Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
UNDERWATER RESCUE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/076691
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a coupling device for coupling an underwater rescue suit to a submarine (10), wherein a mechanical connection (40) and a connection for supplying breathing air (50) is established/can be established between the underwater rescue suit and the submarine (10) by way of the coupling device. Upon releasing the coupling device, the mechanical connection (40) and the connection for supplying breathing air (50) can be released simultaneously.

Inventors:
MALLETSCHEK ANDREAS (DE)
KÖLSCH ANDREAS (DE)
HEMPFLING FLORIAN (DE)
ROTTMANN MAX (DE)
Application Number:
EP2016/075650
Publication Date:
May 11, 2017
Filing Date:
October 25, 2016
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
THYSSENKRUPP MARINE SYS GMBH (DE)
THYSSENKRUPP AG (DE)
International Classes:
B63G8/40
Foreign References:
EP2021233A12009-02-11
EP2479105A12012-07-25
EP2394907A22011-12-14
DE29819152U11999-04-08
DE102012219266B32014-01-16
EP2021233A12009-02-11
EP0444400A11991-09-04
EP2479105A12012-07-25
EP2394907A22011-12-14
DE102012219266B32014-01-16
GB1546884A1979-05-31
US20140143986A12014-05-29
Attorney, Agent or Firm:
THYSSENKRUPP INTELLECTUAL PROPERTY GMBH (DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Kupplungsvorrichtung zur Ankupplung eines Unterwasserrettungsanzugs an ein

Unterseeboot (10), wobei die Kupplungsvorrichtung eine mechanische Verbindung (40) sowie eine Verbindung zur Versorgung mit Atemluft (50) zwischen dem

Unterwasserrettungsanzug und dem Unterseeboot (10) herstellbar ist, wobei beim Lösen der Kupplungsvorrichtung die mechanische Verbindung (40) und die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft (50) gleichzeitig lösbar sind.

2. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die

mechanische Verbindung (40) zu einem in dem Unterwasserrettungsanzug integrierten Gurt hergestellt wird.

3. Kupplungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Kupplungsvorrichtung automatisch gelöst wird.

4. Unterseeboot (10) mit wenigstens eine erste in einem Schleusenbereich angeordneten Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 3 und einem an der Oberseite des

Schleusenbereichs angeordneten Lukendeckels (14), wobei an dem Lukendeckel (14) eine Auslösevorrichtung (120) für das automatische Lösen der ersten

Kupplungsvorrichtung angeordnet ist.

5. Unterseeboot (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterseeboot (10) wenigstens eine erste Kupplungsvorrichtung und eine zweite Kupplungsvorrichtung im Schleusenbereich aufweist.

6. Unterseeboot (10) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterseeboot (10) wenigstens eine erste Verzögerungsschaltung (90) aufweist, wobei die erste Verzögerungsschaltung (90) zur Verzögerung des automatischen Lösen der ersten Kupplungsvorrichtung ausgebildet ist.

7. Unterseeboot (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterseeboot (10) wenigstens eine zweite Verzögerungsschaltung (90) aufweist, wobei die zweite Verzögerungsschaltung (90) zur Verzögerung des automatischen Lösen der zweiten Kupplungsvorrichtung nach dem automatischen Lösen der ersten

Kupplungsrichtung ausgebildet ist.

8. Unterseeboot (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungseinrichtung pneumatisch oder hydraulisch lösbar ist.

9. Unterseeboot (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerungsschaltungen (90) pneumatisch oder hydraulisch ausgeführt sind.

10. Unterseeboot (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsvorrichtungen eine Kommunikationsmöglichkeit oder einen Anschluss dafür besitzen um eine Kommunikation zwischen der Ausstiegsperson und der Besatzung im Unterseeboot herzustellen.

