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Patent Searching and Data


Title:
ROOF TILE AND METHOD FOR PRODUCING A ROOF TILE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/179784
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a roof tile (1, 2) for covering a surface in an overlapping manner, having a first support face (5) and a second support face (7), the first support face (5) being arranged on an upper side (6) of the roof tile (1, 2) in a region of a head-side end (3), and the second support face (7) being arranged on an underside (8) of the roof tile in a region of a foot-side end (4). At least the underside (8) of the roof tile (1, 2) has a hydrophobic impregnation (14) in the region of the second support surface (7). The invention further relates to a method for producing a roof tile (1, 2) of this kind.

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Inventors:
DRECHSLER ANDREAS (DE)
PEIL SILKE (DE)
Application Number:
PCT/EP2019/055699
Publication Date:
September 26, 2019
Filing Date:
March 07, 2019
Export Citation:
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Assignee:
MONIER ROOFING GMBH (DE)
DRECHSLER ANDREAS (DE)
PEIL SILKE (DE)
International Classes:
E04D1/16; B28B7/36; C04B20/10; C04B41/81; E04D13/00
Domestic Patent References:
WO2016131925A12016-08-25
WO2011095744A22011-08-11
Foreign References:
CH362642A1962-06-15
DE3522846A11987-01-02
DE3522846A11987-01-02
DE3932573C21992-10-15
GB2382356B2005-08-31
DE102015113328A12017-02-16
EP1855856A12007-11-21
Attorney, Agent or Firm:
PATENTANWÄLTEOLBRICHT, BUCHHOLD, KEULERTZ PARTNERSCHAFT MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Dachstein (1 , 2) für eine überlappende Eindeckung einer Fläche, mit einer ersten (5) und einer zweiten Stützfläche (7), wobei die erste Stützfläche (5) auf einer Oberseite (6) des Dachsteins (1 , 2), in einem Bereich eines kopfseitigen Endes (3), und die zweite

Stützfläche (7) auf einer Unterseite (8) des Dachsteins, in einem Bereich eines fußseitigen Endes (4), angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Unterseite (8) des Dachsteins (1 , 2) im Bereich der zweiten Stützfläche (7) eine hydrophobe Imprägnierung (14) aufweist.

2. Dachstein (1 , 2) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Imprägnierung (14) zumindest ein Hydrophobierungsmittel, welches eine Alkoxy-Silan- und/oder Alkoxy-Siloxanverbindung aufweist, die insbesondere hydrophob ist.

3. Dachstein (1 , 2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die hydrophobe Imprägnierung (14) zumindest eine

Ölkomponente und ein Hydrophobierungsmittel aufweist.

4. Dachstein (1 , 2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die hydrophobe Imprägnierung (14) im Bereich der zweiten Stützfläche (7) in Querrichtung (21 ) des Dachsteins (1 ,2) über eine gesamte Breite des Dachsteins (1 , 2) aufgebracht ist.

5. Dachstein (1 , 2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass im Wesentlichen die gesamte Unterseite (8) des Dachsteins (1 , 2) die hydrophobe Imprägnierung (14) aufweist.

6. Dachstein (1 , 2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die zweite Stützfläche (7) durch eine Wassersperre (12) gebildet wird, welche zumindest an einer Unterseite (13) der Wassersperre (12) die hydrophobe Imprägnierung (14) aufweist.

7. Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins (1 , 2) nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, umfassend folgende Schritte:

• Bereitstellen von Unterformen, • Aufträgen eines hydrophoben Imprägniermittels auf jeweils mindestens einen Bereich der Oberseite jeder Unterform,

• Aufträgen eines endlosen Strangs aus Frischbeton auf die zumindest teilweise mit Imprägniermittel versehene Oberseite der Unterformen,

• Verdichten und Profilieren des Strangs aus Frischbeton, wodurch ein Frischbeton-Strang-Querschnitt ausgebildet wird, der einem Querschnitt des Dachsteins (1 , 2) entspricht,

• Schneiden des Strangs aus Frischbeton in Dachsteinrohlinge,

• Härtung der Dachsteinrohlinge,

• Entfernen der Dachsteinrohlinge von den Unterformen,

• Vollständiges Hydratisieren der Dachsteinrohlinge.

8. Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins (1 , 2) nach Anspruch 7, dadurch

gekennzeichnet, dass das hydrophobe Imprägniermittel durch eine rotierende Bürste auf den Bereich der Oberseite der Unterform aufgebracht wird.

9. Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins (1 , 2) nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das hydrophobe Imprägniermittel mindestens ein Schälöl und ein Hydrophobiermittel aufweist.

10. Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins (1 , 2) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das hydrophobe Imprägniermittel auf die gesamte Oberseite der Unterform aufgetragen wird.

11. Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins (1 , 2) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schneiden des Strangs aus Frischbeton in Dachsteinrohlinge und vor dem Vortrocknen der Dachsteinrohlinge eine Wassersperre (12) aus dem Frischbeton angeformt wird.

Description:
Dachstein und Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins

Die Erfindung betrifft einen Dachstein gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Dachsteins nach Anspruch 7.

Dachsteine werden meist in First-Trauf-Linie schuppenartig, überlappend verlegt, wobei jeweils das fußseitige Ende des firstseitigen Dachsteins von dem kopfseitigen Ende des traufseitigen Dachsteins abgestützt wird. Auch wenn die Stützflächen der beiden Dachsteine möglichst flächig aufeinanderliegen, verbleibt zwischen den Dachsteinen, beispielweise aufgrund von Oberflächenunebenheiten, ein kleiner Spalt. Basierend auf einer Kapillarwirkung sowie beispielweise bei Schlagregen kann Wasser in diesen Spalt und somit in die Poren des Dachsteins oder sogar ins Dach an sich eindringen.

Problematisch hierbei ist nicht nur die in den Dachstein oder ins Dach eindringende

Feuchtigkeit, sondern auch eine vermehrte Besiedlung mit Mikroorganismen, wie Algen, Moose und Flechten, an den latent feuchten Dachsteinen.

Zusätzlich führt anhaltende Feuchtigkeit an der unbeschichteten Unterseite des Dachsteins dazu, dass Zementleim aus der Betonmatrix gelöst wird, wodurch im Laufe der Zeit grobe Sandkörner der Betonmischung freigelegt werden. Je rauer die Oberfläche im Bereich der Kontaktfläche wird, desto anfälliger ist diese gegenüber Mikroorganismenbefall. Es hat sich herausgestellt, dass die Besiedlung von Dachsteinen bei einer überlappenden Eindeckung am fußseitigen Rand eines Dachsteins beginnt und im Laufe der zeit auf die Ober- und Unterseite übergreift. Das ästhetische Äußere des Dachsteins wird beeinträchtigt.

Die Patentanmeldung DE 35 22 846 A1 zeigt ein Verfahren zur Herstellung von Dachsteinen im Strangpressverfahren, bei dem auf einen endlosen Strang von Unterformen eine Schicht aus Frischbeton aufgebracht wird. Dieser Frischbetonschicht, welcher als endloser

Frischbetonstrang ausgebildet ist, wird anschließend verdichtet und profiliert, so dass ein endloser Frischbetonstrang entsteht, dessen Querschnitt demjenigen eines Dachsteins entspricht. Dieser wird anschließend in einer Schneidestation in einzelne Dachsteinrohlinge zerschnitten. Dabei wird der Dachsteinrohling vorzugsweise durch einen an seinem kopfseitigen Ende erfolgenden geraden Schnitt vom Frischbetonstrang abgetrennt, während er an seinem fußseitigen Ende mit einem Rundschnittmesser bearbeitet wird. Das Rundschnittmesser trennt einen schmalen Frischbetonstreifen ab und formt gleichzeitig eine von der Oberfläche des Dachsteinrohlings ausgehende Rundung an den fußseitigen Rand an. Durch die Anformung der Rundung wird der Frischbeton im Rundschnittbereich verdichtet und damit die Porosität der Oberfläche reduziert. Dieses soll mitunter die Ansiedlung von Mikroorganismen, wie

beispielweise Algen und Moose, in dem auf dem eingedeckten Dach sichtbaren

Rundschnittbereich des Dachsteins erschweren.

Nachteilig hierbei ist, dass der zur Herstellung der Dachsteine verwendete Frischbeton Sand mit einer relativ groben Körnung aufweist, wodurch die Dachsteinrohlinge im

Rundschnittbereich trotz Verdichtung noch eine raue, grobporige Oberfläche aufweisen.

