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Title:
TRANSPARENT, ANTIMICROBIAL, BIAXIALLY ORIENTATED, PARTIALLY CRYSTALLISED FILM MADE FROM CRYSTALLISEDTHERMOPLASTIC
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/062577
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a single or multi-layered, transparent, biaxially orientated and thermofixed, partially crystallised film made from crystallised thermoplastic which is the main component thereof. Said thermoplastic comprises an antimicrobial active part of 2.4.4'-trichloro-2'-hydroxy-diphenyl ether (triclosan) and is optionally provided with at least one additional function. The additional function is for example, that the film is stabilised against UV radiation, is flame retarding, is coated on either one side or both sides, can be sealed and/or is corona-treated or inflammable. The film is generally produced by extrusion or coextrusion, the triclosan and the compounds provided for the additional functions being added in the form of a pre-dried or pre-crystallised master batch. The inventive film is suitable for use in the medical field, internally or externally, in addition to packaging and sanitation.

Inventors:
MURSCHALL URSULA (DE)
KERN ULRICH (DE)
OBERLAENDER KLAUS (DE)
HESSBERGER HARALD (DE)
Application Number:
PCT/EP2002/000853
Publication Date:
August 15, 2002
Filing Date:
January 28, 2002
Export Citation:
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Assignee:
MITSUBISHI POLYESTER FILM GMBH (DE)
MURSCHALL URSULA (DE)
KERN ULRICH (DE)
OBERLAENDER KLAUS (DE)
HESSBERGER HARALD (DE)
International Classes:
B29C55/06; B29C55/12; B29D7/01; B32B27/18; B32B27/36; C08J5/18; (IPC1-7): B32B27/36; C08J5/18
Domestic Patent References:
WO1999060297A11999-11-25
Foreign References:
US5906823A1999-05-25
US5549924A1996-08-27
US5965276A1999-10-12
Attorney, Agent or Firm:
Zounek, Nikolai (Patentanwaltskanzlei Zounek Industriepark Kalle-Albert Rheingaustrasse 190-196 Wiesbaden, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Einoder mehrschichtige, transparente, biaxial orientierte und thermofixierte, teilkristalline Folie mit einem kristallisierbaren Thermoplasten als Haupt bestandteil, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie oder mindestens eine Schicht darin einen antimikrobiell wirksamen Anteil an 2,4,4'Trichlor2' hydroxydiphenylether (Triclosan) aufweist.
2. Folie gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des Triclosans 0,01 bis 10 Gew.%, bevorzugt 0,1 bis 5 Gew.%, jeweils bezogen auf das das Gesamtgewicht der einschichtigen Folie bzw. der betreffenden Schicht der mehrschichtigen Folie, beträgt.
3. Folie gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Dicke von 1 bis 500 um, bevorzugt 5 bis 250 um, besonders bevorzugt 10 bis 100 um, hat.
4. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der kristallisierbare Thermoplast eine Standardviskosi tät SV von 600 bis 1.000, bevorzugt 700 bis 900, hat, jeweils bestimmt gemäß DIN 53728 in Dichloressigsäure.
5. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Trübung von weniger als 30 %, bevorzugt weniger als 25 %, aufweist, jeweils bestimmt gemäß ASTM D 1003.
6. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie einem Glanz von mehr als 100, bevorzugt mehr als 110, aufweist, jeweils bestimmt gemäß DIN 67530 (Meßwinkel 20°).
7. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie mehrschichtig ist und einen Aufbau ABA oder A BC aufweist, wobei B die Kernoder Basisschicht und A und C Deck schichten sind.
8. Folie gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nur die Kernoder Basisschicht antimikrobiell ausgerüstet ist.
9. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf einer oder beiden Seiten beschichtet ist, wobei die Beschichtung bevorzugt eine Dicke von 5 bis 100 nm aufweist.
10. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn zeichnet, daß sie neben Triclosan mindestens eine andere antimikrobiell wirksame Verbindung enthält, bevorzugt 10,10'Oxybisphenoxarsin, NTri halogenmethylthiophthalimid, Diphenylantimon2ethylhexanoat, Kupfer8 hydroxychinolin, Tributylzinnoxid oder ein Derivat davon und/oder ein Deri vat einer halogenierten Diphenyletherverbindungen, wobei ein Derivat von 2,4,4'Trichlor2hydroxydiphenylether (Triclosan) besonders bevorzugt ist.
11. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der kristallisierbare Thermoplast ein kristallisierbares Homopolymer, ein kristallisierbares Copolymer, ein kristallisierbarer Compound oder ein kristallisierbares Rezyklat ist.
12. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der kristallisierbare Thermoplast ein Polyethylenter phthalat (PET), Polyethylennaphthalat (PEN), Polybutylenterephthalat (PBT), bibenzolmodifiziertes Polyethylenterephthalat (PETBB), bibenzolmo difiziertes Polybutylenterephthalat (PBTBB) oder bibenzolmodifiziertes Polyethylennaphthalat (PENBB) ist.
13. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des mindestens einen kristallisierbaren Thermoplasten 50 bis 99 Gew.%, bevorzugt 75 bis 95 Gew.%, beträgt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie bzw. das Gesamtgewicht der Schicht in der Folie.
14. Folie gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie gegen UV Strahlung stabilisiert, flammhemmend ausgerüstet, auf einer Seite oder auf beiden Seiten beschichtet, siegelfähig und/oder coronaoder flamm behandelt ist.
15. Folie gemäß einem oder mehreren derAnsprüche 1 bis 14, dadurch gekenn zeichnet, daß mindestens eine Schicht darin einen UVStabilisator enthält.
16. Folie gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der UVStablilisa tor2 (4, 6Diphenyl [1, 3,5] triazin2yl)5hexyloxyphenol, 2,2'Methylenbis [6benzotriazol2yl4 (1, 1,2,2tetramethylpropyl)phenol] oder 2,2' (1,4 Phenylen)bis [ (3, 1] benzoxazin4on] ist.
17. Folie gemäß Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des UVStabilisators 0,1 bis 5,0 Gew.%, bevorzugt 0,5 bis 3,0 Gew.%, beträgt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der mindestens einen Schicht.
18. Folie gemäß einem oder mehreren derAnsprüche 1 bis 22, dadurch gekenn zeichnet, daß mindestens eine Schicht darin ein Flammschutzmittel enthält.
19. Folie gemäß Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Flammschutz mittel eine Bromverbindung, ein Chlorparaffin oder eine andere Chlorver bindung, Antimontrioxid, Aluminiumhydroxid oder eine organische Phosphor verbindung ist.
20. Folie gemäß Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß derAnteil des Flammschutzmittels 0,5 bis 30,0 Gew.%, bevorzugt 1,0 bis 20,0 Gew.%, jeweils bezogen auf das Gewicht der Schicht des kristallisier baren Thermoplasten, beträgt.
21. Folie gemäß einem oder mehreren derAnsprüche 1 bis 20, dadurch gekenn zeichnet, daß sie mit einem im Thermoplast löslichen Farbstoff transparent eingefärbt ist.
22. Folie gemäß Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des löslichen Farbstoffs 0,01 bis 20,0 Gew.%, bevorzugt 0,05 bis 10,0 Gew.%, jeweils bezogen auf das Gewicht des kristallisierbaren Thermopla sten, beträgt.
23. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine siegelfähige Deckschicht umfaßt.
24. Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf mindestens einer Seite eine zusätzliche Beschichtung aufweist, wobei deren Dicke bevorzugt 5 bis 100 nm, beson ders bevorzugt 20 bis 70 nm, beträgt.
25. Verfahren zur Herstellung der Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß aufgeschmolzenes Polyestermaterial durch eine Breitschlitzdüse extrudiert, die dabei ent stehende Vorfolie auf einer Kühlwalze abgeschreckt, anschließend in Längs und/oder Querrichtung verstreckt und schließlich thermofixiert wird.
26. Verfahren gemäß Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Streck temperatur 10 bis 60 °C über der Glastemperatur Tg des Folienmaterials liegt, das Streckverhältnis der Längsverstreckung 2 bis 6, bevorzugt 3 bis 4,5, das der Querverstreckung 2 bis 5, bevorzugt 3 bis 4,5, und das einer gegebenenfalls durchgeführten zweiten Längsverstreckung 1,1 bis 3 beträgt.
27. Verfahren gemäß Anspruch 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, daß der im Thermoplasten lösliche Farbstoff, der UVStabilisator, die zusätzliche antimikrobielle Verbindung, der Hydrolysestabilisator und/oder das Flamm schutzmittel in Form mindestens eines Masterbatches vor der Extrusion zugegeben werden.
28. Verfahren gemäß Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß das Master batch vorgetrocknet und/oder vorkristallisiert ist.
29. Verfahren gemäß Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Beschichtung durch"Reverse gravureroll coating"aufgebracht wird.
30. Verwendung der Folie gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 24 im Innenund Außenbereich, in der Elektroindustrie oder im Bausektor, für Gewächshäuser, Überdachungen, Außenverkleidungen oderAbdeckungen, als Folie speziell für gekühlte oder tiefgekühlte Waren, als Möbelfolie, im Messebau oder in der Werbung (speziell für Lichtwerbeprofile) sowie allgemein im medizinischen Bereich sowie im Verpackungsund Entsor gungsbereich.
Description:
Transparente, antimikrobielle, biaxial orientierte, teilkristalline Folie aus einem kristallisierbaren Thermoplasten Die Erfindung betrifft eine hochglänzende, ein-oder mehrschichtige, transparente, biaxial orientierte und thermofixierte, teilkristalline Folie, die als Hauptbestandteil mindestens einen kristallisierbaren Thermoplasten enthält. Sie betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung dieser Folien und ihre Verwendung.

