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Title:
SENSOR SYSTEM FOR A UTILITY VEHICLE AND FIFTH-WHEEL COUPLING SYSTEM, UTILITY VEHICLE COMPRISING SAID SENSOR SYSTEM, AND METHOD FOR SAME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/243025
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sensor system (70) for a utility vehicle (10) which has a trailer coupling (14), in particular a tractor (16), for determining an angular change (17) between the utility vehicle (10) and a towed vehicle trailer (12), in particular a semi-trailer (18). The sensor system (70) comprises a sensor unit (82) with a wheel (84) which is rotatably mounted about an axis (86) and a rotary transmitter (88) which is connected to the wheel (84) in order to detect a change in the position of the wheel (84). The sensor system (70) additionally comprises a mounting (72) and a positioning mechanism (92). The invention additionally relates to a fifth-wheel coupling system (114) with a fifth-wheel coupling (20) and a sensor system (70), to a utility vehicle (10) with a fifth-wheel coupling system (114), and to a method for arranging a sensor system (70) and for coupling a semi-trailer (18) to a tractor (16).

Inventors:
WULF OLIVER (DE)
PLÄHN KLAUS (DE)
Application Number:
EP2019/064275
Publication Date:
December 26, 2019
Filing Date:
June 03, 2019
Export Citation:
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Assignee:
WABCO GMBH (DE)
International Classes:
B60D1/01; B60D1/24; B60D1/62; B62D53/08; B60T8/24; B62D15/02
Foreign References:
US20180057052A12018-03-01
DE102016012663A12017-06-01
EP2899101A12015-07-29
US5001639A1991-03-19
DE102014224425A12016-06-02
DE102010033641A12012-02-09
EP0471286A11992-02-19
Attorney, Agent or Firm:
RABE, Dirk-Heinrich (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Sensorsystem (70) für ein eine Anhängerkupplung (14) aufweisendes Nutzfahrzeug (10), insbesondere eine Sattelzugmaschine (16), zum Bestimmen einer Winkeländerung (17) zwischen dem Nutzfahrzeug (10) und einem ange hängten Fahrzeuganhänger (12), insbesondere einem Sattelauflieger (18), um fassend:

- eine Sensoreinheit (82) mit

- einem Rad (84), das um eine Achse (86) drehbar gelagert ist, und

- einem Drehgeber (88), der mit dem Rad (84) verbunden ist, um eine Lageänderung des Rades (84) zu detektieren,

- eine Halterung (72) mit

- zumindest einem ersten feststehenden Teil (74) zum Verbinden des Sensorsystems (70) an dem Nutzfahrzeug (10) oder einem Teil da von und

- zumindest einem beweglichen Teil (76), der mit der Sensorein heit (82) verbunden und am feststehenden Teil (74) beweglich, insbe sondere drehbar, gelagert ist,

- einen Positioniermechanismus (92), zumindest zum gefederten Lagern des beweglichen Teils (76) in einer Betriebsposition (122), insbesondere so, dass das Rad (84) der mit dem beweglichen Teil (76) verbundenen Sensorein heit (82) in Kontakt mit einem Fahrzeuganhänger (12) oder einem Teil (49) des Fahrzeuganhängers (12) bringbar ist,

wobei die Halterung (72) angepasst ist, zumindest in der Betriebs position (122) das Rad (84) der Sensoreinheit (82) au ßerhalb einer Auf lagefläche (24) der Anhängerkupplung (14) neben der Auflagefläche (24) anzuordnen, insbesondere derart, dass eine Kontaktfläche (49) des Ra des (84) in der Betriebsposition (122) in eine durch die Auflagefläche (24) gebildete Ebene (1 15) in einen Bereich (55) bringbar ist, der von einer Grundplatte (48) des Fahrzeuganhängers (12) überstreichbar ist.

2. Sensorsystem (70) nach Anspruch 1 , wobei die Halterung (72) ange passt ist, zumindest in der Betriebsposition (122) das Rad (84) oder die Kon taktfläche (49) des Rades (84) in einem Abstand (1 16) von weniger als 0,2 m oder weniger als 0,1 m zu einer Kontur (26) der Auflagefläche (24) anzuordnen.

3. Sensorsystem (70) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Positionierme chanismus (92) eingerichtet ist, den beweglichen Teil (76) der Halterung (72) in eine Ruheposition (120) zu überführen, die unterschiedlich zur Betriebsposition (122) ist, insbesondere derart, dass das Rad (84) der mit dem beweglichen Teil (76) der Halterung (72) verbundenen Sensoreinheit (82) beabstandbar zu dem Fahrzeuganhänger (12) ist.

4. Sensorsystem (70) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Halterung (72) angepasst ist, im Bereich oder mit einer als Sattelkupplung (20) ausgebildeten Anhängerkupplung (14) verbunden zu werden, die eine Sat telplatte (22) mit einem Haltebereich (30) aufweist, in der ein Königszapfen (21 ) einkuppelbar ist, wobei die Halterung (72) angepasst ist, das Rad (84) der Sen soreinheit (82) zumindest in der Betriebsposition (122) in einem Abstand zum Haltebereich (30) zu halten, der geringer ist als der maximale Abstand (52) ei ner Kontur (26) einer Auflagefläche (24) der Sattelplatte (22) zum Haltebereich (30).

5. Sensorsystem (70) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Halterung (72) angepasst ist, im Bereich oder mit einer als Sattelkupplung (20) ausgebildeten Anhängerkupplung (14) des Nutzfahrzeugs (10) verbunden zu werden, sodass das Rad (84) der Sensoreinheit (82) durch den beweglichen Teil (76) zumindest in der Betriebsposition (122) vor der Auflagefläche (24) ge genüber einem Mündungsbereich (38) einer bis zu dem Haltebereich (30) füh renden Führung (40) der Sattelkupplung (20) für einen Königszapfen (21 ) oder in der Führung (40) anordenbar ist, insbesondere so, dass zumindest in der Betriebsposition (122) die Achse (86) des Rades (84) radial zum Zentrum (54) des Haltebereichs (30) verläuft.

6. Sensorsystem (70) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der feststehende Teil (74) der Halterung (72) angepasst ist, mit Bolzen (28) der Sattelkupplung (20), die zur Befestigung von Reibbelägen (27) dienen, befestigt zu werden.

