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Patent Searching and Data


Title:
SHOE SOLE FOR MEASURING A FOOT TEMPERATURE, PAIR OF SHOE SOLES, SHOE AND PAIR OF SHOES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/121814
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a shoe sole for measuring a foot temperature, comprising padding material, a foot contact surface and a temperature sensor, the temperature sensor being arranged at a distance from the foot contact surface, and a heat conducting body is arranged thermally conductively between the foot contact surface and the temperature sensor such that a foot temperature is guided via the heat conducting body to the temperature sensor.

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Inventors:
SCHIDLOWSKI NORBERT (DE)
Application Number:
PCT/DE2017/101101
Publication Date:
July 05, 2018
Filing Date:
December 22, 2017
Export Citation:
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Assignee:
ORTHOPAEDIE TECHNIK SERVICE AKTIV GMBH (DE)
AUTOMATION & SOFTWARE GUENTHER TAUSCH GMBH (DE)
International Classes:
A43B3/35; A43B13/14
Domestic Patent References:
WO2009005373A12009-01-08
Foreign References:
US6195921B12001-03-06
US7204041B12007-04-17
US20090222072A12009-09-03
DE102014008091A12015-12-03
US20170127999A12017-05-11
Attorney, Agent or Firm:
WEIDNER STERN JESCHKE PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT (DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Schuhsohle (101a, b) zum Messen einer Fußtemperatur mit einem Polstermaterial (104), einer Fußkontaktfläche (103) und einem Temperatursensor (221), wobei der Temperatursensor einen Abstand (105a, b) zur Fußkontaktfläche aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wärmeleitkörper (107) wärmeleitend zwischen der Fußkontaktfläche und dem Temperatursensor angeordnet ist, sodass eine Fußtemperatur über den Wärmeleitkörper zum Temperatursensor geleitet wird.

2. Schuhsohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle einen zweiten Wärmeleitkörper, einen dritten Wärmeleitkörper, einen vierten Wärmeleitkörper, einen fünften Wärmeleitkörper und/oder weitere Wärmeleitkörper aufweist oder der Wärmeleitkörper durchgängig über eine gesamte Fläche der Schuhsohle ausgeführt ist.

3. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle einen zweiten Temperatursensor, einen dritten Temperatursensor, einen vierten Temperatursensor, einen fünften Temperatursensor und/oder weitere Temperatursensoren aufweist.

4. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor oder die Temperatursensoren durch einen ortsauflösenden Temperatursensor gebildet ist oder werden.

5. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeleitkörper oder die Wärmeleitkörper einen Kern (109) und eine wärmeleitende Hülle (111) aufweist oder aufweisen.

6. Schuhsohle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern ein wärmleitfähiges und/oder elastisches Material aufweist oder wenigstens teilweise aus dem Polstermaterial besteht.

7. Schuhsohle nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeleitende Hülle ein Metall, eine Metallfolie, insbesondere Aluminiumfolie, ein metallisches Gewebe, ein metallisches Geflecht oder ein wärmeleitendes Kunststoffmaterial aufweist.

8. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Wärmeleitkörper im Wesentlichen säulenförmig ausgestaltet ist und eine kreisrunde, elliptische, dreieckige, viereckige oder polygone Grundfläche aufweist.

9. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen einem der Temperatursensoren und der Fußkontaktfläche ein vertikaler Abstand ist.

10. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Wärmeleitkörper und der Fußkontaktfläche oder ein von einer wärmeleitenden Hülle umschlossenes Polstermaterial auf den Wärmeleitkörper aufgesetzt ist.

11. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle ein Elektronikbauteil aufweist .

12. Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle als Einlegesohle ausgestaltet ist.

13. Schuhsohlenpaar, mit einer linken Schuhsohle und einer rechten Schuhsohle, wobei mindestens eine der beiden Schuhsohlen eine Schuhsohle nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 12 ist.

