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Patent Searching and Data


Title:
VISIBLE COMPONENT FOR A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2022/089813
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a visible component for a motor vehicle, comprising a main body (10) which is in the form of a fiber-reinforced plastic component with a multi-layer fiber reinforcement (30) which is integrated into an at least substantially transparent plastic matrix (20). The fiber reinforcement (30) is formed by an opaque visible layer (35) or a visible layer in the form of a metalized glass fiber layer (36) and by substantially transparent structural layers (31-34).

Inventors:
ZEILMEIER BERNHARD (DE)
SCHADE MIRKO (DE)
REINHARDT CORNELIA (DE)
Application Number:
PCT/EP2021/073945
Publication Date:
May 05, 2022
Filing Date:
August 31, 2021
Export Citation:
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Assignee:
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG (DE)
International Classes:
B32B5/02; B32B3/08; B32B5/26; B32B7/12; B32B15/02; B32B15/14
Foreign References:
EP3335869A12018-06-20
DE102018133306A12020-06-25
DE10154543A12003-05-15
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Claims:
Patentansprüche

1. Sichtbauteil für ein Kraftfahrzeug mit: einem Grundkörper (10), der als faserverstärktes Kunststoffbauteil ausgebildet ist mit einer mehrlagigen Faserverstärkung (30), die in eine zumindest weitgehend transparente Kunststoffmatrix (20) eingebunden ist, wobei die Faserverstärkung (30) durch eine opake Sichtlage (35), insbesondere durch eine Kohlenstofffaserlage, eine Aramidfaserlage oder eine Metallfaserlage, und weitgehend transparente Strukturlagen (31-34) gebildet ist.

2. Sichtbauteil für ein Kraftfahrzeug mit: einem Grundkörper (10), der als faserverstärktes Kunststoffbauteil ausgebildet ist mit einer mehrlagigen Faserverstärkung (30), die in eine zumindest weitgehend transparente Kunststoffmatrix (20) eingebunden ist, wobei die Faserverstärkung (30) durch eine Sichtlage in Form einer metallisierten Glasfaserlage (36) und weitgehend transparente Strukturlagen (31- 34) gebildet ist.

3. Sichtbauteil nach Patentanspruch 1 oder 2, bei dem die Strukturlagen (31-34) als Glasfaserlagen ausgebildet sind.

4. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, bei dem die Sichtlage (35, 36) durch ein Gewebe, Gelege, Gewirke, Vlies oder Geflecht gebildet ist.

5. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, bei dem die Kunststoffmatrix (20) eine duromere Kunststoffmatrix ist. 6. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, das weiterhin eine Lichtquelle (40) aufweist, die auf einer der Sichtlage (35, 36) abgewandten Seite des Grundkörpers (10) angeordnet ist, wobei Licht, das aus der Lichtquelle (40) abgestrahlt wird, den Grundkörper (10) in Richtung auf die Sichtlage (35) durchleuchtet.

7. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, das weiterhin mindestens eine Farbfilterschicht (60, 60A) aufweist, die auf dem Grundkörper (10) angeordnet ist.

8. Sichtbauteil nach Patentanspruch 7, bei dem die mindestens eine Farbfilterschicht (60, 60A) durch eine Lackschicht oder durch einen Aufkleber gebildet ist.

9. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, das weiterhin eine Maskierungsschicht (50) aufweist, die auf dem Grundkörper (10) angeordnet ist.

10. Sichtbauteil nach Patentanspruch 9, bei dem die Maskierungsschicht (50) durch eine Lackschicht oder durch einen Aufkleber gebildet ist.

11 . Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, das ein Interieurbauteil eines Kraftfahrzeugs ist.

12. Sichtbauteil nach einem der vorangehenden Patentansprüche, das ein Exterieurbauteil eines Kraftfahrzeugs ist.

Description:
Beschreibung

Sichtbauteil für ein Kraftfahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Sichtbauteil für ein Kraftfahrzeug und insbesondere ein durchleuchtbares Sichtbauteil.

Kraftfahrzeuge weisen Funktionsleuchten auf, wie beispielsweise Scheinwerfer oder Blinker. Aus designtechnischen Gründen besteht der Wunsch neben diesen Funktionsleuchten auch weitere Sichtbauteile eines Kraftfahrzeugs beleuchten zu können bzw. mit einer Leuchtfunktion auszustatten. Dies gilt für Sichtbauteile im Interieur ebenso wie für Bauteile im Exterieur eines Fahrzeugs.