Folien der genannten Art, insbesondere Folien auf der Basis von Polyethylen- terephthalat, sind bekannt und zahlreich beschrieben. Gegen den Bewuchs mit Schimmelpilzen oder anderen Mikroorganismen sind sie nicht geschützt.

Funktionalisierte Polyesterfolien ohne antimikrobielle Ausrüstung sind ebenfalls bekannt und in zahlreichen Varianten beschrieben. So umfaßt die mehrschichtige, biaxial orientierte und thermofixierte Polyesterfolie gemäß der GB-A 1 465 973 eine Schicht aus transparentem Polyethylenterephthalat (PET) und eine Schicht aus ebenfalls transparentem Copolyester. Der Oberfläche der Copolyesterschicht kann mit Hilfe von Walzen eine rauhe Struktur aufgeprägt werden, so daß die Folie beschreibbar wird.

In der EP-A 035 835 ist eine biaxial verstreckte und thermofixierte, mehrschichtige Polyesterfolie beschrieben, die eine Schicht aus einem hochkristallinen Polyester und damit verbunden eine siegelfähige Schicht aus einem im wesentlichen amorphen, linearen Polyester umfaßt. Die letztgenannte Schicht enthält feinverteilt Partikel, wobei der mittlere Durchmesserder Partikel größer ist als die Schichtdicke.

Durch diese Partikel werden Oberflächenvorsprünge gebildet, die das un- erwünschte Blocken und Kleben an Walzen oder Führungen verhindern. Die Folie läßt sich dadurch besser aufwickeln und verarbeiten. Durch die Wahl von Partikeln mit größerem Durchmesser als die Siegelschicht und den in den Beispielen angegebenen Konzentrationen wird das Siegelverhalten der Folie verschlechtert.

Die Siegeinahtfestigkeit der gesiegelten Folie bei 140 °C liegt in einem Bereich von 63 bis 120 N/m (0,97 N/15 mm bis 1,8 N/15 mm Folienbreite).

In der EP-A 432 886 ist eine coextrudierte Folie mit einer Polyester-Basisschicht, einer Deckschicht aus einem siegelfähigen Polyester und einer rückseitigen Poly- acrylatbeschichtung beschrieben. Die siegelfähige Deckschicht kann aus einem Copolyester mit Einheiten aus Isophthalsäure und Terephthalsäure bestehen.

Durch die rückseitige Beschichtung erhält die Folie ein verbessertes Verarbeitungs- verhalten. Die Siegelnahtfestigkeitwird bei 140 °C gemessen. Füreine 11 um dicke Siegelschicht wird eine Siegelnahtfestigkeit von 761,5 N/m (11,4 N/15 mm) angegeben. Nachteilig an der rückseitigen Acrylatbeschichtung ist, daß diese Seite gegen die siegelfähige Deckschicht nicht mehr siegelt. Die Folie ist damit nur sehr eingeschränkt zu verwenden.

Eine coextrudierte, mehrschichtige, siegelfähige Polyesterfolie ist ferner in der EP-A 515 096 beschrieben. Die Basisschicht der Folie kann Pigmentpartikel, ins- besondere solche aus Aluminiumoxid, Titandioxid, Alkalimetallcarbonat, Calcium- sulfat oder Bariumsulfat, enthalten. Das führt zu einer weißen Folie. Die siegel- fähigen Schicht enthält zusätzlich Pigmentierungspartikel, bevorzugt Kiesel- gelpartikel. Die Partikel können auch auf die bereits extrudierte Folie aufgebracht werden, beispielsweise durch Beschichten mit einerwäßrigen Kieselgel-Dispersion.

Hierdurch soll die Folie die guten Siegeleigenschaften beibehalten und gut zu verarbeiten sein. Die Rückseite enthält nur sehr wenige Partikel, die hauptsächlich über das Regranulat in diese Schicht gelangen. Die Siegelnahtfestigkeit wird bei 140 °C gemessen und beträgt mehr als 200 N/m (3 N/15 mm). Für eine 3 um dicke Siegelschicht wird eine Siegelnahtfestigkeit von 275 N/m (4,125 N/15 mm) angegeben.

Die aus der WO 98/06575 bekannte coextrudierte, mehrschichtige Polyesterfolie umfaßt eine siegelfähige Deckschicht und eine nicht siegelfähige Basisschicht. Die Basisschicht kann dabei aus eineroder mehreren Schichten aufgebaut sein, wobei

die innere Schicht mit der siegelfähigen Schicht in Kontakt ist. Die andere (äußere) Schicht bildet dann die zweite, nicht siegelfähige Deckschicht. Die siegelfähige Deckschicht kann auch hier aus Copolyestern mit Einheiten aus Isophthalsäure und Terephthalsäure bestehen. Die Deckschicht enthält jedoch keine Antiblockpartikel.

Die Folie enthält außerdem noch mindestens einen UV-Absorber, der in der Basisschicht in einem Anteil von 0,1 bis 10,0 Gew.-% enthalten ist. Als UV- Absorber werden dabei Zinkoxid-oder Titandioxid-Partikel mit einem mittleren Durchmesservon weniger als 200 nm, vorzugsweise jedoch Triazine (z. B. Tinuvin 1577 der Fa. Ciba), verwendet. Die Basisschicht ist mit üblichen Antiblockmitteln ausgestattet. Die Folie zeichnet sich durch eine gute Siegelfähigkeit aus, hat jedoch nicht das gewünschte Verarbeitungsverhalten und weist zudem Defizite in den optischen Eigenschaften auf.

Schichten aus Copolyester lassen sich auch durch Auftragen einer entsprechenden wäßrigen Dispersion erzeugen. So ist in der EP-A 144 978 eine Polyesterfolie beschrieben, die auf wenigstens einer Seite eine durchgehende Beschichtung aus dem Copolyester trägt. Die Dispersion wird auf die Folie vor dem Verstrecken bzw. vor dem letzten Verstreckschritt aufgebracht. Die Polyesterbeschichtung besteht aus einem Kondensationsprodukt von verschiedenen Monomeren, die zur Bildung von Polyestern befähigt sind, wie Isophthalsäure, aliphatische Dicarbonsäuren, Sulfomonomere und aliphatische oder cycloaliphatische Glykole.

In der DE-A 23 46 787 sind unter anderem schwer entflammbare Folien aus linearen Polyestern, die mit Carboxyphosphinsäuren modifiziert sind, offenbart. Die Herstellung dieser Folien ist jedoch mit einer Reihe von Problemen verbunden. So istderRohstoffsehrhydrolyseempfindlich und muß sehr gut vorgetrocknet werden.

Beim Trocknen des Rohstoffes mit Trocknern, die dem Stand der Technik ent- sprechen, verklebt er, so daß nur unter schwierigsten Bedingungen eine Folie her- stellbar ist. Die unter extremen, unwirtschaftlichen Bedingungen hergestellten Folien verspröden zudem bei Temperaturbelastung. Die mechanischen Eigen-

schaften gehen dabei so starkzurück, daß die Folie unbrauchbarwird. Bereits nach 48 h Temperaturbelastung tritt diese Versprödung auf.

Es bestand daher die Aufgabe, eine transparente, biaxial orientierte, teilkristalline Folie bereitzustellen, die gute mechanische und optische Eigenschaften aufweist und antimikrobiell ausgerüstet ist. Die Folie soll zudem hochglänzend sein.

Gelöst wird die Aufgabe mit einer Folie auf der Basis von kristallisierbaren Thermoplasten, die 2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxy-diphenylether (Triclosan) als anti- mikrobiell wirksames Mittel enthält. Diese Lösung ist insofern überraschend, als zahlreiche der bisher üblichen antimikrobiellen Wirkstoffe sich negativ auf den Herstellungsprozeß und/oder auf die optischen Eigenschaften des Produkts aus- gewirkt haben.

Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist demgemäß eine ein-oder mehr- schichtige, transparente, biaxial orientierte und thermofixierte, teilkristalline Folie mit einem kristallisierbaren Thermoplasten als Hauptbestandteil, die dadurch gekenn- zeichnet ist, daß die Folie bzw. mindestens eine Schicht darin einen antimikrobiell wirksamen Anteil an 2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxy-diphenylether (Triclosan) aufweist.

Antimikrobiell wirksam bedeutet, daß das Wachstum von gram-positiven und gram- negativen Bakterien sowie von Schimmel-und Hefepilzen stark reduziert ist, d. h. daß die antimikrobiell ausgerüstete Folie zumindest nicht von der Testkultur überwachsen wird und darüber hinaus der Bewuchs um die Folie herum gehemmt ist (Hemmhof).

Gram-negative Bakterien sind beispielsweise escherichia coli, klebsiella pneumo- niae, proteus vulgarisodersalmonella. Gram-positive Bakterien sind beispielsweise staphylococcus aureus, streptococcus faecalis, micrococcus luteus oder coryne- bacterium minutissimum. Als Prüforganismen werden reine, definierte Mikro- organismen wie pseudomonas aeruginosa, staphylococcus aureus, escherichia

coli, aspergillus niger, penicillium funicolosum, chaetomium globosum, trichoderme viride oder candida albicans verwendet. Sofern keine gegen den Organismus wirksame Substanz vorhanden ist, wird der Prüforganismus das Folienmuster und somit die gesamte Fläche der Petrischale bewachsen.

Um eine ausreichende antimikrobielle Wirkung zu erzielen, liegt der Anteil des Triclosans allgemein zwischen 0,01 und 10 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,1 und 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der einschichtigen Folie bzw. der betreffenden Schicht der Mehrschichtfolie.

Die erfindungsgemäße Folie zeigt trotz der antimikrobiellen Ausrüstung gute optische Eigenschaften, insbesondere einen hohen Oberflächenglanzvon mehrals 100, bevorzugt mehr als 110, eine Lichttransmission von mehr als 64 %, bevorzugt mehr als 66 % und eine Trübung von weniger als 30 %, bevorzugt weniger als 25%.

