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Title:
SEALING ELEMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/057606
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a sealing element that is provided stationary on a housing (1), comprising a sealing lip (5) that is pressed against a movable part, particularly a rotating shaft (2), by a reinforcing element, particularly a tubular spring (7), wherein an activation element (9, 10) made from lipophilic material is provided on the side of the sealing lip (5) turned away from the fluid side (4).

Inventors:
GRAF HANS (DE)
Application Number:
PCT/EP2009/008146
Publication Date:
May 27, 2010
Filing Date:
November 16, 2009
Export Citation:
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Assignee:
SEW EURODRIVE GMBH & CO (DE)
GRAF HANS (DE)
International Classes:
F16J15/32
Domestic Patent References:
WO2002023070A12002-03-21
Foreign References:
DE10112397A12002-10-24
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Claims:
Patentansprüche:

1. Dichtelement für eine Wellenabdichtung, insbesondere Wellendichtring, umfassend eine Dichtlippe, welche in einem eingebauten Zustand des Dichtelementes an einer Wellendichtfläche anliegt, wobei die Dichtlippe einen Innenraum von einem Außenraum trennt,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein Aktivierungselement am Dichtelement im Außenraum angeordnet ist, so dass ein Auslauf bei einer Undichtheit der Dichtlippe mit dem Aktivierungselement zusammenwirkt, wodurch ein weiteres Dichtmittel passiv an die Wellendichtfläche anlegbar ist.

2. Dichtelement nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungselement ein lipophiler hydrophober Absorber ist, welcher zwischen Wellendichtfläche und Wellendichtring am Wellendichtring angeordnet ist und durch ein Volumenzuwachs des Absorbers, welcher von einer Aufnahme eines Anteils des Auslaufs im Absorber bewirkt ist, das weitere Dichtmittel abdichtend an die Wellendichtfläche anlegbar ist und/oder angelegt wird, insbesondere wobei mittels Aufnahme des Anteils des Auslaufs das Aktivierungselement seine sichtbare Farbe ändert.

3. Dichtelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Dichtmittel der Absorber selbst ist.

4. Dichtelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Absorber in einem Bereich zwischen der Dichtlippe und einer Staublippe des

Dichtelementes angeordnet ist und vorzugsweise beim Volumenzuwachs die Staublippe von der Wellendichtfläche abhebt.

5. Dichtelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Dichtlippe als weiteres Dichtmittel von der Wellendichtfläche beabstandet ist und von dem Aktivierungselement bei Volumenzuwachs an die Wellendichtfläche dichtend andrückbar ist.

6. Dichtelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsmittel ein silikonisiertes oder silanisiertes Filterelement aufweist, welches ein bei einem Aufsaugen von mindestens einer Teilmenge des Auslaufs aufquellendes Material umgibt.

7. Dichtelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Volumenzuwachs des Aktivierungsmittels ein erhöhter Anpressdruck auf die Staublippe (6) oder die Dichtlippe (5) oder eine entsprechend auf die Wellendichtfläche hin gerichtete Auslenkung der Staublippe (6) oder der Dichtlippe (5) erzeugbar ist.

8. Dichtelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Staublippe (6) oder die Dichtlippe (5) durch diesen erhöhten Anpressdruck weiteres Austreten des Auslaufs unterbindet.

9. Dichtelement nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungselement zwischen der Dichtlippe und einer weiteren Dichtlippe angeordnet ist und das Aktivierungselement die weitere Dichtlippe von der Wellendichtfläche abhebt, wobei das Aktivierungselement eine im Schmiermittel lösliche, insbesondere Öl-lösliche Beschichtung am Wellendichtring ist.

10. Dichtelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsmittel aus silanisierten Mikropartikeln besteht.

11. Dichtelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Materialbereich und/oder die Beschichtung aus mehreren unterschiedlichen Materialschichten aufgebaut ist.

12. Anordnung zum Abdichten eines Teils gegen eine Welle mit einem Sichtelement nach einem der Ansprüche 1 bis 11.

13. Gehäuse, insbesondere ein Getriebegehäuse, mit einem Dichtelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche.

