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Patent Searching and Data


Title:
VEHICLE AND METHOD FOR OPERATING A VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/156113
Kind Code:
A1
Abstract:
A vehicle 1 is described, having a drive train (2) which comprises a gear mechanism device (4) which is operatively connected thereto and has hydrostatic/mechanical power splitting, and a drive (5), and having at least one brake device (8). The brake device (8) is assigned an additional activation device (29) which is operatively connected to a power requesting element (15) and/or an element for selecting the direction of travel and by means of which activation device (29) the brake device (8) can be activated when a deceleration (1) which is requested by means of the power requesting element (15) and/or the element (19) for selecting the direction of travel occurs and in the present case in the force flux between the drive machine (2) and the output (5) to a scope which applies a braking of the torque to the drive train. When a requested deceleration vehicle (1) is present, a drive-machine-side thrust torque is made available in the region of the output (5) when the brake device (8) is not activated on the driver's side. If a rotational speed of the drive machine (2) exceeds a defined rotational speed threshold, the brake device (8) is activated to a scope which applies a brake torque to the drive train (2).

Inventors:
LEGNER JUERGEN (DE)
Application Number:
PCT/EP2012/054339
Publication Date:
November 22, 2012
Filing Date:
March 13, 2012
Export Citation:
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Assignee:
ZAHNRADFABRIK FRIEDRICHSHAFEN (DE)
LEGNER JUERGEN (DE)
International Classes:
B60W10/103; B60T7/12; B60W10/188; B60W30/18; F16H59/08
Domestic Patent References:
WO2002094602A12002-11-28
Foreign References:
US4248330A1981-02-03
US3831721A1974-08-27
US3910389A1975-10-07
EP1820707A12007-08-22
GB2469853A2010-11-03
DE60212384T22007-05-31
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Claims:
Patentansprüche

1 . Fahrzeug (1 ) mit einem eine Antriebsmaschine (3), eine damit wirkverbundene hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebeeinrichtung (4) und einen Abtrieb (5) umfassenden Antriebsstrang (2) und mit wenigstens einer Bremseinrichtung (8), mittels der bei einer entsprechenden fahrersei- tigen Betätigung eines Bremsbetätigungselementes (9) ein Bremsmoment in den Antriebsstrang (2) einleitbar ist, wobei ein Antriebsmoment der Antriebsmaschine (3) in Abhängigkeit einer fahrerseitigen Betätigung eines Leistungs- anforderungselementes (15) und eines Fahrtrichtungsauswahlelementes (19) variierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremseinrichtung (8) eine zusätzliche Betätigungseinrichtung (29) zugeordnet ist, die mit dem Leistungs- anforderungselement und/oder dem Fahrtrichtungsauswahlelement wirkverbunden ist und über die die Bremseinrichtung bei Vorliegen einer über das Leistungsanforderungselement und/oder das Fahrtrichtungsauswahlelement fahrerseitig angeforderten Verzögerung des Fahrzeuges und vorliegendem Kraftfluss zwischen der Antriebsmaschine und dem Abtrieb in einem ein

Bremsmoment in den Antriebsstrang einleitendem Umfang betätigbar ist.

2. Fahrzeug nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die

Bremseinrichtung (8) über einen vom Bremsbetätigungselement (9) betätigbaren Ventilblock (10) mit hydraulischem Druck zur Darstellung eines Bremsmomentes beaufschlagbar ist.

3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Leistungsanforderungselement (15) und/oder das Fahrtrichtungsauswahlelement (19) und das Bremsbetätigungselement (9) über eine Fahrzeugelektronik (16) mit einer vorzugsweise als Proportionalventil ausgebildeten Ventileinrichtung der Betätigungseinrichtung (29) wirkverbunden ist, über die die Bremseinrichtung (8) mit hydraulischem Druck zur Darstellung eines Bremsmomentes beaufschlagbar ist.

4. Fahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wechselventileinrichtung (14) vorgesehen ist, über die die Bremseinrichtung (8) entweder vom Ventilblock (10) oder von der Ventileinrichtung (28) mit hydraulischem Druck beaufschlagbar ist.

5. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (8) eine Betriebsbremse des Fahrzeuges (2) mit zwei unabhängigen Bremskreisen umfasst.

6. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung eine Betriebsbremse des Fahrzeuges mit einem unabhängigen Bremskreis umfasst.

7. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung eine in einem Gelenkwellenstrang vorgesehene Haltebremse aufweist.

8. Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges (1 ) mit einem eine Antriebsmaschine (3), eine damit wirkverbundene hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebeeinrichtung (4) und einen Abtrieb (5) umfassenden Antriebsstrang (2) und mit wenigstens einer Bremseinrichtung (8) während einer angeforderten Verzögerung eines Fahrzeuges (1 ) bei fahrerseitig unbetä- tigter Bremseinrichtung (8), wobei ein Kraftfluss zwischen der Antriebsmaschine (3) und dem Abtrieb (5) hergestellt ist und im Bereich des Abtriebs (5) ein antriebsmaschinenseitiges Schubmoment anliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (8) bei Vorliegen einer Drehzahl der Antriebsmaschine (3) größer als eine definierte Drehzahlschwelle in einem ein Bremsmoment in den Antriebsstrang (2) einleitendem Umfang betätigt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übersetzung der Getriebeeinrichtung (4) bei Vorliegen einer Vorgabe zum Verzögern des Fahrzeuges (1 ) vergrößert wird.

10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgabe zum Verzögern eines Fahrzeuges (1 ) von einem Fahrer durch Abgabe einer Anforderung für einen Fahrtrichtungswechsel ergeht.

1 1 . Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgabe zum Verzögern eines Fahrzeuges (1 ) während einer Bergabfahrt ausgelöst wird.

Description:
Fahrzeug und Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges

Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 und ein Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches 8 näher definierten Art.

Aus der DE 602 12 384 T2 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges bzw. ein Verfahren zur Umkehr der Fahrtrichtung eines sich bewegenden Fahrzeuges bekannt, bei dem eine Bewegung einer Gangwahleinrichtung in eine Position, die eine neue beabsichtigte Fahrtrichtung angibt, erfasst wird. Ein solches Umkehrverfahren wird während eines Betriebes eines Radladers häufig durchgeführt. Beim Laden durchfährt ein Radlader jeweils wechselweise kurze Wege in Vorwärts- und Rückwärtsfahrtrichtung. Dabei wird das Fahrzeug bzw. ein Radlader beispielsweise zunächst in Vorwärtsfahrtrichtung bewegt und bei Vorliegen einer Anforderung für einen Fahrtrichtungswechsel bis zum Fahrzeugstillstand abgebremst und anschließend in Rückwärtsfahrtrichtung betrieben. Daran anschließend wird der Radlader wiederum vollständig abgebremst und anschließend wieder in Vorwärtsfahrtrichtung betrieben.

Um zu vermeiden, dass ein Motor eines Fahrzeuges bei einem fahrersei- tig angeforderten Fahrtrichtungswechsel zum Bremsen des Fahrzeuges herangezogen wird und ein Kraftstoffverbrauch des Motors in unerwünschtem Umfang ansteigt, werden die Fahrbremsen des Fahrzeuges, die Radbremsen sind, abhängig vom Grad einer fahrerseitigen Betätigung eines Gaspedals des Fahrzeugs betätigt, nachdem die Gangwahleinrichtung in eine zur neuen Fahrtrichtungsposition äquivalenten Stellung überführt ist. Dabei ist es vorgesehen, dass das Ausmaß der Betätigung der Fahrbremsen mit steigender Betätigung des Gaspedals des Fahrzeuges zunimmt.