Zu den guten mechanischen Eigenschaften zählen unter anderem ein hoher E- Modul (in Längsrichtung = Maschinenrichtung (MD) größer als 3.500 N/mm2, bevorzugt größer als 3.800 N/mm2 ; in Querrichtung (TD) größer als 4.200 N/mm2, bevorzugt größer als 4.500 N/mm2 ; jeweils bestimmt gemäß ISO 527-1-2) sowie gute Reißfestigkeitswerte (in MD mehr als 100 N/mm2 ; in TD mehr als 180 N/mm2) und gute Reißdehnungswerte (in MD mehr als 90 % ; in TD mehr als 70 %).

Die Folie läßt sich bei ihrer Herstellung sowohl in Längs-als auch in Querrichtung hervorragend und ohne Abrisse orientieren. Die orientierte (= verstreckte) Folie hat allgemein eine Dicke von 1 bis 500 pm.

Die Folie enthält als Hauptbestandteil einen kristallisierbaren Thermoplasten.

Geeignete kristallisierbare bzw. teilkristalline Thermoplaste sind beispielsweise Polyethylenterephthalat (PET), Polyethylennaphthalat (PEN), Polybutylentere- phthalat (PBT), bibenzolmodifiziertes Polyethylenterephthalat (PETBB), bibenzol-

modifiziertes Polybutylenterephthalat (PBTBB) und bibenzolmodifiziertes Polyethy- lennaphthalat (PENBB), wobei Polyethylenterephthalat (PET) und bibenzolmodifi- ziertes Polyethylenterephthalat (PETBB) bevorzugt sind.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sollen unter"kristallisierbaren Thermopla- sten"kristallisierbare Homopolymere, kristallisierbare Copolymere, kristallisierbare Compounds, kristallisierbares Rezyklat oder andere Variationen von kristallisier- baren Thermoplasten verstanden werden.

Zur Herstellung von kristallisierbarem, thermoplastischen Polyester können neben den Hauptmonomeren, wie Dimethylterephthalat (DMT), Ethylenglykol (EG), Propylenglykol (PG), Butan-1,4-diol, Terephthalsäure (TA), Benzoldicarbonsäure und/oder Naphthalin-2, 6-dicarbonsäure (NDA), auch noch Isophthalsäure (IPA) und/oder cis und/oder trans-1, 4-Cyclohexan-dimethanol (c-CHDM, t-CHDM oder c/t-CHDM) verwendet werden. Die Standardviskosität SV (DCE) des Polyethylen- terephthalats liegt allgemein zwischen 600 und 1.000, vorzugsweise zwischen 700 und 900.

Bevorzugte Ausgangsmaterialien zur Herstellung der erfindungsgemäßen Folie sind kristallisierbare Thermoplaste mit einer KristallitschmeiztemperaturTm von 180 bis 365 °C und mehr, vorzugsweise von 180 bis 310 °C, mit einem Kristallisation- <BR> <BR> stemperaturbereich Tc zwischen 75 °C und 280 °C, einer Glasübergangstemperatur Tg von 65 bis 130 °C (bestimmt durch Differential Scanning Calorimetry (DSC) bei einer Aufheizgeschwindigkeit von 20 °C/min), mit einer Dichte von 1,10 bis 1,45 (bestimmt gemäß DIN 53479) und einer Kristallinität zwischen 5 und 65 %, vorzugsweise 20 % und 65 %.

Das Schüttgewicht (gemessen nach DIN 53466) liegt zwischen 0,75 kg/dm3 und 1,0 kg/dm3, bevorzugt zwischen 0,80 kg/dm3 und 0,90 kg/dm3.

Die Polydispersität (= Verhältnis Mw zu Mn) des Thermoplasten, gemessen durch Gelpermeationschromatographie (GPC), liegt vorzugsweise zwischen 1,5 und 4,0, besonders bevorzugt zwischen 2,0 und 3,5.

"Hauptbestandteil"heißt, daß der Anteil des mindestens einen teilkristallinen Thermoplasten bevorzugt zwischen 50 und 99 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 75 und 95 Gew.-%, beträgt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie bzw. das Gesamtgewicht der Schicht in der Folie. Die restlichen Anteile können neben Triclosan andere antimikrobiell wirksame Verbindungen und weitere, für biaxial orientierte, transparente Folien übliche Additive ausmachen.

Neben Triclosan kann die erfindungsgemäße Folie andere antimikrobiell wirksame Verbindungen enthalten. Das sind beispielsweise 10,10'-Oxy-bisphenoxarsin, N- Trihalogenmethylthio-phthalimid, Diphenylantimon-2-ethylhexanoat, Kupfer-8- hydroxy-chinolin, Tributylzinnoxid und dessen Derivate sowie Derivate halogenierter Diphenyletherverbindungen, wie sie in der WO 99/31036 beschrieben sind.

Derivate von 2,4,4'-Trichlor-2-hydroxy-diphenylether (Triclosan) sind dabei besonders bevorzugt, weil sie ein verbessertes Migrationsverhalten aufweisen, thermisch stabil und wenig flüchtig sind.

Die erfindungsgemäße Folie kann auch mehrschichtig sein. Sie umfaßt dann eine Kernschicht und mindestens eine Deckschicht. Dabei sind insbesondere dreischichtige Folien mit einem Aufbau A-B-A oder A-B-C bevorzugt (B = Kern- oder Basisschicht, A und C = Deckschichten).

Für diese Ausführungsform ist es wesentlich, daß der kristallisierbare Thermoplast der Kernschicht eine ähnliche Standardviskosität wie der in der bzw. den angrenzenden Deckschicht (en) besitzt. In einer besonderen Ausführungsform bestehen die Deckschichten aus einem Polyethylennaphthalat oder aus einem Polyethylenterephthalat/Polyethylennaphthalat oder einem Compound.

In der mehrschichtigen Ausführungsform ist das Triclosan vorzugsweise in der Kernschicht enthalten. Anstelle der Kernschicht oder zusätzlich dazu können bei Bedarf auch die Deckschichten und/oder gegebenenfalls vorhandene Zwischen- schichten damit ausgerüstet sein. Anders als in der einschichtigen Ausführungsform beziehen sich hier die Anteile der Additive auf das Gewicht der Thermoplasten in der betreffenden Schicht.

Entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck kann die Folie zusätzlich funktionalisiert sein. Die zusätzliche Funktionalität besteht vorzugsweise darin, daß die Folie UV-stabilisiert, flammhemmend, siegelfähig, ein-oder beidseitig beschichtet, corona-und/oder flammbehandelt ist. Dadurch wird die Folie beispielsweise siegelfähig, bedruckbar, beschreibbar, antistatisch, metallisierbar oder sterilisierbar.

Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, daß die erfindungsgemäße transparente Folie UV-stabil ausgerüstet ist. Licht, insbesondere der ultraviolette Anteil der Sonnenstrahlung, d. h. der Wellenlängenbereich von 280 bis 400 nm, induziert bei Thermoplasten Abbauvorgänge. Die Folge davon ist, daß sich nicht nurdas visuelle Erscheinungsbild durch eintretende Farbänderung bzw. Vergilbung ändert, sondern daß auch die mechanisch-physikalischen Eigenschaften der Folien aus den Thermoplasten äußerst negativ beeinflußt werden. Die Unterbindung dieser photooxidativen Abbauvorgänge ist von erheblicher technischer und wirtschaftlicher Bedeutung, da andernfalls die Anwendungsmöglichkeiten von zahlreichen Thermoplasten drastisch eingeschränkt sind. Polyethylenterephthalate beginnen beispielsweise schon unterhalb von 360 nm UV-Licht zu absorbieren ; ihre Absorption nimmt unterhalb von 320 nm beachtlich zu und ist unterhalb von 300 nm sehr ausgeprägt. Die maximale Absorption liegt im Bereich zwischen 280 und 300 nm. In Gegenwart von Sauerstoff werden hauptsächlich Kettenspaltungen beobachtet, jedoch keine Vernetzungen. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Carbonsäuren stellen die mengenmäßig überwiegenden Photooxidationsprodukte dar. Neben der direkten Photolyse der Estergruppen müssen noch Oxidations-

reaktionen in Erwägung gezogen werden, die über Peroxidradikale ebenfalls die Bildung von Kohlendioxid zur Folge haben. Die Photooxidation von Polyethylenter- ephthalaten kann auch überWasserstoffabspaltung in a-Stellung der Estergruppen zu Hydroperoxiden und deren Zersetzungsprodukten sowie zu damit verbundenen Kettenspaltungen führen (H. Day, D. M. Wiles, J. Appl. Polym. Sci. 16 [1972] S.

203).

UV-Stabilisatoren, d. h. UV-Absorber als Lichtschutzmittel, sind chemische Verbin- dungen, die in die physikalischen und chemischen Prozesse des lichtinduzierten Abbaus eingreifen. Ruß und andere Pigmente können teilweise einen Lichtschutz bewirken. Diese Substanzen sind jedoch fürtransparente Folien ungeeignet, da sie zur Verfärbung oder Farbänderung führen. Geeignete UV-Stabilisatoren als Licht- schutzmittel sind UV-Stabilisatoren, die mindestens 70 %, bevorzugt mindestens 80 %, besonders bevorzugt mindestens 90 %, des UV-Lichts im Wellenlängen- bereich von 180 bis 380 nm, vorzugsweise 280 bis 350 nm, absorbieren.