11. Verfahren zur Unterwasserrettung aus einem Unterseeboot (10), wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte umfasst:

a) Anziehen eines Unterwasserrettungsanzugs durch wenigstens eine erste Person, b) Herstellen einer Verbindung zwischen dem Unterwasserrettungsanzugs der ersten

Person und dem Unterseeboot (10) mittels einer Kupplungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 in einem Schleusenbereich,

c) Fluten des Schleusenbereichs,

d) Öffnen eines Lukendeckels (14) des Schleusenbereichs,

e) Lösen der Verbindung der Kupplungsvorrichtung der ersten Person,

f) Aufstieg der ersten Person aus dem Schleusenbereich.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die

folgenden Verfahrensschritte umfasst:

al) Anziehen eines Unterwasserrettungsanzugs durch wenigstens eine zweite Person, bl) Herstellen einer Verbindung zwischen dem Unterwasserrettungsanzugs der zweiten Person und dem Unterseeboot (10) mittels einer Kupplungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 in einem Schleusenbereich,

g) Lösen der Verbindung der Kupplungsvorrichtung der zweiten Person,

h) Aufstieg der zweiten Person aus dem Schleusenbereich.

Description:
Unterwasserrettung

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Unterwasserrettung. Zur Evakuierung und Rettung von Personen aus havarierten Unterseebooten gibt es eine Reihe von Verfahren, welche in Abhängigkeit von der Tauchtiefe ausführbar sind. Für die Rettung aus großen Tiefen werden beispielsweise entsprechende Rettungstauchboote oder Rettungsglocken eingesetzt. Nachteil ist, dass diese erst an den Ort der Havarie verbracht werden müssen. Diese Zeit ist jedoch nicht immer gegeben. Ebenfalls bekannt sind Verfahren bei denen das Unterseeboot entsprechende druckresistente Rettungskapseln mit sich führt. Nachteil hiervon ist, dass nur sehr wenige Unterseeboote aus Platz- und Kostengründen mit diesen ausgestattet sind. In geringen Tiefen kann der Ausstieg direkt in einem Rettungsanzug oder mit einer Rettungsweste ohne die Benutzung einer Schleuse erfolgen, was bis zu einer maximalen Tiefe von etwa 50 m erfolgt. Für größere Tiefen bis etwa 250 m findet ein Ausstieg mittels Verwendung einer Schleuse Anwendung, das heißt die Besatzung wird mittels Einzel- oder Doppelschleusungen aus dem Boot evakuiert. Hierbei sorgt ein Rettungsanzug zum einen für Auftrieb und ermöglicht so einen schnellen Aufstieg, zum anderen wird die in dieser Zeit benötigte Atemluft zur Verfügung gestellt. Der hierbei erzeugte Auftrieb beträgt in etwa 500 N. Dieser hohe Auftrieb führt jedoch während des Schleusenvorgangs zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Fixierung des bzw. der Aussteigenden und es besteht die Gefahr, dass sich die Personen nicht am jeweiligen Ort halten können und somit in der Schleuse aufschwimmen. Dieses wiederum kann zum Verstopfen der Schleuse und wahrscheinlich zum Tod der Personen führen. Dieser Effekt wird durch während des Schleusens bewusstlos werdende Personen verstärkt.

Darüber hinaus führt der hohe Umgebungsdruck bei Ausstieg in größeren Tiefen zu einer Aufsättigung von Stickstoff im Blut. Die Menge des gelösten Stickstoffs im Blut ist von der Tauchtiefe und der Verweilzeit abhängig. Bei Aufstieg an die Wasseroberfläche geht der Stickstoff wieder in die Gasphase über und kann in Abhängigkeit der Menge des Stickstoffs zur Taucherkrankheit führen.

Aus der EP 2 021 233 AI ist ein Rettungsanzug mit einer Aufstiegshaube bekannt. Aus der EP 0 444 400 AI ist eine U-Boot-Rettungsanordnung mit einem wasserdichten Anzug bekannt, wobei der Anzug einen einstückig befestigten Behälter aufweist, in dem ein entfaltbares Rettungsfloß aufbewahrt ist und aus dem das Rettungsfloß zum Entfalten entfernt werden kann. Aus der EP 2 479 105 AI ist ein Rettungsanzug für Unterseebootfahrer mit einer aufblasbaren Aufstiegskammer, einer Aufstiegshaube und einem Schlauch mit einem freien Ende zum Anschluss an einen Vorrat eines Atemgases bekannt.

Aus der EP 2 394 907 A2 ist ein Unterseebootrettungsanzug mit einem Anschlussmittel bekannt. Über das Anschlussmittel ist der Unterseebootrettungsanzug an eine Atemnotluftanlage eines Unterseeboots anschließbar.

