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Title:
COMPUTERISED MACHINE CONTROL SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/029189
Kind Code:
A1
Abstract:
A computerised machine control system (1) comprises an application-independent machine-specific part (10) with a machine-specific domain model (102) of the machine (15) and a control module (101) which accesses data points of the machine (15) via a machine-specific communication protocol and updates corresponding data point objects in the machine-specific domain model (102) or data points in the machine (15). In addition, the machine control system (1) comprises a machine-independent, application-specific part (11) with an application-specific domain model (112) and a mapping module (111) which accesses the machine-specific domain model (102) and maps data objects of the application-specific domain model (112) to data point objects of the machine-specific domain model (102) and vice versa.

Inventors:
SCHUEEPP MICHAEL (CH)
Application Number:
PCT/CH2012/000197
Publication Date:
March 07, 2013
Filing Date:
August 22, 2012
Export Citation:
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Assignee:
FERAG AG (CH)
SCHUEEPP MICHAEL (CH)
International Classes:
G05B19/418
Foreign References:
US6424872B12002-07-23
DE102009048746A12011-04-21
Other References:
THAMBOULIDIS K C ET AL: "Semantic Web Services in the Development of Distributed Control and Automation Systems", 2007 IEEE INTERNATIONAL CONFERENCE ON ROBOTICS AND AUTOMATION - 10-14 APRIL 2007 - ROMA, ITALY, IEEE, PISCATAWAY, NJ, USA, 10 April 2007 (2007-04-10), pages 2940 - 2945, XP031389243, ISBN: 978-1-4244-0601-2
Attorney, Agent or Firm:
RENTSCH PARTNER AG (CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem ( 1 ), umfassend: ein Kommunikationsmodul zur Kommunikation mit Anwendungen eines übergeordneten Leit- oder Bediensystems (2); einen anwendungsunabhängigen, maschinenspezifischen Teil (10), welcher ein maschinenspezifisches Domänenmodell (102) mit Datenpunkten der Maschine (15), und ein Steuermodul (101) umfasst, das eingerichtet ist, über ein maschinenspezifisches Kommunikationsprotokoll auf die Datenpunkte der Maschine (15) zuzugreifen und entsprechende Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) respektive Datenpunkte in der Maschine ( 15) zu aktualisieren; und einen maschinenunabhängigen, anwendungsspezifischen Teil (11), welcher ein anwendungsspezifisches Domänenmodell (112) mit Datenobjekten, die für das Leit- oder Bediensystem (2) zugreifbar sind, und ein Abbildungsmodul (111) umfasst, das eingerichtet ist, auf das maschinenspezifische Domänenmodell (102) zuzugreifen und Datenobjekte auf Datenpunkt-Objekte respektive Datenpunkt-Objekte auf Datenobjekte abzubilden. Das Maschinensteuerungssystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermodul (101) eingerichtet ist, periodisch auf die Datenpunkte der Maschine (15) zuzugreifen um die entsprechenden Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) zu aktualisieren, und dass das maschinenspezifische Domänenmodell (102) eingerichtet ist, Werte von Datenpunkt-Objekten im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) nur auf Anfrage an den anwendungsspezifischen Teil ( 11 ) zu übermitteln.

Das Maschinensteuerungssystem (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermodul (101) eingerichtet ist, über eine speicherprogrammierbare Steuerung (14) auf die Datenpunkte der Maschine (15) zuzugreifen, wobei das maschinenspezifische Kommunikationsprotokoll spezifisch auf die speicherprogrammierbare Steuerung (14) ausgerichtet ist, und dass das maschinenspezifische Domänenmodell (102) Daten punkt-Objekte derjenigen Datenpunkte der Maschine (15) aufweist, die über die speicherprogrammierbare Steuerung ( 14) verfügbar sind.

Das Maschinensteuerungssystem (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermodul (101) eingerichtet ist, die Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) erst dann zu aktualisieren, wenn die Datenpunkte, auf die über die speicherprogrammierbare Steuerung ( 1 4) zugegriffen wird, einen konsistenten Zustand aufweisen.

Das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das anwendungsspezifische Domänenmodell ( 1 1 2 ) als für das Leit- oder Bediensystem ( 2 ) zugreifbarer Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform ausgeführt ist, wobei eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells ( 1 1 2 ) für die Anwendungen des übergeordneten Leitoder Bediensystems ( 2 ) über eine für das Leit- oder Bediensystem ( 2 ) zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert sind.

Das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das maschinenspezifische Domänenmodell ( 1 02 ) als verfügbarer Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform ausgeführt ist, wobei eine Dienstdefinition und die Daten punkt-Objekte des maschinehspezifischen Domänenmodells ( 1 02 ) über eine für Dienstkonsumenten zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert sind, und der Dienst für die Dienstkonsumenten über die dienstorientierte Architekturplattform zugreifbar ist.

7. Das Maschinensteuerungssystem (1) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dienste der dienstorientierten Architekturplattform jeweils eingerichtet sind, vom übergeordneten Leitoder Bediensystem (2) periodische Wachhalteanfragen zu empfangen und zur Sicherstellung von Verbindungen mit dem Leit- oder Bediensystem (2) unmittelbar mit einer Wachhalteantwort zu beantworten.

8. Das Maschinensteuerungssystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kommunikationsmodul ein Laufzeitmodul mit Kommunikationsfunktionen der Windows Communication Foundation umfasst, und dass das anwendungsspezifische Domänenmodell (112) als Dienst der Windows Communication Foundation ausgeführt ist, wobei eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells (112) für die Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems über eine Contract Schnittstelle der Windows Communication Foundation definiert sind.

9. Das Maschinensteuerungssystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermodul (101) eingerichtet ist, mittels Anfragemeldungen periodisch die Verfügbarkeit der Maschine (15) zu überprüfen und dem maschinenspezifischen Domänenmodell (102) einen Statuswert zuzuordnen, der angibt, dass das maschinenspezifische Domänenmodell (102) nicht mit der Maschine (15) verbunden ist, wenn innerhalb einer definierten Zeitdauer eine Antwortmeldung auf die Anfragemeldung ausbleibt.

