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Patent Searching and Data


Title:
VALVE DRIVE AND VALVE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2022/112040
Kind Code:
A1
Abstract:
A valve drive (100) for a valve (300) is provided. Said valve drive comprises: a handle (102) which is pivotable about an axis of rotation (R); a first axially movable drive element (104); a mechanism (106) which is arranged between the handle (102) and the first drive element (104); a second axially movable drive element (108) with a distal connecting portion (110) for connecting to a shut-off body (310) of the valve (300) and/or for making contact with the shut-off body (310) of the valve (300); and at least one pressure spring unit (112) which is arranged between the first and second drive element (104, 108).

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Inventors:
RENNER MAXIMILIAN (DE)
FRANKENBACH KLAUS (DE)
SCHMEZER UWE (DE)
Application Number:
PCT/EP2021/081696
Publication Date:
June 02, 2022
Filing Date:
November 15, 2021
Export Citation:
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Assignee:
GEMUE GEBR MUELLER APPBAU GMBH & CO KG (DE)
International Classes:
F16K7/16; F16K31/52
Domestic Patent References:
WO2018228775A12018-12-20
Foreign References:
DE8620263U11986-10-02
Attorney, Agent or Firm:
DREISS PATENTANWÄLTE PARTG MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Ein Ventilantrieb (100) für ein Ventil (300), insbesondere für ein Membranventil, umfassend: eine um eine Rotationsachse (R) verschwenkbare Handhabe (102); ein erstes axial bewegbares Antriebselement (104); ein zwischen der Handhabe (102) und dem ersten Antriebselement (104) angeordnetes Getriebe (106); ein zweites axial bewegbares Antriebselement (108) mit einem distalen Verbindungsabschnitt (110) zur Verbindung mit einem Absperrkörper (310) des Ventils (300) und/oder zur Kontaktierung des Absperrkörpers (310) des Ventils (300); und wenigstens eine Druckfedereinheit (112), welche zwischen dem ersten und dem zweiten Antriebselement (104, 108) angeordnet ist.

2. Der Ventilantrieb (100) gemäß dem Anspruch 1, wobei ein erstes Drehgelenk (114) die Handhabe (102) und ein

Getriebeelement (116) des Getriebes (106) miteinander verbindet, wobei ein zweites Drehgelenk (118) das Getriebeelement (116) und das erste Antriebselement (104) miteinander verbindet. 3. Der Ventilantrieb (100) gemäß dem Anspruch 2, wobei ein Schließ-Endanschlag (120) eine Bewegung der Handhabe (102) in eine Schließ-Drehrichtung (DS) mit einer Schließ-Endposition der Handhabe (102) begrenzt, wobei das erste Drehgelenk (114) sich in der Schließ- Endposition auf einer gedachten zugeordneten Kreisbahn (K) gemäß der Schließ-Drehrichtung (DS) nach einem proximalen Punkt (p) auf der Kreisbahn (K) befindet.

4. Der Ventilantrieb (100) gemäß dem Anspruch 3, wobei die wenigstens eine Druckfedereinheit (112) in einem Schließzustand des Ventilantriebs (100) eine Druckkraft in das erste Antriebselement (104) einleitet.

5. Der Ventilantrieb (100) gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei ein Öffnungs-Endanschlag (122) eine Bewegung der Handhabe (102) in eine Öffnungs- Drehrichtung (DO) mit einer Öffnungs-Endposition der Handhabe (102) begrenzt, wobei das erste Drehgelenk (114) sich in der Öffnungs-Endposition auf einer gedachten zugeordneten Kreisbahn (K) gemäß der Öffnungs-Drehrichtung (DO) nach einem distalen Punkt (d) auf der Kreisbahn (K) befindet.

6. Der Ventilantrieb (100) gemäß dem Anspruch 5, wobei eine wenigstens eine weitere Druckfedereinheit (124), welche sich an einem Hauptkörper (101) des Ventilantriebs (100) abstützt, in einem Öffnungszustand des Ventilantriebs (100) eine Zugkraft in das erste Antriebselement (104) einleitet. 7. Der Ventilantrieb (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche, wobei ein um die Stellachse (S) rotierbares Verriegelungselement (320) in einer Drehposition die Bewegung der Handhabe (102) freigibt, und wobei das Verriegelungselement (320) in wenigstens einer weiteren Drehposition die Bewegung der Handhabe (102) blockiert, insbesondere wenn sich die Handhabe (102) in der Öffnungs-Endposition oder der Schließ- Endposition befindet.