Aus der DE 10 2012 219 266 B3 ist ein Unterseeboot mit mindestens einer Notausstiegsschleuse bekannt, wobei in der Notausstiegsschleuse eine Haltevorrichtung mit bootsseitig festgelegten Haltemitteln zur lösbaren Befestigung an einem Unterseebootrettungsanzug angeordnet ist, wobei eine Steuerungseinrichtung zum selbsttätigen Lösen der Haltemittel vorgesehen ist.

Aus der GB 1 546 884 ist eine Vorrichtung zum Ausschleusen einer verletzten oder bewusstlosen Person bekannt, wobei die Vorrichtung Befestigungsmittel vorsieht.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Unterwasserrettung einfacher, sicherer und schneller zu gestalten, um so die Verweilzeit einer Person bei hohem Umgebungsdruck und somit das Risiko für das Auftreten der Taucherkrankheit zu minimieren und andererseits eine sichere Fixierung der Person in der Schleuse zu gewährleisten.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Kupplungsvorrichtung mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen, ein Unterseeboot mit den in Anspruch 4 angegebenen Merkmalen sowie durch das Verfahren mit den in Anspruch 11 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen.

Die erfindungsgemäße Kupplungsvorrichtung dient zur Ankupplung eines Unterwasserrettungsanzugs an ein Unterseeboot. Die Kupplungsvorrichtung stellt eine mechanische Verbindung sowie eine Verbindung zur Versorgung mit Atemluft zwischen dem Unterwasserrettungsanzug und der Schleuse im Unterseeboot her, wobei beim Lösen der Kupplungsvorrichtung die mechanische Verbindung und die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft gleichzeitig lösbar sind. Die mechanische Verbindung dient der Fixierung der Person. Die mechanische Verbindung dient zur Aufnahme der Auftriebskraft, welche durch den Unterwasserrettungsanzug entsteht. Hierdurch kann die Person über die Sicherung mittels der mechanischen Verbindung des Unterwasserrettungsanzugs an ihrer Position gehalten und gesichert werden. Insbesondere kann die mechanische Verbindung eine zusätzlich zur Verbindung zur Versorgung mit der Atemluft bestehende, kräfteübertragende Verbindung zwischen der Kupplungsvorrichtung und dem Unterwasserrettungsanzug sein, wobei die mechanische Verbindung und die Verbindung zur Versorgung mit der Atemluft gemeinsam und gleichzeitig durch die Kupplungsvorrichtung lösbar sind. Vorteil der erfindungsgemäßen Kupplungsvorrichtung ist, dass die Funktionen der Atemluftversorgung und der Fixierung der Person in der Schleuse im vorliegenden System miteinander kombiniert sind. Beide Verbindungen können somit auch gleichzeitig getrennt werden. Hierdurch kann der Aufenthalt der Person unter hohem Druck reduziert werden, da nicht zwei getrennte Verbindungen gelöst werden müssen. Hinzu kommt, dass in einer derartigen Situation zusätzliche Schritte ein enormes Risiko darstellen da Personen in einer derartigen Notsituation nicht immer rational handeln. Eine mechanische Verbindung ist aber dennoch nötig, da durch den Unterwasserrettungsanzug ein Auftrieb von typischerweise 500 N erzeugt wird und dieser durch die Person nicht kompensiert werden kann. Auf der anderen Seite ist die Versorgung mit Atemluft wichtig, um das Aufblasen des Anzugs und die Atemluftversorgung des Aussteigenden unter ansteigendem Umgebungsdrucks sicherzustellen. Dadurch, dass beide Verbindungen über die gleiche Kupplungsvorrichtung verbunden werden, können diese mit einem einzigen Schritt getrennt werden, wodurch wertvolle Sekunden gespart werden können.