Ein Antriebstrang des Fahrzeuges umfasst einen Verbrennungsmotor in Form eines Dieselmotors, ein Automatikgetriebe bzw. ein Hauptgetriebe und einen zwischen dem Hauptgetriebe und dem Verbrennungsmotor angeordneten hydrodynamischen Drehmomentwandler. Das Hauptgetriebe ist mit einem Vorwärts- Rückwärts-Getriebe ausgeführt und eine Pumpe für die Hebehydraulik des Fahrzeugs wird über eine Ausgangswelle vom Verbrennungsmotor angetrieben. Eine Ausgangswelle des Hauptgetriebes ist mit einem Differentialgetriebe einer Radachse verbunden, auf der Antriebsräder des Fahrzeuges angeordnet sind. Die Fahrbremse ist in an sich bekannter Art und Weise jeweils im Bereich der Räder vorgesehen.

Ausgehend von einem Betriebszustand des Fahrzeuges, zu dem das als Radlader ausgeführte Fahrzeug bei einer im Hauptgetriebe eingelegten Ist- Übersetzung mit einer aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit in Vorwärtsfahrtrichtung betrieben wird, und bei einer fahrerseitigen Anforderung für einen Wechsel der Fahrtrichtung von Vorwärts- in Rückwärtsfahrtrichtung und gleichzeitiger Auswahl einer Übersetzung für Rückwärtsfahrt im Hauptgetriebe wird vom Fahrer die Gangwahleinrichtung in eine hierfür äquivalente Position verstellt. Die fahrerseitige Betätigung der Gangwahleinrichtung in die neue Position wird durch eine Erfassungseinrichtung erfasst, die mit einer Steuereinheit verbunden ist.

Aufgrund der Bewegung der Gangwahleinrichtung bzw. der Erfassung der neuen Position der Gangwahleinrichtung wird das Hauptgetriebe des Fahrzeugs vom Verbrennungsmotor des Fahrzeugs im Bereich des Vorwärts- Rückwärts-Getriebes entkoppelt, womit die Motorleistung nun in ihrer Gesamtheit zur Versorgung hydraulischer Funktionen über die Pumpe und andere Leistungsverbraucher in dem Fahrzeug zur Verfügung steht. Sowohl eine Motordrehzahl als auch eine von der Fahrbremse zur Verfügung gestellte Bremskraft werden erhöht, während gleichzeitig die Fahrzeitgeschwindigkeit reduziert wird.

Um das Fahrzeug bei angefordertem Fahrtrichtungswechsel abzubremsen, ist vom Fahrer bei gleichzeitig unbetätigter Fahrbremse das Gaspedal zu drücken. Dies führt zu einer gesteuerten Betätigung der Fahrbremsen des Fahrzeuges. Die Position des Gaspedals wird zu diesem Zweck durch eine zweite Erfassungseinrichtung erfasst. Dabei wird das Ausmaß der Betätigung der Fahrbremsen als Funktion der Position des Gaspedals des Fahrzeugs gesteuert, wobei die Fahrzeugverzögerung in gewünschtem Umfang linear oder nicht linear gesteuert einstellbar ist.

Nachteilig dabei ist jedoch, dass die zum Bremsen des Fahrzeuges aufzuwendende Energie aufgrund der Entkopplung der Brennkraftmaschine vom Hauptgetriebe damit vom Abtrieb des Fahrzeuges nicht für den Antrieb von mit der Brennkraftmaschine verbundenen hydraulischen Verbrauchern verwendbar bzw. rekuperierbar ist.

