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Patent Searching and Data


Title:
SUPPORT FOR ELECTRICAL COMPONENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/058212
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a support (3) for at least one electrical component (5 to 7). The support (3) comprises a cooling body (11) having a cooling body surface (31) and two opposing lateral walls (25) protruding from the cooling body surface (31), two spaced-apart sealing blocks (13) lying on the cooling body surface (31), each extending between the two lateral walls (25) and being in contact with each of the two lateral walls (25), and a support structure (15) for the at least one electrical component (5 to 7) arranged on the cooling body surface (31) between the two sealing blocks (13).

Inventors:
KAPPAUF DANIEL (DE)
NAMYSLO LUTZ (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/073471
Publication Date:
April 01, 2021
Filing Date:
August 21, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
International Classes:
H05K5/06; H05K7/20
Domestic Patent References:
WO2014132424A12014-09-04
Foreign References:
US5138521A1992-08-11
US20140029201A12014-01-30
US20100091461A12010-04-15
EP1753025A22007-02-14
US20070134951A12007-06-14
US9730362B22017-08-08
US5131456A1992-07-21
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Claims:
Patentansprüche

1. Träger (3) für wenigstens ein elektrisches Bauelement (5 bis 7), der Träger (3) umfassend

- einen Kühlkörper (11) mit einer Kühlkörperoberfläche (31) und zwei von der Kühlkörperoberfläche (31) abstehenden, sich gegenüberliegenden Seitenwänden (25),

- zwei auf der Kühlkörperoberfläche (31) aufliegende, vonei nander beabstandete Abdichtblöcke (13), die sich jeweils zwi schen den beiden Seitenwänden (25) erstrecken und an jeder der beiden Seitenwände (25) anliegen, und

- eine auf der Kühlkörperoberfläche (31) zwischen den beiden Abdichtblöcken (13) angeordnete Trägerstruktur (15) für das wenigstens eine elektrische Bauelement (5 bis 7).

2. Träger (3) nach Anspruch 1, wobei der Kühlkörper (11) ei nen Grundkörper (21) und eine die Kühlkörperoberfläche (31) ausbildende Wärmespreizschicht (29), beispielsweise eine Kup ferschicht, aufweist.

3. Träger (3) nach Anspruch 2, wobei der Grundkörper (21) aus Aluminium gefertigt ist, wobei die Wärmespreizschicht (29) als eine Kupferschicht ausgeführt ist und wobei die Kupferschicht gemeinsam mit dem Grundkörper (21) durch Stranggießen hergestellt ist oder wobei die Kupferschicht additiv, insbesondere durch Kaltgasspritzen, auf die Grundkörperoberfläche (23) aufgebracht ist.

4. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jeder Abdichtblock (13) durch wenigstens eine Schraubverbin dung (33) mit dem Kühlkörper (11) kraftschlüssig verbindbar ist.

5. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jeder Abdichtblock (13) mit dem Kühlkörper (11) durch wenig stens eine Nut-Feder-Verbindung formschlüssig verbunden ist. 6. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an wenigstens einem Abdichtblock (13) wenigstens eine elektrisch leitfähige Anschlusslasche (17) für einen elektri schen Leistungsanschluss angeordnet ist.

7. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abdichtblöcke (13) aus Kunststoff gefertigt sind.

8. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest einer der Abdichtblöcke (13) auf einer der Kühlkörperoberfläche (31) zugewandten Seite eine, insbesondere orthogonal zu den Seitenwänden (25) Sicke aufweist, in welcher eine Abdichtvorrichtung angeordnet ist.

9. Träger (3) nach Anspruch 8, wobei die Abdichtvorrichtung eine adhäsive Verbindung mit der Kühlkörperoberfläche (31) und/oder mit dem zumindest einen Abdichtblock (13) aufweist.

10. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Trägerstruktur (15) ein abseitig der Kühlkörperoberfläche (31) mit einer Kupferstruktur (37) beschichtetes Keramiksubstrat (35) aufweist.