14. Schuh, welcher eine Schuhsohle nach einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist.

15. Schuhpaar, welches ein Schuhsohlenpaar nach Anspruch 13 aufweist .

Description:
Schuhsohle zum Messen einer Fußtemperatur, Schuhsohlenpaar,

Schuh und Schuhpaar

[Ol] Die Erfindung betrifft eine Schuhsohle zum Messen einer Fußtemperatur mit einem Polstermaterial, einer Fußkontaktfläche und einem Temperatursensor, wobei der Temperatursensor einen Abstand zur Fußkontaktfläche aufweist. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Schuhsohlenpaar, einen Schuh und ein Schuhpaar.

[02] Bei Patienten mit Diabetes treten bei schwerer Ausprägung und als Langzeitkomplikation Schädigungen der Nerven und Blutgefäße in den Beinen und Füßen auf mit der Folge, dass die Patienten Gefühlstörungen in den Füßen haben. Diese Gefühlstörungen (Neuropathie) und

Durchblutungsstörungen sind die Hauptursache des diabetischen Fußsyndroms (sogenannter diabetischer Fuß) .

[03] Patienten mit dem diabetischen Fußsyndrom können aufgrund einer veränderten und/oder geminderten Schmerzwahrnehmung Überlastungen der Füße durch mechanische Reize, wie beispielsweise durch Druck oder

Schnittverletzung, sowie Temperaturreize nicht adäquat wahrnehmen. Hierbei sind insbesondere die Fußsohle und die seitlichen Bereiche des Fußes gefährdet. Die veränderte und/oder verminderte Wahrnehmung führt dazu, dass auch kleinste Verletzungen zu sehr schwer heilenden Wunden führen und häufig insbesondere durch beständig bestehende mechanische Reize tiefe Geschwüre auftreten können. Nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Entzündungen können eine Amputation von Teilen oder des gesamten Fußes nach sich ziehen und zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen führen.

[04] Um Durchblutungsstörungen bei Patienten mit Diabetes frühzeitig zu erkennen, sind Temperatursensoren in einem Schuhwerk bekannt .

[05] Die WO 2009/005373 AI offenbart eine separate Einlegesohle oder eine im Schuh integrierte Sohle für Diabetes-Patienten, bei welcher die Temperatursensoren in direktem Wärmekontakt zum Fuß stehen.

[06] Aus der DE 10 2014 008 091 AI ist eine Vorrichtung zum Erfassen von Druckbelastung und/oder Temperaturdifferenzen in einem Einlegesohlenpaar für diabetische Füße offenbart, wobei in die Sohle variierbare Druck- und Temperatursensoren eingearbeitet sind. Hierbei sind die textilen, kapazitiven Drucksensoren jeweils aus zwei sich gegenüberliegenden Sensorflächen an der Sohlenober ¬ und -Unterseite ausgestaltet, wobei dazwischen Polstermaterial angeordnet ist.

[07] In der US 2017/0127999 AI stehen die Temperatursensoren in Verbindung zur Sohlenoberfläche und sind auf einer flexiblen Leiterplatte angeordnet, welche wiederum auf einer flexiblen Innensohle positioniert ist.

[08] Nachteilig bei bekannten Schuh- oder Einlegesohlen ist, dass der Fuß hierbei im direkten Kontakt mit dem Temperatursensor steht und aufgrund von Materialunterschieden der Temperatursensoren zum umgebenden Sohlenmaterial und/oder der Härte der Temperatursensoren selber gerade die Gefahr besteht, dass ein diabetischer Fuß mechanisch gereizt und infolge dessen geschädigt wird.

[09] Um eine Schädigung zu vermeiden, sind weiterhin Sensorsohlen bekannt, bei denen die Temperatursensoren üblicherweise in einer unteren Sohlenebene angeordnet sind, um Druckstellen am Fuß zu vermeiden. Das darüber angeordnete Polstermaterial nimmt den Druck des Fußes des Sohlenträgers auf, verhindert jedoch aufgrund seiner wärmeisolierenden Eigenschaften und aufgrund des Abstandes der Temperatursensoren zum Fuß eine Wärmeübertragung der zu messenden Körperwärme des Fußes zu den Temperatursensoren.