Die Kupplungsvorrichtung ist vorzugsweise als Schnellkupplung ausgeführt. Besonders bevorzugt weist die Schnellkupplung zwei abgerundete und/oder ergonomisch geformte Griffe zur Auslösung der Schnellkupplung auf. Das Prinzip einer Schnellkupplung kann beispielsweise der US 2014/143986 entnommen werden. Hierbei kann die Schnellkupplung so ausgestaltet sein, dass diese ohne Betätigung eingerastet ist, also eine feste Verbindung herstellt. Dieses hat den Vorteil, dass die Arme und Hände der Person frei sind und somit arbeiten können oder auch bewusstlose Personen ausgeschleust werden können. Alternativ kann die Schnellkupplung so ausgestaltet sein, dass diese ohne Betätigung die Verbindung löst. Somit muss die Person die Kupplung aktiv geschlossen halten, bewusstlose Personen können jedoch nicht ausgeschlossen werden. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die mechanische Verbindung zu einem in dem Unterwasserrettungsanzug integrierten Gurt hergestellt. Über die mechanische Verbindung muss die zunehmende Auftriebskraft des Unterwasserrettungsanzugs von bis zu 500 N während des Vorgangs kompensiert werden. Es treten somit vergleichsweise große Kräfte auf den Unterwasserrettungsanzug und die im Unterwasserrettungsanzug befindliche Person auf. Um diese Kraft effizient übertragen zu können, ist ein Gurt, beispielsweise ein Hüftgurt, vorteilhaft.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die Kupplungsvorrichtung automatisch gelöst. Zwar ist die manuelle Betätigung der Kupplungsvorrichtung einfach und auch bei einem massiven Systemausfall gut verwendbar. Diese setzt jedoch voraus, dass die Person noch einsatzfähig ist. Um auch bewusstlose Personen retten zu können, ist eine automatische Auslösung vorteilhaft. Für die automatische Auslösungen haben sich sowohl eine pneumatische als auch alternativ eine hydraulische Auslösungsmechanik als besonders vorteilhaft erwiesen. Eine mechanische Auslösung ist auch möglich und nicht von der Funktionsfähigkeit des pneumatischen oder hydraulischen Systems abhängig. Durch die Automatisierung ist auch eine optimale Zeitausnutzung möglich.

