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Patent Searching and Data


Title:
SINKER, SINKER ASSEMBLY, AND WARP KNITTING MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/053014
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sinker which has a knock-over edge, a hold-down edge, and an enclosing edge. The knock-over edge extends in the width direction and in the longitudinal direction, wherein the height direction of the sinker points upwards perpendicularly from the surface of the knock-over edge, and the hold-down edge is arranged opposite the knock-over edge at a distance therefrom. The enclosing edge delimits and connects the knock-over edge and the hold-down edge towards the rear. A contact edge adjoins the knock-over edge at a knock-over edge transition point, and a support edge adjoins the contact edge at a support edge transition point. The support edge extends approximately in the longitudinal direction and is arranged below the knock-over edge in the height direction. The sinker according to the invention is characterized in that the distance between the support edge transition point and the knock-over edge transition point in the height direction is at least four times as wide as the distance between the support edge transition point and the knock-over edge transition point in the longitudinal direction. A sinker assembly with a sinker according to the invention can be used in a warp knitting machine in order to produce universal warp knitted fabric.

Inventors:
BUTZ TORSTEN (DE)
Application Number:
EP2020/075862
Publication Date:
March 25, 2021
Filing Date:
September 16, 2020
Export Citation:
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Assignee:
GROZ BECKERT KG (DE)
International Classes:
D04B27/04; D04B27/06; D04B27/34
Foreign References:
DE3821213A11989-02-09
GB245928A1926-01-21
DE2064526A11971-07-22
DE3520623A11986-01-02
DE3241154A11984-06-20
DE4228048A11994-03-03
EP3276062A12018-01-31
DE1174010B1964-07-16
EP3495541A22019-06-12
US2682163A1954-06-29
DE2524020A11976-12-02
DE2643565C21983-12-01
EP3276062A12018-01-31
DE1174010B1964-07-16
DE4228048A11994-03-03
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Claims:
Patentansprüche

1. Platine (1) für eine Kettenwirkmaschine, die eine Abschlagkante (2), eine Niederhaltekante (3) und eine Einschließkante (4) aufweist, wobei sich die Abschlagkante (2) in einer Breitenrichtung (B) und zumindest abschnittsweise in einer Längsrichtung (L) erstreckt und eine Höhenrichtung (H) der Platine (1) senkrecht von der Oberfläche der Abschlagkante (2) nach oben weist, die Niederhaltekante (3) der Abschlagkante (2) in einem Abstand in Höhenrichtung (H) gegenüberliegend angeordnet ist und die Einschließkante (4) die Abschlagkante (2) und die Niederhaltekante (3) in Längsrichtung (L) nach hinten begrenzt und verbindet, wobei an einem Abschlagkantenübergangspunkt (5) eine Anlagekante (6) an die Abschlagkante (2) angrenzt und an einem Abstützkantenübergangspunkt (7) eine Abstützkante (8) an die Anlagekante (6) angrenzt, wobei sich die Abstützkante (8) zumindest abschnittsweise ungefähr in Längsrichtung (L) erstreckt und in Höhenrichtung (H) unterhalb der Abschlagkante (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstützkantenübergangspunkt (7) vom Abschlagkantenübergangspunkt (5) in Höhenrichtung (H) mindestens viermal so weit beabstandet ist als in Längsrichtung (L).

2. Platine (1) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Abstützkantenübergangspunkt (7) vom Abschlagkantenübergangspunkt (5) in Höhenrichtung (H) zwischen 3mm und 10mm beabstandet ist.

3. Platine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagekante (6) eine Halteeinrichtung (9) umfasst, die als abschnittsweise Vertiefung oder Erhöhung der Anlagekante (6) ausgebildet ist. 4. Platine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützkante (8) maximal 2mm in Längsrichtung (L) nach vorne vom Abstützkantenübergangspunkt (7) endet.

5. Platine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlagkante (2) und die Anlagekante (6) einen Winkel zwischen 90° und 115° einschließen.

6. Platine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlagkante (2) die Niederhaltekante (3) in Längsrichtung (L) nach vorne um maximal 5mm überragt.

7. Platinenanordnung (10) für eine Kettenwirkmaschine, die eine Vielzahl von Platinen (1) gemäß Anspruch 1, die in konstantem Abstand in der Breitenrichtung (B) deckungsgleich aufgereiht angeordnet sind, und mindestens ein Abschlagband (11) aufweist, das an der Abstützkante (8) und an der Anlagekante (6) mindestens einer Teilmenge der Vielzahl der Platinen (1) anliegt und den Abstand in der Breitenrichtung (B) zwischen mindestens zwei Platinen (1) überbrückt und eine Außenfläche (12) des Abschlagbandes (11) der Fläche, mit der das Abschlagband (11) an der Anlagefläche (6) der Platine (1) anliegt, gegenüber liegt, dadurch gekennzeichnet, dass ein in Höhenrichtung (H) oberes Ende der Außenfläche (12) des Abschlagbandes (11) von einem in Höhenrichtung (H) unteren Ende der Außenfläche (12) des Abschlagbandes (11) in Höhenrichtung (H) mindestens viermal so weit beabstandet ist als in Längsrichtung (L).

8 Platinenanordnung (10) nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlagband (11) einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist, der im Wesentlichen konstant über dessen Erstreckung in der Breitenrichtung (B) ist.

9. Platinenanordnung (10) nach Anspruch 7 oder 8 dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlagband (11) in der Höhenrichtung (H) gegenüber der Abschlagkante (2) der mindestens einer Teilmenge der Vielzahl der Platinen (1) bündig oder zurückversetzt angeordnet ist.

10. Platinenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlagband (11) in der Längsrichtung (L) mindestens eine Erstreckung wie die Ab stützkante (8) aufweist.

11. Platinenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlagband (11) zu dessen lösbaren Befestigung an der mindestens einen Teilmenge der Vielzahl der Platinen (1) mit mindestens einer Halteeinrichtung (9) einer Anlagekante (6) einer Platine (1) der mindestens einen Teilmenge der Vielzahl der Platinen (1) zusammenwirkt.

12. Platinenanordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 11 dadurch gekennzeichnet, dass das Abschlagband (11) ein Verbindungsmittel (13) aufweist, das am Abschlagband (11) befestigt ist und an der Halteeinrichtung (9) der Anlagekante (6) lösbar befestigt ist.

13. Platinenanordnung (10) nach Anspruch 12 dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (13) mindestens ein Abstandselement (14) aufweist, das den Abstand in der Breitenrichtung (B) zwischen den Platinen (1) an deren vorderen Ende einstellt. 14. Kettenwirkmaschine zum Herstellen universeller Kettenwirkware, die mindestens folgende Merkmale aufweist:

• mindestens eine Platinenanordnung (10) nach Anspruch 7,

• einen Maschenbildungsbereich, in dem Maschen durch Abschlagen an der Abschlagkante oder am Abschlagband der Platinenanordnung gebildet werden, und

• eine Warenabzugsvorrichtung (15) zum Abziehen der Kettenwirkware aus dem Maschenbildungsbereich dadurch gekennzeichnet, dass die Warenabzugsvorrichtung (15) zum Maschenbildungsbereich derart einstellbar eingerichtet ist, dass die Kettenwirkware in mindestens einer ersten vorgebbaren Einstellung (16) im Wesentlichen in horizontal nach vorne orientierten Richtung (Hz) und in mindesten einer zweiten vorgebbaren Einstellung (17) im Wesentlichen in einer vertikalen Richtung (V) nach unten abgezogen werden kann.

15. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 14 dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine erste Walze (18) der Warenabzugsvorrichtung (15), die dem Maschenbildungsbereich am nächsten angeordnet ist, antreibbar und ihrer Drehrichtung umkehrbar eingerichtet ist.

16. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 15 dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine zweite Walze (19) der Warenabzugsvorrichtung (15), die auf die erste Walze (18) folgt, in der ersten vorgebbaren Einstellung (16) der Warenabzugsvorrichtung in der vertikalen Richtung (V) unter der ersten Walze (18) und in der zweiten vorgebbaren Einstellung (17) der Warenabzugsvorrichtung (15) in der vertikalen Richtung (V) über der ersten Walze (18) anordnenbar eingerichtet ist.

Description:
Platine, Platinenanordnung und Kettenwirkmaschine

[0001] Kettenwirkmaschinen sind teure Investitionsgüter. Zur Herstellung verschiedener Kettenwirkwaren mit unterschiedlichen wirktechnischen Bindungsvarianten, vor allem wenn auch besondere unterschiedliche Fadenspannungen und Fadenmaterialien für die Kettenwirkware bzw. für das Gewirke vorgegeben sind, werden unterschiedliche Typen von Kettenwirkmaschinen, die zum Beispiel als Kettenwirkautomat oder Raschelmaschine bezeichnet werden, verwendet. Auch wenn die vorgenannten Maschinentypen teilweise Ähnlichkeiten aufweisen, sind bisher keine Kettenwirkmaschinen bekannt geworden, die universell zur Herstellung aller Arten von Kettenwirkware einsetzbar wären. Zum Beispiel ist die Warenabzugsvorrichtung bei bekannten Kettenwirkmaschinen fest an der Kettenwirkmaschine angeordnet, sodass die Richtung des Abzugs der Kettenwirkware vorwiegend nur zur Herstellung von Kettenwirkautomatware oder Raschelware geeignet ist. Ebenso sind Platinen und Anordnungen von Platinen in der Regel nur zur Verwendung in einem Typ von Kettenwirkmaschinen eingerichtet.

[0002] Die DE2643565C2 zeigt eine Platine, die mit Mitteln zum Abschlagen und Niederhalten für eine Kettenwirkmaschine vom Typ Kettenwirkautomat eingerichtet sein soll. Durch eine spezielle Ausgestaltung der Abschlagkante mit angrenzender, abfallender Vorderkante soll die Platine auch zur Herstellung von Gewirken, die sonst auf einer Kettenwirkmaschine vom Typ Raschelmaschine hergestellt werden, eingesetzt werden können. Die dargestellte Platine soll mit einer senkrecht stehenden Nadel verwendet werden. Dies ist mit der dargestellten Platine allerdings geometrisch nicht möglich, weil eine entsprechend angeordnete Nadel mit der Fassung der Platine in Kollision wäre. Selbst wenn eine Nadel mit einem speziell ausgesparten Schaft (mit dem ein Wirkvorgang nicht vorstellbar scheint) mit der Platine ohne Kollision kombiniert werden könnte, könnte die Nadel keinen Faden vorbei an der Nase der Platine transportieren, weil hierzu kein Raum zur Verfügung steht. Zusätzlich ist die speziell genannte Fransenlegung nicht möglich, weil zwischen den Abschlagkanten der Platinen keine Querverbindung offenbart ist, die ein Abschlagen von Fransenmaschen funktionssicher ermöglichen würde. Bekannte Fassungen können nicht zum Abschlagen dienen. Folglich sind dieser Veröffentlichung (einschließlich und insbesondere den Figuren) keine Merkmale einer funktionsfähigen Platine unmittelbar und eindeutig zu entnehmen.