[10] Um eine Wärmeübertragung durch das Polstermaterial zu verbessern, kann an der Position eines Temperatursensors das Polstermaterial mit einem Durchbruch versehen werden. Dadurch wird der Wärmetransfer zwar prinzipiell verbessert, jedoch ist die in den Durchbruch vorliegende Luft ein schlechter Wärmeleiter, wodurch das Temperaturmessergebnis verfälscht werden kann. Zudem können die unterschiedlichen Materialeigenschaften und die Position des Materialwechsels zwischen einem Durchbruch und dem Polstermaterial wiederum zu einer mechanischen Reizung des diabetischen Fußes führen .

[11] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern

[12] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Schuhsohle zum Messen einer Fußtemperatur mit einem Polstermaterial, einer Fußkontaktfläche und einem Temperatursensor, wobei der Temperatursensor einen Abstand zur Fußkontaktfläche aufweist, und ein Wärmeleitkörper wärmeleitend zwischen der Fußkontaktfläche und dem Temperatursensor angeordnet ist, sodass eine Fußtemperatur über den Wärmeleitkörper zum Temperatursensor geleitet wird.

[13] Somit wird mittels des Wärmeleitkörpers eine genaue Messung der Fußtemperatur realisiert, ohne dass der Fuß dabei in direkten Kontakt mit dem Temperatursensor treten muss und dadurch gegebenenfalls mechanisch gereizt wird. Durch den speziellen Wärmeleitkörper zwischen der Fußkontaktfläche und dem Temperatursensor wird der Fuß nicht direkt dem Material- und Formeigenschaften des Temperatursensors ausgesetzt.

[14] Folglich können durch den Wärmeleitkörper eine erhöhte Temperatur am Fuß, beispielsweise bei Erhöhung der Fußtemperatur aufgrund einer Entzündungsreaktion, oder eine erniedrigte Temperatur am Fuß, beispielsweise durch Durchblutungsstörungen, zuverlässig, schnell und rechtzeitig ermittelt und erkannt werden.

[15] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung beruht darauf, dass mittels eines Wärmeleitkörpers sowohl einen optimalen Wärmetransport vom Fuß zum Temperatursensor und dadurch eine zuverlässige Messung der Fußtemperatur als auch gleichzeitig einen hohen Tragekomfort bei reizempfindlichen diabetischen Füßen zu gewährleisten.

[16] Folgendes Begriffliche sei erläutert: [17] Eine „Schuhsohle" ist insbesondere ein Bestandteil des Schuhbodens und somit des Teils des Schuhs, welcher sich unterhalb eines Fußes befindet Eine Schuhsohle kann insbesondere eine Lage und/oder Schicht des Schuhbodens darstellen. Eine Schuhsohle ist insbesondere eine Innensohle, Zwischensohle oder Laufsohle (Außensohle) . Eine Schuhsohle ist auch eine Deckbrandsohle oder eine Teildeckbrandsohle, welche auf der Innensohle aufgeklebt und/oder angeordnet ist. Eine Schuhsohle weist insbesondere eine Lage und/oder Schicht oder mehrere Lagen und/oder Schichten sowie einen integrierten Wärmeleitkörper auf. Die „Innensohle" ist insbesondere die Schuhsohle, welche innerhalb des Schuhs liegt und direkt mit der Fußsohle in Berührung kommt. Die „Außensohle" oder „Laufsohle" ist insbesondere der äußere Teil des Schuhbodens, welcher mit dem Untergrund in Kontakt steht. Eine Schuhsohle ist insbesondere auch eine „Einlegesohle", welche lose als zusätzliche Innensohle in den Schuh eingelegt wird. Bei einer Einlegesohle kann es sich auch um eine Einlage (Fußbettung oder orthopädische Einlage) handeln.

