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Title:
SEDIMENTATION DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/177966
Kind Code:
A1
Abstract:
A sedimentation device for material contained in liquid, in particular in precipitation water, is proposed, comprising a sedimentation insert (12), which, in the usage position, is inserted into a shaft element (13), wherein: the sedimentation insert (12) has an inflow chamber (18), which is delimited by an inflow-chamber side wall (20) equipped with a lateral inflow opening (19) and has an outlet opening (23) on the underside of the inflow chamber; a flow-breaking device (24) for breaking a liquid flow produced in a through-flow direction (26) between the inflow opening (19) and an outflow opening (25) is associated with the outlet opening (23); the sedimentation insert has an outflow chamber (32), which annularly surrounds the inflow chamber and is delimited by an inner outflow-chamber side wall, a bottom (33) and an outer outflow-chamber side wall (34); the outflow opening (25) is formed at the boundary of the outflow chamber (32); and the outer outflow-chamber side wall (34) is designed as a spillover element (38).

Inventors:
TORRAS-PIQUÉ JORGE (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/052846
Publication Date:
September 10, 2020
Filing Date:
February 05, 2020
Export Citation:
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Assignee:
3P TECHNIK FILTERSYSTEME GMBH (DE)
H2O RES GMBH (DE)
International Classes:
B01D21/24; B01D17/00; C02F1/00; E03F5/00
Domestic Patent References:
WO2014146178A12014-09-25
WO2000062888A12000-10-26
Foreign References:
KR20110037243A2011-04-13
US20070012608A12007-01-18
DE19953961A12001-05-10
EP1651325B12008-05-21
EP2957683B12018-06-06
Attorney, Agent or Firm:
PATENTANWÄLTE MAGENBAUER & KOLLEGEN PARTNERSCHAFT MBB (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Sedimentationseinrichtung für in Flüssigkeit, insbesonde re Niederschlagswasser, enthaltenem Material, mit einem Sedi mentationseinsatz (12) , der in Gebrauchslage in ein Schach telement (13) eingesetzt ist, wobei der Sedimentationseinsatz (12) eine Einlaufkammer (18) aufweist, die durch eine mit ei ner seitlichen EinlaufÖffnung (19) ausgestattete Einlaufkam- mer-Seitenwand (20) begrenzt ist und an ihrer Unterseite eine Austrittsöffnung (23) aufweist, wobei der Austrittsöffnung (23) eine Strömungsbrechereinrichtung (24) zur Strömungsbre- chung einer zwischen der EinlaufÖffnung (19) und einer Aus lauföffnung (25) in einer Durchströmungsrichtung (26) erzeug ten Flüssigkeitsströmung zugeordnet ist, und wobei der Sedi mentationseinsatz eine die Einlaufkammer (18) ringförmig um gebende Auslaufkammer (32) aufweist, die durch eine innere Auslaufkammer-Seitenwand, einen Boden (33) und eine äußere Auslaufkammer-Seitenwand (34) begrenzt ist, wobei an der Be grenzung der Auslaufkammer (32) die AuslaufÖffnung (25) aus gebildet ist, und wobei die äußere Auslaufkammer-Seitenwand (34) als Überfall (38) ausgebildet ist. 2. Sedimentationseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass die Einlaufkammer-Seitenwand (20) zylind risch ausgebildet ist.

3. Sedimentationseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlaufkammer (18) einen der Ein- lauföffnung zugeordneten Einlaufabschnitt (22) und einen in Durchströmungsrichtung (26) dem Einlaufabschnitt (22) nachge schalteten, der Austrittsöffnung (23) zugeordneten Austritts abschnitt (27) aufweist, wobei vorzugsweise der Austrittsab- schnitt (27) trichterförmig ausgebildet ist.

4. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Auslauf kammer-Seitenwand von der Einlaufkammer-Seitenwand (20) ge bildet ist. 5. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Durchströmungs- richtung (26) nach der EinlaufÖffnung (19) in der Einlaufkam mer (18) ein Strömungsleitelement (28) derart angeordnet ist, dass einströmende Flüssigkeit in eine Tangentialströmung ver- setzbar ist.

6. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überfall (38) als Wehr ausgebildet ist, wobei vorzugsweise das Wehr als Zacken wehr ausgebildet ist, mit einer Vielzahl in Umfangsrichtung der äußeren Auslaufkammer-Seitenwand (34) die Oberkante der äußeren Auslaufkammer-Seitenwand (34) bildenden Zacken (40) .

7. Sedimentationseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch ge kennzeichnet, dass die Zacken (40) die Form gleichschenkliger Dreiecke aufweisen. 8. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsbrecher einrichtung (24) wenigstens ein, insbesondere mehrere quer zur Strömungsrichtung stehende Strömungsbrecherelemente (42a- c) aufweist.

9. Sedimentationseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch ge kennzeichnet, dass die Strömungsbrecherelemente (42a-c) in Durchströmungsrichtung (26) der Austrittsöffnung (23) nachge schaltet sind. 10. Sedimentationseinrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsbrecherelemente (42a-c) schwertartig ausgebildet sind.

11. Sedimentationseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis

10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsbrecherelemente (42a-c) ein Standgestell (43) bilden, auf dem der Sedimenta tionseinsatz (12) in der Gebrauchslage im Schachtelement (13) steht .

12. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsbrecher- einrichtung (24) ein Gitter (46) aufweist, das vorzugsweise in der Austrittsöffnung oder unterhalb der Austrittsöffnung angeordnet ist.

13. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die AuslaufÖffnung (25) an der äußeren Auslaufkammer-Seitenwand (34) angeordnet ist, wobei vorzugsweise die AuslaufÖffnung (25) höhenver stellbar ist.

14. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sedimentations- einsatz (12) aus Kunststoff besteht.

15. Sedimentationseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Schachtelement (13) .

Description:
3P Technik Filtersysteme GmbH, 73337 Bad Überkingen und H2O Research GmbH, 48155 Münster

Sedimentationseinrichtung

Die Erfindung betrifft eine Sedimentationseinrichtung für in Flüssigkeit, insbesondere Niederschlagswasser, enthaltenem Material .

Derartige Sedimentationseinrichtungen sind bereits seit lan- gern bekannt. Ein wichtiges Anwendungsgebiet solcher Sedimen tationseinrichtungen ist das Abscheiden von Material aus Re genwasser, insbesondere bei einem Regenereignis mitgeschwemm ter Schmutz, Staub, Dreck usw.. Bei nach Stark-Niederschlägen gefüllten Regenwasserrückhaltesystemen besteht der Bedarf, das angestaute Regenwasser wieder abzuleiten. Ein Ableiten des aufgeschauten Regenwassers ohne Zwischenschaltung einer Sedimentationseinrichtung in die Kanalisation oder zum Zwecke der Versickerung ist problematisch.

Eine Sedimentationseinrichtung in Form einer hydrodynamischen Behandlungsvorrichtung ist beispielsweise in der EP 1 651 325 Bl beschrieben. Die dort offenbarte Behandlungseinrichtung besitzt eine zylindrische Außenwand, an deren Mantelfläche ein Einlass für Flüssigkeit ausgebildet ist. Der Einlass führt in einen Stauraum, der wiederum in eine äußere Abtren- nungskammer mündet . An der Unterseite der äußeren Abtren nungskammer befindet sich ein trichterförmiges Bodenelement, mit einer zentralen Öffnung über die die äußere Abtrennungs- kammer mit einem Sedimentationsraum oder Sumpf verbunden ist. Die äußere Abtrennungskammer wird von einer inneren Abtren nungskammer durchsetzt, die ebenfalls eine zylindrische Kam merwand aufweist. In der Mantelfläche dieser Kammerwand sind Eintrittsöffnungen ausgebildet, in die Flüssigkeit, insbeson dere Wasser von außen nach innen in die innere Abtrennungs- kammer einströmen kann. Die innere Abtrennungskammer ist bo denseitig geschlossen, sodass Flüssigkeit nach dem Eintreten in die innere Abtrennungskammer hochsteigt und zu einem eben- falls an der Mantelfläche der Kammerwand ausgebildeten Aus lass gelangt und von dort aus der Behandlungsvorrichtung ab strömt . Die Durchströmung der Behandlungsvorrichtung erfolgt also von außen nach innen, wobei die Strömung zunächst nach unten über den Sumpf geleitet wird und von dort wieder nach oben gerichtet ist.

