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Title:
SECURING DEVICE FOR A GRASSABLE FACING FOR A STEEP EMBANKMENT AND A METHOD OF PUTTING IT IN PLACE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1996/004430
Kind Code:
A1
Abstract:
The facing (2) lies on an even face (3) of a steep embankment (4) and includes facing layers (7) comprising a support mesh (8), a geotextile (9) and loose material (10). The support meshes are connected to anchored securing units (12) by means of stays (11). At least one straight longitudinal track (13) is configured parallel to a line of slope (15) and connected to at least one securing unit (12a). A stay (11) has a sliding unit (14) at a distance from the support mesh (8); the sliding unit connects the stay (11) to the track (13) and can slide along it. The track (13) can be a tube or a profile section. To put the facing (2) in place, the track (13) is arranged parallel to the line of slope (15) on a prepared even face (3) of the steep embankment (4) and attached to securing units (12) which are anchored therein. Support meshes (8) of a facing layer (2) are laid on the face (3) and connected to the track (13) by means of the stays (11) and their sliding elements (14) which can slide along the track (13). Once the geotextile (9) has been laid in the support meshes (8), loose material (10) is poured in and the procedure is repeated until all the facing layers (7) of the facing (2) are in place.

Inventors:
STEINER PETER (CH)
Application Number:
PCT/CH1995/000168
Publication Date:
February 15, 1996
Filing Date:
July 21, 1995
Export Citation:
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Assignee:
STEINER PETER (CH)
International Classes:
E02D17/18; E02D17/20; E02D29/02; (IPC1-7): E02D29/02
Foreign References:
GB2199603A1988-07-13
FR2303121A11976-10-01
EP0574233A11993-12-15
AT320529B1975-02-10
GB2167794A1986-06-04
EP0492975A11992-07-01
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Claims:
Patentansprüche
1. Haltevorrichtung (1) für eine begrünbare Verkleidung (2) einer zumindest bereichsweise im wesentlichen ebenen Flanke (3) einer steilen Wand (4), wobei die begrünbare Verkleidung (2) im wesentlichen übereinander geschichtete Verkleidungsla¬ gen (7, 7a, 7b) aus jeweils einem Stützgitter (8, 8a, 8b), einem flächigen geokompatiblen Fabrikat (9) und darin gehal¬ tenem Schüttmaterial (10) umfasst und die Stützgitter mit Halterungen (11, 11a, 11b, 11c, lld) versehen sind, die mit in der steilen Wand verankerten Befestigungsvorrichtungen (12, 12a) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine längliche, im wesentlichen gerade, für ein Gleitelement (14, 14a, 14b, 14c) bestimmte Bahn (13, 13a, 13b, 13c, 13d, 13e) an der Flanke (3) in einem ebenen Bereich davon und im wesentlichen parallel zu einer Fallinie (15) der Flanke (3) angeordnet ist, die Bahn (13, 13a, 13b, 13c, 13d, 13e) mit mindestens einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen (12, 12a) verbunden ist, und eine Halterung (11, 11a, 11b, 11c, lld) jeweils ein im Abstand vom Stützgitter (8, 8a, 8b) angeordnetes Gleitelement (14, 14a, 14b, 14c) umfasst, das die Halterung mit der Bahn (13, 13a, 13b, 13c, 13d, 13e) verbindet, daran gleitend ver¬ schiebbar ist und über die Halterung einen maximalen Abstand zwischen dem Stützgitter und der Bahn festlegt.
2. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich¬ net, dass die für ein Gleitelement (14, 14a, 14b, 14c) be¬ stimmte Bahn (13) im wesentlichen als Rohr (13a), Stange (13b), Profil (13b, 13c, 13d, 13e), gespanntes Seil, gespann¬ ter Draht und dergleichen ausgebildet ist.
3. Haltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass die Bahn (13) über Rohrschellen (17a, 17e), Profil¬ schellen (17b), Haken (17c), Klemmen und analoge Profil (17d) und Seilbefestigungen mit den verankerten Befestigungs¬ vorrichtungen verbunden ist.
4. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da¬ durch gekennzeichnet, dass die Bahn (13) mit mindestens zwei verankerten Befestigungsvorrichtungen (12, 12a) unverrückbar verbunden ist.
5. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da¬ durch gekennzeichnet, dass die Bahn (13) starr ist, mit einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen (12a) unverrückbar verbunden ist, und mit den anderen verankerten Befestigungs¬ vorrichtungen (12) daran gleitfähig verbunden ist.
6. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich¬ net, dass die Gleitelemente (14) die Bahn (13) oder Längsele¬ mente davon (13e) hintergreifen.
7. Haltevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich¬ net, dass die Gleitelemente (14) Uförmig, insbesondere als gebogene Armierungsstäbe (14a) ausgebildet sind.
8. Haltevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich¬ net, dass die Gleitelemente (14) als Schlinge oder Schlaufe (14b) aus Draht, Seil oder Band aus Kunststoff oder gegen Rost geschütztem Stahl ausgebildet sind.
9. Haltevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich¬ net, dass die Gleitelemente (14) als Schienengleiter (14c) aus Kunststoff oder gegen Rost geschütztem Stahl ausgebildet sind.
10. Verwendung der Haltevorrichtung gemäss einem der Ansprü¬ che 1 bis 9 als Ausführungsmittel zur Erstellung einer an ei ner steilen Wand verankerten begrünbaren Verkleidung.
11. Verfahren zur Erstellung einer an einer steilen Wand verankerten, im wesentlichen aus übereinander geschichteten Verkleidungslagen bestehenden begrünbaren Verkleidung, gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte: a) Bereitstellen einer zumindest bereichsweise im wesentli¬ chen ebenen Flanke der steilen Wand, b) Verankern von Befestigungsvorrichtungen in die steile Wand, c) Anordnen mindestens einer im wesentlichen geraden, für ein Gleitelement bestimmten Bahn in einem ebenen Bereich der Flanke parallel zu und im Abstand von einer Fallinie der Flanke; d) Verbinden der Bahn mit mindestens einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen; e) Anordnen von Stützgittern einer Verkleidungslage an die Flanke; f) Verbinden mindestens einer Halterung mit einem Stützgit¬ ter sowie mit der Bahn mittels eines an der Bahn gleit¬ fähigen Gleitelements bei Einstellung einer maximalen Länge der Halterung zwischen dem Stützgitter und dem Gleitelement; g) Wiederholen des unmittelbar vorangehenden Verfahrens¬ schritts auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage; h) Einlegen jeweils eines flächigen geokompatiblen Fabrik¬ ats in ein Stützgitter; i) Wiederholen des unmittelbar vorangehenden Verfahrens¬ schritts auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage; j) Verfüllen von Schüttmaterial in das Stützgitter; und k) Wiederholen des unmittelbar vorangehenden Verfahrens¬ schritts auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage.
12. Wiederholen der ganzen Reihe von vorangehenden Verfah rensschritten vom Anordnen von Stützgittern einer Ver¬ kleidungslage an die Flanke bis zum unmittelbar vorange¬ henden Verfahrensschritt, nacheinander über die gesamte Verkleidung.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Befestigungsvorrichtungen Rohrschellen, Haken, Klemmen und/oder analoge Profil und Seilbefestigungen verwendet wer¬ den.
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verankerung der Befestigungsvorrichtungen Bodennägel, gegebenenfalls vorgespannte Bodenanker, Felsnägel, gegebenen¬ falls vorgespannte Felsanker, oder Dübel verwendet werden.
15. Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte: a) Bereitstellen einer zumindest bereichsweise im wesentli¬ chen ebenen Flanke der steilen Wand, b) Verankern von Befestigungsvorrichtungen in die steile Wand, c) Anordnen mindestens einer im wesentlichen geraden, für ein Gleitelement bestimmten Bahn in einem ebenen Bereich der Flanke parallel zu und im Abstand von einer Fallinie der Flanke; d) Verbinden der Bahn mit mindestens einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen; e) Anordnen von Stützgittern einer Verkleidungslage an die Flanke; f) Verbinden mindestens einer Halterung mit einem Stützgit¬ ter sowie mit der Bahn mittels eines an der Bahn gleit¬ fähigen Gleitelements bei Einstellung einer maximalen Länge der Halterung zwischen dem Stützgitter und dem Gleitelement; g) Wiederholen des unmittelbar vorangehenden Verfahrens¬ schritts auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage; gl) Aufsetzen eines Montageprofils auf einen oberen Rand des Stützgitters; h) Einlegen jeweils eines flächigen geokompatiblen Fabri¬ kats in ein Stützgitter; hl) Umschlagen einer Überlänge des flächigen geokompatiblen Fabrikats über das Montageprofil in Richtung weg von der steilen Wand; h2) Lösbares Verbinden des Montageprofils mit der Bahn über eine besondere zugeordnete Halterung; il) Wiederholen der vier unmittelbar vorangehenden Verfah¬ rensschritte auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage; j) Verfüllen von Schüttmaterial in das Stützgitter; und k) Wiederholen des unmittelbar vorangehenden Verfahrens¬ schritts auf andere Stützgitter, nacheinander über die ganze Verkleidungslage; kl) Lösen der Verbindung des Montageprofils mit der Bahn; k2) Zurückschlagen der Überlänge des flächigen geokompati¬ blen Fabrikats über das Schüttmaterial im Stützgitter weg vom Montageprofil in Richtung zur steilen Wand; und k3) Entfernen des Montageprofils sowie der besonderen zu¬ geordneten Halterung; Wiederholen der ganzen Reihe von vorangehenden Verfah¬ rensschritten vom Anordnen von Stützgittern einer Ver¬ kleidungslage an die Flanke bis zum unmittelbar vorange¬ henden Verfahrensschritt, nacheinander über die gesamte Verkleidung.
16. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 11 bis 14 im Bauwesen insbesondere beim Bau von Strassen und Schie¬ nenwegen und bei der Verkleidung von Mauerwerken und Mauern von Bauwerken, insbesondere von Stützbauwerken und Lärm¬ schutzwällen.
Description:
Haltevorrichtung für e ne begriinhare Verkleidung einer steilen Wand, sowie Verfahren zn ihrer Erstellung

Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung für eine begrünbare Verkleidung einer zumindest bereichsweise im we¬ sentlichen ebenen Flanke einer steilen Wand, wobei die be¬ grünbare Verkleidung im wesentlichen übereinander geschichte¬ te Verkleidungslagen aus jeweils einem Stützgitter, einem flächigen geokompatiblen Fabrikat und darin gehaltenem Schüttmaterial umfasst und die Stützgitter mit Halterungen versehen sind, die mit in der steilen Wand verankerten Befe¬ stigungsvorrichtungen verbunden sind, sowie eine Verwendung dieser Haltevorrichtung als Ausführungsmittel zur Erstellung einer an einer steilen Wand verankerten begrünbaren Verklei¬ dung.

Ebenfalls betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Er¬ stellung einer an einer steilen Wand verankerten, im wesent¬ lichen aus übereinander geschichteten Verkleidungslagen be¬ stehenden begrünbaren Verkleidung, sowie eine Anwendung die¬ ses Verfahrens im Bauwesen insbesondere beim Bau von Strassen und Schienenwegen und bei der Verkleidung von auerwerken und Mauern von Bauwerken, insbesondere von Stützbauwerken und Lärmschutzwällen.

Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff "steile Wand" sowohl die zu verkleidende Front¬ seite von Steilböschungen, Felswänden und dergleichen wie auch die zu verkleidende Seite von Mauerwerken und Mauern von Bauwerken, insbesondere von Stützbauwerken, beispielsweise aus Beton, Stein und dergleichen.

Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff "flächiges geokompatibles Fabrikat" geokompatible textile Fabrikate sowie deren geokompatible, ggf. nicht text- ile Äquivalente wie beispielsweise Gitter, Membranen und Wa¬ benstrukturen. In diesem Zusammenhang wird auf "Geotextiles and Geomembranes in Civil Engineering" von R. Veldhuizen van

Zanten, Verlag A.A.Balke a, Rotterdam/Boston (1986) verwie¬ sen, wo als "klassische Geotextilien" unter anderem Gewebe, Gewirke und Vliesstoffe und als "spezielle Geotextilien" un¬ ter anderem Filze, Netze, Gitter, Wabenstrukturen, Streck¬ strukturen und Watten genannt werden. Das solche flächige geokompatible Fabrikate durchaus eine beachtliche Schicht¬ dicke aufweisen können, ist beispielsweise durch den Artikel in "chantiers" 8/92 auf Seiten 33-36 belegt, wo eine Waben¬ struktur als "dreidimensionales Geotextil" dargestellt wird.