8. Der Ventilantrieb (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche, wobei der Ventilantrieb (100) einen Winkelbereich für eine Verschwenkung der Handhabe (102) freigibt, der insbesondere größer als 180°, insbesondere größer als 190° ist.

9. Ein Ventil (300), insbesondere ein Membranventil, umfassend den Ventilantrieb (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche, einen mit dem Ventilantrieb (100) verbundenen Ventilkörper (330), und den Absperrkörper (310), insbesondere eine Membran, welcher mit dem Verbindungsabschnitt (110) des Ventilantriebs (100) verbunden ist.

10. Das Ventil (300) gemäß dem Anspruch 9 mit dem Ventilantrieb (100) gemäß dem Anspruch 8, wobei eine Verschwenkung der Handhabe (102) in einem ersten Abschnitt des Winkelbereichs den Verbindungsabschnitt

(110) entlang der Stellachse (S) bewegt, und wobei eine Verschwenkung der Handhabe (102) in einem zweiten von dem ersten Abschnitt unterschiedlichen Abschnitt des Winkelbereichs den Verbindungsabschnitt (110) auf den Absperrkörper (310) drückt.

Description:
Titel : Ventilantrieb und Ventil

Beschreibung

Die Beschreibung betrifft Fortschritte im Bereich der Prozessventile .

Bekannt sind manuelle Ventilantriebe, die mit einem Handrad bedient werden. Dabei wird oft ein zu geringes Schließmoment eingebracht, womit die erforderliche Dichtheit nicht erreicht wird. Wird hingegen ein zu hohes Schließmoment eingebracht, wird das Absperrmittel zu stark verspannt oder das Absperrmittel bzw. der Ventilantrieb werden gar beschädigt. Auch bekannt sind Kugelhähne, die über eine Vierteldrehung einer Handhabe den Kugelhahn schließen oder öffnen.

Das der Erfindung zugrundeliegende Problem wird durch einen Ventilantrieb gemäß dem Anspruch 1 sowie durch ein Ventil gemäß einem nebengeordneten Anspruch gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen finden sich in den Unteransprüchen, der Beschreibung und in den Figuren.

Ein erster Aspekt der Beschreibung ist auf einen Ventilantrieb für ein Ventil, insbesondere für ein Membranventil, gerichtet. Dieser Ventilantrieb umfasst: eine um eine Rotationsachse verschwenkbare Handhabe; ein erstes axial bewegbares Antriebselement; ein zwischen der Handhabe und dem ersten Antriebselement angeordnetes Getriebe; ein zweites axial bewegbares Antriebselement mit einem distalen Verbindungsabschnitt zur Verbindung mit einem Absperrkörper des Ventils und/oder zur Kontaktierung des Absperrkörpers des Ventils; und wenigstens eine Druckfedereinheit, welche zwischen dem ersten und dem zweiten Antriebselement angeordnet ist.

Vorteilhaft kann somit über die Handhabe das Ventil auf vereinfachte Art und Weise geöffnet und geschlossen werden. Insbesondere kann die Betätigung einfach und schnell erfolgen. Vorteilhaft sorgt das Getriebe dafür, dass das manuell eingebrachte Moment in eine Hubbewegung eines an dem Verbindungsabschnitt anordenbaren Absperrmittels umgesetzt wird. Bei Auftreffen des Absperrmittels auf den Ventilsitz wird bei weiterer Betätigung der Handhabe in Schließrichtung die Druckfeder komprimiert. Die zwischen den Antriebselementen angeordnete Druckfeder definiert gemeinsam mit der Schließposition des ersten Antriebselements den auf das Sperrmittel wirkenden Schließdruck, und zwar unabhängig von dem eingebrachten Handmoment. So lässt sich das Ventil durch den Benutzer betätigen, ohne dass der Benutzer den Schließ- oder Öffnungsvorgang nachteilhaft beeinflussen kann. Vielmehr sorgt die Druckfedereinheit nicht nur dafür, dass die Anpresskraft des Absperrmittels unabhängig von der vom Benutzer aufgebrachten Kraft ist. Damit wird die Lebensdauer des Absperrmittels erhöht. Durch die Verwendung der als Schließfeder ausgebildeten Druckfedereinheit stellt sich die Schließkraft beim Fließen des Dichtelements nach, was bei einem Handrad beispielsweise nicht der Fall wäre. Die Druckfedereinheit sorgt weitergehend dafür, dass die Haptik für den Benutzer beim Anpressvorgang verbessert wird. Die von außen zugängliche Handhabe zeigt den jeweiligen Ventilzustand deutlich erkennbar an.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass ein erstes Drehgelenk die Handhabe und ein Getriebeelement des Getriebes miteinander verbindet, wobei ein zweites Drehgelenk das Getriebeelement und das erste Antriebselement miteinander verbindet.

