Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
WARSHIP COMPRISING A WEAPON MODULE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/148167
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for building a warship having a weapon (120) that is removably connected to the warship, using a jig(10).

Inventors:
OESMANN HANS (DE)
HALFMANN SEBASTIAN (DE)
ZIELSKE ALEXANDER (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/050479
Publication Date:
July 23, 2020
Filing Date:
January 10, 2020
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
THYSSENKRUPP MARINE SYS GMBH (DE)
THYSSENKRUPP AG (DE)
International Classes:
F41A23/00; B63B3/70; B63G1/00
Domestic Patent References:
WO2005030575A12005-04-07
Foreign References:
DE722435C1942-07-10
DE3105349A11982-09-23
Attorney, Agent or Firm:
THYSSENKRUPP INTELLECTUAL PROPERTY GMBH (DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines Kriegsschiffes mit einer entfernbar mit dem Kriegsschiff verbundenen Waffe (120) mittels einer Baulehre (10), wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

a) Herstellung des Schiffskörpers,

b) Erzeugungen von Ausnehmungen (40) im Deck (20) an der Position, an

welcher die Waffe (120) entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll,

c) Bereitstellen einer Baulehre (10),

d) Befestigen von Decksbuchsen (30) an der Baulehre (10).

e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre (10) an der Position, an welcher die Waffe (120) entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen (30) in die Ausnehmungen (40) im Deck (20) angeordnet werden,

f) Dauerhaftes Verbinden der Decksbuchsen (30) mit dem Deck (20) des

Kriegsschiffes,

g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen (30) und der Baulehre

(10),

h) Entfernen der Baulehre (10).

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) die Baulehre (10) zur Hauptmessleiste des Schiffes ausgerichtet wird.

3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) drei bis 16 Ausnehmungen (40) für drei bis 16 Decksbuchsen (30) erzeugt werden.

4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Anschluss für Elektrik, Pneumatik und/oder Hydraulik bereitgestellt wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss innerhalb der durch die Decksbuchsen (30) aufgespannten Fläche angeordnet ist.

6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h):

i) Lösbares Verbinden der Waffe (120) mit den Decksbuchsen (30).

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h):

j) Lösbares Verbinden einer Geräteplattform (80) mit den Decksbuchsen (30), k) Verbinden der Waffe (120) mit der Geräteplattform (80).

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h) die Decksbuchsen (30) mit Verschlussschrauben verschlossen werden. 9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anstelle einer Waffe (120) auch andere Vorrichtungen über die Decksbuchsen (30) mit dem Kriegsschiff verbindbar sind.

10. Kriegsschiff hergestellt nach einem der Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche.

Description:
Kriegsschiff mit Waffenmodul

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ausrüstung eines Kriegsschiffes mit einem entfernbaren Waffenmodul.

Es ist vorteilhaft, wenn ein Kriegsschiff beispielsweise missionsbedingte optimal ausgestattet werden kann. Beispielsweise können Module, welche für die geplante Mission nicht benötigt werden, demontiert und zurückgelassen werden. Hierdurch steht mehr Platz und Gewicht für für die Mission benötigte Materialien zur Verfügung. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn Waffen leicht austauschbar sind, um im Rahmen einer Modernisierung oder Umrüstung Kriegsschiffe an die aktuelle Bedrohungslage anzupassen.

Bei der Montage einer Waffe ist es jedoch absolut notwendig diese präzise zur Hauptmessleiste des Schiffes auszurichten. Diese Ausrichtung ist notwendig, um die Stabilität des Schiffes zu gewährleisten und zuverlässig die Flugbahn eines Geschosses Vorhersagen zu können. Daher ist eine präzise Ausrichtung der Waffe beim Einbau unverzichtbar. Dadurch ist jedoch ein schneller Austausch nicht realisierbar.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem ein Kriegsschiff leicht anpassbar ist.

Gelöst wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie durch das Kriegsschiff mit den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Kriegsschiffes mit einer entfernbar mit dem Kriegsschiff verbundenen Waffe mittels einer Baulehre weist die folgenden Schritte auf:

a) Herstellung des Schiffskörpers, b) Erzeugungen von Ausnehmungen im Deck an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll,

c) Bereitstellen einer Baulehre,

d) Befestigen von Decksbuchsen an der Baulehre.

e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen in die Ausnehmungen im Deck angeordnet werden,

f) Dauerhaftes Verbinden der Decksbuchsen mit dem Deck des Kriegsschiffes, g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen und der Baulehre, h) Entfernen der Baulehre.

Durch die Verwendung der Baulehre ist es möglich Decksbuchsen präzise auszurichten, bevor diese in Schritt f) fest mit dem Deck des Kriegsschiffs verbunden werden und hierdurch ihre Position präzise halten. Da die Decksbuchsen somit präzise ausgerichtet sind, ist auch jede Waffe, welche auf den Decksbuchsen befestigt wird, präzise ausgerichtet. Dadurch wird ein schneller Austausch einfach möglich.