Eine begrünbare Verkleidung der im wesentlichen ebenen Flanke einer steilen Wand der hier einschlägigen Art ist bei¬ spielsweise aus dem Artikel von P. Steiner in "Schweizer Bau¬ blatt" 85 vom 27.10.1987 oder auch aus CH-A-666510 bekannt. Diese begrünbare Verkleidung umfasst im wesentlichen überein¬ ander geschichtete Verkleidungslagen aus jeweils einem Stütz¬ gitter, einem flächigen textilen Fabrikat und darin gehalte¬ nem Schüttmaterial.

Solche begrünbare Verkleidungen müssen aber eine gewisse Breite (im Sinne von Wandungsdicke) aufweisen, weil sonst Einbau- und Stabilitätsprobleme auftreten. Bei geringer Brei¬ te gibt es Schwierigkeiten beim Einfüllen und Verdichten, und die einzelnen Armierungslagen können ihre statische Wirkung nicht genügend entfalten. Vor allem zur Verkleidung von ver¬ nagelten Steilböschungen, Mauern und Felsböschungen sind je¬ doch Konstruktionen von geringer Einbaubreite gefragt. Zur Beseitigung der dabei auftretenden Probleme wurde die Veran¬ kerung der Verkleidung an die Böschung mittels Erdankern, Felsankern, Nägeln und/oder Dübeln vorgeschlagen. Zu diesem Zweck in der steilen Wand verankerte Befestigungsvorrichtun¬ gen sind ebenfalls aus dem zitierten Artikel bekannt.

Eine Haltevorrichtung der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus EP-A-0574233 oder FR-2303121 bekannt.

Bei diesem Typ von Haltevorrichtungen führt die starre Verbindung zwischen den in der steilen Wand verankerten Befe¬ stigungsvorrichtungen und den Stützgittern der Verkleidung dazu, dass Setzungen und andere Relativbewegungen rasch eine

Überlastung der Haltevorrichtung herbeiführen. In sich steife Systeme sind nicht vollständig begrünbar, während begrünbare Systeme durch Oberflächendeformationen und die Überbelastung der Haltevorrichtungen gefährdet sind.

Deshalb ist es Aufgabe der Erfindung, eine Haltevorrich¬ tung der eingangs genannten Art vorzuschlagen, die eine gros- se Steifigkeit aufweist und dennoch gegen Setzungen und deren Auswirkungen unempfindlich ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Haltevorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäss durch die im Anspruch 1 angegebene Kombination von Merkmalen definiert. Vorteilhaf¬ te Ausbildungen der erfindungsgemässen Haltevorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 9 definiert. Eine bevor¬ zugte Verwendung der erfindungsgemässen Haltevorrichtung ist im nebengeordneten Anspruch 10 definiert.

Ein erfindungsgemässes Verfahren zur Erstellung einer an einer steilen Wand verankerten, im wesentlichen aus überein¬ ander geschichteten Verkleidungslagen bestehenden begrünbaren Verkleidung ist durch die im Anspruch 11 angegebene Kombina¬ tion von Verfahrensschritten definiert. Vorteilhafte Weiter¬ bildungen des erfindungsgemässen Verfahrens sind in den ab¬ hängigen Ansprüchen 12 bis 14 definiert. Eine bevorzugte An¬ wendung des erfindungsgemässen Verfahrens ist im nebengeord¬ neten Anspruch 15 definiert.

Mit der erfindungsgemässen Haltevorrichtung können, ins¬ besondere nach dem erfindungsgemässen Verfahren, steile bis senkrechte Böschungen erstellt werden. Die geschichteten Ver¬ kleidungslagen lassen sich so anordnen, dass nach Wunsch eine von aussen gesehen ebene oder stufenförmige Böschung ent¬ steht, die bepflanzt und gegebenenfalls auch maschinell be¬ wirtschaftet werden kann.

Die erfindungsgemässe Haltevorrichtung gewährleistet ei¬ ne parallel zur Fallinie bewegliche Befestigung der Stützgit¬ ter, was beispielsweise den Verkleidungslagen erlaubt, sich zu setzen, ohne die gesamte Verkleidung dadurch zu beein¬ trächtigen und beispielsweise Risse darin zu verursachen. Die

Beweglichkeit oder Verschiebbarkeit der Verkleidungslagen parallel zur Fallinie ist insbesondere bei Verkleidungen von geringer Breite (im Sinne von Wandungsdicke) an ganz steilen Wänden ein wesentlicher Vorteil der Erfindung. Bei einer etwa 50cm breiten Verkleidung mit Neigung von 60° ist keine gute Verdichtung des Schüttmaterials möglich, so dass im Laufe der Zeit Setzungen unvermeidlich sind, die dank der Erfindung to¬ leriert werden können.

Zudem gewährleistet die erfindungsgemässe Haltevorrich¬ tung einen optimalen Kontakt zwischen der begrünbaren Ver¬ kleidung und der Flanke der steilen Wand, was bei der Begrü¬ nung, insbesondere in bezug auf den Wassertransport, von grosser Bedeutung ist.

Die erfindungsgemässe Haltevorrichtung erlaubt auch noch, unabhängig von der lokalen Beschaffenheit der steilen Wand alle Stützgitter einer Verkleidungslage im wesentlichen in derselben horizontalen Ebene zu befestigen, was der Aus¬ richtung der Verkleidungslage in horizontaler Richtung för¬ derlich ist und zudem, weil die Bahnen für die Gleitelemente im wesentlichen den Fallinien der steilen Wand folgen, für jedes Stützgitter in jeder Verkleidungslage und mit jeder Bahn stets eine Kreuzungsstelle ergibt, die eine optimale Be¬ festigungsstelle der Stützgitter an die steile Wand über die Haltevorrichtung und die darin verankerten Befestigungsvor¬ richtungen gewährleistet. Somit können die Stützgitter und die Verankerungen unabhängig voneinander plaziert und dimen¬ sioniert werden, was der Ausführung des Bauvorhabens eine ausserordentlich günstige Flexibilität verleiht und einen ganz besonderen Vorteil der erfindungsgemässen Haltevorrich¬ tung und des erfindungsgemässen Verfahrens darstellt.