In der EP 2 957 683 Bl ist eine Abwasserbehandlungsanordnung beschrieben, die einen Schacht aufweist, in den ein Ringraum paar mit einem in Höhenrichtung des Schachts oberen Ringraum und einem unteren Ringraum aufgenommen ist. Die Abwasserbe- handlungsanordnung wird im Aufström durchströmt, das heißt an der Mantelfläche des Schachts befindet sich ein Einlauf und ein demgegenüber höher gelegener Ablauf, wobei mehrere Ring raumpaare im Schachtinneren aufgenommen und im Aufstrom durchströmt werden, sodass im Wasser beziehungsweise in der Flüssigkeit befindliche Schwebstoffe bzw. Sedimente zurückge halten werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Sedimentationseinrichtung zu schaffen, die einfach aufgebaut und kostengünstig ist und mit der ein hoher Durchsatz an zu reinigender Flüssigkeit möglich ist. Diese Aufgabe wird durch eine Sedimentationseinrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Weiterbil dungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.

Die erfindungsgemäße Sedimentationseinrichtung für in Flüs- sigkeit, insbesondere Niederschlagswasser, enthaltenem Mate rial weist einen Sedimentationseinsatz auf, der in Gebrauchs lage in ein Schachtelement eingesetzt ist, wobei der Sedimen tationseinsatz eine Einlaufkammer aufweist, die durch eine mit einer seitlichen EinlaufÖffnung ausgestattete Einlaufkam- mer-Seitenwand begrenzt ist und an ihrer Unterseite eine Aus trittsöffnung aufweist, wobei der Austrittsöffnung eine Strö mungsbrechereinrichtung zur Strömungsbrechung einer zwischen der EinlaufÖffnung und einer AuslaufÖffnung in einer Durch- strömrichtung erzeugten Flüssigkeitsströmung zugeordnet ist, und wobei der Sedimentationseinsatz eine die Einlaufkammer ringförmig umgebene Auslaufkammer aufweist, die durch eine innere Auslaufkammer-Seitenwand einen Boden und eine äußere Auslaufkammer-Seitenwand begrenzt ist, wobei an der Begren zung der Auslaufkammer die AuslaufÖffnung ausgebildet ist, und wobei die äußere Auslaufkammer-Seitenwand als Überfall ausgebildet ist.

Die Durchströmung erfolgt in diesem Fall also von innen nach außen und von dort über einen Überfall zur AuslaufÖffnung . In der Gebrauchslage der Sedimentationseinrichtung kann der Ringraum zwischen der Schachtwand und dem Sedimentationsein satz eine äußere Kammer bilden, während das Innere des Sedi mentationseinsatzes die innere Kammer bilden kann, die zu nächst angeströmt wird, bevor die Flüssigkeit in die äußere Kammer tritt. Eine Anpassung der Schachtelemente an den Sedi- mentationseinsatz ist nicht notwendig, das heißt der Sedimen tationseinsatz kann in einfacher Weise in ein Schachtelement eingesetzt werden. Flüssigkeit läuft mithin zunächst in die Einlaufkammer ein, die derart ausgebildet ist, dass eine Flüssigkeitsströmung erzeugt wird, die einen hohen Durchsatz durch den Sedimentationseinsatz ermöglicht. Die Flüssigkeits strömung wird jedoch durch die Strömungsbrechereinrichtung gebrochen, wodurch verhindert wird, dass abgesetzte Sedimente wieder aufgewirbelt werden. Die nach dem Passieren der Aus trittsöffnung aufsteigende Flüssigkeit ist weitestgehend frei von Sedimenten und gelangt dann über den Überfall zur Aus lauföffnung . In besonders bevorzugter Weise ist die Einlaufkammer- Seitenwand zylindrisch ausgebildet .

