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Patent Searching and Data


Title:
SYSTEM FOR THE PERCUTANEOUS APPLICATION OF A FLUID TO SKIN AREAS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/182252
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a system for the percutaneous application of a fluid to surface areas of the skin, comprising at least one compressor (2), or fan, for providing pressurized air, an applicator (1) that can be fluidically connected at least to the compressor (2), or fan, and has at least one outlet opening (8), through which a fluid jet can exit that can be directed onto the skin, the at least one compressor (2), or the at least one fan, being mounted on the applicator (1) or being connected to same via tubing.

Inventors:
REICHERT YARA (DE)
PROBST ESTHER (DE)
Application Number:
PCT/DE2020/100149
Publication Date:
September 17, 2020
Filing Date:
March 05, 2020
Export Citation:
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Assignee:
REICHERT YARA (DE)
PROBST ESTHER (DE)
International Classes:
A61M35/00; A61H9/00; A61K9/00; A61M37/00
Foreign References:
US4596565A1986-06-24
CN106880905A2017-06-23
DE10348614B32005-05-25
EP2397118A12011-12-21
CH168278A1934-03-31
US3088459A1963-05-07
DE10348614B32005-05-25
DE102010044674B42014-02-13
EP1819317B12014-05-07
Attorney, Agent or Firm:
MAYR KOTSCH PATENTANWALT RECHTSANWÄLTIN PARTNERSCHAFTSGESELLSCHAFT MBB (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. System zur perkutanen Applikation eines Fluids in flächigen Bereichen der Haut

mit mindestens einem Kompressor oder Gebläse zur Bereitstellung von Druckluft,

einem Applikator, der fluidisch mindestens mit dem Kompressor oder Ge bläse verbindbar ist und mindestens eine Austrittsöffnung aufweist, durch die ein Fluidstrahl austreten kann, der auf die Haut gerichtet werden kann, wobei der mindestens eine Kompressor oder das mindestens eine Gebläse am Ap plikator angebracht ist oder über einen Schlauch mit diesem verbunden ist.

2. System nach Anspruch 1 zur Behandlung der Gesichtshaut,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Applikator eine starre oder flexible Gesichtsmaske zum Anbringen vor dem Gesicht ist, die eine Vielzahl von über die dem Gesicht zugewandte In nenseite verteilte Austrittsöffnungen oder Austrittsdüsen aufweist, die flui- disch mindestens mit dem Kompressor oder dem Gebläse verbunden sind.

3. System nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Applikator zusammen mit dem mindestens einen Kompressor oder Ge bläse und ggf. einer Kartusche ein Handgerät bildet, das mit einer Hand an die zu behandelnden Stellen auf der Haut geführt werden kann.

4. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

der von dem Kompressor oder Gebläse an den Austrittsdüsen oder Austritts öffnungen erzeugte Überdruck zwischen 1 und 8 bar, vorzugsweise zwischen 2 und 5 bar, beträgt.

5. System nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Maske am unteren Nasenbereich eine Öffnung zum Atmen aufweist, so wie im Augenbereich zum Gesicht hin vorstehende Rippen zur Abschirmung der Augen vor dem Behandlungsbereich der Maske, oder der Augenbereich der Maske offengehalten ist.

6. System nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Austrittsdüsen gegenüber der Innenwand der Maske schräg angeordnet und drehbeweglich gelagert sind und durch das austretende Druckmittel und/oder Fluid über ein Turbinenrad zu einer Drehbewegung angetrieben werden, sodass ihre Austrittsenden eine Kreisbewegung ausführen.

7. System nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Radius der Kreisbewegung so bemessen ist, dass die Auftrefffläche des Austrittskegels des Druckmittels auf der Haut einen geschlossenen vollflächi gen Kreis beschreibt.

8. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Kompressor (2) oder das Gebläse (2) einen Elektromotor aufweist und von einem Akku, einer Batterie oder über ein Kabel mit Netzstrom gespeist wird.

9. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein perkutan zu applizierender Wirkstoff in Form einer Flüssigkeit, eines Ae rosols, einer Creme, Paste oder eines Gels auf die zu behandelnden Hautbe reiche aufgetragen ist und durch den Druck des Druckmittels in interzelluläre Zwischenräume der Epidermis eingetrieben wird.

10. System nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass die Gesichtsmaske Wechselaufsätze aufweist mit jeweils unterschiedlicher Anordnung und/oder Ausgestaltung von Austrittsöffnungen, um einzelne Ge sichtsbereiche individuell behandeln zu können.

11. System nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

Ventile und/oder Öffnungen in Teilbereichen der Maske und/oder der Wech selaufsätze getrennt voneinander, einzeln gesteuert werden können.

12. System nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Handgerät mit verschiedenen Wechselaufsätzen bestückt werden kann, die verschiedene Austrittsöffnungen haben,

wobei der Druck am Ausgang des Kompressors oder des Gebläses in min destens 3 Stufen - klein, mittel, groß - über einen Schalter einstellbar ist.

13. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die aus dem Kompressor oder Gebläse austretende Druckluft durch eine Hei zung/Kühlung erwärmt oder gekühlt werden kann.

14. System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Druckluft und/oder das Fluid durch einen Filter geführt wird.

15. System nach Anspruch 3 oder 12,

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens der Applikatorkopf und/oder der Wechselaufsatz durch einen Vibrator für eine Massagefunktion des Handgeräts in Schwingung versetzt werden kann.

Description:
System zur perkutanen Applikation eines Fluids in Hautbereiche

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur perkutanen Applikation eines Fluids in Hautbereiche. Das Fluid kann gasförmig sein, zum Beispiel Luft, ein Gas gemisch oder reiner Sauerstoff. Das Fluid kann jedoch auch eine sprühbare Zu sammensetzung sein mit gasförmigen, fluiden und viskosen Bestandteilen, eine Creme, ein Gel oder ein Aerosol, und einen pharmazeutischen oder kosmetischen Wirkstoff enthalten.

Für zahlreiche medizinische und auch kosmetische Anwendungen ist es wün schenswert, einen Wirkstoff über die Haut bis tief ins Gewebe zu applizieren.

Die Haut besteht aus mehreren Schichten; nach außen hin ist sie durch die Epi dermis begrenzt, ein blutgefäßfreies, verhornendes, mehrschichtiges Platten epithel mit einer äußeren Hornschicht. Darunter liegt die durchblutete Dermis. Unter der Haut befindet sich die Subcutis, das Unterhautfettgewebe. Die Barriere funktion der Haut wird vor allem durch die Epidermis bewirkt. Im Hinblick auf den transdermalen Transport von Wirkstoffen, seien es pharmazeutische Wirkstoffe oder kosmetische Wirkstoffe, erweist sich die Barrierefunktion der Epidermis als hinderlich. Übliche kosmetische und pharmazeutische Zubereitungen vermögen die Epidermisbarriere kaum zu überwinden. Eine Penetration der Wirkstoff in tie fere Hautschichten findet fast nicht statt. Um in tiefere Hautschichten einzudrin gen, ist es möglich, einen flüssigen Wirkstoff mit einer Injektionsnadel in die Haut einzuspritzen. Auch ist es möglich, mit sogenannten Jet-Injektionen injektionsna delfrei einen flüssigen Wirkstoff mit Hilfe eines stark gebündelten Strahls unter hohem Druck durch die Haut hindurch in den Körper einzuspritzen.

Diese Verfahren eignen sich nicht für einen großflächigen Einsatz auf flächigen Hautbereichen und auch nicht für die verbesserte Versorgung tiefergelegener Hautschichten mit gasförmigem Sauerstoff. Prinzipiell können die meisten Hautregionen am menschlichen Körper durch die Applikation eines Fluids behandelt werden. Für die Behandlung der Gesichtshaut sind spezielle Masken bekannt, die auf der dem Gesicht zugewandten Seite eine Vielzahl von Öffnungen aufweisen, durch die ein Fluid unter Druck auf Bereiche der Gesichtshaut gelenkt werden kann.