11. Träger (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit auf der Trägerstruktur (15) angeordneten

Anschlusskontakten (19), die von der Trägerstruktur (15) abseitig der Kühlkörperoberfläche (31) abstehen.

12. Träger (3) nach Anspruch 11 mit einem Deckel (2), der mit dem Kühlkörper (11) lösbar verbindbar ist und

Deckelöffnungen (41) für die Anschlusskontakte (19) aufweist, um die Anschlusskontakte (19) zu stabilisieren.

13. Träger (3) nach Anspruch 12, wobei der Deckel (2) über wenigstens eine Rastverbindung (39) und/oder wenigstens eine Schraubverbindung mit dem Kühlkörper (11) verbindbar ist. 14. Verfahren zum Herstellen eines Trägers (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei

- der Kühlkörper (11) durch Stranggießen oder durch Strang gießen mit anschließendem additiven Aufbringen einer die Kühlkörperoberfläche (31) bildenden Wärmespreizschicht (29) hergestellt wird,

- die Abdichtblöcke (13) durch Spritzgießen hergestellt wer den und

- die Trägerstruktur (15) durch Löten oder Sintern auf die Kühlkörperoberfläche (31) aufgebracht wird.

15. Elektronikmodul (1), umfassend

- einen Träger (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 13,

- wenigstens ein auf der Trägerstruktur (15) des Trägers (3) angeordnetes elektrisches Bauelement (5 bis 7) und

- eine Vergussmasse (9), beispielsweise eine silikonbasierte Weichvergussmasse, die die Trägerstruktur (15) und das we nigstens eine elektrische Bauelement (5 bis 7) bedeckt.

16. Elektronikmodul (1) nach Anspruch 15, wobei wenigstens ein elektrisches Bauelement (5 bis 7) ein Leistungshalbleiter-Bauelement, insbesondere ein Bipolartransistor mit isolierter Gate-Elektrode, ist.

17. Elektronikmodul (1) nach einem der Ansprüche 15 oder 16, umfassend einen Kühlbalken (43), welcher Ausnehmungen (45) zur Aufnahme von Kühlrippen (27) des Kühlkörpers (11) aufweist, wobei der Kühlkörper (11) über die Kühlrippen (27) mit den Ausnehmungen (45) des Kühlbalkens (43) verbunden ist.

Description:
Beschreibung

Träger für elektrische Bauelemente

Die Erfindung betrifft einen Träger für wenigstens ein elektrisches Bauelement, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Trägers sowie ein Elektronikmodul.

Die Fertigung von Elektronikmodulen mit Leistungshalbleitern wie IGBT (Bipolartransistoren mit isolierter Gate-Elektrode, engl, insulated-gate bipolar transistors) oder MOSFET (Me- tall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren, engl, metal- oxide-semiconductor field-effect transistors) ist aufwändig und kostspielig. Um die hohen Isolationsanforderungen bei solchen Elektronikmodulen zu erfüllen, werden die Halbleiter chips und Bonddrähte mit einer Vergussmasse, beispielsweise einer silikonbasierten Weichvergussmasse, bedeckt. Die Ver gussmasse verhindert zusätzlich das Eindringen von Feuchtig keit und eine Korrosion der Bauteile. Während des Vergießens ist die Vergussmasse sehr dünnflüssig. Um eine gute Benetzung zu erreichen und Blasenbildung zu vermeiden wird der Verguss mit einem geringen Unterdrück durchgeführt. Ein Ausfließen der Vergussmasse während des Vergussprozesses und der Aushär tephase wird durch ein Modulgehäuse verhindert. Das Modulge häuse muss dafür eine hohe Dichtigkeit in sich und zu einer Bodenplatte des Elektronikmoduls aufweisen. Deshalb werden die Modulgehäuseteile miteinander und mit der Bodenplatte durch einen hochelastischen Kleber verbunden. Der Klebepro zess und der Weichverguss erfordern mehrere Aufheizvorgänge zum Vortrocknen und Aushärten des Klebers und der Vergussmas se, welche hohe Fertigungsprozesszeiten verursachen. Ferner erfordert die Entwicklung eines Modulgehäuses einen relativ hohen Entwicklungsaufwand. Zusätzlich entstehen hohe Investi tionskosten für Spritzgusswerkzeuge und eine Maschine zur au tomatischen Pin-Bestückung der Elektronikmodule. Auch die Werkzeugentwicklung für die Herstellung der Bodenplatte er fordert mehrere Iterationsschleifen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Fertigung von Elektronikmodulen, insbesondere von Elektronikmodulen mit Leistungshalbleitern, zu vereinfachen und deren Kosten zu re duzieren.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Träger für we nigstens ein elektrisches Bauelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen Trägers mit den Merkmalen des Anspruchs 12 und ein Elektro nikmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein erfindungsgemäßer Träger für wenigstens ein elektrisches Bauelement umfasst einen Kühlkörper mit einer Kühlkörperober fläche und zwei von der Kühlkörperoberfläche abstehenden, sich gegenüberliegenden Seitenwänden, zwei auf der Kühlkör peroberfläche aufliegende, voneinander beabstandete Abdicht blöcke, die sich jeweils zwischen den beiden Seitenwänden er strecken und an jeder der beiden Seitenwände anliegen, und eine auf der Kühlkörperoberfläche zwischen den beiden Abdichtblöcken angeordnete Trägerstruktur für das wenigstens eine elektrische Bauelement.

