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Patent Searching and Data


Title:
PROCESSING SYSTEM FOR AIRCRAFT STRUCTURAL COMPONENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/020227
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a processing system for aircraft structural components (2), having a processing station (3) comprising a clamping frame (4) for receiving each particular aircraft structural component (2) to be processed, wherein the clamping frame (4) extends along a station longitudinal axis (6) extending in a longitudinal direction (X), and a processing unit (5) for processing the aircraft structural component (2), said unit (5) having an upper tool unit (11) with an upper tool (13) oriented along a first tool axis (12a) and a lower tool unit (14) with a lower tool (15) oriented along a second tool axis (12b), wherein the first tool axis (12a) and the second tool axis (12b) are oriented or orientable parallel to a vertical direction (Z) that is at an angle, in particular orthogonal, to the longitudinal direction (X), wherein, in at least one processing position of the upper tool (13) and in at least one processing position of the lower tool (15), the first tool axis (12a) and the second tool axis (12b) are oriented coaxially with one another and wherein the lower tool (15) is mounted on a lower tool carrier (17). It is proposed that, in at least one processing position of the upper tool (13) and/or in at least one processing position of the lower tool (15), the particular tool axis (12a, 12b) does not extend coaxially with the lower tool carrier axis (18).

Inventors:
VARRELMANN, Nils (Kurze Straße 4, Varel, 26316, DE)
NEEMANN, Volker (Garnholter Straße 3, Westerstede, 26655, DE)
Application Number:
EP2018/060899
Publication Date:
January 31, 2019
Filing Date:
April 27, 2018
Export Citation:
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Assignee:
BROETJE-AUTOMATION GMBH (Am Autobahnkreuz 14, Rastede, 26180, DE)
International Classes:
B21J15/10; B23Q1/25; B64F5/10
Foreign References:
US4967947A1990-11-06
US20060182557A12006-08-17
US5778505A1998-07-14
EP2682225A12014-01-08
EP0836908A21998-04-22
US5778505A1998-07-14
Attorney, Agent or Firm:
GOTTSCHALD PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB (Klaus-Bungert-Straße 1, Düsseldorf, 40468, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Bearbeitungsanlage für Flugzeugstrukturbauteile (2) mit einer Bearbeitungsstation (3) umfassend einen Aufspannrahmen (4) zur Aufnahme des jeweils zu bearbeitenden Flugzeugstrukturbauteils (2), wobei sich der Aufspannrahmen (4) entlang einer in eine Längsrichtung (X) verlaufenden Stationslängsachse (6) erstreckt, und eine Bearbeitungseinheit (5) für die Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils (2), die eine Oberwerkzeugeinheit (11 ) mit einem entlang einer ersten Werkzeugachse ( 2a) ausgerichteten Oberwerkzeug (13) und eine Unterwerkzeugeinheit (14) mit einem entlang einer zweiten Werkzeugachse (12b) ausgerichteten Unterwerkzeug (15) aufweist, wobei die erste Werkzeugachse (12a) und die zweite Werkzeugachse (12b) parallel zu einer zur Längsrichtung (X) winkeligen, insbesondere orthogonalen, Höhenrichtung (2) ausgerichtet oder ausrichtbar sind, wobei in mindestens einer Bearbeitungsposition des Oberwerkzeugs (13) und in mindestens einer Bearbeitungsposition des Unterwerkzeugs (15) die erste Werkzeugachse (12a) und die zweite Werkzeugachse (12b) koaxial zueinander ausgerichtet sind und wobei das Unterwerkzeug (15) an einem Unterwerkzeugträger (17) gelagert ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass in mindestens einer Bearbeitungsposition des Oberwerkzeugs (13) und/oder in mindestens einer Bearbeitungsposition des Unterwerkzeugs (15) die jeweilige Werkzeugachse (12a, 12b) nicht-koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse (18) verläuft.

2. Bearbeitungsanlage nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass in der mindestens einen Bearbeitungsposition die jeweilige Werkzeugachse (12a, 12b) parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse (18) ist, vorzugsweise, dass in der mindestens einen Bearbeitungsposition der maximal einstellbare Abstand zwischen der jeweiligen Werkzeugachse (12a, 12b) und der Unterwerkzeugträgerachse (18) mindestens 1 ,0 m, bevorzugt mindestens 2,0 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, beträgt.

3. Bearbeitungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterwerkzeugträger (17) an einem unteren Gestellteil (22a) drehbar gelagert ist, das sich in einer zur Längsrichtung (X) und Höhenrichtung (Z) orthogonalen Querrichtung (Y) erstreckt, wobei in der mindestens einen Bearbei- tungsposition, in der die jeweilige Werkzeugachse {12a, 12b) nicht-koaxial bzw. parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse (18) ist, ein Freiraum (20) zwischen Unterwerkzeug (18) und unterem Gestellteil (22a) ausgebildet ist, der sich in der Höhenrichtung (Z) vom unteren Gestellteil (22a) bis zum Unterwerk- zeug (15) oder bis zu einem Abschnitt des Unterwerkzeugträgers (17), an dem das Unterwerkzeug (15) gelagert ist, erstreckt, vorzugsweise, dass der Freiraum (20) in der Höhenrichtung (Z) eine Höhe von mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, hat. 4. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterwerkzeugträger (17) einen Tragbalken (17a), an dem das Unterwerkzeug (15) gelagert ist, und eine Tragsäule (17b), die drehbar gelagert ist und an der der Tragbaiken (17a) befestigt ist, aufweist, vorzugsweise, dass sich der Tragbalken (17a) im Wesentlichen in einer in der Längsrichtung (X) und Querrichtung (Y) verlaufenden Ebene und die Tragsäule (17b) im Wesentlichen in der Höhenrichtung (Z) erstreckt und/oder Tragbalken (17a) und Tragsäule (17b) zusammen eine L-Form bilden.

5. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragbalken (17a) mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, vom unteren Gestellteil (22a) beabstandet ist und/oder sich in der in der Längsrichtung (X) und Querrichtung (Y) verlaufenden Ebene von der Tragsäule (17b) aus über eine Länge von mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m, besonders bevorzugt min- destens 3,0 m, erstreckt, vorzugsweise, dass sich der Freiraum (20) zwischen Tragbalken (17a) und unterem Gestellteil (22a) über den größten Teil der Länge des Tragbalkens (17a) erstreckt.

6. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterwerkzeugträger (17), insbesondere die Tragsäule (17a), am unteren Gestellteil (22a) in der Querrichtung (Y) linear verfahrbar ist.

7. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterwerkzeug (15) am Unterwerkzeugträger (17), insbesondere am Tragbalken (17a), in einer in der Längsrichtung (X) und Quer- richtung (Y) verlaufenden Ebene linear verfahrbar ist, vorzugsweise derart, dass die zweite Werkzeugachse (12b) in mindestens einer Bearbeitungsposition des Unterwerkzeugs (15) koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse (18) an- ordenbar ist.

8. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberwerkzeug (13) an einem Oberwerkzeugträger (16) gelagert ist, wobei der Oberwerkzeugträger (16) an einem oberen Gesteilteil (22d) gelagert ist, das sich in der Querrichtung (Y) erstreckt, vorzugsweise, dass der Oberwerkzeugträger (16) an dem oberen Gestellteil (22d) in der Querrichtung (Y) linear verfahrbar ist, vorzugsweise derart, dass die erste Werkzeugachse (12a) in mindestens einer Bearbeitungsposition des Oberwerkzeugs (13) koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse (18) anordenbar ist. 9. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Gestellteil (22a) und obere Gestelltet! (22d), insbesondere über mindestens einen seitlichen Gestellteil (22b, 22c), miteinander verbunden sind, vorzugsweise, dass der untere Gestellteil (22d), der mindestens eine seitliche Gesteilteil (22b, 22c) und der obere Gestellteil (22d) zu- sammen eine C-Form oder Portalform bilden.

10. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Gestellteil (22a), insbesondere zusammen mit der Oberwerkzeugeinheit (11 ) und Unterwerkzeugeinheit (14), in der Längsrich- tung (X) linear verfahrbar ist.

11. Bearbeitungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsanlage (1 )

- einen ersten Antriebsmotor für eine Drehbewegung (24) des Unterwerk- zeugträgers (17), insbesondere relativ zum unteren Gestellteil,

- einen zweiten Antriebsmotor für eine Linearbewegung (25) des Unterwerkzeugträgers (17), insbesondere relativ zum unteren Gestellteil,

- einen dritten Antriebsmotor für eine Linearbewegung (26) des Unterwerkzeugs (15), insbesondere relativ zum Unterwerkzeugträger (17), - einen vierten Antriebsmotor für eine Linearbewegung (27) des Tragbalkens (17a) des Unterwerkzeugträgers (17), insbesondere relativ zur Tragsäule (17b) des Unterwerkzeugträgers (17),

- einen fünften Antriebsmotor für eine Linearbewegung (28) des Oberwerk- zeugträgers (16), insbesondere relativ zum oberen Gestellteil (22d) und/oder unteren Gestellteil (22a), und/oder

- einen sechsten Antriebsmotor für eine Linearbewegung (29) des unteren Gestellteils (22a), insbesondere relativ zum Untergrund (23),

aufweist, vorzugsweise, dass der erste Antriebsmotor, der zweite Antriebsmo- tor, der dritte Antriebsmotor, der vierte Antriebsmotor, der fünfte Antriebsmotor und/oder der sechste Antriebsmotor unabhängig voneinander betätigbar sind.

12. Verfahren zur Bearbeitung eines Flugzeugstrukturbauteils (2) mit einer Bearbeitungsanlage (1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass während der Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils (2), insbesondere während eines Niet- oder Bohrvorgangs, die erste Werkzeugachse (12a) und/oder zweite Werkzeugachse (12b) zumindest temporär nicht-koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse (18) verläuft.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass während der Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils (2), insbesondere während eines Niet- oder Bohrvorgangs, die erste Werkzeugachse (12a) und/oder zweite Werkzeugachse (12b) zumindest temporär parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse (18) ist.

14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufspannrahmen (4) mit dem daran angeordneten Flugzeugstrukturbauteil über einen Winkelbereich von mindestens 180°, vorzugsweise von mehr als 180°, um eine zur Stationslängsachse (6) parallel ausgerichtete und/oder ausrichtbare Rahmeniängsachse (21 ) geschwenkt wird.