Besonders geeignete UV-Stabilisatoren sind zudem im Temperaturbereich von 260 bis 300 °C thermisch stabil, d. h. sie zersetzen sich nicht in Spaltprodukte und gasen nicht aus. Geeignete UV-Stabilisatoren als Lichtschutzmittel sind beispielsweise 2- Hydroxy-benzophenone, 2-Hydroxy-benzotriazole, nickelorganische Verbindungen, Salicylsäureester, Zimtsäureester-Derivate, Resorcin-monobenzoate, Oxalsäure- anilide, Hydroxybenzoesäureester, Benzoxazinone, sterisch gehinderte Amine und Triazine, wobei die 2-Hydroxy-benzotriazole, die Benzoxazinone und die Triazine bevorzugt sind. Es war für die Fachwelt völlig überraschend, daß der Einsatz von UV-Stabilisatoren in Kombination mit einer antimikrobiellen Ausrüstung zu brauch- baren Folien mit hervorragenden Eigenschaften führt. Der Fachmann hätte ver- mutlich zunächst versucht, eine gewisse UV-Stabilität über einen Oxidations- stabilisator zu erreichen, hätte jedoch nach Bewitterung festgestellt, daß die Folie schnell gelb wird.

Aus der Literatursind UV-Stabilisatoren bekannt, die UV-Strahlung absorbieren und somit Schutz bieten. Der Fachmann hätte dann wohl einen dieser bekannten und

handelsüblichen UV-Stabilisatoren eingesetzt, dabei jedoch festgestellt, daß der UV-Stabilisator eine mangelnde thermische Stabilität hat und sich bei Temperatu- ren zwischen 200 und 240 °C zersetzt oder ausgast. Um die Folie nicht zu schädigen, hätte er große Mengen (ca. 10 bis 15 Gew.-%) an UV-Stabilisator einarbeiten müssen, damit dieser das UV-Licht wirklich wirksam absorbiert. Bei diesen hohen Konzentrationen vergilbt jedoch die Folie schon in kurzer Zeit nach der Herstellung. Auch die mechanischen Eigenschaften werden negativ beeinflußt.

Beim Verstrecken tauchen ungewöhnliche Probleme auf, wie Abrisse wegen mangelnder Festigkeit, d. h. E-Modul, Düsenablagerungen, was zu Profilschwan- kungen führt, Ablagerung von UV-Stabilisator auf den Walzen, was zur Beein- trächtigung deroptischen Eigenschaften (starkeTrübung, Klebedefekt, inhomogene Oberfläche) führt, und Ablagerungen im Streck-und Fixierrahmen, die auf die Folie tropfen.

Es war daher überraschend, daß bereits mit niedrigen Konzentrationen des UV- Stabilisators ein hervorragender UV-Schutz erzielt wird. Besonders überraschend war, daß sich dabei der Gelbwert der Folie im Vergleich zu einer nicht-stabilisierten Folie im Rahmen der Meßgenauigkeit nicht ändert. Es treten auch keine Aus- gasungen, Düsenablagerungen oder Rahmenausdampfungen auf, wodurch die Folie eine exzellente Optik, ein ausgezeichnetes Profil und eine ausgezeichnete Planlage aufweist. Die UV-stabilisierte Folie läßt sich hervorragend verstrecken, so daß sie verfahrenssicher und stabil auf sogenannten"high speed film lines"bis zu Geschwindigkeiten von 420 m/min produktionssicher hergestellt werden kann.

Damit ist die Folie auch wirtschaftlich rentabel herstellbar. Des weiteren ist es sehr überraschend, daß auch das Regenerat wieder einsetzbar ist, ohne den Gelbwert der Folie negativ zu beeinflussen.

In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungs- gemäße Folie als UV-Stabilisator 0, 1 bis 5, 0 Gew.-% 2- (4, 6-Diphenyl- [1, 3,5] triazin- 2-yl)-5-hexyloxy-phenol der Formel

oder 0,1 bis 5,0 Gew.-% 2,2'-Methylen-bis- [6-benzotriazol-2-yl-4- (1,1,2,2-tetra- methyl-propyl)-phenol] der Formel oder0, 1 bis 5, 0 Gew.-% 2,2- (1, 4-Phenylen)-bis- ( [3,1] benzoxazin-4-on) der Formel In einerweiteren Ausführungsform können auch Mischungen dieserUV-Stabilisato- ren oder Mischungen von mindestens einem dieser UV-Stabilisatoren mit anderen UV-Stabilisatoren eingesetzt werden, wobei die Gesamtkonzentration an Licht- schutzmittel vorzugsweise zwischen 0,1 und 5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 0,5 bis 3,0 Gew.-%, liegt, bezogen auf das Gewicht der ausgerüsteten Schicht.

In einerweiteren Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Folie flammhemmend ausgerüstet. Flammhemmend bedeutet, daß die Folie in einer sogenannten Brandschutzprüfung die Bedingungen nach DIN 4102 Teil 2 und insbesondere die Bedingungen nach DIN 4102 Teil 1 erfüllt und in die Baustoffklasse B 2 und insbesondere B1 der schwer entflammbaren Stoffe eingeordnet werden kann. Des weiteren soll die gegebenenfalls flammhemmend ausgerüstete Folie den UL-Test 94"Horizontal Burning Test for Flammability of Plastic Material"bestehen, so daß sie in die Klasse 94 VTM-0 eingestuft werden kann. Die Folie enthält demgemäß ein Flammschutzmittel, das über die sogenannte Masterbatch-Technologie direkt bei der Folienherstellung zudosiert wird, wobei der Anteil des Flammschutzmittels im Bereich von 0,5 bis 30,0 Gew.-%, vorzugsweise von 1,0 bis 20,0 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Schicht des kristallisierbaren Thermoplasten, liegt.

Im Masterbatch beträgt der Anteil des Flammschutzmittels allgemein 5,0 bis 60,0 Gew.-%, bevorzugt 10,0 bis 50,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamt- gewicht des Masterbatches. Geeignete Flammschutzmittel sind beispielsweise Bromverbindungen, Chlorparaffine und andere Chlorverbindungen, Antimontrioxid und Aluminiumtrihydrate. Die Halogenverbindungen haben allerdings den Nachteil, daß dabei halogenhaltige Nebenprodukte entstehen können. Im Brandfall ent- stehen insbesondere Halogenwasserstoffe. Nachteilig ist auch die geringe Licht- beständigkeit einer damit ausgerüsteten Folie. Weitere geeignete Flammschutz- mittel sind beispielsweise organische Phosphorverbindungen wie Carboxyphos- phinsäuren, deren Anhydride und Alkanphosphonsäurediester, bevorzugt Methanphosphonsäurediester, speziell Methanphosphonsäure-bis- (5-ethyl-2- methyl-2-oxo-2A5- [1, 3,2] dioxaphosphinan-5-ylmethylester), erhältlich unter der Bezeichnung °Amgard P1045 von Albright & Wilson, USA. Wesentlich ist, daß die organische Phosphorverbindung im Thermoplast löslich ist, da andernfalls die geforderten optischen Eigenschaften nicht erfüllt werden.

Da die Flammschutzmittel im allgemeinen eine gewisse Hydrolyseempfindlichkeit aufweisen, kann der zusätzliche Einsatz eines Hydrolysestabilisators sinnvoll sein.

Als Hydrolysestabilisatorwerden im allgemeinen phenolische Stabilisatoren, Alkali-

oder Erdalkalistearate und/oderAlkali-oder Erdalkalicarbonate in Mengen von 0,01 bis 1,0 Gew.-% eingesetzt. Phenolische Stabilisatoren werden in einer Menge von 0,05 bis 0, 6 Gew.-%, insbesondere 0,15 bis 0, 3 Gew.-% und mit einer Molmasse von mehr als 500 g/mol bevorzugt. Besonders vorteilhaft sind Pentaerythrit-tetrakis- [3-(3, 5-di-teff.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat] oder 1,3,5-Trimethyl-2,4,6-tris- (3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxy-benzyl)-benzol.

In dieser bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße schwer entflammbare Folie als Hauptbestandteil ein kristallisierbares PET, 1,0 bis 20,0 Gew.-% einer im Thermoplasten löslichen organischen Phosphorverbindung als Flammschutzmittel und 0,1 Gew.-% bis 1,0 Gew.-% eines Hydrolysestabilisa- tors. Als Flammschutzmittel ist Methanphosphonsäure-bis- (5-ethyl-2-methyl-2-oxo- 2A- [1, 3,2] dioxaphosphinan-5-ylmethylester) bevorzugt. Diese Anteile an Flamm- schutzmittel und Hydrolysestabilisator haben sich auch dann als günstig erwiesen, wenn der Hauptbestandteil der Folie nicht PET ist, sondern ein anderer Thermo- plast ist.

Ganz überraschend haben Brandschutzversuche nach DIN 4102 und dem UL-Test gezeigt, daß es im Falle einer dreischichtigen Folie durchaus ausreichend ist, die 0,5 bis 2 um dicken Deckschichten mit Flammschutzmitteln auszurüsten, um eine verbesserte Flammhemmung zu erreichen. Bei Bedarf und bei hohen Brandschutz- anforderungen kann auch die Kernschicht mit Flammschutzmitteln ausgerüstet sein, d. h. eine sogenannte Grundausrüstung beinhalten.

Darüber hinaus ergaben Messungen, daß die erfindungsgemäße Folie bei Tempe- raturbelastungen von 100 °C übereinen längeren Zeitraum nichtversprödet. Dieses Resultat wird auf die synergistische Wirkung von geeigneter Vorkristallisation, Vortrocknung, Masterbatch-Technologie und Hydrolysestabilisator zurückgeführt.

Keine Versprödungen nach Temperaturbelastung bedeutet, daß die Folie nach 100 Stunden Tempervorgang bei 100 °C in einem Umluftofen keine Versprödung und keine nachteiligen mechanischen Eigenschaften aufweist.