Eine solche Maske zur Behandlung der Gesichtshaut ist beispielsweise aus der schweizerischen Patentschrift CH 168278 bekannt. Die dort beschriebene Ge sichtsmaske für therapeutische Zwecke weist zwei ineinanderliegende dicht mitei nander verbundene Maskenteile auf, von denen der äußere geschlossen und der innere durchlöchert ist, und Mittel, um ein Massagemedium so durch die Maske zu leiten, dass die Haut durch eine Vielzahl von nach innen gerichteten Strahlen mas siert wird. Die Therapie besteht dabei aus einer Massage. An eine perkutane Ap plikation eines Wirkstoffs in tieferliegende Hautschichten ist dabei offenbar nicht gedacht.

Aus der US-Patentschrift US 3 088 459 ist eine therapeutische kosmetische Maske bekannt, mit der über eine Mehrzahl von Düsen ein Fluid, in der Regel Wasser, auf die Gesichtshaut gesprüht werden kann, das entweder erwärmt oder gekühlt sein kann, um Hautporen zu öffnen zur Erleichterung des Eindringens ei ner Wirksubstanz, oder um durch gekühltes Wasser die Poren zu schließen und Reste des Wirkstoffs von der Haut abzuwaschen.

Darüber hinaus ist aus der DE 103 48 614 B3 eine Massagemaske bekannt ge worden, die mit rotierenden Düsen arbeitet. Die Maske dient ausschließlich zur Massage der Gesichtshaut, ein Eindringen von Wirkstoffen in die Haut ist nicht an gedacht.

Für die Behandlung der Haut in anderen Körperregionen sind aus dem Stand der Technik Handgeräte bekannt, die mindestens einen Strahl eines Druckfluids auf die Haut leiten können. Solche Geräte dienen beispielsweise zur Behandlung von Cellulitis an der Oberschenkelhaut durch Einbringen eines Wirkstoffs in tiefere Schichten der Haut. Ein solches Applikationssystem ist beispielsweise aus der DE 10 2010 044 674 B4 bekannt. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System zur perkuta nen Applikation eines Fluids vorzustellen, das die oben beschriebenen Nachteile des Standes der Technik vermeidet, und ein Applikationssystem für die Behand lung von Hautbereichen vorzustellen, das leicht zu handhaben ist und in kurzer Zeit eine pharmazeutische oder kosmetische Behandlung von Hautbereichen er möglicht, mit der Wirkstoffe effektiv in tiefere Bereiche der Haut eingebracht wer den können.

Diese Aufgabe wird mit einem System zur perkutanen Applikation eines Fluids in Hautbereiche gelöst, welches die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

Unteransprüche sind auf bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfin dung gerichtet.

Das erfindungsgemäße Applikationssystem weist ferner einen Applikator auf, der fluidisch mindestens mit dem Kompressor oder dem Gebläse verbindbar ist und mindestens eine Austrittsöffnung aufweist, durch die ein Fluidstrahl austreten kann, der auf die Haut gerichtet werden kann.

Der Applikator kann auch an die Form spezifischer Körperstellen angepasst sein, zum Beispiel in Form einer Gesichtsmaske, die am Kopf des Benutzers befestig bar ist.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Kompressor oder das Ge bläse unmittelbar am Applikator angebracht. Dadurch vereinfacht sich die Handha bung des Systems, welches dadurch ortsunabhängig eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zu stationären Systemen, beispielsweise in Kosmetikstudios oder Arztpraxen, bei denen perkutane Applikatoren mit stationären Drucksystemen ver bunden sind, die neben einem Behandlungsstuhl angeordnet sind, kann das erfin dungsgemäße System überall angewendet werden, und kann ferner durch seine Kompaktheit im Reisegepäck mitgenommen werden.

Der Applikator kann eine starre Gesichtsmaske sein zum Anbringen vor dem Ge sicht, die eine Vielzahl von über die dem Gesicht zugewandte Innenseite verteilte Austrittsöffnungen aufweist, die fluidisch mindestens mit dem Kompressor oder dem Gebläse verbunden sind. Die Maske kann auch flexibel ausgestaltet sein, um sich der Gesichtsform besser anzupassen.