[18] Die Schuhsohle weist insbesondere ein Polstermaterial, eine Fußkontaktfläche und mindestens einen Temperatursensor auf. Eine Schuhsohle kann insbesondere ein Material oder verschiedene Materialien aufweisen, wie Pappe, Kunststoff, Kunststoffgewebe, Leder, Gummi, Kautschuk, eine Mischung aus künstlichem Gummi mit Naturgummi, Holz, Kork und/oder ähnliche Materialien.

[19] Eine „Fußtemperatur" ist insbesondere die Temperatur eines Fußes oder eines Teils des Fußes, wobei die Temperatur eine Temperaturverteilung über die Fläche des Fußes aufweisen kann. Eine Fußtemperatur ist insbesondere die Temperatur und/oder Temperaturverteilung, welche an der Fußsohle oder deren Teile und den seitlichen Bereichen des Fußes vorliegt oder vorliegen.

[20] Bei der „Fußkontaktfläche" handelt es sich insbesondere um die Kontaktfläche der Schuhsohle, welche mit dem Fuß in Kontakt tritt oder steht. Somit steht die Fußkontaktfläche insbesondere im direkten Kontakt zur Fußsohle und/oder zur Unterseite eines den Fuß umgebenden Strumpfes .

[21] Ein „Temperatursensor" ist insbesondere ein elektrisches oder elektronisches Bauelement, welches ein elektrisches Signal als Maß für eine Temperatur und/oder Temperaturverteilung liefert. Bei einem Temperatursensor kann es sich beispielsweise um einen den Widerstand verändernden Heißleiter oder Kaltleiter oder um Bauteile handeln, welche direkt ein verarbeitbares elektrisches Signal liefern, wie beispielsweise integrierte Halbleiter- Temperatursensoren oder ein als Diode geschalteter Transistor. Bei einem Temperatursensor kann es sich auch um einen ortsauflösenden Temperatursensor wie einem Temperaturgittersensor handeln.

[22] Ein „Polstermaterial" ist insbesondere ein Material, welches eine mechanische Dämpfung, einen Größenausgleich und/oder eine Einbettung und Stützung des Fußes bewirkt. Das Polstermaterial stellt insbesondere eine elastische Federung, Isolierung und/oder Wattierung dar. Als Polstermaterial können insbesondere natürliche oder synthetisch hergestellte Stoffe eingesetzt werden, wie beispielsweise pflanzliche oder tierische Fasern oder synthetisch hergestellte Schaumstoffe und Schaumfließe sowie andere Kunststoffe und Polymere. Das Polstermaterial dient insbesondere als Abstandhalter zwischen

Fußkontaktfläche und Sohlenboden, wobei in das Polstermaterial ein Wärmeleitkörper oder mehrere Wärmeleitkörper eingelassen ist oder sind und das Polstermaterial wärmeisolierend wirkt.

[23] Ein „Wärmeleitkörper" ist insbesondere ein Körper, welcher eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Somit findet insbesondere ein hoher Wärmefluss durch den Wärmeleitkörper von dem wärmeren Fuß zu dem Temperatursensor statt. Der Wärmeleitkörper kann beispielsweise ein oder mehrere gleichartige oder verschiedenartige wärmeleitfähige Elementen aufweisen, welche aus Polymermaterial, wie Silikonkautschuk mit einem Keramikfüllstoff, bestehen können. Ein Wärmeleitkörper kann auch eine elektrisch nicht leitende Wärmeleitfolie aufweisen, welche sich in ihrer Form dem Untergrund und/oder dem Temperatursensor anpassen kann, wodurch ein sehr guter thermischer Kontakt zur Oberfläche des Temperatursensors gewährleistet wird. Der Wärmeleitkörper ist insbesondere selbst aus einem elastischen Material und somit als Polstermaterial ausgebildet oder weist einen elastisches Polstermaterial oder mehrere elastische Polstermaterialien auf. Bevorzugt ist der Wärmeleitkörper von einem wärmeisolierenden Material umgeben, damit kein Wärmeverlust eintritt und Temperaturfehlmessungen vermieden werden können. Das wärmeisolierende Material kann beispielsweise ein Polstermaterial sein.