Ein Herstellverfahren, bei dem der Dachstein auf seiner Oberseite mit einer feinkörnigen, mineralischen Deckschicht versehen wird, ist beispielsweise in DE 39 32 573 C2 beschrieben. Durch diese Deckschicht soll eine ebene, feinporige Oberfläche geschaffen werden, wodurch der Spalt zwischen zwei Dachsteinen im eingedeckten Zustand reduziert werden soll.

Problematisch dabei ist, dass eine vollständige Beschichtung des Rundschnittbereichs der Dachsteinrohlinge nur selten gelingt. Außerdem entstehen bei dem in DE 39 32 573 C2 beschriebenen Herstellungsverfahren an der Grenzfläche zwischen dem Dachsteinrohling und der Beschichtung Mikrorisse, die zur Wasseraufnahme neigen und somit eine Ansiedlung von Moosen und Algen begünstigen. Die Patentschrift GB 2382356B schlägt eine alternative Maßnahme vor, um ein Eindringen von Wasser in den Stützbereich zu unterbinden. Dabei werden im Bereich der Stützflächen der beiden überlappenden Dachsteine Vorsprünge vorgesehen, welche die Kontaktfläche zwischen den Dachsteinen reduzieren und somit die Kapillarwirkung der porösen Oberflächen

minimieren.

Nachteilig hierbei ist, dass dieses zwar die Kapillarwirkung minimiert, aber beispielweise Schlagregen vermehrt in den nun größeren Spalt zwischen den Dachsteinen eindringen kann.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, die bestehenden Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen sowie einen Dachstein bereitzustellen, an dem eine Ansiedlung von

Mikroorganismen, zuverlässig verhindert oder zumindest verzögert wird. Der Dachstein soll ein ästhetisches Äußeres einer mit dem Dachstein eingedeckten Dachfläche langfristig

gewährleisten.

Darüber hinaus soll ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Dachsteins bereitgestellt werden.

Hauptmerkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 1 und 7 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 6 und 8 bis 1 1.

Bei einem Dachstein für eine überlappende Eindeckung einer Fläche, mit einer ersten und einer zweiten Stützfläche, wobei die erste Stützfläche auf einer Oberseite des Dachsteins, in einem Bereich eines kopfseitigen Endes, und die zweite Stützfläche auf einer Unterseite des

Dachsteins, in einem Bereich eines fußseitigen Endes, angeordneten ist, sieht die Erfindung vor, dass zumindest die Unterseite des Dachsteins im Bereich der zweiten Stützfläche eine hydrophobe Imprägnierung aufweist.

Eine Imprägnierung ist eine Schutzschicht aus einem Imprägniermittel, welches die

Porenwandungen benetzt und bedeckt, ohne die Poren vollständig zu verschließen. Dadurch erhält die Dachsteinoberfläche, zumindest an der Unterseite des Dachsteins im Bereich der zweiten Stützfläche, eine hydrophobe Schutzschicht, die Feuchtigkeit, beispielweise in Form von Regenwasser, abweist. Die Feuchtigkeit perlt ab und reduziert eine mögliche

Wasseraufnahme der Dachsteine und des Daches. Durch den hydrophoben Charakter der Imprägnierung und der dadurch erzielten reduzierten Feuchtigkeitsaufnahme der Dachsteine und des Daches, insbesondere im

Überlappungsbereich der Dachsteine, wird die Besiedlung mit Mikroorganismen und ein daraus resultierender Algen- oder Moosbewuchs der Dachsteine deutlich gehemmt und langfristig reduziert.

Bei einer Imprägnierung ist es im Gegensatz zu einer Beschichtung vorteilhaft, dass weniger Imprägniermittel benötigt wird, um eine ausreichende Oberflächenimprägnierung zu erhalten, ohne dass sämtliche Poren gleichmäßig aufgefüllt werden müssten. Zudem sind

Imprägnierungen beständiger gegenüber mechanischen Beanspruchungen, wie dies beispielweise beim Verlegen der Dachsteine der Fall ist, da die Wandungen der Poren nicht direkt mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind und zudem kleine Abriebstellen nicht eine vollständig geschlossene Beschichtung beschädigen. Vielmehr bleibt auch bei kleineren Beschädigungen der Oberflächenimprägnierung der hydrophobe Charakter der Imprägnier- Schicht erhalten, so dass eine Wasseraufnahme weiterhin deutlich reduziert ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die hydrophobe Imprägnierung zumindest ein Hydrophobierungsmittel auf, welches eine Alkoxysilan- und/oder Alkoxysiloxanverbindung umfasst, die insbesondere hydrophob ist.