[0003] Die EP3276062A1 offenbart eine Kettenwirkmaschine vom Typ Kettenwirkautomat, auf der mittels speziell bewegter Platinen und zusätzlicher Niederhalter eine Kettenwirkware („Spitze“) hergestellt werden kann, die sonst nur auf einer Kettenwirkmaschine vom Typ Raschelmaschine herstellbar sein soll. Dazu werden Platinen eingesetzt, die typischerweise auf einem Kettenwirkautomat verwendet werden, bei deren Anordnung (an einer Barre) zusätzlich eine Abschlageinrichtung angeordnet ist. Es können nicht universell alle Kettenwirkwaren, die auf einer Raschelmaschine herstellbar sind, hergestellt werden, weil der Warenabzug über die horizontal angeordnete Abschlageinrichtung erfolgt.

[0004] Die DE 1174010 zeigt einen Warenabzug einer Kettenwirkmaschine, bei dem die Drehrichtung des Abzugswalzenpaares umkehrbar ist. Es sollen sich durch Änderung der Durchlaufrichtung unterschiedliche Abzugsspannungen einstellen lassen. Es ergibt sich auch eine gewisse Änderung des Abzugswinkels der Wirkware. Außer der Herstellung von Wirkware mit unterschiedlichen Spannungen sind aber keine weiteren Möglichkeiten herzustellender Wirkwaren erwähnt.

[0005] Die DE4228048A1 zeigt einen Kettenwirkautomaten, auf dem die Herstellung verstärkter Ware, die sonst auf einer Raschelmaschine hergestellt wird, ermöglicht werden soll. Hierzu werden die Kettenwirkautomat-Platinen stillgesetzt und auf den Platinen wird ein durchgehender Querträger aufgesetzt. Der Querträger wird durch einen Draht gesichert, der durch Löcher in den Platinen geführt wird, in denen sonst Drähte angeordnet werden, die als Abschlagelement dienen. Am vorderen Ende der Platinen ist eine standardmäßig quer durchgängige Bleistabilisierung angebracht. Zur sicheren Verankerung einer solchen Stabilisierung weisen Platinen am vorderen Ende häufig Konturen auf, die von der Stabilisierung von oben, vorne und unten komplett umgriffen werden. Wiederum soll nur eine bestimmte Type von Raschelware (verstärkte Ware mit Schuß- und Stehfäden) auf dem derart modifizierten Kettenwirkautomaten herstellbar sein.

[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Platine, eine Platinenanordnung und eine Kettenwirkmaschine anzugeben, mit der die universelle Herstellung von Kettenwirkwaren auf einer Kettenwirkmaschine ermöglicht wird, so dass keine verschiedene Typen von Maschinen beschafft werden müssen.

[0007] Die erfindungsgemäße Platine für eine Kettenwirkmaschine weist eine Abschlagkante, eine Niederhaltekante und eine Einschließkante auf. Die Abschlagkante erstreckt sich in einer Breitenrichtung und zumindest abschnittsweise in einer Längsrichtung der Platine. Vorteilhafterweise ist die Abschlagkante gerade ausgebildet und die Abschlagkante erstreckt sich ganz in der Längsrichtung. Die Abschlagkante kann jedoch auch kurvenförmig verlaufen, sodass die Abschlagkante eben nur abschnittsweise, eventuell sogar nur an einem infinitesimal kleinen Abschnitt, in Längsrichtung verläuft. Dann kann die Längsrichtung durch eine Tangente bestimmt werden, die an der Abschlagkante in der Mitte zwischen einem Abschlagkantenübergangspunkt und dem Punkt, über dem die Niederhaltekante nach vorne endet, angelegt wird. Eine Höhenrichtung der Platine weist senkrecht von der Oberfläche der Abschlagkante nach oben. Die Niederhaltekante ist der Abschlagkante in einem Abstand in Höhenrichtung gegenüberliegend angeordnet. Die Einschließkante begrenzt und verbindet die Abschlagkante und die Niederhaltekante in Längsrichtung nach hinten. An einem vorderen Ende der Abschlagkante grenzt an einem Abschlagkantenübergangspunkt eine Anlagekante an die Abschlagkante an. An einem Abstützkantenübergangspunkt grenzt eine Abstützkante an die Anlagekante an. Die Abstützkante erstreckt sich zumindest abschnittsweise ungefähr in Längsrichtung und ist in Höhenrichtung unterhalb der Abschlagkante angeordnet.

Vorzugseise erstreckt sich die Abstützkante ausgehend vom Abstützkantenübergangspunkt in Längsrichtung nach vorne und/oder ausgehend vom Abstützkantenübergangspunkt in Längsrichtung ausschließlich nach vorne. Die erfindungsgemäße Platine ist dadurch gekennzeichnet, dass der Abstützkantenübergangspunkt vom Abschlagkantenübergangspunkt in Höhenrichtung mindestens viermal so weit beabstandet ist als in Längsrichtung.

[0008] Platinen, die eine Abschlagkante, eine Niederhaltekante und eine Einschließkante aufweisen, werden typischerweise in einem Kettenwirkautomaten eingesetzt. Durch die zusätzliche Anordnung einer entsprechend ausgeführten Anlagekante und einer Abstützkante, die an die Abschlagkante angrenzen, ist die Platine zum Abschlagen von (Fransen-) Maschen eingerichtet, wenn die Abzugsvorrichtung der Kettenwirkmaschine in vertikaler Richtung abzieht. Somit kann mit der Platine auch eine Kettenwirkware, die nur auf einer Raschelmaschine hergestellt wird, erzeugt werden. Die Umstellung von Kettenwirkautomatware auf Raschei wäre kann sogar erfolgen, ohne dass die Wirkwerkzeuge (wie Platinen, zum Beispiel aber auch Nadeln) ausgetauscht werden.

[0009] Die erfindungsgemäße Platine kann wie übliche Platinen aus einem Stahlband gestanzt sein. Die Dickenrichtung des Stahlbandes ist dann die Breitenrichtung der Platine. Die Platine kann dazu eingerichtet sein zur Maschenbildung längs zur Abschlagkante bewegt zu werden, wie dies für Platinen mit Abschlagkante, Niederhaltekante und Einschließkante üblich ist. Die Abstützkante kann parallel zur Abschlagkante angeordnet sein. Die Abstützkante kann aber auch in einem Winkel zwischen 0° und 25° zur Abschlagkante angeordnet sein. Vorzugsweise liegt der theoretische Schnittpunkt zwischen der Abstützkante und der Abschlagkante dann in Längsrichtung vor der Platine. Der Winkel zwischen der Anlagekante und der Abstützkante beträgt vorzugsweise 90°. Damit kann auf der Abstützkante ein Abschlagband abgestützt werden, das einen vorteilhaften rechteckigen Querschnitt aufweist. Ferner kann ein dermaßen abgestütztes Abschlagband gegen die Anlagekante angelegt sein, so dass es durch eine Abzugskraft, die auf die Kettenwirkware wirkt, gegen die Anlagekante gedrückt wird. Die Abzugskraft kann in der Kettenwirkmaschine in deren vertikalen Richtung nach unten wirken. Ein Abstand eines Abstützkantenübergangspunkts von einem Abschlagkanten übergangspunkt, der in Höhenrichtung mindestens viermal so groß ist als in Längsrichtung führt dazu, dass die Anlagekante der Platine bzw. die Außenfläche einer Platinenanordnung in der Maschine ungefähr in der vertikalen Richtung der Maschine angeordnet ist. Die Anlagekante bzw. Außenfläche kann zur vertikalen Richtung der Maschine derart um maximal bis zu 25° oder beispielsweise 15°, 10° oder 5° geneigt sein, dass Bereiche der Anlagekante bzw. der Außenfläche, die weiter unten liegen, in horizontaler Richtung weiter nach vorne ragen als in vertikaler Richtung weiter oben liegende Bereiche. Im Folgenden wird unter einem vertikalen Abzug demzufolge auch eine Abzugsrichtung verstanden, die um die genannten Winkel von der Vertikalen abweicht. Die Abstützkante kann sich ausgehend vom Abstützkantenübergangspunkt in Längsrichtung nach vorne erstrecken. Die Abstützkante kann sich im Vergleich zu dem an den Abschlagkantenübergangspunkt angrenzenden Abschnitt der Anlagekante in Längsrichtung nach vorne bzw. ausschließlich nach vorne erstrecken. Der Abstützkantenübergangspunkt kann sich im Vergleich zu dem an den Abschlagkantenübergangspunkt angrenzenden Abschnitt der Anlagekante bzw. zu einer gedachten Linie, die den an den Abschlagkantenübergangspunkt angrenzenden Abschnitt der Anlagekante verlängert, in Längsrichtung weiter vorne angeordnet sein. Dadurch kann auf der Abstützkante z.B. ein Abschlagband abgestützt werden, das durch die Abzugskraft der Kettenwirkware gegen die Abstützkante und gegen die Anlagekante gedrückt wird. Die Platine kann eine Oberflächenbeschichtung aufweisen. Die Platine kann einen Fuß aufweisen. Die Platine kann ohne Fuß ausgeführt sein. Die Platine kann dazu eingerichtet sein, im Wesentlichen parallel zu Ihrer Längsrichtung bewegt zu werden. Dazu kann sich die Platine deutlich weiter in ihrer Längsrichtung als in ihrer Höhenrichtung erstrecken. Die Niederhalte- kante kann parallel zur Abschlagkante verlaufen. Am Abstützkantenübergangspunkt kann die Anlagekante mit einem Knick bzw. mit einer Ecke in die Abstützkante übergehen, wobei der eingeschlossene Winkel vorzugsweise zwischen 70° und 110° beträgt. Die Platine umfasst vorzugsweise kein Mittel, das zu einer Führung im Ringkamm einer Rundstrickmaschine geeignet wäre.