Bei mit hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigten Getriebeeinrichtungen ausgeführten Fahrzeugantriebssträngen ohne hydrodynamische Drehmomentwandler wird bei einer fahrerseitigen Anforderung zum Verzögern eines Fahrzeuges bei gleichzeitig fahrerseitig unbetätigter Betriebsbremse der Kraft- fluss zwischen einer Antriebsmaschine, wie einem Dieselmotor oder dergleichen, und einem Abtrieb nicht unterbrochen und die Antriebsmaschine in einen Schubbetrieb überführt, um am Abtrieb ein entsprechendes Schubmoment anlegen zu können. Gleichzeitig wird eine Übersetzung der Getriebeeinrichtung während des Verzögerungsvorganges des Fahrzeuges vergrößert und die Bremswirkung der Antriebsmaschine verstärkt, die im Schubbetrieb keinen Kraftstoff verbraucht. Wird während eines solchen Betriebszustandsverlaufes eines Fahrzeugantriebsstranges gleichzeitig ein weiterer Verbraucher eines mit dem Fahrzeugantriebsstrang ausgeführten Fahrzeuges einer Arbeitshydraulik betätigt, ist die Schubleistung des Fahrantriebes direkt in die Fahrzeughydraulik rekuperierbar, da der Kraftfluss im Bereich des Getriebes zwischen dem Abtrieb und der Antriebsmaschine während eines Verzögerungsvorganges des Fahrzeuges dauerhaft aufrecht erhalten wird.

Bei dieser Vorgehensweise ist jedoch problematisch, dass bei Verzögerungsvorgängen eines Fahrzeuges ausgehend von höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten die jeweils von der Antriebsmaschine zur Umsetzung der angeforderten Verzögerung des Fahrzeuges zur Verfügung zu stellende Bremswirkung nur dann realisierbar ist, wenn eine Drehzahl der Antriebsmaschine wäh- rend des Verzögerungsvorganges des Fahrzeuges die Funktionsweise der Antriebsmaschine unter Umständen nachteilig beeinflussenden Werte annimmt.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug und ein Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges zur Verfügung zu stellen, mittels welchem eine Beeinträchtigung einer Funktionsweise einer Antriebsmaschine während einer antnebsmaschinenseitigen Unterstützung einer Verzögerung eines Fahrzeuges vermieden wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Fahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 8 gelöst.

Das erfindungsgemäße Fahrzeug ist mit einem eine Antriebsmaschine, eine damit wirkverbundene hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebeeinrichtung und einen Abtrieb umfassenden Antriebsstrang und mit wenigstens einer Bremseinrichtung, mittels der bei einer entsprechenden fah- rerseitigen Betätigung des Bremsbetätigungselementes ein Bremsmoment in den Antriebsstrang einleitbar ist, ausgeführt. Ein Antriebsmoment der Antriebsmaschine ist in Abhängigkeit einer fahrerseitigen Betätigung eines Leis- tungsanforderungselementes und eines Fahrtrichtungsauswahlelementes variierbar.

Erfindungsgemäß ist der Bremseinrichtung eine zusätzliche Betätigungseinrichtung zugeordnet, die mit dem Leistungsanforderungselement und/oder dem Fahrtrichtungsauswahlelement wirkverbunden ist und über die die Bremseinrichtung bei Vorliegen einer über das Leistungsanforderungselement und/oder das Fahrtrichtungsauswahlelement fahrerseitig angeforderten Verzögerung des Fahrzeuges und vorliegendem Kraftfluss zwischen der Antriebsmaschine und dem Abtrieb in einem ein Bremsmoment in den Antriebsstrang einleitenden Umfang betätigbar ist. Damit besteht auf einfache Art und Weise die Möglichkeit, eine vorzugsweise fahrerseitig oder von einem Fahrprogramm beispielsweise während eines Fahrtrichtungswechsels oder einer Bergabfahrt des Fahrzeuges angeforderte Verzögerung eines Fahrzeuges zunächst mittels eines Schubbetriebs der Antriebsmaschine umzusetzen und bei Erreichen unzulässig hoher Drehzahlen der Antriebsmaschine die Verzögerung des Fahrzeuges durch entsprechende Betätigung der Bremseinrichtung über die zusätzliche Betätigungseinrichtung automatisiert zu unterstützen und somit eine Beeinträchtigung der Funktionsweise der Antriebsmaschine auf konstruktiv einfache Art und Weise zu vermeiden.