Ein Computerprogrammprodukt umfassend ein computerlesbares Medium mit darauf gespeichertem Computerprogrammcode zur Steuerung eines oder mehrerer Prozessoren eines Maschinensteuerungssystems (1), derart, dass das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) ein von Anwendungen eines übergeordneten Leit- oder Bediensystems (2) unabhängiges, maschinenspezifisches Domänenmodell (102) mit Datenpunkten der Maschine (15) erstellt, und über ein maschinenspezifisches Kommunikationsprotokoll auf die Datenpunkte der Maschine (15) zugreift und entsprechende Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) respektive Datenpunkte in der Maschine (15) aktualisiert; und ein maschinenunabhängiges, anwendungsspezifisches Domänenmodell (112) mit Datenobjekten erstellt, die für das Leit- oder Bediensystem (2) zugreifbar sind, und auf das maschinenspezifische Domänenmodell (102) zugreift und Datenobjekte auf Datenpunkt-Objekte respektive Datenpunkt- Objekte auf Datenobjekte abbildet.

11. Das Computerprogrammprodukt nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem (1) periodisch auf die Datenpunkte der Maschine (15) zugreift, um die entsprechenden Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) zu aktualisieren, und Werte von Datenpunkt-Objekten im maschinenspezifischen Domänenmodell (102) nur auf Anfrage an das anwendungsspezifische Domänenmodell (112) überträgt.

12. Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 10 oder 11, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der

Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem (1) über eine speicherprogrammierbare Steuerung (14) auf die Datenpunkte der Maschine (15) zugreift, wobei das maschinenspezifische Kommunikationsprotokoll spezifisch auf die speicherprogrammierbare Steuerung (14) ausgerichtet ist, und im maschinenspezifischen

Domänenmodell (102) Daten puhkt-Objekte derjenigen Datenpunkte der Maschine (15) erzeugt, die über die speicherprogrammierbare Steuerung (14) verfügbar sind.

13. Das Computerprogrammprodukt nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das

Maschinensteuerungssystem (1) die Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell ( 1 02 ) erst dann aktualisiert, wenn die Datenpunkte, auf die über die speicherprogrammierbare Steuerung ( 1 4) zugegriffen wird, einen konsistenten Zustand aufweisen.

Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 1 0 bis 1 3, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) das anwendungsspezifische Domänenmodell ( 1 1 2 ) als für das Leit- oder Bediensystem (2 ) zugreifbaren Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform erstellt und eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells ( 1 1 2 ) für die Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems (2 ) über eine für das Leit- oder Bediensystem ( 2 ) zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert.

Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 1 0 bis 1 4, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) das maschinenspezifische Domänenmodell ( 1 02 ) als verfügbaren Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform erstellt und eine Dienstdefinition und die Datenpunkt-Objekte des maschinenspezifischen Domänenmodells ( 1 02 ) über eine für Dienstkonsumenten zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert, wobei der Dienst für die Dienstkonsumenten über die dienstorientierte Architekturplattform zugreifbar ist. 6. Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 1 4 oder 1 5, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) vom übergeordneten Leit- oder Bediensystem ( 2 ) periodische Wachhalteanfragen für die Dienste der dienstorientierten Architekturplattform empfängt und zur Sicherstellung von Verbindungen mit dem Leit- oder Bediensystem (2 ) unmittelbar mit einer Wachhalteantwort beantwortet. 7. Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 1 0 bis 1 6, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem ( 1 ) zum Kommunizieren mit Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems ( 2) Kommunikationsfunktionen der Windows

Communication Foundation verwendet, das anwendungsspezifische Domänenmodell ( 1 1 2 ) als Dienst der Windows Communication Foundation ausführt, und eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells ( 1 1 2 ) für die Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems (2 ) über eine Contract

Schnittstelle der Windows Communication Foundation definiert. Das Computerprogrammprodukt nach einem der Ansprüche 10 bis 17, gekennzeichnet durch Computerprogrammcode zur Steuerung der Prozessoren, derart, dass das Maschinensteuerungssystem (1) mittels Anfragemeldungen periodisch die Verfügbarkeit der Maschine (15) überprüft und dem maschinenspezifischen Domänenmodell (102) einen Statuswert zuordnet, der angibt, dass das maschinenspezifische (102) Domänenmodell nicht mit der Maschine (15) verbunden ist, wenn innerhalb einer definierten Zeitdauer eine Antwortmeldung auf die Anfragemeldung ausbleibt.

Description:
COMPUTERISIERTES MASCHINENSTEUERUNGSSYSTEM

Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem . Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem zur Steuerung von Maschinen wie Druckmaschinen, Druckproduktverarbeitungsmaschinen, Fördermaschinen, etc.

Stand der Technik

Die Steuerung von Maschinen, wie Druckmaschinen, Druckproduktverarbeitungsmaschinen, Fördermaschinen, etc., erfolgt in der Regel durch programmierbare Vorrichtungen, auf welche übergeordnete computerisierte Leit- und/oder Bediensysteme über proprietäre Kommunikationsprotokolle zugreifen. Die programmierbaren Vorrichtungen sind beispielsweise speicherprogrammierbare Steuerungen, so genannte Programmable Logic Controllers ( PLC), welche elektrisch mit Sensoren und Aktoren der Maschine verbunden sind . Wenn Maschinen ersetzt werden, beispielsweise durch Produkte eines anderen Herstellers, müssen in der Regel aufwendige und komplexe Anpassungen in Programmapplikationen der Leit- und/oder Bediensysteme vorgenommen werden. Dasselbe Problem ergibt sich auch, wenn eine Anlage von mehreren Maschinen mit einer Maschine eines anderen Herstellers erweitert wird. Die proprietären Kommunikationsprotokolle machen auch eine direkte Interaktion unter Maschinen verschiedener Hersteller äusserst schwierig , wenn dies überhaupt möglich ist.

BESTÄTIGUNGSKOPIE Darstellung der Erfindung

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem vorzuschlagen, welches mindest einige Nachteile der bekannten Systeme nicht aufweist. Es ist insbesondere eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem zur Steuerung von Maschinen vorzuschlagen, welches eine verbesserte Integration von Maschinen verschiedener Hersteller ermöglicht.

Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Ziele durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche erreicht. Weitere vorteilhafte Ausführungsformeh gehen ausserdem aus den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung hervor.

Die oben genannten Ziele werden durch die vorliegende Erfindung insbesondere dadurch erreicht, dass ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem mit einem Kommunikationsmodul zur Kommunikation mit Anwendungen eines übergeordneten Leit- oder Bediensystems einen anwendungsunabhängigen, maschinenspezifischen Teil und einen maschinenunabhängigen, anwendungsspezifischen Teil aufweist. Der anwendungsunabhängige, maschinenspezifische Teil, umfasst ein maschinenspezifisches Domänenmodell mit Datenpunkten der Maschine und ein Steuermodul, das eingerichtet ist, über ein maschinenspezifisches Kommunikationsprotokoll auf die Datenpunkte der Maschine zuzugreifen und entsprechende Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell respektive Datenpunkte in der Maschine zu aktualisieren . Der maschinenunabhängige, anwendungsspezifische Teil umfasst ein anwendungsspezifisches Domänenmodell mit Datenobjekten, die für das Leit- oder Bediensystem über das Kommunikationsmodul zugreifbar sind, und ein Abbildungsmodul, das eingerichtet ist, auf das maschinenspezifische Domänenmodell zuzugreifen und Datenobjekte auf Datenpunkt-Objekte respektive Datenpunkt-Objekte auf Datenobjekte abzubilden.

In einer Ausführungsvariante ist das Steuermodul eingerichtet, periodisch auf die Datenpunkte der Maschine zuzugreifen, um die entsprechenden Datenpunkt- Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell zu aktualisieren, und das maschinenspezifische Domänenmodell ist eingerichtet, Werte von Datenpunkt- Objekten im maschinenspezifischen Domänenmodell nur auf Anfrage an den anwendungsspezifischen Teil zu übermitteln.

In einer weiteren Ausführungsvariante ist das Steuermodul eingerichtet, über eine speicherprogrammierbare Steuerung auf die Datenpunkte der Maschine zuzugreifen, wobei das maschinenspezifische Kommunikationsprotokoll spezifisch auf die speicherprogrammierbare Steuerung ausgerichtet ist, und das maschinenspezifische Domänenmodell weist Datenpunkt-Objekte derjenigen Datenpunkte der Maschine auf, die über die speicherprogrammierbare Steuerung verfügbar sind.

In einer Ausführungsvariante ist das Steuermodul eingerichtet, die Datenpunkt- Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell erst dann zu aktualisieren, wenn die Datenpunkte, auf die über die speicherprogrammierbare Steuerung zugegriffen wird, einen konsistenten Zustand aufweisen. In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist das anwendungsspezifische Domänenmodell als für das Leit- oder Bediensystem zugreifbarer Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform ausgeführt, wobei eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells für die Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems über eine für das Leit- oder Bediensystem zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert sind. Das Kommunikationsmodul umfasst beispielsweise ein Laufzeitmodul mit Kommunikationsfunktionen der Windows Communication Foundation (WCF), und das anwendungsspezifische Domänenmodell ist als Dienst von WCF ausgeführt, wobei eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells für die Anwendungen des übergeordneten Leit- oder Bediensystems über eine Contract Schnittstelle von WCF definiert sind.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist das maschinenspezifische Domänenmodell als verfügbarer Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform ausgeführt, wobei eine Dienstdefinition und die Datenpunkt-Objekte des maschinenspezifischen Domänenmodells über eine für Dienstkonsumenten zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform definiert sind, und der Dienst für die Dienstkonsumenten über die dienstorientierte Architekturplattform zugreifbar ist. Das maschinenspezifische Domänenmodell ist beispielsweise als Dienst von WCF ausgeführt, wobei eine Dienstdefinition und die Datenobjekte des maschinenspezifischen Domänenmodells über eine Contract Schnittstelle von WCF definiert sind. In einer Ausführungsvariante sind die Dienste der dienstorientierten Architekturplattform jeweils eingerichtet, vom übergeordneten Leit- oder Bediensystem periodische Wachhalteanfragen zu empfangen und zur Sicherstellung von Verbindungen mit dem Leit- oder Bediensystem unmittelbar mit einer Wachhalteantwort zu beantworten.

In einer weiteren Ausführungsvariante ist das Steuermodul eingerichtet, mittels Anfragemeldungen periodisch die Verfügbarkeit der Maschine zu überprüfen und dem maschinenspezifischen Domänenmodell einen Statuswert zuzuordnen, der angibt, dass das Domänenmodell nicht mit der Maschine verbunden ist, wenn innerhalb einer definierten Zeitdauer eine Antwortmeldung auf die Anfragemeldung ausbleibt.

Neben dem computerisierten Maschinensteuerungssystem betrifft die vorliegende Erfindung zudem ein computerimplementiertes Verfahren zum Steuern von Maschinen und ein Computerprogrammprodukt zur Steuerung eines Maschinensteuerungssystems. Vorzugsweise umfasst das Computerprogrammprodukt ein computerlesbares Medium mit darauf gespeichertem Computerprogrammcode zur Steuerung eines oder mehrerer Prozessoren eines Maschinensteuerungssystems, derart dass das Maschinensteuerungssystem das Verfahren zum Steuern von Maschinen ausführt. Dabei werden die Schritte ausgeführt, dass das Maschinensteuerungssystem ein von Anwendungen eines übergeordneten Leit- oder Bediensystems unabhängiges, maschinenspezifisches Domänenmodell mit Datenpunkten der Maschine erstellt, und über ein maschinenspezifisches Kommunikationsprotokoll auf die Datenpunkte der Maschine zugreift und entsprechende Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell respektive Datenpunkte in der Maschine aktualisiert. Zudem erstellt das Maschinensteuerungssystem ein maschinenunabhängiges, anwendungs-spezifisches Domänenmodell mit Datenobjekten, die für das Leit- oder Bediensystem zugreifbar sind, und greift auf das maschinenspezifische Domänenmodell zu und bildet Datenobjekte auf Datenpunkt-Objekte respektive Datenpunkt-Objekte auf Datenobjekte ab.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend wird eine Ausführung der vorliegenden Erfindung anhand eines Beispieles beschrieben. Das Beispiel der Ausführung wird durch die folgenden beigelegten Figuren illustriert:

Figur 1 : zeigt ein Blockdiagram, welches schematisch ein computerisiertes

Maschinensteuerungssystem illustriert, das einen anwendungsunabhängigen, maschinenspezifischen Teil und einen maschinenunabhängigen, anwendungsspezifischen Teil umfasst, um auf Datenpunkte einer Maschine zuzugreifen.