[0010] Der Abstützkantenübergangspunkt kann vom Abschlagkantenübergangspunkt in Höhenrichtung zwischen 3mm und 10mm beabstandet sein. Der Abstand kann beliebige Werte dazwischen, zum Beispiel 5mm oder 6,5mm annehmen. Die Anlagekante kann eine Halteeinrichtung umfassen, die mindestens eine abschnittsweise Vertiefung und/oder Erhöhung der Anlagekante umfassen kann. Die Halteeinrichtung kann Abschnitte aufweisen, die senkrecht zur Anlagekante oder unter einem kleinen Winkel zur Senkrechten zur Anlage kante verlaufen, um ein Ein- bzw. Aufklipsen eines Abschlagbandes zu ermöglichen. Die Halteeinrichtung kann hierzu auch rechteckförmig mit im Verhältnis zur Seitenlänge kleiner Verrundung der Ecken und/oder mit Hinterschneidung ausgeführt sein. Ein größerer Abstand zwischen Abstützkantenübergangspunkt und Abschlagkantenübergangspunkt kann mehr Bauraum für das Anbringen einer Halteeinrichtung an der Anlagekante bereitstellen.

[0011] Die Abstützkante kann maximal 2mm in Längsrichtung nach vorne vom Abstütz kantenübergangspunkt enden. Die Abstützkante kann eine Erstreckung von maximal 2mm in Längsrichtung aufweisen, zum Beispiel 0,7mm oder 1mm. Beliebige Werte bis zu 2mm sind vorteilhaft. Der vordere Endbereich der Abstützkante kann das in Längsrichtung nach vorne am weitesten vom Abstützkantenübergangspunkt entfernte Element der Platine sein.

[0012] Die Abschlagkante und die Anlagekante können einen Winkel zwischen 90° und 115° einschließen. Besonders bevorzugt ist ein Winkel zwischen 95° und 110°.

[0013] Die Abschlagkante kann die Niederhaltekante in Längsrichtung nach vorne um maximal 2mm überragen. Bei grober Feinheit (Maschinenteilung) oder großmaschiger Wirkware kann die Abschlagkante die Niederhaltekante in Längsrichtung nach vorne um maximal 5mm überragen. Vorteilhaft kann die Abschlagkante die Niederhaltekante in Längsrichtung nach vorne um Werte zwischen 1mm und 5mm oder um Werte zwischenl,5mm und 4mm, zum Beispiel 2mm, 2,5mm oder 3mm überragen. Eine Abschlagkante, die sich nur 2mm oder weniger weiter nach vorne erstreckt als die Niederhaltekante, ermöglicht ein Abziehen der Kettenwirkware in vertikaler Richtung einer Kettenwirkmaschine nach unten, ohne dass zur Maschenbildung ein großer Weg durch die Platine bzw. Platinenanordnung zurückgelegt werden müsste.

[0014] Die erfindungsgemäße Platinenanordnung für eine Kettenwirkmaschine weist eine Vielzahl von Platinen gemäß Anspruch 1, die in konstantem Abstand in der Breitenrichtung deckungsgleich aufgereiht angeordnet sind, und mindestens ein Abschlagband auf. Das Abschlagband liegt an der Abstützkante und an der Anlagekante mindestens einer Teilmenge der Vielzahl der Platinen an. Das Abschlagband überbrückt den Abstand in der Breitenrichtung zwischen mindestens zwei Platinen. Eine Außenfläche des Abschlagbandes liegt gegenüber der Fläche, mit der das Abschlagband an der Anlagefläche der Platine anliegt. Die Platinenanordnung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein in Höhenrichtung oberes Ende der Außenfläche des Abschlagbandes von einem in Höhenrichtung unteren Ende der Außenfläche des Abschlagbandes in Höhenrichtung mindestens viermal so weit beabstandet ist als in Längsrichtung.

[0015] Das Abschlagband kann unter anderem dazu dienen Fransenmaschen abzuschlagen, die sonst zwischen die Platinen rutschen. Durch die an der Höhenrichtung angelehnte Lage des Abschlagbandes kann eine Kettenwirkware ungefähr in der vertikalen Richtung der Kettenwirkmaschine nach unten an der Außenseite des Abschlagbandes vorbeigleitend abgezogen werden. Eine Abzugsrichtung in Maschinenrichtung horizontal nach vorne ist natürlich ebenfalls möglich. Insbesondere bei vertikalem Abzug wird das Abschlagband von der Kettenwirkware gegen die Abstützkante und die Anlagekante der Platinen gedrückt. Das Abschlagband kann also durch eine lösbare Befestigung ausreichend sicher mit den Platinen verbunden werden.

[0016] Das Abschlagband kann einen im Wesentlichen rechteckartigen Querschnitt aufweisen, der im Wesentlichen konstant über dessen Erstreckung in der Breitenrichtung sein kann. Ein solches Band kann kostengünstig beschafft und reproduzierbar über die ganze Erstreckung der Platinenanordnung in Breitenrichtung montiert werden. Die Breitenrichtung der Platine entspricht der Breitenrichtung der Platinenanordnung. Die Breitenrichtung der Platinenanordnung ist ungefähr die Breite, auf der auf der Kettenwirkmaschine Kettenwirkware erzeugt werden kann. Kettenwirkmaschinen sind üblicherweise zwischen 1,28 Meter und 7Meter, typischerweise mehrere Meter, zum Beispiel ungefähr 4Meter, breit. Das Abschlagband kann die gesamte Maschinenbreite überbrücken. Das Abschlagband kann aber auch mehrere Teile über die Breitenrichtung umfassen, die sich dann in Summe über die ganze Breite erstrecken. Vorzugsweise umfasst die Platinenanordnung mehrere Teilanordnungen von Platinen oder Module mit Platinen. Das Abschlagband kann aus einem verschleißfesten Material wie gehärtetem Stahl bestehen und/oder mit einer verschleißfesten Beschichtung versehen sein. Vorzugsweise weist das Abschlagband eine glatte Oberfläche, vorteilhafterweise mit gerundeten Kanten, auf, damit die vorbeistreifende Kettenwirkware nicht in ihrer Qualität beeinflusst wird.

[0017] Das Abschlagband kann in der Höhenrichtung gegenüber der Abschlagkante der mindestens einer Teilmenge der Vielzahl der Platinen bündig oder zurückversetzt angeordnet sein. Somit ist sichergestellt, dass die Kettenwirkware beim Abziehen problemlos über das Abschlagband gezogen werden kann.

[0018] Das Abschlagband kann in der Längsrichtung mindestens eine Erstreckung wie die Abstützkante aufweisen. Dadurch kann die Kettenwirkware beim Entlanggleiten an der Außenkante des Abschlagbandes nicht am Übergang zu der Abstützfläche hängen bleiben. Die Abstützkante ist gegenüber der Außenkante des Abschlagbandes zurückversetzt.

[0019] Das Abschlagband kann zu dessen lösbaren Befestigung an der mindestens einen Teilmenge der Vielzahl der Platinen mit mindestens einer Halteeinrichtung einer Anlagekante einer Platine der mindestens einen Teilmenge der Vielzahl der Platinen Zusammenwirken. Vorteilhafterweise kann das Abschlagband ein Verbindungsmittel aufweisen, das am Abschlagband befestigt, zum Beispiel angeklebt sein kann. Das Verbindungsmittel kann an der Halteeinrichtung der Anlagekante lösbar befestigbar, zum Beispiel einklipsbar sein. Das Verbindungsmittel kann auch anders als durch Kleben an dem Abschlagband befestigt sein. Das Verbindungsmittel kann auch einstückig mit dem Abschlagband sein. Das Verbindungsmittel kann ein Kunststoffprofil sein. Das Verbindungsmittel kann in eine Vertiefung an der Anlagekante der Platine eingeklipst sein. Die Vertiefung kann einen Querschnitt aufweisen, der dem Querschnitt des Verbindungsmittels zumindest abschnittsweise entspricht oder einen Abschnitt des Verbindungsmittels unter Spannung aufnehmen kann. Bezüglich der Funktion der lösbaren Befestigung sind alle bekannten Möglichkeiten einsetzbar. [0020] Das Verbindungsmittel kann mindestens ein Abstandselement aufweisen, das den Abstand zwischen den Platinen in deren Breitenrichtung an deren vorderen Ende in Längsrichtung einstellt. Die Platinenanordnung kann durch das Verbindungsmittel auch stabilisiert werden. Das Abstandselement bzw. die Abstandselemente können regelmäßige auftretende Erhöhungen des Verbindungsmittels sein. Somit kann die Gleichmäßigkeit der Platinenanordnung sichergestellt sein und eine Fassung, die diesen Zweck erfüllt, ist überflüssig. Es ist aber auch vorteilhaft, wenn die Einstellung des Abstands der vorderen Enden der Platinen wie bekannt über eine Fassung bewerkstelligt wird. Eine solche Fassung kann wie bekannt angegossen sein. Die Fassung kann dann auch Löcher in der Platine durchsetzen oder Vorsprünge der Platinen umgreifen.

[0021] Die erfindungsgemäße Kettenwirkmaschine zum Herstellen universeller Kettenwirkware weist mindestens folgende Merkmale auf:

• Mindestens eine Platinenanordnung,

• einen Maschenbildungsbereich, in dem Maschen durch Abschlagen an der Abschlagkante oder am Abschlagband der Platinenanordnung gebildet werden, und

• eine Warenabzugsvorrichtung zum Abziehen der Kettenwirkware aus dem Maschenbildungsbereich.

Die Kettenwirkmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass die Warenabzugsvorrichtung zum Maschenbildungsbereich derart einstellbar eingerichtet ist, dass die Kettenwirkware in mindestens einer ersten vorgebbaren Einstellung im Wesentlichen horizontal nach vorne und in mindesten einer zweiten vorgebbaren Einstellung im Wesentlichen vertikal nach unten abgezogen werden kann. Kettenwirkware wird auf Kettenwirkautomaten horizontal nach vorne abgezogen. Kettenwirkware wird auf Raschelmaschinen vertikal nach unten abgezogen. Der Maschenbildungsbereich erstreckt sich in Form eines schmalen Bandes über die ganze Breite der Kettenwirkmaschine und hat in der vertikalen Richtung der Maschine und in der horizontalen Richtung nach vorne oder hinten der Maschine nur eine sehr begrenzte Ausdehnung. In bekannten Kettenwirkmaschinen, in denen die Wirkwerkzeuge über ein zentrales Getriebe (Kurbelkasten) angetrieben werden, ist die Maschenbildung nur in einem eng umgrenzten Raum möglich. Dieser ist durch die vom zentralen Getrieben vorgegebenen Bewegungsabläufe festgelegt.