7. Sensorsystem (70) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Positioniermechanismus (92) ein Verbindungsteil (94) aufweist und das Verbindungsteil (94) angepasst ist, mit einem Schließmechanismus (34), insbe sondere einem Betätigungshebel (44) für den Schließmechanismus (34), einer Anhängerkupplung (14) des Nutzfahrzeugs (10) verbunden zu werden, insbe sondere so, dass beim Betätigen des Betätigungshebels (44) des Schließme chanismus (34) der bewegliche Teil (76) zwischen der Betriebsposition (122) und der Ruheposition (120) überführbar ist.

8. Sensorsystem (70) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Positioniermechanismus (92), insbesondere der Verbindungsteil (94), eine Justiereinrichtung (103) umfasst, um zumindest die Betriebsposition (122) und/oder die Ruheposition (120) zu verändern.

9. Sattelkupplungssystem (1 14) eines Nutzfahrzeugs (10), insbesondere einer Sattelzugmaschine (16), mit einer Sattelkupplung (20) und einem Sensor system (70) nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei der feststehende Teil (74) des Sensorsystems (70) mit dem Nutzfahrzeug (10) oder einem Teil (49) davon verbunden ist und das Rad (84) zumindest in der Betriebsposition (122) mit der Halterung (72) außerhalb der Auflagefläche (24) der Anhänger kupplung (14) neben der Auflagefläche (24) angeordnet ist, insbesondere der art, dass eine Kontaktfläche (49) des Rades (84) in der Betriebsposition (122) in einer durch die Auflagefläche (24) gebildeten Ebene (115) in einem Bereich (55) liegt, der von einer Grundplatte (48) des Fahrzeuganhängers (12) über streichbar ist.

10. Sattelkupplungssystem (1 14) nach Anspruch 9, wobei die Halterung (72) das Rad (84) oder die Kontaktfläche (49) des Rades (84) zumindest in der Be triebsposition (122) in einem Abstand (116) zu einer Kontur (26) der Auflageflä che (24) von weniger als 0,2 m oder weniger als 0,1 m anordnet.

11. Sattelkupplungssystem (1 14) nach Anspruch 9 oder 10, wobei die Halte rung (72) der Sensoreinheit (82) im Bereich oder mit der Sattelkupplung (20) verbunden ist, und die Sattelkupplung (20) eine Sattelplatte (22) mit einem Hal tebereich (30) aufweist, in den ein Königszapfen (21 ) einkuppelbar ist, wobei die Halterung (72) das Rad (84) in der Betriebsposition (122) in einem Abstand (1 16) zum Haltebereich (30) hält, der geringer ist als der maximale Abstand (52) der Kontur (26) der Auflagefläche (24) zum Haltebereich (30).

12. Sattelkupplungssystem (1 14) nach einem der Ansprüche 9 bis 1 1 , wobei die Sattelkupplung (20) mit der Halterung (72) derart verbunden ist, dass das Rad (84) zumindest in der Betriebsposition (122) vor der Auflagefläche (24) ge genüber dem Mündungsbereich (38) einer bis zu dem Haltebereich (30) führen den Führung (40) der Sattelkupplung (20) oder in der Führung (40) angeordnet ist, wobei die Achse (86) des Rades (84) insbesondere radial zum Zentrum (54) des Haltebereichs (30) verläuft.

13. Sattelkupplungssystem (1 14) nach einem der Ansprüche 9 bis 12, wobei die Sattelkupplung (20) einen Schließmechanismus (34) aufweist und der Schließmechanismus (34) eingerichtet ist, einen Königszapfen (21 ) eines Sat telaufliegers (18) mit der Sattelkupplung (20) einzukuppeln oder freizugeben und der Schließmechanismus (34) mit dem Verbindungsteil (94) des Positio niermechanismus (92) des Sensorsystems (70) verbunden ist und/oder

wobei die Sattelkupplung (20) Bolzen (28) zur Befestigung von Reibbelä gen (27) aufweist und der feststehende Teil (74) der Halterung (72) mit den Bolzen (28) an der Sattelkupplung (20) befestigt ist.

14. Nutzfahrzeug (10), nämlich Sattelzugmaschine (16), mit einem Sattel kupplungssystem (1 14) nach einem der Ansprüche 9 bis 13.

15. Verfahren zum Anordnen eines Sensorsystems (70) nach einem der An sprüche 1 bis 8 an einer Sattelkupplung (20) für ein Nutzfahrzeug (10), umfas send die Schritte:

Verbinden (130) des feststehenden Teils (74) der Halterung (72) des Sensorsystems (70) mit Bolzen (28) zur Befestigung von Reibbelägen (27) der Sattelkupplung (20) und

Verbinden (132) des Verbindungsteils (94) des Positioniermechanismus (92) mit einem Schließmechanismus (34), insbesondere einem Betätigungshe bel (44) des Schließmechanismus (34), der Sattelkupplung (20).

16. Verfahren nach Anspruch 15, wobei nach dem Verbinden eine Betriebs position (122) und/oder eine Ruheposition (120) mit einer Justiereinrichtung (103) eingestellt (134) wird.

17. Verfahren zum Kuppeln eines Sattelaufliegers (18) mit einer Sattelzug maschine (16), umfassend die Schritte:

Einführen (140) eines Königszapfens (21 ) des Sattelaufliegers (18) in ei nen Haltebereich (30) einer Sattelkupplung (20) der Sattelzugmaschine (16), Verriegeln (142) des Schließmechanismus (34) der Sattelkupplung (20) und

Überführen (144) des beweglichen Teils (76) einer Halterung (72) eines Sensorsystems (70) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 von einer Ruheposition (120) in eine Betriebsposition (122).

18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei das Überführen des beweglichen Teils (76) durch das Verriegeln des Königszapfens (21 ) bewirkt wird.

Description:
Sensorsystem für ein Nutzfahrzeug und Sattelkupplungssystem sowie Nutz fahrzeug damit und Verfahren dafür

Die Erfindung betrifft den Bereich der Nutzfahrzeuge und insbesondere das Gebiet der Bestimmung eines Knickwinkels zwischen einem Nutzfahrzeug und einem von dem Nutzfahrzeug gezogenen Fahrzeuganhänger.