Bei einer konstruktiv einfach ausgeführten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Fahrzeuges ist die Bremseinrichtung über einen vom Bremsbetätigungselement betätigbaren Ventilblock mit hydraulischem Druck zur Darstellung eines Bremsmomentes beaufschlagbar.

Sind das Leistungsanforderungselement und/oder das Fahrtrichtungsauswahlelement und das Bremsbetätigungselement über ein Steuergerät mit einer vorzugsweise als Proportionalventil ausgebildeten Ventileinrichtung wirkverbunden, über die die Bremseinrichtung mit hydraulischem Druck zur Darstellung eines Bremsmomentes beaufschlagbar ist, ist die Bremseinrichtung mit geringem Steuer- und Regelaufwand und auf konstruktiv einfache Art und Weise während eines Verzögerungsvorganges eines Fahrzeuges automatisiert betätigbar, um Beschädigungen der Antriebsmaschine zu vermeiden.

Bei einer ebenfalls durch einen geringen Betätigungsaufwand gekennzeichneten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fahrzeuges ist eine Wechselventileinrichtung vorgesehen, über die die Bremseinrichtung entweder vom Ventilblock oder von der Ventileinrichtung mit hydraulischem Druck beaufschlagbar ist.

In Abhängigkeit des jeweils vorliegenden Anwendungsfalles umfasst die Bremseinrichtung eine Betriebsbremse des Fahrzeuges mit einem oder mit zwei unabhängigen Bremskreisen und/oder weist die Bremseinrichtung eine in einem Gelenkwellenstrang vorgesehene Haltebremse auf, über die jeweils bedarfsgerecht die zur Vermeidung einer Schädigung der Antriebsmaschine erforderliche Bremsleistung während einer Verzögerung des Fahrzeuges in den Antriebsstrang einleitbar ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeuges mit einem eine Antriebsmaschine, eine damit wirkverbundene hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebeeinrichtung und einen Abtrieb umfassenden Antriebsstrang und mit wenigstens einer Bremseinrichtung während einer angeforderten Verzögerung eines Fahrzeuges bei fahrerseitig unbe- tätigter Bremseinrichtung sowie zwischen der Antriebsmaschine und dem Abtrieb hergestellten Kraftfluss wird im Bereich des Abtriebs ein antriebsmaschi- nenseitiges Schubmoment zur Verfügung gestellt.

Erfindungsgemäß wird bei Überschreiten einer definierten Drehzahlschwelle der Antriebsmaschine die Bremseinrichtung in einem ein Bremsmoment in den Antriebsstrang einleitenden Umfang betätigt, um eine Beeinträchtigung einer Funktionsweise der Antriebsmaschine auf einfache Art und Weise zu vermeiden.

Bei einer vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Übersetzung der Getriebeeinrichtung bei Vorliegen einer Fahrerwunschvorgabe zum Verzögern des Fahrzeuges vergrößert, womit das über die Antriebsmaschine zur Verfügung stellbare Schubmoment auf einfache Art und Weise erhöht wird.

Sowohl die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale als auch die im nachfolgenden Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gegenstandes angegebenen Merkmale sind jeweils für sich alleine oder in beliebiger Kombination miteinander geeignet, den erfindungsgemäßen Gegenstand weiterzubilden. Die jeweiligen Merkmalskombinationen stellen hinsichtlich der Weiterbildung des Gegenstandes nach der Erfindung keine Einschränkung dar, sondern weisen im Wesentlichen lediglich beispielhaften Charakter auf.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen der des erfindungsgemäßen Gegenstandes ergeben sich aus den Patentansprüchen und dem nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung prinzipmäßig beschriebenen Ausführungsbeispiel.

Die einzige Figur der Zeichnung zeigt ein Funktionsschema eines Fahrzeuges.