Besonders bevorzugt sind sowohl manuelle als auch automatische Auslösungen möglich.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird die mechanische Verbindung zwischen der Kupplungsvorrichtung und dem Unterwasserrettungsanzug mithilfe eines Karabinerhakens hergestellt, welcher in eine Befestigung eingehakt wird, welche sich an dem Teil der Kupplungsvorrichtung befindet, welche nach Trennung der Kupplungsvorrichtung am Unterwasserrettungsanzug verbleibt. In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform wird die mechanische Verbindung mittels einer die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft umschließenden Vorrichtung hergestellt. Beispielsweise weist ein Schlauch für die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft an der Außenseite ein verstärktes Gewebe oder Netz auf, welches in der Lage ist, die vergleichsweise hohen Kräfte von typischerweise wenigstens 500 N aufnehmen zu können. Beispielsweise kann ein Schlauch für die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft zusätzlich oder alternativ aus Kevlar gefertigt sein.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Unterseeboot mit wenigstens einer ersten in einem Schleusenbereich angeordneten erfindungsgemäßen Kupplungsvorrichtung und einem an der Oberseite des Schleusenbereichs angeordneten Lukendeckels, wobei an dem Lukendeckel eine Auslösevorrichtung für das automatische Lösen der ersten Kupplungsvorrichtung angeordnet ist. Diese Kombination ist besonders für das automatische Ausschleusen vorteilhaft. Zunächst muss der Schleusenbereich geflutet und der Druckausgleich durchgeführt werden, bevor der Lukendeckel geöffnet werden kann. Erst anschließend darf die Kupplungsvorrichtung gelöst werden, damit die Luftversorgung und die Fixierung des Aussteigenden so lange wie möglich gewährleistet ist.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Unterseeboot wenigstens eine erste Kupplungsvorrichtung und eine zweite Kupplungsvorrichtung im Schleusenbereich auf. Die zeitbestimmenden Prozessschritte beim Notausstieg über eine Schleuse sind gewöhnlich das Fluten und Lenzen der Schleuse. Durch Erhöhung der Anzahl der pro Vorgang geschleusten Personen kann der Evakuierungsprozess somit insgesamt rapide beschleunigt werden. Hinzu kommt weiter, dass auf diese Weise eine bewusstlose Person durch eine weitere Person unterstützt werden kann. Die Anzahl der pro Vorgang zu schleusenden Personen ist sowohl durch die funktionalen Abläufe des Notausstiegs über eine Schleuse und die daraus resultierende körperliche Belastung des Aussteigenden als auch durch die räumliche Gestaltung des Schleusenbereichs begrenzt, wobei der Schleusenbereich im Regelfall nur ein bis zwei Personen aufnehmen kann. Bei großen Schleusen können auch mehr Personen gleichzeitig evakuiert werden.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Unterseeboot wenigstens eine erste Verzögerungsschaltung auf, wobei die erste Verzögerungsschaltung zur Verzögerung des automatischen Lösens der ersten Kupplungsvorrichtung ausgebildet ist. Wird die Kupplungsvorrichtung noch während des Öffnens des Lukendeckels gelöst, so besteht die Gefahr, dass die Person durch den vergleichsweise hohen Auftrieb mit vergleichsweise großer Kraft gegen den Lukendeckel schlagen kann. Hierdurch kann es zu Verletzungen sowie Bewusstlosigkeit kommen. Um dieses zu vermeiden kann eine Verzögerungsschaltung vorgesehen sein, welche sicherstellt, dass der Lukendeckel bereits vollständig geöffnet ist und auf der anderen Seite nicht unnötig lange gewartet wird. Hierdurch wird der optimale Zeitablauf der Evakuierung ermöglicht. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Unterseeboot wenigstens eine zweite Verzögerungsschaltung auf, wobei die zweite Verzögerungsschaltung zur Verzögerung des automatischen Lösens der zweiten Kupplungsvorrichtung nach dem automatischen Lösen der ersten Kupplungsrichtung ausgebildet ist. Sofern weitere Kupplungsvorrichtungen im Schleusenbereich vorhanden sind, löst die zweite Verzögerungsschaltung die weiteren Kupplungsvorrichtungen zeitlich nacheinander und verzögert aus. Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass die Personen knapp zeitlich versetzt den Schleusenbereich verlassen. Vorteilhaft ist die Verzögerung so gewählt, dass die zweite Kupplungseinrichtung unmittelbar dann ausgelöst wird, wenn die erste Person den Lukenbereich passiert haben könnte. Durch den zeitlichen Versatz behindern diese Personen sich nicht gegenseitig. Dieses ist besonders wichtig, da die Personen im Regelfall Rücken an Rücken stehen, da diese über die Kupplungsvorrichtung mit dem Unterseeboot verbunden sind und daher regelmäßig frontal zur Wand ausgerichtet sind. Durch die Automatisierung wird gleichzeitig erreicht, dass die zweite Person nicht länger als nötig wartet. In einer Weiterbildung der Verzögerungsschaltung kann die Verzögerungsschaltung das Passieren des Lukenbereichs durch die erste Person mittels Sensoren erfassen und löst dann die zweite Kupplungsvorrichtung aus. Die Sensoren können dabei im Lukenbereich angeordnet sein und können beispielsweise Lichtschranken oder berührungslose Nahfeldsensoren sein.

Besonders bevorzugt weist das Unterseeboot eine erste Verzögerungsschaltung und eine zweite Verzögerungsschaltung auf.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Verzögerungsschaltungen pneumatisch ausgeführt. Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass ausschließlich mit Luftdruck gearbeitet wird. Druckluft steht selbst in einem havarierten Unterseeboot regelmäßig noch zur Verfügung, da diese lokal gespeichert sein kann. Elektrische oder hydraulische Systeme sind hier jedoch anfälliger, insbesondere bei einem Ausfall der zentralen Energieversorgung. Eine mechanische Verzögerungsschaltung ist auch möglich und nicht von der Funktionsfähigkeit des pneumatischen oder hydraulischen Systems abhängig.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Kupplungsvorrichtung entfernbar im Schleusenbereich angeordnet. Der Schleusenbereich ist üblicherweise vergleichsweise beengt und wird im Normalfall für Personal- und Materialtransfer benötigt. Daher ist es vorteilhaft wenn die Kupplungsvorrichtung erst im Notfall im Schleusenbereich angeordnet wird. Hierzu kann die Kupplungsvorrichtung beispielsweise selber mittels einer Schnellkupplung mit der Atemluftversorgung verbunden werden.