[0022] Die Kettenwirkmaschine kann durch die Ausgestaltung der Platinenanordnung und die Einsteilbarkeit der Warenabzugsvorrichtung universell zur Herstellung von Kettenwirkware verwendet werden, wofür sonst ein Kettenwirkautomat und eine Raschelmaschine beschafft werden müssten. Nach entsprechender Einstellung bzw. Umstellung der Warenabzugsvorrichtung kann vorzugsweise ohne Austausch der Wirkwergzeuge eine gänzlich unterschiedliche Kettenwirkware erzeugt werden.

[0023] Die Platinenanordnung kann, wie bei Kettenwirkmaschinen üblich, entlang einer bogenförmigen Bahn bewegt werden. Die bogenförmige Bahn kann die horizontale Richtung nach vorne der Kettenwirkmaschine einschließen. Vorne ist die Richtung, aus der eine Kettenwirkmaschine in der Regel bedient wird und in die die Kettenwirkautomatware abgezogen wird. Die Abschlagkante und damit die Längsrichtung der Platinen der Platinenanordnung kann während der Maschenbildung zumindest zeitweise parallel zur horizontalen Richtung der Kettenwirkmaschine angeordnet sein. Vorzugsweise ist die Abschlagkante zumindest zum Zeitpunkt nach dem Abschlagen der Masche maximal 10° nach vorne geneigt, wenn sie nicht parallel zur Horizontalen ist. Die Platinenanordnung kann während der Maschenbildung auch keine Bewegung ausführen. Die Nadel anordnung kann bei der Maschenbildung, wie bei Kettenwirkmaschinen üblich, einer bogenförmigen Bahn folgen. Die bogenförmige Bahn kann die vertikale Richtung der Kettenwirkmaschine einschließen. Die länglichen Nadelschäfte können während der Maschenbildung zumindest zeitweise zumindest ungefähr parallel zur Vertikalen ausgerichtet sein. Die Nadeln können maximal 10° von der vertikalen Ausrichtung abweichen und sind dann vorzugsweise mit ihrem Haken nach hinten geneigt. Die Nadeln sind vorzugsweise weniger stark zur Vertikalen geneigt als die Außenkante des Abschlagbandes der Platinenanordnung.

[0024] Mindestens eine erste Walze der Warenabzugsvorrichtung, die dem Maschenbildungsbereich am nächsten angeordnet ist, kann antreibbar und in ihrer Drehrichtung umkehrbar eingerichtet sein. Somit kann der Abzugswinkel bestmöglich eingestellt werden und die Zugänglichkeit des Maschenbildungsbereiches bleibt erhalten.

[0025] Mindestens eine zweite Walze der Warenabzugsvorrichtung, die auf die erste Walze folgt, kann in der ersten vorgebbaren Einstellung der Warenabzugsvorrichtung unter der ersten Walze und in der zweiten vorgebbaren Einstellung der Warenabzugsvorrichtung über der ersten Walze anordnenbar eingerichtet sein. Somit kann die Einstellung bzw. Umstellung der Warenabzugsvorrichtung schnell erfolgen. Die notwendige Umschlingung für die prozesssichere Einbringung der Warenabzugskraft liegt bei beiden Einstellungen in ausreichendem Maße vor. [0026] Üblicherweise werden in Kettenwirkmaschinen mehrere Wirkwerkzeuge von Barren getragen und über Barrenträger mit Hebelwellen, welche sich in einer Maschinenbreitenrichtung erstrecken, angetrieben. Die Hebelwellen sind zumeist in einem Maschinengestell gelagert, das mehrere Mittelwände umfasst, die in Maschinenbreitenrichtung zueinander versetzt angeordnet sind. Zu den eingesetzten Wirkwerkzeugen zählen typischerweise Hakennadeln, Fadenführelemente - wie zum Beispiel Lochnadeln oder Legeröhrchen - , Schieber und Wirkplatinen - wie zum Beispiel Einschließ- Abschlagplatinen, Abschlagkammplatinen oder Stechkammplatinen. Die Wirkwerkzeuge werden üblicherweise von Barren getragen, die in Kettenwirkmaschinen durch je eine Hebelwelle derart angetrieben werden, dass sie im Betrieb unabhängig voneinander Schwenkbewegungen in einer Ebene quer zu den Hebelwellen - also einer Ebene, die in Maschinenhöhen- und Maschinentiefenrichtung verläuft - ausführen. Die Barren, welche die Fadenführelemente tragen, heißen Legebarren und sind zusätzlich derart gelagert und angetrieben, dass sie eine ihrer Schwenkbewegung überlagerte oszillierende Versatzbewegung in der Maschinenbreitenrichtung ausführen. Je eine mit Hakennadeln besetzte Barre, mindestens eine mit Wirkplatinen besetzte Barre und mindestens eine mit Fadenführelementen besetzte Legebarre stehen zur Erzeugung einer Warenlage von Kettenwirkware in einer funktionellen Verbindung zueinander. Je nach Art der Kettenwirkware und Kettenwirkmaschine können weitere Barren und Wirkwerkzeuge an dieser funktionellen Verbindung teilhaben. Bekannte Ausführungen von Kettenwirkmaschinen sind Kettenwirkautomaten, bei denen die erzeugte Kettenwirkware durch eine Warenabzugsvorrichtung näherungsweise in einer horizontalen Richtung nach vorne abgezogen wird, und Raschelmaschinen, bei denen die erzeugte Kettenwirkware durch eine Warenabzugsvorrichtung näherungsweise senkrecht nach unten in einer vertikalen Richtung von der Maschine abgezogen wird. Dabei wirkt eine Abzugskraft auf die Kettenwirkware, die Einfluss auf die Eigenschaften der erzeugten Kettenwirkware hat.

[0027] Die Herstellung von Kettenwirkwaren mit Zusammensetzungen unterschiedlicher Diversität - also Kettenwirkwaren, die zum Beispiel unterschiedliche Kombinationen aus Fadenmaterialien, eine unterschiedliche Anzahl an Fäden pro Masche, unterschiedliche Maschenbindungen und/oder eine unterschiedliche Kombination von Maschenbindungen umfassen - kann es erfordern, eine unterschiedliche Anzahl an Legebarren oder eine andere Kettenwirkmaschine - zum Beispiel eine Raschelmaschine anstatt eines Kettenwirkautomaten - einzusetzen. [0028] Bisher ist es bekannt auf einem Kettenwirkautomaten mit vier Legebarren sowohl vierbarrige Kettenwirkware, die vier Legebarren benötigt, als auch Kettenwirkware, die weniger als vier Legebarren benötigt, in unterschiedlichen Chargen zu fertigen. Mit der Anzahl der Legebarren ändert sich allerdings auch die optimale Schwenkbewegung der Fadenführelemente relativ zu den Hakennadeln und die optimale Schwenkbewegung der Hakennadeln, um eine möglichst schnelle, effiziente und fehlerfreie Maschenbildung zu gewährleisten. Die Schwenkbewegung der Hakennadeln ist dabei derart ausgelegt, dass die Hakennadeln während des Wirkprozesses näherungsweise senkrechte Auf- und Abbewegungen macht. So ist zum Beispiel bei einer Kettenwirkmaschine mit vier Legebarren die Schwenkbewegung der Fadenführ elemente sowohl als auch die Schwenkbewegung der Hakennadeln länger als bei einer Kettenwirkmaschine mit zwei Legebarren. Wird nun zweibarrige Kettenwirkware auf einer Kettenwirkmaschine mit vier Legebarren hergestellt, müssen die Fadenführelemente und die Hakennadeln hierfür in ihrer Schwenkbewegung einen längeren Weg zurücklegen als auf einer Kettenwirkmaschine mit nur zwei Legebarren und die Wirkgeschwindigkeit ist in der Folge langsamer. Auch eine Anpassung des räumlichen Verlaufs der Schwenkbewegung kann nötig sein, um die Wirkgeschwindigkeit an die Anzahl der eingesetzten Legebarren optimal anpassen zu können. Daher werden Kettenwirkwaren, zu deren Erzeugung eine unterschiedliche Anzahl an Legebarren benötigt wird, bisher üblicherweise bei optimaler Wirkgeschwindigkeit auf unterschiedlichen Kettenwirkmaschinen gefertigt. Weiterhin gibt es Kettenwirkwaren, die aufgrund ihrer Zusammensetzung, vor allem aufgrund ihrer Maschenbindung und der Kombination von Maschenbindungen, entweder nur auf Raschelmaschinen oder nur auf Kettenwirkautomaten hergestellt werden können. Zum Beispiel kann eine Kettenwirkware mit einem hohen Anteil an Fransen - also mit einer Maschenbindung, bei der ein Faden in mehreren Maschenreihen hintereinander in die gleiche Hakennadel eingelegt wird, und somit keine Verbindung zum benachbarten Maschenstäbchen hat - nicht auf einem Kettenwirkautomaten hergestellt werden und erfordert den Einsatz einer Raschelmaschine.

[0029] Vorteilhaft ist insbesondere eine Kettenwirkmaschine, die die sukzessive Herstellung von Chargen von Kettenwirkware mit Zusammensetzungen unterschiedlicher Diversität auf einer einzigen Kettenwirkmaschine ermöglicht. Hierzu kann die Relativposition der Hebelwelle, mit der zumindest eine Legebarre antreibbar ist, zu den Hebelwellen, mit denen je mindestens eine weitere Barre antreibbar ist, in Maschinenhöhen- und/oder Maschinentiefenrichtung einer Kettenwirkmaschine verstellbar sein. Zur Änderung der Diversität der Zusammensetzung der hergestellten Warenbahn von Kettenwirkware kann diese Relativposition in Maschinenhöhen- und/oder Maschinentiefenrichtung geändert werden.