In der Figur ist ein Funktionsschema eines Fahrzeuges 1 mit einem Antriebsstrang 2 dargestellt, der eine vorliegend als Dieselmotor ausgeführte Antriebsmaschine 3, eine damit wirkverbundene hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigte Getriebeeinrichtung 4 und einen Abtrieb 5 bzw. eine Fahrzeugvorderachse 6 und Fahrzeughinterachse 7 umfasst. Sowohl der Fahrzeugvorderachse 6 als auch der Fahrzeughinterachse 7 ist jeweils eine Bremseinrichtung 8 zugeordnet, die vorliegend eine Betriebsbremse mit zwei unabhängigen Bremskreisen aufweist.

Die Bremseinrichtung 8 ist von einem Fahrer über ein Bremsbetätigungselement 9 bzw. ein Bremspedal betätigbar, wobei bei einer entsprechenden fahrerseitigen Betätigung des Bremsbetätigungselementes 9 über die Bremseinrichtung 8 ein Bremsmoment in den Antriebsstrang 2 einleitbar ist. Hierfür ist das Bremsbetätigungselement 9 mit einem Ventilblock 10 verbunden, in dessen Bereich ein von einer Pumpeneinrichtung 1 1 der hydraulischen Bremseinrichtung 8 zur Verfügung gestellter Hydraulikdruck in Richtung einer vorliegend zwei Wechselventile 12 und 13 umfassenden Wechselventileinrichtung 14 weiterleitbar ist. Bei entsprechend über den Ventilblock 10 an der Wechselventileinrichtung 14 anliegendem hydraulischem Druck wird der hydraulische Druck über die Wechselventile 12 und 13 in Richtung der im Bereich der Fahrzeugvorderachse 6 und der Fahrzeughinterachse 7 angeordneten Bremseinrichtung 8 weitergeleitet und in an sich bekannter Art und Weise im Bereich der Fahrzeugvorderachse 6 und der Fahrzeughinterachse 7 ein entsprechendes Bremsmoment in den Antriebsstrang 2 eingeleitet und das Fahrzeug 1 entsprechend verzögert.

Des Weiteren umfasst das Fahrzeug 1 ein Leistungsanforderungsele- ment 15 in dessen Bereich der Fahrer jeweils eine Fahrerwunschvorgabe bzw. eine Anforderung für ein gewünschtes und von der Antriebsmaschine 3 zur Verfügung zu stellendes Drehmoment an eine Fahrzeugelektronik 16 übertragbar ist. Die Fahrzeugelektronik 16 ist hierfür über einen sogenannten CAN- Bus 17 mit einem der Antriebsmaschine 3 zugeordneten Steuergerät 18 signaltechnisch verbunden.

Zusätzlich ist das Fahrzeug 1 mit einem Fahrtrichtungsauswahlelement 19 bzw. einem Fahrschalter ausgeführt, über den neben einer Fahrtrichtung des Fahrzeuges 1 in Vorwärtsfahrtrichtung oder in Rückwärtsfahrtrichtung in der Getriebeeinrichtung 4 verschiedene Übersetzungsbereiche und auch ein sogenannter Neutralbetriebszustand der Getriebeeinrichtung einlegbar ist, zu dem ein Kraftfluss zwischen der Antriebsmaschine 3 und dem Abtrieb 5 im Bereich der Getriebeeinrichtung 4 unterbrochen ist.

