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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE AND METHOD FOR RECOVERING THE INTERNAL BACK-FLESH OF POULTRY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/191270
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a device (10) and method for recovering back-flesh (11) from back parts (12) of poultry carcasses which have a hip side (14) and a body interior side (16), wherein the back part (12) comprises a spinal column (17) and a rib structure (18), the device comprising: a transport conveyer (21), for transporting the back parts (12) along a transport zone (20) and having a central axis M oriented in the transport direction T, which transport conveyor has a transport element (23) for conveying at least one holding element (24), situated on the transport element (23), for receiving the back part (12) during the transportation along the transport zone (20); a first cutting means assembly (25), situated along the transport zone (20) in the region of the transport element (23), having at least one loosening means (26) for loosening the back flesh (11) along the rib structure (18); a second cutting means assembly (27), arranged downstream of the first cutting means assembly (25) along the transport zone (20), having at least one separating blade (28) for separating the back-flesh (11) substantially along the spinal column (17); wherein the holding element (24) is designed such that the back part (12) can be force-lockingly and/or form-fittingly situated on the holding element (24).

Inventors:
LEUSCHNER STEPHAN (DE)
LANDT ANDREAS (DE)
RIGGERT LASSE (DE)
Application Number:
PCT/EP2021/057557
Publication Date:
September 30, 2021
Filing Date:
March 24, 2021
Export Citation:
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Assignee:
NORDISCHER MASCHINENBAU (DE)
International Classes:
A22C21/00
Attorney, Agent or Firm:
STORK BAMBERGER PATENTANWÄLTE PARTMBB (DE)
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Claims:
Ansprüche

Vorrichtung (10), ausgebildet und eingerichtet zum Gewinnen von Rückenfleisch (11) oder Teilen davon aus Rückenteilen (12) oder Teilen davon von Geflügelschlachtkörpern mit einer Halsseite (13) und einer Hüftseite (14) sowie einer Körperaußenseite (15) und einer Körperinnenseite (16), wobei das Rückenteil (12) eine Wirbelsäule (17) oder Teile davon und ein Rippengerüst (18) mit zumindest vertebralen Rippenpaaren (19) oder Teilen davon umfasst, und wobei das Rückenfleisch (11) insbesondere mindestens ein Schulterblatt beinhaltet, umfassend einen zum Transportieren der Rückenteile (12) oder Teilen davon entlang einer Transportstrecke (20) mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer (21) mit einer Antriebseinheit (22) und einem Transportelement (23) zur Förderung mindestens eines an dem Transportelement (23) angeordneten Halteelements (24) zum Aufnehmen des Rückenteils (12) oder Teilen davon während des zumindest bereichsweisen Transports entlang der Transportstrecke (20), eine entlang der Transportstrecke (20) im Bereich des Transportelements (23) angeordnete erste Schneidmittelanordnung (25) mit mindestens einem Anlösemittel (26) zum zumindest bereichsweisen Anlösen des Rückenfleisches (11) im Wesentlichen entlang des Rippengerüstes (18), eine entlang der Transportstrecke (20) in Transportrichtung T der ersten Schneidmittelanordnung (25) nachgeordnete im Bereich des Transportelements (20) angeordnete zweite Schneidmittelanordnung (27) mit mindestens einem Trennmesser (28) zum zumindest bereichsweisen Abtrennen des angelösten Rückenfleisches (11) oder Teilen davon zumindest im Wesentlichen entlang der Wrbelsäule (17), wobei das Halteelement (24) ausgebildet ist, derart, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon an dem Halteelement (24) kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist. 2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Schneidmittelanordnung (25) vorgelagert eine Andrückeinrichtung (29) mit einem Andrückelement (30) angeordnet ist, die eingerichtet ist, das aufgenommene Rückenteil mit dem Andrückelement (30) von der

Körperaußenseite (15) auf dem Halteelement (24) anzudrücken.

3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (24) derart ausgebildet ist, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke (20) mit der Halsseite (13) voraus auf dem Halteelement (24) anordenbar ist. 4. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneidmittelanordnung (25), insbesondere das mindestens eine Anlösemittel (26), mittels eines Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet ist.

5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneidmittelanordnung (25) aus einem Paar zumindest im Wesentlichen gegenüberliegender Anlösemittel (26) gebildet ist, wobei die Anlösemittel (26) zu beiden Seiten der Transportstrecke (20) angeordnet sind, derart, dass zwischen den beiden Anlösemitteln (26) im Bereich der Mittelachse

M ein Spalt A zum Aussparen der Wirbelsäule (17) durch die einander gegenüberliegenden Anlösemittel (26) gebildet ist. 6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die

Anlösemittel (26) eine gebogene Form aufweisen und ausgebildet sind, das Rückenteil (12) oder Teile davon in Verlauf der Transportrichtung T von der Halsseite (13) ausgehend einzuschneiden und das Rückenteil (12) oder Teile davon an der Hüftseite (14) wieder zu verlassen, wobei die Anlösemittel (26) das Rückenfleisch (11) entlang des Rippengerüstes (18) anlösen. 7. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Anlösemittel (26) in der Höhe relativ zu dem Halteelement (24) und / oder in dem Abstand zu der Mittelachse M einstellbar ist.

8. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Trennmesser (28) zum vollständigen Abtrennen des Rückenfleisches (11) zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule (17) ausgebildet und eingerichtet ist.

9. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Trennmesser (28) in der Höhe relativ zu dem Halteelement (24) einstellbar ausgebildet und eingerichtet ist.

10. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Trennmesser (28) mittels eines Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet ist.

11. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Trennmesser (28) v-förmig (32) ausgebildet ist.

12. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportförderer (20) ein Obertrum (33) und ein Untertrum (34) aufweist, wobei die erste Schneidmittelanordnung (25) und / oder die zweite Schneidmittelanordnung (27) im Bereich des Untertrums (34) angeordnet ist. 13. Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest bereichsweise entlang der Transportstrecke (20) mindestens eine Abführeinrichtung zum Abführen des abgetrennten Rückenfleisches (11) und / oder des von dem Rückenfleisch (11) befreiten Rückenteils (12) oder Teilen davon angeordnet ist, insbesondere unterhalb der ersten Schneidmittelanordnung (25) und / oder unterhalb der zweiten Schneidmittelanordnung (27).

Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon mit der Körperinnenseite (16) an dem Halteelement (24) kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist, insbesondere nur im Bereich der Wirbelsäule (17) und / oder des Rippengerüstes (18) mit den Rippenpaaren (19).

Vorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (24) mindestens einen Haltezahn (35) umfasst, der ausgebildet und eingerichtet ist, kraft- und / oder formschlüssig mit dem Rückenteil (12) im Bereich der Wirbelsäule (17) und / oder des Rippengerüstes (18) mit den Rippenpaaren (19) in Wrkverbindung zu stehen.

Verfahren zum Gewinnen von Rückenfleisch (11) oder Teilen davon aus Rückenteilen (12) oder Teilen davon von Geflügelschlachtkörpern mit einer Halsseite (13) und einer Hüftseite (14) sowie einer Körperaußenseite (15) und einer Körperinnenseite (16), wobei das Rückenteil (12) eine Wrbelsäule (17) oder Teile davon und ein Rippengerüst (18) mit zumindest vertebralen Rippenpaaren (19) oder Teilen davon umfasst, und wobei das Rückenfleisch (11) mindestens ein Schulterblatt beinhaltet, umfassend die Schritte:

- Bereitstellen der zu bearbeitenden Rückenteile (12) oder Teilen davon auf einem entlang einer Transportstrecke (20) mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer (21) mit einer Antriebseinheit (22) und einem Transportelement (23), - kraft- und / oder formschlüssiges Positionieren der zu fördernden Rückenteile (12) oder Teilen davon auf mindestens einem an dem Transportelement (23) angeordneten Halteelement (24),

- Transportieren des Rückenteils (12) oder Teilen davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke (20),

- Führen des Rückenteils (12) oder Teilen davon entlang einer der Transportstrecke (20) im Bereich des Transportelements (23) angeordneten ersten Schneidmittelanordnung (25) mit mindestens einem Anlösemittel (26),

- Lösen des Rückenfleisches (11) zumindest im Wesentlichen bereichsweise entlang des Rippengerüstes (18) mittels des mindestens einen Anlösemittels (26),

- Führen des Rückenteils (12) oder Teilen davon mit dem eingeschnittenen Rückenfleisch (11) entlang einer der Transportstrecke (20) in Transportrichtung T der ersten Schneidmittelanordnung (25) nachgeordneten im Bereich des Transportelements (23) angeordneten zweiten Schneidmittelanordnung (27) mit mindestens einem Trennmesser (28),

- zumindest bereichsweises Abtrennen des Rückenfleisches (11) zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule (17).

Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) vor, während und / oder nach dem kraft- und / oder formschlüssigen Positionieren auf dem Halteelement (24) mittels einer ein Andrückelement (30) aufweisenden Andrückeinrichtung (29) von der Körperaußenseite (15) auf das Halteelement (24) angedrückt wird.

18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke (20) mit der Halsseite (13) voraus auf dem Halteelement (24) transportiert wird. 19. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon mittels eines Paars gegenüberliegender Anlösemittel (26) in Verlauf der T ransportrichtung T von der Halsseite (13) ausgehend eingeschnitten wird und die Anlösemittel (26) das Rückenteil (12) oder Teile davon an der Hüftseite (14) wieder verlassen, wobei das Rückenfleisch (11) durch die Anlösemittel (26) entlang des Rippengerüstes (18) abgelöst wird.

20. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitung durch die erste Schneidmittelanordnung (25) und / oder durch die zweite Schneidmittelanordnung (27) im Bereich eines Untertrums (34) des Transportförderers (21) erfolgt.

21. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das abgetrennte Rückenfleisch (11) und / oder das von dem Rückenfleisch (11) befreite Rückenteil (12) oder Teile davon mittels mindestens einer zumindest bereichsweise entlang der Transportstrecke (20) in Transportrichtung T angeordneten Abführeinrichtung, insbesondere unterhalb der ersten Schneidmittelanordnung (25) und / oder unterhalb der zweiten Schneidmittelanordnung (27), abgeführt wird.

22. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon mit der Körperinnenseite (16) an dem Halteelement (24) kraft- und / oder formschlüssig, insbesondere nur im Bereich der Wirbelsäule (17) und / oder des

Rippengerüstes (18) mit den Rippenpaaren (19), gehalten wird.

23. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil (12) oder Teile davon mittels mindestens einem das Halteelement (24) umfassenden Haltezahns (35) mit dem Rückenteil (12) oder Teilen davon kraft- und / oder formschlüssig im Bereich der Wirbelsäule (17) und / oder des Rippengerüstes (18) mit den Rippenpaaren (19) in Wrkverbindung steht.

24. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass beim Abtrennen des Rückenfleisches (11), mindestens ein Schulterblatt oder Teile davon in dem Rückenfleisch (11) verbleibt.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zum Gewinnen des inneren Rückenfleisches von Geflügel

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, ausgebildet und eingerichtet zum Gewinnen von Rückenfleisch oder Teilen davon aus Rückenteilen oder Teilen davon von Geflügelschlachtkörpern mit einer Halsseite und einer Hüftseite sowie einer Körperaußenseite und einer Körperinnenseite.

Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Gewinnen von Rückenfleisch oder Teilen davon aus Rückenteilen oder Teilen davon von Geflügelschlachtkörpern mit einer Halsseite und einer Hüftseite sowie einer Körperaußenseite und einer Körperinnenseite.

Solche Vorrichtungen und Verfahren kommen in der tierverarbeitenden Industrie, insbesondere in der geflügelverarbeitenden Industrie, zum Einsatz, um Rückenfleisch oder Teile davon aus Rückenteilen oder Teilen davon von Geflügelschlachtkörpern (im Folgenden auch pauschal als Rückenteile bezeichnet) zu gewinnen. In der Regel erfolgt eine Rückenfleischgewinnung als integrierter Prozess, der bei der industriellen Verarbeitung von Geflügel nicht separat vorgenommen wird.

Nach der industriellen Schlachtung von Geflügel werden die Geflügelschlachtkörper regelmäßig in kleinere Portionen weiterverarbeitet. In der geflügelverarbeitenden Industrie ist ein automatisches Filetieren von Geflügelschlachtkörper seit langem bekannt. Aufgrund der geometrischen Komplexität der Geflügelkarkasse wird diese vor dem eigentlichen Filetieren zur vereinfachten Weiterverarbeitung in unterschiedlichen Prozessschritten zerlegt. Als häufigste Zwischenprodukte entstehen dabei, zunächst mithilfe eines Trennschnittes durch die Hüfte des Geflügelkörpers, sogenannte „Front- halfs“, auch Vorderseite, Vorderhälfte, Geflügelkörpervorderhälfte etc. genannt, und „Back-halfs“, auch Rückseite, Hinterseite, Hinterhälfte, Geflügelkörperhinterhälfte etc. genannt. Bei den „Front-halfs“ handelt es sich im Wesentlichen um den Oberkörper des jeweiligen Geflügelschlachtkörpers. Die „Back-halfs“ umfassen somit den Unterleib, einschließlich des Beckens. Wahlweise umfassen die „Front-halfs“ zusätzlich Extremitäten, oder diese werden in vor- oder nachgelagerten weiteren Prozessschritten entfernt.

Neben der Herstellung von „Front-halfs“ und „Back-halfs“ im Vorausgang zum eigentlichen Filetieren werden „Front-halfs“ häufig weiter segmentiert, da hier in der Regel die größten Muskelbereiche von Geflügel vorhanden sind. Durch einen Trennschnitt, beginnend an der Brustseite des Halses entlang der Atmungsfalte, also seitlich des Geflügelkörpers an den Rippen entlang und durch die Rippen hindurch in Richtung der Hüfte, wird die Brustseite und die Rückenseite der Geflügelkörpervorder hälfte voneinander getrennt. Die Rückenseite umfasst dabei das Rückenteil.

Durch das Trennen der Geflügelkörper in Untersegmente wird die komplexe Geometrie der Geflügelkörper aufgebrochen, wodurch deutlich einfacher zu be- und verarbeitende Zwischenprodukte entstehen. Auch die Fokussierung bezüglich der zu gewinnenden unterschiedlichen Endprodukte wird bei der Vorzerlegung der Geflügelkörper berücksichtigt. Ferner ist es durch die Zerkleinerung des Geflügelschlachtkörpers in Untersegmente möglich, geeignete Vorrichtungen und Bearbeitungsstationen bereitzustellen, die an die jeweiligen Geometrien der Segmente angepasst sind, um eine möglichst hohe Ausbeute an gewünschten Endprodukten zu erzielen.

Ein im Vordergrund stehendes Endprodukt ist der Brustmuskel bzw. das Brustfilet, welches den Oberkörper in seiner massigen Ausprägung dominiert. Bei der Weiterverarbeitung von „Front-halfs“ stand also seit langem das möglichst ausbeuteeffiziente Ernten/Gewinnen des Brustmuskels bzw. des Brustfilets im Fokus, obwohl weitere Fleischbereiche vorhanden sind, die geerntet werden können bzw. in Anbetracht der steigenden Fleischpreise sowie der möglichst gänzlichen Verwertung der Geflügelschlachtkörper auch geerntet werden sollten.