Die erfindungsgemäße Folie kann ein-oder beidseitig mit einer üblichen funk- tionalen Beschichtung versehen sein. Zur Herstellung der Beschichtung lassen sich beispielsweise einsetzen : Acrylate gemäß WO 94/13476, Ethylvinylalkohole, PVDC, Wasserglas (Na2SiO4), hydrophilische Polyester wie 5-Natrium-sulfoisophthal- säurehaltige PET/IPA-Polyester (EP-A 144 878, US-A 4 252 885 oder EP-A 296 620), Vinylacetate (WO 94/13481), Polyvinylacetate, Polyurethane, Alkali-oder Erdalkalisalze von (C10-C18) Fettsäuren, Butadiencopolymere mit Acrylnitril oder Methylmethacrylat, Methacrylsäure, Acrylsäure oder deren Ester. Außerdem kann die Beschichtung übliche Additive (z. B. Antiblockmittel, pH-Stabilisatoren) in Anteilen von etwa 0,05 bis 5,0 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 3,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht der Beschichtungsflüssigkeit, enthalten.

Die genannten Stoffe oder Zusammensetzungen werden als verdünnte-vorzugs- weise wäßrige-Lösung, Emulsion oder Dispersion auf eine oder beide Folienober- flächen aufgetragen. Anschließend wird das Lösungsmittel verflüchtigt. Die Beschichtung wird bevorzugt In-line aufgebracht, d. h. während des Folienherstell- prozesses, zweckmäßigerweise vor der Querstreckung. Besonders bevorzugt ist die Aufbringung nach dem"Reverse gravure-roll coating"-Verfahren, mit dem äußerst homogene Schichtdicken erhalten werden. Werden die In-line-Be- schichtungen nach der Längsverstreckung aufgebracht, reicht gewöhnlich die Temperaturbehandlung vor der Querverstreckung aus, um das Lösungsmittel zu verflüchtigen und die Beschichtung zu trocknen. Die getrockneten Beschichtungen haben dann Schichtdicken von 5 bis 100 nm, bevorzugt 20 bis 70 nm, ins- besondere 30 bis 50 nm.

Wo eine sehr gute Siegelfähigkeit gefordert wird und wo diese Eigenschaft nicht über eine In-line-Beschichtung erreicht werden kann, ist die erfindungsgemäße

Folie zumindest dreischichtig aufgebaut und umfaßt dann in einer besonderen Ausführungsform die Basisschicht B, eine siegelfähige Deckschicht A und eine gegebenenfalls siegelfähige Deckschicht C. Ist die Deckschicht C ebenfalls siegelfähig, dann sind die beiden Deckschichten vorzugsweise identisch.

Die durch Coextrusion auf die Basisschicht B aufgebrachte siegelfähige Deck- schicht A ist auf Basis von Polyestercopolymeren aufgebaut und besteht im wesentlichen aus Copolyestern, die überwiegend aus Isophthalsäure-, Bibenzol- carbonsäure-und Terephthalsäure-Einheiten und aus Ethylenglykol-Einheiten zusammengesetzt sind. Die restlichen Monomereinheiten stammen aus anderen aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Diolen bzw. Dicarbonsäuren, wie sie auch in der Basisschicht vorkommen können. Die bevorzugten Copolyester, die die gewünschten Siegeleigenschaften bereitstellen, sind solche, die aus Etylen- terephthalat-und Ethylenisophthalat-Einheiten und aus Ethylenglykol-Einheiten aufgebaut sind. DerAnteil an Ethylenterephthalat beträgt 40 bis 95 mol-% und der entsprechende Anteil an Ethylenisophthalat 60 bis 5 mol-%. Bevorzugt sind Copolyester, bei denen derAnteil an Ethylenterephthalat 50 bis 90 mol-% und der entsprechende Anteil an Ethylenisophthalat 50 bis 10 mol-% beträgt und ganz bevorzugt sind Copolyester, bei denen der Anteil an Ethylenterephthalat 60 bis 85 mol-% und der entsprechende Anteil an Ethylenisophthalat 40 bis 15 mol-% beträgt.

Für die gegebenenfalls siegelfähige Deckschicht C und für eventuelle Zwischen- schichten können prinzipiell die gleichen Polymeren verwendet werden, die auch in der Basisschicht Verwendung finden.

Die gewünschten Siegel-und Verarbeitungseigenschaften dererfindungsgemäßen Folie werden aus der Kombination der Eigenschaften des verwendeten Copoly- esters für die siegelfähige Deckschicht und den Topographien der siegelfähigen Deckschicht A und der gegebenenfalls siegelfähigen Deckschicht C erhalten.

Die Siegelanspringtemperatur von 110 °C und die Siegelnahtfestigkeit von min- destens 1,3 N/15mm wird erreicht, wenn für die siegelfähige Deckschicht A die oben näher beschriebenen Copolymere verwendet werden. Die besten Siegel- eigenschaften der Folie erhält man, wenn dem Copolymeren keine weiteren Additive, insbesondere keine anorganischen oder organischen Filler zugegeben werden. Für diesen Fall erhält man bei vorgegebenem Copolyester die niedrigste Siegelanspringtemperatur und die höchsten Siegelnahtfestigkeiten. Allerdings ist in diesem Fall das Handling der Folie schlecht, da die Oberfläche der siegelfähigen Deckschicht A stark zum Verblocken neigt. Die Folie läßt sich kaum wickeln und ist für eine Weiterverarbeitung auf schnelllaufenden Verpackungsmaschinen nicht geeignet. Zur Verbesserung des Handling der Folie und derVerarbeitbarkeit ist es notwendig, die siegelfähige Deckschicht A zu modifizieren. Dies geschieht am besten mit Hilfe von geeigneten Antiblockmitteln einer ausgewählten Größe, die in einer bestimmten Konzentration der Siegelschicht zugegeben werden und zwar derart, daß einerseits das Verblocken minimiert und andererseits die Siegeleigen- schaften nur unwesentlich verschlechtert werden.

In einer weiteren Ausführungsform ist die Folie transparent eingefärbt. Dazu wird allgemein ein in dem Thermoplast löslicher Farbstoff verwendet. Die Löslichkeit des Farbstoffs wird dabei gemäß der DIN 55 949 bestimmt. Sein Anteil liegt zweck- mäßig bei 0,01 bis 20,0 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 10,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des kristallisierbaren Thermoplasten. Die transparente Färbung der Folie ist auf eine wellenlängenabhängige Absorption des Lichts durch den im Thermoplasten molekular gelösten Farbstoff zurückzuführen. Besonders geeignet sind fett-oder aromatenlösliche Farbstoffe, beispielsweise Azo-oder Anthrachinonfarbstoffe. Sie eignen sich speziell zur Einfärbung von PET, da durch dessen hohe Glas-Übergangstemperatur Tg die Migration des Farbstoffs einge- schränkt ist (s. J. Koerner, Lösliche Farbstoffe in der Kunststoffindustrie, in VDI- Gesellschaft Kunststofftechnik, Einfärben von Kunststoffen, VDI-Verlag, Düsseldorf [1975]). Geeignete lösliche Farbstoffe sind weiterhin C. 1. Solventgelb 93 (ein Pyrazolonderivat), C. 1. Solventgelb 16 (ein fettlöslicher Azofarbstoff), Fluorolgrün-

gold (ein fluoreszierender polycyclischer Farbstoff), C. l. Solventrot 1 (ein Azofarb- stoff), Azofarbstoffe wie Thermoplastrot BS, Sudanrot BB, C. l. Solventrot 138 (ein Anthrachinonderivat), fluoreszierende Benzopyranfarbstoffe, wie Fluorolrot GK und Fluorolorange GK, C. l. Solventblau 35 (ein Anthrachinonfarbstoff), C. 1. Solventblau 15 : 1 (ein Phthalocyaninfarbstoff) sowie Mischungen davon. Die Einfärbung mit den löslichen Farbstoffen wird als transparent, durchscheinend oder transluzent bezeichnet.

Der lösliche Farbstoff wird bevorzugt über die Masterbatch-Technologie bei der Folienherstellung zudosiert, kann aber auch bereites während der Rohstoffher- stellung eingearbeitet werden. DerAnteil der löslichen Farbstoffe beträgt allgemein 0,01 bis 40,0 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 25,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des kristallisierbaren Thermoplasten.

Zur Einstellung weiterer gewünschter Eigenschaften kann die Folie auch corona- bzw. flammbehandelt sein. Die Behandlungsintensität ist so gewählt, daß die Oberflächenspannung der Folie allgemein über 45 mN/m liegt.

Basisschicht und/oder Deckschicht (en) können neben Triclosan und den bisher beschriebenen Additiven zusätzlich weitere übliche Additive, wie Stabilisatoren und Antiblockmittel, enthalten. Sie werden zweckmäßig dem Polymer bzw. der Polymer- mischung bereits vor dem Aufschmelzen zugesetzt.

Als Additive können auch Mischungen von zwei und mehr verschiedenen Anti- bfockmitteln oder Mischungen von Antiblockmitteln gleicher Zusammensetzung, aber unterschiedlicher Partikelgröße gewählt werden. Die Partikel können den ein- zelnen Schichten in den üblichen Konzentrationen, z. B. als glykolische Dispersion, während der Polykondensation oder über Masterbatche bei der Extrusion zuge- geben werden. Als besonders geeignet haben sich Pigmentkonzentrationen von 0,0001 bis 10,0 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Deckschichten, erwiesen.

Die Herstellung der Folie erfolgt nach an sich bekannten Verfahren, beispielsweise nach einem Extrusionsverfahren auf einer Extrusionsstraße. Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, das Triclosan und auch die weiteren Additive in Form von Masterbatchen einzusetzen. Mit einer geeigneten Vortrocknung bzw.