Ein Wechsel zwischen einem Vorwärtsfahrtbetriebsmodus und einem Rückwärtsfahrtbetriebsmodus des Fahrzeuges 1 erfolgt über eine sogenannte Reversiereinheit 20, in deren Bereich eine Drehrichtung der Antriebsmaschine 3 jeweils in eine für eine Vorwärtsfahrtrichtung und eine Rückwärtsfahrtrichtung äquivalente Drehrichtung im Bereich des Abtriebs 5 wandelbar ist. Die Reversiereinheit 20 ist vorliegend im Kraftfluss des Antriebsstranges 2 zwischen der Antriebsmaschine 3 und einem zur Leistungsverzweigung vorgesehenen Planetentrieb 21 angeordnet, wobei die Reversiereinheit im Bereich einer ersten Welle 22 mit dem Planetentrieb 21 gekoppelt ist. Zusätzlich ist der Planetentrieb 21 im Bereich einer weiteren Welle 23 mit einem Hydromodul 24 und im Bereich einer dritten Welle 25 wiederum sowohl mit dem Hydromodul 24 als auch mit einer Bereichsschaltung 26 wirkverbunden. Im Bereich der Bereichsschaltung 26 werden wiederum in an sich bekannter Art und Weise durch Betätigen verschiedener Schaltelemente verschiedene Übersetzungsbereiche eingelegt, innerhalb welchen eine Übersetzung der Getriebeeinrichtung 4 über das Hydromodul 24 jeweils stufenlos variierbar ist. Das im Bereich der Bereichsschaltung 26 entsprechend gewandelte Drehmoment wird über eine Abtriebswelle 27 in Richtung des Abtriebs 5 weitergeleitet.

Liegt eine beispielsweise fahrerseitig ausgelöste Anforderung für eine Verzögerung des Fahrzeuges 1 , beispielsweise durch eine entsprechende Betätigung des Fahrtrichtungsauswahlelementes 19 für einen Fahrtrichtungswechsel des Fahrzeugesl vor, ist das Fahrzeug 1 ausgehend von der aktuellen Ist-Fahrzeuggeschwindigkeit in Richtung des Fahrzeugstillstandes abzubremsen und anschließend in entgegengesetzter Fahrtrichtung in Abhängigkeit der Betätigung des Leistungsanforderungselementes 15 wiederum zu beschleunigen und mit der angeforderten Fahrtgeschwindigkeit zu betreiben. Hierfür wird der Kraftfluss im Antriebsstrang 2 zwischen der Antriebsmaschine 3 und dem Abtrieb 5 aufrecht erhalten und gleichzeitig die Antriebsmaschine 3 während der Verzögerung des Fahrzeuges 1 in Richtung des Fahrzeugstillstandes in einen Schubbetrieb überführt, in dem über die Antriebsmaschine 3 am Abtrieb 5 ein das Fahrzeug verzögerndes Schubmoment anlegbar ist, wobei die Antriebsmaschine 3 im Schubbetrieb keinen Kraftstoff verbraucht. Gleichzeitig wird die Übersetzung der Getriebeeinrichtung 4 erhöht, um am Abtrieb 5 ein möglichst hohes antriebsmaschinenseitiges Schubmoment anlegen zu können.

Wird im Bereich des Steuergerätes 18 eine Drehzahl der Antriebsmaschine 3 größer als eine definierte Drehzahlschwelle bei gleichzeitig fahrerseitig unbetätigter Bremseinrichtung ermittelt, wird die Bremseinrichtung 8 in der nachfolgend näher beschriebenen Art und Weise in einem ein Bremsmoment in den Antriebsstrang 2 einleitenden Umfang betätigt.

Das Leistungsanforderungselement 15 und das Fahrtrichtungsauswahlelement 19 sowie das Bremsbetätigungselement 9 sind über die Fahrzeugelektronik 16 und den CAN-Bus 17 mit einer zusätzlichen Betätigungseinrichtung 29 wirkverbunden, die eine als Proportionalventil ausgebildete Ventilein- richtung 28 aufweist, über die die Bremseinrichtung 8 mit hydraulischem Druck zur Darstellung eines Bremsmomentes beaufschlagbar ist. Das bedeutet, dass bei Ermitteln einer Drehzahl der Antriebsmaschine 3 größer als die definierte Drehzahlschwelle die Ventileinrichtung 28 von der Fahrzeugelektronik 16 betätigt wird und der von der Pumpeneinrichtung 1 1 an der Ventileinrichtung 28 anliegende hydraulische Druck im Bereich der Ventileinrichtung 28 in Richtung der Wechselventile 12 und 13 weitergeleitet wird. Der dann an den Wechselventilen 12 und 13 anliegende hydraulische Druck der Pumpeneinrichtung 1 1 wird wiederum in Richtung der Bremseinrichtung 8 weitergeleitet und erzeugt im Bereich der Fahrzeugvorderachse 6 und der Fahrzeughinterachse 7 jeweils ein Bremsmoment, um das Fahrzeug in gewünschtem Umfang zu verzögern und gleichzeitig die Antriebsmaschine 3 zu entlasten und die Drehzahl der Antriebsmaschine 2 auf ein zulässiges Maß reduzieren zu können.