Dem Kompressor oder Gebläse kann eine Druckregulierungskammer nachge schaltet sein, und eine Vielzahl von Austrittsdüsen für das Fluid, die auf die zu be handelnde Haut gerichtet sind, sind fluidisch mit der Druckregulierungskammer verbunden.

In den Fluidverbindungen zwischen der Druckregulierungskammer und den Aus trittsdüsen können elektrisch schaltbare Ventile angeordnet sein, die von einer Ventilsteuerung gesteuert werden, oder auch manuell betätigbare Ventile. Damit ist es möglicht, die Anzahl der Austrittsdüsen, die mit dem Druckmittel und/oder dem einen Wirkstoff enthaltenden Fluid beaufschlagt sind, zu verringern, um einen zu großen Druckabfall am Ausgang der Austrittsdüsen zu vermeiden.

Die Gesichtsmaske kann einwandig ausgebildet sein, wobei auf ihrer dem Gesicht zugewandten Seite Kanäle mit auf die Haut gerichteten Austrittsöffnungen oder Düsen angeordnet sind.

Die Gesichtsmaske kann doppelwandig ausgeführt sein, wobei die Druckregulie rungskammer beispielsweise zwischen der dem Gesicht zugewandten Innenseite und einer dem Gesicht abgewandten Außenseite angeordnet sein kann.

Der von dem Kompressor oder Gebläse an den Austrittsdüsen oder Austrittsöff nungen erzeugte Überdruck kann zwischen 1 und 8 bar betragen, vorzugsweise zwischen 2 und 5 bar.

Die Gesichtsmaske kann am unteren Nasenbereich eine Öffnung zum Atmen auf weisen und im Augenbereich einen Schutz der Augen vorsehen, beispielsweise in Form zum Gesicht hin vorstehender Rippen oder Wülste aus weichem, haut freundlichem Material, die verhindern, dass das Druckmittel und/oder das Fluid in die Augen gelangen. Die Maske kann im Augenbereich Öffnungen enthalten, und es kann vorgesehen sein, die Austrittsdüsen nicht zu dicht am Augenbereich an zuordnen, sodass das System offenbleiben kann. Die Austrittsdüsen können gegenüber der Innenwand der Maske schräg angeord net und drehbeweglich gelagert sein, sowie ein Turbinenrad aufweisen, sodass sie durch die Druckbeaufschlagung eine Drehbewegung ausführen, sodass sich der Behandlungsbereich einer jeden Düse auf der Gesichtshaut vergrößert. Durch die kreisende Bewegung der Düsen ergibt sich auch ein gewisser Massageeffekt.

Bei einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, den kosmetischen oder pharmazeutischen Wirkstoff in Form einer Creme, eines Gels oder dergleichen auf die zu behandelnden Hautstellen aufzutragen, und den Wirkstoff dann anschließend mit dem Applikator in Form einer Maske oder in Form eines Handheld-Geräts in tiefere Schichten der Haut einzutreiben.

Es können mehrere Klassen von Wirkstoffen zur Anwendung kommen. Darunter befinden sich rein kosmetische Produkte, pharmazeutische Produkte sowie Pro dukte, die bei einer medizinischen Therapie, wie beispielsweise einer Krebsthera pie, zum Einsatz kommen.

Als Wirkstoffe, die mit dem erfindungsgemäßen System zur perkutanen Applika tion eines Fluids in flächige Bereiche der Haut eingetragen werden können, kom men alle in der EP 1 819 317 B1 in den Tabellen 1 bis 3 auf den Seiten 5 bis 23 aufgeführten Wirkstoffe in Betracht. Der Offenbarungsgehalt dieser europäischen Patentschrift wird ausdrücklich hier inkorporiert, insbesondere sind Wirkstoffe, die Vitamin C oder Edelweißextrakt beinhalten besonders geeignet.