[0030] So kann bei einer Erhöhung der Anzahl an Legebarren der Verlauf der Schwenkbewegung der Fadenführelemente relativ zu der Wirkbewegung der Hakennadeln angepasst werden. Zum Beispiel können bei einer Maschine mit vier Legebarren die Schwenkbewegungen der Fadenführelemente und der Hakennadeln optimal auf die Anzahl der Legebarren abgestimmt werden. Soll nun mit der gleichen Maschine ein Textil erzeugt werden, das den Einsatz von zwei Legebarren benötigt, war es auf bisherigen Maschinen nicht möglich, die Schwenkbewegung der Fadenführelemente und der Hakennadeln optimal auf die reduzierte Anzahl an Legebarren abzustimmen; die Hakennadeln können zum Beispiel bei einer Kettenwirkmaschine mit nur zwei Legebarren eine kürzere Schwenkbewegung vollführen, was die Wirkgeschwindigkeit erhöht. Durch Verstellung der Relativposition der Hebelwelle der Legebarren in Maschinenhöhen und/oder Maschinentiefenrichtung kann die Schwenkbewegung der Fadenführelemente an die geänderte Schwenkbewegung der Hakennadeln angepasst werden. Weiterhin kann zum Beispiel bei einer Umstellung der Kettenwirkmaschine von Kettenwirkautomat auf Raschelmaschine die Relativposition der Hebelwelle, die die Legebarren antreibt, derart eingestellt werden, dass die Schwenkbewegung der Fadenführelemente auf Höhe der Hakennadeln weitestgehend in Maschinentiefenrichtung verläuft, wohingegen die Schwenkbewegung der Fadenführ elemente auf Höhe der Hakennadeln bei einem Kettenwirkautomaten bezüglich ihres Betrags vergleichbar große Richtungsanteile in Maschinenhöhen- und Maschinentiefenrichtung hat.

[0031] Es ist möglich, die erfindungsgemäße Lehre an allen Arten von Kettenwirkmaschinen einzusetzen. Es erscheint jedoch vorteilhaft, die erfindungsgemäße Lehre an Kettenwirkmaschinen anzuwenden, die lediglich zur Fertigung einer einzigen Warenlage geeignet sind (zum Beispiel keine doppelfonturigen Raschelmaschinen oder Kettenwirkmaschinen, die zur Erzeugung eines Abstandsgewirkes mit zwei Warenlagen geeignet sind). In der Regel verfügen solche Maschinen lediglich über eine Hebelwelle, die in Wirkverbindung mit einer Barre steht, die Hakennadeln trägt - ihnen also Drehmoment überträgt. Eine Barre die Hakennadeln trägt, wird im Folgenden auch Nadelbarre genannt. Vorteilhaft ist es, wenn die verschiedenen Barren einer solchen Maschine gemeinsam an der Erzeugung der einen Warenlage mitwirken. Bei doppelfonturigen Raschelmaschinen werden demgegenüber zwei Warenlagen und Abstandsgewirke mit diesen beiden Warenlagen erzeugt. Mehrere Warenbahnen, die auf einer Kettenwirkmaschine in Maschinenbreitenrichtung simultan nebeneinander erzeugt werden, entsprechen dennoch einer Warenlage, wenn alle am Wirkprozess beteiligten Hakennadeln von einer Hebelwelle um die gleiche Drehachse angetrieben werden.

[0032] Es bringt weitere Vorteile mit sich, wenn der Winkelbereich der Schwenkbewegungen der Hebelwelle, mit der die zumindest eine Legebarre angetrieben wird, verstellbar ist. Mit dem Winkelbereich der Schwenkbewegung lässt sich vor allem die Lage und Länge der Schwenkbewegung auf einem Umkreis mit einem festen Schwenkradius um die Drehachse der Hebelwelle anpassen. Daher ist es insbesondere bei einer Veränderung der Anzahl an Legebarren vorteilhaft, den Winkelbereich der Schwenkbewegung anzupassen. Ebenso vorteilhaft ist es, den Winkelbereich der Schwenkbewegung bei einem Wechsel von Kettenwirkautomatware auf Raschelmaschinenware - oder umgekehrt - derart anzupassen, dass die Schwenkbewegung bei Raschelmaschinenware auf Höhe der Hakennadeln weitestgehend in Maschinentiefenrichtung verläuft, wohingegen die Schwenkbewegung bei Kettenwirkautomatware auf Höhe der Hakennadeln vergleichbare Richtungsanteile in Maschinenhöhen- und Maschinentiefenrichtung hat. Es ist durchaus möglich, eine solche Verstellung auch mit getrieblichen Mitteln, wie durch die Zuschaltung eines oder mehrerer Zahnräder, durchzuführen. Dies gilt auch dann, wenn dieser „Legewelle“ kein individueller Einzelantrieb zugeordnet ist, sondern das notwendige Drehmoment zum Beispiel von einem Zentralantrieb - bzw. einem Antrieb für zumindest zwei Wellen - stammt. Auch die den anderen Barren zugeordneten Hebelwellen können vorteilhafterweise eine Veränderung des Winkelbereichs ihrer Schwenkbewegungen erfahren. In Zusammenhang mit allen Ausführungsbeispielen der Erfindung dürfte es vorteilhaft sein, wenn zumindest zwei Antriebe vorgesehen sind. Von zusätzlichem Nutzen ist, wenn einer dieser Antriebe der zumindest einen Legebarre zugeordnet ist. Der andere Antrieb kann vorteilhafterweise die restlichen Barren antreiben. Den restlichen Barren können jedoch auch mehrere Antriebe - zum Beispiel jeder Barre je ein Antrieb - zugeordnet sein. Wie nachstehend noch thematisiert wird, besteht eine vorteilhafte Art und Weise der Ansteuerung mehrerer Hebelwellenantriebe darin, dass eine oder mehrere Steuerungsvorrichtungen vorgesehen werden, die die Antriebe steuern. [0033] Besonders vorteilhaft ist eine Kettenwirkmaschine mit einem Maschinengestell, das die Hebelwellen trägt und das ein Maschinenoberteil und ein Maschinenunterteil umfasst, wobei das Maschinenoberteil und das Maschinenunterteil in der Maschinenhöhenrichtung und/oder in der Maschinentiefenrichtung relativ zueinander verstellbar sind. Von Vorteil ist es, wenn das Maschinenoberteil mindestens die Hebelwelle der Legebarren und die von ihr antreibbaren Bauteile umfasst. Zum Beispiel kann die Hebelwelle der Legebarren drehbar um ihre Drehachse vom Maschinenoberteil aufgenommen werden. Eine vorteilhafte Ausführungsform ist es, wenn die Hebelwelle der Legebarren durch eine Lagerung drehbar um ihre Drehachse ausgeführt ist, wobei das Maschinenoberteil die Lagerung, die mindestens zwei Lager umfasst, aufnimmt.

[0034] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist eine Kettenwirkmaschine, deren Maschinenoberteil mindestens zwei in Maschinenbreitenrichtung zueinander parallel versetzte obere Mittelwände umfasst und deren Maschinenunterteil mindestens zwei in Maschinenbreitenrichtung zueinander parallel versetzte untere Mittelwände umfasst. Vorteilhaft ist es, wenn die oberen Mittelwände und unteren Mittelwände Lager umfassen, wobei mindestens zwei Lager unterschiedlicher Mittelwände mindestens eine Lagerung für mindestens eine Hebelwelle bilden. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn je eine obere Mittelwand mit je einer unteren Mittelwand derart verbunden ist, dass die Relativposition der Mittelwände zueinander einstellbar ist. Zum Beispiel kann je eine obere Mittelwand mit je einer unteren Mittelwand durch eine Verschraubung verbunden sein, wobei die Verschraubung mindestens eine Schraube und/oder Passschraube, mindestens eine Durchgangsbohrung oder ein Langloch und mindestens eine Gewindebohrung umfasst. Vorteilhaft ist anstelle von Passschrauben auch eine Verschraubung mit Schrauben, die in funktioneller Verbindung zu mindestens einem Passstift steht. Auf diese Weise ergeben sich für den Hersteller solcher Kettenwirkmaschinen Vorteile hinsichtlich der Herstellkosten und der Lagerhaltungskosten, da eine derart variable Maschine die Konstruktion einer Vielzahl von Varianten überflüssig macht und auch weniger verschiedenartige Bauteile benötigt werden müssen, um verschiedenartige Kettenwirkmaschinen hersteilen zu können.

[0035] Vorteilhaft ist eine Kettenwirkmaschine, die Mittel zum Einstellen der Relativposition zwischen Teilen des Maschinengestells - zum Beispiel dem Maschinenoberteil und dem Maschinenunterteil - umfasst. Ein besonders vorteilhaftes Mittel zum Einstellen der Relativposition sind Abstandsplatten, die zwischen den Teilen des Maschinengestells angeordnet sind. Die Dicke der Abstandsplatten, die sich in Maschinenhöhenrichtung erstreckt, bestimmt dabei die Relativposition zwischen den Teilen des Maschinengestells in Maschinenhöhenrichtung. Vorteilhaft ist es auch, mindestens zwei Abstandsplatten übereinander zwischen Teilen des Maschinengestells anzuordnen, um die Relativposition zwischen den Teilen des Maschinengestells um die Summe der Dicken der mindestens zwei Abstandsplatten zu verstellen. So ist es möglich, durch Kombination mindestens zweier vorhandener Abstandsplatten einen größeren Abstand zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil einzustellen, ohne Abstandsplatten einer weiteren Dicke zu benötigen. Ein weiteres vorteilhaftes Mittel zum Einstellen der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil ist eine Verschraubung, die mindestens eine Schraube, mindestens ein Langloch, dessen Längsachse sich in Maschinentiefenrichtung erstreckt, und mindestens eine Gewindebohrung umfasst. Zum Beispiel kann das Maschinenunterteil die mindestens eine Gewindebohrung umfassen und das Maschinenoberteil und die Abstandsplatten je mindestens ein Langloch je Gewindebohrung umfassen. Durch Verschiebung des Maschinenoberteils in Richtung der Längsachse der Langlöcher - also in Maschinentiefenrichtung - ist es so möglich, die Relativposition des Maschinenoberteils zum Maschinenunterteil in Maschinentiefenrichtung einzustellen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Maschinenoberteil und/oder das Maschinenunterteil eine Skalierung in Maschinenhöhen- und/oder Maschinentiefenrichtung umfasst, die eine genaue und reproduzierbare Einsteilbarkeit der Relativposition ermöglicht. Ein weiteres vorteilhaftes Mittel zum Einstellen der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil ist eine Schienenverbindung. Vorteilhaft ist eine formschlüssige Schienenverbindung. Besonders vorteilhaft ist eine Schienenverbindung, die eine Verstellbarkeit in Maschinentiefenrichtung und/oder Maschinenhöhenrichtung ermöglicht und in Maschinenbreitenrichtung spielfrei ist. Weiterhin vorteilhaft ist eine Schienenverbindung, die eine Vorrichtung zur Arretierung der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil umfasst. Vorteilhaft ist auch eine Kettenwirkmaschine, die zumindest einen Elektromotor umfasst, der das Maschinenoberteil in seiner Verstellbewegung in Maschinenhöhen- und/oder Maschinentiefenrichtung antreibt.