Bekannt sind beispielsweise Spritzgussteile, die laserstrukturiert werden und mit einer Lichtquelle durchleuchtet werden, wie z.B. die in der Druckschrift DE 101 545 43 A1 beschriebenen Drucktaster für Tastenschalter. Nachteilig ist eine hohe Extinktion des Lichts beim Durchqueren des Bauteils, was zu einer Reduzierung der Leuchtkraft auf der Sichtseite des Bauteils führt. Zur Erzielung einer ausreichenden Leuchtkraft sind starke Wandstärkenreduzierungen und/oder starke Lichtquellen. Ersteres bedingt Bauteilschwächungen, letzteres einen großen Bauraumbedarf und hohen Stromverbrauch. Zudem erfordert die Laserstrukturierung einen zusätzlichen Fertigungsschritt bei der Herstellung der Bauteile.

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der Erfindung ein Sichtbauteil für ein Kraftfahrzeug anzugeben, welches hinsichtlich der Be- bzw. Durchleuchtbarkeit verbessert ist und insbesondere eine hohe Strahlungsintensität im leuchtenden Zustand aufweist. In einem weiteren Aspekt soll das Sichtbauteil kostengünstig herstellbar sein. Gelöst wird die Aufgabe durch ein Sichtbauteil nach Patentanspruch 1 und ein Sichtbauteil nach Patentanspruch 2. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.

Es wird ein Sichtbauteil angegeben mit einem Grundkörper, der als faserverstärktes Kunststoffbauteil ausgebildet ist mit einer mehrlagigen Faserverstärkung, die in eine zumindest weitgehend transparente Kunststoffmatrix eingebunden ist. Erfindungsgemäß ist die Faserverstärkung durch weitgehend transparente Strukturlagen und eine Sichtlage gebildet, die entweder als opake Faserlage oder als metallisierte Glasfaserlage ausgebildet ist.

Der Grundkörper des Sichtbauteils definiert im Wesentlichen die äußeren Konturen und die Form des Sichtbauteils, beispielsweise bildet der Grundkörper die vollständige sichtbare Oberfläche des Bauteils ab. Der Grundkörper definiert darüber hinaus vorzugsweise auch die mechanischen Eigenschaften des Sichtbauteils, wie z.B. die Biegefestigkeit oder Verwindungssteifigkeit. Das Sichtbauteil kann neben dem Grundkörper noch weitere Elemente wie z.B. Befestigungsmittel oder Aufnahmen für Befestigungsmittel aufweisen.

Der Grundkörper hat eine Sichtseite, die im verbauten Zustand des Sichtbauteils zumindest teilweise sichtbar ist. Die Faserverstärkung weist mehrere übereinander geschichtete Faserlagen auf, wobei diejenige Faserlage, welche der Sichtseite am nächsten liegt, als Sichtlage oder auch als oberste Faserlage bezeichnet wird. Wird das Sichtbauteil von seiner Sichtseite aus betrachtet, so ist die Sichtlage durch das Matrixmaterial hindurch sichtbar.

Die Faserverstärkung weist weiterhin Strukturlagen auf. Bei den Strukturla- gen handelt es sich ebenfalls um Faserlagen. Die Strukturlagen definieren im Wesentlichen die mechanischen Eigenschaften des Sichtbauteils. Die Sichtlage kann, muss aber nicht, zur strukturellen Festigkeit des Bauteils beitragen. Die Strukturlagen sind aus einem Material ausgebildet, das im Verbund mit dem Matrixmaterial zumindest weitgehend transparent ist. Der Begriff „zumindest weitgehend transparent“ ist dabei so zu verstehen, dass das als weitgehend transparent bezeichnete Merkmal durchlässig für den überwiegenden Teil des für den Menschen sichtbaren Lichts ist und dass bei Licht die Konturen eines dahinterliegenden nichttransparenten Körpers klar erkennbar sind. Die zumindest weitgehend transparenten Faserlagen und die zumindest weitgehend transparente Kunststoffmatrix können auch vollständig transparent sein.

Mit anderen Worten gesagt weist das Sichtbauteil einen zumindest weitgehend transparenten Faserverbundkörper auf, in den neben mehreren weitgehend transparenten Faserlagen zusätzlich eine einzige Sichtlage integriert ist, die aus opaken Fasern oder metallisierten Glasfasern gebildet ist. Anders ausgedrückt besteht der Faserverbundkörper vorzugsweise aus einer Sichtlage, die aus opaken Fasern oder metallisierten Glasfasern gebildet ist, und die in einen zumindest weitgehend transparenten Verbund aus Strukturlagen und Kunststoffmatrix eingebettet ist.