[24] Unter einem „Abstand" wird insbesondere eine Entfernung und/oder Distanz zwischen dem Temperatursensor und der Fußkontaktfläche verstanden. Der Abstand bedeutet insbesondere, dass der Temperatursensor und die Fußkontaktfläche nicht in einem direkten Kontakt stehen. Erfindungsgemäß ist gerade der Wärmeleitkörper zwischen dem Temperatursensor und der Fußkontaktfläche angeordnet, sodass dieser den Abstand gewährleistet.

[25] In einer weiteren Ausführungsform der Schuhsohle weist die Schuhsohle einen zweiten Wärmeleitkörper, einen dritten Wärmeleitkörper, einen vierten Wärmeleitkörper, einen fünften Wärmeleitkörper und/oder weitere Wärmeleitkörper auf oder der Wärmeleitkörper ist durchgängig über eine gesamte Fläche der Schuhsohle ausgeführt.

[26] Somit kann die Wärmeleitung verbessert und somit die Qualität der Temperaturmessung optimiert werden. Des Weiteren können an jedem Wärmeleitkörper jeweils ein Temperatursensor angeordnet werden, sodass an unterschiedlichen Stellen der Fußsohle jeweils eine Fußtemperatur gemessen werden kann.

[27] Im Falle der Ausgestaltung eines Wärmeleitkörpers als durchgängige Schicht über die gesamte Fläche der Schuhsohle, kann mit einem einzigen Wärmeleitkörper die Wärmeleitung zu einem Temperatursensor oder jeweils von unterschiedlichen Stellen der Fußsohle zu unterschiedlichen Temperatursensoren oder einem ortsauflösenden

Temperatursensor übertragen werden. Ein durchgängiger Wärmeleitkörper bietet insbesondere den Vorteil, dass dieser eine einheitliche Materialeigenschaft und/oder Härte über die gesamte Fläche der Schuhsohle aufweist, sodass eine mechanische Reizung, beispielsweise durch

Materialübergänge, des diabetischen Fußes vermieden wird.

[28] Ein „zweiter, dritter, vierter, fünfter und/oder weiterer Wärmeleitkörper" entspricht in seiner Ausführung und Funktion dem oben definierten Wärmeleitköper.

[29] Um Temperaturunterschiede an der Fußsohle erkennen zu können und/oder spezifisch an bestimmten gefährdeten Bereichen der Fußsohle zu messen, weist die Schuhsohle einen zweiten Temperatursensor, einen dritten

Temperatursensor, einen vierten Temperatursensor, einen fünften Temperatursensor und/oder weitere

Temperatursensoren auf.

[30] Der „zweite, dritte, vierte, fünfte und/oder weitere Temperatursensor" entspricht in seiner Ausgestaltung und Funktion dem oben definierten Temperatursensor.

[31] In einer weiteren Ausführungsform der Schuhsohle ist oder werden der Temperatursensor oder die

Temperatursensoren durch einen ortsauflösenden

Temperatursensor gebildet.

[32] Somit kann mit einem Temperatursensor eine örtliche Variation der Temperatur des Fußes erfasst werden. Die Ortsauflösung beschreibt insbesondere einen räumlichen Abstand innerhalb eines gemessenen Temperatursignals, bei dem zwei unterschiedliche Signale noch getrennt werden können. Bei einem ortsauflösenden Temperatursensor handelt es sich beispielsweise um einen Temperaturgittersensor auf Basis eines Drahtgittersensorprinzips.

[33] Damit der Wärmeleitkörper unterschiedliche

Eigenschaften und Funktionen realisieren kann, weist oder weisen der Wärmeleitkörper oder die Wärmeleitkörper einen Kern und eine wärmeleitende Hülle auf.