In besonders bevorzugter Weise weist die Einlaufkammer einen der EinlaufÖffnung zugeordneten Einlaufabschnitt und einen in Durchströmungsrichtung dem Einlaufabschnitt nachgeschalteten der Austrittsöffnung zugeordneten Austrittsabschnitt auf.

Zweckmäßigerweise ist der Austrittsabschnitt trichterförmig ausgebildet .

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist die innere Auslauf kammer-Seitenwand von der Einlaufkammer-Seitenwand gebildet. Alternativ wäre es jedoch auch denkbar, dass die Auslaufkam mer eine separat von der Einlaufkammer-Seitenwand ausgebilde te innere Auslaufkammer-Seitenwand aufweist.

In besonders bevorzugter Weise ist in Durchströmungsrichtung nach der EinlaufÖffnung in der Einlaufkammer ein Strömungs- leitelement derart angeordnet, dass einströmende Flüssigkeit in eine Tangentialströmung versetzbar ist. Das Strömungslei telement kann beispielsweise als im Strömungsweg der durch die EinlaufÖffnung einströmenden Flüssigkeit liegender Abwei- ser, insbesondere in Form einer Abweiserplatte, ausgebildet sein .

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist der Überfall als Wehr ausgebildet. In besonders bevorzugter Weise ist das Wehr als Zacken ausge bildet, mit einer Vielzahl in Umfangsrichtung der äußeren Auslaufkammer-Seitenwand die Oberkante der äußeren Auslauf kammer-Seitenwand bildenden Zacken.

Zweckmäßigerweise weisen die Zacken die Form gleichschenkli- ger Dreiecke auf. Es können jedoch auch andere Über- strömströmquerschnitte, insbesondere andere Dreiecksgeomet rien eingesetzt werden. Maßgeblich dabei ist, dass ein gleichmäßiges Überströmen über das Wehr möglich ist, selbst wenn das Wehr nicht exakt horizontal ausgerichtet ist . Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist die Strömungsbre chereinrichtung wenigstens ein, insbesondere mehrere quer zur Strömungsrichtung stehende Strömungsbrecherelemente auf . Maß geblich dabei ist, dass insbesondere eine in der Einlaufkam mer vorherrschende Tangentialströmung mittels der Strömungs- brecherelemente gebrochen wird, sodass der unterhalb der Ein laufkammer befindliche Sumpf beziehungsweise Sedimentations raum frei von einer turbulenten Strömung ist, was ein Aufwir- beln abgesetzter Sedimente verhindert.

In besonders bevorzugter Weise sind die Strömungsbrecherele- mente in Durchströmungsrichtung der Austrittsöffnung nachge schaltet .

Zweckmäßigerweise sind die Strömungsbrecherelemente schwert artig ausgebildet. In besonders bevorzugter Weise bilden die Strömungsbre cherelemente ein Standgestell, auf dem der Sedimentationsein satz in der Gebrauchslage im Schachtelement steht.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist die Strömungsbre- chereinrichtung ein Gitter auf, das vorzugsweise in oder un terhalb der Austrittsöffnung angeordnet ist.

Zweckmäßigerweise ist die AuslaufÖffnung an der äußeren Aus laufkammer-Seitenwand angeordnet .