In einer weiteren Ausführungsform ist an der Kupplung eine Kommunikationseinrichtung, beispielsweise ein Taster oder ein Anschluss für eine Kommunikationseinrichtung, beispielsweise eine Steckverbindung für einen Kopfhörer und ein Mikrofon vorhanden, sodass eine Kommunikation zwischen der Ausstiegsperson und der im Unterseeboot verbleibenden Besatzung hergestellt werden kann. Im Falle eines Anschlusses für eine Kommunikationseinrichtung kann bevorzugt vorgesehen sein, dass dieser Anschluss beim Lösen der Kupplungsvorrichtung die mechanische Verbindung und die Verbindung zur Versorgung mit Atemluft gleichzeitig lösbar ist. In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Unterwasserrettung aus einem Unterseeboot, wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte umfasst:

a) Anziehen eines Unterwasserrettungsanzugs durch wenigstens eine erste Person,

b) Herstellen einer Verbindung zwischen dem Unterwasserrettungsanzugs der ersten Person und dem Unterseeboot mittels einer erfindungsgemäßen Kupplungsvorrichtung in einem Schleusenbereich,

c) Fluten des Schleusenbereichs,

d) Selbständiges Öffnen eines Lukendeckels des Schleusenbereichs,

e) Lösen der Verbindung der Kupplungsvorrichtung der ersten Person,

f) Aufstieg der ersten Person aus dem Schleusenbereich.

Selbstverständlich kann sich hieran ein Schließen des Lukendeckels sowie ein Entwässern des Schleusenbereichs anschließen, um in Wiederholung des Verfahrens weitere Personen aus dem Unterseeboot auszuschleusen. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte:

al) Anziehen eines Unterwasserrettungsanzugs durch wenigstens eine zweite Person, bl) Herstellen einer Verbindung zwischen dem Unterwasserrettungsanzugs der zweiten Person und dem Unterseeboot mittels einer Kupplungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 in einem Schleusenbereich, g) Lösen der Verbindung der Kupplungsvorrichtung der zweiten Person,

h) Aufstieg der zweiten Person aus dem Schleusenbereich.

Dieses ermöglicht die Evakuierung von wenigstens zwei Personen gleichzeitig, wodurch die 5 Evakuierung des Unterseebootes entsprechend beschleunigt wird.

Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie das Verfahren anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

10 Fig. 1 Schematischer Querschnitt mit geschlossenem Turmluk

Fig. 2 Schematischer Querschnitt mit offenem Turmluk

Fig. 3 Schematischer Querschnitt mit zwei Kupplungsvorrichtungen

Fig. 4 Pneumatischer Schaltplan für automatische Entkupplung

Fig. 5 Pneumatischer Schaltplan einer Verzögerungsschaltung

15 Fig. 6 Querschnitt durch einen Turm eines Unterseeboots in zwei Kupplungsvorrichtungen

Fig. 7 Ablaufdiagramm eines Verfahrens

Fig. 8 Querschnitt durch eine Kupplungsvorrichtung

In Fig. 1 ist in starker Vereinfachung ein schematischer Querschnitt eines Turms 12 eines 20 Unterseeboots 10 gezeigt, wobei sich eine Person 20 im Turm 12 befindet und das Unterseeboot 10 durch den Turm 12 verlassen soll. Hierzu trägt die Person 20 einen nicht dargestellten Unterwasserrettungsanzug. Der Unterwasserrettungsanzug ist über eine Kupplungsvorrichtung mit dem Unterseeboot 10 verbunden. Die Kupplungsvorrichtung besteht aus einer Buchse 30, welche mit dem Unterseeboot 10 fest verbunden ist und einem Stecker 32, welche in die Buchse 25 30 eingreift. Von der Buchse 30 geht eine mechanische Verbindung 40 (Rückhaltefunktion) sowie eine Verbindung zur Versorgung mit Atemluft 50 zum Unterwasserrettungsanzug der Person 20. Der Lukendeckel 14 ist zunächst geschlossen, der Turm 12 mit Luft gefüllt.

