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Patent Searching and Data


Title:
SPRING-DAMPER ELEMENT FOR MOUNTING A PUNCH PRESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/051619
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a spring-damper element (2) for mounting a punch press (1), comprising a hydraulic damper unit (3) having a first fluid chamber (4) and a second fluid chamber (5), wherein, in intended operation, a hydraulic fluid is displaced from the first fluid chamber (4) via a throttle point (6) into the second fluid chamber (5) when the spring-damper element (2) is compressed. The damper unit further has an overload valve (7) arranged between the first fluid chamber (4) and the second fluid chamber (5), which overload valve opens when a specific fluid pressure is reached in the first fluid chamber (4) or when a specific pressure differential between the first fluid chamber (4) and the second fluid chamber (5) is reached and releases a bypass (8), via which hydraulic fluid, circumventing the throttle point (6), then flows from the first fluid chamber (4) into the second fluid chamber (5). The spring-damper element (2) is designed such that the fluid pressure or the pressure differential at which the overload valve opens (7) can be adjusted when the spring-damper element (2) is installed as intended. Using spring-damper elements of the kind according to the invention, it is possible to create a mount for a punch press, the damping characteristics of which can be modified without significant effort and therefore the press can be operated variably in wide ranges with minimal floor loading in each case.

Inventors:
DE SANTIS UGO (CH)
Application Number:
PCT/CH2017/000084
Publication Date:
March 21, 2019
Filing Date:
September 15, 2017
Export Citation:
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Assignee:
BRUDERER AG (CH)
International Classes:
F16F15/02; B30B15/00; F16F15/023; F16F15/027
Foreign References:
US20120255822A12012-10-11
EP0270762A11988-06-15
DE2419607A11975-10-30
JPH06262399A1994-09-20
DE1111040B1961-07-13
EP0270762A11988-06-15
Attorney, Agent or Firm:
E. BLUM & CO. AG (CH)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Feder-Dämpfer-Element (2) für die Lagerung einer Stanzpresse (1), mit einer hydraulischen Dämpfereinheit (3) mit einem ersten Fluidraum (4) und einem zweiten Fluidraum (5), wobei im bestimmungsgemässen Betrieb beim Einfedern des Feder-Dämpfer-Elements (2) ein Hydraulikfluid von dem ersten Fluidraum (4) über eine Drosselstelle (6) in den zweiten Fluidraum (5) verdrängt wird, und mit einem Überlastventil (7) angeordnet zwi- sehen dem ersten Fluidraum (4) und dem zweiten Fluidraum (5), welches bei Erreichen eines bestimmten Fluiddruckes im ersten Fluidraum (4) oder bei Erreichen einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem ersten Fluidraum (4) und dem zweiten Fluidraum {5) öffnet und einen Bypass (8) freigibt, über den sodann unter Umgehung der Drosselstelle (6) Hydraulikfluid vom ersten Fluidraum (4) in den zweiten Fluidraum (5) strömt, wobei das Feder-DämpferElement (2) derartig ausgestaltet ist, dass der Fluid- druck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei wel- eher das Überlastventil (7) öffnet, bei bestiramungsgemäss eingebautem Feder-Dämpfer-Element (2) einstellbar ist.

2. Feder-Dämpfer-Element (2) nach Anspruch 1, wobei die hydraulische Dämpfereinheit (3) derartig ausge- bildet ist, dass im bestimmungsgemässen Betrieb beim Ausfedern des Feder-Dämpfer-Elements (2) Hydraulikfluid über einen gegenüber dem Querschnitt der Drosselstelle (6) erweiterten Strömungsquerschnitt von dem zweiten Fluidraum {5) zurück in den ersten Fluidraum (4) fliesst.

3. Feder-Dämpfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil (7) öffnet, stufenlos oder in Stufen einstell- bar ist, insbesondere werkzeuglos.

4. Feder-Dämpfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil (7) öffnet, von Hand einstellbar ist und/oder automatisiert über eine Steuerung einstellbar ist.

5. Feder-Dämpfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil {7) öffnet, während dem bestimmungsgemässen Betrieb einstellbar ist.