Vorkristallisation der Masterbatche läßt sich die erfindungsgemäße Folie ohne Verklebung im Trockner herstellen. Ausgasungen und Ablagerungen während des Produktionsprozesses wurden nicht festgestellt. Das ist insofern überraschend als das Triclosan einen relativ niedrigen Schmelzpunkt hat.

Zu einer ökonomischen Folienherstellung gehört auch, daß die verwendeten Rohstoffe bzw. Rohstoffkomponenten mit handelsüblichen Industrietrocknern, wie Vakuum-, Wirbelschicht-, Fließbett-oder Festbetttrockner (Schachttrockner), getrocknetwerden können. Wesentlich ist, daß die antimikrobiellen Wirkstoffe nicht ausgasen oder Wandbeläge in den Trocknern bilden, daß die Rohstoffe nicht verkleben und nicht thermisch abgebaut werden.

Bei einem Vakuumtrockner durchläuft der Rohstoff einen Temperaturbereich von ca. 30 bis 130 °C bei einem Vakuum von 50 mbar. Danach ist ein Nachtrocknen in einem Hopper bei Temperaturen von 100 bis 130 °C und einer Verweilzeit von 3 bis 6 Stunden erforderlich.

Das Triclosan kann entweder schon bei der Rohstoffherstellung zudosiert werden oder erst bei der Folienherstellung in den dabei verwendeten Extruder. Bevorzugt wird es als Masterbatch zugegeben. Dazu wird es in einem festen Trägermaterial vordispergiert. Als Trägermaterialien für das Masterbatch kommen der Thermoplast selbst (z. B. das Polyethylenterephthalat) oder auch andere Polymere, die mit dem Thermoplasten ausreichend verträglich sind, in Frage. Der Anteil an antimikrobiel- lem Wirkstoff im Masterbatch beträgt allgemein 0,4 bis 30 Gew.-%, bevorzugt 0,8 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des Thermoplasten. Wichtig ist, daß die Korngröße und das Schüttgewicht des jeweiligen Masterbatches ähnlich

der Korngröße und dem Schüttgewicht des Thermoplasten sind, so daß eine homogene Verteilung und damit eine hohe Transparenz der Folie erreicht wird.

Die Polyesterfolien können nach bekannten Verfahren aus einem Polyesterrohstoff, gegebenenfalls weiteren Rohstoffen sowie dem Triclosan und/oder weiteren üblichen Additiven (letztere in üblicher Menge von insgesamt 0,1 bis maximal 10 Gew.-%) sowohl als Monofolien als auch als mehrschichtige-gegebenenfalls coextrudierte-Folien mit gleichen oder unterschiedlich ausgebildeten Oberflächen hergestellt werden.

Hergestellt wird die erfindungsgemäße Polyesterfolie bevorzugt nach einem Extrusionsverfahren, bei dem das aufgeschmolzene Polyestermaterial durch eine Schlitzdüse extrudiert und als weitgehend amorphe Vorfolie auf einer Kühlwalze abgeschreckt wird. Diese Folie wird anschließend erneut erhitzt und in Längs-und dann in Querrichtung bzw. in Quer-und dann in Längsrichtung bzw. in Längs-, in Quer-und nochmals in Längsrichtung und/oder Querrichtung gestreckt. Die Strecktemperaturen liegen im allgemeinen 10 bis 60 °C über der Glastemperatur Tg des Folienmaterials, das Streckverhältnis der Längsstreckung liegt üblicherweise bei 2 bis 6, insbesondere bei 3 bis 4,5, das der Querstreckung bei 2 bis 5, insbesondere bei 3 bis 4,5, und das der gegebenenfalls durchgeführten zweiten Längsstreckung bei 1,1 bis 3. Die erste Längsstreckung kann auch gleichzeitig mit der Querstreckung durchgeführt werden (Simultanstreckung). Auf das Verstrecken folgt das Thermofixieren der Folie bei Ofentemperaturen von 200 bis 280 °C, insbesondere bei 220 bis 270 °C. Anschließend wird die Folie abgekühlt und aufgewickelt.

Durch die überraschende Kombination ausgezeichneter Eigenschaften und der antimikrobiellen Wirkung eignet sich die erfindungsgemäße Folie hervorragend für eine Vielzahl verschiedener Anwendungen, beispielsweise für Güter des medi- zinischen Bereichs, im Verpackungsbereich, als Kaschiermedium, für kurzlebige Artikel-z. B. im Messebau oder in der Werbung-und als Folie im Entsorgungs-

bereich, um nur einige zu nennen. Sie kann auch als Verpackungsfolie, z. B. zur Verpackung von gekühlten odertiefgekühlten Waren, oderals Möbelfolie eingesetzt werden. UV-stabilisierte und/oderflammhemmend ausgerüstete Folien eignen sich besonders für Anwendungen im Innen-oder Außenbereich, in der Elektroindustrie oder im Baubsektor, für Gewächshäuser, Überdachungen, Außenverkleidungen oder Abdeckungen. Die Folie ist ohne Verlust der mechanischen Eigenschaften und ohne Umweltbelastung problemlos recycelbar.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, ohne darauf beschränkt zu sein. Die einzelnen Eigenschaften wurden wie folgt getestet : Antimikrobielle Wirkung In einem Schalentest wurden die erfindungsgemäße Folie und eine nicht anti- mikrobiell ausgerüstete Referenzfolie untersucht. Dabei wurde die zu prüfende Folie auf den in einer Petrischale befindlichen Nähragar aufgelegt und an- schließend sehr dünn mit Agar überschichtet, in dem sich als Testkultur escherichia coli NCTC 8196 befand. Sofern keine gegen den Organismus wirksame Substanz vorhanden war, bewuchs der Prüforganismus das Folienmuster und somit die gesamte Fläche der Petrischale. Die antimikrobiell ausgerüstete Folie war nicht von der Testkultur überwachsen und der Bewuchs um die Folie herum gehemmt.

Oberflächenglanz Der Oberflächenglanz wurde bei einem Meßwinkel von 20° nach DIN 67530 gemessen.

Gelbwert DerGelbwert (YID) istdieAbweichung von der Farblosigkeit in Richtung"Gelb"und wurde gemäß DIN 6167 gemessen.

Lichttransmission (Transparenz) Unter der Lichttransmission ist das Verhältnis des insgesamt durchgelassenen Lichtes zur einfallenden Lichtmenge zu verstehen.

Trübung Trübung ist der prozentuale Anteil des durchgelassenen Lichtes, der vom einge- strahlen Lichtbündel im Mittel um mehr als 2,5° abweicht. Die Bildschärfe wurde unter einem Winkel kleiner als 2,5° ermittelt.

Lichttransmission und Trübung wurden mit dem Meßgerät"EHazegard plus"nach ASTM D 1003 gemessen.

Oberflächendefekte Eventuell auftretende Oberflächendefekte wurden visuell bestimmt.

Mechanische Eigenschaften Der E-Modul, die Reißfestigkeit und die Reißdehnung wurden in Längs-und Querrichtung nach ISO 527-1-2 gemessen.

Standardviskosität (SV) und intrinsische Viskosität (IV) : Die Standardviskosität SV wurde-angelehnt an DIN 53726-als 1% ige Lösung in Dichloressigsäure (DCE) bei 25 °C gemessen. SV (DCE) = (q, el-1) x 1000. Die intrinsische Viskosität (IV) berechnet sich wie folgt aus der Standardviskosität (SV) IV (DCE) = 6,67-10-4 SV (DCE) + 0,118 Bewitterung (beidseitig), UV-Stabilität Die UV-Stabilität wurde nach der Testspezifikation ISO 4892 wie folgt geprüft :

Testgerät Atlas Ci 65 Weather Ometer Testbedingungen ISO 4892, d. h. künstliche Bewitterung Bestrahlungszeit 1000 Stunden (pro Seite) Bestrahlung 0,5 W/m2, 340 nm Temperatur63 °C Relative Luftfeuchte 50 % Xenonlampe innerer und äußerer Filter aus Borosilikat 102 Minuten UV-Licht, dann 18 Minuten UV-Licht Bestrahlungszyklen mit Wasserbesprühung der Proben dann wieder 102 Minuten UV-Licht usw.

Brandverhalten Das Brandverhalten wurde nach DIN 4102 Teil 2, Baustoffklasse B2 und nach DIN 4102 Teil 1, Baustoffklasse B1 sowie nach dem UL-Test 94 ermittelt.

Bestimmung der Siegelanspringtemperatur (Mindestsiegeltemperatur) Mit dem Siegelgerät HSG/ET der Firma Brugger wurden heißgesiegelte Proben (Siegelnaht 20 mm x 100 mm) hergestellt, wobei die Folie bei unterschiedlichen Temperaturen mit Hilfe zweier beheizter Siegelbacken bei einem Siegeldruck von 2 bar und einer Siegeldauervon 0,5 s gesiegelt wurde. Aus den gesiegelten Proben wurden Prüfstreifen von 15 mm Breite geschnitten. DieT-Siegelnahtfestigkeitwurde wie bei der Bestimmung der Siegelnahtfestigkeit gemessen. Die Siegelanspring- temperatur ist die Temperatur, bei der eine Siegelnahtfestigkeit von mindestens 0,5 N/15 mm erreicht wird.

Siegelnahtfestigkeit Zur Bestimmung der Siegelnahtfestigkeit wurden zwei 15 mm breite Folienstreifen übereinandergelegt und bei 130°C, einer Siegelzeit von 0,5 s und einem Siegel- druck von 2 bar (Gerät : Brugger Typ NDS, einseitig beheizte Siegelbacke) gesiegelt. Die Siegelnahtfestigkeit wurde nach der T-Peel-Methode bestimmt.

Alle Folien wurden nach derTestspezifikation ISO 4892 beidseitig je 1000 Stunden pro Seite mit dem Atlas Ci 65 Weather Ometer der Fa. Atlas bewittert und anschlie- ßend bezüglich dermechanischen Eigenschaften, derVerfärbung, der Oberflächen- defekte, der Trübung und des Glanzes geprüft.