In besonders bevorzugter Weise ist die AuslaufÖffnung höhen- verstellbar. Dadurch ist es möglich, ein Höhenunterschied zwischen einer am Schachtelement ausgebildeten AblaufÖffnung und der AuslaufÖffnung des Sedimentationseinsatzes auszuglei chen. Die Höhenverstellbarkeit kann beispielsweise durch ei nen in der Höhe verstellbaren Schieber mit Blendenöffnung durchgeführt werden.

In besonders bevorzugter Weise besteht der Sedimentationsein satz aus Kunststoff. Beispielsweise kann es sich bei dem Se dimentationseinsatz um ein mittels Rotationsformen herge stelltes Kunststoffteil handeln. Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dar gestellt und wird im Folgenden näher erläutert . In der Zeich nung zeigen:

Figur 1 einen Längsschnitt durch ein bevorzugtes Ausfüh

rungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sedimentations- einrichtung,

Figur 2 eine perspektivische Draufsicht auf die Sedimenta tionseinrichtung von Figur 1, Figur 3 eine perspektivische Ansicht des Sedimentationsein satzes der Sedimentationseinrichtung von Figur 1,

Figur 4 eine perspektivische Ansicht aus gegenüber Figur 3 anderer Richtung auf den Sedimentationseinsatz von Figur 1,

Figur 5 eine Seitenansicht auf den Sedimentationseinsatz von Figur 3 und

Figur 6 eine 90° gegenüber Figur 5 gedrehte Seitenansicht des Sedimentationseinsatzes von Figur 3. Die Figuren 1 bis 6 zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbei spiel der erfindungsgemäßen Sedimentationseinrichtung 11. Die Sedimentationseinrichtung 11 wird im folgenden beispielhaft beim Einsatz zur Abscheidung von in Niederschlagswasser ent haltenem Material, insbesondere Sedimenten in Form von

Schmutzpartikeln beschrieben. Prinzipiell wäre es möglich, mit der Sedimentationseinrichtung 11 auch andere Flüssigkei ten als Wasser zu behandeln, jedoch ist das Hauptanwendungs- gebiet die Behandlung von Niederschlagswasser, insbesondere Regenwasser . Im beschriebenen Beispielsfall kann die Sedimentationsein richtung 11 beispielsweise einem Regenrückhaltebecken vor- oder nachgeschaltet oder im Regenrückhaltebecken angeordnet sein, sodass im Regenrückhaltebecken aufgestautes Nieder schlagswasser über die Sedimentationseinrichtung abgeleitet werden kann. Eine unbehandelte Ableitung von aufgestautem

Niederschlagswasser beispielsweise aus einem Regenrückhalte becken in die Kanalisation, in ein Gewässer oder zum Zwecke der Versickerung ist gemäß Trennerlaß des Gesetzgebers nicht mehr zulässig, sodass der Bedarf besteht, solch aufgestautes Niederschlagswasser zu behandeln.

Der Einsatz der erfindungsgemäßen Sedimentationseinrichtung 11 ist jedoch nicht an ein Regenrückhaltebecken gekoppelt, sondern die Sedimentationseinrichtung 11 kann überall dort eingesetzt werden, wo Niederschlagswasser in die Kanalisati on, in ein Gewässer oder zur Versickerung abgegeben wird.

Wie insbesondere in Figur 1 dargestellt, besitzt die Sedimen tationseinrichtung 11 einen Sedimentationseinsatz 12, der in Gebrauchslage in ein Schachtelelement 13 eingesetzt ist. Das in Figur 1 beispielhaft gezeigte Schachtelement 13 besteht in der Regel aus Betonmaterial und ist im Erdreich eingegraben. Das Schachtelement 13 besitzt einen Schachtmantel 14, der oberseitig offen ist und unterseitig durch einen Schachtboden 15 geschlossen ist. Der untere Teil des Schachtelements 13 und der Schachtboden 15 bilden gemeinsam einen Sumpf oder Se dimentsammelraum. Der Schachtmantel 14 besitzt zweckmäßiger weise eine zylindrische Form.