Der Applikator, sei es die Gesichtsmaske oder das Handheld-Gerät können zu sätzlich zu den Austrittsdüsen für das Druckmittel und/oder das Fluid LEDs auf weisen zur gleichzeitigen Beaufschlagung der zu behandelnden Haut mit Licht be stimmter, ausgewählter Frequenzen. Der Kompressor oder das Gebläse kann an der Gesichtsmaske im oberen Bereich, etwa über der Stirn eines Benutzers an der Maske befestigt sein. Weitere bevorzugte Anbringungsorte befinden sich unmittel bar unter dem Nasenbereich oder im Kinnbereich. Zusätzliche Kompressoren oder Gebläse können jeweils seitlich angebracht werden. Daneben können der Kompressor bzw. mehrere Kompressoren oder das Gebläse bzw. mehrere Gebläse über einen kurzen Schlauch mit der Gesichtsmaske oder dem Handheld-Gerät verbunden sein, sodass der Anwender sich zum Beispiel an einen Tisch setzen kann und den Kompressor oder das Gebläse, oder mehrere davon, vor sich auf den Tisch stellen kann, sodass die Gesichtsmaske oder das Handheld-Gerät leichter sind, was dem Comfort bei einer Behandlung zugute kommt.

Erfindungsgemäß kann der dem Gesicht zugewandte Teil der Gesichtsmaske indi viduell an die Gesichtsform eines Benutzers angepasst werden. Dazu wird erfin dungsgemäß die Gesichtsform des Anwenders in einem 3D-Scanner erfasst und die so gewonnenen Daten, zum Beispiel Sketchfab®-Daten des Anwenders, ei nem 3D-Drucker zugeführt, mit dem eine individuell angepasste Innenseite der Maske angefertigt werden kann.

Vorzugsweise lassen die steuerbaren Ventile während eines Behandlungszeit raums das Druckmittel und/oder Fluid kontinuierlich ausströmen. Die steuerbaren Ventile können aber auch das Druckmittel und/oder Fluid gepulst austreten lassen.

Mit der Ventilsteuerung ist es möglich, Ventile von bestimmten Gruppen von Aus trittsdüsen zu aktivieren, um bestimmte Gesichtsbereiche getrennt voneinander zu behandeln. Dabei können die zu behandelnden Gesichtsbereiche von der Ventil steuerung automatisch sequentiell ausgewählt werden. Es können auch alle Ge sichtsbereiche gleichzeitig behandelt werden, solange der Druck des Druckmittels ausreichend groß ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können die zu behandelnden Gesichtsbereiche manuell über eine Tastatur an der Außenseite der Maske ausgewählt werden.

Vorzugsweise weist die Gesichtsmaske im Kinnbereich und entlang des Unterkie fers und entweder im Nasenwurzelbereich oder auf oder über der Stirn nachgie bige Wülste auf, um die Gesichtsmaske von der Gesichtshaut auf Abstand zu hal ten. Die Gesichtsmaske wird mit einem Kopfband an ihrem oberen Rand am Kopf befestigt, und der Kompressor oder das Gebläse sind zusammen mit der Druckre gulierungskammer an der Oberseite der Gesichtsmaske befestigt.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Kompressor oder das Gebläse zusammen mit der Druckregulierungskammer im unteren Bereich der Maske unterhalb der Nase angeordnet. Der Kompressor oder das Gebläse kön nen auch zusammen mit der Druckregulierungskammer unterhalb des Kinnbe reichs der Maske an dieser befestigt sein.

Ferner können zusätzliche Kompressoren oder Gebläse mit der Druckregulie rungskammer an den Seitenrändern der Maske und/oder anderen nicht belegten Stellen der Maske angeordnet sein.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Gesichts maske Wechselaufsätze auf mit jeweils unterschiedlicher Anordnung und/oder Ausgestaltung von Austrittsöffnungen, um einzelne Gesichtsbereiche individuell behandeln zu können. Dabei können Ventile und/oder Öffnungen in Teilbereichen der Maske und/oder der Wechseläufsätze getrennt voneinander, einzeln gesteuert werden.