Beispiele Bei den nachstehenden Beispielen und Vergleichsbeispielen handelt es sich jeweils um ein-oder mehrschichtige, transparente Folien unterschiedlicher Dicke, die auf einer Extrusionsstraße hergestellt wurden.

Beispiel 1 Aus einer Mischung von 48 Gew.-% Polyethylenterephthalat (RT 49, KoSa, Deutschland), 2 Gew.-% eines Masterbatches aus 90 Gew.-% PET (RT 49) und 10 Gew.-% Triclosan, und 50 Gew.-% Polyester-Regenerat (bei der Folienherstellung inhärent anfallend ; enthielt neben PET auch kleinere Mengen an Triclosan) wurde eine Monofolie mit einer Dicke von 50 um hergestellt.

Das Polyethylenterephthalat RT49 (Klarrohstoff), aus dem die transparente Folie hergestellt wurde, hatte eine Standardviskosität SV (DCE) von 810, was einer intrinsischen Viskosität IV (DCE) von 0,658 dl/g entspricht.

Das bei der Folienherstellung eingestellte Längsstreckverhältnis betrug 3,2, das Querstreckverhältnis 3, 7. Thermofixiertwurde die Folie dann etwa 2 Sekunden lang bei 235 °C.

Beispiel 2 Durch Coextrusion und anschließende stufenweise Orientierung in Längs-und Querrichtung wurde eine transparente, dreischichtige A-B-A Folie mit einer Gesamtdicke von 12 um hergestellt. Dabei wurde die Basisschicht B (12 um) hergestellt aus einer Mischung von 50 Gew.-% PET (Typ 4020, KoSa, Deutschland) und 50 Gew.-% Regenerat (bei der Folienherstellung inhärent anfallen ; enthielt neben PET auch kleine Mengen Pigment und Triclosan aus den Deckschichten), während die Deckschichten A (jeweils 1 um) hergestellt wurden aus einer Mischung von 83 Gew.-% PET (Typ 4020), 10 Gew.-% Triclosan-Masterbatch (wie im Beispiel 1) und 7 Gew.-% eines Masterbatches, das neben PET 10. 000 ppm SiO2-Pigment (@Sylobloc von Grace) enthielt.

Das PET, aus dem die transparente Folie hergestellt wurde, hatte eine Stan- dardviskosität SV (DCE) von 770, was einer intrinsischen Viskosität IV (DCE) von 0,632 dl/g entspricht Das bei der Folienherstellung eingestellte Längsstreckverhältnis betrug 4,2, das Querstreckverhältnis 3,9. Thermofixiertwurde die Folie dann etwa 2 Sekunden lang bei 240 °C.

Beispiel 3 Wie im Beispiel 2 beschrieben wurde eine 12 pm dicke A-B-A Folie hergestellt, wobei diesmal auch die Basisschicht mit Triclosan antimikrobiell ausgerüstet und zusätzlich beide Seiten der Folie beschichtet waren.

Die Basisschicht B wurde hergestellt aus einer Mischung aus 48 Gew.-% Polyethylenterephthalat (Typ 4020) 2 Gew.-% eines Masterbatches aus 90 Gew.-% PET und 10 Gew.-% Triclosan und 50 Gew.-% Regenerat (bei der Folienherstellung inhärent anfallen ; enthielt neben PET auch kleine Mengen Pigment und Triclosan).

Die Deckschichten A wurden jeweils hergestellt aus einer Mischung aus 90 Gew.-% Polyethylenterephthalat (Typ 4020), 3 Gew.-% eines Masterbatches aus 90 Gew.-% PET und 10 Gew.-% Triclosan und 7 Gew.-% eines Masterbatches, das neben PET 10. 000 ppm SiO2-Pigment (@Sylobloc) enthielt.

Nach der Längsstreckung wurde die Folie mittels"Reverse gravure-roll coating"- Verfahren mit einer wäßrigen Dispersion beidseitig beschichtet. Die Dispersion enthielt neben Wasser 4,2 Gew.-% hydrophilischen Polyester (5-Na-sulfoisophthalsäurehaltiges PET/IPA-Polyester, SP41, Ticona, USA), 0,15 Gew.-% kolloidales Siliciumdioxid (@Nalco 1060, Deutsche Nalco Chemie, Deutschland) als Antiblockmittel sowie 0,15 Gew.-% Ammoniumcarbonat (Merck, Deutschland) als pH-Puffer.

Das Naßantragsgewicht betrug 2 g/m2 pro beschichtete Seite. Nach der Querver- streckung lag die berechnete Dicke der Beschichtung bei 40 nm.

Vergleichsbeispiel 1 Beispiel 2 wurde wiederholt mit der einzigen Abweichung, daß die Folie diesmal nicht mit Triclosan antimikrobiell ausgerüstet war.

Die Eigenschaften der Folien gemäß den Beispielen 1 bis 3 und dem Vergleichsbei- spiel 1 sind in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengefaßt : Tabelle 1

Eigenschaften B1 B2 B3 VB1 Dicke [um] 50 12 12 12 Glanz außen 150 190 180 195 innen 155 185 185 190 Lichttransmission [%] 88 91 91 92 Trübung [%] 0,5 1, 7 1,8 1,7 Gelbwert (YID) 1,8 1,2 1,3 1,2 E-Modul längs [N/mm2] 4200 4200 4200 4200 ---------------------------------------- quer [N/mm2] 5900 5000 4900 5000 Reißfestigkeit längs [N/mm2] 200 250 245 255 ----------------------------------- quer [N/mm2] 300 260 250 260 Reißdehnung längs [%] 180 110 105 115 quer [%] 90 100 95 105 Beschichtung (Haftung) n. b. n. b. ++ n. b. Schalentest - Überwucherung der Folie nein nein nein ja - Hemmhof [mm] 17 16 18 0 (AbstandProbe-Bewuchsgrenze) antimikrobielle Wirkung ++ ++ ++ ++ = sehr gut-= schlecht n. b. = nicht beschichtet

Beispiel Zunächst wurde eine 50 um dicke, transparente Monofolie, die als Hauptbestandteil PET, daneben 0,2 % Triclosan und 0,1 % Si02-Pigment (Antiblockmittel, eSylobloc von Grace, Deutschland) hergestellt. Dabei bestanden 30 % des Folienrohstoffs aus dem bei der Folienproduktion immanent anfallenden Eigenregenerat.

Triclosan wurde in Form eines Masterbatches aus 90 % PET und 10 % Triclosan zugegeben. Das Si02-Pigment wurde ebenfalls in Form eines Masterbatches aus PET und 10.000 ppm Pigment zugegeben. Das Polyethylenterephthalat (Klar- rohstoff), aus dem die transparente Folie hergestellt wurde, hatte eine Stan- dardviskosität SV (DCE) von 810, was einer intrinsischen Viskosität IV (DCE) von 0,658 dl/g entspricht.

Das bei der Folienherstellung eingestellte Längsstreckverhältnis betrug 3,2, das Querstreckverhältnis 3,7. Thermofixiertwurde die Folie dann etwa 2 Sekunden lang bei 235 °C.

Nach der Längsstreckung wurde die Folie mit Hilfe eines"Reverse gravure-roll coating"-Verfahren mit einer wäßrigen Dispersion beidseitig beschichtet. Die Dispersion enthielt neben Wasser 4,20 % hydrophilischen Polyester (5-Na-sulfoisophthalsäurehaltiges PET/ IPA-Polyester, SP41, Ticona, USA), 0,15 % kolloidales Siliciumdioxid (°Nalco 1060, Deutsche Nalco Chemie, Deutschland) als Antiblockmittel sowie 0,15 % Ammoniumcarbonat (Merck, Deutschland) als pH-Puffer.

Das Naßantragsgewicht betrug 2 g/m2 pro beschichtete Seite. Nach der Querver- streckung lag die berechnete Dicke der Beschichtung bei 40 nm.

Beispiel 5 Wie im Beispiel 4 beschrieben wurde eine 50 um dicke Monofolie hergestellt, wobei die Folie diesmal jedoch 0,6 % 2- (4, 6-Diphenyl- [1, 3,5] triazin-2-yl)-5-hexyloxy-phenol (@Tinuvin 1577 von Ciba-Geigy) als UV-Stabilisator, bezogen auf das Gesamtge- wicht der Folie, enthielt. Der UV-Stabilisator wurde in Form eines 20% igen Masterbatches zugegeben. Der Stabilisator hat einen Schmelzpunkt von 149 °C und ist bis ca. 330 °C thermisch stabil.

Beispiel 6 Durch Coextrusion wurde eine 19 um dicke dreischichtige, antimikrobiell ausgerü- stete, transparente Folie mit einer Schichtabfolge A-B-A hergestellt. Die Basis- schicht B hatte dabei eine Dicke von 16 um und enthielt als Hauptbestandteil PET, daneben 4 % Methanphosphonsäure-bis-(5-ethyl-2-methyl-2-oXo-2A5- [1,3,2] dioxaphosphinan-5-ylmethylester) (Amgard P1045 von Alright & Wilson) als Flammschutzmittel und 0,2 % Pentaerythrit-tetrakis- [3- (3, 5-di-tert-butyl-4- hydroxy-phenyl)-propionatals Hydrolysestabilisator. Flammschutzmittel und Stabili- satorwurden in Form eines Masterbatches aus 79 % PET, 20 % Flammschutzmittel und 1 % Hydrolysestabilisator zudosiert. Die Schicht B enthielt weiterhin 30 % des immanent bei der Folienproduktion anfallenden Eigenregenerats.