[34] Somit wird die Wärmeleitung zwischen Fußkontaktfläche und Temperatursensor über die wärmeleitende Hülle realisiert, während der Kern des Wärmeleitkörpers nicht zwingend selbst wärmeleitfähig sein muss.

[35] Bei einer „wärmeleitenden Hülle" handelt es sich insbesondere um eine Wärmeleitfolie . Die Hülle ist insbesondere sehr gut wärmeleitend muss jedoch nicht gut elektrisch leitend sein, und kann sich der Form des Untergrundes und/oder des Temperatursensors anpassen, wodurch ein sehr guter thermischer Kontakt gesichert ist. Im Falle, dass der Kern des Wärmeleitkörpers selbst nicht wärmeleitfähig ist, erfolgt die Wärmeleitung nur über die wärmeleitende Hülle. Bei einer wärmeleitenden Hülle kann es sich auch um einen wärmeleitfähigen Kunststoff und/oder einen Verbundwerkstoff handeln. Neben einer Folienstruktur kann die wärmeleitende Hülle auch eine netzartige Struktur, beispielsweise in Form eines Geflechtes aufweisen. Des Weiteren kann die wärmeleitende Hülle auch als eine wärmeleitende Beschichtung auf dem Kern und/oder einem umschlossenen Polstermaterial aufgebracht sein.

[36] In einer weiteren Ausführungsform der Schuhsohle weist der Kern ein wärmeleitfähiges und/oder elastisches Material auf oder besteht wenigstens teilweise aus dem Polstermaterial .

[37] Sofern neben der wärmeleitenden Hülle auch der Kern wärmeleitfähig ist, wird somit die Wärmeleitfähigkeit verbessert und/oder beschleunigt und somit die Temperaturmessung qualitativ verbessert. Zudem kann durch ein elastisches Material des Kerns oder durch einen Kern, welcher wenigstens teilweise ein Polstermaterial aufweist, der Tragekomfort erhöht und insbesondere eine Dämpfung erzielt werden.

[38] Ein „wärmeleitfähiges und/oder elastisches Material" entspricht dem oben definierten Material des Wärmeleitkörpers .

[39] Unter „elastisch" wird insbesondere eine Eigenschaft des Kerns und/oder des Wärmeleitkörpers verstanden, unter Krafteinwirkung seine Form zu verändern und bei Wegfall der einwirkenden Kraft in die Ursprungsform zurückzukehren. Somit verändert der Kern und/oder der Wärmeleitkörper insbesondere seine Form unter Belastung durch den Fuß und kehrt bei Verminderung und/oder beim Wegfall der Belastung, beispielsweise wenn der Schuhträger sitzt oder die Schuhsohle nicht benutzt wird, wieder in seine Ursprungsform zurück. [40] Bei dem Polstermaterial kann es sich insbesondere um das bereits eingangs genannte Polstermaterial der Schuhsohle handeln oder um ein anderes Polstermaterial, welches ähnliche Eigenschaften aufweist.

[41] Um eine gute Wärmeleitung zu gewährleisten, weist die wärmeleitende Hülle ein Metall, eine Metallfolie, insbesondere Aluminiumfolie, ein metallisches Gewebe, ein metallisches Geflecht oder ein wärmeleitendes

Kunststoffmaterial auf.

[42] Somit kann sowohl die hohe Wärmeleitfähigkeit von unterschiedlichen Metallen und/oder Kunststoff als auch die spezielle Form und Ausführung der wärmeleitenden Hülle für eine Optimierung der Wärmeleitung genutzt werden.

[43] Selbstverständlich kann es sich bei der wärmeleitenden Folie, Geflecht oder Gewebe auch um ein Nicht-Metall- Material, wie beispielsweise einen wärmeleitenden Kunststoff sowie einem Verbundstoff handeln.

[44] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist einer der Wärmeleitkörper im Wesentlichen säulenförmig ausgestaltet und weist eine kreisrunde, elliptische, dreieckige, viereckige oder polygone Grundfläche auf.