Figur 2: zeigt ein Blockdiagram, welches schematisch mehrere computerisierte

Maschinensteuerungssysteme und übergeordnete Leit- und Bediensysteme illustriert, welche über eine dienstorientierte Architekturplattform kommunikationsfähig miteinander verbunden sind . Figur 3: zeigt ein Blockdiagram, welches schematisch ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem illustriert, in welchem zum Zugreifen auf Datenpunkte einer Maschine ein anwendungsunabhängiger, maschinenspezifischer Teil und ein maschinenunabhängiger, anwendungsspezifischer Teil auf verschiedenen Computersystemen ausgeführt und über eine dienstorientierte Architekturplattform kommunikationsfähig miteinander verbunden sind.

Figur 4: zeigt ein Blockdiagram, welches-schematisch mehrere computerisierte

Maschinensteuerungssysteme und übergeordnete Leit- und Bediensysteme illustriert, bei welchen die anwendungsunabhängigen, maschinenspezifischen Teile und die maschinenunabhängigen, anwendungsspezifischen Teile auf verschiedenen Computersystemen ausgeführt und über eine dienstorientierte Architekturplattform kommunikationsfähig miteinander verbunden sind. Figur 5: zeigt ein Blockdiagramm eines Computersystems zum Erzeugen einer grafischen Benutzerschnittstelle auf einer Anzeige.

Figur 6: zeigt ein Flussdiagramm , welches schematisch ein Beispiel einer

Sequenz von Schritten für die Erzeugung einer grafischen Benutzerschnittstelle auf einer Anzeige illustriert. Figur 7a: zeigt ein Beispiel eines auf einer Anzeige dargestellten Hauptfensters. Figur 7b: zeigt ein Beispiel mehrerer auf der Anzeige dargestellter Fensterbereiche des Hauptfensters.

Figur 7c: zeigt ein Beispiel des auf der Anzeige dargestellten Hauptfensters mit mehreren Fensterbereichen und einem dargestellten Login-Bereich.

Figur 7d: zeigt ein Beispiel des auf der Anzeige dargestellten Hauptfensters mit einem dargestellten Login-Bereich sowie mehreren Fensterbereichen und darin dargestellten Widgets.

Wege zur Ausführung der Erfindung

In den Figuren 1 , 2 und 3 bezieht sich das Bezugszeichen 1 auf ein computerisiertes Maschinensteuerungssystem zur Steuerung von Maschinen 1 5, beispielsweise Druckmaschinen, Druckproduktverarbeitungsmaschinen, Fördermaschinen, etc. Die Steuerung der Maschine 1 5 erfolgt über eine programmierbare Vorrichtung, beispielsweise über eine speicherprogrammierbare Steuerung, ein so genannter Programmable Logic Controller ( PLC) 1 4, welche mit Sensoren und Aktoren der Maschine 1 5 (elektrisch) verbunden ist. Je nach Ausführungsvariante ist die programmierbare Vorrichtung 1 5 direkt oder über einen M icrocontroller der Maschine 1 5 mit der Maschine 1 5 respektive deren Sensoren und Aktoren verbunden.

In den Figuren 1 und 3 bezieht sich das Bezugszeichen 2 auf ein computerisiertes Leit- oder Bediensystem. Das Leit- oder Bediensystem 2 ist auf einem betriebsfähigen Computersystem 2' mit einem oder mehreren Prozessoren ausgeführt, welche mit einer oder mehreren Anzeigen verbunden sind, beispielsweise berührungsempfindliche Anzeigen, insbesondere so genannte Multitouch Anzeigen.

Wie in den Figuren 1 und 3 schematisch dargestellt ist, umfasst das Leit- oder Bediensystem 2 mehrere funktionale Module, beispielsweise eine Benutzerschnittstelle 2 1 zur Konfiguration, Überwachung und Bedienung der Produktion auf einer oder mehreren Maschinen 1 5, 1 5a, 1 5b, 1 5c, 1 5d ; eine Benutzerschnittstelle 23 zur Wartung und Diagnose einer oder mehreren Maschinen 1 5 , 1 5a, 1 5b, 1 5c, 1 5d; und ein Dienstmodul 22 mit mehreren übergeordneten Diensten, so genannte High Level Services wie beispielsweise Kommandos zum Starten, Stoppen oder Abrechen der Produktion, die für Dienstkonsumenten wie die Benutzerschnittstellen 21 , 23 zugreifbar und ausführbar sind. Wie später detaillierter beschrieben wird, basieren die Benutzerschnittstellen 2 1 , 23 vorzugsweise auf so genannten Plugins und umfassen mehrere selektierbare und aktivierbare Widget-Plugins. Das Dienstmodul 22 ist vorzugsweise als Plugin und Dienst einer dienstorientierten Architekturplattform 1 00 ausgeführt, beispielsweise die Windows Communication Foundation (WCF) in .Net von M icrosoft Corporation.

Wie in den Figuren 1 und 3 dargestellt ist, umfasst das Maschinensteuerungssystem 1 funktionale Module, die in einen anwendungsunabhängigen, maschinenspezifischen Teil 1 0 und einen maschinenunabhängigen, anwendungsspezifischen Teil 1 1 aufgeteilt sind. Abhängig von der Ausführungsvariante und/oder Konfiguration umfassen die funktionalen Module des Maschinensteuerungssystems 1 zudem eine Benutzerschnittstelle 1 2 zur Konfiguration, Überwachung , und Bedienung der Produktion auf einer oder mehreren Maschinen 1 5 , 1 5a, 1 5 b, 1 5c, 1 5d und/oder eine Benutzerschnittstelle 1 3 zur Wartung und Diagnose einer oder mehrerer Maschinen 1 5, 1 5a, 1 5b, 1 5c, 1 5d. Die Benutzerschnittstellen 1 2, 1 3 basieren vorzugsweise auf so genannten Plugins und umfassen mehrere selektierbare und aktivierbare Widget-Plugins, wie später detaillierter beschrieben wird.