Damit wird vorteilhaft ein Schubkurbelgetriebe bereitgestellt, welches die Drehbewegung der Handhabe in eine Axialbewegung umwandelt, um das Ventil zu öffnen oder zu schließen. Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass ein Schließ-Endanschlag eine Bewegung der Handhabe in eine Schließ-Drehrichtung mit einer Schließ-Endposition der Handhabe begrenzt, und dass das erste Drehgelenk sich in der Schließ-Endposition auf einer gedachten zugeordneten Kreisbahn gemäß der Schließ-Drehrichtung nach einem proximalen Punkt auf der Kreisbahn befindet.

So wird eine maximal proximale Position des ersten Drehgelenks überschritten und die Druckfeder drückt die Handhabe gegen den Schließ-Endanschlag.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass die wenigstens eine Druckfedereinheit in einem Schließzustand des Ventilantriebs eine Druckkraft in das erste Antriebselement einleitet.

Vorteilhaft sorgt die wenigstens eine Druckfedereinheit damit nicht nur für ein definiertes Schließen des Ventils, sondern stellt auch sicher, dass die Handhabe in die Schließ-Drehrichtung bewegt wird. Die Druckfedereinheit erfüllt gemeinsam mit dem Getriebe die also die Aufgabe, die Handhabe in Richtung des zugeordneten Endanschlags zu drücken und dort zu halten.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass ein Öffnungs-Endanschlag eine Bewegung der Handhabe in eine Öffnungs-Drehrichtung mit einer Öffnungs-Endposition der Handhabe begrenzt, und dass das erste Drehgelenk sich in der Öffnungs-Endposition auf einer gedachten zugeordneten Kreisbahn gemäß der Öffnungs-Drehrichtung nach einem distalen Punkt auf der Kreisbahn befindet.

So wird eine maximal distale Position des ersten Drehgelenks überschritten und der Öffnungs-Endanschlag durch die Handhabe erreicht.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass eine wenigstens eine weitere Druckfedereinheit, welche sich an einem Hauptkörper des Ventilantriebs abstützt, in einem Öffnungszustand des Ventilantriebs eine Zugkraft in das erste Antriebselement einleitet.

Die weitere Druckfedereinheit sorgt dafür, dass die Handhabe in der Öffnungs-Endposition verweilt und gibt dem Bediener eine haptisches Rückmeldung, so dass dem Bediener signalisiert wird, die Handhabe weiter bis in die Öffnungs- Endposition zu drehen.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass ein um die Stellachse rotierbares Verriegelungselement in einer Drehposition die Bewegung der Handhabe freigibt, und wobei das Verriegelungselement in wenigstens einer weiteren Drehposition die Bewegung der Handhabe blockiert, insbesondere wenn sich die Handhabe in der Öffnungs- Endposition oder der Schließ-Endposition befindet.

Vorteilhaft wird die Handhabe gegen unbeabsichtigte Betätigung gesichert. Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass der Ventilantrieb einen Winkelbereich für eine Verschwenkung der Handhabe freigibt, der insbesondere größer als 180°, insbesondere größer als 190° ist.

Vorteilhaft befinden sich insbesondere die Endpositionen des Drehgelenks, welches beabstandet zur Rotationsachse angeordnet ist und die Handhabe und das Getriebeelement miteinander verbindet, soweit voneinander entfernt, dass einmal eine Zugbeanspruchung des ersten Antriebselements und zum anderen eine Druckbeanspruchung des ersten Antriebselements dazu führt, dass die Handhabe in der jeweiligen Endposition verharrt.