Dadurch, dass das Schachtelement 13 oben offen ist, lässt sich der Sedimentationseinsatz 12 in einfacher Weise von oben her in das Schachtelement 13 einsetzen. Wie insbesondere in Figur 1 gezeigt, besitzt das Schachtelement 13 am Schachtman tel 14 eine Schacht-EinlaufÖffnung 16 und eine diametral be züglich einer Schachtelement -Längsachse dieser entgegenge- setzt am Schachtmantel 14 angeordnete Schacht -AblaufÖffnung 17.

Der Sedimentationseinsatz 12 ist im Gegensatz zum Schachtele ment 13 zweckmäßigerweise ein Kunststoff -Bauteil . Der Sedi mentationseinsatz 12 kann beispielsweise durch Kunststoff- Rotationsformen hergestellt werden. Der Sedimentationseinsatz 12 besitzt eine Einlaufkammer 18, die durch eine mit einer seitlichen EinlaufÖffnung 19 ausge statteten Einlaufkammer-Seitenwand 20 begrenzt ist.

Wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, ist die EinlaufÖffnung 19 der Einlaufkammer 18 über ein Einlaufrohr 21 mit der Schacht- EinlaufÖffnung 16 verbunden, wobei das Einlaufrohr 21 über die Außenseite des Schachtmantels 14 hinaus steht.

Die Einlaufkammer 18 besitzt eine der EinlaufÖffnung 19 zuge ordneten Einlaufabschnitt 22. Der Einlaufabschnitt 22 wird durch einen zylindrischen Teil der Einlaufkammer-Seitenwand 20 begrenzt.

Die Einlaufkammer 18 weist an ihrer Unterseite eine Aus trittsöffnung 23 auf, wobei der Austrittsöffnung 23 eine Strömungsbrechereinrichtung zur Strömungsbrechung einer zwi- sehen der EinlaufÖffnung 19 und einer AuslaufÖffnung 24 in einer Durchströmungsrichtung 25 erzeugten Flüssigkeitsströ mung zugeordnet ist .

Die Einlaufkammer 18 besitzt eine in Durchströmungsrichtung 26 dem Einlaufabschnitt 22 der Einlaufkammer 18 nachgeschal- tete, der Austrittsöffnung 23 zugeordneten Austrittsabschnitt 27, der im Beispielsfall trichterförmig ausgebildet ist. Der Austrittsabschnitt 27 bildet zweckmäßigerweise einen hydrody namischen Abscheider. Die Austrittsöffnung 23 befindet sich an der Unterseite des Austrittsabschnitts 27. Wie insbesondere in der Figur 2 zu erkennen, ist in Durch strömungsrichtung 26 nach der EinlaufÖffnung 19 in der Ein laufkammer 18 ein Strömungsleitelement 28 in Form eines Ab weisers derart angeordnet, dass einströmendes Wasser in eine Tangentialströmung versetzt wird. Im gezeigten Beispielsfall ist das Strömungsleitelement 28 in Form des Abweisers als Winkelprofil ausgebildet, das zweckmäßigerweise einstückig mit der Einlaufkammer-Seitenwand 20 verbunden ist. Der Abwei ser besitzt einen Vertikalschenkel 29, der, wie in Figur 2 gezeigt, in Höhenrichtung der Einlaufkammer 18 verläuft und gegenüber der Mündungsfläche der EinlaufÖffnung 19 schräg ausgerichtet ist und zwar derart, dass einströmendes Wasser von der als Leitfläche 30 dienende Innenwand des Vertikal schenkels 29 abprallt und in Richtung Innenwand der Einlauf - kammer-Seitenwand 20 geführt wird, wo dann eine Tangential strömung erzeugt wird. Der Vertikalschenkel 29 ist einstückig mit einem Horizontalschenkel 31 verbunden, der winkelig mit dem Vertikalschenkel 29 verbunden ist und ebenfalls einstü ckig mit der Einlaufkammer-Seitenwand 20 verbunden ist. Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, besitzt der Sedimentationseinsatz 12 eine die Einlaufkammer 18 ringförmig umgebende Auslaufkammer 32, die durch eine innere Auslaufkam- mer-Seitenwand, einen Boden 33 und eine äußere Auslaufkammer- Seitenwand 34 begrenzt ist . Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, wird die innere Auslaufkammer-Seitenwand im Beispielsfall durch die Einlaufkammer-Seitenwand gebildet.