5 14. Verfahren zur Abdichtung einer Welle durch eine Durchführung einer Gehäusewand eines Gehäuses, wobei zwischen der Welle und dem Gehäuse drehfest zum Gehäuse ein Dichtelement angeordnet wird, das Dichtelement eine Innenseite zu einem schmiermittelbefüllten Innenraum des Gehäuses 10 und eine der Innenseite gegenüberliegende Außenseite aufweist, wobei eine Dichtlippe des Dichtelementes mit einer Dichtfläche der Welle abdichtend zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass am Dichtelement an der Außenseite ein Aktivierungselement angeordnet wird, 15 wobei bei einer Leckage des Dichtelementes, insbesondere der Dichtlippe, ein Anteil eines

Auslaufs mit dem Aktivierungselement in Wirkverbindung tritt, wodurch das Aktivierungsmittel ein weiteres Dichtmittel passiv an die Wellendichtfläche anlegt.

20 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsmittel, vorzugsweise eine lipohile, hydrophobe Beschichtung oder Materialbereich, durch Kontakt mit dem Auslauf sich auflöst oder aufquillt.

25 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 oder 15 mit einem Dichtelement nach einem der Ansprüche 1 bis 11.

Description:
Dichtelement

Beschreibung:

Die Erfindung betrifft ein Dichtelement.

Aus der DE 101 10 397 A1 ist ein Dichtring bekannt, der aus einer Kombination mehrerer Dichtlippen besteht. Im Regelfall ist eine einzige Dichtlippe aktiv. Wird durch einen Sensor eine Leckage festgestellt, so wird durch einen Mechanismus eine weitere Dichtlippe aktiv „zugeschaltet" und das Leck nach außen geschlossen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Dichtelement in kostengünstiger Weise weiterzubilden.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei dem Dichtelement nach den in Anspruch 1 , bei dem Gehäuse nach den in Anspruch 12, bei dem Getriebe nach den in Anspruch 13 oder bei dem Verfahren nach den in Anspruch 14 angegebenen Merkmalen gelöst.

Wichtige Merkmale der Erfindung bei dem Dichtelement nach Anspruch 1 sind, dass das Dichtelement für eine Wellenabdichtung, insbesondere Wellendichtring, eine Dichtlippe, welche an einer Wellendichtfläche anliegt, umfasst wobei die Dichtlippe einen Innenraum von einem Außenraum trennt, wobei ein Aktivierungselement am Dichtelement im Außenraum angeordnet ist, so dass ein Auslauf bei einer Undichtheit der Dichtlippe mit dem Aktivierungselement zusammenwirkt, wodurch ein weiteres Dichtmittel passiv an die Wellendichtfläche anlegbar ist. Von Vorteil dabei ist, dass die weitere Abdichtung nach einer Leckage der Dichtlippe rein passiv und vollkommen automatisch ohne einen weiteren Sensor erfolgt. Unter Auslauf wird hierbei ein Anteil des im Innenraum vorhandenen Schmiermittels verstanden welcher zwischen dem Dichtelement und der Welle austritt, zum Beispiel im Fall einer Leckage der Dichtlippe.

Bei einer weiteren Ausführungsform des Dichtelementes ist das Aktivierungselement ein lipophiler hydrophober Absorber, welcher zwischen Wellendichtfläche und Wellendichtring am Wellendichtring angeordnet ist und durch Aufnahme des Auslaufs durch den Absorber durch einen Volumenzuwachs des Absorbers ein weiteres Dichtmittel abdichtend an die Wellendichtfläche anlegbar ist. Von Vorteil dabei ist, das der Auslauf solange aufgenommen wird, bis die Welle wieder abgedichtet ist und somit kein Auslauf, bzw. Schmiermittel, in den Außenraum auf die andere Seite des Dichtelementes, bzw. die Umwelt gelangt.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist das weitere Dichtmittel der Absorber selbst. Von Vorteil dabei ist, dass keine weiteren Teile benötigt werden.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Absorber in einem Bereich zwischen der Dichtlippe und einer Staublippe angeordnet und beim Volumenzuwachs hebt der Absorber die Staublippe von der Wellendichtfläche ab. Von Vorteil dabei ist, dass das Versagen der Dichtlippe von außerhalb des Gehäuses an dem Dichtelement erkennbar ist.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist eine weitere Dichtlippe von der Wellendichtfläche beabstandet und von dem Aktivierungselement bei Volumenzuwachs an die Wellendichtfläche dichtend andrückbar. Von Vorteil dabei ist, dass die weitere Dichtlippe zum abdichten optimiert ist.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist das Aktivierungselement zwischen der Dichtlippe und einer weiteren Dichtlippe angeordnet und das Aktivierungselement hebt die weitere Dichtlippe von der Wellendichtfläche ab, wobei das Aktivierungselement eine öllösliche Beschichtung am Wellendichtring ist. Von Vorteil dabei ist, dass die weitere Dichtlippe automatisch durch die vorhanden Vorspannung im Material abdichtend an die Welle gedrückt wird, sobald sich die Beschichtung auf Grund eines Auslaufs auflöst.