Die durch diesen Aufbau erzielte Wirkung ist die folgende: Das Sichtbauteil sieht bei Tageslicht (ohne rückseitige Beleuchtung) wie ein herkömmliches Sichtbauteil aus. Die opake Sichtlage bzw. die metallisierte Glasfaserlage reflektiert einen Großteil des Lichts, wodurch diese Sichtlage für den Betrachter sichtbar ist und gleichzeitig verborgen wird, dass der darunterliegende Aufbau weitgehend transparent ist. Die opake Sichtlage bzw. die metallisierte Glasfaserlage lassen das Sichtbauteil im unbeleuchteten Zustand wie ein herkömmliches Sichtbauteil erscheinen. Wird das Bauteil hingegen von der Rückseite beleuchtet, so bewirkt der unter der Sichtlage liegende weitgehend transparente Faserverbundaufbau, dass ein Großteil des Lichts durch das Bauteil hindurchtritt, wodurch dieses für den Betrachter leuchtet. Hierzu ist nur eine relativ geringe Lichtintensität notwendig, da das Sichtbauteil aufgrund seines Aufbaus nur wenig eintretendes Licht absorbiert. Beide Ausgestaltungen gehen somit auf dieselbe Idee zurück, nämlich einen Faserverbundkörper - abgesehen von der Sichtlage - weitgehend transparent zu gestalten und die Sichtlage so zu wählen, dass sie bei Tageslicht den darunterliegenden weitgehend transparenten Aufbau kaschiert, bei Hinterleuchtung jedoch Licht hindurchtreten lässt.

Unter „opaker Faserlage“ soll eine Faserlage verstanden werden, die durch opake Fasern gebildet ist. Die Fasern selbst sind somit lichtundurchlässig, gleichwohl tritt durch die Faserzwischenräume Licht durch die Faserlage hindurch. Die opake Sichtlage kann beispielsweise aus Aram idfasern, Metallfa- sern oder Kohlenstofffasern oder Kombinationen dieser Fasern gebildet werden. In einer Ausgestaltung kann die Sichtlage beispielsweise durch eine Kohlenstofffaserlage gebildet sein, wodurch das Sichtbauteil wie ein herkömmliches Bauteil in Carbon-Sichtoptik wirkt.

Alternativ zu der opaken Sichtlage kann eine metallisierte Glasfaserlage verwendet werden. Glasfasern als solche sind milchig-trüb und transluzent. Durch die Metallisierung, die z.B. in Form einer Bedampfung erfolgen kann, wird die Glasfaserlage mit einer sehr dünnen Metallschicht überzogen. Die Dicke der Metallschicht wird vorzugsweise so gewählt, dass die Glasfaser bei Auflicht für einen Betrachter wie eine Metallfaser wirkt. Es kann vorteilhaft sein, wenn die Metallschicht eine Dicke im Bereich von 10 nm bis 100 nm hat. In einer bevorzugten Ausgestaltung wird die Dicke der Metallisierung bzw. Metallbedampfung gleichzeitig so dünn gehalten, dass die metallisierte Glasfaser weiterhin transluzent ist, wenn sie mit Licht durchleuchtet wird. Dies hat den Vorteil, dass bei einer Beleuchtung des Sichtbauteils von der Bauteilrückseite das Licht auch durch die metallbedampften Glasfasern durchleuchtet. Während bei Verwendung einer opaken Sichtlage die Struktur der Sichtlage im beleuchteten Bauteil für den Betrachter sichtbar bleibt, kann mit einer derartigen metallisierte Glasfaserlage die Struktur der Sichtlage für den Betrachter weitgehend oder sogar vollständig verschwinden und eine noch deutlichere und klarere Lichtwirkung erzielt werden.

Die Metallisierung bzw. Bedampfung kann mit verschiedenen Metallen durchgeführt werden, wie z.B. mit Aluminium, Silber, Gold etc. Die jeweiligen Dicken der Metallschicht sind u.a. von dem Metall und dem verwendeten Verfahren abhängig. Zur Erreichung der voranstehend beschriebenen Wirkung hat es sich in einer Ausgestaltung als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn die metallisierte Glasfaserschicht eine aluminium-bedampfte Glasfaserschicht ist und die Aluminiumschicht eine Dicke im Bereich von 40 nm bis 60 nm und insbesondere im Bereich von 45 nm bis 55 nm aufweist.

