auf die Arbeitswalzeneinbaustücke 5 wirken und dadurch die Arbeitswalzeneinbaustücke 5 auseinander drücken. Das Biegesystem 10 dient der Einstellung von Kontur, Profil und Planheit des Walzguts 8. In manchen Fällen greifen an den Arbeitswalzeneinbaustücken 5 jeweils mehrere Hydraulikzylin- dereinheiten 11, 12 an. In diesem Fall sind entsprechend mehr Hydraulikzylindereinheiten 11, 12 vorhanden. Das Walzgerüst 1 wird gemäß FIG 5 von einer Steuerungsstruk- tur gesteuert. Die Steuerungsstruktur umfasst üblicherweise eine Steuereinrichtung 13 und in jedem Fall einen Biegeregler 14. Die Steuereinrichtung 13 ist eine übergeordnete Steuerein- richtung, die als L2-System wirkt, das heißt im Rahmen einer Stichplanberechnung für unterlagerte Regler deren Sollwerte ermittelt. In FIG 5 ist diesbezüglich nur ein einziger Regler dargestellt, nämlich ein Biegeregler 14. In der Praxis sind natürlich auch weitere Regler vorhanden. Im Rahmen der vor- liegenden Erfindung kommt es jedoch nur auf den Biegeregler 14 an. Daher ist auch nur der Biegeregler 14 dargestellt und wird nachfolgend auch nur der Biegeregler 14 erläutert. Die Stichplanberechnung wird für das Walzgut 8 durchgeführt, noch bevor das Walzgut 8 in dem Walzgerüst 1 gewalzt wird (siehe FIG 1). Im Rahmen der Stichplanberechnung ermittelt die Steuereinrichtung 13 Sollwerte für die Anstellung des Walzgerüsts 1, gegebenenfalls die Walzenverschiebung und an- dere mehr. Insbesondere ermittelt die Steuereinrichtung 13 im Rahmen der Stichplanberechnung für das Walzen des Walzguts 8 in dem Walzgerüst 1 einen Basissollwert FBB* der Biegekraft. Der Basissollwert FBB* kann ein einzelner, singulärer, zeit- lich konstanter Wert sein. Alternativ können für verschiedene Abschnitte des zu walzenden Bandes jeweils eigene Basissoll- werte FBB* ermittelt werden. In diesem Fall variiert der Ba- sissollwert FBB* zeitlich. Der Basissollwert FBB* wird dem Biegeregler 14 ab einem Zeit- punkt t1 (siehe FIG 6) zugeführt. Der Zeitpunkt t1 wird nach- folgend als Vorgabezeitpunkt t1 bezeichnet. Zum Vorgabezeit- punkt t1 hat der Walzgutkopf 9 das Walzgerüst 1 noch nicht erreicht (siehe FIG 1). Das Zuführen des Basissollwertes FBB* erfolgt in der Regel durch die Steuereinrichtung 13. Prinzi- piell kann der Basissollwert FBB* dem Biegeregler 14 aber auch anderweitig zugeführt werden. Dem Biegeregler 14 wird weiterhin ein Istwert FB der Biege- kraft zugeführt. Möglichkeiten zur Erfassung oder Ermittlung des Istwertes FB sind Fachleuten allgemein bekannt. Bei- spielsweise können zur Ermittlung der Biegekraft FB Arbeits- drücke pP, pT in Arbeitsräumen der Hydraulikzylindereinheiten 11, 12 in Verbindung mit den wirksamen Arbeitsflächen rechne- risch miteinander verknüpft werden. Der Biegeregler 14 steuert das Biegesystem 10. Insbesondere ermittelt der Biegeregler 14 anhand eines resultierenden Sollwertes FB* und des Istwertes FB eine Basisstellgröße SB für das Biegesystem 10. Die Ermittlung der Basisstellgröße SB erfolgt derart, dass der Istwert FB dem resultierenden Soll- wert FB* so weit wie möglich angenähert wird, sofern das Bie- gesystem 10 mit der Basisstellgröße SB angesteuert wird. Den resultierenden Sollwert FB* ermittelt der Biegeregler 14 un- ter Verwertung zumindest des Basissollwertes FBB*. Temporär kann der resultierende Sollwert FB* mit dem Basissollwert FBB* identisch sein. Zumindest zeitweise gehen in den resul- tierenden Sollwert FB* aber auch weitere Größen ein. Dies wird noch ersichtlich werden. Unter Verwertung der Ba- sisstellgröße SB ermittelt der Biegeregler 14 eine resultie- rende