Ein erfindungsgemäßer Träger dient dazu, die Komplexität von Elektronikmodulen zu reduzieren, indem Funktionen von Bautei len herkömmlicher Elektronikmodule von dem Träger übernommen werden und dadurch Bauteile eingespart oder vereinfacht wer den. Dadurch wird die Fertigung eines Elektronikmoduls ver einfacht und Kosten der Fertigung werden reduziert. Insbeson dere ermöglicht die Erfindung die Fertigung eines Elektronik moduls mit Leistungshalbleitern ohne ein komplexes Modulge häuse, das ein Ausfließen von Vergussmasse zur Isolierung der Leistungshalbleiter verhindert. Die Funktion des Modulgehäu ses wird von den Seitenwänden und den Abdichtblöcken des er findungsgemäßen Trägers übernommen, die ein Ausfließen von Vergussmasse vor deren Aushärtung verhindern. Insbesondere entfällt dadurch das Abdichten eines Modulgehäuses durch einen aufwändigen und langwierigen Klebeprozess mit einem auf die verwendeten Materialien abgestimmten Kleber. Ferner ist keine Bodenplatte für das Elektronikmodul mehr erforderlich, da deren Funktion von dem Kühlkörper übernommen wird. Die di rekt auf der Kühlkörperoberfläche angeordnete Trägerstruktur ermöglicht eine verbesserte Entwärmung auf der Trägerstruktur angeordneter elektrischer Bauelemente und ermöglicht dadurch eine höhere Belastbarkeit der elektrischen Bauelemente und/oder eine verlängerte Lebensdauer der elektrischen Bau elemente.

Bei einer Ausgestaltung der Erfindung weist der Kühlkörper einen Grundkörper und eine die Kühlkörperoberfläche ausbil dende Wärmespreizschicht, beispielsweise eine Kupferschicht, auf. Durch die zwischen dem Grundkörper und der Trägerstruk tur angeordnete Wärmespreizschicht wird die Entwärmung der auf der Trägerstruktur angeordneten elektrischen Bauelemente weiter verbessert.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Grund körper aus Aluminium gefertigt, wobei die Wärmespreizschicht als eine Kupferschicht ausgeführt ist und wobei die Kupferschicht gemeinsam mit dem Grundkörper durch Stranggießen hergestellt ist oder wobei die Kupferschicht additiv, insbesondere durch Kaltgasspritzen, auf die Grundkörperoberfläche (23) aufgebracht ist. Aluminim eignet sich aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit und relativ geringen Kosten als Material des Grundkörpers. Durch die, insbesondere im Vergleich zu Aluminium, höhere Wärmeleitfähigkeit der Kupferschicht wird die Entwärmung der auf der Trägerstruktur angeordneten elektrischen Bauelemente weiter verbessert. Eine gemeinsame Herstellung der KupferSchicht mit dem Grundkörper durch Stranggießen ist kostengünstig. Durch das additve Aufbringen der Kupferschicht, insbesondere durch Kaltgasspritzen, wird eine stoffschlüssige Verbindung zwischen der Kupferschicht und dem Kühlkörper hergestellt, was zu einem verbesserten Wärmeübergang führt.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist jeder Ab dichtblock durch wenigstens eine Schraubverbindung mit dem Kühlkörper kraftschlüssig verbindbar. Dies ermöglicht eine einfache Montage und eine flexible Positionierbarkeit der Ab dichtblöcke .