Die beiden 1,5 um dicken Deckschichten A enthielten neben PET noch 0,7 % Triclosan und 0,1 % SiO2-Pigment (@Sylobloc) als Antiblockmittel. Das Triclosan wurde in Form eines Masterbatches aus 90 % PET und 10 % Triclosan zugegeben.

Das PET war mit dem im Beispiel 4 identisch (gleiche SV und IV).

Beispiel 7 Wie im Beispiel 6 beschrieben wurde eine antimikrobiell ausgerüstete A-B-A Folie mit einer Dicke von 19 um hergestellt. Im Unterschied dazu wurde die Folie nach der Längsstreckung jedoch durch"Reverse gravure-roll coating"einseitig beschich- tet mit einer wäßrigen Dispersion, die identisch war mit der im Beispiel 4. Das

Naßantragsgewicht betrug in gleicher Weise 2 g/m2 und die berechnete Dicke der Beschichtung nach der Querverstreckung 40 nm.

Beispiel 8 Es wurde eine antimikrobiell ausgerüstete, siegelfähige, transparente A-B-C Folie mit einer Dicke von 12 um hergestellt. Die Basisschicht B hatte darin eine Dicke von 10 um und enthielt als Hauptbestandteil PET, 0,2 % Triclosan sowie 30 % Eigenregenerat. Das Triclosan wurde wiederum als Masterbatch (Zusammenset- zung wie im Beispiel 4) zudosiert.

Für die 1 um dicke siegelfähige Deckschicht A wurde als Thermoplast ein Copoly- ester aus 78 mol-% Ethylenterephthalat und 22 mol-% Ethylenisophthalat verwendet (hergestellt durch Umesterung in Gegenwart eines Mangankatalysators, Mn-Konzentration : 100 ppm). Sie enthielt weiterhin 3,0 % eines Masterbatches aus 97,75 % Copolyester und 1,0 % eines synthetischen SiO2-Pigments (@Sylobloc 44H von Grace) und 1,25 % pyrogenes SiO2 (@Aerosil TT 600 der Degussa AG) als Antiblockmittel.

Die 1 um dicke Deckschicht C enthielt neben PET 0,7 % Triclosan sowie 3,0 % eines Si02-Pigment-Masterbatches der gleichen Zusammensetzung wie es auch für die Schicht A verwendet wurde.

Das PET, aus dem die transparente Folie hergestellt wurde, war identisch mit dem im Beispiel 4.

Beispiel 9 Wie im Beispiel 8 beschrieben wurde eine 12 um dicke, antimikrobiell ausgerüstete, transparente, coextrudierte, siegelfähige A-B-C-Folie hergestellt. Im Unterschied zu Beispiel 8 wurde die nicht siegelfähige Deckschicht C nach der Längsstreckung durch"Reverse gravure-roll coating"mit einer wäßrigen Dispersion einseitig beschichtet. Die Dispersion hatte die gleiche Zusammensetzung wie im Beispiel 4.

Das Naßantragsgewicht betrug 2 g/m2. Nach der Querstreckung lag die berechnete Dicke der Beschichtung bei 40 nm.

Beispiel 10 Wie im Beispiel 9 beschrieben wurde eine 12 um dicke, antimikrobiell ausgerüstete, transparente, coextrudierte, siegelfähige A-B-C-Folie hergestellt, die auf der Deckschicht C zusätzlich mit dem Haftvermittler SP41 beschichtet war.

Im Unterschied zur Folie aus Beispiel 9 enthielt die Basisschicht B 1,5 % Solventblau 35 (Sudanblau 2 der BASF AG, Deutschland). Das Farbmittel wird in Form eines Masterbatches zudosiert, das neben PET 20 % des blaues Farbmittels enthält.

Beispiel 11 Wie im Beispiel 10 beschrieben wurde eine 12 um dicke, antimikrobiell ausgerüste- te, transparente, coextrudierte, eingefärbte, siegelfähige A-B-C-Folie hergestellt. Im Gegensatz zu Beispiel 10 blieb die Folie unbeschichtet.

Die Folie wurde auf der Deckschicht C coronabehandelt. Die Intensität war so gewählt, daß die Oberflächenspannung nach der Behandlung mehr als 45 mN/m betrug.

Beispiel 12 Analog Beispiel 5 wurde eine 50 um dicke Monofolie hergestellt, die mit 0,2 % Triclosan antimikrobiell ausgerüstet war, das in Form eines'10 % igen Masterbat- ches zudosiert wurde.

Wie im Beispiel 5 enthielt die Folie zur Verbesserung der UV-Stabilität 0,6 % UV- Stabilisator (2- (4, 6-Diphenyl- [1, 3,5] triazin-2-yl)-5-hexyloxy-phenol, @Tinuvin 1577).

Der UV-Stabilisator wurde in Form eines 20 % igen Masterbatches zugegeben.

Weiterhin enthielt die Folie 0,2 % des im Beispiel 6 beschriebenen Hydrolysestabili- sators und 4 % des ebenfalls in diesem Beispiel beschriebenen Flammschutzmittel.

Hydrolysestabilisator und Flammschutzmittel wurden in Form eines Masterbatches zudosiert (Zusammensetzung wie im Beispiel 6).

Weiterhin enthielt die Folie1, 5 % Solventblau 35. Das Farbmittel wurde in Form eines Masterbatches zudosiert, das neben PET 20 Gew.-% des blauen Farbmittels enthielt.

Nach der Längsstreckung wurde die Folie durch"Reverse gravure-roll coating"mit der bereits im Beispiel 4 beschriebenen wäßrigen Dispersion beidseitig beschichtet.

Das Naßantragsgewicht betrug 2 ganz pro beschichtete Seite. Nach der Quer- streckung lag die berechnete Dicke der Beschichtung bei 40 nm.

Beispiel 13 Es wurde eine 50 um dicke, coextrudierte Folie mit der Schichtabfolge A-B-C hergestellt.

Die Rezeptur der 47 um dicken Basisschicht B entsprach der Rezeptur der Monofolie aus Beispiel 12, sie enthielt also neben PET Triclosan, UV-Stabilisator, Flammschutzmittel, Hydrolysestabilisator und löslichen Farbstoff.

Die Rezeptur der jeweils 1,5 um dicken Deckschichten A und C entspricht der Rezeptur aus Beispiel 8.

Wie im Beispiel 12 war die Deckschicht C mit dem Haftvermittler SP41 beschichtet.

Vergleichsbeispiel 2 Wie im Beispiel 4 beschrieben wurde eine 50 um dicke transparente Monofolie her- gestellt. Im Gegensatz zu Beispiel 4 enthielt die Folie kein Triclosan, war also nicht antimikrobiell ausgerüstet. Die Folie wurde wie im Beispiel 4 beidseitig beschichtet.

Die Eigenschaften der Folien gemäß den Beispielen 4 bis 13 (B4 bis B13) und dem Vergleichsbeispiel 2 (VB 2) sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt.

Nach je 1000 Stunden Bewitterung pro Seite mit Atlas Ci 65 Weather Ometer zeigten die mit UV-Stabilisator ausgerüsteten PET-Folien aus den Beispielen 5,12 und 13 kaum veränderte Eigenschaften. Nach 1000 Stunden Bewitterung pro Seite mit Atlas Cl 65 Weather Ometer wiesen die Folien aus den übrigen Beispielen und dem Vergleichsbeispiel 2 an den Oberflächen Risse und Versprödungserscheinun- gen auf. Ein präzises Eigenschaftsprofil-insbesondere die mechanischen Eigenschaften-konnte daher nicht mehr gemessen werden. Außerdem zeigte die Folie eine visuell sichtbare Gelbfärbung. Tabelle2 Eigenschaften B4 B5 B6 B7 B8 B9 B10 B11 B12 B13 VB2 L Dicke | Luml 50 50 19 19 12 12 12 12 50 50 50 außen 165 160 195 195 185 185 171 185 150 185 162 5o innen155 165 200 197 172 175 172 185 155 180 160 innen Lichttransmission [%] 87 88 91 89 90 91 88 88 $7 Trübung [%] 14 12 1, 9 1, 8 1, 8 1, 7 1,9 2,0 13 2, 4 11 Gelbwert (YID) 1, 7 1,6 1, 2 1,2 1, 4 1, 5 1, 6 längs [N/mm2j 4250 4100 4450 4500 4450 4300 4350 4350 4150 4200 4250 E-Modul quer [N/mm2] 5850 5700 5100 5150 4950 5050 4950 5050 5750 4900 5800 längs [N/mmz] 185 175 265 260 250 255 245 255 170 255 185 quer [N/mm2] 295 290 260 265 245 255 235 240 295 245 290 Reißfestigkeit längs [%] 170 175 115 125 120 120 115 120 165 105 185 quer 100 95 110 115 105 105 110 110 100 95 110 Schalentest quer [%] 100 95 110 115 105 105 110 110 100 95 110 Schatentest - Überwucherung der Folie nein nein nein nein nein nein nein nein nein nein ja - Hemmhof [mm] 16 17 18 18 16 18 15 16 17 15 0 UV-Stabilität (Absorption) [nm] <290 <380 <290 <290 <290 <290 <290 <290 <380 <380 <290 Flammstabilität(Brandkl.)--B1/B2/UL B1/B2/UL----B1/B2/UL B1/B2/UL Beschichtung (Haftung) gut gut-gut-gut gut-gut gut gut 0 94 95 95 96- 106 104 104 105 105- Mindestsiegeltemperatur A L C _ _ _ _- axa [N/15mm]----2,3 2,2 2,4 2,4-24" Siegelnahtfestigkeit _ _ _ _' AlC [N/15mmj 2, 2 2,1 2,2 2,0 2, 3 _--blau blau blau blau Einfärbung Oberflächenspannung [mN/m] 40 40 40 40 40 40 40 49 40 40 40