In der Ausführungsvariante gemäss Figur 1 sind der maschinenspezifische Teil 1 0 und der anwendungsspezifische Teil 1 1 auf dem selben betriebsfähigen Computersystem V ausgeführt, beispielsweise auf einem oder mehreren separaten Prozessoren, die mit dem PLC 1 4 verbunden sind, oder auf einem oder mehreren Prozessoren des PLC 1 4. Das Computersystem 1 ' mit dem Maschinensteuerungssystem 1 ist als Teil der Maschine 1 5 ausgeführt, direkt an der Maschine 1 5 angebracht oder getrennt und entfernt davon angeordnet. Das Computersystem 1 ' ist beispielsweise als so genannter Embedded PC ausgeführt.

In der Ausführungsvariante gemäss Figur 3 sind der maschinenspezifische Teil 1 0 und der anwendungsspezifische Teil 1 1 auf verschiedenen Computersystemen 1 ", 2" ausgeführt. Dabei ist der maschinenspezifische Teil 1 0 auf dem Computersystem 1 " ausgeführt, beispielsweise auf einem oder mehreren separaten Prozessoren, die mit dem PLC 1 4 verbunden sind, oder auf einem oder mehreren Prozessoren des PLC 1 4. Das Computersystem 1 " mit dem maschinenspezifischen Teil 1 0 ist als Teil der Maschine 1 5 ausgeführt, direkt an der Maschine 1 5 angebracht oder getrennt und entfernt davon angeordnet. Der anwendungsspezifische Teil 1 1 hingegen ist auf dem Computersystem 2" des Leit- oder Bediensystems 2 ausgeführt.

Der maschinenspezifische Teil 1 0 umfasst ein Steuermodul 1 01 und ein maschinenspezifisches Domänenmodell (Domain Model) 1 02. Das Steuermodul 1 01 ist eingerichtet, über ein maschinenspezifisches Kommunikationsprotokoll, z.B. TCP/IP, Profibus, oder ADS (Automation Device Specification ) von der Firma Beckhoff, auf die Datenpunkte der Maschine 1 5 zuzugreifen, um den aktuellen Wert eines oder mehrerer Datenpunkte zu lesen oder zu schreiben.

Dabei ist ein Datenpunkt ein Wert der von der Maschine 1 5 ausgegeben wird, zum Beispiel ein Mess- oder Zählerwert eines Sensors oder Zählers der Maschine 1 5, oder in die Maschine 1 5 eingegeben wird, beispielsweise ein Steuerbefehl, Steuerparameter oder Stellwert. Datenpunkte umfassen insbesondere auch (aktuelle) Statuswerte und Zustandsinformationen der Maschine 1 5. Ein Datenpunkt repräsentiert die Eingabe- oder Ausgabe von Werten der Maschine 1 5, insbesondere über einen Prozessor der Maschine 1 5. Das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02 umfasst maschinenspezifische Daten punkt-Objekte. Dabei sind die maschinenspezifischen Datenpunkt-Objekte Datenobjekte, die jeweils einen oder mehrere Datenpunkte der Maschine 1 5 abbilden. Wenn das Steuermodul 1 01 über den PLC 1 4 auf die Datenpunkte der Maschine 1 5 zugreift, ist das maschinenspezifische Kommunikationsprotokoll spezifisch auf den betreffenden PLC 1 4 ausgerichtet, und das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02 weist ausschliesslich Datenpunkt- Objekte auf, die über den PLC 1 4 verfügbar sind. Der Lesevorgang erfolgt periodisch und zudem aufgrund eines expliziten Lesebefehls. Aktuelle Werte von gelesenen Datenpunkten werden vom Steuermodul 1 01 in ein entsprechendes Datenpunkt-Objekt des maschinenspezifischen Domänenmodells 1 02 geschrieben . Der Schreibvorgang erfolgt in der Regel aufgrund eines expliziten Schreib- oder Dienstbefehls an das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02. Dabei wird der aktuelle Wert des betreffenden Datenpunkt-Objekts im maschinenspezifischen Domänenmodell 1 02 vom Steuermodul 1 01 in den entsprechenden Datenpunkt der Maschine 1 5 respektive des PLC 1 4 geschrieben . Überdies soll hier festgehalten werden, dass ein Datenpunkt - und entsprechend auch ei n Datenpunkt-Objekt - mehrere Datenwerte umfassen kann, beispielsweise eine Tabelle oder Matrix von Datenwerten, die in einer (strukturierten ) Datei angeordnet sind.

In einer Ausführungsvariante, legt das Steuermodul 1 01 die unmittelbar von der Maschine 1 5 oder über den PLC 1 4 erfassten Datenpunkte in einem Zwischenspeicher ab und aktualisiert die entsprechenden Datenpunkt-Objekte im maschinenspezifischen Domänenmodell 1 02 erst dann, wenn sämtliche oder zumindest ein definierter Teil der Datenpunkte einen konsistenten Zustand aufweisen, also keine der betreffenden Datenpunkte einen Wert eines alten Zustands oder eines instabilen Zwischenzustands aufweisen. Somit werden Snapshots mit aktuellen und zustandskonsistenten Datenpunkten der Maschine 1 5 respektive von definierten Teilen der Maschine 1 5 erzeugt. In einer weiteren Variante, prüft das Steuermodul 1 01 periodisch, ob die Maschine 1 5 respektive der PLC 1 4 verfügbar, d.h. verbunden, betriebsbereit und zugreifbar, ist. Dazu sendet das Steuermodul 1 0 1 periodisch entsprechende Anfragemeldungen an die Maschine 1 5 respektive den PLC 1 4. Wenn innerhalb einer definierten Zeitdauer im Steuermodul 1 01 keine Rückmeldung von der Maschine 1 5 respektive dem PLC 1 4 empfangen wird, setzt das Steuermodul 1 01 einen dem maschinenspezifischen Domänenmodell 1 02 zugeordneten Status auf einen Wert, der angibt, dass das Domänenmodell 1 02 nicht mit der Maschine 1 5 verbunden ist.