Da die Baulehre verwendet werden kann, um eine Mehrzahl an Kriegsschiffen zu fertigen ist auf diesen Interoperabilität zu gewährleisten, sodass eine Waffe Mission bedingt auf jeden der Schiffe einsetzbar ist.

Hierbei ist es für den Fachmann erkennbar, dass nicht alle Schritte in der angegebenen Reihenfolge erfolgen müssen. Beispielsweise kann die Erzeugung der Ausnehmungen in Schritt b) auch nach oder während der Schritte c) und/oder d) erfolgen. Auch die Herstellung des Schiffskörpers in Schritt a) muss nur soweit fortgeschritten sein, dass das Verfahren ausgeführt werden kann. Wird das Schiff beispielsweise sektionsweise hergestellt, so kann gegebenenfalls die Einbringung bereits in eine Sektion erfolgen, lange bevor der eigentliche Schiffskörper insgesamt hergestellt ist.

Dauerhaftes Verbinden unterscheidet sich von Lösbarem Verbinden. Dauerhaftes Verbinden dient der Herstellung eines dauerhaften Verbundes und erfolgt beispielsweise durch Verschweißen oder ähnliche Techniken. Dem entsprechend sind die Ausnehmungen soweit größer als die Decksbuchsen, damit diese in diese eingesetzt und durch die Baulehre ausgerichtet werden können. Die Toleranz muss dabei so groß sein, dass die laterale Abweichung, aber auch eine vertikale Abweichung der Ausrichtung kompensiert werden kann. Die Ausnehmungen sind somit bevorzugt um die Fertigungstolerenz größer als die Decksbuchse an sich. Also soll beispielsweise eine Decksbuchse von 10 cm Durchmesser eingesetzt werden und liegt die Fertigungstoleranz bei 2 cm, so würde man eine Ausnehmung von 14 cm erstellen und die Decksbuchse einsetzen, ausrichten und verschweißen. Flierzu kann die Decksbuchse beispielsweise eine scheibenförmige Verbreiterung in der Ebene des Decks aufweisen, um den entstehenden Spalt zu überdecken. Im genannten Beispiel wäre diese scheibenförmige Verbreiterung dann vorzugsweise wenigstens 4 cm bis 5 cm breit.

Damit können die Ausnehmungen vergleichsweise einfach erstellt werden. Anschließend werden die Decksbuchsen mit der Baulehre dauerhaft und präzise ausgerichtet mit dem Deck verbunden, so dass später leicht Vorrichtungen, zum Beispiel Waffen, austauschbar montiert werden können.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt das Verbinden in Schritt f) mittels Schweißen. Wichtig ist hierbei die Dauerhaftigkeit der Verbindung, da diese Verbindung beispielsweise beim Abfeuern einer Waffe großen Kräften ausgesetzt ist.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird in Schritt e) die Baulehre zur Hauptmessleiste des Schiffes ausgerichtet.

Die Baulehre weist bevorzugt einen Referenzpunkt zur Ausrichtung auf. Beispielsweise kann es sich um eine Markierung handeln. Alternativ und bevorzugt handelt es sich bei dem Referenzpunkt um eine Möglichkeit zur Verbindung mit einem Messgerät zur Ausrichtung. Beispielsweise kann eine Möglichkeit zur Verbindung eine Anlagefläche, eine Ausnehmung oder dergleichen sein. Ein Messgerät zur Ausrichtung ist beispielsweise ein Klinometer. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden in Schritt b) drei bis 16 Ausnehmungen für drei bis 16 Decksbuchsen erzeugt werden. Bevorzugt werden sechs bis 12 Ausnehmungen für sechs bis 12 Decksbuchsen erzeugt.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird zusätzlich ein Anschluss für Elektrik, Pneumatik und/oder Hydraulik bereitgestellt. Bevorzugt ist der Anschluss innerhalb der durch die Decksbuchsen aufgespannten Fläche angeordnet.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt nach Schritt h):

i) Lösbares Verbinden der Waffe mit den Decksbuchsen.

Lösbares Verbinden im Sinne der Erfindung sind Verbindungen, welche reversibles Verbinden und Lösen ermöglichen. Beispielsweise sind Verschraubungen lösbar. Weiter sind Steck- oder Klemmverbindungen denkbar. Verschweißungen könnten zwar auch wieder aufgetrennt werden, sind aber zum Einen als dauerhafte Verbindung ausgelegt, zum Anderen nicht reversibel lösbar, sondern durch das erneute Trennen durch Schweißen werden beide Teile verändert und fallen daher nicht unter eine Lösbare Verbindung im Sinne der Erfindung.

Bevorzugt erfolgt das lösbare Verbinden mittels Verschraubung.

In einer weiteren alternativen Ausführungsform der Erfindung erfolgt nach Schritt h): j) Lösbares Verbinden einer Geräteplattform mit den Decksbuchsen,

k) Verbinden der Waffe mit der Geräteplattform.