Im Bereich der Nutzfahrzeuge ist es bekannt, Messwerte aufzunehmen, um einen Betriebs- oder Fahrzustand des Nutzfahrzeugs selbst oder auch eines vom Nutzfahrzeug gezogenen Fahrzeuganhängers zu bestimmen. Die Mess werte über den aktuellen Betriebs- oder Fahrzustand können dann in Fahrassis tenz- oder Sicherheitssystemen verwendet werden, um den Fahrzeugführer zu unterstützen, zu informieren oder beim Auftreten von instabilen oder unsicheren Zuständen diesen automatisch entgegenzuwirken.

Neben dem direkten Bestimmen von Messwerten mit Sensoren ist es auch be kannt, Variablen oder variable Größen indirekt mithilfe anderer gemessener Messwerte oder bekannter Größen zu schätzen oder mithilfe dieser zu model lieren. Ein Beispiel hierfür ist das Bestimmen eines Knickwinkels zwischen ei nem Nutzfahrzeug und einem von dem Nutzfahrzeug gezogenen Fahrzeugan hänger. Ein derartiger Knickwinkel wird beispielsweise unter Berücksichtigung der gemessenen Geschwindigkeit, gemessener Gierraten des Nutzfahrzeugs sowie fester geometrischer Parameter modelliert. Der so bestimmte Knickwinkel kann beispielsweise in Sicherheitssystemen des Fahrzeugs, wie beispielsweise einer elektronischen Stabilitätskontrolle (ESP), berücksichtigt werden. Vorzugsweise dient die Überwachung eines Knickwinkels auch, dazu um einen Fahrzeugführer zu warnen, wenn der Fahrzeuganhänger gegenüber dem Nutz fahrzeug, beispielsweise bei Rückwärtsfahrt durch enge Kurven, zu stark ein geknickt ist. Hierdurch kann beispielsweise ein Abreißen von Verbindungska beln oder Verbindungsleitungen zwischen dem Nutzfahrzeug und dem Fahr zeuganhänger vermieden werden, wenn der Fahrzeugführer auf die Warnung reagiert.

Zudem kann ein ermittelter Knickwinkel zwischen einem Nutzfahrzeug und ei nem Fahrzeuganhänger verwendet werden, um ein teilweise autonomes Fah ren des Nutzfahrzeugs, an das ein Fahrzeuganhänger angekuppelt ist, auch in einer Rückwärtsfahrrichtung zu ermöglichen.

Aus dem Stand der Technik sind Sensoranordnungen oder Sensorsysteme be kannt, um gegenüber durch die Modellierung indirekt bestimmten absoluten Knickwinkeln auch eine direkte Knickwinkelmessung zu ermöglichen.

Derartige Sensoren können beispielsweise als optische Sensoren realisiert werden, wobei diese den Nachteil aufweisen, dass diese durch Verschmutzung keine oder teilweise fehlerhafte Messwerte liefern. Weiterhin sind Sensoren be kannt, die am Nutzfahrzeug angeordnet sind und in direktem Kontakt mit dem Fahrzeuganhänger, zum Beispiel durch ein Rad, stehen. So lässt sich durch diese Sensoren zumindest eine relative Bewegung der Fahrzeuge zueinander messen.

Die zuletzt genannten Sensoren sind jedoch häufig nur in einem bestimmten Messbereich des Knickwinkels einsetzbar, da Bereiche, in denen ausschließlich der Knickwinkel unabhängig zu anderen relativen Bewegung zwischen Fahr zeuganhänger und Nutzfahrzeug messbar ist, nur sehr eingeschränkt zur Ver fügung stehen.

In EP 0 471 286 B1 ist beispielsweise beschrieben, einen Rollensensor in eine Öffnung einer Sattelplatte einer Sattelkupplung zu integrieren. Eine derartige Lösung birgt jedoch einerseits die Problematik, dass eine Stabilität der Sattel platte aufgrund der Öffnung durch zusätzliche Verstärkung sichergestellt wer den muss. Andererseits ist eine vorhandene Anhängerkupplung, die beispiels weise als Sattelkupplung ausgestaltet ist, durch diese Lösung nicht nachrüst bar, da eine stabilitätsreduzierende Öffnung für den Sensor nicht ohne Weiteres eingebracht werden kann.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Sensorsystem zu finden, das den Problemen des Standes der Technik begegnet. Insbesondere soll ein Sensorsystem gefunden werden, das nachrüstbar ist, ohne die Stabilität einer vorhandenen Anhängerkupplung zu reduzieren.

Hierzu betrifft die Erfindung ein Sensorsystem zum Bestimmen einer Winkelän derung zwischen dem Nutzfahrzeug und einem Fahrzeuganhänger. Das Nutz fahrzeug ist zum Beispiel eine Sattelzugmaschine und der Fahrzeuganhänger beispielsweise ein Sattelauflieger. Das Sensorsystem umfasst eine Sensorein heit, eine Halterung und einen Positioniermechanismus.

Die Sensoreinheit umfasst ein Rad, das um eine Achse drehbar gelagert ist, und einen Drehgeber, der mit dem Rad verbunden ist, um eine Lageänderung des Rades zu detektieren. Der Begriff Rad ist hier gewählt, um allgemein einen Rotationskörper zu beschreiben, der um eine Achse drehbar ist. Somit stellt der Begriff keine Einschränkung der geometrischen Form dar. Das Rad umfasst beispielsweise auch einen auf einer Drehachse gelagerten Kugelkörper oder dergleichen.

Die Halterung umfasst zumindest einen ersten feststehenden Teil zum Anbrin gen des Systems an dem Nutzfahrzeug oder einem Teil des Nutzfahrzeugs und zumindest einen beweglichen Teil, der mit der Sensoreinheit verbunden und am feststehenden Teil beweglich gelagert ist. Der bewegliche Teil ist vorzugsweise drehbar am feststehenden Teil gelagert. Gemäß einer alternative ist der beweg liche Teil linear verschiebbar am feststehenden Teil gelagert. Der Positioniermechanismus ist eingerichtet, das bewegliche Teil zumindest in einer Betriebsposition, vorzugsweise eines Betriebspositionsbereichs, zu la gern. Diese Lagerung ist als gefederte Lagerung ausgeführt. Der bewegliche Teil ist also gefedert gelagert, sodass in Abhängigkeit einer auf die Federung ausgeübten Kraft der bewegliche Teil in verschiedenen Positionen innerhalb des Betriebspositionsbereichs durch den Positioniermechanismus angeordnet ist. Hierbei dient der Positioniermechanismus zum Lagern des beweglichen Teils, zumindest in der Betriebsposition, insbesondere, sodass das Rad der mit dem beweglichen Teil verbundenen Sensoreinheit mit einer Federkraft in Kon takt mit einem Fahrzeuganhänger bringbar ist.