Die Sichtlage kann z.B. durch ein Gewebe, ein Gelege, ein Gewirk, ein Vlies oder ein Geflecht ausgebildet sein. Wird als Sichtlage eine opake Faserlage verwendet, so tritt das Licht der rückseitigen Beleuchtung durch den weitgehend transparenten Grundkörper und die Faserzwischenräume der Sichtlage. In einer Ausgestaltung ist es vorteilhaft, wenn die Sichtlage durch ein Gewebe gebildet ist. Derartige Sichtlagen weisen relativ große und gleichmäßig verteilte Faserzwischenräume auf, die mit dem Matrixmaterial gefüllt sind und durch die das Licht hindurchtreten kann. Derart kann eine besonders hohe Menge an Licht durch das Bauteil hindurchtreten und es wird eine hohe Lichtintensität an der Sichtfläche erzielt. Die Kunststoffmatrix des Sichtbauteils ist weitgehend transparent. Grundsätzlich kann es sich bei der Kunststoffmatrix um eine duromere oder thermoplastische Kunststoffmatrix handeln. Für die Herstellung von Sichtbauteilen, die hohen mechanischen Anforderungen genügen müssen, kann es vorteilhaft sein, wenn die Kunststoffmatrix eine duromere Kunststoffmatrix ist.

Die Strukturlagen sind in einer Ausgestaltung der Erfindung bevorzugt als Glasfaserlagen ausgebildet. Die einzelnen Lagen von Glasfasern können als gerichtete Faserlagen, z.B. als Gelege, Gewebe, Geflecht o.ä., oder als ungerichtete Faserlagen, z.B. als Vlies, vorliegen. Werden Glasfasern mit einem weitgehend transparenten Matrixmaterial infiltriert, so werden Sie ebenfalls weitgehend transparent.

Das Sichtbauteil lässt sich - wie herkömmliche Faserverbundbauteile - mit bekannten und großseriengerechten Verfahren wie z.B. dem Nasspressen oder dem Resin Transfer Molding (RTM) herstellen. Es können auch Prepregs eingesetzt werden, die dann z.B. im Autoklaven weiterverarbeitet werden. Hierbei bedarf es weder zusätzlicher Fertigungsschritte noch zusätzlicher Anlagenkomponenten, wodurch die Herstellung kostengünstig erfolgen kann.

Das Sichtbauteil kann von seiner der Sichtseite abgewandten Rückseite durchleuchtet werden. Hierzu ist nur eine relativ geringe Lichtintensität notwendig, da das Sichtbauteil aufgrund seines voranstehend beschriebenen Aufbaus nur wenig eintretendes Licht absorbiert oder reflektiert. Das Sichtbauteil kann mittels einer Lichtquelle durchleuchtet werden, die im Fahrzeug auf der Rückseite des Sichtbauteils angeordnet ist. In einer Ausgestaltung kann jedoch das Sichtbauteil auch eine Lichtquelle aufweisen, die auf einer der Sichtlage abgewandten Seite des Grundkörpers angeordnet ist. Die Lichtquelle ist so angeordnet und ausgestaltet, dass Licht, das aus der Lichtquelle abgestrahlt wird, den Grundkörper in Richtung auf die Sichtlage durchleuchtet. Die Lichtquelle kann z.B. an dem Grundkörper befestigt sein. Die Lichtquelle kann z.B. eine LED sein. In einer Ausgestaltung wird eine besonders gleichmäßige Beleuchtung bei geringem Bauraumbedarf erreicht, indem als Lichtquelle eine flächige Lichtquelle verwendet wird, wie z.B. eine elektrolumineszierende Folie o.ä.

Zur Realisierung einer mehrfarbigen Beleuchtung kann der Grundkörper in einer Ausgestaltung weiterhin eine oder mehrere Farbfilterschicht(en) aufweisen. Die Farbfilterschicht(en) kann/können auf einer der Sichtlage abgewandten Seite auf dem Grundkörper angeordnet sein. Ebenso kann oder können die Farbfilterschicht(en) auf der Sichtseite des Grundkörpers angeordnet sein. Die Farbfilterschichten können z.B. das ganze Sichtbauteil oder nur Teile bedecken. Die Farbfilterschichten wirken wie ein Farbfilter und lassen nur bestimmte Wellenlängen des Lichtes passieren. Die Farbfilterschichten können z.B. durch transparente oder transluzente Farbschichten, wie z.B. Lackschichten oder Lasurschichten, gebildet sein.