Die Verwendung einer Geräteplattform macht es einfacher, verschiedene Waffen oder andere Vorrichtungen zu befestigen. Auch kann die Geräteplattform leicht an andere Anschlüsse, beispielsweise von neuen Waffensystemen angepasst werden, ohne dass eine Anpassung am Kriegsschiff selber notwendig ist.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden nach Schritt h) die Decksbuchsen mit Verschlussschrauben verschlossen. Hierdurch kann verhindert werden, dass Meerwasser eindringt und die Decksbuchsen korrodieren, wenn keine Waffe montiert ist.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind anstelle einer Waffe auch andere Vorrichtungen über die Decksbuchsen mit dem Kriegsschiff verbindbar. Beispiele für andere Vorrichtung, welche ebenfalls präzise ausgerichtet sein müssen, sind Antennen und/oder Sendevorrichtungen. Natürlich kann während einer Mission, bei welcher auf eine Waffe verzichtet werden kann, auch ein Modul montiert werden, bei welchem die exakte Ausrichtung nicht erforderlich ist, beispielsweise ein Lagerbehälter.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Kriegsschiff, welches nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist.

Bevorzugt erfolgt die Herstellung der Waffe oder der Geräteplattform mithilfe einer Waffenbaulehre. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die in die Decksbuchsen eingreifenden Zapfen präzise ausgerichtet sind. Dieses kann einfacher sein als die präzise Ausrichtung der Zapfen ohne Verwendung einer Waffenbaulehre.

Nachfolgend ist das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Fig. 1 Ablaufdiagramm

Fig. 2 Baulehre

Fig. 3 Decksbuchse mit Verschlusschraube

Fig. 4 befestigte Geräteplattform

Fig. 5 Waffenbaulehre

Fig. 6 montierte Waffe

In Fig. 1 ist das Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Das Verfahren besteht aus den folgenden Schritten:

folgenden Schritte auf:

a) Herstellung des Schiffskörpers, b) Erzeugungen von Ausnehmungen im Deck an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll,

c) Bereitstellen einer Baulehre,

d) Befestigen von Decksbuchsen an der Baulehre.

e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen in die Ausnehmungen im Deck angeordnet werden,

f) Verbinden der Decksbuchsen mit dem Deck des Kriegsschiffes,

g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen und der Baulehre, h) Entfernen der Baulehre.

Nach Schritt h) kann in Schritt

i) Verbinden der Waffe mit den Decksbuchsen

erfolgen.

Alternativ können nach Schritt h) die folgenden Schritte durchgeführt werden:

j) Verbinden einer Geräteplattform mit den Decksbuchsen,

k) Verbinden der Waffe mit der Geräteplattform.

Das Verfahren soll im folgenden anhand einzelner Vorrichtungen beispielhaft veranschaulicht werden.

Fig. 2 zeigt eine Baulehre 10 mit acht angeschraubten Decksbuchsen 30. Die Baulehre 10 wird nun abgesenkt, sodass die Decksbuchsen 30 in Ausnehmungen 40, welche sich im Deck 20 befinden, eingeführt werden. Anschließend wird die Baulehre 10 zur Hauptmessleiste des Kriegsschiffs ausgerichtet. Danach werden die Decksbuchsen 30 mit dem Deck 20 verbunden, beispielsweise durch Verschweißen. Hierdurch entsteht eine Verbindung 50, welche in Fig. 3 und Fig. 4 erkennbar ist

Fig. 3 zeigt die Decksbuchsen 30 im Querschnitt, wobei die Decksbuchsen 30 mit einer Verschlussschraube 60 verschlossen ist. Die Decksbuchsen 30 ist über die Verbindung 50, welche mittels Schweißtechnik hergestellt ist, mit dem Deck 20 verbunden. Um Eindringen von Meerwasser noch besser zu verhindern und somit Korrosion zu vermeiden weist die Decksbuchsen 30 eine Dichtung 70 auf. Um eine Waffe 110 auf dem Kriegsschiff zu befestigen, wird im gezeigten Beispiel zunächst eine Geräteplattform 80 über Befestigungsbolzen 90 und die Decksbuchsen 30 mit dem Schiff verbunden, wie dieses in Fig. 4 gezeigt ist. Anschließend wird die Waffe 110 mit der Geräteplattform 80 verbunden. Bevorzugt wird zusätzlich eine RCS- Abdeckung 100 angeordnet, um den Radarquerschnitt zu verringern.

Um eine Geräteplattform 80 zuverlässig herzustellen wird diese auf einer Waffenbaulehre 110 gebaut, sodass die Geräteplattform 80 zuverlässig auf die Decksbuchsen 30 aufgesetzt werden kann. Dieser Vorgang ist in Fig. 5 gezeigt.

Die über eine Geräteplattform 80 montierte Waffe 120 ist in Fig. 6 gezeigt.

Bezugszeichen

10 Baulehre

20 Deck

30 Decksbuchse

40 Ausnehmung

50 Verbindung

60 Verschlussschraube

70 Dichtung

80 Geräteplattform

90 Befestigungsbolzen

100 RCS-Abdeckung

110 Waffenbaulehre

120 Waffe