Bei einem Gehäuse wird ein oben beschriebenes Dichtelement verwendet. Von Vorteil dabei ist, dass eine Wellendurchführung des Gehäuses sicher abgedichtet ist.

Bei einem Getriebe mit einem Gehäuse wird ein erfindungsgemäßes Dichtelement verwendet.

Wichtige Merkmale bei dem Verfahren zur sicheren Abdichtung einer Welle durch eine Durchführung einer Gehäusewand eines Gehäuses, wird zwischen der Welle und dem Gehäuse drehfest zum Gehäuse ein Dichtring angeordnet, dessen Dichtlippe die Welle gegen das Gehäuse abdichtet, wobei der Dichtring eine Innenseite zu einem schmiermittelbefüllten Innenraum des Gehäuses und eine Außenseite aufweist, wobei eine Dichtlippe mit einer Dichtfläche der Welle abdichtend zusammenwirkt, wobei am Dichtring an der Außenseite ein Aktivierungselement angeordnet wird, wobei bei einer Leckage des Dichtrings, insbesondere der Dichtlippe ein Auslauf mit dem Aktivierungselement zusammenwirkt, wobei das Aktivierungsmittel ein weiteres Dichtmittel passiv an die Wellendichtfläche anlegt. Von Vorteil dabei ist, dass eine Wellendurchführung einfach und sicher abdichtbar ist.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens löst sich das Aktivierungsmittel, vorzugsweise als lipohile, hydrophobe Beschichtung, durch Kontakt mit dem Auslauf auf oder quillt auf.

Bei einem Gehäuse ist zur Abdichtung gegen ein weiteres Element, insbesondere Welle oder Achse, ein Dichtelement an einem Gehäuseteil angeordnet, wobei an einer ersten Seite des Dichtelements eine Flüssigkeit, insbesondere Schmierstoff, wie Schmieröl oder dergleichen, vorgesehen ist, wobei von der ersten Seite an eine andere Seite austretende oder ausgetretene Flüssigkeit von einem Materialbereich des Dichtelements aufnehmbar ist und beim Aufnehmen ein Volumenzuwachs dieses Materialbereichs bewirkt ist, der ein Zuschalten einer Lippe, ein Anlegen einer Lippe ein Verringern des Spaltes, insbesondere Dichtspaltes, zwischen Dichtelement und abzudichtendem Element und/oder - ein Erhöhen eines Anpressdruck einer Lippe gegen das abzudichtende weitere Element bewirkt.

Von Vorteil ist dabei, dass im Falle einer nachlassenden Abdichtung durch die Dichtlippe austretendes Schmiermittel von der Beschichtung aufgenommen wird, diese zum Quellen bringt, wodurch die Staublippe derart auf die Welle angepresst wird, dass die Abdichtung bis zum nächsten Servicetermin gewährleistet ist. Weiter ist von Vorteil, dass ein Sensor zum Feststellen einer Leckage verzichtbar ist und somit eine kostengünstige Variante erreicht ist. Weiterer Vorteil ist, dass die Umwelt geschützt ist. Denn ausgetretener Schmierstoff wird nicht chemisch verändert oder in chemische Verbindungen eingebracht sondern aufgesogen und somit ein Aufquellen bewirkt, das dem Austreten des Schmierstoffs entgegenwirkt. Das Zuschalten oder Herstellen der Dichtung ist somit automatisch bewirkt und es tritt kein Schmierstoff in die Umwelt.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht die Beschichtung aus Aktivkohle.