Ein zweiter Aspekt der Beschreibung ist auf ein Ventil, insbesondere ein Membranventil, gerichtet. Dieses Ventil umfasst den Ventilantrieb gemäß dem ersten Aspekt, einen mit dem Ventilantrieb verbundenen Ventilkörper, und den Absperrkörper, insbesondere eine Membran, welcher mit dem Verbindungsabschnitt des Ventilantriebs verbunden ist.

Ein vorteilhaftes Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass eine Verschwenkung der Handhabe in einem ersten Abschnitt des Winkelbereichs den Verbindungsabschnitt entlang der Stellachse bewegt, und wobei eine Verschwenkung der Handhabe in einem zweiten von dem ersten Abschnitt unterschiedlichen Abschnitt des Winkelbereichs den Verbindungsabschnitt auf den Absperrkörper drückt. In den Figuren zeigen:

Figuren 1 bis 3 in schematischer Form jeweils einen

Ventilantrieb in einem jeweiligen Zustand;

Figur 4 ein Ventil mit dem Ventilantrieb in einer perspektivischen Ansicht; und

Figuren 5 und 6 jeweils einen schematischen Schnitt des

Ventils.

Figur 1 zeigt in schematischer Form einen Ventilantrieb 100 für ein Ventil, insbesondere für ein Membranventil. Eine Handhabe 102 ist um eine Rotationsachse R verschwenkbar.

Die Rotationsachse R ist zu einem Hauptkörper 101 des Ventilantriebs 100 feststehend angeordnet. Im Kraftweg zwischen der Handhabe 102 und einem ersten Antriebselement 104 ist ein Getriebe 106 angeordnet. Das erste Antriebselement 104 ist entlang einer Stellachse S axial bewegbar. Ein zweites entlang der Stellachse S axial bewegbares Antriebselement 108 umfasst einen in Bezug zu dem Ventilantrieb 110 distalen Verbindungsabschnitt 110, welcher zur Verbindung mit einem Absperrkörper 310 des Ventils 300 und/oder zur Kontaktierung des Absperrkörpers 310 des Ventils 300 ausgebildet ist. Wenigstens eine Druckfedereinheit 112 ist im Kraftweg zwischen dem ersten und dem zweiten Antriebselement 104, 108 angeordnet. Das erste und das zweite Antriebselement 104, 108 sind gemeinsam mit der Druckfedereinheit 112 als Antriebsstange bezeichenbar und entlang der Stellachse S axial bewegbar. Das Antriebselement 104, das Antriebselement 108 und die Druckfedereinheit 112 lassen sich also jeweils als Antriebsstangenabschnitt bzw. Abschnitt der Antriebsstange bezeichnen .

Das Getriebe 106 umfasst neben der Handhabe 102 und dem ersten Antriebselement 106 ein Getriebeelement 116. Ein erstes Drehgelenk 114 verbindet die Handhabe 102 und das Getriebeelement 116 beweglich miteinander. Ein zweites Drehgelenk 118 verbindet das Getriebeelement 116 und das erste Antriebselement 104 miteinander.

In Figur 1 ist ein geöffneter Zustand des Ventilantriebs 100 gezeigt, bei dem sich der Verbindungsabschnitt 100 in einer proximalen Position befindet. Eine Mitnahmeeinrichtung 130 sorgt dafür, dass das zweite Antriebselement 108 in Richtung der Handhabe 102 gezogen wird, wenn sich das erste Antriebselement 104 in Richtung der Handhabe 102 bewegt.

Ein Öffnungs-Endanschlag 122 begrenzt eine Drehbewegung der Handhabe 102 in eine Öffnungs-Drehrichtung DO mit einer Öffnungs-Endposition der Handhabe 102. Das erste Drehgelenk 114 befindet sich in der Öffnungs-Endposition auf einer gedachten zugeordneten Kreisbahn K gemäß der Öffnungs- Drehrichtung DO nach einem distalen Punkt d auf einer gedachten Kreisbahn K. Wenigstens eine weitere Druckfedereinheit 124, welche sich an einem Hauptkörper 101 des Ventilantriebs 100 abstützt, leitet eine in dem Figur 1 gezeigten Öffnungszustand des Ventilantriebs 100 eine Zugkraft in das erste Antriebselement 104 ein. In Zusammenspiel mit der Position des ersten Drehgelenks 114 sorgt die Druckfeder 124 dafür, dass das erste Antriebselement 104 unter Zug steht und die Handhabe 102 in der gezeigten Position hält.