Der anwendungsspezifische Teil 1 1 umfasst ein anwendungsspezifisches Domänenmodell ( Domain Model) 1 1 2 und ein Abbildungsmodul 1 1 1 . Das anwendungsspezifische Domänenmodell 1 1 2 umfasst anwendungsspezifische Datenobjekte. Das Abbildungsmodul 1 1 1 ist eingerichtet, über den entsprechenden Dienst 1 03 der dienstorientierten Architekturplattform 1 00 auf das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02 zuzugreifen. In einer Schreibfunktion werden anwendungsspezifische Datenobjekte auf maschinenspezifische Datenpunkt-Objekte abgebildet, dabei schreibt das Abbildungsmodul 1 1 1 aktuelle Werte von anwendungsspezifischen Datenobjekten in zugeordnete Datenpunkt-Objekte des maschinenspezifischen Domänenmodells 1 02. In einer Lesefunktion werden maschinenspezifische Datenpunkt-Objekte auf anwendungsspezifische Datenobjekte abgebildet, dabei liest das Abbildungsmodul 1 1 1 aktuelle Werte von einem oder mehreren maschinenspezifischen Datenpunkt-Objekten und schreibt diese in zugeordnete Datenobjekte des anwendungsspezifischen Domänenmodells 1 1 2. Sowohl der Lesevorgang als auch der Schreibvorgang erfolgen ausschliesslich aufgrund von expliziten Schreib-, Lese- oder Dienstbefehlen an das anwendungsspezifische Domänenmodell 1 1 2.

Das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02 und das anwendungsspezifische Domänenmodel 1 1 2 sind vorzugsweise als verfügbare Dienste 1 03 respektive 1 1 3 der dienstorientierten Architekturplattform 1 00, z.B. WCF, ausgeführt. Dabei sind die verfügbaren Funktionen, z.B. Schreiben oder Lesen, und Datenpunkt- Objekte respektive anwendungsspezifische Datenobjekte der Domänenmodelle 1 02 , 1 1 2 über eine für Dienstkonsumenten zugreifbare Schnittstelle der dienstorientierten Architekturplattform 1 00 definiert und abrufbar. Die definierten Dienste 1 03, 1 1 3 sind für Dienstkonsumenten über die dienstorientierte Architekturplattform 1 00 zugreifbar, wie in den Figuren 1 und 3 schematisch durch die Pfeile 1 04 und 1 05 respektive 1 1 4, 1 1 5 und 1 1 6 angedeutet ist. Die Domänenmodelle 1 02, 1 1 2 liefern ihren Dienstkonsumenten maschinenspezifische Datenpunkt-Objekte respektive anwendungsspezifische Datenobjekte nur auf Anfrage, d.h. wenn der Dienstkonsument auf den entsprechenden Dienst 1 03, 1 1 3 zugreift und das betreffende Datenpunkt- Objekt respektive Datenobjekt anfordert. Beispielsweise erhält der anwendungsspezifische Teil 1 1 nur dann Datenpunkt-Objekte vom maschinenspezifischen Domänenmodell 1 02 , wenn er diese explizit über den entsprechenden Dienst 1 03 anfordert, und die Benutzerschnittstellen 1 2 , 1 3, 21 und das Dienstmodul 22 erhalten vom anwendungsspezifische Teil 1 1 nur dann Datenobjekte vom anwendungsspezifischen Domänenmodell 1 1 2 , wenn sie diese explizit über den entsprechenden Dienst 1 1 3 anfordern. Wie mit den Pfeilen 1 1 7, 1 1 8 und 1 1 9 schematisch angedeutet ist, sind das Dienstmodul 22 und die Benutzerschnittstellen 23 und 1 3 in einer Variante eingerichtet direkt über den Dienst 1 03 auf das maschinenspezifische Domänenmodell 1 02 zuzugreifen. Dazu sind maschinenspezifische Anpassungen von Dienstmodul 22 und Benutzerschnittstellen 23, 1 3 erforderlich.

Für den Datenaustausch sind die Computersystem 1 ', 1 ", 2', 2" über eine Kommunikationsverbindung verbunden, beispielsweise über einen Datenbus oder ein lokales Netzwerk ( LAN). Die Kommunikation unter den funktionalen Modulen , die als Dienste der dienstorientierten Architekturplattform 1 00 ausgeführt sind, erfolgt vorzugsweise über Kommunikationsfunktionen der dienstorientierten Architekturplattform 1 00, z.B. WCF, die beispielsweise als Teil einer Laufzeitumgebung der dienstorientierten Architekturplattform 1 00 verfügbar sind. Um zu verhindern, dass Verbindungen zwischen Diensten der dienstorientierten Architekturplattform 1 00 wegen Inaktivität innerhalb einer definierten Zeitdauer (timeout) beendet werden, sind die als Dienste ausgeführten funktionalen Module eingerichtet, periodisch Wachhalteanfragen an diejenigen Dienste zu übermitteln, von denen sie Dienstkonsumenten sind, respektive von ihren Dienstkonsumenten periodische Wachhalteanfragen zu empfangen und unmittelbar mit einer Wachhalteantwort zu beantworten.

Die Figur 2 illustriert eine Anlage mit mehreren Maschinen 1 5, 1 5a, 1 5b, 1 5c, 1 5d, die jeweils von einem Maschinensteuerungssystem 1 , 1 a, 1 b, 1 c, 1 d angesteuert werden, dessen funktionale Module, wie in der Figur 1 illustriert, auf einem gemeinsamen Computersystem 1 ', 1 'a, 1 'b, 1 'c, 1 'd ausgeführt sind. Wie in der Figur 2 ersichtlich ist, ist das Leit- oder Bediensystem 2 auf mehreren betriebsfähigen Computersystemen 2', 2'a, 2'b ausgeführt, und umfasst mehrere sich ergänzende und/oder redundante Programmapplikationen (Anwendung). Wie in der Figur 2 schematisch illustriert ist, kommunizieren und interagieren die auf den Computersystemen 1', 1'a, 1'b, 1'c, 1'd, 2', 2'a, 2'b ausgeführten funktionalen Module der Maschinensteuerungssysteme 1 , 1 a, 1b, 1c, 1 d und des Leit- oder Bediensystems 2 über die dienstorientierte Architekturplattform 100, z.B. WCF, und deren Kommunikationsfunktionen.