Speziell auf der Rückenseite der Geflügelkörpervorderhälfte („Front-half“) befinden sich nicht zu vernachlässigende Rückenfleischbereiche, die daher regelmäßig mit geerntet werden sollen. Aufgrund der relativ geringen Anteile des Rückenfleisches im Vergleich zu der Gesamtausbeute bei Geflügelschlachtkörpern, ist die Gewinnung des Rückenfleisches in der Vergangenheit häufig in den Hintergrund getreten. Aus der DE 3939340 C1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ablösen des Fleisches von Geflügelkörpern bekannt. Der Vorrichtung liegt die Aufgabe zugrunde, bei der Bearbeitung von Vorderhälften das im Bereich des Rückens auf den Rippen aufliegende Fleisch mitzugewinnen. Das zusätzliche Gewinnen des auf den Rippen aufliegenden Fleisches soll durch speziell geformte und angeordnete Schneidmittel erfolgen. Hier ist jedoch eine komplexe Schnittfolge nötig, zudem kann auf diese Weise nur ein geringfügiger Anteil des anhaftenden Fleisches abgelöst und weiterverarbeitet werden, da das Fleisch während des Bearbeitens der Vorderhälften lediglich „mitgewonnen“ wird. Vorderhälften werden regelmäßig in eine Brustkappe und eine Rückenkappe segmentiert, um beispielsweise daran anhaftende Fleischbestandteile zu gewinnen. Sollte jedoch die Vorderhälfte unter Erzeugung einer Brustkappe und einer Rückenkappe, oder auch Rückenteil genannt, weiter segmentiert sein, besteht die Möglichkeit des Mitgewinnens des Rückenfleisches im Zuge der Brustfiletgewinnung nicht. Das Rückenteil muss daher gesondert bearbeitet werden, wodurch eine gesonderte Rückenfleischgewinnung erfolgen müsste, was in der Praxis maschinell nicht erfolgt.

Aus dem Stand der Technik sind weitere Vorrichtungen und Verfahren bekannt, bei denen unterschiedliche Ausgangsprodukte zum Gewinnen von Rückenfleisch herangezogen werden. Bei den zu bearbeitenden Rückenportionen handelt es sich jedoch um den gesamten Rückenbereich des Geflügelschlachtkörpers und nicht nur um die Rückenteile, die bei der Erzeugung einer Brustkappe aus einer „Front-half“ heraus anfällt.

Aus der WO 2008/078982 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, bei dem der obere Rückenbereich enthäutet und filetiert wird. Das Ausgangsprodukt bildet in diesem Fall eine gesamte Geflügelkarkasse, bei der die Brustkappe und die Flügel bereits abgetrennt worden sind. Die Bearbeitung vollzieht sich während die Geflügelteilkarkasse an den Beinen hängend, auf einem Produktträger angeordnet, in eine Verarbeitungsanlage befördert wird. Die hängende Anordnung der Geflügelteilkarkasse an dem Produktträger bietet nur eine geringe Stabilität, um mit dafür vorgesehenen Schneidmitteln in Eingriff zu stehen. Derzeit wird der Vorgang der Rückenfleischgewinnung aus separierten Rückenteilen nicht automatisiert durchgeführt. In der Praxis werden die anfallenden Rückenteile, sofern überhaupt eine Weiterverarbeitung erfolgt, manuell weiterverarbeitet, indem in der Regel eine Schnittfolge entlang der Wirbelsäule beginnend am hüftseitigen Ende des Rückenteils in Richtung des Halses durchgeführt wird. Sofern die Schulterblätter von den Rückenteilen im Vorfeld nicht entfernt wurden, entsteht als Endprodukt ein Fleischprodukt, welches beide Schulterblätter mit einschließt. Derartige Produkte finden beispielsweise in der Fastfood-Industrie regen Anklang. Der Vorgang des manuellen Trennens ist zeitaufwendig, kostenintensiv und liefert häufig nur eine geringe Ausbeute aus den Rückenteilen. Ferner birgt eine manuelle Bearbeitung der Rückenteile, aufgrund der komplizierten Schnittfolge, ein hohes Verletzungsrisiko. Zudem sind die Positionierung und das Halten der Rückenteile auf automatisierten Vorrichtungen aufgrund der komplexen Geometrie der Rückenteile mit einem hohen Konstruktions- und Fertigungsaufwand verbunden.

Aus den verfügbaren Vorrichtungen und den Verfahren des Standes der Technik ist insbesondere keine Vorrichtung bzw. kein Verfahren zum Gewinnen von Rückenfleisch oder Teilen davon aus Rückenteilen von Geflügelschlachtkörpern bekannt, das eine sichere Positionierung eines Rückenteils gewährleistet und wobei gleichzeitig eine ausbeuteeffiziente Gewinnung von Rückenfleisch erfolgt. Die bekannten Vorrichtungen weisen in der Regel insbesondere einen komplexen Aufbau sowie umfangreiche Verfahrensschritte bei der Verarbeitung von Geflügelschlachtkörpern auf, bei denen Rückenfleisch - wenn überhaupt - nur als Zwischenprodukt gewonnen wird. Eine Vorrichtung oder ein Verfahren für eine kosteneffiziente und dabei zuverlässige sowie sichere Gewinnung von Rückenfleisch oder Teile davon aus Rückenteilen oder Teilen davon ist in dem vorbekannten Stand der Technik nicht verfügbar.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, die eine sichere, zuverlässige und ausbeuteeffiziente Gewinnung von Rückfleisch oder Teilen davon aus Rückenteilen oder Teilen davon gewährleistet. Die Aufgabe besteht weiterhin darin, ein entsprechendes Verfahren vorzuschlagen.

Diese Aufgabe wird durch die eingangs genannte Vorrichtung gelöst, wobei das Rückenteil eine Wirbelsäule oder Teile davon und ein Rippengerüst mit zumindest vertebralen Rippenpaaren oder Teilen davon umfasst, und wobei das Rückenfleisch insbesondere mindestens ein Schulterblatt beinhaltet, umfassend einen zum Transportieren der Rückenteile oder Teilen davon entlang einer Transportstrecke mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer mit einer Antriebseinheit und einem Transportelement zur Förderung mindestens eines an dem Transportelement angeordneten Halteelements zum Aufnehmen des Rückenteils oder Teilen davon während des zumindest bereichsweisen Transports entlang der Transportstrecke, eine entlang der Transportstrecke im Bereich des Transportelements angeordnete erste Schneidmittelanordnung mit mindestens einem Anlösemittel zum zumindest bereichsweisen Anlösen des Rückenfleisches im Wesentlichen entlang des Rippengerüstes, eine entlang der Transportstrecke in Transportrichtung T der ersten Schneidmittelanordnung nachgeordnete im Bereich des Transportelements angeordnete zweite Schneidmittelanordnung mit mindestens einem Trennmesser zum zumindest bereichsweisen Abtrennen des eingeschnittenen Rückenfleisches oder Teilen davon zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule, wobei das Halteelement ausgebildet ist, derart, dass das Rückenteil oder Teile davon an dem Halteelement kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist.

Als Geflügelschlachtkörper kommen insbesondere Hühner in Betracht. Die Vorrichtung, insbesondere das Halteelement, kann jedoch auch zur Anordnung von Rückenteilen von anderem Geflügel wie Enten, Gänsen, Truthähnen, Tauben oder Wachteln erfolgen, wobei jeweils die Größenabmessungen des Halteelements anzupassen sind. Bei der Vorrichtung müssten ferner die Dimensionen der ersten und der zweiten Schneidmittelanordnung angepasst werden, um unterschiedliche Arten von Geflügel zu bearbeiten.