Von Vorteil ist dabei, dass die Beschichtung besonders saugfähig und kostengünstig ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Beschichtung aus Mikropartikeln mit

Dimethyldichlorsilan behandelt. Von Vorteil ist dabei, dass für die aufzunehmende Flüssigkeit eine ausreichende Anzahl von Bindungsorten auf den Partikeln der Beschichtung vorhanden ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Beschichtung aus mehreren unterschiedlichen Materialschichten aufgebaut. Von Vorteil ist dabei, dass die Flüssigkeit durch eine erste Schicht nur hindurchgeleitet wird, um dann in einer weiteren Schicht deponiert zu werden, wo sie die aussteifende Funktion übernimmt, die notwendig ist, um die Staublippe an die Welle anzupressen.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die der Flüssigkeit zugewandten Materialschichten saugend und flüssigkeitsleitend ausgebildet und die dem Dichtring zugewandten Materialschichten sind derart ausgebildet, dass die Flüssigkeit dort deponierbar ist.

Wichtige Merkmale der Erfindung bei dem Gehäuse sind, dass eine Dichtanordnung vorgesehen ist, bei der an einem Gehäuse ein Dichtelement angeordnet ist, das zur Abdichtung gegen ein weiteres Element, insbesondere Welle oder Achse, vorgesehen ist,

wobei an einer ersten Seite des Dichtelements eine Flüssigkeit, insbesondere Schmierstoff, wie Schmieröl oder dergleichen, vorgesehen ist,

wobei von von der ersten Seite an eine andere Seite des Materialbereichs des Dichtelements austretender oder ausgetretener Flüssigkeit eine chemische Reaktion zwischen der austretenden Flüssigkeit und dem Materialbereich bewirkbar ist, der - ein Zuschalten einer Lippe,

- ein Anlegen einer Lippe

- ein Verringern des Spaltes, insbesondere Dichtspaltes, zwischen Dichtelement und abzudichtendem Element und/oder - ein Erhöhen eines Anpressdruck einer Lippe gegen das abzudichtende weitere Element bewirkt.

Von Vorteil ist dabei, dass durch die chemische Reaktion eine Veränderung der Anpresskraft der Staublippe auf die drehende Welle erreichbar ist, wodurch eine Abdichtung erzielbar ist. Dabei sind die chemischen Reaktionspartner derart wählbar, dass das chemische Endprodukt der Reaktion umweltfreundlich entsorgbar oder recyclebar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung führt die Reaktion zwischen austretender Flüssigkeit und Beschichtung zu einer Erhöhung der Anpresskraft auf die Dichtlippe. Von Vorteil ist dabei, dass die Dichtlippe selbst auf die drehende Welle anpressbar ist, wodurch eine eventuelle Leckage abdichtbar wird.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung sind Anzeigemittel vorhanden, die den erhöhten Anpressdruck auf die Staublippe und somit die Leckage an der Dichtlippe von Außen sichtbar machen. Von Vorteil ist dabei, dass die Leckage am Dichtring von Außen erkennbar ist und der Dichtring beim nächsten Serviceintervall gewechselt werden kann.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist ein Sensor vorgesehen, der den erhöhten Anpressdruck auf die Staublippe und somit die Leckage an der Dichtlippe erfasst und einer übergeordneten Steuerung mitteilt. Von Vorteil ist dabei, dass die Überwachung der Abdichtung durch den Dichtring automatisiert erfolgt.

Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung ist nicht auf die Merkmalskombination der Ansprüche beschränkt. Für den Fachmann ergeben sich weitere sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten von Ansprüchen und/oder einzelnen

Anspruchsmerkmalen und/oder Merkmalen der Beschreibung und/oder der Figuren, insbesondere aus der Aufgabenstellung und/oder der sich durch Vergleich mit dem Stand der Technik stellenden Aufgabe. Bezugszeichenliste

Gehäuse WeIIe Dichtring Flüssigkeitsseite Dichtlippe Staublippe Schlauchfeder Metallring Aktivierungselement weiteres Aktivierungselement

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:

Fig. 1 : einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Dichtelement; und Fig. 2: einen Schnitt durch eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dichtelementes.

In der Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Dichtelement im Schnitt gezeigt.

Die Figur 1 zeigt eine drehbare Welle 2, die in einem Gehäuse 1 gelagert ist. Die Welle 2 durchdringt eine Gehäusewand des Gehäuses durch eine Ausnehmung eines Gehäuseteils des Gehäuses 2. Ein Innenraum des Gehäuses 1 ist mit einer Flüssigkeit, vorzugsweise einem Schmiermittel, insbesondere einem Schmieröl gefüllt. Das Schmiermittel dient der Schmierung für miteinander in Eingriff stehende Verzahnungsteile, welche im Innenraum angeordnet sind. Das Gehäuseteil ist gegenüber der Welle 2 mit einem Dichtelement, welches vorzugsweise als Dichtring 3 bzw. Wellendichtring abgedichtet.