Die Betriebsposition bezeichnet hierbei insbesondere die Position des Rades, sodass der um das Rad verlaufende Kontaktbereich in einer Ebene mit der Auf lagefläche oder Reibbelägen der Auflagefläche liegt.

Hierbei macht sich die Erfindung die Kenntnis zunutze, dass üblicherweise ein Kontaktbereich des Fahrzeuganhängers, also ein Bereich einer Kontaktplatte des Fahrzeuganhängers, der angepasst ist, auf einer Auflagefläche einer An hängerkupplung aufzuliegen, in der Regel größer gewählt ist als die Auflageflä che selbst.

Dieser Kontaktbereich des Fahrzeuganhängers ist in der Regel eben und frei von Unebenheiten ausgebildet, sodass in diesem Kontaktbereich vorteilhafter weise das Rad der Sensoreinheit ungestört eine relative Bewegung zwischen dem Nutzfahrzeug und dem Fahrzeuganhänger detektieren kann. Die Halterung ist somit in einfacher Art und Weise nachträglich an eine vorhandene Anhän gerkupplung anbringbar bzw. nachrüstbar, ohne dass zusätzliche Stabilitäts maßnahmen oder aufwändige Bearbeitungen der Anhängerkupplung nötig sind.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Halterung angepasst, das Rad der Sen soreinheit, insbesondere wenn der bewegliche Teil in der Betriebsposition ist, außerhalb einer Auflagefläche der Anhängerkupplung, aber nahe der Auflage- fläche, nämlich vorzugsweise in einem Abstand zur Auflagefläche von weniger als 0,2 m oder weniger als 0,1 m, anzuordnen. Der Abstand ist vorzugsweise als Abstand zwischen einer Kontur der Auflagefläche und einer um das Rad verlaufenden Kontaktfläche des Rades zum Herstellen eines Kontakts mit dem Fahrzeuganhänger definiert.

Gemäß einer Ausführungsform ist der Positioniermechanismus eingerichtet, den beweglichen Teil der Halterung aus der Betriebsposition in eine Ruheposi tion zu überführen und/oder in der Ruheposition zu lagern, die unterschiedlich zur Betriebsposition ist und insbesondere außerhalb des Betriebspositionsbe reichs liegt. Hierbei ist die Ruheposition so gewählt, dass vorzugsweise das Rad der mit dem beweglichen Teil verbundenen Sensoreinheit beabstandbar zu dem Fahrzeuganhänger anordenbar ist. Hierdurch wird es ermöglicht, dass beim An- und Abkuppeln ein sich nähernder Teil oder Kupplungsteil des Fahr zeuganhängers oder ein sich entfernender Teil oder Kupplungsteil des Fahr zeuganhängers eine Kraft auf das Rad mit einer Querkomponente zur Dreh achse ausübt, die zu einer Beschädigung führen könnte.

Das Rad kann also zum An- und Abkuppeln des Fahrzeuganhängers vorzugs weise mittels des Positioniermechanismus in die Ruheposition überführt wer den, sodass ein für das Sensorsystem beschädigungsfreies An- und Abkuppeln eines Fahrzeuganhängers an das Nutzfahrzeug möglich ist.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Halterung eingerichtet, im Bereich oder mit einer als Sattelkupplung ausgebildeten Anhängerkupplung verbunden zu werden, die eine Sattelplatte mit einem Haltebereich aufweist, in der ein Kö nigszapfen einkuppelbar ist. Die Halterung ist hierbei derart angepasst, das Rad der Sensoreinheit zumindest im Betriebspositionsbereich in einem Abstand zum Haltebereich zu halten, der geringer ist als der maximale Abstand einer Kontur der Auflagefläche zum Haltebereich.

Somit wird immer sichergestellt, dass das Rad der Sensoreinheit im Betriebs positionsbereich sicher mit einer Kontaktfläche des Fahrzeuganhängers für eine Sattelkupplung unabhängig vom Knickwinkel in Kontakt steht. Hierbei wird aus genutzt, dass die Kontaktfläche des Fahrzeuganhängers zum Kontaktieren mit der Sattelkupplung, die auch als Bereich einer Grundplatte bezeichnet werden kann, mindestens einen Durchmesser aufweist, sodass die Kontaktfläche je denfalls am breitesten Bereich der Auflagefläche mit der gesamten Auflageflä che in Kontakt steht. Somit ist an schmaleren Bereichen der Auflagefläche, an denen das Rad gemäß diesem Ausführungsbeispiel anordenbar ist, selbst im Falle einer Drehbewegung ein Teil der Grundplatte in Verbindung mit dem Rad der Sensoreinheit, sodass immer eine Messung der relativen Bewegung des Fahrzeuganhängers zum Nutzfahrzeug möglich ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Halterung angepasst, im Be reich einer mit einer als Sattelkupplung ausgebildeten Anhängerkupplung des Nutzfahrzeugs verbunden zu werden, sodass das Rad durch den beweglichen Teil der Sensoreinheit zumindest in der Betriebsposition vor der Auflagefläche gegenüber einem Mündungsbereich einer bis zu einem Haltebereich führenden Führung der Sattelkupplung für einen Königszapfen oder im Bereich der Füh rung selbst anordenbar ist. Hierbei ist die Halterung insbesondere derart ange passt, sodass zumindest in der Betriebsposition die Achse des Rades radial zum Haltebereich verläuft.