Nachdem die Person 20 sich wie in Fig. 1 dargestellt über die Kupplungsvorrichtung mit dem 30 Unterseeboot 10 verbunden hat, wird der Turm 12 geflutet. Nachdem der Turm 12 geflutet wurde, öffnet der Lukendeckel 14 , wie in Fig. 2 dargestellt. Die Person 20 löst die Kupplungsvorrichtung bzw. die Kupplungsvorrichtung wird automatisch gelöst und die Person 20 steigt zur Wasseroberfläche auf. In Fig. 3 ist ein Querschnitt durch eine Schleusel2 eines Unterseeboots 10 dargestellt, wobei sich in der Schleuse 12 zwei Kupplungsvorrichtungen befinden. Dadurch können gleichzeitig zwei Personen 20, welche jeweils einen Unterwasserrettungsanzug tragen, aus dem Unterseeboot 10 evakuiert werden. In diesem Beispiel weist die Buchse 30 der Kupplungsvorrichtung eine 5 automatische Auslösung 60 auf. Zusätzlich könnte die Kupplungsvorrichtung auch manuell ausgelöst werden. Die beiden automatischen Auslösungen 60 sind über ein Auslösesystem70 miteinander verbunden, wobei das Auslösesystem 70 in diesem Fall pneumatisch arbeitet. Hierzu weist die Regelung 70 einen Eingang für Druckluft aus einem Druckluftbehälter 72 auf der durch eine Drucklufteinspeisung 74 befüllt werden kann. Vorzugsweise ist der Druckluftbehälter

10 72 so ausgebildet, dass der Vorrat an Druckluft ausreichend für die Evakuierung der Mannschaft auch beim Ausfall des zentralen Druckluftversorgungssystems ist. Zusätzlich ist die Regelung 70 mit einem Lukendeckelschalter 76 verbunden. Der Lukendeckelschalter 76 schaltet, sobald der Lukendeckel 14 geöffnet wird. Hierdurch wird die automatische Auslösung 60 ausgelöst. Bis zum Lösen der Verbindung der Kupplungsvorrichtung erfolgt die Versorgung der Personen 20 mit

15 Atemluft über die Atemluftversorgung 80.

Fig. 4 zeigt einen pneumatischen Schaltplan für die automatische Auslösung. Die Schaltung weist zwei Verzögerungsschaltungen 90 auf, welche in Fig. 5 dargestellt sind. Über die Drucklufteinspeisung 74 wird Druckluft in den Druckbehälter 72 eingeleitet. Vor und hinter dem 0 Druckbehälter 72 können Druckbegrenzungsventile 0V2 und 0V3 vorgesehen sein. Über das Druckbegrenzungsventil 1V1 wird der hinter dem Druckbegrenzungsventil 1V1 liegende Bereich der Schaltung so eingestellt, dass diese praktisch keinen oder nur einen geringen Überdruck zum Umgebungsdruck aufweist. Ist der Lukendeckel 14 geschlossen, so befindet sich das Schaltventil 1B1 in einer Position, dass der niedrige Druck, welcher durch das 5 Druckbegrenzungsventil 1V1 eingestellt ist, weitergeleitet wird. In geöffneter Stellung des Lukendeckels 14 wird hingegen der höhere Druck über die Verzögerungsschaltung 90 auf den Auslösezylinder 1A1 gegeben. Der Auslösezylinder 1A1 ist Bestandteil der automatischen Auslösung 60. Durch die Bewegung des Auslösezylinders 1A1 wird der Schalter 1B2 ausgelöst. Auch dieser schaltet vom niedrigen Druck auf hohen Druck um und löst so über eine weitere

30 Verzögerungsschaltung 90 den Auslösezylinder 1A2 aus. Der Auslösezylinder 1A2 ist Bestandteil einer weiteren automatischen Auslösung 60. Hierdurch können zwei Personen 20 optimal und zügig mit minimaler Gefährdung aus der Schleuse 12 ausgebracht werden.

Die Verzögerungsschaltung 90 ist in Fig. 5 dargestellt. Wichtigstes Element ist der 35 Schaltungsdruckbehälter 2S1. Dadurch, dass zunächst dieses Volumen gefüllt werden muss, baut sich der Druck an Ventil 2V4 erst langsam auf, sodass das Ventil 2V4 erst zeitverzögert geöffnet wird. Die Zeitverzögerung ist durch die Federkraft der Feder des Ventils 2V4 einstellbar.

Durch den Aufbau der Schaltung relativ zum Umgebungsdruck mithilfe der Druckbegrenzungsventile 0V2, 0V3 und 1V1 ergibt sich der Vorteil, dass die Schaltung bei verschiedenen Tiefen des Unterseeboots 10 immer gleichartig funktioniert, da der Umgebungsdruck abhängig von der Rettungstiefe ist.