Stellgröße SR. Temporär kann die resultierende Stell- größe SR mit der Basisstellgröße SB identisch sein. Im norma- len Betrieb, d.h. während des stabilen Walzens des flachen Walzguts 8, gibt der Biegeregler 14 die resultierende Stell- größe SR an das Biegesystem 10 aus und steuert dadurch das Biegesystem 10. Der Biegeregler 14 ermittelt als Basisstellgröße SB und auch als resultierende Stellgröße SR insbesondere einen Öffnungs- zustand für Hydraulikventile 15, 16, mittels derer Arbeits- räume der Hydraulikzylindereinheiten 11, 12 mit einem hohen Arbeitsdruck pP (Pumpendruck) und einem niedrigen Arbeits- druck pT (Tankdruck) beaufschlagt werden. Die Hydraulikventi- le 15, 16 sind in der Regel kontinuierlich verstellbare Ven- tile, also Proportionalventile oder Servoventile. Aufgrund der Vorgabe des Basissollwertes FBB* ermittelt der Biegeregler 14 somit ab dem Vorgabezeitpunkt t1 zunächst eine relativ große Basisstellgröße SB, möglicherweise sogar einen maximal möglichen Wert MAX der Basisstellgröße SB (und damit auch der resultierenden Stellgröße SR). Er reduziert die Ba- sisstellgröße SB jedoch wieder auf 0 oder nahezu auf Null, sobald der Istwert FB der Biegekraft dem Basissollwert FBB* so weit wie möglich angeglichen ist. Ergänzend wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass im Rahmen der vorlie- genden Erfindung positive Werte der Basisstellgröße SB mit einer Erhöhung der Biegekraft (bis auf einen technisch maxi- mal möglichen Wert) korrespondieren, negative Werte mit einer Verringerung der Biegekraft. Zu einem Zeitpunkt t2 erreicht der Walzgutkopf 9 das Walzge- rüst 1 (siehe FIG 2). Der Zeitpunkt t2 wird nachfolgend als tatsächlicher Anstichzeitpunkt t2 bezeichnet. Der tatsächli- che Anstichzeitpunkt t2 kann ohne weiteres erfasst werden, beispielsweise durch Erkennen eines deutlichen Anstiegs der Walzkraft F oder eines Walzmoments eines Antriebs der Ar- beitswalzen 2. Beim Anstich bricht die Biegekraft FB deutlich ein. Einbrüche von 50 % und mehr sind durchaus möglich. Bin- nen relativ kurzer Zeit öffnet der Biegeregler 14 durch Vor- gabe einer entsprechenden Basisstellgröße SB die Hydraulik- ventile 15, 16 und stellt dadurch die Biegekraft wieder auf ihrem resultierenden Sollwert FB* ein. Die Zeitdauer zum Wie- derherstellen der Biegekraft liegt meist deutlich unter 1 s, beispielsweise bei ca. 500 ms. Nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 erfolgt das Walzen des Walzguts 8 (siehe FIG 3). Unmittelbar nach dem Anstich- zeitpunkt t2 ergibt sich jedoch ein vergleichsweise instabi- ler Zustand des Walzgerüsts 1, der von den verschiedenen, dem Walzgerüst 1 zugeordneten Reglern (unter anderem dem Bieger- egler 14) wieder ausgeregelt wird. Zu einem Stabilisierungs- zeitpunkt t3 ist wieder ein stabiler Zustand erreicht. Der zeitliche Abstand des Stabilisierungszeitpunkts t3 vom An- stichzeitpunkt t2 ist durch die Auslegung und Dimensionierung des Walzgerüsts bestimmt. In der Regel liegt er im Bereich von 1 s und weniger, beispielsweise bei 500 ms oder sogar da- runter. Ab dem Stabilisierungszeitpunkt t3 wird mittels einer Ermitt- lungseinheit 17 ein Korrekturwert δFB* ermittelt. Der Korrek- turwert δFB* wird auf den Basissollwert FBB* aufgeschaltet. Ab dem Stabilisierungszeitpunkt t3 ergibt sich der resultie- rende Sollwert FB* somit als Summe des Basissollwertes FBB* und des Korrekturwertes δFB*. Die Ermittlung des Korrektur- wertes δFB* in der Ermittlungseinheit 17 erfolgt in Abhängig- keit von der (tatsächlichen) Walzkraft F. Die Ermittlungsein- heit 17 realisiert somit eine