Alkoxysilanverbindungen weisen die allgemeine Struktur Formel:

auf, wobei R für einen organischen Rest, wie beispielweise eine Alkylgruppen steht.

Alkoxysiloxan-Verbindungen weisen die allgemeine Strukturformel:

auf, wobei R für einen organischen Rest, wie beispielweise eine Alkylgruppen steht.

Dadurch kann eine gleichmäßig, hydrophobe Imprägnierung mit guten hydrophoben

Eigenschaften an der Unterseite des Dachsteins erhalten werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die hydrophobe Imprägnierung zumindest eine Ölkomponente und ein Hydrophobierungsmittel auf.

Ein Imprägniermittel, welches mindestens eine Ölkomponente und ein Hydrophobierungsmittel aufweist, kann einfach auf eine Oberfläche des Dachsteins aufgetragen werden. Insbesondere ist es bevorzugt, dass das Imprägniermittel bereits vor der Fertigung der Dachsteinrohlinge auf die Unterformen zur Dachsteinherstellung aufgetragen wird, wodurch nach der Fertigstellung des Dachsteins und Trennung des Dachsteins von der Unterform das hydrophobe

Imprägniermittel als hydrophobe Imprägnierung an der Unterseite des Dachsteins verbleibt.

Die Ölkomponente weist mindestens ein Öl oder Ölderivat auf. Dabei kann die Ölkomponente beispielweise als Trennmittel zwischen der Unterform und dem aus Frischbeton hergestellten Dachsteinrohling fungieren. Zusätzlich weisen Öle meist bereits einen hydrophoben Charakter auf, so dass die Verwendung einer Ölkomponente als T räger für ein Hydrophobierungsmittel den hydrophoben Charakter der Imprägnierung unterstützt.

Weiterhin können Imprägniermittel auf Basis mindestens einer Ölkomponenten deutlich einfacher verarbeitet werden, als beispielweise organische Lösungsmittel als Träger für ein Hydrophobierungsmittel, weil diese einen hohen Flammpunkt aufweisen und meist kaum gesundheitsgefährdend sind.

Wird hingegen ein organisches Lösungsmittel als Träger für ein Hydrophobierungsmittel eingesetzt, muss in der Fertigungsanlage und im Lager sichergestellt werden, dass Lösungsmitteldämpfe ausreichend abgesaugt werden, so dass kein Explosionsrisiko oder anderweitiges Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter innerhalb der Fertigungsanlage entsteht.

Vorzugsweise weist die Ölkomponente ein pflanzliches Öl, ein verestertes pflanzliches Öl, Ölsäure und/oder Mineralöl auf. Besonders bevorzugt wird verestertes Rapsöl und/oder Sonnenblumenöl, insbesondere in Form des Methylesters, eingesetzt. Dieses weist gute Eigenschaften für die Herstellung eines Dachsteins mit Imprägnierung sowie als Trennmittel auf und ist zudem umweltfreundlich, nicht gesundheitsgefährdend und kostengünstig.

Vorzugsweise verursacht die hydrophobe Imprägnierung keine Farbveränderung der

Dachsteinoberfläche, so dass ein gleichmäßiges ästhetisches Äußeres des Dachsteins gewährleistet werden kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die hydrophobe Imprägnierung im Bereich der zweiten Stützfläche in Querrichtung des Dachsteins über eine gesamte Breite des Dachsteins aufgebracht. Dadurch weist der Dachstein über dessen gesamte Querrichtung die gewünschte hydrophobe Oberflächeneigenschaft auf, so dass keine Feuchtigkeit an seitlichen

Begrenzungen der Imprägnierung vorbeitreten kann und der Dachstein sehr gut gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt ist.

Somit wird die Wasseradsorption reduziert sowie die Besiedlung mit Mikroorganismen deutlich gehemmt.

In einer bevorzugten Fortbildung weist im Wesentlichen die gesamte Unterseite des Dachsteins die hydrophobe Imprägnierung auf.

Diese bevorzugte Ausführungsform lässt sich besonders einfach und kostengünstig hersteilen, zudem wird ein bestmöglicher hydrophober Effekt der Oberfläche der Unterseite des

Dachsteins gewährleistet.