Eine besonders flexible und kostengünstige Individualisierung des Sichtbauteils ist in einer Ausgestaltung möglich, indem die Farbfilterschicht(en) als Aufkleber auf den Grundkörper aufgeklebt wird/werden, vorzugsweise auf der Rückseite des Grundkörpers. Die Farbfilterschicht(en) kann/können z.B. auf einer Folie angeordnet oder als eine Folie ausgebildet sein, die z.B. als selbstklebende Folie ausgebildet ist oder eine Klebstoffschicht aufweist.

Die Verwendung von Farbfilterschichten ermöglicht es, eine einfarbige, z.B. weiße, Lichtquelle zu verwenden und das Sichtbauteil dennoch in mehreren unterschiedlichen Farben zu beleuchten. Auf den Einsatz von RGB-Leuchten kann verzichtet werden. Der Einsatz von Farbfilterschichten ist daher eine besonders kostengünstige Möglichkeit, mehrfarbige Lichteffekte in einem Bauteil zu erzeugen.

Alternativ oder ergänzend kann eine opake Maskierungsschicht vorgesehen sein, die vorzugsweise auf einer der Sichtlage abgewandten Seite auf dem Grundkörper angeordnet ist. Hierdurch wird es möglich, den Beleuchtungseffekt auf bestimmte Bereiche des Sichtbauteils auf einfache Art und Weise zu begrenzen. Die Maskierungsschicht ist vorzugsweise vollständig opak für das von der Lichtquelle emittierte Licht. Die Maskierungsschicht kann z.B. durch einen Lack oder eine Beschichtung ausgebildet sein. Alternativ kann die Maskierungsschicht in Form eines Aufklebers auf den Grundkörper aufgeklebt werden.

Durch die Verwendung von Maskierungsschichten und/oder Farbfilterschichten lassen sich vielfältige Lichteffekte erzeugen und z.B. Markenembleme, Schriftzüge, Designlinien oder beliebige Formen als Lichteffekt in Szene setzen.

Das Sichtbauteil kann beispielsweise ein Interieurbauteil eines Kraftfahrzeugs sein, wie z.B. ein Innenverkleidungsteil, eine Armlehne, eine Sitzschale o.ä. Das Sichtbauteil kann alternativ ein Exterieurbauteil eines Kraftfahrzeugs sein, wie z.B. eine Spiegelkappe, ein Spoiler, eine Fahrzeugklappe o.ä.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Sofern in dieser Anmeldung der Begriff "kann" verwendet wird, handelt es sich sowohl um die technische Möglichkeit als auch um die tatsächliche technische Umsetzung.

Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele an Hand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. Darin zeigen in schematischer Darstellung:

Figuren 1 bis 4 Schnittansichten von beispielhaften Sichtbauteilen,

Figur 5 eine Ansicht eines beispielhaften unbeleuchteten Sichtbauteils,

Figur 6 das Sichtbauteil aus Figur 5 im beleuchteten Zustand,

Figuren 7 bis 10 Schnittansichten von weiteren beispielhaften Sichtbauteilen, Figur 11 eine Ansicht eines weiteren beispielhaften unbeleuchteten Sichtbauteils und

Figur 12 das Sichtbauteil aus Figur 11 im beleuchteten Zustand.