Description:
Bearbeitungsanlage für Flugzeugstrukturbauteile

Die Erfindung betrifft eine Bearbeitungsanlage für Flugzeugstrukturbauteile nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Bearbeitung eines Flugzeugstrukturbauteils mit einer vorschlagsgemäßen Bearbeitungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.

Die Herstellung von Flugkörpern und insbesondere Flugzeugen umfasst die Bearbeitung großer Flugzeugstrukturbauteile wie etwa der Flügel und des Rumpfes oder Teilen davon in speziellen Bearbeitungsanlagen. Die bekannte Bearbeitungsanlage (US 5,778,505), von der die Erfindung ausgeht, weist eine Bearbeitungsstation mit einem Aufspannrahmen zur Aufnahme des jeweils zu bearbeitenden Flugzeugstrukturbauteils auf. Die Bearbeitungsstation ist ferner mit einer Bearbeitungseinheit in Form einer Nieteinheit ausgestattet, die eine Oberwerkzeugeinheit mit einem Oberwerkzeug und eine zugeordnete Unterwerkzeugeinheit mit einem Unterwerkzeug aufweist, wobei bei einer koaxialen Ausrichtung der Werkzeugachse des Oberwerkzeugs zur Werkzeugachse des Unterwerkzeugs ein Nietvorgang am Flugzeugstrukturbauteil durchgeführt werden kann.

Bei der bekannten Bearbeitungsanlage ist ein C-förmiges Gesteil vorgesehen, das ein oberes Gestellteil, ein unteres Gestellteil und ein die beiden Gestellteile miteinander verbindendes seitliches Gestellteil aufweist, wobei das Oberwerkzeug über einen Oberwerkzeugträger am oberen Gestellteil und das Unter- Werkzeug über einen Unterwerkzeugträger am unteren Gesteliteil angeordnet ist. Der Unterwerkzeugträger ist dabei ebenfalls C-förmig ausgebildet und am unteren Gestellteil drehbar gelagert. Der Unterwerkzeugträger weist ebenfalls ein unteres Trägerteil, ein oberes Trägerteil und ein das obere mit dem unteren Trägerteil verbindendes seitliches Trägerteil auf, wobei das Unterwerkzeug am äußeren Ende des oberen Trägerteils angeordnet ist. In der Höhenrichtung gegenüberliegend am äußeren Ende des unteren Trägerteils befindet sich die Drehmechanik, über die der Unterwerkzeugträger mit dem unteren Gestellteil des C-förmigen Gestells verbunden ist. Die Bearbeitungsstation ist dann so ausgestaltet, dass die beiden Werkzeugachsen, das heißt die Werkzeugachse des Oberwerkzeugs und die Werkzeugachse des Unterwerkzeugs, immer ko- axial zur Unterwerkzeugträgerachse (Drehachse des Unterwerkzeugträgers) verlaufen.

Bei der Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils wird der Aufspannrahmen zwischen den einzelnen Nietvorgängen um eine Rahmenlängsachse gedreht, wobei der Aufspannrahmen insgesamt um im Wesentlichen 180° gedreht werden kann. Bei einer vertikalen Ausrichtung des Aufspannrahmens, wenn also die beiden zur Rahmenlängsachse parallelen Rahmenteile in Höhenrichtung übereinander angeordnet sind, ist einer der Rahmenteile innerhalb des C- förmigen Unterwerkzeugträgers, also zwischen dem unteren Trägertei! und dem oberen Trägerteil des Unterwerkzeugträgers, angeordnet, wohingegen der andere Rahmenteil zwischen Unterwerkzeugträger und oberem Gestellteil des C-förmigen Gestells angeordnet ist. Aus dieser Position heraus wird der Aufspannrahmen dann zwischen den einzelnen Nietvorgängen sukzessive um 180° gedreht, bis der andere Rahmenteil innerhalb des C-förmigen Unterwerkzeugträgers angeordnet ist und der Aufspannrahmen wieder eine vertikale Ausrichtung hat. Um solche vertikalen Ausrichtungen des Aufspannrahmens zu ermöglichen, muss die Bearbeitungsanlage entsprechend groß ausgelegt sein. Insbesondere die Arbeitshöhe ist relativ groß, was wiederum zu entsprechend großen Abmessungen der Bearbeitungsanlage in der Höhenrichtung führt.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, die bekannte Bearbeitungsanlage derart auszugestalten und weiterzubilden, dass die Arbeitshöhe und entsprechend die Dimension der Anlage in Höhenrichtung verringert werden kann.