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist jeder Ab dichtblock mit dem Kühlkörper durch wenigstens eine Nut- Feder-Verbindung formschlüssig verbunden. Durch Nut-Feder- Verbindungen kann die ein Ausfließen von Vergussemasse ver hindernde Abdichtfunktion der Abdichtblöcke vorteilhaft ver bessert werden.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist an wenig stens einem Abdichtblock wenigstens eine elektrisch leitfähi ge Anschlusslasche für einen elektrischen Leistungsanschluss angeordnet. Dadurch kann ein Abdichtblock neben seiner Ab dichtfunkion auch eine Tragfunktion für wenigstens einen elektrischen Leistungsanschluss zur Versorgung der elektri schen Bauelemente mit Gleich- oder Wechselstrom erfüllen.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Ab dichtblöcke aus Kunststoff gefertigt. Dies ermöglicht vor teilhaft eine einfache und kostengünstige Herstellung der Ab dichtblöcke, beispielsweise durch Spritzgießen mit einem ein fachen Spritzgießwerkzeug.

Bei einer weiteren Ausgestaltung weist zumindest einer der Abdichtblöcke auf einer der Kühlkörperoberfläche zugewandten Seite eine Sicke auf, in welcher eine Abdichtvorrichtung angeordnet ist. Beispielsweise ist die Sicke eine zylindersegmentförmige Ausnehmung, welche insbesondere orthogonal zu den Seitenwänden des Kühlkörpers verläuft. Insbesondere wird die Abdichtvorrichtung im Bereich der Sicke zusammengedrückt, sodass eine verbesserte Abdichtfunktion des zumindest einen Abdichtblocks erreicht wird.

Bei einer weiteren Ausgestaltung weist die Abdichtvorrichtung eine adhäsive Verbindung mit der Kühlkörperoberfläche und/oder mit dem zumindest einen Abdichtblock aufweist. Eine derartige Abdichtvorrichtung ist beispielsweise als Kleberaupe ausgeführt, wobei die adhäsive Verbindung zu einer weiteren Verbesserung der Abdichtfunktion führt.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Trä gerstruktur ein abseitig der Kühlkörperoberfläche mit einer Kupferstruktur beschichtetes Keramiksubstrat auf. Die Trä gerstruktur ist damit eine so genannte DCB-Struktur (DCB = direct bonded copper) mit einer Kupferstruktur zum elektri schen Verbinden, Aufbringen und Entwärmen auf der Trä gerstruktur angeordneter elektrischer Bauelemente.

Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist der Trä ger auf der Trägerstruktur angeordnete Anschlusskontakte auf, die von der Trägerstruktur abseitig der Kühlkörperoberfläche abstehen. Dies ermöglicht eine Kontaktierung auf der Trä gerstruktur angeordneter elektrischer Bauelemente über die Anschlusskontakte, beispielsweise um elektrische Bauelemente anzusteuern. Durch die direkte Positionierung der Anschluss kontakte auf der Trägerstruktur ist keine separate Maschine für eine automatische Pin-Montage mehr notwendig, die hohe Investitionskosten erfordert. Die Platzierung der Anschluss kontakte kann mittels eines in der Regel ohnehin vorhandenen Bestückungsautomaten (so genannter Pick-and-Place Automat) erfolgen. Die direkte Positionierung der Anschlusskontakte auf der Trägerstruktur (und nicht etwa am Rand des Moduls) verkürzt außerdem vorteilhaft die Bonddrahtverbindungen und reduziert damit parasitäre Induktivitäten und Widerstände, was sich vorteilhaft auf die Schaltüberspannung und die elektromagnetische Verträglichkeit der Schaltungsanordnung auswirkt. Bei einer Weitergestaltung der vorgenannten Ausgestaltung der Erfindung weist der Träger einen Deckel auf, der mit dem Kühlkörper lösbar verbindbar ist, beispielsweise durch we nigstens eine Rastverbindung und/oder wenigstens eine Schraubverbindung, und Deckelöffnungen für die Anschlusskon takte aufweist, um die Anschlusskontakte zu stabilisieren.

Der Deckel dient lediglich zum Stabilisieren der Anschluss kontakte gegen ein seitliches Abknicken und hält die An schlusskontakte somit in ihrer Position. Insbesondere hat der Deckel keine Abdichtfunktion und ist somit ein einfach her stellbares und montierbares Bauteil.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines er findungsgemäßen Trägers wird der Kühlkörper durch Stranggie ßen oder durch Stranggießen mit anschließendem additiven Auf bringen einer die Kühlkörperoberfläche bildenden Wärmespreiz schicht hergestellt, die Abdichtblöcke werden durch Spritz gießen hergestellt, und die Trägerstruktur wird durch Löten oder Sintern auf die Kühlkörperoberfläche aufgebracht. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht vorteilhaft eine einfa che und kostengünstige Herstellung eines erfindungsgemäßen Trägers.

Ein erfindungsgemäßes Elektronikmodul umfasst einen erfin dungsgemäßen Träger, wenigstens ein auf der Trägerstruktur des Trägers angeordnetes elektrisches Bauelement und eine Vergussmasse, beispielsweise eine silikonbasierte Weichver gussmasse, die die Trägerstruktur und das wenigstens eine elektrische Bauelement bedeckt. Beispielsweise kann wenig stens ein elektrisches Bauelement ein Leistungshalbleiter- Bauelement, insbesondere ein IGBT oder MOSFET, sein. Da ein erfindungsgemäßes Elektronikmodul einen erfindungsgemäßen Träger für die elektrischen Bauelemente des Elektronikmoduls aufweist, entsprechen die Vorteile eines erfindungsgemäßen Elektronikmoduls den oben genannten Vorteilen eines erfin dungsgemäßen Trägers. Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Elektronikmodul einen Kühlbalken, welcher Ausnehmungen zur Aufnahme von Kühlrippen des Kühlkörpers aufweist, wobei der Kühlkörper über die Kühlrippen mit den Ausnehmungen des Kühlbalkens verbunden ist. Eine derartige Anordnung führt zu einer Kühlkörperverlängerung, die eine Entwärmung der auf der Trägerstruktur angeordneten elektrischen Bauelemente verbessert. Da das Elektronikmodul, beispielsweise beim Löten in einem Lötofen, zunächst ohne den Kühlbalken bearbeitet wird, wird eine thermische Masse des zu lötenden Bauteils reduziert, was zu einer Zeitersparnis und Kostenersparnis während des Herstellungsprozesses führt.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusam menhang mit der folgenden Beschreibung von Ausführungsbei spielen, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläu tert werden. Dabei zeigen:

FIG 1 eine perspektivische Darstellung eines ersten Aus führungsbeispiels eines Elektronikmoduls ohne Deckel,

FIG 2 eine perspektivische Darstellung des in FIG 1 ge zeigten Elektronikmoduls mit Deckel,

FIG 3 eine Schnittdarstellung des Kühlkörpers des in

FIG 1 gezeigten Elektronikmoduls,

FIG 4 eine perspektivische Schnittdarstellung zweier

Elektronikmodule gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.