Die Figur 4 illustriert eine Anlage mit mehreren Maschinen 15, 15a, 15b, 15c, 15d, die jeweils von einem Maschinensteuerungssystem 1 angesteuert werden, dessen funktionale Module, wie in der Figur 3 illustriert, jeweils auf verschiedenen Computersystemen ausgeführt sind. Die maschinenspezifischen Teile 10, 10a, 10b, 10c, 10d sind jeweils auf dem mit der betreffenden Maschine 15, 15a, 15b, 15c, 15d verbundenen Computersystem 1", 1"a, 1"b, 1"d ausgeführt. Die anwendungsspezifischen Teile 11, 11a, 11b hingegen sind auf den Computersystemen 2", 2"a, 2"b des Leit- oder Bediensystems 2 ausgeführt, welches mehrere sich ergänzende und/oder redundante Programmapplikationen umfasst. Wie in der Figur 4 schematisch illustriert ist, kommunizieren und interagieren die auf den Computersystemen 1", 1"a, 1"b, 1"c, 1"d, 2", 2"a, 2"b ausgeführten funktionalen Module der maschinenspezifischen Teile 10, 10a, 10b, 10c, 10d, der anwendungsspezifischen Teile 11, 11a, 11b und des Leitoder Bediensystems 2 über die dienstorientierte Architekturplattform 100, z.B. WCF, und deren Kommunikationsfunktionen. In der Figur 5 bezieht sich das Bezugszeichen 3 auf ein Computersystem mit einem oder mehreren betriebsfähigen Computern und jeweils einem oder mehreren Prozessoren, welche mit einer oder mehreren Anzeigen 4 verbunden sind, beispielsweise berührungsempfindliche Anzeigen, insbesondere so genannte Multitouch Anzeigen. Das Computersystem 4 umfasst beispielsweise eines oder mehrere der oben beschriebenen Computersysteme V, 1 'a, 1 'b, 1 'c, l 'd , 1 ", 1 "a, 1 "b, 1 "c, 1 "d, 2', 2'a, 2'b, 2", 2"a und/oder 2"b.

Wie in der Figur 5 schematisch dargestellt ist umfasst das Computersystem 3 mehrere funktionale Module, insbesondere eine Plattform 30, einen Lizenz- Manager 3 1 , einen Plugin-Manager 32, einen Bereich-Manager 33 , mindestens eine Programmapplikation 34, ein Plugin-Katalog 35 und gespeicherte (benutzerspezifische) Widget-Konfigurationen 36. Die Widget-Konfigurationen 36 definieren die Ansichten und anzuzeigenden Dateninhalte eines Widgets, die für einen bestimmten Benutzer zu verwenden sind . Widget-Konfigurationen 36 werden beispielsweise anfänglich in einer Benutzergrundkonfiguration definiert und später jeweils beim Herunterfahren der Applikation und/oder Logout des Benutzers aufgrund der aktuellen Ansichten und angezeigten Dateninhalte der Widgets bestimmt und gespeichert.

Die Plattform 30 umfasst mehrere Komponenten, insbesondere Komponenten einer Laufzeitumgebung zur Unterstützung einer dienstorientierten Architekturplattform, einer dynamischen Applikationserweiterung und Grafikfunktionen, beispielsweise .NET Komponenten von Microsoft Corp. für WCF, M EF (Managed Extensibility Framework) und WPF (Windows Presentation Foundation).

Der Plugin-Katalog 35 ist beispielsweise in M EF ausgeführt und umfasst mehrere Plugins respektive Referenzen auf gespeicherte Plugins. Plugins sind Softwarekomponenten (Computerprogramme), die eine bestehende softwarebasierte Programmapplikation erweitern, so dass die Programmapplikation mit den durch das Plugin bereitgestellten Funktionen erweitert wird. Die Plugins sind beispielsweise beim Aufstarten oder zur Laufzeit einer Programmapplikation (Anwendung ) dynamisch als Ergänzung zur Programmapplikation ladbar und ausführbar. Der Plugin-Katalog 35 umfasst insbesondere ein Hauptfenster- Plugin, mehrere Fensterbereich-Plugins, ein Login-Plugin, ein Widget-Manager- Plugin und mehrere Widget-Plugins.

In den folgenden Abschnitten wird mit Bezug auf die Figur 6 beispielhaft eine Sequenz von Schritten zum Generieren einer grafischen Benutzerschnittstelle 6 für eine Programmapplikation 34 auf einer Anzeige 4 beschrieben.

Im Schritt S T , werden ladbare gespeicherte Plugins respektive Referenzen auf diese Plugins in den Plugin-Katalog 35 geladen, beispielsweise per MEF. Schritt S 1 wird beispielsweise als vorbereitender Schritt als Teil einer Systemkonfiguration ausgeführt. Jedes Plugin ist mit verschiedenen Attributen versehen. Diese Plugin- Attribute definieren zumindest Aufstarterfordernisse und Aufstarteinschränkungen und umfassen insbesondere auch Sprachattribute und Lizenzattribute. Im Schritt S2, werden die Plugins im Plugin-Katalog 35 basierend auf ihren Attributen gefiltert nachdem die Programmapplikation 34 gestartet wurde. Dabei überprüft der Lizenz-Manager 31 für jedes Plugin ob eine gültige Lizenz vorliegt. Zudem wird die Sprache überprüft, die bei Plugins mit Schnittstellenfunktion für die Interaktion mit einem Benutzer verwendet wird.

Im Schritt S3 startet der Plugin-Manager 32 die Plugins entsprechend ihrer Aufstarterfordernisse und Aufstarteinschränkungen in der erforderlichen, beispielsweise benutzerspezifischen Sprache, wenn dafür jeweils eine ausreichende Lizenz vorliegt. Die Plugins werden beispielsweise per M EF gestartet.