Auch ergeben die erfindungsgemässe Haltevorrichtung und das erfindungsgemässe Verfahren den Vorteil, dass die Stütz¬ gitter einfach zu verfüllen sind, was unter anderem die be¬ sonders günstige hydraulische Verfüllung anzuwenden erlaubt.

Nachstehend werden Ausbildungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert, wobei einander entspre-

chende Elemente und Teile in allen Figuren mit gleichen Be¬ zugszeichen versehen sind. Es zeigen:

Fig. 1 einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Steilböschung mit einer erfindungsgemäss daran verankerten begrünbaren Verkleidung;

Fig. 2 einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Felswand mit einer erfindungsgemäss daran ver¬ ankerten begrünbaren Verkleidung;

Fig. 3 einen schematisch dargestellten Querschnitt durch ein Stützbauwerk mit einer erfindungsgemäss daran verankerten begrünbaren Verkleidung;

Fig. 4 einen schematisch dargestellten Querschnitt durch ein Betonmauerwerk mit einer erfindungsgemäss daran verankerten begrünbaren Verkleidung;

Fig. 5 eine schematisch dargestellte perspektivische An¬ sicht von Stützgitter in einer erfindungsgemässen Haltevorrichtung für eine an einer steilen Wand verankerte begrünbare Verkleidung;

Fig. 6a bis 6e je einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Bahn in einer erfindungsgemässen Halte¬ vorrichtung, in fünf Ausbildungsvarianten;

Fig. 7a bis 7d je einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Einrichtung zur Verbindung einer in ei¬ ner erfindungsgemässen Haltevorrichtung vorgesehe¬ nen Bahn mit einer in der steilen Wand verankerten Befestigungsvorrichtung;

Fig. 8 eine schematisch dargestellte perspektivische An¬ sicht einer gelenkigen Einrichtung zur Verbindung

einer in einer erfindungsgemässen Haltevorrichtung vorgesehenen Bahn mit einer in der steilen Wand verankerten Befestigungsvorrichtung;

Fig. 9a bis 9c je eine schematisch dargestellte perspektivi¬ sche Ansicht eines Gleitelements an einer Halterung in einer erfindungsgemässen Haltevorrichtung, in drei Ausbildungsvarianten, wobei Fig. 9c teilweise eine Explosionszeichnung ist; und

Fig. 10 eine der Fig. 5 analoge, schematisch dargestellte perspektivische Ansicht von Stützgitter in einer erfindungsgemässen Haltevorrichtung für eine an einer steilen Wand verankerte begrünbare Verklei¬ dung, zur Veranschaulichung von Verfahrenschritten des erfindungsgemässen Verfahrens.

In den Fig. 1 bis 4 ist eine gesamthaft mit 1 bezeichne¬ te Haltevorrichtung 1 für eine begrünbare Verkleidung 2 einer Flanke 3 einer steilen Wand 4 dargestellt. Diese steile Wand 4 ist beispielsweise wie in Fig. 1 eine Steilböschung in Loc¬ kergestein, wie in Fig. 2 eine Felsböschung, wie in Fig. 3 eine Stützmauer, oder wie in Fig. 4 eine die Mauer eines Bau¬ werks. Die Haltevorrichtung 1 dient dabei, wie weiter unten erläutert, als Ausführungsmittel zur Verankerung der begrün¬ baren Verkleidung 2 an der steilen Wand 4.

Eine solche an der steilen Wand 4 verankerte, begrünbare Verkleidung 2 wird im Bauwesen zu verschiedenen Zwecken ver¬ wendet. Eine erste Art von Verwendungsbeispielen ergibt sich beim Bau bzw. bei der Verbreiterung von Strassen und Schie¬ nenwegen, insbesondere wenn das zur Verfügung stehende Gelän¬ de nicht erweiterbar ist und die Strasse oder der Schienenweg deshalb nur auf Kosten der Breite der Böschung durch steilere Neigung der Flanke 3 der Böschung 4 verbreitert werden kann. Auf die Sohle 5 des durch die Böschung 4 definierten Gelände¬ einschnitts kommt dann die Strasse bzw. der Strassenbelag 6a

(Fig. 1) oder der Schienenweg bzw. sein Schotterbett 6b (Fig. 2) zu liegen. Eine andere Art von Verwendungsbeispielen er¬ gibt sich bei der Verkleidung von Mauerwerken (Fig. 3) und Mauern von Bauwerken (Fig. 4), insbesondere von Aussenwanden von Stützbauwerken, Lärmschutzwällen, Wasservorratstanks und dergleichen. Hier wird von der Verkleidung erwartet, dass kein Beton, Stein und dergleichen, sondern nur Begrünung von der Sohle 5 des durch die Böschung 4 definierten Geländeein¬ schnitts her sichtbar sei.

Wenn die steile Wand 4 nicht generell eben ist, bei¬ spielsweise im Zusammenhang mit einer Strassenkurve, bezieht sich die Erfindung auf einen Bereich der steilen Wand 4, wo diese eine im wesentlichen ebene Flanke 3 aufweist, und es sind Bereiche dieser Art, die im schematisch dargestellten Querschnitt der Fig. 1 bis 4 dargestellt sind.

Die begrünbare Verkleidung 2 besteht im wesentlichen aus übereinander geschichteten Verkleidungslagen 7, von denen je¬ de ein Stützgitter 8 von der Art, wie sie aus den eingangs zitierten Dokumenten bekannt ist, sowie ein flächiges geoko - patibles Fabrikat 9 und Schüttmaterial 10 umfasst. Dabei wird das Schüttmaterial 10 vom Fabrikat 9 im Stützgitter 8 zurück¬ gehalten.