sogenannte DPC (= „Biege-AGC“). Gegebenenfalls können dem Biegeregler 14 ab dem Stabilisie- rungszeitpunkt t3 zusätzlich auch weitere Korrekturgrößen zu- geführt werden, beispielsweise von einer Planheitsregelung oder von einer Profil-Feedbackregelung. Auch eine Korrektur basierend auf thermischen Einflussgrößen ist möglich. Zumin- dest die Kompensation von walzkraftbedingten Einflüssen ist jedoch gegeben. Zu einem Zeitpunkt t4 läuft ein Walzgutfuß 18 (siehe FIG 1 bis 3) des Walzguts 8 aus dem Walzgerüst 1 aus. Analog zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 kann auch der tatsächliche Abstichzeitpunkt t4 ohne weiteres erfasst werden, insbesonde- re durch Erkennen eines deutlichen Absinkens der Walzkraft F oder eines Walzmoments eines Antriebs der Arbeitswalzen 2. Der Zeitpunkt t4 wird nachfolgend als Abstichzeitpunkt be- zeichnet. In der Regel wird das Aufschalten des Korrekturwer- tes δFB* auf den Basissollwert FBB* kurz vor dem Abstichzeit- punkt t4 eingefroren, d.h. der zuletzt ermittelte Korrektur- wert δFB* wird beibehalten. Dies ist im Rahmen der vorliegen- den Erfindung jedoch von untergeordneter Bedeutung. Die obenstehend erläuterte Vorgehensweise des Standes der Technik wird im Kern beibehalten, jedoch erfindungsgemäß mo- difiziert und ergänzt. Eine mögliche Modifizierung und Ergän- zung wird nachstehend in Verbindung mit den FIG 7 und 8 näher erläutert, eine weitere mögliche Modifizierung und Ergänzung in Verbindung mit den FIG 9 und 10 und eine wiederum andere Modifizierung und Ergänzung in Verbindung mit FIG 11. Im Rahmen der Ausgestaltung gemäß den FIG 7 und 8 wird dem Biegeregler 14 während eines Anstichzeitraums – zusätzlich zum Basissollwert FBB* – ein Zusatzsollwert FBZ* zugeführt. Der Zusatzsollwert FBZ* kann dem Biegeregler 14 von der Steu- ereinrichtung 13 zugeführt. Er kann aber auch anderweitig vorgegeben werden, beispielsweise von einer Bedienperson (nicht dargestellt). Der Anstichzeitraum beginnt zu einem Anfangszeitpunkt t5 und endet zu einem Endzeitpunkt t6. Der Anfangszeitpunkt t5 liegt vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2. Der Endzeitpunkt t6 liegt nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2. Er liegt meist vor dem Stabilisierungszeitpunkt t3. Auch kann er mit dem Stabilisierungszeitpunkt t3 zusammenfallen. Zumindest in der Regel sollte der Endzeitpunkt t6 aber nicht nach dem Sta- bilisierungszeitpunkt t3 liegen. Denn ab dem Stabilisierungs- zeitpunkt t3 ist Sinn und Zweck der Regelungen des Walzge- rüsts 1 nicht mehr, einen stabilen Beginn des Walzens zu ge- währleisten. Vielmehr ist es nunmehr Sinn und Zweck der Rege- lungen des Walzgerüsts 1, das Walzgut 8 auf seine Zieleigen- schaften zu walzen, insbesondere auf seine Zieldicke und sein Zielprofil bzw. seine Zielkontur. Eine über den Stabilisie- rungszeitpunkt t3 hinausgehende Vorgabe des Zusatzsollwertes FBZ* wäre hierfür nachteilig. Der Zusatzsollwert FBZ* wird auf den Basissollwert FBB* auf- geschaltet. Das Zuführen des Zusatzsollwertes FBZ* zum Biege- regler 14 bewirkt, dass der Biegeregler 14 als resultierenden Sollwert FB* die Summe von Basissollwert FBB* und Zusatzsoll- wert FBZ* ermittelt. Die Ermittlung der Basisstellgröße SB erfolgt also derart, dass der Istwert FB der Biegekraft so weit wie möglich dieser Summe angenähert ist. Aufgrund des modifizierten Sollwertes (FBB*+FBZ* statt FBB*) ist der Ist- wert FB der Biegekraft unmittelbar vor dem Anstichzeitpunkt t2 größer als der Basissollwert FBB*. Im Rahmen der Ausgestaltung gemäß den FIG 9 und 10 wird wäh- rend des Anstichzeitraums