Der Boden der Auslaufkammer 32 und die äußere Auslaufkammer- Seitenwand 34 sind einstückig mit der Einlaufkammer- Seitenwand 20 verbunden. Wie insbesondere in Figur 2 gezeigt, befindet sich die AuslaufÖffnung 25 an der Begrenzung der

Auslaufkammer 32, insbesondere an der äußeren Auslaufkammer- Seitenwand 34.

Wie insbesondere die Zusammenschau der Figuren 3 und 4 zeigt, ist die AuslaufÖffnung 25 höhenverstellbar. Die Höhenverstellbarkeit wird dadurch erzielt, dass die Aus lauföffnung 25 Bestandteil eines Schiebers 35 ist, der höhen- verstellbar an einer Schieberführung 36 an der äußeren Aus laufkammer-Seitenwand 34 gelagert ist.

Wie insbesondere in den Figuren 1 und 2 dargestellt, ist die AuslaufÖffnung 25 über ein Auslaufrohr 37 mit der Schacht- AblaufÖffnung 17 verbunden. Die Höhenverstellbarkeit der Aus lauföffnung 25 insbesondere mittels des Schiebers 35 dient zum Ausgleich eines Höhenunterschieds zwischen der Auslauf - Öffnung 25 und der Schacht -AblaufÖffnung 17.

Wie insbesondere in Figur 2 und auch in den Figuren 3 bis 6 gezeigt, ist die äußere Auslaufkammer-Seitenwand 34 als Über fall 38 ausgebildet. Der Überfall 38 ist im Beispielsfall als Wehr ausgebildet, zweckmäßigerweise als Zackenwehr. Das Za ckenwehr besitzt eine die Oberkante der äußeren Auslaufkam- mer-Seitenwand 34 bildende Zackenreihe 39 mit einer Vielzahl von in Umfangsrichtung insbesondere in gleichmäßigem Abstand zueinander angeordneten Zacken 40. Die Zacken 40, die auch als Zähne bezeichnet werden können, besitzen im Beispielsfall die Form gleichschenkliger Dreiecke. Somit werden zwischen jeweils benachbarten Zacken 40 dreiecksförmige, insbesondere die Form von gleichschenkligen Dreiecken aufweisende Über- strömquerschnitte 41 gebildet. Die dreiecksförmigen Über- strömquerschnitte 41 ermöglichen einen gleichmäßigen Überlauf von Wasser, das von außen, das Zackenwehr überströmend in die Auslaufkammer einströmt . Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, ist der Se dimentationseinsatz 12 mit einer Strömungsbrechereinrichtung 24 ausgestattet . Die Strömungsbrechereinrichtung 24 ist der Austrittsöffnung 23 zugeordnet und dient zur Strömungsbre chung der turbulenten Tangentialströmung in der Einlaufkam- mer. Dies hat den Zweck, dass sich am Schachtboden 15 abge setztes Material nicht wieder aufgewirbelt wird. Die Strö- mungsbrechereinrichtung 24 besitzt mehrere quer zur Strö mungsrichtung stehende Strömungsbrecherelemente 42a-c. Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, sind die Strö mungsbrecherelemente 42a-c in Durchströmungsrichtung 26 der Austrittsöffnung 23 nachgeschaltet, befinden sich also unter halb der Einlaufkammer 18.