Unter „Rückenteile“ im Sinne der Erfindung ist ein separat abgetrennter Bereich der „Front-halfs“ von Geflügelschlachtkörpern zu verstehen, der insbesondere aus dem Rückenbereich der Geflügelvorderhälften des Geflügelschlachtkörpers gebildet ist. Dabei umfasst das Rückenteil insbesondere zumindest einen Bereich der Wirbelsäule mit zumindest einem Bereich der Rippen sowie das damit verbundene Rückenfleisch. Das Rückenfleisch weist vorzugsweise mindestens ein Schulterblatt auf, besonders bevorzugt zwei Schulterblätter, das heißt, auf jeder Seite der Wirbelsäule ist jeweils ein Schulterblatt vorhanden. Die Wirbelsäule von Geflügel weist ferner in der Regel zumindest bereichsweise einen Knochenstab auf, im Fachjargon Notarium genannt, der durch eine lokale Verdickung der miteinander verschmolzenen Brustwirbel gebildet wird. Die Wirbelsäule im Sinne der Erfindung umfasst somit auch die lokale Verdickung des Knochenstabes. Die Verdickung muss bei der maschinellen Verarbeitung ausgespart werden, um beispielsweise Knochensplitter durch Beschädigungen des Knochenstabs zu vermeiden. Die „Körperinnenseite“ und die „Körperaußenseite“ im Sinne der Erfindung werden alternativ auch als innenliegender Bereich des Geflügels bzw. des Rückenteils und als außenliegender Bereich des Geflügels bzw. des Rückenteils bezeichnet. Die Körperinnenseite bildet somit insbesondere den innenliegenden Hohlraum der Brusthöhle des Geflügels mit den vertebral verlaufenden Rippen, während die Körperaußenseite den äußeren, von außen zugänglichen Bereich mit der Haut bzw. dem Fleisch kennzeichnet. Die „Halsseite“ und die „Hüftseite“ der Rückenteile wird durch die Segmentierung des Geflügelschlachtkörpers bestimmt. Die Halsseite des Rückenteils ist die Seite, die durch einen Schnitt im Halsbereich des Geflügels erzeugt wird, während die Hüftseite bei einem Schnitt im Bereich der Hüfte erzeugt wird. Das Rückenteil ist somit von der Anatomie und der vorgenommenen Segmentierung des Geflügelschlachtkörpers bestimmt.

Derartige Transportförderer mit dem Transportelement sind besonders bevorzugt Riemen-, Band-, Ketten-, Schlitten- und / oder Rollentransportvorrichtungen. Die Transportrichtung T bildet zugleich auch die Reihenfolge, in der die jeweiligen Bearbeitungsstationen nacheinander angeordnet sind. Die Transportstrecke kann vorzugsweise endlos sein und kann in der Ebene in unterschiedlichen Höhen verlaufen. Weiter bevorzugt kann der Transportförderer als Radförderer ausgebildet sein. Das bedeutet, dass die Halteelemente an dem Umfang eines angetriebenen Rades angeordnet sind und die jeweiligen Bearbeitungsstationen zum Gewinnen des Rückenfleisches in Eingriffsnähe des Rades positioniert sind, wodurch die entsprechende Bearbeitung und das Gewinnen des Rückenfleisches erfolgt.

Die Anordnung der Schneidmittelanordnungen „im Bereich des Transportelements“ im Sinne der Erfindung bedeutet, dass die erste und die zweite Schneidmittelanordnung derart positioniert sind, dass diese in Eingriff mit dem auf dem Transportelement geförderten Halteelement mit dem Rückenteil stehen können.

Unter einer „ersten Schneidmittelanordnung mit mindestens einem Anlösemittel“ im Sinne der Erfindung, ist in einer vorteilhaften Ausführungsform nicht nur eine erste Schneidmittelanordnung mit einem einzelnen Anlösemittel zu verstehen. Die erste Schneidmittelanordnung kann insbesondere auch aus zwei örtlich getrennten, separaten Anlösemitteln gebildet sein, mit dem Zweck das Rückenfleisch im Wesentlichen entlang des Rippengerüstes einzuschneiden. Das Anlösemittel ist beispielsweise ein Schaber, ein Messer bzw. ein Werkzeug, um das Rückenfleisch von dem Rippengerüst anzulösen, das heißt, zumindest bereichsweise von dem Rippengerüst zu entfernen. „Im Wesentlichen entlang des Rippengerüstes“ bedeutet im Sinne der Erfindung, dass das Rückenfleisch entweder genau entlang des Rippengerüstes angelöst, oder mit einem geringen Abstand entlang des Rippengerüstes, das heißt, von dem Rippengerüst in einem Bereich von 0,5 mm bis 3 mm beabstandet.

„Zumindest bereichsweises Anlösen“ des Rückenfleisches mittels des Anlösemittels bedeutet im Sinne der Erfindung, dass das Rückenfleisch vollständig, das heißt über die gesamte Länge der Mittelachse M entlang, angelöst wird, oder einen Teilbereich des Rückenfleisches anlöst. Hierbei wird das Rückenfleisch vorzugsweise noch nicht abgetrennt, das heißt, das Rückenfleisch verbleibt zumindest in einem Bereich mit dem Rückenteil verbunden. Unter „Anlösen“ ist somit beispielsweise das Einschneiden des Rückenfleisches entlang eines durch die Anordnung der ersten Schneidmittelanordnung vorgegebenen Bereichs zu verstehen. In vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung kann bereits ein vollständiges Abtrennen des Rückenfleisches oder Teilen davon mittels der ersten Schneidmittelanordnung zweckdienlich sein. Das Anlösen kann ferner beispielsweise durch ein Schaben, Scheren und / oder Abziehen des Rückenfleisches in dem vorgegebenen Bereich erfolgen und ist von dem Begriff „Anlösen“ umfasst.