Das obige Problem wird bei einer Bearbeitungsanlage gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst. Wesentlich ist die grundsätzliche Überlegung, die Unterwerkzeugträgerachse, das heißt die Drehachse des Unterwerkzeugträgers, so zu verlagern, dass sie nicht mehr bei jedem Bearbeitungsschritt, beispielsweise Nietvorgang oder Bohrvorgang, in Höhenrichtung unterhalb des Unterwerkzeugs angeordnet ist, sondern dazu versetzt ist. Mit anderen Worten ist die Werkzeugachse des Unterwerkzeugs (zweite Werkzeugsachse) nicht zwangsläufig immer koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse ausgerichtet, wodurch, zumindest in einigen Bearbeitungspositionen des Unterwerkzeugs, unterhalb des Unterwerkzeugs ein Freiraum zur Anordnung eines Abschnitts des Aufspannrahmens und Flugzeugstrukturbauteils während der Bearbeitung geschaffen werden kann. Dieser Freiraum erstreckt sich dabei zwischen dem oberen Trägerteil des Unterwerk- zeugträgers, an dem das Unterwerkzeug gelagert ist, und der Oberfläche, auf der der Unterwerkzeugträger drehbar gelagert ist. Im Unterschied zum Stand der Technik wird also ein Raum oberhalb der besagten Oberfläche, auf der der Unterwerkzeugträger gelagert ist, geschaffen, der über seine gesamte Höhe zur Aufnahme eines Abschnitts des Aufspannrahmens und Flugzeugstruktur- bauteils zur Verfügung steht. Dagegen wird beim Stand der Technik dieser Raum teilweise von einem unteren Teil des Unterwerkzeugträgers eingenommen, über den der Unterwerkzeugträger mit der darunterliegenden Oberfläche drehbar verbunden ist. Gegenüber dem Stand der Technik kann damit die Arbeitshöhe verringert werden, insbesondere um mindestens 0,3 m, bevorzugt mindestens 0,4 m, besonders bevorzugt mindestens 0,5 m. Entsprechend kann auch die Gesamthöhe der Bearbeitungsanlage verringert werden.

Im Einzelnen wird die Verringerung der Arbeitshöhe und gegebenenfalls Verringerung der Höhe der Bearbeitungsanlage dadurch erreicht, dass in mindes- tens einer Bearbeitungsposition des Oberwerkzeugs und/oder Unterwerkzeugs die jeweilige Werkzeugachse nicht-koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse verläuft. Insbesondere ist die jeweilige Werkzeugachse parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse, das heißt, die Achsen sind voneinander beabstandet und parallel zueinander angeordnet (Anspruch 2). Mit einer Bearbeitungs- position des Oberwerkzeugs bzw. Unterwerkzeugs ist eine Position des jeweiligen Werkzeugs gemeint, in der die Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils möglich ist. Insbesondere handelt es sich bei der Bearbeitung um einen Nietvorgang oder Bohrvorgang. Es sei darauf hingewiesen, dass neben der oder den Bearbeitungspositionen, in der die jeweilige Werkzeugachse nicht-koaxial bzw. parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse ist, auch eine oder mehrere Bearbeitungspositionen des jeweiligen Werkzeugs vorgesehen sein können, in denen die jeweilige Werkzeugachse koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse verläuft. Nach der Ausgestaltung gemäß Anspruch 3 ist der Unterwerkzeugträger an und insbesondere auf einem unteren Gestellteil drehbar gelagert, das sich ent- lang einer zur Längsrichtung und Hochrichtung orthogonalen Querrichtung erstreckt. Das Gestellteil ist insbesondere Teil eines Gestells, das sowohl die Oberwerkzeugeinheit als auch Unterwerkzeugeinheit trägt. In der mindestens einen Bearbeitungsposition, in der die jeweilige Werkzeugachse nicht-koaxial bzw. paralleiverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse ist, ist dann der bereits erwähnte Freiraum zwischen dem Unterwerkzeug und dem unteren Gesteliteil ausgebildet.

Ein solches Gestell ermöglicht eine geeignete Arbeitshöhe zur Bearbeitung von diversen Fiugzeugstrukturbauteilen, beispielsweise Rümpfen oder Flügeln. Die Arbeitshöhe, also die Stelle, an der das Oberwerkzeug mit dem Unterwerkzeug bestimmungsgemäß zusammenwirkt, liegt dabei insbesondere in einem Bereich von 5 m bis 7 m, bevorzugt in einem Bereich von 5,5 m bis 6,5 m, besonders bevorzugt in einem Bereich von 5,5 m bis 6 m.

Der Unterwerkzeugträger kann auf ganz unterschiedliche Weise ausgestaltet sein, insbesondere kann dieser einen Tragbalken und eine Tragsäule aufweisen, wobei der Tragbalken dazu dient, das Unterwerkzeug zu lagern, und die Tragsäule den Tragbalken trägt (Anspruch 4). Die Tragsäule ist derjenige Teil des Unterwerkzeugträgers, der drehbar gelagert ist. Insbesondere ist die Tragsäule am unteren Gestellteil drehbar gelagert. Tragsäule und Tragbalken verlaufen insbesondere orthogonal zueinander und bilden entsprechend eine L- Form. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, einen Unterwerkzeugträger in einer C-Form vorzusehen, bei der sich also von der Tragsäule in Höhenrichtung voneinander beabstandet zwei Balken erstrecken, wobei in diesem Fall der untere der Balken eine geringere Länge als der obere der Balken (Tragbalken) aufweisen muss. Denn nur wenn der obere Tragbalken den unteren Balken überragt, kann auch bei einer C-Form des Unterwerkzeugträgers besagter Freiraum erzeugt werden, der sich von dem unteren Gesteilteil bis zum oberen Tragbaiken bzw. Unterwerkzeug erstreckt.

Anspruch 5 definiert bevorzugte Dimensionen des Unterwerkzeugträgers.