Einander entsprechende Teile sind in den Figuren mit densel ben Bezugszeichen versehen.

Die Figuren 1 und 2 (FIG 1 und FIG 2) zeigen jeweils eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Elektronikmoduls 1. Dabei zeigt Fi- gur 1 das Elektronikmodul 1 ohne Deckel 2 und Figur 2 zeigt das Elektronikmodul 1 mit Deckel 2. Das Elektronikmodul 1 um fasst einen erfindungsgemäßen Träger 3, elektrische Bauele mente 5 bis 7 und eine Vergussmasse 9.

Der Träger 3 umfasst den Deckel 2, einen Kühlkörper 11, zwei Abdichtblöcke 13, eine Trägerstruktur 15, Anschlusslaschen 17 und pinförmige Anschlusskontakte 19.

Figur 3 (FIG 3) zeigt eine Schnittdarstellung des Kühlkör pers 11. Der Kühlkörper 11 weist einen Grundkörper 21 auf, der oberseitig eine plane Grundkörperoberfläche 23 und zwei von der Grundkörperoberfläche 23 abstehende, sich gegenüber liegende Seitenwände 25 und unterseitig mehrere Kühlrippen 27 aufweist. Die Grundkörperoberfläche 23 ist mit einer Wärme spreizschicht 29 beschichtet, die eine plane Kühlkörperober fläche 31 ausbildet. Beispielsweise ist der Grundkörper 21 aus Aluminium durch Stranggießen hergestellt. Die Wärme spreizschicht 29 ist beispielsweise eine Kupferschicht, die beispielsweise gemeinsam mit dem Grundkörper 21 durch Strang gießen hergestellt wird oder additiv, beispielsweise durch Kaltgasspritzen, auf die Grundkörperoberfläche 23 aufgebracht wird. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel stehen die Seiten wände 25 senkrecht von der Grundkörperoberfläche 23 ab. In anderen Ausführungsbeispielen können die Seitenwände 25 schräg von der Grundkörperoberfläche 23 abstehen und/oder die Seitenwände 25 können mit der Grundkörperoberfläche 23 in den Übergangsbereichen zwischen den Seitenwänden 25 und der Grundkörperoberfläche 23 ein abgerundetes Profil bilden.

Die beiden Abdichtblöcke 13 sind voneinander beabstandet auf der Kühlkörperoberfläche 31 angeordnet, erstrecken sich je weils zwischen den beiden Seitenwänden 25 und liegen an jeder der beiden Seitenwände 25 und an der Kühlkörperoberfläche 31 abdichtend an. Jeder Abdichtblock 13 ist durch zwei Schraub verbindungen 33 mit dem Kühlkörper 11 kraftschlüssig verbun den. Zusätzlich kann jeder Abdichtblock 13 durch wenigstens eine (nicht dargestellte) Nut-Feder-Verbindung mit dem Kühl- körper 11 formschlüssig verbunden sein. Beispielsweise werden die Abdichtblöcke 13 durch Spritzgießen aus Kunststoff gefer tigt.

Die Trägerstruktur 15 ist auf der Kühlkörperoberfläche 31 zwischen den beiden Abdichtblöcken 13 angeordnet. Die Trä gerstruktur 15 weist ein auf der Kühlkörperoberfläche 31 auf liegendes Keramiksubstrat 35 auf, dessen von der Kühlkörper oberfläche 31 abgewandte Seite mit einer Kupferstruktur 37 beschichtet ist, die Leiterbahnen und Kontaktflächen zum elektrischen Verbinden, Aufbringen und Entwärmen der elektri schen Bauelemente 5 bis 7 und der Anschlusskontakte 19 bil det. Die Trägerstruktur 15 ist eine so genannte DCB-Struktur mit dem Keramiksubstrat 35 als DCB-Substrat. Die Trägerstruk tur 15 wird durch Löten oder Sintern auf die Kühlkörperober fläche 31 aufgebracht.