In einer bevorzugten Ausführungsform reduziert die Imprägnierung auf einem Bereich oder der gesamten Unterseite des Dachsteins die Wasseradsorption um mindestens 50 % gegenüber einem nicht imprägnierten Bereich der Unterseite eines Vergleich-Dachsteins. Zur Ermittlung der Wasserabsorption wird die aufgenommene Wassermenge in einem imprägnierten Bereich gegenüber einem nicht-imprägnierten Bereich nach 24 h Feuchtigkeitsbeanspruchung bestimmt.

Um sicher zu stellen, dass eine langfristige Wirkung erreicht wird, kann die Messung an frischen und bewitterten Dachsteinen durchgeführt werden. Derzeit liegt positive Erfahrung bis zu einer Bewitterungsdauer der Proben von 150 Tagen vor.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird die zweite Stützfläche durch eine Wassersperre gebildet, welche die hydrophobe Imprägnierung aufweist.

Vorzugsweise wird die zweite Stützfläche, welche an der Unterseite eines Dachsteins am fußseitigen Ende angeordnet ist, durch eine Wassersperre gebildet. Diese Wassersperre verhindert das Eindringen von Wasser, beispielweise in Form von Schlagregen, effektiv, so dass keine Feuchtigkeit bis ins Dach Vordringen kann. Die hydrophobe Imprägnierung wirkt synergetisch dazu.

Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen

Dachsteins, umfassend folgende Schritte:

• Bereitstellen von Unterformen,

• Aufträgen eines hydrophoben Imprägniermittels auf jeweils zumindest einen Bereich der Oberseite jeder Unterform,

• Aufträgen eines endlosen Strangs aus Frischbeton auf die zumindest teilweise mit Imprägniermittel versehene Oberseite der Unterformen,

• Verdichten und Profilieren des Strangs aus Frischbeton, wodurch ein Frischbeton-Strang-Querschnitt ausgebildet wird, der einem Querschnitt des Dachsteins (1 , 2) entspricht,

• Schneiden des Strangs aus Frischbeton in Dachsteinrohlinge,

• Härtung der Dachsteinrohlinge,

• Entfernen der Dachsteinrohlinge von den Unterformen,

• Vollständiges Hydratisierung der Dachsteinrohlinge.

Die einzelnen Verfahrensschritte sind in der genannten Reihenfolge durchzuführen.

Die Oberseite der Unterform entspricht der Seite, auf die der endlose Strang aus Frischbeton aufgebracht wird. Insbesondere entspricht der Bereich der Oberseite der Unterform auf den das hydrophobe Imprägniermittel aufgetragen wird, demjenigen Bereich, der die zweite Stützfläche beim fertigen Dachstein ausbildet. Das von dem Frischbeton aufgenommene Imprägniermittel, welches nach Entfernen des Dachsteinrohlings Bereiche der Unterseite des Dachsteinrohlings benetzt, bildet die Imprägnierung des Dachsteins.

Nach dem Entfernen und vollständigen Austrocknen des Dachsteinrohlings, welches durch eine vollständige Hydratisierung erfolgt, wird dieser zum fertigen Dachstein mit Imprägnierung.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das hydrophobe Imprägniermittel vor der Extrusion des Strangs aus Frischbeton auf die Unterform aufgetragen. Dadurch wird das Imprägniermitel bei der Extrusion automatisch auf die Unterseite des Dachsteinrohlings übertragen, ohne dass der fertige Dachsteinrohling oder Dachstein in einem separaten Schritt imprägniert werden müsste. Das derartige Herstellungsverfahren ist somit schnell und kostengünstig durchführbar.

Die derart hergestellten Dachsteine weisen eine gleichmäßige hydrophobe Imprägnierung auf, die eine reduzierte Wasserabsorption der fertigen Dachsteine, insbesondere an der Unterseite der Dachsteine, gewährleistet.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Imprägniermittel auf der gesamten Oberseite der Unterform aufgetragen. Dadurch wird ein Dachstein erhalten, dessen gesamte Unterseite die hydrophobe Imprägnierung aufweist und imprägniert ist.

Vorzugsweise wird das hydrophobe Imprägniermittel durch eine rotierende Bürste auf den Bereich der Oberseite der Unterform aufgebracht. In einer bevorzugten Fortbildung wird das hydrophobe Imprägniermittel auf der gesamten Oberseite der Unterform aufgetragen.

Dadurch wird eine gleichmäßige Schicht aus hydrophoben Imprägniermitel auf der Oberseite der Unterform erhalten. Vorteilhaft ist zudem, dass beispielweise keine zusätzlichen

Absauganlagen in der Herstellungsanlage als Schutz vor Sprühnebel bei einer alternativen Sprühapplikation benötigt werden.