[0036] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist eine Kettenwirkmaschine dessen Maschinenoberteil zumindest einen Versatzantrieb umfasst, der die zumindest eine Legebarre zu ihrer oszillierenden Versatzbewegung in der Maschinenbreitenrichtung antreibt. Der Vorteil dabei ist, dass es für eine Verstellung der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil dadurch nicht nötig ist, auch die Verbindung zwischen dem zumindest einen Versatzantrieb und der zumindest einen Legebarre anzupassen, da sich die Position des zumindest einen Versatzantriebs relativ zu der zumindest einen Legebarre nicht ändert. Die Rüstzeit für die Verstellung der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil kann dadurch reduziert werden.

[0037] Es ist vorteilhaft, wenn den Hebelwellen je ein Schwenkantrieb für ihre jeweilige Schwenkbewegung zugeordnet ist, wobei der Schwenkantrieb vorzugsweise eine Elektromaschine umfasst. Der Schwenkantrieb dient dazu, die Hebelwellen zu Drehbewegungen um ihre Drehachsen anzutreiben. Wenn jeder Hebelwelle ein eigener Schwenkantrieb zugeordnet ist, kann ein aufwändiges Zentralgetriebe, das alle Hebelwellen mit einem zentralen Antriebsmotor verbindet, entfallen. Der Konstruktions- und Wartungsaufwand sowie die Komplexität der Kettenwirkmaschine werden gesenkt.

[0038] Weiterhin vorteilhaft ist es, wenn mindestens ein Schwenkantrieb einen Linearschrittmotor umfasst. Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Schubkurbelgetriebe eine Linearschrittmotor-Ausgangswelle mit einer der Hebelwellen verbindet, wobei das Schubkurbelgetriebe einen Antriebshebel und ein Gelenk, das exzentrisch mit der Hebelwelle verbunden ist, umfasst. Das Schubkurbelgetriebe wandelt eine lineare Antriebsbewegung in eine Drehbewegung der Hebelwelle um ihre Drehachse um. Der große Vorteil des Schubkurbelgetriebes ist, dass es auch bei Wechsel der Bewegungsrichtung weitestgehend spielfrei ausgeführt werden kann und somit die Antriebsbewegung ohne Verlust von Bewegungsanteilen überträgt.

[0039] Vorteilhaft ist es auch, wenn mindestens ein Schwenkantrieb einen Drehschrittmotor umfasst. Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Umschlingungsgetriebe eine Drehschrittmotor- Ausgangswelle mit einer der Hebelwellen verbindet. Zum Beispiel kann die Hebelwelle mittels eines Zahnriemens von dem Drehschrittmotor angetrieben werden, wobei Zahnriemenscheiben auf der Drehschrittmotor- Ausgangswelle und der Hebelwelle angeordnet sind, die formschlüssig mit dem Zahnriemen verbunden sind. Durch die formschlüssige Verbindung werden die Antriebsbewegungen schlupffrei und somit ohne Verlust von Bewegungsanteilen übertragen.

[0040] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist eine Kettenwirkmaschine deren Maschinenoberteil zumindest einen Schwenkantrieb für die Hebelwelle der zumindest einen Legebarre umfasst. So ist eine Verstellung der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil möglich, ohne die Verbindung zwischen dem Schwenkantrieb und der Hebelwelle der zumindest einen Legebarre anzupassen, da sich die Position des zumindest einen Schwenkantriebs relativ zu der Hebelwelle der zumindest einen Legebarre nicht ändert. Auf diese Weise wird die Rüstzeit für die Verstellung der Relativposition zwischen Maschinenoberteil und Maschinenunterteil reduziert. Zum Beispiel müsste bei Verbindung des Schwenkantriebes mit der Hebelwelle mittels eines Zahnriemens bei jeder Verstellung der Relativposition zwischen Maschinenober- und unterteil der Zahnriemen gegen einen Zahnriemen mit entsprechend angepasster Länge getauscht werden, wenn der Schwenkantrieb nicht von dem Maschinenoberteil aufgenommen wird.

[0041] Weiterhin vorteilhaft ist eine Kettenwirkmaschine, deren mehrere Schwenkantriebe Elektromaschinen umfassen. Diese Elektromaschinen können vorteilhafterweise durch eine elektronische Steuervorrichtung ansteuerbar sein. Die elektronische Steuervorrichtung kann Mittel für die Erzeugung und Verstärkung von Signalen, Speichervorrichtungen und Leistungselektronik umfassen. In der Regel dürfte es sich um einen Maschinencomputer handeln, der Steuersignale bereitstellt. Diese werden Frequenzumrichter im Falle normaler Elektromaschinen oder geeignete Leistungselektronik wie eine Verstärker Schaltung (Motortreiber), die zur Ansteuerung von Schrittmotoren geeignet ist, ansteuern.

Schlussendlich werden die Elektromaschinen mit Strom geeigneter Stärke, Spannung, Frequenz bzw. Signalform für die passenden Bewegungsprofile beaufschlagt. Auf diese Weise steuert die elektronische Steuerung die Antriebsbewegung der Elektromaschinen, wobei die Kettenwirkmaschine die Antriebsbewegung der Elektromaschinen in eine Wirkbewegung der Wirkwerkzeuge übersetzt und somit die Wirkwerkzeuge von den Elektromaschinen angetrieben werden.

[0042] Vorteilhaft ist eine elektronische Steuervorrichtung, die derart zur Ansteuerung der Elektromaschinen eingerichtet ist, dass diese die von ihnen angetriebenen Wirkwerkzeuge entsprechend bestimmter vorgegebener Bewegungsprofile antreiben. Besonders vorteilhaft sind Bewegungsprofile, die programmierbar sind. Weiterhin vorteilhaft ist es Bewegungsprofile in Gruppen zusammenzufassen, wobei jede Gruppe je ein Bewegungsprofil für jedes Wirkwerkzeug der Kettenwirkmaschine umfasst und die Bewegungsprofile derart aufeinander abgestimmt sind, dass die Wirkwerkzeuge während desselben Zeitabschnittes zueinander passende Wirkbewegungen ausführen. Die Vorgabe von Bewegungsprofilen ermöglicht es somit gezielt die Wirkbewegungen der Wirkwerkzeuge zu steuern. Bei einer Verstellung der Relativposition des Maschinenoberteils zu dem Maschinenunterteil kann damit zum Beispiel die Wirkbewegung der Fadenführelemente neu auf die Relativposition und Wirkbewegung der anderen Wirkwerkzeuge abgestimmt werden und die Kettenwirkmaschine kann variabler für die Herstellung von Chargen von Kettenwirkware mit Zusammensetzungen unterschiedlicher Diversität eingestellt werden.

[0043] Zur sukzessiven Herstellung von Chargen von Kettenwirkware mit Zusammensetzungen unterschiedlicher Diversität ist ein Verfahren vorteilhaft, bei dem zumindest zwei unterschiedliche Schwenkantriebe verwendet werden, von denen der erste zumindest die Legebarre und der zweite zumindest eine andere Barre antreibt und die Bewegung dieser beiden Schwenkantriebe derart angesteuert wird, dass die Fadenführelemente der Legebarre und die Nadeln der anderen Barre aufeinander abgestimmte Wirkbewegungen ausführen. Durch die Verwendung mindestens zweier unterschiedlicher Schwenkantriebe ist es möglich, die Schwenkbewegung von unterschiedlichen Barren unabhängig voneinander anzusteuern und somit die Wirkbewegungen der Barren aufeinander abstimmen zu können. Wenn aufgrund eines Wechsels der Charge von Kettenwirkware die Relativposition der Hebelwelle, die die Legebarre antreibt, geändert werden muss, können so die Wirkbewegungen der Wirkwerkzeuge variabler aufeinander abgestimmt werden.

[0044] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Ansteuerung der zumindest zwei Schwenkantriebe aufgrund von gespeicherten Bewegungsprofilen erfolgt, die individuell auf die Zusammensetzung der jeweiligen Charge abgestimmt sind. Je ein Bewegungsprofil bildet dabei je eine spezifische Wirkbewegung eines Wirkwerkzeugs ab. Vorteilhaft ist es die Bewegungsprofile als Eingangsgröße bei Rüstung der Kettenwirkmaschine vorzugeben und entsprechend der zu erzeugenden Kettenwirkware auszuwählen und zu programmieren.

[0045] Die Bewegungsprofile der Wirkwerkzeuge müssen abhängig von der gewählten Zusammensetzung der hergestellten Kettenwirkware aufeinander so abgestimmt sein, dass die Wirkwerkzeuge für die Erzeugung der gewünschten Kettenwirkware synchron Zusammenwirken. Für die Erzeugung einer Kettenwirkware einer bestimmten Zusammensetzung gibt es somit eine Gruppe aufeinander abgestimmter Bewegungsprofile, die je Wirkwerkzeug genau ein Bewegungsprofil umfasst. Es ist vorteilhaft, in einer Speichervorrichtung zumindest zwei Gruppen aufeinander abgestimmter Bewegungsprofile zu hinterlegen und diese je nach gewählter Zusammensetzung der hergestellten Kettenwirkware zu verwenden. So kann bei Rüstung der Kettenwirkmaschine das passende Bewegungsprofil ausgewählt werden und muss nicht neu programmiert werden.

Fig. 1 Figur 1 zeigt in einer symbolischen Darstellung ein vorderes Ende einer erfindungsgemäßen Platine in einer Ansicht in Breitenrichtung.

Fig. 2 Figur 2 zeigt in einer symbolischen Darstellung beispielhaft zwei Platinen einer Platinenanordnung mit einem Abschlagband in einer Ansicht von schräg oben und vorne.

Fig. 3 Figur 3 zeigt symbolisch eine schräge Ansicht auf einen Abschnitt eines Abschlagbandes mit Verbindungsmittel.

Fig. 4 Figur 4 zeigt die relevanten Komponenten einer Kettenwirkmaschine in einer symbolischen Ansicht in Breitenrichtung bei horizontaler Einstellung der Warenabzugsvorrichtung.

Fig. 5 Figur 5 zeigt die relevanten Komponenten einer Kettenwirkmaschine in einer symbolischen Ansicht in Breitenrichtung bei vertikaler Einstellung der Warenabzugsvorrichtung.

Fig. 6 Figur 6 zeigt eine Kettenwirkmaschine 126, die ein Maschinenoberteil 101 und ein Maschinenunterteil 102 umfasst.