6. Feder-Dampfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüchen, wobei der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Über- lastventil (7) öffnet, im Wesentlichen auf Null einstellbar ist oder das Überlastventil (7) in einen geöffneten Zustand gebracht werden kann.

7. Feder-Dämpfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die hydraulische Dämpfereinheit (3) ein schaltbares Bypassventil (9) angeordnet zwischen dem ersten Fluidraum (4) und dem zweiten Fluid- raum (5) aufweist, welches im geöffneten Zustand einen Bypass {10) freigibt, über den unter Umgehung der Dros- seistelle (6) beim Einfedern des Feder-Dämpfer-Elements (2) Hydraulikfluid vom ersten Fluidraum (4) in den zweiten Fluidraum (5) strömt und beim Ausfedern des Feder- Dämpfer-Elements (2) Hydraulikfluid vom zweiten Fluidraum (5) in den ersten Fluidraum (4) strömt.

8. Feder-Dämpfer-Eleraent (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Feder-Dämpfer-Element (2) zur Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil (7) öffnet, einen Pneumatikzylinder (11) aufweist, welcher im bestimmungsgemässen Betrieb mit einem bestimmten Luftdruck beaufschlagt wird.

9. Feder-Därapfer-Element (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Feder-Dampfer-Element (2) zur Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil (7) öffnet/ eine Gewindespindel (12) aufweist, welche auf eine oder mehrere Ventilfedern (13) wirkt.

10. Verwendung des Feder-Dämpfer-Elements (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche zur Lagerung einer Stanzpresse (1) .

11. Verfahren zum Betrieb einer Stanzpresse (1), welche auf Feder-Dämpfer-Elementen (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 gelagert ist, wobei die Presse (1) bei unterschiedlichen bestimmungsgemässen Betriebsein- Sätzen jeweils mit unterschiedlichen Einstellung des

Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile (7) der Feder-Dämpfer-Elemen- te (2) öffnen, betrieben wird. 12. Verfahren zum Betrieb einer Stanzpresse

(1) , welche auf Feder-Dämpfer-Elementen (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 gelagert ist, insbesondere nach Anspruch 11, wobei die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile ( 7 ) der Feder-Dämpfer-Elemente (2) öffnen, während dem bestimmungsgemässen Betriebseinsatz der Stanzpresse (1) verändert wird, zur Veränderung der Amplitude, mit welcher die Stanzpresse (1) in den Feder- Dämpfer-Elementen (2) schwingt.

13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile (7) der Feder-Dämpfer-Elemente (2) öffnen, derartig verändert wird, dass die Stanzpresse (1) mit einer bestimmten Am- plitude in den Feder-Dämpfer-Elementen (2) schwingt, insbesondere mit einer maximal zulässigen Amplitude.

14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Amplitude gemessen wird, insbesondere mittels eines oder mehrerer Distanzmesssensoren (14), und die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile (7) der Feder-DämpferElemente (2) öffnen, über eine Maschinensteuerung automatisch derartig geregelt wird, dass die Stanzpresse (1) mit einer gewünschten Amplitude in den Feder-Dämpfer-Elementen (2) schwingt.

15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei bei jedem Feder-Dämpfer-Element (2) separat die Amplitude gemessen und die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher sein

Überlastventil (7) öffnet, geregelt wird.

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, wobei die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile (7) der Feder-Dämpfer-Elemente (2) öffnen, mit Hilfe von Pneumatikzylindern (11) bewirkt wird, welche mit einem bestimmten Luftdruck beaufschlagt werden.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, wobei die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile (7) der Feder-Dämpfer-Elemente (2) öffnen, mit Hilfe von Gewindespindein (12) bewirkt wird, welche auf eine oder mehrere Ventilfedern (13) wirken.

Description:
Feder-Dämpfer-Element für die Lagerung einer Stanzpresse

TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung betrifft ein Feder-Dämpfer-Element für die Lagerung einer Stanzpresse, die Verwendung des Feder-Dämpfer-Elements zur Lagerung einer Stanzpresse sowie Verfahren zum Betrieb von Stanzpressen, welche auf solchen Feder-Dämpfer-Elementen gelagert sind, gemäss den Oberbegriffen der unabhängigen Patentansprüche.