[45] Somit weist der Wärmeleitkörper jeweils eine optimale Grundfläche als Kontaktfläche zum Temperatursensor und zu der Fußsohle auf und/oder einen optimal ausgestalteten Übertragungsweg für die Wärmeleitung und/oder eine optimale Dämpfungsstrecke . [46] Um den Temperatursensor unterhalb der Fußsohle anordnen zu können, ist der Abstand zwischen einem der Temperatursensoren und der Fußkontaktfläche ein vertikaler Abstand .

[47] In einer weiteren Ausführungsform der Schuhsohle ist zwischen dem Wärmeleitkörper und der Fußkontaktfläche ein von einer wärmeleitenden Hülle umschlossenes

Polstermaterial auf dem Wärmeleitkörper aufgesetzt.

[48] Somit kann die Wärmeleitung vom Fuß zum Temperatursensor gewährleistet aber dennoch der Tragekomfort und die Dämpfung und/oder Einbettung weiter erhöht werden.

[49] Hierzu kann beispielsweise das Polstermaterial mit einer Aluminiumfolie oder mit gut wärmeleitenden metallischen oder nichtmetallischen Folien umschlossen werden. Das umhüllte Polstermaterial muss hierbei nicht selbst zwingend eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweisen, sondern es kann vielmehr die gewünschte Stauchhärte realisieren .

[50] Um den Temperatursensor mit Spannung zu versorgen und/oder ein Temperatursignal umzuformen, auszuwerten und/oder zu übertragen, weist die Schuhsohle ein Elektronikbauteil auf.

[51] Bei einem „Elektronikbauteil" handelt es sich insbesondere um eine Spannungsversorgung, wie eine Batterie oder einen Akkumulator, ein Funkmodul und/oder eine Auswerteeinheit. Ein Elektronikbauteil kann auch ein RFID- Transponder sein, welcher die Messsignale an ein externes Lesegerät überträgt und seine Spannungsversorgung aus dem ausgesandten elektromagnetischen Feld des Lesegerätes bezieht .

[52] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Schuhsohlenpaar, mit einer linken Schuhsohle und einer rechten Schuhsohle, wobei eine der beiden Schuhsohlen eine zuvor beschriebene Schuhsohle ist.

[53] Somit kann zumindest ein Fuß eines an Diabetes erkrankten Patienten überwacht werden. Es ist besonders vorteilhaft, wenn beide Schuhsohlen als erfindungsgemäße Schuhsohlen ausgestaltet sind, sodass krankheitsbedingte Veränderungen, welche gerade in begrenzten lokalen Bereichen jedes Fußes auftreten können, frühzeitig und umfassend erkannt werden können.

[54] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch einen Schuh, welcher mindestens eine zuvor beschrieben Schuhsohle aufweist.

[55] Bei einem „Schuh" handelt es sich um eine Fußbekleidung mit einer stets mit dem Oberteil verbundenen festen Unterlage aus Leder, Holz, Gummi oder Kunststoff

(Schuhboden), welcher primär insbesondere dem Schutz der Fußsohle dient. Bei einem Schuh kann es sich um jegliche Art von Schuhen, beispielsweise um Halbschuhe, Stiefel, Mokassins und/oder Gummistiefel, handeln. [56] In einem zusätzlichen Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Schuhpaar, welches ein zuvor beschriebenes Schuhsohlenpaar aufweist.

[57] Somit können sowohl der rechte als auch der linke Fuß eines an Diabetes erkrankten Patienten messtechnisch erfasst und überwacht werden.

[58] Ein „Schuhpaar" stellt eine Zweiergruppe aus einem zusammengehörigen rechten und linken Schuh dar.