eine Zusatzstellgröße SZ auf die Basisstellgröße SB aufgeschaltet. Den Hydraulikventilen 15, 16 wird somit als resultierende Stellgröße SR die Summe von Basisstellgröße SB und Zusatzstellgröße SZ zugeführt. Im Er- gebnis ist somit die resultierende Stellgröße SR unmittelbar vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 größer als die Ba- sisstellgröße SB. Die Zusatzstellgröße SZ kann dem Biegereg- ler 14 von der Steuereinrichtung 13 zugeführt. Sie kann aber auch anderweitig vorgegeben werden, beispielsweise von einer Bedienperson (nicht dargestellt). Bei der Ausgestaltung gemäß FIG 9 werden ausgangsseitig des Biegereglers 14 die Basisstellgröße SB und die Zusatzstell- größe SZ addiert. Bei der Ausgestaltung gemäß FIG 11 hingegen werden ausgangsseitig des Biegereglers 14 die Basisstellgröße SB und eine Minimalstellgröße SM einem Auswahlglied 19 zuge- führt. Das Auswahlglied 19 wählt die größere der ihm zuge- führten Stellgrößen SB, SM aus und führt die ausgewählte Stellgröße dem Biegesystem 10 als resultierende Stellgröße SR zu. Bei dieser Ausgestaltung ist es zum einen nicht erforder- lich, den Zusatzsollwert FBZ* vorzugeben, da der Biegeregler 14 zwar bewirken kann, dass die resultierende Stellgröße SR größer als die Minimalstellgröße SM ist. Der Biegeregler 14 kann aber nicht bewirken, dass die resultierende Stellgröße SR kleiner als die Minimalstellgröße SM ist. Die Minimalstel- lgröße definiert also einen minimalen Ansteuerzustand des Biegesystem 10. In aller Regel ist es ausreichend, entweder die Vorgehenswei- se gemäß den FIG 7 und 8 oder die Vorgehensweise gemäß den FIG 9 und 10 zu ergreifen. Prinzipiell ist es aber ebenso möglich, die beiden Vorgehensweisen miteinander zu kombinie- ren. Beispielsweise kann zwar primär das Aufschalten der Zu- satzstellgröße SZ erfolgen, so dass der Istwert FB der Biege- kraft erhöht wird. In diesem Fall kann gleichzeitig der Zu- satzsollwert FBZ* entsprechend nachgeführt werden, damit der Biegeregler 14 nicht aufgrund der Abweichung des Istwertes FB der Biegekraft vom Basissollwert FBB* der Erhöhung der Biege- kraft entgegenwirkt. Auch ohne ein Nachführen des Zusatzsoll- wertes FBZ* kann jedoch erreicht werden, dass die resultie- rende Stellgröße SR zwangsweise positiv ist. Hierfür ist le- diglich erforderlich, die Zusatzstellgröße SZ hinreichend groß zu wählen. Die Ausgestaltung gemäß FIG 11 muss in aller Regel nicht mit einer der Ausgestaltungen der FIG 7 bis 10 kombiniert werden. Insbesondere aus den FIG 8 und 10, im Einzelfall auch den FIG 7 und 9, sind auch verschiedene vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung erkennbar. Gleiches gilt im Ergeb- nis auch für die Ausgestaltung von FIG 11. Diese Ausgestal- tungen sind für die Realisierung des Grundprinzips der vor- liegenden Erfindung nicht erforderlich, bieten aber zusätzli- che Vorteile. Die Ausgestaltungen werden nachstehend einzeln näher erläutert. Sie sind unabhängig voneinander realisier- bar, können aber nach Bedarf auch miteinander kombiniert wer- den. Weiterhin werden die Ausgestaltungen nachstehend aus- nahmslos in Verbindung mit FIG 8 und teilweise FIG 7 erläu- tert, also für den Fall, dass der Zusatzsollwert FBZ* vorge- geben wird. Die vorteilhaften Ausgestaltungen sind jedoch in völlig analoger Weise auch realisierbar, wenn die Zusatz- stellgröße SZ oder die Minimalstellgröße SM vorgegeben wer- den. Eine mögliche Ausgestaltung betrifft die Art und Weise, auf welche ab dem Anfangszeitpunkt t5 der Zusatzsollwert FBZ* vorgegeben wird. Insbesondere wird der Zusatzsollwert FBZ* vorzugsweise ab dem Anfangszeitpunkt t5 streng monoton und mit endlicher Steigung von 0 auf einen Maximalwert FBZ0* an- gehoben. Der Zeitraum, während dessen diese Anhebung erfolgt, kann insbesondere im Bereich von mehreren 100 ms liegen. Das Anheben sollte vor dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 be- endet sein. Entsprechende Vorgehensweisen zum allmählichen Anheben sind Fachleuten allgemein bekannt. Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft die Art und Wei- se, auf welche der Zusatzsollwert FBZ* nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 abgesenkt wird. Insbesondere wird der Zu- satzsollwert FBZ* vorzugsweise streng monoton und mit endli- cher Steigung von seinem Maximalwert FBZ0* auf 0 abgesenkt. Der Zeitraum, während dessen diese Absenkung erfolgt, kann insbesondere ebenfalls im Bereich von mehreren 100 ms liegen. Entsprechende Vorgehensweisen zum allmählichen Absenken sind Fachleuten allgemein bekannt. Der Wert 0 muss jedoch spätes- tens zum Stabilisierungszeitpunkt t3 erreicht sein. Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft die Festlegung des Anfangszeitpunkts t5. Insbesondere kann im Rahmen einer Wegverfolgung des Walzgutkopfes 9 (die Implementierung einer Wegverfolgung ist Fachleuten allgemein bekannt) ein erwarte- ter Anstichzeitpunkt t7 ermittelt werden. Demzufolge ist es problemlos möglich, den Anfangszeitpunkt t5 derart zu bestim- men, dass er um eine vorbestimmte frühe Zeitspanne T1 vor dem erwarteten Anstichzeitpunkt t7 liegt. Der tatsächliche Anstichzeitpunkt t2 kann zeitlich vor oder zeitlich nach dem erwarteten Anstichzeitpunkt t7 liegen. Die zeitliche Abweichung ist aber maximal so groß wie eine vorbe- kannte Fehlertoleranz δt. Der tatsächliche Anstichzeitpunkt t2 liegt also in dem Intervall [t7-δt;t7+δt]. Die vorbestimmte frühe Zeitspanne T1 kann insbesondere derart bemessen sein, dass der Zusatzsollwert FBZ* seinen Maximal- wert FBZ0* zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 bereits mit Sicherheit erreicht hat. Diese Ausgestaltung ermöglicht es insbesondere, zu gewährleisten, dass auch der Istwert FB der Biegekraft bereits der Summe von Basissollwert FBB* und Zu- satzsollwert FBZ* so weit wie möglich angeglichen ist. Alter- nativ kann die vorbestimmte frühe Zeitspanne t1 aber auch derart bemessen sein, dass der Zusatzsollwert FBZ* seinen Ma- ximalwert FBZ0* zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 mit Si- cherheit noch nicht erreicht hat. Diese Ausgestaltung ermög- licht es insbesondere, zu gewährleisten, dass die resultie- rende Stellgröße SR zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 ei- nen positiven Wert aufweist. Typischerweise liegt die vorbe- stimmte Zeitspanne T1 im Bereich zwischen 0,5 s und 2,0 s, insbesondere zwischen 0,8 s und 1,5 s, beispielsweise bei ca. 1,0 s. Eine besondere Art und Weise der Bestimmung der frühen Zeit- spanne T1 kann auch mit einer besonderen Art und Weise der Bestimmung des Zusatzsollwertes FBZ* (bzw. von dessen Maxi- malwert FBZ0*) kombiniert werden. Insbesondere kann die frühe Zeitspanne T1 derart bestimmt werden, dass zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 „die Biegekraft FB bereits der Summe von Basissollwert FBB* und Zusatzsollwert FBZ* so weit wie mög- lich angeglichen ist“. Gleichzeitig kann der Zusatzsollwert FBZ* (bzw. dessen Maximalwert FBZ0*) aber derart bestimmt sein, dass der Istwert FB der Biegekraft die Summe von Basis- sollwert FBB* und Zusatzsollwert FBZ* gar nicht erreichen kann (aus diesem Grund wurde die oben stehende Formulierung in Anführungszeichen gesetzt). Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass die resultierende Stellgröße SR zwangsweise auf einen positiven Wert – oftmals sogar auf den Maximalwert MAX geht – und dort verharrt, weil das eigentlich gewünschte Er- gebnis (FB = FBB* + FBZ*) nicht erreicht werden kann. Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft – unter Einhal- tung der Bedingung, dass der Endzeitpunkt t6 nicht nach dem Stabilisierungszeitpunkt t3 liegt – die Festlegung des End- zeitpunkts t6. Denn wie bereits erwähnt, kann der tatsächli- che Anstichzeitpunkt t2 ohne weiteres erfasst werden bzw. aufgrund erfasster Messgrößen ermittelt werden. Demzufolge ist es problemlos möglich, den Endzeitpunkt t6 derart zu be- stimmen, dass er um eine vorbestimmte späte Zeitspanne T2 nach dem tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 liegt. Vorzugsweise ist die vorbestimmte späte Zeitspanne T2 derart bemessen, dass der Zusatzsollwert FBZ* seinen Maximalwert FBZ0* bis zu einem Zeitpunkt beibehält, dessen Abstand vom tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 einen vorbestimmten Wert aufweist. Dieser Wert kann insbesondere im Bereich zwischen 0,1 s und 1,0 s liegen. Beispielsweise kann er zwischen 0,2 s und 0,6 s liegen. Besonders bevorzugt ist ein Wert zwischen 0,3 s und 0,4 s. Nach diesem letztgenannten Zeitpunkt erfolgt dann das – gegebenenfalls sprunghafte, bevorzugt allmähliche – Absenken des Zusatzsollwertes FBZ* von seinem Maximalwert FBZ0* auf 0. Das Erreichen des Wertes 0 entspricht dem End- zeitpunkt t6. Da weiterhin auch die Zeitdauer bekannt ist, während derer das Absenken des Zusatzsollwertes FBZ* erfolgt, ist ausgehend vom tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 der End- zeitpunkt t6 ohne weiteres ermittelbar. Alternativ ist es möglich, die vorbestimmte späte Zeitspanne T2 ausgehend von dem erwarteten Anstichzeitpunkt t7 zu ermit- teln. In diesem Fall erfolgen die Ermittlungen nicht ausge- hend vom tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2, sondern ausgehend vom erwarteten Anstichzeitpunkt t7. Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft die Art und Wei- se, auf welche – beispielsweise von der Steuereinrichtung 13 – der Zusatzsollwert FBZ* (bzw. dessen Maximalwert FBZ0*) be- stimmt wird. Insbesondere können Eigenschaften des Walzguts 8 verwertet werden. Bei den Eigenschaften handelt es sich ei- nerseits um Istgrößen oder erwartete Größen des Walzguts 8, die das Walzgut 8 vor dem Walzen in dem Walzgerüst 1 aufweist bzw. vermutlich aufweist. Beispiele derartiger Größen sind die Breite, die Dicke, die Temperatur und die chemische Zu- sammensetzung und unter Umständen auch die Vorbehandlung des Walzguts 8. Bei den Eigenschaften handelt es sich anderer- seits um Zielgrößen, die das Walzgut 8 nach dem Walzen in dem Walzgerüst 1 aufweisen soll. Beispiele derartiger Größen sind die Breite und die Dicke des Walzguts 8. Weiterhin sind me- chanische Eigenschaften des Walzgerüsts 1 bekannt, beispiels- weise der Elastizitätsmodul des Gerüstständers, die Durchmes- ser der Arbeitswalzen 2, die Durchmesser der Stützwalzen 3 und andere mehr. Schließlich werden – beispielsweise von der Steuereinrichtung 13 – im Rahmen der Stichplanberechnung er- wartete Werte für Betriebsgrößen des Walzgerüsts 1 für das Walzen des Walzguts 8 ermittelt, insbesondere ein Erwartungs- wert FE für die Walzkraft F. Vorzugsweise wird der Zusatz- sollwert FBZ* bzw. dessen Maximalwert FBZ0* in Abhängigkeit von den Eigenschaften des Walzguts 8 und/oder des Erwartungs- wertes FE der Walzkraft F ermittelt. Gegebenenfalls können zusätzlich auch die mechanischen Eigenschaften des Walzge- rüsts 1 mit berücksichtigt werden. Die konkrete Bestimmung kann beispielsweise über eine Formel oder eine Tabelle erfol- gen. Die Formel bzw. die Tabelle können beispielsweise in der Steuereinrichtung 13 hinterlegt sein. Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft ebenfalls die Art und Weise, auf die der Zusatzsollwert FBZ* bzw. dessen Maximalwert FBZ0* bestimmt werden. Insbesondere kann der Zu- satzsollwert FBZ* derart bestimmt werden, dass die resultie- rende Stellgröße SR unmittelbar vor dem tatsächlichen An- stichzeitpunkt t2 ihren maximal möglichen Wert annimmt. Diese Bestimmung des Zusatzsollwertes FBZ* führt dazu, dass die Hydraulikventile 15, 16 zum tatsächlichen Anstichzeitpunkt t2 vollständig geöffnet sind und dadurch der gesamte Arbeits- druck pP des hydraulischen Systems (einschließlich Akkumula- toren) den Anstich stabilisiert. Diese Vorgehensweise kann insbesondere bei einer Grobblechstraße und bei den vorderen Walzgerüsten einer mehrgerüstigen Fertigstraße (bei einem Me- tallband) sinnvoll sein. Eine Anwendung dieser Vorgehensweise bei hinteren Walzgerüsten einer mehrgerüstigen Fertigstraße ist jedoch prinzipiell ebenfalls möglich. Auch eine letzte mögliche Ausgestaltung betrifft die Art und Weise, auf welche der Zusatzsollwert FBZ* bzw. dessen Maxi- malwert FBZ0* bestimmt wird. Insbesondere kann der Zusatz- sollwert FBZ* derart bestimmt werden, dass ein Einbruch des Istwertes FB der Biegekraft zum tatsächlichen Anstichzeit- punkt t2, der sich ohne das Zuführen des Zusatzsollwertes FBZ* zum Biegeregler 14 einstellen würde, zu mindestens 50 % kompensiert wird. In vielen Fällen wird es ausreichen, wenn die Hydraulikventi- le 15, 16 nicht vollständig, sondern nur geringfügig geöffnet sind. Insbesondere für derartige Fälle sind Ausgestaltungen sinnvoll, bei denen die Minimalstellgröße SM vorgegeben wird und die Minimalstellgröße SM einen relativ geringen Wert auf- weist, beispielsweise einen Wert, der zwischen 8 % und 20 % der maximal möglichen Aussteuerung der Hydraulikventile 15, 16 liegt. Eine Vorgabe einer größeren Minimalstellgröße SM für andere Fälle soll aber nicht ausgeschlossen sein. Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbeson- dere wird der Anstich deutlich stabilisiert. Weiterhin ergibt sich eine Verkürzung des Zeitraums, der ab dem Anstichzeit- punkt t2 vergeht, bis der Istwert FB der Biegekraft wieder den Basissollwert FBB* erreicht. Schließlich werden der Ein- fädelvorgang und der Walzvorgang als solche stabilisiert. Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausfüh- rungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele einge- schränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus ab- geleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu ver- lassen. Bezugszeichenliste 1 Walzgerüst 2 Arbeitswalzen 3 Stützwalzen 4, 6 Lagerzapfen 5 Arbeitswalzeneinbaustücke 7 Stützwalzeneinbaustücke 8 Walzgut 9 Walzgutkopf 10 Biegesystem 11, 12 Hydraulikzylindereinheiten 13 Steuereinrichtung 14 Biegeregler 15, 16 Hydraulikventile 17 Ermittlungseinheit 18 Walzgutfuß 19 Auswahlglied F Walzkraft FE Erwartungswert FB* resultierender Sollwert FBB* Basissollwert FBZ* Zusatzsollwert FBZ0* Maximalwert FB Istwert der Biegekraft MAX maximal möglicher Wert pP, pT Arbeitsdrücke SB Basisstellgröße SM Minimalstellgröße SR resultierende Stellgröße SZ Zusatzstellgröße t1 bis t7 Zeitpunkte T1, T2 Zeitspannen x Transportrichtung δFB* Korrekturwert δt Fehlertoleranz