Auch das Handgerät kann mit verschiedenen Wechselaufsätzen bestückt werden, die verschiedene Austrittsöffnungen bzw. Ventile aufweisen.

Vorteilhafterweise kann der Druck am Ausgang des Kompressors oder des Gefä ßes in mindestens drei Stufen - klein, mittel, groß - über einen Schalter einstellbar sein.

Die Druckluft und/oder das Fluid kann durch einen Filter geführt werden, wobei dieser Filter vorteilhafterweise Aktivkohle enthält.

Die aus dem Kompressor oder Gebläse austretende Druckluft kann durch eine Heizung/Kühlung erwärmt oder gekühlt werden.

Ferner kann der Applikatorkopf und/oder ein Wechselaufsatz durch einen Vibrator für eine Massagefunktion des Handgeräts in Schwingungen versetzt werden. Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand der Beschreibung von Aus führungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch die menschliche Flaut;

Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Gesichtsmaske mit Hal tegurt und Kompressor oder Gebläse;

Fig. 3 eine Explosionsansicht eines erfindungsgemäßen Applikationssystems mit Gesichtsmaske und Kompressor oder Gebläse;

Fig. 4 eine weitere Ausführungsform des Applikationssystems mit Maske und Kompressor oder Gebläse;

Fig. 5 eine Variante des in Fig. 4 gezeigten Applikationssystems; und

Fig. 6 ein "handheld" Applikationssystem gemäß der vorliegenden Erfindung.

Wie Fig. 1 zeigt, wird die menschliche Flaut nach außen durch eine äußere Florn- schicht abgedichtet, gefolgt von einer blutgefäßfreien, verhornenden, mehrschich tigen Plattenepithelschicht. Darunter liegt die durchblutete Dermis. Unter der Flaut befindet sich das Unterhautfettgewebe. Die Flornschicht und das Plattenepithel bil den die Epidermis, auch Oberhaut genannt. Durch einen Strahl eines Druckfluids, welches neben der komprimierten Luft auch beigefügte Wirkstoffe enthalten kann, wird das Druckmittel, das beispielsweise Druckluft oder mit Sauerstoff angerei cherte Druckluf, reiner Sauerstoff oder eine andere gasförmige Substanz sein kann, ggf. zusammen mit Partikeln eines flüssigen oder viskosen Wirkstoffes, in die Flaut injiziert, was je nach Druckbeaufschlagung bis zur Unterhaut erfolgen kann. Somit kann zum Beispiel die Flaut bis in tiefe Schichten mit Sauerstoff ange reichert werden, und auch Wirkstoffe, die dem Treibgas zugefügt sein können, wie beispielsweise Vitamin C und/oder Edelweißextrakt, können bis in tiefe Schichten der Flaut eingetragen werden, um dort ihre für das Hautbild positive Wirkung zu entfalten.

Fig. 2 zeigt eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems zur perkutanen Applikation eines Fluids mit einer Gesichtsmaske 1 und einem Kom pressor oder einem Gebläse 2, der bzw. das am oberen Rand der Maske 1 angeordnet ist, und mit der Gesichtsmaske über einen Druckregler 3 fluidisch ver bunden ist. Die Maske 1 wird mit einem elastischen Kopfband 4 am Kopf befestigt.

Die Maske weist im Kinnbereich und im oberen Stirnbereich Hautkontaktbänder 5 auf, über deren Dicke der Abstand der Innenseite der Maske von der Gesichtshaut bestimmt wird. Dieser Abstand kann zweckmäßigerweise im Bereich zwischen 5 und 15 mm betragen. Die in Fig. 2 gezeigte Gesichtsmaske weist eine äußere Schale auf, die luftdicht ist, und eine innere Schale, die mit einem vorbestimmten Muster von Öffnungen perforiert ist, durch die das Druckmittel und/oder das Fluid aus der Maske austritt und auf die Gesichtshaut trifft. Im Bereich der Augen und der Nase sind Öffnungen vorgesehen, deren Innenwände von der äußeren Schale bis zur inneren Schale reichen, um einen Druckmittelaustritt aus den Zwischenräu men zwischen den beiden Maskenschalen zu vermeiden.