Hierbei wird die Kenntnis ausgenutzt, dass der Rand der Auflagefläche oder die Kontur der Auflagefläche einer Sattelkupplung auf der Vorderseite der Sattel kupplung, die der Seite entspricht, die vor der Auflagefläche gegenüber einem Mündungsbereich liegt, einen geringeren Abstand zum Haltebereich aufweist als an den Seitenbereichen. Da die Kontaktflächen von Fahrzeuganhängers wenigstens so groß ausgebildet sind, dass diese im gesamten Kontakt mit der Auflagefläche einer Sattelkupplung stehen, ist demnach auf der Vorderseite der Sattelkupplung, die zur Materialersparnis weniger massiv ausgebildet ist, ein Bereich vorhanden, der grundsätzlich von der Kontaktfläche des Fahrzeugan hängers überstrichen wird. Eine Anordnung des Rades der Sensoreinheit in diesem Bereich stellt somit sicher, dass, auch wenn die Kontaktfläche eines Fahrzeuganhängers gerade die maximale Breite der Auflagefläche der Sattel- kupplung aufweist, jedenfalls der vordere Bereich vor der Sattelkupplung bei großer Drehbewegung durch die Kontaktfläche eines Fahrzeuganhängers auf der Auflagefläche überstrichen wird, sodass die Drehbewegung sicher durch das Rad detektierbar ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der feststehende Teil der Halterung angepasst, mit Bolzen einer Sattelkupplung befestigt zu werden, die zur Befes tigung von Reibbelägen dienen. Demnach werden vorhandene Bolzen der Sat telkupplung, mit denen Reibbeläge befestigt sind und die zum Tausch der Reibbeläge leicht entfernbar sind, verwendet, um hierdurch zusätzlich den fest stehenden Teil der Halterung zu befestigen. Anstatt einer direkten Verwendung der vorhandenen Bolzen werden alternativ diese Bolzen durch lange Bolzen ersetzt. Die Halterung ist demnach an die vorhandene Position dieser Bolzen angepasst, sodass ohne zusätzliche weitere Bauteile das Sensorsystem in ein facher Art und Weise an einer Sattelkupplung befestigbar ist. Die Bolzen wer den gemäß einer bevorzugten Ausführungsform mittels Hülsen verstärkt oder verlängert, um Elastizitäten in der Halterung zu reduzieren.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der Positioniermechanismus ein Verbindungsteil auf. Das Verbindungsteil ist angepasst, mit einem Schließme chanismus, insbesondere einem Betätigungshebel für den Schließmechanis mus, der Anhängerkupplung des Fahrzeugs verbunden zu werden. Vorzugs weise ist das Verbindungsteil daher so angepasst, dass durch Betätigen des Betätigungshebels des Schließmechanismus der bewegliche Teil zwischen ei ner Betriebsposition und der Ruheposition überführbar ist.

Hierbei wird sichergestellt, dass erst, wenn ein Fahrzeuganhänger mit einem Nutzfahrzeug durch Betätigung des Schließmechanismus festgekuppelt wird, automatisch, nämlich durch das Verbindungsteil und den Positioniermechanis mus damit, der bewegliche Teil in eine Betriebsposition überführt wird. Zuvor verbleibt die Sensoreinheit und insbesondere das Rad der Sensoreinheit in sei ner Ruheposition, sodass kein Kontakt zwischen dem Fahrzeuganhänger und dem Rad besteht und somit keine Kräfte mit einer Querkomponente zur Dreh- achse des Rades auf das Rad der Sensoreinheit ausgeübt werden, die mög licherweise zur Beschädigung der Sensoreinheit führen können.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst der Positioniermechanismus eine Justiereinrichtung. Diese Justiereinrichtung ist vorzugsweise Bestandteil des Verbindungsteils. Die Justiereinrichtung dient zum Variieren der Betriebs position und/oder der Ruheposition und/oder der Federkraft bei der gefederten Lagerung des beweglichen Teils. Somit kann ein Verbindungsteil, das mit ei nem Schließmechanismus einer Anhängerkupplung eines Nutzfahrzeugs ver bunden ist, an die Ausgestaltung des Schließmechanismus, insbesondere des Betätigungshebels, sowie den Hebelweg angepasst werden, sodass das Sen sorsystem für eine Vielzahl von unterschiedlichen Anhängerkupplungen ohne konstruktive Änderungen allein durch Justieren mit der Justiereinrichtung ange passt werden kann.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Drehgeber ein inkrementeller Drehgeber, insbesondere ein Inkrementalgeber, oder ein absoluter Drehgeber. Außerdem oder zusätzlich ist der Drehgeber eingerichtet, ein pulsweitenmodu liertes Signal (PWM-Signal) mit Laufrichtungserkennung, insbesondere ein A/B- Signal, oder ein Datensignal, insbesondere ein Bussignal, vorzugsweise ein CAN-Bussignal, in Abhängigkeit einer Lageänderung auszugeben.

Außerdem betrifft die Erfindung ein Sattelkupplungssystem mit einer Sattel kupplung und einem Sensorsystem nach einer der vorgenannten Ausführungs formen. Hierbei ist der feststehende Teil der Halterung des Sensorsystems mit der Sattelkupplung verbunden. Außerdem ist durch die Halterung zumindest in der Betriebsposition das Rad der Sensoreinheit außerhalb einer Auflagefläche der Sattelkupplung nahe der Auflagefläche angeordnet. Zudem ist das Rad zu mindest in der Betriebsposition mit der Halterung außerhalb der Auflagefläche der Anhängerkupplung neben der Auflagefläche angeordnet. Vorzugsweise ist das Rad derart angeordnet, dass die Kontaktfläche des Rades in der Betriebs position in einer durch die Auflagefläche gebildeten Ebene in einem Bereich liegt, der von einer Grundplatte des Fahrzeuganhängers überstreichbar ist. Gemäß einer Ausführungsform des Sattelkupplungssystems beträgt der Ab stand zwischen Auflagefläche und dem Rad weniger als 0,2 m oder weniger als 0,1 m.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Halterung im Bereich oder mit der Sattel kupplung verbunden. Die Sattelkupplung weist einen Haltebereich auf, in dem ein Königszapfen einkuppelbar ist. Außerdem ist das Rad der Sensoreinheit zumindest in der Betriebsposition in einem Abstand zum Haltebereich durch die Halterung angeordnet, der geringer als der maximale Abstand einer Kontur der Auflagefläche der Sattelkupplung zum Haltebereich ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Halterung im Bereich der oder mit der Sattelkupplung verbunden, sodass das Rad durch den beweglichen Teil der Sensoreinheit zumindest in der Betriebsposition vor der Auflagefläche ge genüber dem Mündungsbereich der bis zu dem Haltebereich führenden Füh rung der Sattelkupplung für den Königszapfen oder im Bereich der Führung an geordnet ist. Die Achse des Rades verläuft hierbei, wie im Übrigen insbesonde re bei allen Ausführungsformen der Erfindung auch, in der Betriebsposition ra dial zum Haltebereich oder zum Zentrum, insbesondere zu einer durch das Zentrum verlaufenden Achse, des Haltebereichs.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Sattelkupplung einen