In den Ansprüchen 6 bis 10 sind verschiedene Möglichkeiten definiert, wie sich einzelne Komponenten der Bearbeitungsanlage, insbesondere relativ zueinander, bewegen können, damit das zu bearbeitende Flugzeugstrukturbauteil op- timal zwischen Oberwerkzeug und Unterwerkzeug angeordnet werden kann. Für die unterschiedlichen Bewegungen, insbesondere Drehbewegungen und Linearbewegungen, können entsprechende Antriebsmotoren vorgesehen sein, die vorzugsweise unabhängig voneinander betätigbar sind (Anspruch 11 ).

Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 12, der eigenständige Bedeutung zukommt, wird ein Verfahren zur Bearbeitung eines Flugzeugstrukturbauteiis mit einer vorschlagsgemäßen Bearbeitungsanlage beansprucht. Wesentlich nach der weiteren Lehre ist, dass während der Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteiis, insbesondere bei einem Nietvorgang oder Bohrvorgang, die erste Werkzeugachse und/oder zweite Werkzeugachse zumindest temporär nicht-koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse, vorzugsweise parallelverschoben dazu (Anspruch 13), verläuft. Auf diese Weise kann die Arbeitshö- he verringert und entsprechend auch die Gesamthöhe der Bearbeitungsanlage minimiert werden. Im Übrigen sei hinsichtlich des Verfahrens auf die vorangehenden Ausführungen zur Bearbeitungsanlage verwiesen.

Nach der Ausgestaltung gemäß Anspruch 14 kann der Aufspannrahmen mit dem daran angeordneten zu bearbeitenden Flugzeugstrukturbauteil über einen Winkeibereich von mindestens 180° oder mehr um eine Rahmenlängsachse gedreht werden. Die Rahmenlängsachse verläuft dabei entlang der Stationslängsachse. Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt eine vorschlagsgemäße Bearbeitungsanlage in einer ersten Bearbeitungsstellung a) in einer perspektivischen Ansicht und b) in einer geschnittenen Ansicht, die Bearbeitungsanlage gemäß Fig. 1 in einer zweiten Bearbeitungsstellung a) in einer perspektivischen Ansicht und b) in einer geschnittenen Ansicht und Fig. 3 eine schematäsche Ansicht der Bearbeitungsaniage gemäß Fig. 1 in verschiedenen Bearbeitungsstellungen.

Die dargestellte Bearbeitungsanlage 1 dient der Bearbeitung von Fiugzeug- Strukturbauteilen 2, bei denen es sich, wie weiter oben angesprochen, um Rümpfe, Flügel oder andere große Flugzeugstrukturbauteile handeln kann. Die Bearbeitungsanlage 1 weist eine Bearbeitungsstation 3 auf. Die Bearbeitungsstation 3 weist zum Einen einen Aufspannrahmen 4 zur Aufnahme des jeweils zu bearbeitenden Flugzeugstrukturbauteils 2 und zum Anderen eine Bearbei- tungseinheit 5 für die Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils 2 auf.

Der Aufspannrahmen 4 erstreckt sich entlang einer Stationslängsachse 6, die in eine Längsrichtung X der Bearbeitungsanlage 1 verläuft. Die Erstreckung des Aufspannrahmens 4 entlang der Stationslängsachse 6 ist weit zu verstehen. Sie bedeutet, dass der Aufspannrahmen 4 zumindest in einer Grundstellung parallel zu der Stationslängsachse 6 verläuft, beispielsweise wenn der Aufspannrahmen 4 vertikal ausgerichtet ist und/oder horizontal ausgerichtet ist.

Der Aufspannrahmen 4 ist hier und vorzugsweise an zwei Positioniertürmen 7, 8, die sich parallel zur Höhenrichtung Z erstrecken, höhenverstellbar und schwenkbar angefenkt. Die Höhenverstellbarkett ist in Fig. 1a mit dem Bezugszeichen 9 und die Schwenkbarkeit mit dem Bezugszeichen 10 angedeutet. Dabei kann die Höhenverstellbarkeit 9 für die beiden Positioniertürme 7, 8 getrennt möglich sein, so dass ein Kippen des Aufspannrahmens 4 um eine quer zur Stationslängsachse 6 verlaufende Kippachse (hier nicht dargestellt) realisierbar ist.