In einer alternativen Ausführungsform wird das hydrophobe Imprägniermittel durch

Sprühapplikation auf die Oberseite der Unterform aufgetragen. Hierdurch kann ebenfalls eine gleichmäßige Schicht aus Imprägniermittel auf die Oberseite der Unterform aufgebracht werden. Insbesondere ist bevorzugt, dass das Imprägniermittel einen gleichmäßigen Film in dem

Bereich, auf den es aufgetragen wird, auf der Oberseite der Unterform ausbildet, so dass der entsprechende Bereich der Unterseite des derart hergestellten Dachsteins eine gleichmäßige hydrophobe Imprägnierung erhält.

Vorzugsweise wird das Imprägniermittel mit einer Schichtstärke von 10- 50 pm auf die

Unterform aufgetragen. Dadurch kann eine gleichmäßige Imprägnierung auf der Unterseite des derart hergestellten Dachsteins erreicht werden.

Das Imprägniermittel wird dabei von dem Bereich der Unterform auf den es aufgetragen wurde, auf den auf diesen Bereich aufgebrachten Frischbeton übertragen.

In einer bevorzugten Fortbildung des Verfahrens weist das hydrophobe Imprägniermittel mindestens ein Schälöl und ein Hydrophobiermittel auf.

Das Schälöl weist mindestens ein Öl oder Ölderivat auf und dient als Trennmittel zwischen der Unterform und dem Frischbeton und/oder dem aus Frischbeton hergestellten Dachsteinrohling. Vorzugsweise weist das Schälöl pflanzliches Öl, verestertes Öl, Ölsäure und/oder Mineralöl auf. Vorzugsweise wird eine Mischung aus verestertem Rapsöl und/oder Sonnenblumenöl, jeweils insbesondere in Form des Methylesters, mit Ölsäure und Mineralöl ohne flüchtige organische Verbindungen eingesetzt.

Das Hydrophobiermittel weist vorzugsweise eine Alkoxy-Silan- und/oder Alkoxy- Siloxanverbindung auf, die insbesondere hydrophob ist.

Vorzugsweise wird das hydrophobe Imprägniermittel auf die gesamte Oberseite der Unterform aufgetragen.

Dadurch wird ein Dachstein erhalten, dessen gesamte Unterseite imprägniert ist, wodurch eine möglichst geringe Wasserabsorption an der Unterseite des Dachsteins gewährleistet werden kann. Die Besiedlung mit Mikroorganismen wird bestmöglich gehemmt. Zudem wird eine möglichst gleichmäßige Wirkung des Schälöls in dem Imprägniermittel über die gesamte Unterform, welches als Trennmittel zwischen der Unterform und dem Frischbeton und/oder dem Dachsteinrohling fungiert, gewährleistet.

In einer bevorzugten Fortbildung des Verfahrens wird nach dem Schneiden des Strangs aus Frischbeton in Dachsteinrohlinge und vor dem Vortrocknen der Dachsteinrohlinge eine

Wassersperre aus dem Frischbeton angeformt.

Die Anformung einer Wassersperre wird bevorzugt durch die Verwendung einer

Formgebungseinheit mit einem Formstück und einem Formstempel durchgeführt, wobei der Formstempel Frischbeton in eine Formmulde des Formstücks drückt. Entsprechende Verfahren zur Anformung von Wassersperren an Dachsteinrohlings sind in den Dokumenten DE 10 2015 113 328 A1 und EP 18 55 856 B1 beschrieben.

Alternativ kann die Wassersperre auch bereits durch die Form der Unterform und die

Profilierung des aufgebrachten Frischbetons ausgeformt sein.

Die Wassersperre des Dachsteins bildet vorzugsweise die zweite Stützfläche des Dachsteins bei überlappender Eindeckung, so dass zumindest dieser Bereich der Wassersperre das hydrophobe Imprägniermittel aufweist. Hierfür wird das Imprägniermittel derart auf die

Unterform aufgetragen, dass der Bereich der Oberseite der Unterform Imprägniermittel aufweist, der zur Wassersperre ausgeformt wird.