Der Dichtring 3 besteht aus einem Grundkörper, der durch einen Metallring 8 verstärkt ist. Die Dichtlippe 5 wird mittels der Schlauchfeder 7 an die Welle gedrückt und verhindert somit ein Austreten der Flüssigkeit. Der Druck, der durch die Schlauchfeder 7 aufgebaut wird, soll gerade so stark sein, dass die Dichtlippe 5 abdichtend auf der Welle 2 auf einer Wellendichtfläche aufliegt. Starke Reibung wird jedoch vermieden, um einen schnellen Verschleiß zu verhindern. Dadurch wird ein Auslaufen, das heißt Austreten des Schmiermittels, insbesondere Öl, aus dem Innenraum von der Flüssigkeitsseite 4 des Dichtelementes in den Außenraum auf die Außenseite des Dichtelementes verhindert.

Ist die Dichtlippe 5 verschlissen, so tritt das Schmiermittel als ein Auslauf vom Innenraum in den Außenraum. Das Schmiermittel kommt in Kontakt mit dem Aktivierungsmittel. Dadurch wird eine chemische und/oder physikalische Reaktion zwischen Aktivierungsmittel und Auslauf ausgelöst. Diese chemische und/oder physikalische Reaktion bewirkt eine erneute Abdichtung der Welle gegenüber dem Gehäuse in dem ein weiteres Dichtmittel an die Wellendichtfläche angelegt wird. Das Dichtmittel und das weitere Dichtmittel liegen abdichtend an der Wellendichtfläche an bzw. sind abdichtend an die Wellendichtfläche anlegbar. Dies geschieht rein passiv, das heißt ohne eine Detektion des Auslaufs oder eine Zuführung von Energie von außerhalb des Dichtungselementes. Die chemische und/oder physikalische Reaktion des Aktivierungsmittels reicht aus, um ein erneutes abdichtend der Welle gegenüber dem Gehäuse bewirkt.

Bei unterschiedlichen Ausführungsformen sind unterschiedliche chemische und/oder physikalische Reaktion des Aktivierungsmittels vorgesehen, wie zum Beispiel Auflösen, Aufquellen, Aufsaugen, Adhäsion, chemische Bindung.

Das Aktivierungsmittel ist vorzugsweise als ein Materialbereich des Dichtelementes oder am Dichtelement, insbesondere als Beschichtung 9 am Dichtelement ausgeführt.

Als zusätzlichen Schutz enthält der in den Figuren 1 und 2 gezeigte Dichtring 3 noch eine Staublippe 6, die verhindert, dass Partikel an die Dichtlippe 5 gelangen, die diese zerstören könnten.

Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform ist in dem Raum zwischen der Dichtlippe 5 und der Staublippe 6 ein Aktivierungsmittel als Beschichtung 9 vorgesehen.

Die Beschichtung 9 besteht bei einer weiteren Ausführungsform aus direkt auf die Oberfläche des Dichtrings 3 aufgebrachter Aktivkohle, die so strukturiert ist, dass die kapillare Sogwirkung des porösen Materials die an der Oberfläche anstehende Flüssigkeit aufgrund der Oberflächenspannung in die Poren im Innern der Aktivkohle gezogen werden.

Die Anreicherung der Flüssigkeit im Innern der Aktivkohle bewirkt ein Quellen der Beschichtung 9. Der durch das Quellen bedingte Volumenzuwachs der Beschichtung 9 bewirkt ein Druck auf die Staublippe 6. Die Staublippe 6 wird gegen die Wellendichtfläche gedrückt und dichtet die Welle 2 gegen das Gehäuseteil ab. Dies verhindert ein weiteres Entweichen von Flüssigkeit und stoppt den Auslauf.

Da die Staublippe 6 beim Einbau des Dichtringes 3 eine Vorspannung erhält, die genau so stark ist, dass ein Abrieb durch die drehende Welle verhindert ist, ein Eindringen von Staubteilchen jedoch verhindert ist, ist die zusätzliche Kraft, die notwendig ist, um die für die Abdichtung gegen unerwünschtes Austreten von Flüssigkeit notwendige Anpresskraft zu erreichen, sehr gering. Diese geringe Anpresskraft ist durch quellende Aktivkohle oder eine vergleichbare Beschichtung erreichbar.