STAND DER TECHNIK

Grosse Stanzpressen über 200 kN Nennlast sind mit Massenausgleich und Feder-Dämpfer-Elementen ausgerüstet. Sie benötigen keine speziellen Fundamente und müssen auch nicht am Boden befestigt werden. Die Maschine und die Feder-Dämpfer-Elemente bilden zusammen einen Einmas- sen-Schwinger mit einer relativ niedrigen Eigenfrequenz von z.B. 2.5 Hz bzw. 150 min -1.

Die Feder-Dämpfer-Elemente erfüllen dabei mehrere Funktionen. Zum einen dienen sie dazu, die Bodenbelastung aus dynamischen Massenkräften zu reduzieren, im Resonanzbereich ein „Aufschaukeln" der Maschine zu verhindern und die Maschinenbewegung beim Ein- und Auskuppeln der Presse zu reduzieren. Zum anderen dienen sie der Führung der Stanzpresse in der horizontalen Ebene.

Bei der Auslegung des Massenausgleichs der Pressen wird ein mittleres Gewicht für das Werkzeugoberteil eingerechnet, von welchem das tatsächliche Werkzeuggewicht oftmals deutlich abweicht.

Entsprechend kann es bei unterschiedlichen Stanzaufträgen infolge unterschiedlicher Unwuchtmassen und Stanzfrequenzen zu recht unterschiedlichen Betriebsbedingungen bezüglich die Schwingungsanregung des Systems kommen, was eine Auslegung der Feder-Dämpfer-Elemente für einen variablen Betrieb kaum möglich macht. Bei einer Auslegung der Feder-Dämpfer-Elemente für einen Betrieb mit hohen Stanzfrequenzen ergibt sich typischerweise das Problem, dass im Betrieb mit niedrigen Stanzfrequenzen sehr grosse Amplituden resultieren, was den Einsatzbereich der Presse signifikant beeinträchtigen kann.

Bei einer Ausleguig der Feder-Dampfer-Elemente für einen Betrieb bei niedrigen Stanzfrequenzen nahe der Eigenfrequenz ergibt sich das Problem, dass im Betrieb mit relativ hohen Stanz|frequenzen typischerweise unnötig hohen Bodenbelastungen auftreten. Generell ergibt sich bei dieser Auslegung auch das Problem, dass die Stosskräfte aus dem Stanzschlag über die Feder-Dämpfer- Elemente auf den Boden übertragen werden, was dann zu einer kurzzeitigen sehr hohen Bodenbelastung führt.

Aus EP 0 270 762 AI sind gattungsgemässe Feder-Dämpfer-Elemente bekannt, bei denen dem letztgenannten Problem durch ein Druckentlastungsventil im Dämpferkolben begegnet wird, welcher den Stützdruck des Feder- Dämpfer-Elements und damit die maximale Bodenbelastung begrenzt.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Es stellt sich die Aufgabe, technische Lösungen zur Verfügung zu stellen, welche die zuvor genannten Nachteile des Standes der Technik nicht aufweisen oder diese zumindest teilweise vermeiden.

Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst.

Gemäss diesen betrifft ein erster Aspekt der Erfindung ein Feder-Dämpfer-Element für die Lagerung einer Stanzpresse.

Das Feder-Dämpfer-Element weist eine hydraulische Dämpfereinheit auf. Diese umfasst einen ersten Fluidraum und einen zweiten Fluidraum, wobei im bestim- mungsgemässen Betrieb beim Einfedern des Feder-Dämpfer- Elements ein Hydraulikfluid von dem ersten Fluidraum über eine Drosselstelle in den zweiten Fluidraum verdrängt wird und so eine Dämpfungswirkung erzielt wird. Zwischen dem ersten Fluidraum und dem zweiten Fluidraum der Dämp- fereinheit ist ein Überlastventil angeordnet, welches bei Erreichen eines bestimmten Fluiddruckes im ersten Fluid- räum oder bei Erreichen einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem ersten Fluidraum und dem zweiten Fluidraum öffnet und einen Bypass freigibt, über den sodann unter Umgehung der Drosselstelle Hydraulikfluid vom ersten Fluidraum in den zweiten Fluidraum strömt und dadurch einen weiteren Druckanstieg im ersten Fluidraum im Wesentlichen verhindert. Der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil öffnet, kann bei bestimmungsgemäss eingebautem Feder- Dämpfer-Element in stufen oder stufenlos eingestellt werden, und zwar bevorzugterweise von Hand, insbesondere werkzeuglos, und/oder automatisiert über eine Steuerung mit fremdkraftbetätigten Einstellmitteln, wie z.B. Stellantrieben oder Pneumatikzylindern.