In den nachfolgenden Figuren 2 und 3 wird gezeigt, wie die Handhabe 102 in einer Schließ-Drehrichtung DS auf einen Schließ-Endanschlag 120 zu bewegt wird. Hierbei durchläuft der Verbindungsabschnitt 110 einen Gesamtweg G, der in einen Hubweg H und einen im Vergleich zum Hubweg H kürzeren Dichtweg P aufgeteilt ist. Ein Öffnen des Ventils erfolgt in die Öffnungs-Drehrichtung DO.

Figur 2 zeigt im Unterschied zur Figur 1 den Ventilantrieb 100 in einem Zustand, bei dem der Verbindungsabschnitt 110 auf einen Widerstand eines Ventilsitzes stößt. Ab diesem Punkt wird bei weiterem Drehen der Handhabe 102 in die Schließ-Drehrichtung SD die Federeinheit 112 komprimiert und der Verbindungsabschnitt 110 drückt auf das zugeordnete Absperrmittel, das wiederum auf den Ventilsitz drückt und das Ventil verschließt.

In Figur 3 ist im Unterschied zu den Figuren 1 und 2 der geschlossene Zustand des Ventilantriebs gezeigt. Der Schließ-Endanschlag 120 begrenzt die Bewegung der Handhabe 102 in eine Schließ-Drehrichtung DS mit einer Schließ- Endposition der Handhabe 102. Das erste Drehgelenk 114 befindet sich in der Schließ-Endposition auf der gedachten zugeordneten Kreisbahn K gemäß der Schließ-Drehrichtung DS nach einem proximalen Punkt p auf der Kreisbahn K. Die wenigstens eine Druckfedereinheit 112 leitet in einem Schließzustand des Ventilantriebs 100 eine Druckkraft in das erste Antriebselement 104 ein und hält damit die Handhabe 102 in der Schließ-Endposition.

Eine Verschwenkung der Handhabe 102 in einem ersten Abschnitt des Winkelbereichs bewegt den

Verbindungsabschnitt 110 entlang der Stellachse S. Eine Verschwenkung der Handhabe 102 in einem zweiten von dem ersten Abschnitt unterschiedlichen Abschnitt des Winkelbereichs drückt den Verbindungsabschnitt 110 auf den Absperrkörper des Ventils. Der erste Abschnitt ist beispielsweise größer als 100°, insbesondere größer als 110°. Der zweite Abschnitt ist beispielsweise größer als 50°, insbesondere größer als 80°.

Die Federeinheit 112 ist also im Kraftweg zwischen den Antriebselementen 104 und 108 angeordnet, womit die Antriebselemente 104 und 108 relativ zueinander verschiebbar sind. Die Federeinheit 112 wird somit über die Antriebselemente 104 und 108 innerhalb des Ventilantriebs 100 axial entlang der Stellachse bewegt und nach Auftreffen auf den Ventilsitz komprimiert. Beide Endpositionen des Drehgelenks 114, welche von den Endanschlägen 120, 122 definiert werden, befinden sich in einem ersten von zwei Halbräumen, die von einer von der Rotationsachse R und der Stellachse S aufgespannten gedachten Ebene getrennt sind. Die Handhabe 102 ist entlang der Kreisbahn K, die durch den zweiten der Halbräume verläuft, um die Rotationsachse R rotierbar.

Figur 4 zeigt in einer perspektivischen Darstellung das Ventil 300 zum Stellen eines Prozessfluids mit dem Ventilantrieb 100. Das Ventil 300 ist vorliegend als Membranventil ausgebildet und umfasst als Absperrmittel 310 eine Membran. Der Ventilantrieb 100 kann aber selbstverständlich auch in andersartig ausgebildeten Ventilen verwendet werden, bei denen das Absperrmittel axial entlang der Zustellachse S bewegt wird.