Zur besseren Veranschaulichung sind in Fig. 5 zwei in einer begrünbaren Verkleidung 2 übereinanderliegende Stütz¬ gitter 8a und 8b zweier Verkleidungslagen 7a und 7b in per¬ spektivischer Ansicht schematisch dargestellt. Es ist dabei zu verstehen, dass die in Fig. 5 besonders veranschaulichten Stützgitter 8a und 8b auch generell unter der allgemeinen Bezeichnung als Stützgitter 8 und die beiden Verkleidungsla¬ gen 7a und 7b auch generell unter der allgemeinen Bezeichnung als Verkleidungslage 7 subsumiert werden.

Wie es Fig. 1 bis 5 zeigen, sind die Stützgitter 8 mit Halterungen 11 versehen, die mit in der steilen Wand 4 veran¬ kerten Befestigungsvorrichtungen 12 verbunden sind. Diese Be¬ festigungsvorrichtungen 12 sind beispielsweise wie in Fig. 1 und 5 Bodennägel oder gegebenenfalls vorgespannte Bodenanker

für die betreffende Ausbildung der steilen Wand 4 als Steil¬ böschung in Lockergestein, wie in Fig. 2 Felsnägel oder gege¬ benenfalls vorgespannte Felsanker für die betreffende Ausbil¬ dung der steilen Wand 4 als Felsböschung, oder wie in Fig. 3 und 4 Dübel für die betreffenden Ausbildungen der steilen Wand 4 als Stützmauer bzw. als Mauer eines Bauwerks.

Das flächige geokompatible Fabrikat 9 wurde im vorste¬ henden definiert. Verwendet wird bei den hier beschriebenen Ausbildungsbeispielen beispielsweise ein Kunststoffgewebe mit verschieblichen Maschen sowie einer Auflage aus einem dünnen Vlies aus Kunststoff-Fasern mit einer wirksamen Porenweite (in Analogie zu einer Porosität und zu Porendurchmessern be¬ trachtet) , d.h. mit einer für die Perkolation zur Verfügung stehenden lichten Weite, von bis zu einigen Millimetern.

Wie in den Fig. 1 bis 5 dargestellt, ist an der Flanke 3 eine Bahn 13 für ein Gleitelement 14 in einem ebenen Bereich der steilen Wand 4 bzw. ihrer Flanke 3 angeordnet.

Die Bahn 13 ist länglich und im wesentlichen gerade bzw. geradlinig, und sie liegt im wesentlichen parallel zu einer Fallinie 15 der Flanke 3, wobei die Fallinie 15 definitions- mässig mit einer Orthogonalprojektion des Lots auf die Flanke 3 kongruent ist. Die Bahn 13 ist mit Befestigungsvorrichtun¬ gen 12 verbunden, die in der steilen Wand 4 verankert sind, und sie wird dadurch in im wesentlichen gleichbleibendem Ab¬ stand zur Fallinie 15 gehalten, wobei die Verbindung der Bahn 13 mit den Befestigungsvorrichtungen 12 weiter unten näher beschrieben wird.

Jedes Gleitelement 14 ist Teil einer entsprechenden Hal- terung 11. Das Gleitelement 14 ist an der Bahn 13 angeordnet und verbindet die Halterung 11 an einem ihrer Enden mit der Bahn 13, wobei das Gleitelement 14 entlang der Bahn 13 in deren Längsrichtung, also parallel zur Fallinie 15 verschieb¬ bar ist. Am ihrem anderen, vom Gleitelement 14 entfernten Ende der Halterung 11 ist diese mit einem der Stützgitter 8 verbunden. Jedes Stützgitter 8 wird also mit der Bahn 13 über die Halterung 11 und ihr Gleitelement 14 auf solche Weise

verbunden, dass durch die Gesamtlänge der Halterung 11 ein maximaler Abstand zwischen dem Stützgitter 8 und der Bahn 13 festgelegt wird, während das Stützgitter 8 parallel zur Fal¬ linie 15 beweglich bleibt.

In den Ausbildungsbeispielen der Fig. 1 bis 5 sind, zur Vereinfachung, eine Ausbildung der Bahn 13 als in geringem Abstand zur Flanke 3 liegendes Rohr und eine Ausbildung der Gleitelemente 14 als das Rohr 13 hintergreifende U-förmig gebogene Armierungsstäbe dargestellt, wobei die beiden Schen¬ kel der U-förmigen Armierungsstäbe an ihrem freien Ende mit Klemmen 16 am Stützgitter 8 befestigt sind. Die Schenkel der U-förmigen Armierungsstäbe könnten aber auch an ihrem freien Ende zu Haken umgebogen und im Stützgitter 8 eingehängt sein. Die Armierungsstäbe sind dank dem Abstand des Rohrs zur Flan¬ ke 3 fähig, einerseits entlang dem Rohr zu gleiten, anderer¬ seits einen maximaler Abstand des Stützgitters 8 zum Rohr festzulegen.

Allgemein kann die Bahn 13 als Rohr, Stange, vieleckiges Profil, gespanntes Seil, gespannter Draht und dergleichen ausgebildet sein. Die Zeichnungen zeigen je einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Bahn 13 für je ein Aus¬ bildungsbeispiel davon, in Fig. 6a als Rohr 13a, in Fig. 6b als Quaderprofil oder Stange 13b, in Fig. 6c als I-förmiges Profil 13c, in Fig. 6d als C-förmig geschlitztes Rohrprofil 13d und in Fig. 6e als mittenseitig geschlitztes Quaderprofil 13e. Da es im wesentlichen auf die Aussenfor und die Stei- figkeit ankommt, gelten sinngemäss Fig. 6a bis 6e auch für analoge Ausbildungsbeispiele der Bahn, insbesondere bei Fig. 6a als Stange, gespanntes Seil und gespannter Draht, und bei Fig. 6b als vieleckiges, beispielsweise 6-eckiges Profil. Es ist dabei zu verstehen, dass die in Fig. 6a bis 6e besonders veranschaulichten Bahnen 13a bis 13e auch generell unter der allgemeinen Bezeichnung als Bahn 13 subsumiert werden.