Die Strömungsbrecherelemente 42a-c sind im Beispielsfall schwertartig ausgebildet und sind im Beispielsfall in Form von drei in regelmäßigen Abständen zueinander sternförmig an- geordneten plattenartigen Strömungsbrecherelementen 42a-c ge zeigt. Die Strömungsbrecherelemente 42a-c sind einstückig miteinander verbunden und bilden gemeinsam ein Standgestell 43 für die darüber befindliche Einlauf- und Auslaufkammer 18, 32. Beispielsweise ist es möglich, dass die Unterkante der Einlaufkammer-Seitenwand 20 auf dem Standgestellt 43 auf sitzt. Wesentlich dabei ist, wie bereits erwähnt, dass die Strömungsbrecherelemente quer zur Strömungsrichtung stehen.

Im gezeigten Beispielsfall entsteht in der Einlaufkammer eine Tangentialströmung die durch die quer dazu ausgerichteten Strömungsbrecherelemente, die in Höhenrichtung ausgerichtet sind, gebrochen wird.

Wie insbesondere in Figur 3 gezeigt, befinden sich an der Un terseite des Standgestells 43 höhenverstellbare Füße 44 und zwar an wenigstens zwei von den drei Strömungsbrecherelemen- ten angeordnete Füße 44. Dadurch ist es möglich, die Einbau lage des Sedimentationseinsatzes 12 zu justieren.

Wie ferner in den Figuren 3 und 4 gezeigt, sind zwischen je weils zwei benachbarten Strömungsbrecherelementen 42 Verstei fungsstege 45 angeordnet, die dem Standgestell 43 eine aus- reichende Stabilität geben. Die Strömungsbrechereinrichtung 24 besitzt ferner ein Gitter 46, das im gezeigten Beispielsfall etwas unterhalb der Aus trittsöffnung 23 angeordnet ist. Auch das Gitter 46 dient zur Brechung der turbulenten Tangentialströmung in der Einlauf - kammer 18.

Im Betrieb strömt mit Sedimenten belastetes Niederschlagswas ser über das Einlaufrohr 21 und die EinlaufÖffnung 19 in die Einlaufkammer 18 ein. Dabei trifft das einströmende Nieder schlagswasser auf das Strömungsleitelement 28 in Form des Ab- weisers und wird in Richtung Innenwand der Einlaufkammer 18 geleitet. Es entsteht eine Tangentialströmung, die dafür sorgt, dass innerhalb der Einlaufkammer 18 eine relativ hohe Geschwindigkeit und somit ein hoher Durchsatz entsteht. Was ser strömt in der Einlaufkammer 18 nach unten und gelangt in die trichterförmige Auslaufkammer 32, wo es dann über die

Austrittsöffnung 23 in das Innere des Schachtelements 13 aus- tritt . Die Strömungsbrechereinrichtung 24 mit den beiden plattenartigen Strömungsbrecherelementen 42 sorgt für die Be ruhigung der Strömung, das heißt der Brechung der Tangential- Strömung. Mitgeschwemmte Sedimente setzen sich am Schachtbo den 15 ab. Die sternförmig angeordnete Strömungsbrecherele mente 42 verhindern eine Tangentialströmung am Schachtboden 15.

Das Niederschlagswasser steigt nun im Innern des Schachtele- ments 13 nach oben und überströmt den Überfall 38 in Form des Zackenwehrs. Das überströmende Niederschlagswasser ist im We sentlichen frei von den sich am Schachtboden 15 abgesetzten Sedimenten. Das Niederschlagswasser gelangt über das Zacken wehr in die Auslaufkammer 32 von wo es lediglich über die AuslaufÖffnung 25 abfließen kann. Das derart gereinigte Nie derschlagswasser fließt dann über die AuslaufÖffnung 25 ab und kann von dort in die Kanalisation, in ein Gewässer oder zur Versickerung geleitet werden.