In einer alternativen Ausführungsform ist statt der Staublippe 6 eine weitere Dichtlippe am Dichtring 3 angeordnet. Die weitere Dichtlippe wird, wie oben beschrieben die Staublippe 6, an die Wellendichtfläche angedrückt. Die weitere Dichtlippe ist aber besser zum Abdichten geeignet.

In einer weiteren Ausführungsform bildet die Beschichtung 9 eine öllösliche aber in Wasser unlösliche Schicht. Die Beschichtung 9 bewirkt ein Abheben der weiteren Dichtlippe oder der Staublippe von der Welle 2 bzw. der Wellendichtfläche. Die Beschichtung 9 bewirkt und erhält ein Wegbiegen der weiteren Dichtlippe oder der Staublippe 6 von der Welle 2. Ist die Dichtlippe undicht tritt Schmiermittel aus und löst die Beschichtung 9 auf. Durch die Eigenspannung des Materials des Dichtrings 3 wird die weitere Dichtlippe oder die Staublippe 6 an die Welle 2 bzw. an die Wellendichtfläche gedrückt und dichtet das Gehäuse erneut ab.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist das Aktivierungselement selbst das abdichtende Element. Es ist zum Beispiel als Materialbereich oder Beschichtung 9 im Außenraum vor der Dichtlippe 5 angeordnet. Tritt ein Auslauf auf, so saugt das Aktivierungsmittel den Auslauf auf und quillt so stark auf, dass es selbst gegen die Welle gedrückt ist.

Weist das Aktivierungselement noch eine Signalfarbe auf, so ist das Auftreten der Leckage direkt von Außerhalb des Gehäuses 2 sichtbar. Falls der Dichtring 3 auch eine Staublippe 6 aufweist, so quillt das Aktivierungselement so stark auf, dass es die Staublippe 6 von der Welle weg drückt und somit sichtbar wird.

In der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform ist noch ein weiteres Aktivierungselement 10 gezeigt, welches in Kombination mit der Beschichtung 9 oder allein am Dichtring 3 angeordnet ist. Das weitere Aktivierungselement bewirkt bei Kontakt mit dem Auslauf, bei undichter Dichtlippe 5, ein Andrücken der Staublippe 5 oder alternativ einer weiteren Dichtlippe an die Welle bzw. die Wellendichtfläche. Dazu quillt zum Beispiel das weitere Aktivierungselement 10 einfach bei Kontakt mit dem Schmiermittel auf.

Bei einer weiteren Ausführungsform ändert das weitere Aktivierungsmittel 10 bei Kontakt mit dem Auslauf seine sichtbare Farbe, insbesondere die vom menschliche Auge sichtbare Farbe. Bevorzugterweise ändert sich die Farbe von einer unscheinbaren Farbe in eine Signalfarbe, so dass die Leckage des Dichtrings 3 einfach beobachtbar ist.

Das weitere Aktivierungsmittel und die Beschichtung 9 beziehungsweise das Aktivierungsmittel lassen sich auch in Kombination, wie in Figur 2 gezeigt an einem Dichtring 3 Anordnen.

Das Aktivierungsmittel ist vorzugsweise aus einem hydrophoben, lipophilen Material, damit die chemische und/oder physikalische Reaktion nicht schon mit der Luftfeuchtigkeit oder auftretendem Schwitzwasser ausgelöst wird. Da die Schmiermittel meist auf Basis von mineralische, synthetischen oder biologische Ölen aufgebaut sind, ist ein sicheres Aktivieren des Aktivierungsmittels nur bei einer Leckage möglich.

Hydrophobe, lipophile Materialien lassen sich vorzugsweise durch eine Silanisierung, Silylierung oder Silikonisierung mit einem Silan, insbesondere Alkylsilan wie zum Beispiel Dichlordimethylsilan.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Aktivierungsmittel ein silikonisiertes oder silanisiertes Filterelement auf, welches ein quellendes Aufsaugelement umgibt. Beispielsweise umgibt eine silikonisierte Membran oder Filterpapier einen ölaufsaugenden Schwamm.




 
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