Schließmechanismus auf, der eingerichtet ist, einen Königszapfen eines Fahr zeuganhängers mit der Sattelkupplung einzukuppeln oder freizugeben. Der Schließmechanismus ist mit dem Verbindungsteil der Positionieranordnung des Sensorsystems verbunden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Sattelkupplung Bolzen zur Befestigung von Reibbelägen auf. Der feststehende Teil der Halterung ist mit den Bolzen an der Sattelkupplung befestigt. Außerdem umfasst die Erfindung ein Nutzfahrzeug mit einem Sattelkupplungs system nach einer der vorgenannten Ausführungsformen.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Anbringen eines Sensorsys tems nach einer der vorgenannten Ausführungsformen an eine Sattelkupplung für ein Nutzfahrzeug. Hierzu wird der feststehende Teil der Halterung des Sen sorsystems mit den Bolzen zur Befestigung von Reibbelägen der Sattelkupp lung verbunden. Außerdem wird ein Verbindungsteil der Positionieranordnung mit einem Schließmechanismus der Sattelkupplung verbunden.

Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens zum Anordnen des Sensorsys tems wird eine Betriebsposition und/oder eine Ruheposition und/oder eine Fe derkraft der Feder bei der gefederten Lagerung in der Betriebsposition eines beweglichen Teils der Halterung des Sensorsystems mit einer Justiereinrich tung des Sensorsystems eingestellt.

Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Kuppeln eines Sattelauflie gers mit einem Sattelzug. Hierbei wird zunächst ein Königszapfen eines Sattel aufliegers in eine Sattelkupplung des Sattelzugs eingeführt. Daraufhin wird die Sattelkupplung mittels eines Schließmechanismus verriegelt und der bewegli che Teil einer Halterung eines Sensorsystems nach einer der vorgenannten Ausführungsformen von einer Ruheposition in eine Betriebsposition überführt.

Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens zum Kuppeln erfolgt das Über führen des beweglichen Teils durch das Verriegeln.

Weitere Ausführungsformen ergeben sich anhand der in den Figuren näher er läuterten Ausführungsbeispiele. Hierbei zeigt

Fig. 1 ein Nutzfahrzeug mit einem Fahrzeuganhänger,

Fig. 2 einen Sattelzug mit einem Sattelauflieger, Fig. 3 eine Sattelkupplung in der Draufsicht,

Fig. 4 eine Sattelkupplung aus einer Ansicht von unten,

Fig. 5 ein mit der Sattelkupplung verbundenes Sensorsystem aus einer

Ansicht von unten auf die Sattelkupplung,

Fig. 6 eine perspektivische Ansicht eines Sattelkupplungssystems,

Fig. 7 eine Ansicht des Sensorsystems in einer Ruheposition,

Fig. 8 eine Ansicht des Sensorsystems in einer Betriebsposition,

Fig. 9 die Schritte eines Verfahrens zum Anbringen eines Sensorsys tems an eine Sattelkupplung und

Fig. 10 die Schritte eines Verfahrens zum Ankuppeln eines Fahrzeugan hängers an ein Nutzfahrzeug.

Fig. 1 zeigt ein Nutzfahrzeug 10, das mit einem Fahrzeuganhänger 12 über ei ne Anhängerkupplung 14 verbunden ist. Das Nutzfahrzeug 10 weist einen nicht dargestellten Antrieb auf, mit dem das Nutzfahrzeug 10 antreibbar ist und den daran angekuppelten Fahrzeuganhänger 12 bei einer Vorwärtsfahrt zieht oder bei einer Rückwärtsfahrt schiebt.

Fig. 2 zeigt ebenfalls ein Nutzfahrzeug 10, das hier jedoch als Sattelzugma schine 1 6 ausgebildet ist. Die Sattelzugmaschine 1 6 zieht ebenfalls einen Fahr zeuganhänger 12, der hier jedoch als Sattelauflieger 18 ausgebildet ist. Der Sattelauflieger 18 ist mit der Sattelzugmaschine 16 ebenfalls über eine Anhän gerkupplung 14 gekuppelt, die in Fig. 2 jedoch als Sattelkupplung 20 ausgebil det ist. Die Sattelkupplung 20 ist an der Sattelzugmaschine 16 angeordnet und hält einen Königszapfen 21 des Sattelaufliegers 18, sodass die Sattelzugma schine 1 6 mittels der Sattelkupplung 20 und dem darin eingekuppelten Königs- zapfen 21 den Sattelauflieger 18 bei einer Vorwärtsfahrt ziehen und bei einer Rückwärtsfahrt schieben kann. Fig. 2 zeigt die Sattelzugmaschine 16 und den Sattelauflieger 18 bei einer Fahrt in einer Linkskurve. Hieraus resultiert bei spielsweise eine Winkeländerung 17 zwischen Sattelzugmaschine 16 und Sat telauflieger 18. Die Winkeländerung 17 wird als Knickwinkel oder Knickwinke länderung bezeichnet und entspricht dem Winkel zwischen den Längssachsen der Fahrzeuge, also den Fahrzeuglängssachen, hier also der Längsachse 15 der Sattelzugmaschine 16 und der Längsachse 19 des Sattelaufliegers 18.

Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf eine Sattelkupplung 20. Die Sattelkupplung weist eine Sattelplatte 22 auf, die an ihrer Oberseite eine Auflagefläche 24 auf weist. Die Auflagefläche 24 umfasst eine Kontur 26, innerhalb derer die Aufla gefläche 24 vorzugsweise im Wesentlichen eben ausgebildet ist. Die Auflage fläche 24 weist Reibbeläge 27 auf, die mit Bolzen 28 an der Sattelplatte 22 be festigt und austauschbar sind. Im Zentrum der Sattelplatte 22 ist ein Haltebe reich 30 vorgesehen, um den Königszapfen 21 aufzunehmen und im Haltebe reich 30 einzukuppeln. Das Einkuppeln oder Halten erfolgt über einen Riegel 32 eines Schließmechanismus 34.

Demnach ist der Königszapfen 21 in einer Längsrichtung 36 über einen Mün dungsbereich 38 sowie eine an den Mündungsbereich 38 anschließende Füh- rung40 in den Haltebereich 30 einführbar, während der Riegel 32 weggeklappt ist. Der Königszapfen 21 drückt dann auf eine Platte 42, sodass der Riegel 32 in die dargestellte Position drehen kann. Der Riegel 32 wird dann über den Schließmechanismus 34 mittels eines Betätigungshebels 44 verriegelt. Zum Freigeben des Königszapfens 21 wird der Betätigungshebel 44 wiederum in eine andere Position überführt, sodass der Riegel 32 wegklappbar ist, und der Königszapfen 21 vom Haltebereich 30 über die Führung 40 und den Mün dungsbereich 38 wieder entkuppelt werden kann.