Im schematisch dargestellten Querschnitt der Fig. 1 bis 4 ist jeweils nur eine Bahn 13 zeichnerisch darstellbar, es ist jedoch zu verstehen, dass in der Horizontalen entlang der

Flanke 3 (rechtwinklig zur Ebene der Fig. 1 bis 4) je nach Bedarf (entsprechend der Länge der Verkleidungslagen 7 in der Horizontalen) eine Mehrzahl von Bahnen wie die Bahn 13 einan¬ der parallel angeordnet werden können. Bei geringer Länge der Verkleidungslagen 7 in der Horizontalen kann es aber auch genügen, nur eine Bahn 13 vorzusehen.

Zu ihrer Halterung ist die Bahn 13 mit mindestens einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen 12 verbunden. Aus¬ bildungsbeispiele von Einrichtungen 17 zur Verbindung der Bahn 13 mit einer in der steilen Wand 4 verankerten Befesti¬ gungsvorrichtung 12 sind in Fig. 7a bis 7d in je einem sche¬ matisch dargestellten Querschnitt dargestellt. Beim Ausbil¬ dungsbeispiel nach Fig. 7a ist die Verbindung der verankerten Befestigungsvorrichtung 12 mit einer rohrförmigen oder stan- genförmigen Bahn 13a ge äss Fig. 6a als Rohrschelle 17a aus¬ gebildet, die je nach der relativen Dimensionierung von Rohr¬ schelle 17a und Bahn 13a ohne oder mit Spiel dazwischen eine feste oder an der Bahn 13a gleitfähige Verbindung der Bahn 13 mit der verankerten Befestigungsvorrichtung 12 gewährleistet. Analoges gilt für die in Fig. 7b dargestellte Profilschelle 17b für ein Quaderprofil 13b gemäss Fig. 6b oder auch ein I- förmiges Profil 13c gemäss Fig. 6c. Eine gleitfähige Verbin¬ dung der Befestigungsvorrichtung 12 mit einer rohrförmigen oder stangenförmigen Bahn 13a gemäss Fig. 6a wird beispiels¬ weise auch durch Ausbildungen der Einrichtung 17 als Haken 17c gemäss Fig. 7c oder als im wesentlichen U-förmige Schelle 17d gemäss Fig. 7d gewährleistet. Analoges gilt sinngemäss für die Verbindung der verankerten Befestigungsvorrichtung 12 mit einer als gespanntes Seil, gespannter Draht und derglei¬ chen ausgebildete Bahn 13.

Die Bahn 13 kann, wie in Fig. 2 bis 4 dargestellt, mit mindestens zwei verankerten Befestigungsvorrichtungen 12 un¬ verrückbar verbunden sein. Diese Art von Verbindung eignet sich für an sich starre Bahnen wie Rohr, Stange, Profil und dergleichen, wie auch für durch hinreichende Spannung im we¬ sentlichen geradlinig gehaltene Bahnen wie gespanntes Seil,

gespannter Draht und dergleichen.

In einer anderen, in Fig. 1 dargestellten Variante kann eine an sich starre Bahn 13 wie Rohr, Stange, Profil und der¬ gleichen, mit einer der verankerten Befestigungsvorrichtungen 12a unverrückbar verbunden sein, während diese Bahn 13 mit den anderen verankerten Befestigungsvorrichtungen 12 nicht unverrückbar, sondern daran gleitfähig verbunden ist.

In einer noch anderen, nicht dargestellten Variante kann eine an sich starre Bahn wie Rohr, Stange, Profil und der¬ gleichen mit nur einer verankerten Befestigungsvorrichtung, zweckmässigerweise in Nähe eines oberen Endes des Bahn, un¬ verrückbar verbunden sein. An ihrem unteren Ende bleibt die Bahn hingegen ohne Einrichtung zu ihrer Verbindung mit einer verankerten Befestigungsvorrichtung, rechtwinklig zur Längs¬ richtung wird die Bahn jedoch in ihrer Position dadurch ge¬ halten, dass sie gesamthaft im Schüttmaterial begraben liegt, und sie kann zudem an ihrem unteren Ende im Untergrund oder in der Schüttung eingegraben, einbetoniert oder eingerammt sein.

In einem in Fig. 8 in perspektivischer Ansicht schema¬ tisch dargestellten Ausbildungsbeispiel kann die Einrichtung 17 zur Verbindung der verankerten Befestigungsvorrichtung 12 mit einer beispielsweise rohrförmigen Bahn 13a gemäss Fig. 6a als gelenkige Rohrschelle 17e ausgebildet sein. Um eine erste Achse 81 ist die Rohrschelle 17e gegenüber der verankerten Befestigungsvorrichtung 12 mit Hilfe einer darauf angeordne¬ ten drehbaren Mutter 82 drehbar, wie es der Doppelpfeil 83 andeutet. Um eine zweite Achse 84 ist, wie es der Doppelpfeil 85 andeutet, die Rohrschelle 17e gegenüber der Bahn 13a da¬ durch drehbar, dass ein die drehbare Mutter 82 tragendes Ver¬ bindungsteil 86 an dem die rohrförmige Bahn 13a umschliessen- den Teil 87 der Rohrschelle 17e an einem Bolzen 88 schwenkbar befestigt ist. So werden Beanspruchungen vermieden, die bei einer starren Verbindung der verankerten Befestigungsvorrich¬ tung 12 mit der Bahn 13 zufolge der unvermeidlichen Setzungen und anderen Bewegungen des Bodens auftreten würden. Analoges

gilt sinngemäss für andere als die als Beispiel herangezogene rohrförmige Ausbildung 13a der Bahn 13.

In Fig. 9a bis 9c sind Ausbildungsbeispiele der Halte¬ rung 11 samt ihrem Gleitelement 14 in perspektivischer An¬ sicht schematisch dargestellt. Durch Klemmen 16 ist die je¬ weilige Halterung 11 mit dem Stützgitter 8 verbunden, wobei in Fig. 9a bis 9c jeweils zwei Klemmen 16 für separate Ver¬ bindungsstellen dargestellt sind, jedoch auch eine gemeinsame Klemme und eine gemeinsame Verbindungsstelle in Betracht kom¬ men könnte.

Im Ausbildungsbeispiel der Fig. 9a umfasst die Halterung 11 einen U-förmig gebogenen Armierungsstab 11a, der die als Rohr 13a ausgebildete Bahn 13 im Bereich seiner Biegung hin¬ tergreift und im wesentlichen umschliesst. Das Gleitelement 14 wird in diesem Ausbildungsbeispiel von dem gebogenen, das Rohr 13a unmittelbar umschliessenden Bereich 14a des Armie¬ rungsstabs 11a gebildet.