Die innere Schale kann in bestimmten Bereichen herausnehmbare Wechselauf sätze aufweisen, die austauschbar sind und die je nach gewünschter Anwendung eine unterschiedliche Platzierung von Austrittsöffnungen oder Austrittsdüsen auf weisen. Solche Bereiche können zum Beispiel der Schläfenbereich, die Wangen oder der Stirnbereich sein.

Möchte man beispielsweise eine intensivere Behandlung der Schläfenbereiche vorsehen, so kann man einen Wechselaufsatz im Schläfenbereich austauschen und ihn durch einen Wechselaufsatz mit einer höheren Öffnungsdichte ersetzen.

Der Benutzer des Applikationssystems kann gemäß einer Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung zuerst einen gewünschten Wirkstoff in Form einer Creme, eines Gels, einer Flüssigkeit, eines Aerosols oder dergleichen auf die zu behandelnden Hautstellen im Gesicht auftragen, und dann die Gesichtsmaske auf setzen, und den Kompressor oder das Gebläse 2 zusammen mit dem Druckregler 3 aktivieren durch Betätigung eines Schalters 9, über den ein Auslassventil des Kompressors oder Gebläses 2 geöffnet wird. Das Auslassventil kann ein elektrisch gesteuertes Ventil sein, das mit einer Steuerungslogik verbunden ist, die durch den Schalter 9 aktiviert wird. Die Steuerungslogik kann das Kompressor- oder Ge bläseventil kontinuierlich oder pulsierend öffnen. Der Druckregler 3 kann im Übrigen über einen Handschalter eingestellt werden, mindestens in den Stufen klein, mittel und groß.

Der Druckregler 3 weist eine Druckregulierungskammer auf, in der das aus dem Kompressor- oder Gebläseventil austretende Druckmittel auf einen geeigneten Druck reduziert wird, mit dem das Druckmittel in den Zwischenraum zwischen den Maskenschalen eintritt. Das Druckmittel kann im Kompressor 2 auf einen Druck von größenordnungsmäßig 10 bar komprimiert sein und über den Druckregler 3 wird dieser Druck soweit reduziert, dass der Druck des aus den Öffnungen 8 aus tretenden Druckmittels/Fluids auf 1 bis 5 bar reduziert ist.

Zusätzlich zu dem Kompressor oder Gebläse kann der Applikator auch eine Kartu sche aufweisen, aus der unter hohem Druck stehende Gase oder Aerosole beige mischt werden können. Dabei kann es sich beispielsweise um komprimierte Hoch- gebirgsluft handeln.

Der Kompressor 2 ist bei einer speziellen Ausführungsform batterie- oder akkube trieben. Ein solcher Kompressor wird beispielsweise von der Firma TOPTREK® vertrieben. Dieser Kompressor ist im Wesentlichen zylinderförmig, mit einer Länge von ca. 15 cm und einen Durchmesser von 2,5 cm. Er liefert einen maximalen Druck von 6-7 bar und eine Akku-Ladung reicht für eine Behandlungsdauer von ca. 10 Minuten. Der Kompressor hat ohne Akku ein Gewicht von etwa 80 Gramm.

Um die Betriebsdauer einer Behandlung vergrößern zu können, kann anstelle ei nes Akkus der Kompressor oder das Gebläse mit Netzstrom über ein Stromkabel gespeist werden.

Ein Gebläse, was sich für die hier beschriebene Anwendung eignet, wird von der Firma Guedon angeboten. Es ist ebenfalls im Wesentlichen zylinderförmig und wiegt ca. 70 g. Mit diesem Gebläse kann ausgangsseitig ein Druck von 3 bar er zeugt werden. Auch dieses Gebläse wird durch einen Akku mit einer Nennspan nung von 12 V gespeist. Fig. 3 zeigt eine Explosionsansicht der Komponenten des in Fig. 2 gezeigten Ap plikationssystems. Das elastische Kopfband 4 weist jeweils im Schläfenbereich Klettbänder 10 auf, über die die Maske 1 am Kopf befestigt werden kann.