Fig. 6 zeigt einen beispielhaften Querschnitt durch eine Schleuse 12 mit zwei Kupplungsvorrichtungen. Die Kupplungsvorrichtungen sind in Fig. 6 mit in der Buchse 30 steckenden Stecker 32 dargestellt, wobei der Stecker 32 zur Vereinfachung der Darstellung ohne mechanische Verbindung 40 und ohne Verbindung zur Versorgung mit Atemluft 50 zum Unterwasserrettungsanzug dargestellt ist. Für die normale Nutzung weist die Schleuse eine Leiter 100 auf. Über diese Leiter 100 wird auch die Schleuse 12 betreten, um sich im Evakuierungsfall über die Kupplungsvorrichtungen mit dem Unterseeboot 10 zu verbinden. In der Nähe der Kupplungsvorrichtung kann sich eine Haltevorrichtung 110 befinden. Die Haltevorrichtung 110 kann beispielsweise durch eine Person 20 zur zusätzlichen Sicherung benutzt werden, in dem der Fuß unter der Haltevorrichtung 110 positioniert wird. In Fig. 7 ist das erfindungsgemäße Verfahren schematisch dargestellt. In den Verfahrensschritten a und al ziehen sich Personen jeweils einen Unterwasserrettungsanzug an und klettern in die Schleuse 12. Anschließend wird in den Verfahrensschritten b und bl jeweils eine Verbindung zwischen dem Unterwasserrettungsanzug und dem Unterseeboot mittels einer Kupplungsvorrichtung hergestellt. Anschließend wird in Verfahrensschritt c der Schleusenbereich geflutet und Druckausgleich hergestellt. Nach dem Druckausgleich zwischen dem Schleuse 12 und der Umgebung wird im Verfahrensschritt d der Lukendeckel geöffnet. Anschließend wird in Verfahrensschritt e die Kupplungsvorrichtung der ersten Person gelöst. Hierdurch erfolgt im Verfahrensschritt f der Aufstieg der ersten Person aus dem Schleusenbereich. Danach wird im Verfahrensschritt g die Verbindung der Kupplung der zweiten Person gelöst, worauf in Verfahrensschritt h der Aufstieg der zweiten Person aus der Schleuse 12 erfolgt. Um weitere Personen evakuieren zu können wird im Verfahrensschritt i der Lukendeckel geschlossen und im Verfahrensschritt k der Schleusenbereich entwässert. Hiernach können erneut Personen eintreten und das Verfahren erneut durchgeführt werden, bis die Besatzung des Unterseeboots vollständig evakuiert ist. Fig. 8 zeigt einen schematischer Querschnitt durch eine Kupplungsvorrichtungen in Form einer Schnellkupplung. Die Kupplungsvorrichtungen weist eine Buchse 30 und einen Stecker 32 auf. In der Mitte verläuft die Atemluftversorgung 80. An dem Stecker 32 befindet sich eine Befestigung 34 zur Herstellung einer mechanischen Verbindung 40. Beispielsweise kann mittels 5 eines Karabiners eine mechanische Verbindung 40 hergestellt werden. Zur Verriegelung des Steckers 32 in der Buchse 30 weist die Kupplungsvorrichtungen eine Verriegelung 124 auf, welche in die Vertiefung 126 des Steckers eingreifen kann zum entriegeln kann eine Auslösevorrichtung insbesondere gegen eine Feder 122 verschoben werden, sodass die Verriegelung 124 aus der Vertiefung 126 entfernt werden kann. Die Feder 122 bewirkt, dass die 10 Kupplungsvorrichtungen im Normalzustand verriegelt ist.

Bezugszeichen

10 Unterseeboot

12 Schleuse

15 14 Lukendeckel

20 Person

30 Kupplungsvorrichtung (Buchse)

32 Kupplungsvorrichtung (Stecker)

34 Befestigung

20 40 mechanische Verbindung

50 Verbindung zur Versorgung mit Atemluft

60 automatische Auslösung

70 Regelung

72 Druckbehälter

25 74 Drucklufteinspeisung

76 Lukendeckelschalter

80 Atemluftversorgung

90 Verzögerungsschaltung

100 Leiter

30 110 Haltevorrichtung

120 Auslösevorrichtung

122 Feder

124 Verriegelung

126 Vertiefung