Fig. 7 Figur 7 zeigt die Kettenwirkmaschine 126 aus Figur 6 in einer anderen Ansicht. Es sind ein Maschinenbett 114, mehrere obere Mittelwände 112 und untere Mittelwände 113, sowie ein Schwenkantrieb 115 und ein Versatzantrieb 116 dargestellt.

Fig. 8 Figur 8 zeigt einen Schnitt A-A durch die Kettenwirkmaschine 126 im Bereich von zwei Abstandsplatten 110 zwischen Maschinenoberteil 101 und Maschinenunterteil 102.

Fig. 9 Figur 9 zeigt den Schwenkantrieb 115 einer Hebelwelle 103, 104, 105, 106, der einen Linearschrittmotor 118, einen Antriebshebel 120 und ein Gelenk 121 umfasst.

Fig. 10 Figur 10 zeigt den Schwenkantrieb 115 einer Hebelwelle 103, 104, 105, 106, der einen Drehschrittmotor 122 und ein Umschlingungsgetriebe 124 umfasst.

Fig. 11 Figur 11 zeigt schematisch die Position der Hebelwelle 103 relativ zu einer

Hakennadel 127 und mehreren Fadenführelementen 109 der Kettenwirkmaschine 126, wenn sie nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten arbeitet.

Fig. 12 Figur 12 zeigt schematisch die Position der Hebelwelle 103 relativ zu einer

Hakennadel 127 und mehreren Fadenführelementen 109 der Kettenwirkmaschine 126, wenn sie nach dem Prinzip einer Raschelmaschine arbeitet.

Fig. 13 Figur 13 zeigt in einer gemeinsame Darstellung von Fig. 4 und Fig. 11 die Anordnung zuvor beschriebener Elemente in einer Konfiguration nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten.

Fig. 14 Figur 14 zeigt in einer gemeinsame Darstellung von Fig. 5 und Fig. 12 die Anordnung zuvor beschriebener Elemente in einer Konfiguration nach dem Prinzip einer Raschelmaschine.

[0046] Figur 1 zeigt in einer symbolischen Darstellung ein vorderes Ende einer erfindungsgemäßen Platine 1 in einer Ansicht in Breitenrichtung B. Die Platine 1 umfasst eine Abschlagkante 2, die gerade ausgebildet und nach vorne (in Figur 1 links) geneigt ist. Die Niederhaltekante 3 liegt der Abschlagkante 2 in Höhenrichtung H in einem Abstand gegenüber. Die Einschließkante 4 verbindet die Abschlagkante 2 mit der Niederhaltekante 3 und begrenzt beide nach hinten (in der Figur 1 rechts). Die Abschlagkante wird nach vorne von einem Abschlagkantenübergangspunkt 5, an den eine steil abfallende, ungefähr in Höhenrichtung H verlaufende Anlagekante 6 anschließt, begrenzt. Die Anlagekante 6 hat in ihrem unteren Bereich eine Vertiefung, die als Halteeinrichtung 9 dienen kann. Nach unten endet die Anlagekante 6 in einem Abstützkantenübergangspunkt 7, an den eine Abstützkante 8 anschließt. Die Abstützkante 8 verläuft ungefähr parallel zur Abschlagkante 2 und im rechten Winkel zur Anlagekante 6. Die Platine 1 ist ohne ihren hinteren (in der Figur 1 rechts) Abschnitt, der zur Anbindung an weitere Maschinenelemente wie z.B. eine Barre dient, dargestellt. Die Anbindung der Platine 1 an weitere Maschinenelemente kann beliebig nach dem Stand der Technik ausgestaltet sein.

[0047] Figur 2 zeigt in einer symbolischen Darstellung beispielhaft zwei Platinen 1 einer Platinenanordnung 10 mit einem Abschlagband 11 in einer Ansicht von schräg oben und vorne. Die Platinen 1 sind größtenteils identisch ausgeführt wie die Platinen 1 der Figur 1.

Das Abschlagband 11 liegt auf der Abstützkante 8 auf und an der Anlagekante 6 an. Die Anlagekante 6 und die Abstützkante 8 sind dementsprechend in dieser Ansicht durch das Abschlagband 11 verdeckt. Das Abschlagband 11 überbrückt den Abstand in Breitenrichtung B zwischen den Platinen 1 und Kettenwirkware kann über die obere Kante des Abschlagbandes 11 und dessen Außenseite 12 bedarfsweise in Höhenrichtung H nach unten abgezogen werden. Ein Abzug von Kettenwirkware kann aber auch parallel zur Längsrichtung L parallel zur Abschlagkante 2 nach vorne erfolgen. Wie in Figur 1 ist nur das vordere Ende der Platinen 1 dargestellt. Figur 2 zeigt nur einen Teil der Erstreckung in Breitenrichtung B des Abschlagbandes 11 und der Platinenanordnung 10.

[0048] Figur 3 zeigt symbolisch eine schräge Ansicht auf einen Abschnitt eines Abschlagbandes 11 mit Verbindungsmittel 13. Die als Erhöhungen des Verbindungsmittels 13 ausgeführten Abstandselemente 14 können zwischen die Platinen einer Platinenanordnung 10 eingeschoben werden und so deren geforderten Abstand an deren vorderen Enden exakt einstellen und stabilisieren. In Anlehnung an Figur 2 können durch die dargestellten Abstandselemente 14 zwei Platinen 1 beab standet werden.

[0049] Figur 4 zeigt die für die Erfindung relevanten Komponenten einer Kettenwirkmaschine in einer symbolischen Ansicht in Breitenrichtung B bei Einstellung der Warenabzugsvorrichtung 15 ausgehend vom Maschenbildungsbereich in eine horizontal nach vorne orientierte Richtung Hz der Kettenwirkmaschine. Figur 4 zeigt eine Platinenanordnung 10 zusammen mit einer Schiebernadelanordnung umfassend Nadeln und Schieber nach dem Stand der Technik. Die als einfacher Strich angedeutete Kettenwirkware wird annähernd parallel zur Abschlagkante 2 abgezogen. Die Zuführung der Kettgarne erfolgt wie üblich im Wesentlichen in Höhenrichtung von oben, was wiederum durch eine Linie symbolisiert ist. Die Warenabzugsvorrichtung 15 ist in einer ersten vorgebbaren Einstellung 16 dargestellt.

Die erste Walze 18 der Warenabzugsvorrichtung 15 dreht in dieser Einstellung im Gegenuhrzeigersinn. Die zweite Walze 19, bzw. die Achse der zweiten Walze 19 der Warenabzugsvorrichtung 15 ist in der vertikalen Richtung V unterhalb der ersten Walze 18 bzw. der Achse der ersten Walze 18 angeordnet.

[0050] Figur 5 zeigt dieselben relevanten Komponenten einer Kettenwirkmaschine in einer symbolischen Ansicht in Breitenrichtung B aber bei Einstellung der Warenabzugsvorrichtung 15 in der vertikalen Richtung V. Die Warenabzugsvorrichtung 15 ist in einer zweiten vorgebbaren Einstellung 17 dargestellt. Die erste Walze 18 der Warenabzugsvorrichtung 15 dreht in dieser Einstellung im Uhrzeigersinn. Die zweite Walze 19 der Warenabzugsvorrichtung 15 ist in der vertikalen Richtung V oberhalb der ersten Walze 18 angeordnet. Die Kettenwirkware wird über das Abschlagband 11 abgezogen. Die Kettenwirkware wird unter einem kleinen Winkel zur vertikalen Richtung V abgezogen. Die Walzen 18, 19, bzw. deren Durchmesser sind nicht im selben Maßstab wie die Strickwerkzeuge dargestellt.

[0051] Die Figur 6 zeigt eine Prinzipskizze einer Kettenwirkmaschine 126, deren Maschinengestell 125 zweigeteilt ist und ein Maschinenoberteil 101 sowie ein Maschinenunterteil 102 umfasst, wobei das Maschinenunterteil 102 auf einem Maschinenbett 114 angeordnet ist. Das Maschinenoberteil 101 umfasst eine Hebelwelle 103, welche drehbar im Maschinenoberteil 101 gelagert ist und mit Barrenträgern 107 verbunden ist. Eine Legebarre 108 ist in Maschinenbreitenrichtung z verschiebbar auf dem Barrenträger 107 gelagert. Die Lagerung ist dabei zur Vereinfachung nicht dargestellt. Weiterhin umfasst die Kettenwirkmaschine 126 drei weitere Hebelwellen 104, 105, 106, die alle drei drehbar im Maschinenunterteil 102 gelagert sind und über Barrenträger und Barren Wirkbewegungen in Wirkwerkzeuge einleiten. Diese Barrenträger und Wirkwerkzeuge sind nicht dargestellt. Das Maschinenoberteil 101 und das Maschinenunterteil 102 sind mittels Schrauben 111 miteinander verbunden, wobei das Maschinenoberteil 101 hierzu je Schraube 111 ein Langloch, dessen Längsachse sich in Maschinentiefenrichtung x erstreckt, und das Maschinenunterteil 102 je Schraube 111 eine Gewindebohrung umfasst. Andere Einrichtungen zum Verbinden des Maschinenoberteils 101 mit dem Maschinenunterteil 102 sind jedoch ebenso vorteilhaft denkbar - zum Beispiel eine Verbindung mit arretierbaren Schienen. Das Maschinenoberteil 101 ist in diesem Ausführungsbeispiel in Maschinentiefenrichtung x relativ zum Maschinenunterteil 102 um einen Betrag, der der Länge des Langlochs entspricht, verschiebbar. Zwischen Maschinenoberteil 101 und Maschinenunterteil 102 sind Abstandsplatten 110 angeordnet, mit deren Höhe in Maschinenhöhenrichtung y die Relativposition des Maschinenoberteils 101 zum Maschinenunterteil 102 in Maschinenhöhenrichtung y eingestellt werden kann.

[0052] Die Figur 7 zeigt die Kettenwirkmaschine 126 aus Figur 6 in einer um 90 Grad um die Maschinenhöhenrichtung y gedrehten Ansicht. Das Maschinenunterteil 102 umfasst drei untere Mittelwände 113, die in Maschinenbreitenrichtung z zueinander versetzt sind und mit dem Maschinenbett 114 verbunden sind. Das Maschinenoberteil 101 umfasst drei obere Mittelwände 112, die Hebelwelle 103, mit der die Legebarre 108 antreibbar ist, einen Schwenkantrieb 115 für die Hebelwelle 103 und einen Versatzantrieb 116 für die Legebarre 108. Drei Abstandsplatten 110 und das Maschinenoberteil 101 sind mittels Schrauben 111 mit dem Maschinenunterteil 102 verbunden. Der Schwenkantrieb 115 treibt die Hebelwelle 103, mit der die Legebarre 108 antreibbar ist, an und die Legebarre 108 sowie die Fadenführelemente 109 führen eine Schwenkbewegung um die Drehachse der Hebelwelle 103 aus. Zeitgleich treibt der Versatzantrieb 116 die Legebarre 108 und die Fadenführelemente 109 zu einer oszillierenden Versatzbewegung in Maschinenbreitenrichtung z an. Durch Überlagerung der Schwenkbewegung und der Versatzbewegung führen die Fadenführelemente 109 eine dreidimensionale Wirkbewegung aus.