Alternative Imprägnierungsmethoden zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Dachsteins sind die Zugabe eines hydrophoben Imprägniermittels in die Mischung des Frischbetons oder das Aufsprühen eines Imprägniermittels von Unten auf die Unterseite des Dachsteinrohlings, welcher vorher bereits von den Unterformen entfernt wurde.

Nachteilig bei dem ersteren Verfahren ist, dass hohe Mengen des hydrophoben

Imprägniermittels benötigt werden, um einen entsprechenden hydrophoben Oberflächeneffekt an der Unterseite des Dachsteins zu erzielen. Dadurch ist die Herstellung derartig

hydrophobierter Dachsteine sehr kostenintensiv.

Das Aufsprühen des Imprägniermittels von unten ist möglich, aber ebenfalls deutlich kostenintensiver als das bevorzugte Herstellungsverfahren. Nachteilig beim Aufsprühen von unten ist, dass eine entsprechende Sprühanlage in den bereits bestehenden

Dachsteinproduktionsanlagen ergänzt werden muss. Zudem muss das Aufsprühen mit derart hohem Druck erfolgen, dass ausreichend Imprägniermittel auf der Unterseite des Dachsteins haften bleibt, wodurch auch Sprühnebel aus Imprägniermittel auf die Oberseite des Dachsteins gelangen kann, welches das optische Erscheinungsbild der Dachsteinoberfläche negativ beeinflusst. Zudem müssen aufwendige Absauganlagen vorgesehen werden, um die

Produktionsmitarbeiter vor dem Sprühnebel zu schützen, der gesundheitsgefährdende

Substanzen enthalten kann, die in Form von Sprühnebel eine hohe Lungengängigkeit aufweisen.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen. Es zeigen:

Fig. 1 Seitenansicht eines Ausschnitts einer überlappenden Eindeckung,

Fig. 2 vergrößerte Seitenansicht des Überdeckungsbereichs zweier in First-Trauf-Linie

benachbarter Dachsteine.

Fig. 1 zeigt schematische Seitenansicht einer schuppenartigen, überlappenden Eindeckung eines Daches, wobei ein firstseitiger Dachstein 1 und ein zweiter, traufseitiger Dachstein 2 exemplarisch dargestellt sind. Beide Dachsteine 1 , 2 weisen jeweils ein kopfseitiges Ende 3 und ein fußseitiges Ende 4 auf. Die Dachsteine 1 , 2 weisen zudem jeweils eine erste Stützfläche 5 auf der Oberseite 6 des Dachsteins 1 , 2 im Bereich des kopfseitigen Endes 3 und eine zweite Stützfläche 7 auf einer Unterseite 8 des Dachsteins 1 , 2 im Bereich des fußseitigen Endes 4 auf.

Auch wenn beide Stützflächen 5, 7 bei Dachsteinen 1 , 2 möglichst eben hergestellt werden, verbleibt zwischen den beiden aufeinanderliegenden Stützflächen 5, 7 ein Spalt 9. Dachsteine 1 ,2 aus herkömmlichen Betonmischungen weisen zudem Oberflächenunebenheiten auf, die eine Kapillarwirkung und somit ein Einwandern von Wasser in den Spalt 9 begünstigen. Erst wenn der Spalt 9 größer als 2 mm ist, nimmt die Kapillarwirkung ab und das Wasser und/oder die Feuchtigkeit kann abfließen. Allerdings begünstigt ein derart weiter Spalt 9 das direkte Eintreten von Wasser, Feuchtigkeit und Regen zwischen die Dachsteine 1 , 2, so dass das Dach undicht wird. Fig. 2 zeigt schematisch eine Seitenansicht des Überdeckungsbereichs 10 zweier in First-Trauf- Linie benachbarter Dachsteine 1 , 2. Als optionale Ausgestaltung weist das fußseitige Ende 4 eine angeformte Rundung 11 und eine Wassersperre 12 auf, wobei die Unterseite 13 der Wassersperre 12 als zweite Stützfläche 7 fungiert. Die Wassersperre 12 erstreckt sich in Querrichtung 21 des Dachsteins 1 , 2 über dessen gesamte Breite. Die erste Stützfläche 5 ist am kopfseitigen Ende 3 auf der Oberseite 6 des traufseitigen Dachsteins 2 angeordnet.

Zumindest die Unterseite 8 des Dachsteins 1 , 2 weist im Bereich der zweiten Stützfläche 7 eine hydrophobe Imprägnierung 14 auf. Die Imprägnierung 14 ist nur schematisch dargestellt.