Das Abtrennen des eingeschnittenen Rückenfleisches „zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule“ bedeutet im Sinne der Erfindung, entweder genau entlang der Wirbelsäule, das heißt jeweils direkt in Verlauf der Wirbelsäule, oder mit geringen Abweichungen entlang der Wirbelsäule, d. h. mit einer Abweichung zu der Wirbelsäule um maximal ± 25 mm, was jedoch von der Größe des jeweiligen Geflügelschlachtkörpers abhängig ist. Abtrennen im Sinne der Erfindung beinhaltet beispielsweise Schaben, Abziehen, Abschneiden, Ablösen, Scheren etc. Wesentlich im Sinne der Erfindung ist lediglich, dass die zweite Schneidmittelanordnung derart ausgebildet ist, dass ein möglichst vollständiges Entfernen des Rückenfleisches von dem Rippengerüst und / oder der Wirbelsäule mittels der Trennmesser erfolgt. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird durch die Kombination der beiden Schneidmittelanordnungen in Verbindung mit dem Halteelement sichergestellt, dass das von den Rückenteilen abzutrennende Rückenfleisch ausbeuteeffizient, zuverlässig und mit hohen Qualitäten abtrennbar ist, das heißt, dass das Rückenfleisch möglichst vollständig sowie beschädigungsfrei von dem Rückenteil gewonnen wird. Ferner wird sichergestellt, dass beim Gewinnen des Rückenfleisches keine Verunreinigung des Rückenfleisches erfolgt, da eine sichere Positionierung des Rückenteils auf dem Halteelement gegeben ist. Verunreinigungen sind beispielsweise Knochensplitter des verbleibenden Rückenteils, die bei unsachgemäßer Positionierung und Weiterverarbeitung auftreten können. Gleichzeitig weist die Vorrichtung einen Aufbau mit geringer Komplexität auf und einen damit verbundenen verringerten Verfahrensaufwand beim Gewinnen des Rückenfleisches. Vorteilhaft ist zudem die Untergliederung der Vorrichtung in eine erste Schneidmittelanordnung und eine zweite Schneidmittelanordnung, weil damit zunächst ein sauberes Anlösen bzw. Lösen oder Ablösen des Rückenfleisches von dem Rückenteil erfolgt, und durch die weitere nachgeordnete zweite Schneidmittelanordnung ist ein zuverlässiges Abtrennen des Rückenfleisches von dem Rückenteil gewährleistet. Auf diese Weise kann Rückenfleisch von hoher Qualität gewonnen werden, das frei von Verunreinigungen ist. Das Halteelement stellt zudem sicher, dass das Rückenteil zu jedem Zeitpunkt des Durchlaufens der Vorrichtung eine sichere Fixierung aufweist, wodurch konstante Resultate bei der Rückenfleischgewinnung gegeben sind. Dadurch dass die Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass die Rückenteile durch das mindestens eine Anlösemittel der ersten Schneidmittelanordnung bereichsweise einschneidbar sind, und dass das bereichsweise eingeschnittene Rückenfleisch anschließend mittels der Trennmesser der nachgelagerten zweiten Schneidmittelanordnung abtrennbar ist, ist ein Vorrichtungsaufbau mit geringem Komplexitätsgrad gegeben, wodurch der Konstruktions- und Fertigungsaufwand verringert ist, was wiederum in einer kosteneffizienten Herstellung der Vorrichtung resultiert. Die vorgelagerte erste Schneidmittelanordnung steigert zudem die Verfügbarkeit des abzulösenden Rückenfleisches, da hiermit das auf der Körperaußenseite des Rückenteils befindliche Rückenfleisch gezielt lösbar bzw. einschneidbar ist, wodurch in der nachgeordneten zweiten Schneidmittelanordnung das Abtrennen mit einer vorgegebenen Schnittfolge erfolgen kann, was zu bestimmbaren Erträgen führt. Die dafür verwendeten Mittel sind speziell für die jeweiligen Vorgänge ausgewählt, was zu einer effizienten Bearbeitung beiträgt. Vorzugsweise ist die Vorrichtung frei von hydraulischen und / oder steuer elektronischen Mitteln im Rahmen der aktiven Bearbeitung der Rückenteile, was einer kosteneffizienten Bearbeitung ebenfalls zuträglich ist, indem der Investitions- und Wartungsaufwand reduziert wird. Die erfindungsgemäße Vorrichtung führt somit zu einer höheren Qualität des gewonnen Rückenfleisches, einer erhöhten Ausbeute sowie zu geringen Herstellungs- und Betriebskosten der Vorrichtung. Die Untergliederung der Vorrichtung in eine erste Schneidmittelanordnung und in eine zweite Schneidmittelanordnung bietet ferner den Vorteil, dass entlang der Transportstrecke die beiden Schneidmittelanordnungen nachgeordnet anordenbar sind, wodurch bei beiden Anordnungen die Rückenteile auf denselben Halteelementen und mit derselben Verarbeitungsgeschwindigkeit führbar sind und die jeweiligen Schneidmittelanord nungen auf die exakten Vorgaben einstellbar sind. Dadurch muss ferner kein zeitaufwändiges Umpositionieren der Rückenteile mit dem gelösten Rückenfleisch vorgenommen werden, sondern das Rückenteil kann während des gesamten Vorgangs der Gewinnung des Rückenfleisches auf demselben Halteelement kraft- und / oder formschlüssig geführt werden.

Das Halteelement ermöglicht eine spezifische und bedarfsgerechte Anordnung des Rückenteils. Indem das Rückenteil kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist, ist das Rückenteil in Verlauf der gesamten Transportstrecke zuverlässig gesichert. Auf diese Weise können die weiteren Vorrichtungsbestandteile danach ausgerichtet werden, um eine zielgerichtete Bearbeitung vorzunehmen, insbesondere ist das Rückenteil gegen hohe auftretende Scherkräfte zuverlässig gesichert. Das Anlösen und das Abtrennen des Rückenfleisches von dem Rückenteil führt zu einer mechanischen Beanspruchung, die Fixierung auf dem Halteelement verhindert jedoch eine Positionsänderung.

Eine bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Schneidmittelanordnung vorgelagert eine Andrückeinrichtung mit einem Andrückelement angeordnet ist, die eingerichtet ist, das aufgenommene Rückenteil mit dem Andrückelement von der Körperaußenseite auf dem Halteelement anzudrücken. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Rückenteile vor dem Anlösen mittels der ersten Schneidmittelanordnung jeweils an derselben Stelle auf den Halteelementen angeordnet sind. Dies führt zu gleichmäßigen Ergebnissen bei der Rückenfleisch gewinnung und verringert Fehlschnitte, was zu unerwünschtem Ausschuss führt. Die Andrückeinrichtung ist weiter bevorzugt während des Vorgangs der Positionierung bzw. der Fixierung des Rückenteils auf dem Halteelement angeordnet, um eine zuverlässige und gewünschte Positionierung des Halteelements zu unterstützen. Der Einsatz einer Andrückeinrichtung unterstützt zudem reproduzierbare und möglichst konstante Ergebnisse bei der Rückenfleischgewinnung, da hiermit die Rückenteile vorzugsweise mit einem einheitlichen Andrückdruck auf den Halteelementen angeordnet werden. Durch die Andrückeinrichtung wird zudem der Ablauf der Positionierung der Rückenteile auf den Halteelementen erleichtert, da die Rückenteile nur auf den Halteelementen aufgelegt werden müssen und anschließend automatisch durch das Andrückelement positionierbar sind. Auf diese Weise sind derartige Vorrichtung mit einer Andrückeinrichtung für einen automatisierten Betrieb geeignet und ermöglichen dadurch einen höheren Durchsatz an Rückenteilen.

Die Andrückeinrichtung ist besonders bevorzugt im Bereich der Bestückung der Vorrichtung mit Rückenteilen angeordnet, das heißt vor der kraft- und / oder formschlüssigen Anordnung des Rückenteils. Das Andrückelement ist vorzugsweise federnd gelagert ausgebildet, um das Rückenteil gleichmäßig und insbesondere mit einer maximal einstellbaren Kraft auf dem Halteelement anzudrücken.

Eine vorteilhafte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass das Halteelement derart ausgebildet ist, dass das Rückenteil oder Teile davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke mit der Halsseite voraus auf dem Halteelement anordenbar ist. Aufgrund der komplexen Geometrie der Rückenteile wird durch die halsseitige Anordnung der Rückenteile auf dem Halteelement sichergestellt, dass der nachgeordnete Einschnitt mittels der ersten Schneidmittelanordnung ein zuverlässiges Lösen des Rückenfleisches vornimmt. Die Halsseite des Rückenteils von Geflügel schlachtkörpern ist in der Regel schmaler als die Hüftseite und der hüftseitige Bereich umfasst regelmäßig den höheren Rückenfleischanteil. Bei der halsseitigen Anordnung des Rückenteils auf dem Halteelement erfolgt somit der Einschnitt mittels der ersten Schneidmittelanordnung ausgehend vom schmaleren hin zum breiteren Bereich. Auf diese Weise können die Anlösemittel über den gesamten Verlauf des Rückenteils sicher geführt werden, wodurch zudem eine hohe Ausbeute erfolgt. Die Rippenbögen von Geflügel verlaufen naturgemäß in der Regel geneigt, das heißt bogenförmig, so dass das mindestens eine Anlösemittel entlang der Rippen verläuft und vorzugsweise dergestalt ausgebildet ist.

In einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die erste Schneid mittelanordnung, insbesondere das mindestens eine Anlösemittel, mittels eines Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet. Auf diese Weise erfolgt ein gleichmäßiges Anlösen mittels der Schneidmittel der ersten Schneidmittelanordnung, da bei zu hohem Krafteintrag das mindestens eine Anlösemittel gegen die Federkraft ausweicht. Dies verhindert möglicherweise auftretende Beschädigungen an Teilen der Vorrichtung sowie an den Rückenteilen, insbesondere an dem Rippengerüst, wodurch die Gefahr von auftretenden Verunreinigungen, beispielsweise Knochensplittern, vermieden wird. Ferner schneidet das Anlösemittel auf diese Weise über den gesamten Verlauf des Rückenteils möglichst nah an dem Rippengerüst ein, was zu hohen Ausbeuten führt. Das mindestens eine Anlösemittel kann mittels des Federelements weiter bevorzugt derart federnd gelagert sein, dass das mindestens eine Anlösemittel im Bedarfsfall, beispielsweise bei einer Behinderung durch Knochenteile, senkrecht zur Transportrichtung T ausweichbar ausgebildet und eingerichtet ist.

Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneidmittelanordnung aus einem Paar zumindest im Wesentlichen gegenüberliegender Anlösemittel gebildet ist, wobei die Anlösemittel zu beiden Seiten der Transportstrecke angeordnet sind, derart, dass zwischen den beiden Anlösemitteln im Bereich der Mittelachse M ein Spalt A zum Aussparen der Wirbelsäule durch die einander gegenüberliegenden Anlösemittel gebildet ist. Die Größe des Spaltes A ist vorzugsweise zwischen den Anlösemitteln einstellbar ausgebildet ist. Weiter bevorzugt liegt der Abstand des Spaltes A im Bereich zwischen 2 und 24 Millimeter. Durch das Paar von Anlösemitteln wird das naturgemäß durch die Wirbelsäule getrennte Rückenfleisch gleichmäßig und zuverlässig eingeschnitten, wodurch vorzugsweise nur ein einzelner Bearbeitungsschritt des Lösens notwendig ist, was zu einer effizienten Bearbeitung des Rückenteils beiträgt. Rückenteile sind im Wesentlichen symmetrisch aufgebaut, weshalb vorzugsweise die Anlösemittel ebenfalls einen symmetrischen Aufbau zueinander aufweisen.

Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Anlösemittel eine gebogene Form aufweisen und ausgebildet sind, das Rückenteil oder Teile davon in Verlauf der Transportrichtung T von der Halsseite ausgehend einzuschneiden und das Rückenteil oder Teile davon an der Hüftseite wieder zu verlassen, wobei die Anlösemittel das Rückenfleisch entlang des Rippengerüstes ablösen. Die gebogene Form der Anlösemittel korrespondiert bevorzugt mit der natürlichen Form des Rippengerüstes von Geflügel, wodurch eine hohe Ausbeute des abtrennbaren Rückenfleisches erzielbar ist. Die Größe und Neigung der jeweiligen Form der Anlösemittel ist von dem zu bearbeitenden Rückenteil abhängig, insbesondere von der Art des Geflügels. Die Anlösemittel sind besonders bevorzugt in der Größe und der Anordnung derart gewählt, dass diese möglichst nah oberhalb der Rippenbögen, von der Körperaußenseite des Rückenteils ausgehend, anlösen, bzw. je nach Ausgestaltung des Anlösemittels einschneiden. Auf diese Weise erfolgt eine möglichst hohe Ausbeute an Rückenfleisch.

In einerweiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eines der Anlösemittel in der Höhe relativ zu dem Halteelement und / oder in dem Abstand zu der Mittelachse M einstellbar. Durch die Einsteilbarkeit ist das mindestens eine Anlösemittel exakt an die jeweiligen Vorgaben des zu bearbeitenden Rückenteils des Geflügelschlachtkörpers einstellbar, insbesondere sind bei unterschiedlichen Arten von zu verarbeitendem Geflügel, unterschiedliche Höheneinstellungen vorzunehmen. In einerweiter bevorzugten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung mindestens eine Sensoreinrichtung, um die Dimensionen und / oder Geometrie des Rückenteils zu erfassen, um die erste und / oder zweite Schneidmittelanordnung, bzw. das mindestens eine Anlösemittel, entsprechend der erfassten Daten in der Höhenan ordnung und / oder in dem Abstand zu der Mittelachse M einzustellen und auszurichten.

Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das mindestens eine Trennmesser zum vollständigen Abtrennen des Rückenfleisches zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule ausgebildet und eingerichtet ist.

Da der Einschnitt der Anlösemittel vorzugsweise entlang der Rippenbögen erfolgt, ist der Bereich der Wirbelsäule in der Regel ausgespart, wodurch in diesem Bereich weiterhin eine Verbindung des Rückenfleisches mit dem Rückenteil besteht. Das mindestens eine Trennmesser schneidet dabei das eingeschnittene und gelöste Rückenfleisch von den verbliebenen Verbindungen mit dem Rückenteil ab, wodurch das Rückenfleisch im Wesentlichen vollständig abtrennbar ist. Durch das Abtrennen des Rückenfleisches mittels des mindestens einen Trennmessers entlang der Wirbelsäule, erfolgt somit ein zuverlässiges und ausbeuteeffizientes Trennen des Rückenfleisches von dem Rückenteil.

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das mindestens eine Trennmesser in der Höhe relativ zu dem Halteelement einstellbar ausgebildet und eingerichtet. Durch die Einsteilbarkeit ist das mindestens eine Trennmesser exakt an die jeweiligen Vorgaben des zu bearbeitenden Rückenteils des Geflügelschlacht körpers einstellbar, insbesondere sind bei unterschiedlichen Arten von zu verarbeitenden Geflügel, unterschiedliche Höheneinstellungen vorzunehmen. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung mindestens eine Sensoreinrichtung, um die Dimensionen und / oder Geometrie des Rückenteils zu erfassen, um die erste und / oder zweite Schneidmittelanordnung, bzw. das mindestens eine Trennmesser, entsprechend der erfassten Daten in der Höhenanordnung und / oder in dem Abstand zu der Mittelachse M einzustellen und auszurichten.

Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Trennmesser mittels eines Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet ist. Auf diese Weise erfolgt ein gleichmäßiges Anlösen mittels der Schneidmittel der zweiten Schneidmittelanordnung, da bei zu hohem Krafteintrag das mindestens eine Trennmesser gegen die Federkraft ausweicht. Dies verhindert möglicherweise auftretende Beschädigungen an Teilen der Vorrichtung sowie an den Rückenteilen, insbesondere an der Wirbelsäule, wodurch die Gefahr von auftretenden Verunreinigungen, beispielsweise durch Knochensplitter, vermieden wird. Ferner schneidet das mindestens eine Trennmesser auf diese Weise über den gesamten Verlauf des Rückenteils möglichst nah an der Wirbelsäule ein, was zu hohen Ausbeuten führt. Das mindestens eine Trennmesser kann mittels des Federelements weiter bevorzugt derart federnd gelagert sein, dass das mindestens eine Trennmesser im Bedarfsfall, beispielsweise bei einer Behinderung durch Knochenteile, senkrecht zur Transportrichtung T ausweichbar ausgebildet und eingerichtet ist.

In einerweiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das mindestens eine Trennmesser v-förmig ausgebildet. Auf diese Weise ist ein komfortabler Trennschnitt in das Rückenteil möglich, wodurch das Rückenfleisch möglichst ausbeuteeffizient gewonnen werden kann. Ferner entspricht das mindestens eine v-förmige Trenn messer der Kontur der Wirbelsäule des Rückenteils bzw. der Form des Notariums, dem Knochenstab der miteinander verschmolzenen Brustwirbel, was zu einem verringerten Verschleiß des Trennmessers führt und auf der anderen Seite der Beschädigung von Bereichen des Rückenteils vorbeugt. Die v-Form kann ferner auch eine u-Form oder dergleichen aufweisen, sofern ein Abtrennen des Rückenfleisches im Bereich der Wirbelsäule, mit Aussparung dieser, gegeben ist. Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Transportförderer ein Obertrum und ein Untertrum aufweist, wobei die erste Schneidmittelanordnung und / oder die zweite Schneidmittelanordnung im Bereich des Untertrums angeordnet ist. Durch die Gestaltung des Transportförderers in einen Obertrum und einen Untertrum wird beim Gewinnen des Rückenfleisches die Schwerkraft ausgenutzt, indem die erste und / oder die zweite Schneidmittelanordnung im Bereich des Untertrums angeordnet sind, da nach dem Lösen und / oder dem Abtrennen das Rückenfleisch durch die Schwerkraft von dem auf dem Halteelement fixierten Rückenteil beabstandet, wodurch das Entfernen erleichtert wird. Ferner ermöglicht die Untergliederung in einen Obertrum und einen Untertrum eine platzsparende Anordnung der Vorrichtung.