Im Ausbildungsbeispiel der Fig. 9b umfasst die Halterung 11 ein Band 11b aus Kunststoff oder aus gegen Rost geschütz¬ tem Stahl, das um die als Rohr 13a ausgebildete Bahn 13 ge¬ führt wird, um diese wie eine Schlinge oder Schlaufe zu hin¬ tergreifen und im wesentlichen zu umschliessen, wobei das Band 11b zufolge seiner Spannung unter den vom Stützgitter 8 ausgeübten Kräften eine im wesentlichen U-förmig gebogene Ge¬ stalt nimmt. Das Gleitelement 14 wird in diesem Ausbildungs¬ beispiel von dem gebogenen, das Rohr 13a unmittelbar um¬ schliessenden Bereich 14b des Bands 11b gebildet.

In einer in Fig. 10 schematisch dargestellten Variante kann die Halterung 11 aus einem einzelnen Seil aus Kunststoff oder aus gegen Rost geschütztem Stahl bestehen, das an seinem einen Ende durch eine Klemme 16 mit dem Stützgitter 8 verbun¬ den ist, während es an seinem anderen Ende mit einer Schlaufe lld versehen ist, welche um die als Rohr 13a ausgebildete Bahn 13 geführt wird, um diese zu hintergreifen und zu um¬ schliessen. Am Seil kann die Schlaufe entweder permanent, beispielsweise durch Spleissen, ausgebildet sein, wobei das

Rohr 13a durch die Schlaufe geführt wird, oder es kann die Schlaufe mit Hilfe einer nicht dargestellten weiteren Klemme lösbar ausgebildet sein, womit es leichter ist, erst die ge¬ öffnete Schlaufe lld um das Rohr 13a zu führen und danach die Schlaufe lld mit Hilfe der weiteren Klemme zu schliessen. Da bei kann die Schlaufe lld zum Schütze des Seils und zur bes¬ seren Gleitfähigkeit am Rohr 13a mit einer Kausche aus Kunst¬ stoff oder aus gegen Rost geschütztem Stahl versehen sein. In einer nicht dargestellten Variante kann auch die Befestigung des Seils am Stützgitter 8 mit Hilfe einer lösbaren Schlaufe der gleichen Art und mit einer gleichartigen Vorgehensweise erfolgen.

Im Ausbildungsbeispiel der Fig. 9c umfasst die Halterung 11 ein Paar von Drähten oder Seilen 11c aus Kunststoff oder aus gegen Rost geschütztem Stahl, während die Bahn 13 als C- förmig geschlitztes Rohrprofil 13d ausgebildet ist. In einen Hohlraum 90 des Rohrprofils 13d ist mit Spiel ein Gleitele¬ ment 14c eingeführt, das im wesentlichen zylindrisch ist und daher in Längsrichtung des Rohrprofils 13d darin gleiten kann. Die Drähte oder Seile 11c sind an ihrem einen Ende durch die Klemmen 16 mit dem Stützgitter 8 verbunden, während sie an ihrem anderen Ende 91 mit dem Gleitelement 14c verbun¬ den sind (das Gleitelement 14c und seine Verbindung mit den Drähten oder Seilen 11c sind im oberen Teil der Zeichnung von Fig. 9c in einer Explosionszeichnung wiederholt dargestellt) . Die Drähte oder Seile 11c sind zufolge ihrer Spannung unter den vom Stützgitter 8 ausgeübten Kräften im wesentlichen ge¬ radlinig. Von den Drähten oder Seilen 11c gesehen (und analog einem Vorhanggleiter in einer Vorhangschiene) hintergreift das Gleitelement 14c die Längselemente 92 des C-förmig ge¬ schlitzten Rohrprofils 13d, welche beiderseits des Schlitzes 93 die Lippen des Schlitzes 93 bilden.

In allen drei Ausbildungsbeispielen der Fig. 9a bis 9c ist die Halterung 11 bzw. ihr Gleitelement 14 an der Bahn 13 nicht befestigt, sondern daran gleitfähig, d.h. das Gleitele¬ ment 14 ist mit der Bahn 13 in deren Längsrichtung verschieb-

lieh verbunden. Sofern die Gleitelemente 14 die Bahn 13 um- schliessen, wie es bei den Ausbildungsbeispielen der Fig. 9a und 9b der Fall ist, ist ein geringer Abstand der Bahn 13 zur Fallinie 15 vorzusehen, um die Bewegung der Gleitelemente 14 zu ermöglichen. Wenn hingegen die Gleitelemente 14 in einem Hohlraum der Bahn 13 verschieblich sind, wie es beim Ausbil¬ dungsbeispiel der Fig. 9c der Fall ist, ist kein Abstand der Bahn 13 zur Fallinie 15 nötig und die Bahn 13 kann unmittel¬ bar an der Flanke 3 bzw. in der Fallinie 15 angeordnet sein.

Gleiches gilt für analoge Ausbildungsbeispiele der Bahn 13, insbesondere deren Ausbildungsbeispiele gemäss Fig. 6a bis 6e, und für noch andere denkbare Ausbildungen der Bahn 13. Die gleitfähige Verbindung der Halterung 11 mit der Bahn 13 verleiht der erfindungsgemässen Haltevorrichtung die be¬ reits erwähnte, bei der Errichtung der begrünbaren Verklei¬ dung und für deren Langzeitverhalten sehr erwünschte Flexi¬ bilität.

Das Verfahren zur Erstellung der begrünbaren Verkleidung an einer steilen Wand wird nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung inkl. Fig. 10 näher beschrieben.

Zunächst werden an der steilen Wand 4, mit Hilfe von Baumaschinen oder handwerklich, Bereiche der Flanke 3 bereit¬ gestellt, die im wesentlichen eben sind. An jedem dieser ebe¬ nen Bereiche kann eine begrünbare Verkleidung erstellt und verankert werden. Die Gestaltung von Schnittstellen zwischen solchen ebenen Bereichen ist eine separate Angelegenheit, deren Lösung beispielsweise in einer Abrundung oder in Knick¬ stellen der Aussenform der begrünbaren Verkleidung liegt.