Insbesondere bedeckt die hydrophobe Imprägnierung 14 die Porenwandungen des Dachsteins 1 , 2, die nicht dargestellt sind.

Nachfolgend werden einige konkrete Ausführungsbeispiele aufgeführt:

Ausführungsbeispiele:

Beispiel 1 :

Es wird ein Gemisch aus

15 Gewichtsteilen Rapssäuremethlyester

2 Gewichtsteilen Olein

33 Gewichtsteilen eines Kohlenwasserstoffgemisches mit einer Kettenlänge >C13

50 Gewichtsteilen Triethoxy(octylsilan) hergestellt.

Dieses Gemisch wird auf eine Unterform aus Aluminium aufgetragen. Die Form weist insbeson- dere eine Größe von 420mm * 330mm auf. Die Auftragsmenge mit dem oben beschriebenen Gemisch beträgt 1 ,5 g. Auf diese Form wird ein Dachstein extrudiert und für mindestens 8h bei 50°C ausgehärtet. Danach kann der Dachstein von der Form getrennt werden. Die Oberfläche der Dachsteinunterseite weist deutlich wasserabweisende Eigenschaften auf.

Beispiel 2

Es wird ein Gemisch aus

4 Gewichtsteilen Olein

46 Gewichtsteilen eines Kohlenwasserstoffgemisches mit einer Kettenlänge >C13

50 Gewichtsteilen Methyltrimethoxysilan hergestellt.

Dieses Gemisch wird auf eine Unterform aus Aluminium aufgetragen. Die Form weist insbeson- dere eine Größe von 420mm * 330mm auf. Die Auftragsmenge mit dem oben beschriebenen Gemisch beträgt 6g. Auf diese Form wird ein Dachstein extrudiert und für mindestens 8h bei 50°C ausgehärtet. Danach kann der Dachstein von der Form getrennt werden. Die Oberfläche der Dachsteinunterseite weist deutlich wasserabweisende Eigenschaften auf. Beispiel 3

Es wird ein Gemisch aus

18 Gewichtsteilen Sonnenblumenölmethylester

2 Gewichtsteilen Olein

30 Gewichtsteilen eines Kohlenwasserstoffgemisches mit einer Kettenlänge >C13

25 Gewichtsteilen Triethoxy(octyl)silan

25 Gewichtsteilen Methyltrimethoxysilan hergestellt.

Dieses Gemisch wird auf eine Unterform aus Aluminium aufgetragen. Die Form weist insbeson- dere eine Größe von 420mm * 330mm auf. Die Auftragsmenge mit dem oben beschriebenen Gemisch beträgt 3g. Auf diese Form wird ein Dachstein extrudiert und für mindestens 8h bei 50°C ausgehärtet. Danach kann der Dachstein von der Form getrennt werden. Die Oberfläche der Dachsteinunterseite weist deutlich wasserabweisende Eigenschaften auf.

Beispiel 4

Es wird ein Gemisch aus

18 Gewichtsteilen Sonnenblumenölmethylester

2 Gewichtsteilen Olein

30 Gewichtsteilen eines Kohlenwasserstoffgemisches mit einer Kettenlänge >C13

25 Gewichtsteilen Triethoxy(octyl)silan

20 Gewichtsteilen Methyltrimethoxysilan

5 Gewichtsteilen Octamethylcyclotetrasiloxan hergestellt.

Dieses Gemisch wird auf eine Unterform aus Aluminium aufgetragen. Die Form weist insbeson- dere eine Größe von 420mm * 330mm auf. Die Auftragsmenge mit dem oben beschriebenen Gemisch beträgt 3g. Auf diese Form wird ein Dachstein extrudiert und für mindestens 8h bei 50°C ausgehärtet. Danach kann der Dachstein von der Form getrennt werden. Die Oberfläche der Dachsteinunterseite weist deutlich wasserabweisende Eigenschaften auf. Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.

Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merk- male und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und Ver- fahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfin- dungswesentlich sein.

Bezu gszei chen l iste

1 firstseitiger Dachstein

2 traufseitiger Dachstein

3 kopfseitiges Ende

4 fußseitiges Ende

5 erste Stützfläche

6 Oberseite

7 zweite Stützfläche

8 Unterseite

9 Spalt

10 Überlappungsbereich

1 1 Rundung

12 Wassersperre

13 Unterseite der Wassersperre

14 Hydrophobe Imprägnierung

21 Querrichtung