Figur 1 zeigt ein erstes beispielhaftes Sichtbauteil 1. Das Sichtbauteil 1 weist einen Grundkörper 10 auf, der als faserverstärktes Kunststoffbauteil ausgebildet ist. Der Grundkörper 10 wird gebildet durch eine Kunststoffmatrix 20, in die eine Faserverstärkung 30 eingebettet ist. Die Faserverstärkung 30 wird durch mehrere Faserlagen gebildet, die zu einem Stapel aufeinander geschichtet sind. Die Faserverstärkung 30 besteht aus mehreren Strukturlagen 31 bis 34- hier beispielhaft vier Strukturlagen - sowie einer Sichtlage 35. Die Sichtlage 35 ist als oberste Lage der Sichtseite 2 des Sichtbauteils 1 zugewandt. Die Sichtlage 35 und die Strukturlagen 31-34 können vorzugsweise als gerichtete Faserlagen ausgebildet sein, die Sichtlage 35 ist vorzugsweise als ein Gewebe oder Gelege ausgebildet. Die Kunststoffmatrix 20 sowie die Strukturlagen 31 - 34 sind transparent bzw. weitgehend transparent ausgebildet. Beispielsweise wird ein transparente Kunststoffmatrix sowie Strukturlagen aus Glasfasern verwendet. Werden die Glasfaserlagen mit der transparenten Kunststoffmatrix infiltriert, so werden sie ebenfalls transparent bzw. weitgehend transparent. Im Gegensatz dazu ist die Sichtlage 35 als opake Sichtlage ausgebildet, vorzugsweise durch Aramidfaserlage oder eine Kohlenstofffaserlage. Die Sichtlage 35 ist - von der Sichtseite des Bauteils 1 betrachtet - durch die Kunststoffmatrix 20 hindurch sichtbar. Im unbeleuchteten Zustand wirkt das Sichtbauteil 1 wie ein herkömmliches Sichtbauteil in z.B. Carbon-Sichtoptik.

Auf der Rückseite des Bauteils 1 - also der der Sichtseite 2 abgewandten Seite - ist weiterhin eine Lichtquelle 40 angeordnet. Diese kann beispielsweise an dem Grundkörper mit oder ohne Abstand befestigt sein oder kann, wie in Figur 1 dargestellt, flächig auf den Grundkörper 10 aufgebracht sein. Von der Lichtquelle 40 wird Licht in Richtung auf den Grundkörper 10 abgestrahlt. Das Licht dringt durch den Grundkörper 10 hindurch und tritt auf der Sichtseite 2 aus diesem aus. Aufgrund der Verwendung einer weitgehend transparenten Kunststoffmatrix 20 und einer Faserverstärkung 30 mit nur einer einzigen opaken Faserlage 35 wird nur ein geringer Teil des von der Lichtquelle 40 emittierten Lichts absorbiert oder reflektiert. Das Licht tritt durch die Faserzwischenräume der opaken Sichtlage 35 hindurch aus dem Bauteil 1 aus; die Intensität des Lichts verringert sich nur geringfügig.

Figuren 2, 3 und 4 zeigen weitere alternative Sichtbauteile 1A, 1 B und 1 C. Sofern gleiche Bezugszeichen verwendet werden, handelt es sich um identische Merkmale, die nicht erneut beschrieben werden. Das Sichtbauteil 1 A weist neben dem voranstehend beschriebenen Aufbau weiterhin eine opake Maskierungsschicht 50 auf. Diese ist auf der der Sichtseite 2 abgewandten Rückseite des Grundkörpers 10 angeordnet und bedeckt diesen teilweise. In den maskierten Bereichen verhindert die Maskierungsschicht 50 einen Durchtritt von Licht der Lichtquelle 40, so dass das Sichtbauteil 1 in diesen Bereichen - auch bei aktivierter Lichtquelle 40 - unbeleuchtet bleibt.

Das Sichtbauteil 1 B unterscheidet sich von dem Sichtbauteil 1A dahingehen, dass in dem nicht-maskierten Bereich eine Farbfilterschicht 60 an der Rückseite des Grundkörpers 10 angeordnet ist. Diese wirkt wie ein Farbfilter, absorbiert also einen Teil des Lichts und transmittiert den restlichen Teil des Lichts (z.B. eine bestimmte Lichtfarbe).

Die Maskierungsschicht 50 und/oder die Farbfilterschicht 60 können z.B. als Lackschichten oder Lasuren auf den Grundkörper aufgebracht werden. Alternativ können die Maskierungsschicht 50 und/oder die Farbfilterschicht 60 auch als Aufkleber ausgebildet sein, der auf den Grundkörper 10 aufgeklebt wird.

Bei dem Sichtbauteil 1 C in Figur 4 ist die Farbfilterschicht 60A auf der Sichtseite 2 ausgebildet und z.B. durch eine Farblackschicht oder Farblasur gebildet. Diese kann unmittelbar auf dem Grundkörper 10 angeordnet sein, oder es kann eine oder mehr zusätzliche Schichten, wie z.B. eine Haftvermittlerschicht, zwischen dem Grundkörper und der Farbfilterschicht 60A angeordnet sein.