Der Absperrkörper 310 bildet, wenn das Ventil 300 geöffnet ist, gemeinsam mit dem Ventilsitz eines Ventilkörpers 330, der mit dem Ventilantrieb 100 verbunden ist, einen geöffneten Kanal, durch den das Prozessfluid fließen kann. Wir das Ventil 300 mittels des Ventilantriebs 100 geschlossen, so wird der vorgenannte Kanal geschlossen, indem das Absperrmittel auf den Ventilsitz gedrückt wird.

Ein distales um die Stellachse S rotierbares Verriegelungselement 320 ist in einer Drehposition gezeigt, die die Bewegung der Handhabe 102 freigibt. Die Handhabe 102 kann also aus der gezeigten Öffnungs-Endposition heraus bewegt werden, um das Ventil 300 zu schließen. Verdreht man das Verriegelungselement 320 um die Stellachse S in Richtung der gezeigten Öffnungs-Endposition der Handhabe 102, so blockiert eine abragende Sperre 322 die Bewegung der Handhabe 102. Eine weitere abragende Sperre 324 blockiert die Bewegung der Handhabe 102 in der Schließ- Endposition, wenn das Verriegelungselement 320 in eine entsprechend Rotationsposition gebracht ist. Eine proximale Begrenzung der jeweilige Sperre 322, 324 verläuft im Wesentlichen in einer zur Stellachse S lotrechten Ebene.

Bei der manuellen Verdrehung des Verriegelungselements 320 über ein Angreifen an den Handbereich 326 verrastet das Verriegelungselement 320 in einer jeweiligen Verriegelungsposition und in der in der Figur 4 gezeigten Freigabeposition. Aus den Verriegelungspositionen und der Freigabeposition ist das Verriegelungselement 320 nur über das Einbringen eines erhöhten Handmoments in eine gewünschte Drehrichtung drehbar.

Die Handhabe 102 umfasst einen proximalen Abschnitt 102b, der an dem Hauptkörper des Ventilantriebs 100 über ein Drehlager um die Rotationsachse R verdrehbar befestigt ist. Von dem proximalen Abschnitt 102b ragt schräg ein distaler Abschnitt 102a ab, der mit dem proximalen Abschnitt 102b einen Winkel von größer 90°, insbesondere größer 130° einschließt. Der so in z-Richtung abragende distale Abschnitt 102a zeigt die Öffnungsposition des Ventils 300 an. Im geschlossenen Zustand ragt der distale Abschnitt 102a nach unten ab und zeigt die Schließposition des Ventils 300 an. Figur 5 zeigt in einem schematischen Schnitt xz das Ventil 300 in der geöffneten Position gemäß Figur 1. Die Handhabe 102 liegt an dem Öffnungs-Endanschlag 122 an und befindet sich somit in der Öffnungs-Endposition. Der Ventilantrieb

100 gibt einen Winkelbereich für eine Verschwenkung der Handhabe 102 frei, der größer als 180°, insbesondere größer als 190° ist. Vorteilhaft wird durch diesen Winkelbereich auf einfache Art und Weise ermöglicht, dass die Handhabe über das Getriebe in den Endpositionen gehalten wird. Ein Druckstück 340 ist fest mit dem zweiten Antriebselement 108 verbunden und drückt das Absperrmittel 310 beim Schließen in Richtung Ventilkörper 330.

Die Druckfedereinheit 112 umfasst eine Druckfeder, die sich in Richtung Ventilkörper 330 an dem zweiten Antriebselement 108 abstützt, und die sich in Richtung der Handhabe 102 an dem ersten Antriebselement 104 abstützt. Die weitere Druckfedereinheit 124 stützt sich in Richtung des Ventilkörpers 330 an dem ersten Antriebselement 104 ab und stützt sich in Richtung der Handhabe 102 an dem Hauptkörper

101 des Ventilantriebs 100 ab.

Die Handhabe 102 ist um ein Mehrfaches, insbesondere um wenigstens ein Dreifaches, länger als das Getriebeelement 106 bzw. der Abstand zwischen den Drehlagern 114 und 118, um die Handbetätigung zu erleichtern.

Figur 6 zeigt in einem schematischen Schnitt yz das Ventil 300 aus Figur 5. In dem Schnitt gemäß dem geöffneten Zustand des Ventils 300 ist der Fluidkanal sichtbar, der durch den Ventilsitz 350 und die dem Ventilsitz 350 zugewandte Oberfläche des Absperrmittels 310 begrenzt ist.