Fig. 4 zeigt eine Variante des Applikationssystems schematisch, wobei einige in den Figuren 2 und 3 gezeigte Merkmale weggelassen sind. Bei dieser Variante sind der Kompressor oder das Gebläse und der Druckregler 3 im Bereich unter halb der Nase der Maske angeordnet, was die Flandhabung des Applikationssys tems vereinfacht. Durch Umgreifen des Kompressor- oder Gebläsegehäuses 12 kann während der Benutzung der Maske deren Lage auf dem Gesicht des Benut zers zusätzlich stabilisiert werden.

Fig. 4 zeigt darüber hinaus eine Variante der Befestigung der Maske am Kopf, die, wie hier gezeigt, über Ohrbügel 13 erfolgt. Der Betätigungsknopf für die Aktivie rung des Kompressors/Gebläses 2/Druckreglers 3 befindet sich an einer Stelle des Druckreglers 3, die von dem Zeigefinger der umgreifenden Hand leicht er reicht werden kann.

Schließlich zeigt Fig. 5 eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Applikati onssystems, bei dem der Kompressor oder das Gebläse 2 und der Druckregler 3 an der Unterseite der Maske 1 im Kinnbereich angeordnet sind. Dadurch kann der Schwerpunkt des Applikationssystems noch weiter abgesenkt werden und in Rich tung auf den Hals des Benutzers verschoben werden, was den stabilen Sitz der Maske 1 am Kopf des Benutzers weiter fördert.

Am unteren Ende des Kompressors oder Gebläses 2 kann ein Stromkabel mit einem Knickschutz aus dem Gehäuse herausgeführt sein, wenn der Kompressor oder das Gebläse 2 mit Netzstrom gespeist wird.

Bei einer alternativen, nicht gezeigten Ausführungsform kann der Kompressor oder das Gebläse 2 auch als ein separates Teil ausgeführt sein, das über einen Schlauch mit dem Druckregler 3 verbunden ist, und somit zum Beispiel auf einem Tisch, an dem der Anwender des Systems sitzt, abgestellt werden kann, wodurch die Maske insgesamt leichter wird, was dem Tragekomfort zuträglich ist. Auch der Druckregler 3 kann zusammen mit dem Kompressor oder Gebläse eine Einheit bilden, die von der Gesichtsmaske separiert ist, und der Verbindungs schlauch verbindet dann den Ausgang des Druckreglers mit einem Einlassstutzen an der Gesichtsmaske.

Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Applikationssystems in Form eines Flandgeräts. Dort sind der Kompressor oder das Gebläse 2 und eine Druckregulierungskammer 3 im Handgriff des Flandgeräts eingebaut. An die Druckregulierungskammer schließt sich der Behandlungskopf an, der im Wesentli chen die Form eines Duschkopfs hat. Das heißt, auf einer Seite des Behandlungs kopfes 14 sind Öffnungen oder Düsen vorgesehen, aus denen das Druckmittel und/oder das Fluid austritt und auf die Flaut einer Körperstelle gerichtet werden kann. Bei der in Fig. 6 gezeigten Ausführungsform sind ferner LEDs zwischen den Düsen oder Öffnungen angebracht zum simultanen Beleuchten der Flaut mit Licht einer vorbestimmten Wellenlänge. Somit kann die perkutane Applikation eines Fluids mit einer Lichttherapie gleichzeitig kombiniert werden.

Auch bei dem Flandgerät kann der Kompressor oder das Gebläse 2 separat aus geführt sein und über einen Schlauch mit dem Applikatorkopf verbunden sein. Ebenfalls kann in diesem Fall der Druckregler entweder am Applikatorkopf oder am Kompressor oder Gebläse 2 befestigt sein.

Ferner kann im Flandgerät ein Vibrator an geeigneter Stelle, zum Beispiel am Ap plikatorkopf oder an einem Wechselaufsatz, angeordnet sein, um dem Flandgerät eine zusätzliche Massagefunktion zu geben.