Mit den erfindungsgemässen Feder-Dämpfer-Ele- menten wird es möglich, eine Lagerung für eine Stanzpresse zu schaffen, deren Dämpfungscharakteristik ohne grossen Aufwand verändert werden kann, so dass ein in weiten Bereichen variabler Betrieb der Presse bei jeweils minimaler Bodenbelastung möglich wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform des

Feder-Dämpfer-Elements ist dessen hydraulische Dämpfereinheit derartig ausgebildet, dass im bestimmungsgemässen Betrieb beim Ausfedern des Feder-Dämpfer-Elements Hydrau- likfluid über einen gegenüber dem Drosselquerschnitt er- weiterten Strömungsquerschnitt von dem zweiten Fluidraum zurück in den ersten Fluidraum fliesst. Die Dämpfereinheit wirkt also bei dieser Ausführungsform im Wesentlichen in Einfederungsrichtung, und weist in Ausfederungsrichtung keine oder eine deutlich geringere Dämpfungswir- kung als in Einfederungsrichtung auf. Hierdurch wird es möglich, auf eine Befestigung der Feder-Dämpfer-Elemente am Boden zu verzichten.

Bevorzugterweise ist die hydraulische Dämpfereinheit des Feder-Dämpfer-Elements derartig ausgestaltet, dass der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil öffnet, während dem bestimmungsgemässen Betrieb einstellbar ist.

Hierdurch wird es möglich, während dem Betrieb die für den jeweiligen Betriebszustand optimale Dämpfung einzustellen, insbesondere mittels einer Steuerung, welche Parameter der Schwingbewegung, wie z.B. Amplituden und Beschleunigungen, ermittelt und die Dämpfung der Feder- Dämpfer-Elemente verändert, bis eine gewünschte Parameterkonstellation vorliegt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Feder-Dämpfer-Elements ist dessen hydraulische Dämp- fereinheit derartig ausgestaltet, dass der Fluiddruck bzw. die Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil öffnet, praktisch auf Null eingestellt werden kann, so dass beim Einfedern des Feder-Dämpfer- Elements das Überlastventil öffnet, ohne dass es zu einem nennenswerten Druckaufbau im ersten Fluidraum kommt, wodurch die hydraulische Dämpfereinheit zumindest in Ein- federungsrichtung praktisch unwirksam ist.

Alternativ ist die hydraulische Dämpferein- heit derartig ausgestaltet, dass das Überlastventil in einen geöffneten Zustand gebracht werden kann, so dass das Hydraulikfluid sowohl beim Einfedern als auch beim Ausfedern des Feder-Dämpfer-Elements praktisch ungehindert zwischen dem ersten und dem zweiten Fluidraum hin und her strömen kann, wodurch die hydraulische Dämpfereinheit sowohl in Einfederungsrichtung als auch in Ausfederungsrichtung praktisch unwirksam ist.

In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Feder-Dämpfer-Elements weist dessen hydrau- lische Dämpfereinheit ein schaltbares Bypassventil zwischen dem ersten Fluidraum und dem zweiten Fluidraum auf, welches im geöffneten Zustand einen Bypass freigibt, über den unter Umgehung der Drosselstelle beim Einfedern des Feder-Dämpfer-Elements Hydraulikfluid vom ersten Fluidraum in den zweiten Fluidraum strömt und beim Ausfedern des Feder-Dämpfer-Elements Hydraulikfluid vom zweiten Fluidraum in den ersten Fluidraum strömt, so dass die hydraulische Dämpfereinheit sowohl in Einfederungsrich- tung als auch in Ausfederungsrichtung praktisch unwirksam ist.

Mit den zuvor genannten bevorzugten Ausführ- ungsformen des Feder-Dämpfer-Elements kann die Dämpfereinheit für einen Betrieb mit relativ hohen Stanzfrequenzen praktisch unwirksam gemacht werden, so dass die Bodenbelastungen minimiert werden.