Figur 5 und Figur 6 zeigen ein beispielhaftes Sichtbauteil 1 ' in Form einer Sitzverkleidung in unbeleuchtetem (Figur 5) und beleuchtetem Zustand (Fi- gur 6). Das Sichtbauteil 1 ' hat dabei im Bereich der Kopflehne 3 einen Aufbau, wie er zu Figur 3 beschrieben ist und im Bereich der Rückenlehne 4 einen Aufbau, wie er zu Figur 2 beschrieben ist.

Ist die Lichtquelle 40 deaktiviert, so wirkt das Sichtbauteil 1 ' wie ein herkömmliches Bauteil in Carbon-Sichtoptik. Die Sichtlage 35 ist durch die Kunststoffmatrix hindurch zu erkennen. Mit aktivierter Lichtquelle 40 wird das Sichtbauteil 1 'von innen beleuchtet. Die Rückenlehne 4 ist teilweise maskiert, so dass nur ein innerer Bereich 5 beleuchtet wird, wobei ein Markenzeichen 6 im inneren Bereich ebenfalls maskiert ist und unbeleuchtet verbleibt. Im Bereich der Kopflehne 3 lässt die Maskierung nur ein Markenzeichen 7 frei. Der Bereich des Markenzeichens 7 ist mit drei verschiedenfarbigen Farbfilterschichten (analog der Farbfilterschicht 60) versehen, wodurch das Markenzeichen 7 streifenförmig in drei verschiedenen Farben leuchtet.

Figuren 7 bis 10 zeigen Schnittansichten von weiteren beispielhaften Sichtbauteilen 1 D bis 1 G. Diese Sichtbauteile 1 D bis 1 G unterscheiden sich von den in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Sichtbauteilen lediglich dadurch, dass anstelle der opaken Sichtlage 35 eine metallisierte Glasfaserlage 36 in dem Grundkörper 10 vorgesehen ist. Ebenso zeigen die Figuren 11 und 12 ein weiteres Sichtbauteil 1 ", das in seinem Aufbau dem zu den Figuren 5 und 6 beschriebenen Sichtbauteil 1 'ähnelt. Einziger Unterschied ist auch hier, dass anstelle der opaken Sichtlage 35 eine metallisierte Glasfaserlage 36 verbaut ist. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Merkmale, insofern gilt die Beschreibung zu den Figuren 1 bis 6 entsprechend auch für die Figuren 7 bis 12. Das Sichtbauteil 1 " hat im Bereich der Kopflehne 3 einen Aufbau, wie er sich aus Figur 9 ergibt, und im Bereich der Rückenlehne 4 einen Aufbau, wie er in Figur 8 dargestellt ist. Ist die Lichtquelle 40 deaktiviert, so wirkt das Sichtbauteil 1 " wie ein herkömmliches Bauteil in Faserverbund-Sichtoptik. Die metallisierte Glasfaserlage 36 ist durch die Kunststoffmatrix hindurch zu erkennen. Mit aktivierter Lichtquelle 40 wird das Sichtbauteil 1 'von innen beleuchtet.

Durch die Verwendung einer metallisierten Glasfaserlage 36 anstelle einer opaken Sichtlage 35 ergibt sich im beleuchteten Zustand nun eine Änderung in der Wirkung. Während das Licht der Lichtquelle 40 in Figur 6 nur durch die Zwischenräume der opaken Sichtlage 35 durchtreten kann, tritt bei dem Sichtbauteil 1 " in Figur 12 auch ein Teil des Lichts der Lichtquelle 40 durch die metallisierte Glasfaserlage 36. Die Metallisierung bzw. Metallbedampfung ist so dünn, dass die Glasfaserlage 36 für das Licht transluzent ist. In der Außenwirkung tritt damit im beleuchteten Zustand die Struktur der Sichtlage weniger in Erscheinung und die Licht- und Farbwirkung bzw. die Form des maskierten Bereichs ist klarer zu erkennen als bei dem Sichtbauteil mit opaker Sichtlage.

Bezugszeichenliste Sichtbauteil

2 Sichtseite

3 Kopflehne

4 Rückenlehne

5 innerer Bereich

6, 7 Markenzeichen

10 Grundkörper

20 Kunststoffmatrix

30 Faserverstärkung

31-34 Strukturlagen

35 opake Sichtlage

36 metallisierte Glasfaserlage

40 Lichtquelle

50 Maskierungsschicht

60, 60A Farbfilterschicht