Die Bearbeitungseinheit 5, bei der es sich hier und vorzugsweise um eine Nieteinheit, eine Bohreinheit oder eine kombinierte Niet-/Bohreinheit handelt, um- fasst eine Oberwerkzeugeinheit 11 mit einem entlang einer ersten Werkzeugachse 12a ausgerichteten Oberwerkzeug 13 und eine zugeordnete Unterwerkzeugeinheit 14 mit einem entlang einer zweiten Werkzeugachse 12b ausgerichteten Unterwerkzeug 15. Die Oberwerkzeugeinheit 11 und die Unterwerkzeugeinheit 4 bilden jeweils einen Endeffektor, wobei das Oberwerkzeug 13 insbe- sondere ein Nietkopf oder Bohrkopf ist und das Unterwerkzeug 15 das korrespondierende Gegenstück dazu bildet. Die erste Werkzeugachse 12a und die zweite Werkzeugachse 12b verlaufen winkelig und hier insbesondere in eine Richtung orthogonal zur Längsrichtung X. Diese Richtung wird hier auch als Höhenrichtung Z bezeichnet. Die erste Werkzeugachse 12a und die zweite Werkzeugachse 12b sind bei dem Ausführungsbeispiel in den Fig. 1 bis 3 in jeder Bearbeitungsposition des Oberwerkzeugs 13 und des Unterwerkzeugs 15 koaxial zueinander ausgerichtet, verlaufen also beide fluchtend in der Höhenrichtung 2. Beide Werkzeugachsen 12a, 12b sind im vorliegenden Fall individuell einstellbar, können also unabhängig voneinander in einer zur Höhenrichtung Z orthogonalen Ebene parallelverschoben werden. Die Einstellbarkeit des Unterwerkzeugs 15 bzw. der Unterwerkzeugeinheit 14 ist in Fig. 1 b mit dem Bezugszeichen 26 und die Einstellbarkeit des Oberwerkzeugs 13 bzw. der Oberwerkzeugeinheit 11 mit dem Bezugszeichen 28 angedeutet. Grundsätzlich wäre es aber auch denkbar, zumindest eine der Werkzeugachsen 12a, 12b, insbesondere die erste Werkzeugachse 12a, relativ zur Stationslängsachse 6 unbeweglich anzuordnen.

Das Oberwerkzeug 13 und das Unterwerkzeug 15 sind bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel jeweils an einem zugeordneten Werkzeugträger 16, 17 gelagert, das Oberwerkzeug 13 an einem Oberwerkzeugträger 16 und das Unterwerkzeug 15 an einem Unterwerkzeugträger 17, wobei der Werkzeugträger 16, 17 jeweils Bestandteil der Oberwerkzeugeinheit 11 bzw. Unterwerkzeugeinheit 14 ist. Der Unterwerkzeugträger 17 ist hier um eine zur Höhenrichtung Z parallele Unterwerkzeugträgerachse 18, die eine Drehachse bildet, drehbar, und zwar insbesondere um mindestens 180°, bevorzugt um mindestens 360°, was hier durch das Bezugszeichen 24 angedeutet ist.

Interessant ist nun, dass, wie Fig. 3 anschaulich zeigt, in mindestens einer Bearbeitungsposition, hier in mehreren Bearbeitungspositionen, des Oberwerk- zeugs 13 und/oder des Unterwerkzeugs 15 die jeweilige Werkzeugachse 12a, 12b nicht-koaxial und insbesondere parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse 18 verläuft. Mit anderen Worten ist das Oberwerkzeug 13 und das Unterwerkzeug 15, wie die Fig. 3a, 3b, 3e und 3f zeigen, so positioniert, dass dessen Werkzeugachse 12a, 12b zur Unterwerkzeugträgerachse 18 versetzt ist. Das Oberwerkzeug 13 und das Unterwerkzeug 15 können aber, wie die Fig. 3c und 3d zeigen, jeweils auch in einer Bearbeitungsposition positioniert wer- den, in der die zugehörige Werkzeugachse 12a, 12b jeweils zur Unterwerkzeugträgerachse 18 koaxial verläuft. Hier und vorzugsweise werden während der Bearbeitung ein und desselben Flugzeugstrukturbauteils 2 nacheinander sowohl Bearbeitungspositionen, bei denen sich die jeweilige Werkzeugachse 12a, 12b nicht-koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse 18 erstreckt, als auch Bearbeitungspositionen, bei denen sich die jeweilige Werkzeugachse 12a, 12b koaxial zur Unterwerkzeugträgerachse 18 erstreckt, durchlaufen.

Der horizontale Versatz zwischen den Werkzeugachsen 12a, 12b und der Unterwerkzeugträgerachse 18 hat den Vorteil, dass in der Höhenrichtung Z oberhalb der Befestigungsebene 19, in der der Unterwerkzeugträger 17 drehbar gelagert ist, ein Freiraum 20 gebildet wird, der sich bis zu einem oberen Teil 17a des Unterwerkzeugträgers 17 erstreckt. Dieser Freiraum 20 dient zur abschnittsweisen Aufnahme des Aufspannrahmens 4 und darauf befestigten Flugzeugstrukturbauteils 2 während verschiedener Bearbeitungsstellungen des Aufspannrahmens 4. In diesen Bearbeitungsstellungen, die in den Fig. 3a und 3f gezeigt sind, ist der Aufspannrahmen 4 vertikal ausgerichtet, d. h. die parallel zur Rahmenlängsachse 21 verlaufenden Rahmenteile 4a, 4b sind in der Höhenrichtung Z übereinander angeordnet, wobei abhängig von der jeweiligen Bearbeitungsstellung entweder der Rahmenteil 4a mit einem daran angeordneten Abschnitt des Flugzeugstrukturbauteils 2 oder der Rahmenteil 4b mit einem daran angeordneten Abschnitt des Flugzeugstrukturbauteils 2 in den Freiraum 20 ragt. Da beim Stand der Technik der Freiraum 20 zumindest im Wesentlichen dieselbe Größe haben muss, um denselben Zweck zu erfüllen, allerdings der Unterwerkzeugträger 17 C-förmig ausgestaltet ist und ein unterer Trägerteil des Unterwerkzeugträgers 17 in den Raum zwischen Befestigungsebene 19 des Unterwerkzeugträgers 17 und Unterwerkzeug 15 ragt, muss beim Stand der Technik der notwendige Fretraum 20 oberhalb des unteren Tragerteiis des Unterwerkzeugträgers 17 zur Verfügung gestellt werden. Da aber bei der vor- schlagsgemäßen Bearbeitungsanlage 1 der Unterwerkzeugträger 17 keinen solchen unteren Trägerteil aufweist, der in den Raum zwischen der Befestigungsebene 19 und dem Unterwerkzeug 15 ragt, ist hier der Freiraum 20 bezogen auf die Höhenrichtung Z weiter unten angeordnet. Entsprechend ist auch das Unterwerkzeug 15 weiter unten angeordnet, wodurch auch die Arbeitshöhe entsprechend verringert wird. Insgesamt kann dadurch die Bearbeitungsanlage I zumindest in der Höhenrichtung Z kleiner dimensioniert werden als im Stand der Technik.