Außerdem zeigt Fig. 3 einen Bereich 46 einer Grundplatte 48, die am Sattelauf lieger 18 im Wesentlichen eben ausgeführt ist, um auf der Auflagefläche 24, nämlich insbesondere den Reibbelägen 27, aufzuliegen. Die Grundplatte 48 weist zumindest den Bereich 46 mit einer im Wesentlichen ebenen Ausbildung auf, der einen Radius 50 aufweist, der mindestens dem maximalen Abstand 52 zwischen dem Zentrum 54 des Haltebereichs 30 zur Kontur 26 der Auflageflä che 24 entspricht. Hierdurch ist sichergestellt, dass bei Kurvenfahrten mit gro ßen Knickwinkeln des Sattelaufliegers 18 stets die gesamte Auflagefläche 24 bzw. die Reibbeläge 27 in Kontakt mit der Grundplatte 48 stehen. Die Grund platte 48 ist ein Teil 49 des Fahrzeuganhängers 12. Der Bereich 46 der Grund platte 48 entspricht somit einem Bereich 55 der Sattelkupplung 20, der bei einer Kurvenfahrt immer vom Fahrzeuganhänger 12 überstrichten wird.

Fig. 4 zeigt die Satttelkupplung 20 von der Unterseite, wobei hier der

Schließmechanismus 34 detaillierter dargestellt ist. Demnach ist erkennbar, dass der Betätigungshebel 44 in Querrichtung 56 der Sattelplatte 22 bewegbar ist, um über verschiedene weitere Hebel den Riegel 32 freizugeben oder zu fixieren. Ebenfalls sind in Fig. 4 die Bolzen 28, die jeweils mit einer Mutter 58 gesichert sind und auf der Auflagefläche 24 die Reibbeläge 27 halten, darge stellt.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung dienen die Bolzen 28 im vor deren Bereich 60 der Sattelkupplung 20 als Befestigungspunkte 62 zum Befes tigen eines Sensorsystems, das im Folgenden erläutert wird. Zudem weist der Betätigungshebel 44 eine Öffnung, insbesondere ein Bohrloch 64, auf, das ebenfalls zum Verbinden des Betätigungshebels 44 als Befestigungspunkt 66 zur Verbindung des später erläuterten Sensorsystems dient.

Fig. 5 zeigt nun das erfindungsgemäße Sensorsystem 70, das an einer Sattel kupplung 20, nämlich insbesondere den Bolzen 28 der Sattelkupplung 20 zur Befestigung der Reibbeläge 27, und dem Betätigungshebel 44 befestigt ist.

Das Sensorsystem 70 umfasst hierzu eine Halterung 72, die einen feststehen den Teil 74 und einen beweglichen Teil 76 aufweist. Der feststehende Teil 74 umfasst im Wesentlichen einen Steg 78, der mit beiden Bolzen 28, die als Be festigungspunkte 62, wie in Fig. 4 dargestellt, dienen, verbunden ist. Der Steg 78 umfasst ein Lager 80, an dem der bewegliche Teil 76 drehbar ge lagert ist. Der bewegliche Teil 76 ist auf der einen Seite mit dem Lager 80 ver bunden und auf der anderen Seite ist eine Sensoreinheit 82 fest angeordnet.

Die Sensoreinheit 82 umfasst ein Rad 84, das über eine Achse 86 mit einem Drehgeber 88 verbunden ist. Hierbei führt die Achse 86 durch eine Öffnung mit einem Lager in einer Halteplatte 85. Die Halteplatte 85 kann als Bestandteil der Sensoreinheit 82 oder des beweglichen Teils 76 betrachtet werden.. Das Rad 84 weist eine umlaufende Kontaktfläche 85 auf, die mit dem Fahrzeuganhänger 12 in Kontakt bringbar ist. Außerdem ist ein Schutz 90 für das Sensorsystem 70 dargestellt, der optional angebracht ist und vor unerwünschten Stößen auf das Sensorsystem 70 schützt.

Außerdem weist das Sensorsystem 70 einen Positioniermechanismus 92 auf. Der Positioniermechanismus 92 umfasst ein Verbindungsteil 94, das mit dem in Fig. 4 dargestellten Befestigungspunkt 66 des Betätigungshebels 44 verbunden ist. Das Verbindungsteil 14 ist mit einem Stab 96 verbunden, der durch eine Öffnung 98 in einem Hebel 100 des beweglichen Teils 76 führt. Die Öffnung 98 weist einen größeren Durchmesser als der Stab auf.

Außerdem ist ein Bereich des Stabs 96 mit einem Gewinde 102 versehen, auf das eine Mutter 104 aufgeschraubt ist. An der Mutter 104 ist eine Feder 106 verbunden, die ebenfalls mit dem Hebel 100 des beweglichen Teils 76 verbun den ist. Die Feder 106 ist vorzugsweise eine Zugfeder. Eine weitere Feder 108 ist auf dem Stab 96 angeordnet. Die weitere Feder 108 ist vorzugsweise eine Druckfeder. Zudem ist gegenüberliegend der Feder 108 zur Mutter 104 eine frei auf dem Stab bewegliche Scheibe 110 angeordnet. Die Mutter 104 und das Gewinde 102 sind Teil einer Justiereinrichtung 103.

Hier ist in Fig. 5 der bewegliche Teil 76 in einer Ruheposition dargestellt, in der gegenüber einer Betriebsposition, die später gezeigt wird, die Sensoreinheit 82 und der bewegliche Teil 76 unterhalb einer Ebene, die durch die Auflagefläche 24 gebildet ist, liegen. Diese Position wurde eingenommen, indem der Betäti- gungshebel 44 nach außen, vom Zentrum der Sattelkupplung 20 aus gesehen, gezogen ist. Hierdurch zieht die Feder 106 den Hebel 100 mit sich, sodass der bewegliche Teil 76 um das Lager 80 in die Ruheposition gedreht wird.