Die Anschlusslaschen 17 bilden Leistungsanschlüsse des Elekt ronikmoduls 1 zur Versorgung der elektrischen Bauelemente 5 bis 7 mit Gleichstrom und/oder Wechselstrom. Jede Anschluss lasche 17 ist an einem Abdichtblock 13 angeordnet und stufen artig ausgebildet. In alternativen Ausführungsbeispielen kön nen die Anschlusslaschen 17 auch entfallen und die Leistungs anschlüsse von pinförmigen Anschlusskontakten 19 gebildet werden, insbesondere wenn über die Leistungsanschlüsse rela tiv geringe Ströme (beispielsweise mit Stromstärken unterhalb von 100 A) fließen.

Die Anschlusskontakte 19 umfassen beispielsweise Steueran schlüsse zum Ansteuern elektrischer Bauelemente 5 bis 7. Die Anschlusskontakte 19 sind auf einer von der Kühlkörperober fläche 31 abgewandten Seite der Trägerstruktur 15 angeordnet und werden beispielsweise durch Ultraschallschweißen oder Lö ten mit der Kupferstruktur 37 der Trägerstruktur 15 verbun den. In anderen Ausführungsbeispielen können anstelle pinför miger Anschlusskontakte 19 planar ausgeführte Anschlusskon takte 19 vorgesehen sein. Der Deckel 2 ist mit dem Kühlkörper 11 lösbar verbunden, bei spielsweise über Rastverbindungen 39 (siehe Figur 4) und/oder über Schraubverbindungen. Der Deckel 2 weist Deckelöffnun gen 41 für die Anschlusskontakte 19 auf. Jeder Anschlusskon takt 19 wird durch eine Deckelöffnung 41 geführt, die den An schlusskontakt 19 stabilisiert, indem sie ein seitliches Ab knicken des Anschlusskontakts 19 verhindert und den An schlusskontakt 19 somit in seiner Position hält. Der Deckel 2 ist eine optionale Komponente des Trägers 3 und dient ledig lich der Stabilisierung der Anschlusskontakte 19. Insbesonde re bei Ausführungsbeispielen mit planaren statt pinförmigen Anschlusskontakten 19 kann der Deckel 2 daher entfallen.

Die elektrischen Bauelemente 5 bis 7 sind auf der Trä gerstruktur 15 angeordnet. Elektrische Bauelemente 5 bis 7 können beispielsweise Leistungshalbleiter-Bauelemente wie ein IGBT oder MOSFET sein.

Die Vergussmasse 9 ist beispielsweise eine silikonbasierte Weichvergussmasse und bedeckt die elektrischen Bauelemente 5 bis 7 und die Trägerstruktur 15. Die Seitenwände 25 und die Abdichtblöcke 13 verhindern das Ausfließen flüssiger Verguss masse 9 nach dem Aufbringen auf die elektrischen Bauelemen te 5 bis 7 und die Trägerstruktur 15 vor dem Aushärten der Vergussmasse 9.

Figur 4 (FIG 4) zeigt eine perspektivische Schnittdarstellung zweier Elektronikmodule 1 gemäß einem zweiten Ausführungsbei spiel. Die Elektronikmodule 1 sind nebeneinander über einem Kühlbalken 43 angeordnet, der Ausnehmungen 45 für die Kühl rippen 27 der Kühlkörper 11 der Elektronikmodule 1 aufweist. Die Elektronikmodule 1 unterscheiden sich von dem in den Fi guren 1 und 2 gezeigten Elektronikmodul 1 lediglich durch die Anordnung elektrischer Bauelemente 5 bis 7 und Anschlusskon takte 19 sowie die Ausbildung der Kupferstruktur 37. Figur 4 zeigt die Ausführung von Rastverbindungen 39 zum Verbinden des Deckels 2 mit dem Kühlkörper 11 eines Elektronikmoduls 1. Jede Rastverbindung 39 wird durch eine Rastnut 47 in einer Seitenwand 25 und eine in die Rastnut 47 eingreifende Rastfe der 49 des Deckels 2 gebildet.

Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungs- beispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.