[59] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen

Figur la eine stark schematische

Schnittdarstellung eines oberen

Polsterelementes mit einem Wärmeleitelement einer Schuhsohle in unbelastetem Zustand,

Figur lb eine stark schematische

Schnittdarstellung des oberen

Polsterelementes mit einem

Wärmeleitelement der Schuhsohle in belastetem Zustand und

Figur 2 eine schematische Schnittdarstellung der gesamten Schuhsohle mit einem mittig, vertikal eingebrachten Temperatursensor.

[60] Eine Schuhsohle 101a weist im unbelasteten Zustand einen wärmeisolierenden Schaumstoff 104 als oberes Polsterelement auf. Der Schaumstoff 104 hat eine Dicke 105a und in den Schaumstoff 104 ist ein Wärmeleitelement 107 eingebracht. Das Wärmeleitelement 107 weist einen Kern 109 aus Schaumstoff auf, welcher mit einer Aluminiumfolie 111 ummantelt ist. Im obersten Bereich der Schuhsohle 101a ist eine Fußkontaktfläche 103 angeordnet. Direkt unterhalb des Wärmeleitelements 107 ist ein Temperatursensor 121 angeordnet, welcher mit der Aluminiumfolie 111 des Wärmeleitelementes 107 in einem berührenden Kontakt steht.

[61] Im belasteten Zustand entspricht die Schuhsohle 101b in ihrem Aufbau der zuvor beschriebenen Schuhsohle 101a, jedoch ist durch eine Belastung der Schuhsohle 101b beim Gehen die Schuhsohle 101b komprimiert, sodass der belastete vertikale Abstand 105b kleiner ist als der unbelastete vertikale Abstand 105a. Zudem wird das Wärmeleitelement 107 durch die Belastung gestaucht, wodurch die Aluminiumfolie 111 Falten wirft, da der Kern 109 aus dem elastischen Schaumstoff ebenfalls komprimiert wird.

[62] Der Temperatursensor 221 liegt auf einem unteren Polstermaterial 108 auf. Der Temperatursensor 221 ist mit einem RFID-Chip ausgestattet und überträgt Messdaten an ein nicht gezeigtes Lesegerät, welches extern außerhalb der Schuhsohle 101a, b angeordnet ist und auch den Temperatursensor 221 über sein elektromagnetisches Feld mit Spannung versorgt.

[63] Die Schuhsohle 101a, b ist in einem nicht dargestellten Schuh eingebracht und wird von einem Diabetespatienten getragen. [64] Sowohl wenn der Diabetespatient sitzt und somit die Schuhsohle 101a im unbelasteten Zustand vorliegt, als auch wenn der Diabetespatient steht oder geht und somit die Schuhsohle 101b in dem belasteten Zustand vorliegt, wird eine Wärme des Fußes des Diabetespatienten von einer Stelle, an welcher der Fuß mit dem Wärmeleitelement 107 in Kontakt steht, über das Wärmeleitelement 107 an den Temperatursensor 221 weitergeleitet. Durch eine Anordnung des wärmeisolierenden Schaumstoffes 104 um das Wärmeleitelement 107 herum, wird ein Wärmeverlust und somit Temperaturfehlmessungen vermieden. Der Temperatursensor 121 ermittelt in regelmäßigen Zeitabständen die Temperatur und überträgt diese an das nicht gezeigte Lesegerät zur Auswertung. Sobald die ermittelte Temperatur am Fuß einen bestimmten Temperaturschwellenwert überschreitet oder unterschreitet, wird ein entsprechender Alarm des Lesegerätes ausgelöst, sodass daraufhin medizinische Maßnahmen eingeleitet werden können, um eine weitere Verschlechterung der Erkrankung oder gar Amputationen zu vermeiden .

Bezugszeichenliste

101a unbelastete Schuhsohle

101b belastete Schuhsohle

103 Fußkontaktfläche

104 Schaumstoff

105a unbelasteter vertikaler Abstand

105b belasteter vertikaler Abstand

106 oberes Polsterelement

107 Wärmeleitelement

108 unteres Polstermaterial

109 Kern

111 Aluminiumfolie

221 Temperatursensor