Im später gezeigten Fall, bei dem sich die Sensoreinheit 82 in einer Betriebspo sition befindet, wird der Betätigungshebel 44 nach innen zum Zentrum gedrückt, also in Richtung 1 12, sodass über den Verbindungsteil 94 der Stab 96 des Po sitioniermechanismus 92 durch die Öffnung 98 geführt wird, bis die Scheibe 1 10 gegen den Rand der Öffnung 98 auf den Hebel 100 durch die Feder 108 ge drückt wird. Durch weiteres Bewegen des Betätigungshebels 44 in Richtung 112 wird dann eine Kraft auf den Hebel 100 ausgeübt, der den beweglichen Teil 76 mit dem Lager 80 um den feststehenden Teil 74 dreht. Somit wird die Sen soreinheit 82 dadurch derart bewegt, dass das Rad 84 oberhalb einer durch die Auflagefläche 24 der Sattelkupplung 20 gebildeten Ebene liegt und in Kontakt mit der Grundplatte 48 eines Sattelaufliegers 18 treten kann. Hierbei befinden sich der bewegliche Teil 76 und die Sensoreinheit 82 dann durch die Feder 108 gefedert in der Betriebsposition.

Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Sattelkupplungssystems 114, das die Sattelkupplung 20 und das Sensorsystem 70 umfasst. Eine besonders vorteilhafte Anbauposition des Sensorsystems 70 vor der Sattelplatte 22 der Sattelkupplung 20, also auf einer Vorderseite 1 18 der Sattelkupplung 20, ist erkennbar. Demnach befindet sich das Sensorsystem 70 außerhalb der Aufla gefläche 24 der Sattelkupplung 20 und ist durch die Halterung nahe der Aufla gefläche 24 mit einem Abstand 1 16 zur Auflagefläche 24 von weniger als 10 cm angeordnet. Das Sensorsystem 70 befindet sich hier in einer Ruheposition, so dass das Rad 84 tiefer als eine durch die Auflagefläche 24 gebildete Ebene 1 15 liegt. Vor der Sattelkupplung 20 bedeutet also, auf der Vorderseite 118 der Sat telkupplung 20 angeordnet, die als die Seite der Sattelkupplung 20 definiert ist, die gegenüber dem Mündungsbereich 38 für den Königszapfen 21 angeordnet ist. Fig. 7 zeigt eine weitere Ansicht des Sensorsystems 70, das in einer Ruheposi tion 120 ist. Hier ist nun zur Verdeutlichung der Ruheposition 120 auch die Grundplatte 48 eines Sattelaufliegers 18 dargestellt, die auf der Sattelplatte 22, nämlich auf der Auflagefläche 24 der Sattelplatte 22 mit den Reibbelägen 27 aufliegt. Die Sensoreinheit 70 steht nicht in Kontakt mit der Grundplatte 48, sondern ist beabstandet dazu.

Demgegenüber ist in Fig. 8 eine Betriebsposition 122 dargestellt, in der das Rad 84 in Kontakt mit der Grundplatte 48 des Sattelaufliegers 18 steht. Eine sich auf der Auflagefläche 24 aufliegende und bewegende Grundplatte 48 führt demnach zum Drehen des Rades 84, was dann mittels dem Drehgeber 88 de- tektierbar ist.

Fig. 9 zeigt exemplarisch die Schritte eines Verfahrens zum Anordnen eines Sensorsystems 70. Im ersten Schritt 130 wird ein feststehender Teil 74 einer Halterung 72 des Sensorsystems 70 mit Bolzen 28 einer Sattelkupplung 20 verbunden. Im Schritt 132 wird ein Verbindungsteil 94 eines Positioniermecha nismus 92 des Sensorsystems 70 mit einem Befestigungspunkt 66 eines Betä tigungshebels 44 eines Schließmechanismus 34 einer Sattelkupplung 20 ver bunden. Im Schritt 134 wird durch einen Justiermechanismus 103, nämlich durch Verstellen einer Mutter 104 auf einem Gewinde 102, eine Ruheposition 120 und eine Betriebsposition 122 eingestellt.

Fig. 10 zeigt die Schritte eines Verfahrens zum Kuppeln eines Sattelaufliegers 18 mit einer Sattelzugmaschine 16. Im Schritt 140 wird ein Königszapfen 21 eines Sattelaufliegers 18 über einen Mündungsbereich 38 und eine Führung 40 in einen Haltebereich 30 einer Sattelkupplung 20 gebracht. Im Haltebereich 30 wird dann der Königszapfen 21 über einen Schließmechanismus 34 in einem Schritt 142 verriegelt. Im Schritt 144 wird ein Betätigungshebel 44 zur Betäti gung des Schließmechanismus 34, nämlich zum Verriegeln des Riegels 32, des Schließmechanismus 34 umpositioniert, um hierdurch gleichzeitig die Sen soreinheit 82 und den beweglichen Teil 76 des Sensorsystems 70 in eine Be triebsposition 122 zu überführen. Bezugszeichenliste (Bestandteil der Beschreibung)

10 Nutzfahrzeug

12 Fahrzeuganhänger

14 Anhängerkupplung

15 Längsachsel 6 Sattelzugmaschine

17 Winkeländerung

18 Sattelauflieger

19 Längsachse

20 Sattelkupplung

21 Königszapfen

22 Sattelplatte

24 Auflagefläche

26 Kontur

27 Reibbeläge

28 Bolzen

30 Haltebereich

32 Riegel

34 Schließmechanismus

36 Längsrichtung

38 Mündungsbereich

40 Führung

42 Platte

44 Betätigungshebel

46 Bereich

48 Grundplatte

50 Radius

49 Teil des Fahrzeuganhängers

52 maximaler Abstand

54 Zentrum

55 Bereich

56 Querrichtung Mutter

vorderer Bereich

Befestigungspunkte Bohrloch

Befestigungspunkt Sensorsystem

Halterung

feststehender Teil beweglicher Teil

Steg

Lager

Sensoreinheit

Rad

Kontaktfläche des Rades Achse

Halteplatte

Drehgeber

Schutz

Positioniermechanismus Verbindungsteil

Stab

Öffnung

Hebel

Gewinde

Justiereinrichtung Mutter

Feder

weitere Feder

Scheibe

Richtung

Sattelkupplungssystem Ebene

Abstand Vorderseite

Ruheposition

Betriebsposition

-134 Schritte des Verfahrens zum Anordnen eines Sensorsystems-144 Schritte des Verfahrens zum Koppeln eines Sattelaufliegers