Neben den dadurch ermöglichten kleineren Dimensionen der Bearbeitungsan- läge 1 ist ein weiterer Vorteil der vorschlagsgemäßen Lösung, dass die Werkzeuge 13, 15, aber auch weitere Komponenten der Bearbeitungsanlage 1 , besser zugänglich sind. Auch die Bearbeitung von 180°-Schalen als Flugzeugstrukturbauteil 2, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel in den Fig. 1 bis 3 dargestellt, wird dadurch erleichtert.

Hier und vorzugsweise wird die Befestigungsebene 19, an der der Unterwerkzeugträger 17 drehbar gelagert ist, von einem unteren Gestellteil 22a eines Gestells 22 gebildet, welches hier portalförmig ausgebildet ist. Portalförmig heißt, dass der untere Gestellteil 22a, der in eine zur Längsrichtung X und Höhenrich- tung Z orthogonale Querrichtung Y verläuft, beidseitig mit zwei sich in der Höhenrichtung Z erstreckenden Gestellteilen 22b, 22c verbunden ist, die in der Querrichtung Y voneinander beabstandet sind und einen oberen Gestellteil 22d tragen, der sich ebenfalls in der Querrichtung Y erstreckt. Der obere Gestellteil 22d wiederum trägt die Oberwerkzeugeinheit 11. In dem Bereich innerhalb des Gestells 22 verläuft der Aufspannrahmen 4, an dem das zu bearbeitende Flugzeugstrukturbauteil 2 befestigt ist, insbesondere in der Längsrichtung X. Der Aufspannrahmen 4 ist wie zuvor erläutert innerhalb des Gestells 22 um die Rahmenlängsachse 21 , die hier zur Stationslängsachse 6 parallel ausgerichtet ist, aber auch zu dieser gekippt werden kann, schwenkbar.

Es sei darauf hingewiesen, dass das Gestell 22 der Bearbeitungsanlage 1 grundsätzlich auch anders ausgebildet sein kann, um die Oberwerkzeugeinheit

I zu tragen. Beispielsweise ist es auch denkbar, dass das Gestell 22 C-förmig ausgebildet ist, also nur einen einzigen seitlichen Gestellteil 22b aufweist, der den unteren Gestellteil 22a mit dem oberen Gestellteil 22d verbindet. Auch ist es denkbar, auf den unteren Gestellteil 22a zu verzichten, wobei dann der Unterwerkzeugträger 17 unabhängig vom Gestell 22 auf dem Untergrund 23 anzuordnen wäre. Es ist aber von Vorteil, den Unterwerkzeugträger 17 fest mit dem Gestell 22 bzw. auf dem unteren Gestellteil 22a anzuordnen, da auf diese Weise die Gesamtheit aus Gestell 22, Oberwerkzeugeinheit 11 und Unterwerkzeugeinheit 14 relativ zum Aufspannrahmen 4 und dem Flugzeugstrukturbauteil 2 in Längsrichtung X bzw. entlang der Stationslängsachse 6 verfahren werden kann, wobei die Oberwerkzeugeinheit 11 zur Unterwerkzeugeinheit 14 immer optimal ausgerichtet bleibt. Die Verfahrbarkeit des Gestells 22 ist in Fig. 1a) mit dem Bezugszeichen 29 angedeutet.

Der Unterwerkzeugträger 17 weist hier einen Tragbalken 17a als oberen Trägerteil und eine Tragsäule 17b als seitlichen Trägerteil auf. Die Tragsäule 17b ist hier und vorzugsweise am unteren Gestellteil 22a drehbar gelagert und erstreckt sich im Wesentlichen in der Höhenrichtung Z. Der Tragbalken 17a ist hier und vorzugsweise beweglich mit der Tragsäule 17b verbunden und erstreckt sich von der Tragsäule 17b ausgehend im Wesentlichen in einer zur Höhenrichtung Z orthogonalen Ebene. Der Tragbalken 17a, der hier in der Höhenrichtung Z linear verfahrbar ist, was mit dem Bezugszeichen 27 angedeutet ist, dient hier zur Lagerung des Unterwerkzeugs 15. Die Einheit aus Tragbalken 17a und Tragsäule 17b bildet hier eine L-Form.