Mit der vorbeschriebenen Ausführung des Fahrzeuges 1 mit dem Ventilblock 10, der Wechselventileinrichtung 14 und der zusätzlichen Ventileinrichtung 28 ist die Bremswirkung der Bremseinrichtung 8 entweder fahrerseitig über das Bremsbetätigungselement 9 oder automatisiert über die Fahrzeugelektronik 16 anforderbar, wobei die Druckversorgung der Ventileinrichtung 28 entweder in der in der Figur dargestellten Art und Weise direkt von der Pumpeneinrichtung 1 1 oder über den Ventilblock 10 der Bremseinrichtung 8 erfolgen kann.

Mit dem erfindungsgemäßen Fahrzeug und der erfindungsgemäßen Vorgehensweise wird die Antriebsmaschine eines Antriebsstranges eines Fahrzeuges während einer Verzögerung eines Fahrzeuges auf einfache Art und Weise vor einer die Funktionsweise einer Antriebsmaschine irreversibel beeinträchtigenden Überdrehzahl geschützt und gleichzeitig eine angeforderte bzw. gewünschte Verzögerung eines Fahrzeuges umgesetzt. Dabei hat der Fahrer des erfindungsgemäßen Fahrzeuges immer die Möglichkeit, die automatisiert dargestellte Bremswirkung durch Betätigen des Bremsbetätigungselementes zu erhöhen. In Abhängigkeit des jeweils vorliegenden Anwendungsfalles ist auch ein vereinfachtes System mit nur einem Bremskreis zur automatisierten Bremsunterstützung während eines Verzögerungsvorganges eines Fahrzeuges verwendbar, wobei die Möglichkeit besteht, entweder nur die Vorder- oder nur die Hinterachsbremse einzusetzen.

Wird eine Fahrzeugantriebsstrang mit einer vorzugsweise als Lamellenbremse ausgeführten Haltebremse im Bereich eines Gelenkwellenstranges ausgeführt, ist auch eine solche Haltebremse automatisiert betätigbar, um während eines angeforderten Verzögerungsvorganges eines Fahrzeuges in den Antriebsstrang ein Bremsmoment einzuleiten und eine Antriebsmaschine vor Überdrehzahlen zu schützen. Bei einem solchen Antriebsstrang ist ein Eingriff in den Betriebszustand einer Betriebsbremse eines Fahrzeuges nicht notwendig, wenn über diese Haltebremse eine ausreichende Bremswirkung zur Verfügung steht.

Bezuqszeichen

Fahrzeug

Antriebsstrang

Antriebsmaschine

Getriebeeinrichtung

Abtrieb

Fahrzeugvorderachse

Fahrzeughinterachse

Bremseinrichtung

Bremsbetätigungselement

Ventilblock

Pumpeneinrichtung

, 13 Wechselventil

Wechselventileinrichtung

Leistungsanforderungselement

Fahrzeugelektronik

CAN-Bus

Steuergerät

Fahrtrichtungsauswahlelement

Reversiereinheit

Planetentrieb

, 23 Welle des Planetentriebs

Hydromodul

Welle des Planetentriebs

Bereichsschaltung

Ausgangswelle

Ventileinrichtung

Betätigungseinrichtung