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist zumindest bereichsweise entlang der Transportstrecke in Transportrichtung T mindestens eine Abführeinrichtung zum Abführen des abgetrennten Rückenfleisches und / oder des von dem Rückenfleisch befreiten Rückenteils oder Teilen davon angeordnet, insbesondere unterhalb der ersten Schneidmittelanordnung und / oder unterhalb der zweiten Schneidmittelanordnung. Die Abführeinrichtung ermöglicht auf einfache Art und Weise, das gewonnene, abgetrennte Rückenfleisch abzuführen und gegebenenfalls automatisiert weiteren Bearbeitungsstation zuzuführen. Die Abführeinrichtung ist vorzugsweise als Transportband oder Förderband ausgebildet, weiter bevorzugt als Greifelement.

Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil oder Teile davon mit der Körperinnenseite an dem Halteelement kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist, insbesondere nur im Bereich der Wirbelsäule und / oder des Rippengerüstes mit den Rippenpaaren. Das heißt, das Halteelement greift die Wirbelsäule und / oder das Rippengerüst im Bereich der Rippen und / oder im rippenfreien Bereich ein; die rippenfreien Bereiche werden auch als Zwischenräume des Rippengerüstes bezeichnet. Auf diese Weise erfolgt insbesondere zumindest durch die Fixierung an der Wirbelsäule ein Kraftschluss, zudem ist durch die Fixierung der Rippen ein kombinierter Formschluss gegeben. Es besteht alternativ die Möglichkeit, dass entweder nur ein Eingriff in die Wirbelsäule gegeben ist, ohne eine formschlüssige Verbindung mit dem Rippengerüst zu erzeugen, oder nur eine Anordnung des mindestens einen Halteelements in den freien Bereichen des Rippengerüstes vorzunehmen, um einen Formschluss zu erzeugen. Es ist somit sichergestellt, dass je nach Verwendungszweck des Halteelements eine zuverlässige Möglichkeit der sicheren Anordnung des Rückenteils gegeben ist. Die Art der Fixierung kann zudem von der Geflügelart sowie der Größe der jeweiligen Rückenteile abhängig sein. Ferner haben potentiell nachgeordnete Bearbeitungsstationen einen Einfluss auf die gewünschte Fixierung von Rückenteilen auf den Halteelementen, indem je nach Konstruktionsaufbau der Vorrichtung unterschiedliche Optionen der Fixierung möglich sind. Vorteilhafterweise erfolgt eine kraft- und formschlüssige lösbare Fixierung der Wirbelsäule sowie des Rippengerüstes. Weiter bevorzugt erfolgt die lösbare Fixierung entlang der gesamten Wirbelsäule, die in dem Rückenteil verblieben ist.

In einerweiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst das Halteelement mindestens einen Haltezahn, der ausgebildet und eingerichtet ist, kraft- und / oder formschlüssig mit dem Rückenteil im Bereich der Wrbelsäule und / oder des Rippengerüstes mit den Rippenpaaren in Wrkverbindung zu stehen. Der mindestens eine Haltezahn ermöglicht situativ eine zuverlässige Fixierung des Rückenteils. Der mindestens eine Haltezahn übernimmt dabei eine Doppelfunktion, indem einerseits ein kraftschlüssiger Eingriff denkbar ist, indem die Wrbelsäule und / oder zumindest eines Bereiches der Rippen gehalten werden und andererseits eine formschlüssige Fixierung des Rückenteils erfolgt, indem der mindestens eine Haltezahn zwischen zwei Rippen angeordnet ist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der mindestens eine Haltezahn steuerbar, das heißt um eine Achse schwenkbar, ausgebildet. Besonders bevorzugt umfasst das Halteelement zwei bis zehn unabhängige oder verbundene Haltezähne, die in zwei Reihen gegenüberliegend jeweils schwenkbar angeordnet sind.

Gemäß einerweiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das Halteelement mindestens ein Auslöseelement, wobei das Auslöseelement mit mindestens einem der Haltezähne derart in Wrkverbindung steht, dass das Auslöseelement ein Lösen des auf dem Halteelement angeordneten und mittels des mindestens einen Haltezahns fixierten Rückenteils ermöglicht. Das Auslöseelement stellt eine komfortable Option dar, ein Lösen des mindestens einen Haltezahns zu ermöglichen. Das Auslöseelement ist dabei vorzugsweise derart ausgebildet, dass es manuell und / oder maschinell, insbesondere automatisiert, betätigbar ist. Dies ermöglicht eine Integration der Halteelemente in einen automatisierten Prozess, wobei das Auslöseelement eine Steuerung und automatisches Be- und Entstücken mit Rückenteilen ermöglicht. Das Auslöseelement ist vorzugsweise als kreisförmiger Gegenstand ausgebildet, insbesondere als Laufrad, um zumindest bereichsweise mit einer Führungsschiene in Wirkverbindung zu stehen, um eine Führung des Auslöseelements vorzunehmen.

Eine vorteilhafte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorrichtung ein Eingriffselement umfasst, das ausgebildet und eingerichtet ist, zusammen mit dem Auslöseelement des Halteelements einzuwirken, um im Bedarfsfall ein Lösen des angeordneten Rückenteils von dem Halteelement auszuführen, indem der mindestens eine Haltezahn gelöst wird. Dies ermöglicht beispielsweise den automatisierten und kontinuierlichen Betrieb der Vorrichtung, wodurch eine effiziente und ressourcenschonende Verarbeitung von Rückenteilen erfolgt. Das Eingriffselement kann vorzugsweise eine Führungsschiene oder eine Kurvenbahn sein. Die Laufräder des Auslöseelements sind vorzugsweise in dem Eingriffselement führbar, um je nach Verlauf des Eingriffselements ein Auslösen oder Schließen bzw. Fixieren des Halteelements bzw. des Rückenteils herbeizuführen.

Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren gelöst, wobei das Rückenteil eine Wrbelsäule oder Teile davon und ein Rippengerüst mit zumindest vertebralen Rippenpaaren oder Teilen davon umfasst, und wobei das Rückenfleisch mindestens ein Schulterblatt beinhaltet, umfassend die Schritte: Bereitstellen der zu bearbeitenden Rückenteile oder Teilen davon auf einem entlang einer Transportstrecke mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer mit einer Antriebseinheit und einem Transportelement, kraft- und / oder formschlüssiges Positionieren der zu fördernden Rückenteile oder Teilen davon auf mindestens einem an dem Transportelement angeordneten Halteelement, Transportieren des Rückenteils oder Teilen davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke, Führen des Rückenteils oder Teilen davon entlang einer der Transportstrecke im Bereich des Transportelements angeordneten ersten Schneidmittelanordnung mit mindestens einem Anlösemittel, Lösen des Rückenfleisches zumindest im Wesentlichen bereichsweise entlang des Rippengerüstes mittels des mindestens einen Anlösemittels, Führen des Rückenteils oder Teilen davon mit dem eingeschnittenen Rückenfleisch entlang einer der Transportstrecke in Transportrichtung T der ersten Schneidmittelanordnung nachgeordneten im Bereich des Transportelements angeordneten zweiten Schneidmittelanordnung mit mindestens einem Trennmesser, zumindest bereichsweises Abtrennen des Rückenfleisches zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird im Zusammenhang mit dem erfindungs gemäßen Verfahren auf die bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Detail geschilderten Vorzüge verwiesen. Diese gelten in analoger Weise auch für das im Folgenden angegebene erfindungsgemäße Verfahren.