Der Unterwerkzeugträger 17 ist bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel am unteren Gestellteil 22a nicht nur drehbar gelagert, sondern auch in der Querrichtung Y linear verfahrbar. Außerdem ist hier und vorzugsweise das Unterwerkzeug 15 am Unterwerkzeugträger 17, insbesondere am oder auf dem Tragbalken 17a, in einer zur Höhenrichtung Z orthogonalen Ebene linear verfahrbar. Die Verfahrbarkeit des Unterwerkzeugträgers 17 bzw. der Tragsäule 17b ist in Fig. 1 b mit dem Bezugszeichen 25 angedeutet. Auch der bereits erwähnte Oberwerkzeugträger 16 ist an dem oberen Gestellteil 22d in der Quer- richtung Y linear verfahrbar, was mit dem Bezugszeichen 28 angedeutet ist.

Die einzelnen Drehbewegungen und Linearbewegungen der oben genannten Komponenten der Bearbeitungsanlage 1 können über Antriebsmotoren, insbesondere über voneinander unabhängige Antriebsmotoren, bewirkt werden (nicht dargestellt). So kann die vorschlagsgemäße Bearbeitungsanlage 1 einen oder mehrere der folgenden Antriebsmotoren aufweisen:

- einen Antriebsmotor für die Drehbewegung des Unterwerkzeugträgers 17, insbesondere relativ zum unteren Gestellteil 22a,

- einen Antriebsmotor für die Linearbewegung des Unterwerkzeugträgers 17, insbesondere relativ zum unteren Gestellten 22a, - einen Antriebsmotor für die Linearbewegung des Unterwerkzeugs 15, insbesondere relativ zum Unterwerkzeugträger 17,

- einen Antriebsmotor für eine Linearbewegung des Tragbalkens 17a des Unterwerkzeugträgers 1 , insbesondere relativ zur Tragsäule 17b des Unterwerkzeugträgers 17,

- einen Antriebsmotor für die Linearbewegung des Oberwerkzeugträgers 16, insbesondere relativ zum oberen Gestellteil 22d,

- einen Antriebsmotor für die Linearbewegung des unteren Gestellteils 22a bzw. des Gestells 22, insbesondere relativ zum Untergrund 23.

Durch den vorangehend beschriebenen Aufbau der vorschlagsgemäßen Bearbeitungsanlage 1 lassen sich die einzelnen Komponenten der Bearbeitungsanlage 1 insbesondere derart zueinander ausrichten bzw. anordnen, dass beispielsweise der maximal einstellbare Abstand zwischen der jeweiligen Werk- zeugachse 12a, 2b und der Unterwerkzeugträgerachse 18 mindestens 1 ,0 m, bevorzugt mindestens 2,0 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, beträgt (Fig. 3a, 3b, 3e, 3f). Der Freiraum 20 kann dabei in der Höhenrichtung Z eine Höhe von mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m s besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, haben. Insbesondere ist dazu der Tragbalken 17a des Unterwerkzeugträgers 17 mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, von der Befestigungsebene 19 bzw. von dem unterem Gestellteil 22a beabstandet. Die Breite des Freiraums 20 in einer zur Höhenrichtung Z orthogonalen Ebene, insbesondere die maximal einstellbare Breite des Freiraums 20 in der Querrichtung Y, die sich durch die Länge des Tragbalkens 17a ergibt, kann ebenfalls mindestens 2,0 m, bevorzugt mindestens 2,5 m, besonders bevorzugt mindestens 3,0 m, betragen.

Nach einer weiteren Lehre, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, wird ein Verfahren zur Bearbeitung eines Flugzeugstrukturbauteils 2 mit einer vorschiagsgemäßen Bearbeitungsanlage 1 beansprucht.

Wesentlich bei dem vorschlagsgemäßen Verfahren ist, dass durch die Ausbildung der vorschlagsgemäßen Bearbeitungsanlage 1 während der Bearbeitung des Flugzeugstrukturbauteils 2, insbesondere während eines Niet- oder Bohr- Vorgangs, die erste Werkzeugachse 12a und/oder zweite Werkzeugachse 12b zumindest temporär (Fig. 3a, 3b, 3e, 3f) nicht-koaxial bzw. parallelverschoben zur Unterwerkzeugträgerachse 18 positioniert werden kann bzw. können. Auf diese Weise wird wie zuvor erläutert ein Freiraum 20 geschaffen, der sich in einem Bereich unterhalb des Unterwerkzeugs 15 bis zum unteren Ende des Unterwerkzeugträgers 17 bzw. bis zur Befestigungsebene 19 des Unterwerk- zeugträgers 17 erstreckt, in den während der Bearbeitung der Aufspannrahmen 4 zusammen mit dem daran befestigten Flugzeugstrukturbauteil 2 abschnittweise eintauchen kann. Auf diese Weise wird erreicht, dass bei einer vergleichsweise geringen Arbeitshöhe ein Flugzeugstrukturbauteil 2, beispielsweise ein haibschalenförmiger Abschnitt eines Rumpfes, auf einfache Weise be- arbeitet werden kann, wobei der Aufspannrahmen 4 mit dem darauf angeordneten Fiugzeugstrukturbauteil 2 insbesondere über einen Winkelbereich von 180° oder mehr um eine zur Stationslängsachse 6 insbesondere parallele Rahmenlängsachse 21 geschwenkt werden kann.