Danach werden, entsprechend der gewünschten Anzahl und Lage der Bahnen 13, Befestigungsvorrichtungen 12 wie Bodennä¬ gel, gegebenenfalls vorgespannte Bodenanker, Felsnägel, gege¬ benenfalls vorgespannte Felsanker, Dübel und dergleichen in die Flanke 3 der steilen Wand 4 eingebracht und verankert. Nun werden die beispielsweise als Rohr 13a ausgebildeten Bah¬ nen 13 parallel zu und im benötigten Abstand von der Fallinie 15 der Flanke 3 angeordnet und dann mit den Befestigungsvor-

richtungen 12 durch Rohrschellen, Profilschellen, Haken, Klemmen, Profil- und Seilbefestigungen und dergleichen ver¬ bunden.

An bzw. vor die Flanke 3 werden dann die Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b jeweils einer Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b an¬ geordnet. Die unter den möglichen Varianten ausgewählten Hal¬ terungen 11, beispielsweise Seile aus gegen Rost geschütztem Stahl mit Kausche lld, werden mit den Stützgittern 8 bzw. 8a, 8b verbunden, beispielsweise mittels Klemmen 16. An ihrem an deren Ende werden die Halterungen 11 über ihre als Gleitele¬ ment 14 wirkende Kausche lld mit der Bahn 13 bzw. dem Rohr 13a verbunden, wobei die Kausche lld entlang dem Rohr 13a gleitfähig ist. Die gewählte Länge der Halterungen 11 zwi¬ schen ihrer Kausche lld am Rohr 13a und ihrer Klemme 16 am Stützgitter 8 bestimmt den maximalen Abstand vom Stützgitter 8 zu der als Gleitelement 14 wirkenden Kausche lld und somit zur Flanke 3 der steilen Wand 4.

Diese Prozedur wird dann bezüglich der seitlich benach¬ barten Stützgitter 8 derselben Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b wiederholt, bis die betreffende Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b über die gewünschte Länge mit Stützgittern 8 versehen ist.

In die Stützgitter 8 der Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b wird nun ein flächiges geokompatibles Fabrikat der im voran¬ gehenden definierten Art eingelegt. Als Hilfsmittel dazu kann, noch vor dem Einlegen des Fabrikats, ein Montageprofil

51 auf den oberen Rand 53 des Stützgitters 8 aufgesetzt wer¬ den. Danach wird das Fabrikat eingelegt und dessen Überlänge 54 über das Montageprofil 51 in Richtung weg von der steilen Wand 4 umgeschlagen, wie es in Fig. 10 gezeigt wird. Nun wird das Montageprofil 51 mit der Bahn 13 bzw. dem Rohr 13a mit¬ tels einer besonderen zugeordneten provisorischen Halterung

52 provisorisch d.h. lösbar verbunden. Es bleibt dabei frei¬ gestellt, welche Breiten von Fabrikat dazu verwendet werden, vorzugsweise aber ist das flächiges geokompatibles Fabrikat in solchen Breiten dimensioniert, dass es sich leicht handha¬ ben und einlegen lässt.

Das Vorgehen wird auf andere Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b, über die ganze Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b wiederholt, bis diese alle Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b der ganzen Verkleidungs¬ lage 7 bzw. 7a, 7b mit Fabrikat belegt sind. Nun wird das Schüttmaterial 10 nacheinander in die Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b der ganzen Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b verfüllt.

Sofern als Hilfsmittel ein Montageprofil 51 auf den obe¬ ren Rand 53 des Stützgitters 8 aufgesetzt und provisorisch d.h. lösbar mit der Bahn 13 bzw. dem Rohr 13a mittels einer besonderen zugeordneten provisorischen Halterung 52 verbunden wurde, wird erst danach das Schüttmaterial 10 nacheinander in die Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b der ganzen Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b verfüllt. Anschliessend wird die provisorische Verbindung des Montageprofils 51 mit der Bahn 13 bzw. dem Rohr 13a gelöst, die Überlänge 54 des Fabrikats über das nun im Stützgitter 8 bzw. 8a, 8b verfüllte Schüttmaterial 10 weg vom Montageprofil 51 in Richtung zur steilen Wand 4 zurückge¬ schlagen, und das Montageprofil 51 sowie die besondere zu¬ geordnete Halterung 52 entfernt.

Damit ist eine bzw. die betreffende Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b fertiggestellt. Nun wird die Teilfolge des be¬ schriebenen Vorgehens vom Anordnen von Stützgittern 8 bzw. 8a, 8b einer Verkleidungslage 7 bzw. 7a, 7b an die Flanke 3 bis zur Verfüllung des Schüttmaterials 10 nacheinander über die gesamte Verkleidung 2 wiederholt, bis diese, aus überein¬ ander geschichteten Verkleidungslagen 7 bzw. 7a, 7b beste¬ hend, fertig erstellt ist.

Liste der Bezugszeichen

Haltevorrichtung 1 Haken 17c begrünbare Verkleidung 2 Schelle 17d

Flanke 3 gelenkige Rohrschelle 17e steile Hand 4 Montageprofil 51

Sohle 5 des Geländeeinschnitts provisorische Halterung 52

Strasse bzw. Strassenbelag 6a oberer Rand 53 des StUtzgitters 8

Schienenweg bzw. Schotterbett 6b Überlänge 54 des Geo-Fabrikats

Verkleidungslage 7, 7a, 7b Achse 81

Stützgitter 8, 8a, 8b drehbare Mutter 82 flächiges geokompatibles Fabrikat 9 Doppelpfeil 83

Schüttmaterial 10 Achse 84

Halterung 11, 11a, 11b, 11c, lld Doppelpfeil 85

Befestigungsvorrichtung 12, 12a Verbindungsteil 86

Bahn 13, 13a, 13b, 13c, 13d, 13e umεchliessendes Teil 87

Gleitelement 14, 14a, 14b, 14c Bolzen 88

Fallinie 15 Hohlraum 90

Klemme 16 Ende 91 der Drähte oder Seile 11c

Verbindungseinrichtung 17 Längselemente 92

Rohrschelle 17a Schlitz 93

Profilschelle 17b