Mit Vorteil weist das Feder-Dämpfer-Element zur Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil öffnet, einen Pneuraatikzylinder auf, welcher im bestimmungsgemäs- sen Betrieb mit einem bestimmten Luftdruck beaufschlagt wird und dadurch eine bestimmte Ventilschliesskraft er- zeugt. Hierdurch lässt sich auf einfache Weise eine feinfühlige und einfach zu automatisierende Einstellung realisieren.

Alternativ oder ergänzend ist es bevorzugt, dass das Feder-Dämpfer-Element zur Einstellung des Fluid- drucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher das Überlastventil öffnet, eine Gewindespindel aufweist, welche auf eine oder mehrere Ventilfedern wirkt und dadurch eine bestimmte Ventilschliesskraft erzeugt. Hierdurch lässt sich auf besonders einfache und zuverläs- sige Weise eine manuelle Einstellung realisieren.

Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft die Verwendung des Feder-Dämpfer-Elements gemäss dem ersten Aspekt der Erfindung zur Lagerung einer Stanzpresse. Bei derartigen Verwendungen treten die Vorteile der Erfindung besonders deutlich zutage. Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft ein

Verfahren zum Betrieb einer Stanzpresse, welche auf Feder-Dämpfer-Elementen gemäss dem ersten Aspekt der Erfindung gelagert ist. Dabei wird die Stanzpresse bei unterschiedlichen bestimmungsgemässen Betriebseinsätzen je- weils mit unterschiedlichen Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Oberlastventile der Feder-Dämpfer-Elemente öffnen, betrieben.

Ein vierter Aspekt der Erfindung betrifft ein weiteres Verfahren zum Betrieb einer Stanzpresse, welche auf Feder-Dämpfer-Elementen gemäss dem ersten Aspekt der Erfindung gelagert ist. Dabei wird die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Oberlastventile der Feder-Dämpfer-Elemente öffnen, während dem bestimmungsgemässen Betriebseinsatz der Stanzpresse verändert, zur Veränderung der Amplitude, mit welcher die Stanzpresse in den Feder-Dämpfer-Elementen schwingt.

Mit den erfindungsgemässen Verfahren gemäss dem dritten und dem vierten Aspekt der Erfindung, welche bevorzugterweise kombiniert werden, wird es möglich, die Dämpfungscharakteristik der Lagerung der Stanzpresse an den jeweiligen Betriebseinsatz anzupassen, so dass ein in weiten Bereichen variabler Betrieb der Presse bei jeweils minimaler Bodenbelastung möglich wird.

Dabei ist es weiter bevorzugt, dass die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile der Feder- Dämpfer-Elemente öffnen, derartig verändert wird, dass die Stanzpresse mit einer bestimmten Amplitude in den Feder-Dämpfer-Elementen schwingt, bevorzugterweise mit einer maximal zulässigen Amplitude. Hierdurch lassen sich insbesondere bei einem Betrieb mit niedrigen Stanzfrequenzen nahe der Eigenfrequenz die Bodenbelastungen so gering wie möglich halten. Bevorzugterweise wird dabei die Amplitude gemessen, z.B. mittels eines oder mehrerer Distanzmesssensoren, und die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Uberlastventile der Feder-Dämpfer-Elemente öffnen, über eine Maschinensteuerung automatisch derartig geregelt, dass die Stanzpresse mit einer gewünschten Amplitude in den Feder-Dämpfer-Elementen schwingt .

Wird dabei bei jedem Feder-Dämpfer-Element separat die Amplitude gemessen und die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher sein Oberlastventil öffnet, geregelt, so kann das Schwingverhalten der Stanzpresse weiter optimiert werden, z.B. Mickbewegungen infolge ungleichmässiger Lastverteilung kompensiert werden.

Die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der

Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Überlastventile der Feder-Dämpfer-Elemente öffnen, wird bevorzugterweise mit Hilfe von Pneumatikzylindern bewirkt, welche mit einem bestimmten Luftdruck beaufschlagt werden und eine entsprechende Ventilschliesskraft erzeugen.