[0053] Die Figur 8 zeigt den Schnitt A, dessen Position in Figur 6 dargestellt ist. Die drei Abstandsplatten 110 sind geschnitten dargestellt. Es sind je zwei Langlöcher 117, durch die je eine Schraube 111 verläuft, in jeder der Abstandsplatten 110 dargestellt. Die Langlöcher 117 der Abstandsplatten 110 ermöglichen die Einsteilbarkeit der Relativposition des Maschinenoberteils 101 zum Maschinenunterteil 102 in Maschinentiefenrichtung x.

[0054] Die Figur 9 zeigt den Schwenkantrieb 115 einer Hebelwelle 103, 104, 105, 106, der einen Linearschrittmotor 118, eine Linearschrittmotor- Ausgangswelle 119, einen Antriebshebel 120 und ein exzentrisch an einer der Hebelwellen 103, 104, 105, 106 angebrachtes Gelenk 121 umfasst. Die lineare Antriebsbewegung der Linearschrittmotor- Ausgangswelle 119 wird über den Antriebshebel 120 und das exzentrisch an der Hebelwelle 103, 104, 105, 106 angebrachte Gelenk 121 in eine Drehbewegung der Hebelwelle 103, 104, 105, 106 übersetzt.

[0055] Die Figur 10 zeigt den Schwenkantrieb 115 einer Hebelwelle 103, 104, 105, 106, der einen Drehschrittmotor 122, eine Drehschrittmotor- Ausgangswelle 123 und ein Umschlingungsgetriebe 124 umfasst. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Umschlingungsgetriebe 124 um einen Zahnriemen, der auf der Drehschrittmotor- Ausgangswelle 123 und der Hebelwelle 103, 104, 105, 106 mit Zahnriemenscheiben formschlüssig verbunden ist, wobei Drehzahl und Drehmoment der Drehschrittmotor- Ausgangswelle 123 abhängig von der Zahnanzahl der Zahnriemenscheiben schlupffrei in eine Drehzahl und ein Drehmoment der Hebelwelle 103, 104, 105, 106 übersetzt werden.

[0056] Allen vier Hebelwellen 103, 104, 105, 106 des Ausführungsbeispiels sind Schwenkantriebe 115 zugeordnet, wobei diese über eine gemeinsame elektronische Steuervorrichtung steuerbar sind. Die elektronische Steuervorrichtung umfasst eine Speichervorrichtung, in der Bewegungsprofile für Wirkwerkzeuge gespeichert sind und die Wirkbewegung der Wirkwerkzeuge vorgeben. Um eine Kettenwirkware 20 zu erzeugen, müssen alle Wirkwerkzeuge aufeinander abgestimmte Wirkbewegungen ausführen. Daher sind die gespeicherten Bewegungsprofile Gruppen zugeordnet, die je ein Bewegungsprofil, das auf die anderen Bewegungsprofile der Gruppe abgestimmt ist, für je ein Wirkwerkzeug umfassen. Die elektronische Steuervorrichtung kann die Schwenkantriebe 115 so gemäß einer gewählten Gruppe von Bewegungsprofilen derart ansteuern, dass die Wirkwerkzeuge die aufeinander abgestimmten Wirkbewegungen ausführen. Es ist möglich, für Kettenwirkwaren 20 mit Zusammensetzungen unterschiedlicher Diversität entsprechend unterschiedliche Gruppen an Bewegungsprofilen zu speichern, die eine Anpassung der Wirkbewegungen der Wirkwerkzeuge an die Zusammensetzung der Kettenwirkware 20 berücksichtigen. So kann bei einem Wechsel der Zusammensetzung der Kettenwirkware 20 durch Auswahl der richtigen Gruppe von Bewegungsprofilen die richtige Wirkbewegung eingestellt werden.

[0057] Die Figur 11 zeigt eine schematische Darstellung der räumlichen Anordnung der Hebelwelle 103 relativ zu den Fadenführelementen 109 sowie einer Hakennadel 127, wenn die Kettenwirkmaschine 126 nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten arbeitet. Die Darstellung ist nicht maßstabsgetreu; insbesondere der Schwenkradius 133 ist im Vergleich zu den anderen Elementen der Darstellung zu klein dargestellt. Die Barrenträger 107 und Legebarren 108 sind in der Figur 11 nicht dargestellt, verbinden in der Kettenwirkmaschine 126 aber die Fadenführelemente 109 mit der Hebelwelle 103. Die Fadenführelemente 109 vollführen auf einem Elmkreis mit dem Schwenkradius 133 um die Hebelwelle 103 eine Schwenkbewegung 128, die Richtungsanteile sowohl in Maschinentiefenrichtung x als auch in Maschinenhöhenrichtung y aufweist. Durch diese Schwenkbewegung 128 werden die Fäden 130 der Hakennadel 127 vorgelegt, wobei die Fäden durch die Fadenführöffnungen 134 der Fadenführelemente 109 laufen und so der Schwenkbewegung 128 folgen. Elm den gewünschten Verlauf der Schwenkbewegung 128 zu erzielen, bestehen zwischen der Hebelwelle 103 und der Hakennadel 127 ein Tiefenversatz 131 in Maschinentiefenrichtung x und ein Höhenversatz 132 in Maschinenhöhenrichtung y, die auf die Wirkbewegungen aller Wirkwerkzeuge abgestimmt sind.

[0058] Die Figur 12 zeigt eine schematische Darstellung der räumlichen Anordnung der Hebelwelle 103 relativ zu den Fadenführelementen 109 sowie einer Hakennadel 127, wenn die Kettenwirkmaschine 126 nach dem Raschelprinzip arbeitet. Die Darstellung zeigt weitestgehend die gleichen Elemente wie Figur 11. Die Anordnung der Elemente zueinander unterscheidet sich allerdings aufgrund des Raschelprinzips: die Schwenkbewegung 129 der Fadenführelemente 109 weist im Vergleich zu der Schwenkbewegung 128 einer Kettenwirkmaschine, die nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten arbeitet, einen wesentlich kleineren Richtungsanteil in Maschinenhöhenrichtung y auf. Die Schwenkbewegung 129 der Fadenführelemente 109 verläuft bei dem Raschelprinzip also vorwiegend in Maschinentiefenrichtung y. Um diesen Verlauf zu erzielen ist der Tiefenversatz 131 zwischen der Hebelwelle 103 und der Hakennadel 127 wesentlich kleiner als bei einer Kettenwirkmaschine, die nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten arbeitet, oder die Hebelwelle 103 und die Hakennadel 127 sind derart übereinander angeordnet, dass kein Tiefenversatz 131 zwischen beiden besteht. Wenn der Schwenkradius 133 unverändert bleibt, muss bei dem Raschelprinzip der Höhenversatz 132 größer sein als bei einer Kettenwirkmaschine, die nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten arbeitet, damit die Schwenkbewegung 129 der Fadenführelemente auf Höhe der Hakennadel 127 vorwiegend in Maschinentiefenrichtung x verläuft. Hierzu haben der Höhenversatz 132 und der Schwenkradius 133 bei dem Raschelprinzip näherungsweise den gleichen Betrag.

[0059] Die zuvor beschriebene Kettenwirkmaschine 126, bei der die Hebelwelle 103, mit der die Legebarren angetrieben werden, in ihrer Relativposition zu den anderen Hebelwellen 104, 105, 106 - und damit auch zu den Wirkwerkzeugen 127, 1 dieser Hebelwellen 104, 105, 106 - in Maschinentiefenrichtung x und Maschinenhöhenrichtung y verstellbar ist, kann somit durch die richtige Einstellung dieser Relativposition sowohl nach dem Raschelprinzip als auch nach dem Prinzip eines Kettenwirkautomaten betrieben werden. Dies gilt insbesondere, wenn zudem auch die Warenabzugsrichtung 21 und die Wirkplatinen 1 der Kettenwirkmaschine 126 hierzu geeignet sind.

[0060] Die Figur 13 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Kettenwirkmaschine 126 in einer Konfiguration, die der Erzeugung von Kettenwirkware 20 im Sinne von Kettenwirkautomatware dient. Die Warenabzugsvorrichtung 15 befindet sich in einer ersten vorgebbaren Einstellung 16, wobei die erzeugte Kettenwirkware 20 weitestgehend in horizontaler Richtung Hz abgezogen wird. Der Relativversatz 131, 132 zwischen Hebelwelle 103 und Hakennadel 127 ist derart eingestellt, dass die Fadenführelemente 109 die Schwenkbewegung 128 eines Kettenwirkautomaten vollführen, also sich auf Höhe der Hakennadel 127 weitestgehend mit vergleichbaren Richtungsanteilen in horizontaler Richtung Hz und vertikaler Richtung V bewegen. Die erzeugten Maschen werden mit der Platinenanordnung 10 durch Kontakt mit den Abschlagkanten 2 von der Hakennadel 127 abgeschlagen.

[0061] Die Figur 14 zeigt eine schematische Darstellung der Kettenwirkmaschine in einer Konfiguration, die der Erzeugung von Kettenwirkware 20 im Sinne von Raschelmaschinenware dient. Die Warenabzugsvorrichtung 15 befindet sich in einer zweiten vorgebbaren Einstellung 17, wobei die erzeugte Kettenwirkware 20 weitestgehend in vertikaler Richtung V abgezogen wird. Der Relativversatz 131, 132 zwischen Hebelwelle und Hakennadel ist derart eingestellt, dass die Fadenführelemente 109 die Schwenkbewegung 129 einer Raschelmaschine vollführen, also sich auf Höhe der Hakennadel 127 weitestgehend in horizontaler Richtung Hz bewegen. Die erzeugten Maschen werden mit der Platinenanordnung 10 durch Kontakt mit dem Abschlagband 11 und den Abschlagkanten 2 von der Hakennadel 127 abgeschlagen. Hierin liegt ein entscheidender Unterschied zu der Konfiguration aus Figur 13.