Im Schritt S3 1 wird das Hauptfenster-Plugin gestartet. Wie mit dem Bezugszeichen S35 angedeutet wird, stellt das Hauptfenster-Plugin auf der Anzeige 4 ein Hauptfenster dar und definiert im Hauptfenster mehrere Teilbereiche. Wie in der Figur 7a dargestellt ist, ist das Hauptfenster 60 im Wesentlichen bloss ein auf der Anzeige 4 dargestellter Rahmen (Shell) , für welchen auf der Anzeige 4 nicht ersichtlich mehrere Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' definiert werden . Die Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' werden vom Hauptfenster-Plugin beispielsweise in WPF definiert.

Im Schritt S32 werden zudem die Fensterbereich-Plugins gestartet. Wie mit dem Bezugszeichen S36 angedeutet wird, registrieren sich die Hauptfenster-Plugins jeweils beim Bereich-Manager 33. Im Schritt S33 wird das Widget-Manager-Plugin gestartet. Wie mit dem Bezugszeichen S37 angedeutet wird, importiert das Widget-Manager-Plugin Widget-Kontexte, die jeweils den Fensterbereich-Plugins zugeordnet gespeichert sind, beispielsweise per MEF. Die Widget-Kontexte definieren mögliche, zulässige Widgets, die beispielsweise in einem zugeordneten Fensterbereich einfügbar sind .

Im Schritt S34 wird das Login-Plugin gestartet. Wie mit dem Bezugszeichen S38 angedeutet wird, registriert sich das Login-Plugin beim Bereich-Manager 33.

In der Figur 6 wird im Zusammenhang mit Schritt S3 nur eine Auswahl von Plugins angezeigt, die aufgestartet werden, die im Zusammenhang mit der Erzeugung der grafischen Benutzerschnittstelle 6 von besonderem Interesse sind . Der Fachmann wird verstehen, dass jedoch auch weitere Plugins aufgestartet werden, beispielsweise die Widget-Plugins.

Im Schritt S4 werden die, beispielsweise in WPF definierten Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' beim Bereich-Manager 33 angemeldet (registriert), beispielsweise durch WPF, das zudem sämtliche definierten Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' initialisiert.

Im Schritt S5 verknüpft der Bereich-Manager 33 die angemeldeten (registrierten) Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' mit den Fensterbereich-Plugins, die jeweils für die Teilbereiche 61 ', 62', 63', 64', 65' vorgesehen sind. Dabei wird insbesondere auch das Login-Plugin mit dem dafür vorgesehenen Teilbereich 63' verknüpft. Im Schritt S6 stellen die Fensterbereich-Plugins auf der Anzeige 4 jeweils im Teilbereich 61 ', 62', 64', 65' des Hauptfensters 60 mit dem sie verknüpft sind, ihren Fensterbereich dar. Wie in der Figur 7b dargestellt ist, sind nun auf der Anzeige 4 die Fensterbereiche 61 , 62 , 64, 65 im Hauptfenster 60 der Benutzerschnittstelle 6 sichtbar dargestellt.

Im Schritt S7 stellt das Login-Plugin auf der Anzeige 4 im Teilbereich 63' des Hauptfensters 60 mit dem es verknüpft ist, seinen Login-Bereich dar. Wie in der Figur 7c dargestellt ist, ist nun auf der Anzeige 4 zusätzlich zu den Fensterbereichen 61 , 62, 64, 65 im Hauptfenster 60 der Benutzerschnittstelle 6 auch der Login-Bereich 63 mit entsprechenden Login-Eingabefeldern 66 sichtbar dargestellt.

Im Schritt S8, nimmt das Login-Plugin vom Benutzer Login-Daten über die Login- Eingabefelder 66 entgegen, beispielsweise ein Benutzername und ein Passwort oder Zugangscode.

Im Schritt S9, lädt das Widget-Manager-Plugin gemäss dem Login des (berechtigten ) Benutzers die gespeicherten benutzerspezifischen Widget- Konfigurationen 36.

Im Schritt S 1 0, verknüpft das Widget-Manager-Plugin die Widget- Konfigurationen 36 des Benutzers mit den zuvor importierten Widget- ontexten , die den Fensterbereich-Plugins zugeordnet sind. Dabei werden die durch die benutzerspezifischen Widget-Konfigurationen 36 definierten Ansichten mit den Widget-Kontexten der Fensterbereiche verknüpft.

Im Schritt S i l , erzeugen die Widget-Plugins jeweils ihre Schnittstelleneingabelemente und/oder Schnittstellenausgabelemente und fügen sie auf der Anzeige 4 jeweils in denjenigen Fensterbereich ein, mit dem sie durch die bestimmten Widget- Kontexte verknüpft sind und zwar in der durch die benutzerspezifischen Widget-Konfigurationen 36 definierten Ansicht und den darin anzuzeigenden Dateninhalten. Wie in der Figur 7d dargestellt ist, sind nun auf der Anzeige 4 in den Fensterbereichen 61 , 62, 64, 65 des Hauptfensters 60 der Benutzerschnittstelle 6 zusätzlich auch die Widgets W 1 , W2, W3, W4 sichtbar dargestellt.

Abschliessend soll angeführt werden, dass die oben angeführten funktionalen Module vorzugsweise als programmierte Softwaremodule ausgeführt sind, welche Programmcode zur Steuerung von jeweils einem oder mehreren Prozessoren eines Computers umfassen und auf einem Computerprogrammprodukt gespeichert sind, das fest oder entfernbar mit den Prozessoren verbunden ist und ein nicht-flüchtiges, greifbares computerlesbares Medium umfasst. Der Fachmann wird jedoch verstehen, dass die funktionalen Module in alternativen Ausführungsvarianten teilweise oder vollständig mittels Hardwarekomponenten ausgeführt sein können. Zudem sei hier festgehalten, dass in der Beschreibung zwar Computerprogrammcode spezifischen funktionalen Modulen zugeordnet wurde und dass die Ausführung von Schritten in einer bestimmten Reihenfolge dargestellt wurde, dass der Fachmann jedoch verstehen wird, dass der Computerprogrammcode unterschiedlich strukturiert und die Reihenfolge von mindestens gewissen Schritten geändert werden kann, ohne dabei vom Schutzgegenstand abzuweichen.