Hierdurch lässt sich auf einfache Weise eine feinfühlige und einfach zu automatisierende Einstellung realisieren.

Alternativ oder ergänzend ist es bevorzugt, die Einstellung des Fluiddrucks bzw. der Druckdifferenz, bei welchem bzw. bei welcher die Oberlastventile der Feder-Dämpfer-Elemente öffnen, mit Hilfe von Gewindespindeln zu bewirken, welche auf eine oder mehrere Ventilfedern wirken und dadurch eine Ventilschliesskraft erzeugen. Hierdurch lässt sich auf besonders einfache und zuverlässige Weise eine manuelle Einstellung realisieren.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHKUNGEN

Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen An- Sprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen: Fig. 1 eine Stanzpresse, welche auf erfindungsgemässen Feder-Dämpfer-Elementen gelagert ist;

Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch eines der er- findungsgemässen Feder-Dämpfer-Elemente aus Fig. 1;

Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch eine erste Va- riante des Feder-Dämpfer-Elements aus Fig. 2; und

Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch eine zweite Variante des Feder-Dämpfer-Elements aus Fig. 2.

WEGE ZÜR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG

Fig. 1 zeigt eine Stanzpresse 1, welche auf vier identischen erfindungsgemässen Feder-Dämpfer-Elementen 2 auf einem Fabrikboden 21 gelagert ist.

Wie in Zusammenschau mit Fig. 2 ersichtlich ist, welche einen Vertikalschnitt durch eines der Feder- Dämpfer-Elemente 2 zeigt, weist das Feder-Dämpfer-Element 2 eine zentrale hydraulische Dämpfereinheit 3 auf, welche von sechs mit gleichmässiger Teilung auf einem konzentrischen Kreis um diese angeordneten Schraubenfeder-Paketen 15 umgeben ist, über welche sich eine Tragplatte 16, welche eine Standsäule 17 der Stanzpresse 1 trägt, auf einem Tragkörper 18 abstützt, welcher die hydraulische Dämpfereinheit 3 beinhaltet und sich über eine Bodenplatte 19 und eine darunter angeordnete Dämpfungsmatte 20 auf dem Boden 21 abstützt, jedes der Schraubenfeder- Pakete 15 umfasst eine kleinere Schraubenfeder 15a und eine grössere Schraubenfeder 15b, wobei die kleinere Schraubenfeder 15a konzentrisch innerhalb der grösseren Schraubenfeder 15b angeordnet ist.

Die hydraulische Dämpfereinheit 3 weist einen ersten Fluidraum 4 und einen zweiten Fluidraum 5 auf, welche mit einem Hydraulikfluid gefüllt sind und durch einen Dämpferkolben 23 voneinander getrennt sind, der über einen Kugelzapfen 24 mit der Tragplatte 16 verbunden ist.

Im Dämpferkolben 23 ist ein Verbindungskanal

22 angeordnet, welcher sich zwischen dem ersten Fluidraum 4 und dem zweiten Fluidraum 5 erstreckt und in welchem eine Drosselstelle 6 angeordnet ist. Die Drosselstelle 6 wird von einer Art Rückschlagventil gebildet, dessen Ven- tilschliesskörper von einem Plättchen 25 mit einer Drosselbohrung gebildet ist. Bei Druckbeaufschlagung dieses Rückschlagventils auf seiner dem ersten Fluidraum 4 zugewandten Seite wird das Plattchen 25 gegen einen Ventilsitz gedrückt, so dass der erste Fluidraum 4 und der zweite Fluidraum 5 lediglich über die Drosselbohrung im Plättchen 25 miteinander verbunden sind. Bei Druckbeauf- schlagung dieses Rückschlagventils auf seiner dem zweiten Fluidraum 5 zugewandten Seite wird das Plättchen 25 vom Ventilsitz weggedrückt und gibt einen gegenüber seiner DrosseLbohrung deutlich erweiterten Strömungsquerschnitt frei, über welchen der erste Fluidraum 4 und der zweite Fluidraum 5 dann miteinander verbunden sind.

Entsprechend wird beim Einfedern des Feder- Dämpfer-Elements 2, bei welchem es zu einer Verschiebung des Dämpferkolbens 23 in den ersten Fluidraum 4 und in der Folge zu einem Druckanstieg im ersten Fluidraum 4 kommt, Hydraulikfluid lediglich über die Drosselbohrung in dem Plättchen 25 von dem ersten Fluidraum 4 in den zweiten Fluidraum 5 verdrängt, mit dem Effekt, dass beim Einfedern eine Dämpfungswirkung erzielt wird.

Beim Ausfedern hingegen steht entsprechend ein deutlich grössere Strömungsquerschnitt für das Zu- rückfliessen von Hydraulikflüssigkeit von dem zweiten Fluidraum 5 in den ersten Fluidraum 4 zur Verfügung, und es ergibt sich eine deutlich geringere oder gar keine Dämpfungswirkung.

Wie weiter zu erkennen ist, umfasst die hydraulische Dämpfungseinheit 3 angeordnet gut zugänglich aussen am Feder-Dämpfer-Element 2 ein Oberlastventil 7, welches einer Bypass-Leitung 8 zwischen dem ersten Fluidraum 4 und dem zweiten Fluidraum 5 zugeordnet ist und welches bei Erreichen eines bestimmten Fluiddruckes im ersten Fluidraum 4 oder bei Erreichen einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem ersten Fluidraum 4 und dem zweiten Fluidraum 5 öffnet, so dass dann Hydraulikfluid unter Umgehung der Drosselstelle 6 vom ersten Fluidraum 4 über die Bypass-Leitung 8 in den zweiten Fluidraum 5 strömt. Hierdurch wird ein weiterer Druckanstieg im ers- ten Fluidraum 4 verhindert.

Dieses Überlastventil 7 besteht im Wesentlichen aus einer Ventilplatte 26, die von einer Feder 13 gegen einen Ventilsitz gepresst wird. Die Federvorspannung lässt sich mit einer Gewindespindel 12 einstellen bzw. auch vollständig aufheben. Oben an der Gewindespindel 12 ist ein Markierungsrand 27 direkt gegenüberliegend einer Skala 28 angeordnet, mittels welchen die eingestellte Federvorspannung abgelesen werden kann.

Fig. 3 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine erste Variante des Feder-Dämpfer-Elements, welche sich von dem in Fig. 2 gezeigten Feder-Dämpfer-Element lediglich dadurch unterscheidet, dass die Ventilplatte 26 des Überlastventils 7 nicht über eine mittels einer Gewindespindel vorgespannten Feder belastet wird, sondern mit- tels eines Pneumatikzylinders 11, welcher entsprechend dem gewünschtem Öffnungsdruck mit einem bestimmten Luftdruck beaufschlagt wird. Dieses Feder-Dampfer-Element weist zudem einen Distanzmesssensor 14 auf, mittels welchem die Schwingbewegung der Stanzpresse von einer Ma- schinensteuerung (nicht gezeigt) erfasst wird und die

Druckluftbeaufschlagung des Pneumatikzylinders 11 automatisch derartig geregelt wird, dass die Stanzpresse 1 mit einer gewünschten Amplitude in den Feder-Dämpfer-Elementen 2 schwingt.

Fig. 4 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine erste Variante des Feder-Dämpfer-Elements, welche sich von dem in Fig. 2 gezeigten Feder-Dämpfer-Element lediglich dadurch unterscheidet, dass die hydraulische Dämpfereinheit 3 zusätzlich ein schaltbares Bypassventil 9 angeordnet zwischen dem ersten Fluidraum 4 und dem zweiten Fluidraum 5 aufweist, welches im geöffneten Zustand einen Bypass 10 freigibt, über den unter Umgehung der Drosselstelle 6 und des Oberlastventils 7 beim Einfedern des Feder-Dämpfer-Elements 2 Hydraulikfluid vom ersten Fluidraum 4 in den zweiten Fluidraum 5 strömt und beim Ausfedern des Feder-Dampfer-Elements 2 Hydraulikfluid vom zweiten Fluidraum 5 in den ersten Fluidraum 4 zurückströmt, derart, dass in beiden Richtungen praktisch keine Dämpfungswirkung vorliegt .

Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist und auch in anderer Weise innerhalb des Umfangs der nun folgenden Patentansprüche ausgeführt werden kann.