Eine Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil vor, während und / oder nach dem kraft- und / oder formschlüssigen Positionieren auf dem Halteelement mittels einer ein Andrückelement aufweisenden Andrückeinrichtung von der Körper außenseite auf das Halteelement angedrückt wird.

Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Rückenteil oder Teile davon in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke mit der Halsseite voraus auf dem Halteelement transportiert wird.

In einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das Rückenteil oder Teile davon mittels eines Paars gegenüberliegender Anlösemittel in Verlauf der Transportrichtung T von der Halsseite ausgehend eingeschnitten und die Anlösemittel das Rückenteil oder Teile davon an der Hüftseite wieder verlassen, wobei das Rückenfleisch durch die Anlösemittel entlang des Rippengerüstes abgelöst wird.

Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitung durch die erste Schneidmittelanordnung und / oder durch die zweite Schneidmittelanordnung im Bereich eines Untertrums des Transportförderers erfolgt.

Gemäß einerweiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das abgetrennte Rückenfleisch und / oder das von dem Rückenfleisch befreite Rückenteil oder Teile davon mittels mindestens einer zumindest bereichsweise entlang der Transportstrecke angeordneten Abführeinrichtung, insbesondere unterhalb der ersten Schneidmittelanordnung und / oder unterhalb der zweiten Schneidmittelanordnung, abgeführt.

Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenteil oder Teile davon mit der Körperinnenseite an dem Halteelement kraft- und / oder formschlüssig, insbesondere nur im Bereich der Wrbelsäule und / oder des Rippengerüstes mit den Rippenpaaren, gehalten wird. Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Rückenteil oder Teile davon mittels mindestens einem das Halteelement umfassenden Haltezahn mit dem Rückenteil oder Teilen davon kraft- und / oder formschlüssig im Bereich der Wirbelsäule und / oder des Rippengerüstes mit den Rippenpaaren in Wirkverbindung steht.

Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Abtrennen des Rückenfleisches, mindestens ein Schulterblatt oder Teile davon in dem Rückenfleisch verbleibt.

Besonders bevorzugt wird das Verfahren mit einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 ausgeführt.

Die sich daraus ergebenden Vorteile und Effekte wurden bereits im Zusammenhang mit der Vorrichtung beschrieben, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auf die vorstehenden Passagen verwiesen wird.

Weitere zweckmäßige und / oder vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen zur Vorrichtung und zum Verfahren ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Besonders bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung sowie das Verfahren werden anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in perspektivischer Ansicht,

Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Rückenteils eines Geflügelschlachtkörpers in perspektivischer Ansicht,

Fig. eine schematische Detailansicht einer ersten und einer zweiten Schneidmittelanordnung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung,

Fig. 4 eine schematische Detailansicht einer Andrückeinrichtung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung, Fig. eine schematische Seitenansicht der in Fig. 4 gezeigten Andrückeinrichtung, und

Fig. 6 eine schematische Darstellung eines Halteelements in perspektivischer Ansicht.

Anhand der vorgenannten Figuren werden die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie das erfindungsgemäße Verfahren beschrieben. Zur Vermeidung von Wiederholungen gelten die gemachten Ausführungen zur Vorrichtung auch für das erfindungsgemäße Verfahren, so dass im Folgenden nur zu ausgewählten Aspekten des erfindungsgemäßen Verfahrens, losgelöst von der erfindungsgemäßen Vorrichtung, Ausführungen gemacht werden.

Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung ist zum Gewinnen von Rückenfleisch aus Rückenteilen von Geflügelschlachtkörpern ausgebildet und eingerichtet. Die Erfindung bezieht sich in gleicher Weise auf Vorrichtungen, mit denen Fleischbereiche von Tierkörpern gewonnen werden sollen, beispielsweise Fische oder Teile davon bzw. Hälften von Fischkörpern, die mit ihrem Knochengerüst auf einem erfindungsgemäßen Halteelement der Vorrichtung positionierbar sind.

Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung 10 ist ausgebildet und eingerichtet zum Gewinnen von Rückenfleisch 11 oder Teilen davon aus Rückenteilen 12 oder Teilen davon von - in den Figuren nicht gezeigten - Geflügelschlachtkörpern mit einer Halsseite 13 und einer Hüftseite 14 sowie einer Körperaußenseite 15 und einer Körperinnenseite 16, wobei das Rückenteil eine Wirbelsäule 17 oder Teile davon und ein Rippengerüst 18 mit zumindest vertebralen Rippenpaaren 19 oder Teilen davon umfasst, und wobei das Rückenfleisch 11 insbesondere mindestens ein - in den Figuren nicht gezeigtes - Schulterblatt beinhaltet, umfassend einen zum Transportieren der Rückenteile 12 oder Teilen davon entlang einer Transportstrecke 20 mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer 21 mit einer Antriebseinheit 22 und einem Transportelement 23 zur Förderung mindestens eines an dem Transportelement 23 angeordneten Halteelements 24 zum Aufnehmen des Rückenteils 12 oder Teilen davon während des zumindest bereichsweisen Transports entlang der Transportstrecke 20, eine entlang der Transportstrecke 20 im Bereich des Transportelements 23 angeordnete erste Schneidmittelanordnung 25 mit mindestens einem Anlösemittel 26 zum zumindest bereichsweisen Anlösen des Rückenfleisches 11 im Wesentlichen entlang des Rippengerüstes 18, eine entlang der Transportstrecke 20 in Transportrichtung T der ersten Schneidmittelanordnung 25 nachgeordnete im Bereich des Transportelements 23 angeordnete zweite Schneidmittelanordnung 27 mit mindestens einem Trennmesser 28 zum zumindest bereichsweisen Abtrennen des eingeschnittenen Rückenfleisches 11 oder Teilen davon zumindest im Wesentlichen entlang der Wirbelsäule 17, wobei das Halteelement 24 ausgebildet ist, derart, dass das Rückenteil 12 oder Teile davon an dem Halteelement 24 kraft- und / oder formschlüssig anordenbar ist.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird zunächst die Anatomie der mittels des mindestens einen Halteelements 24 anzuordnenden Rückenteile 12 mit dem zu gewinnenden Rückenfleisch 11 anhand von Fig. 2 im Detail beschrieben. Ferner sind in Fig. 1 und Fig. 4 Rückenteile 12 während des Vorgangs der Positionierung auf Halteelementen 24 dargestellt. Das Halteelement 24 ist insbesondere zum automatischen oder halbautomatischen Anordnen, Positionieren und Fixieren der Rückenteile 12 ausgebildet und eingerichtet. Neben den zuvor erwähnten anatomischen Bestandteilen, umfassen Rückenteile 12 regelmäßig weiterhin mindestens ein - in den Figuren nicht gezeigtes - Schulterblatt sowie mindestens eine Hautschicht, die die äußerste Schicht der Körperaußenseite 15 bildet. In den vorliegenden Figuren ist das Rückenteil 12 lediglich schematisch und stark vereinfacht dargestellt, ohne spezielle anatomische Besonderheiten der zuvor erwähnten Bestandteile im Detail abzubilden. Das Rückenteil 12 ist vereinfacht als symmetrisches Körperteil abgebildet, obwohl Naturprodukte derartige perfekt übereinstimmende Symmetrien in der Regel nicht aufweisen. Das auf dem Rückenteil 12 befindliche Rückenfleisch 11 ist vorwiegend über die Körperaußenseite 15 zugänglich und verläuft oberhalb des Rippengerüsts 18 sowie teilweise oberhalb der Wirbelsäule 17. Die Fixierung des Rückteils 12 auf den Halteelementen 24 erfolgt vorzugsweise nur über einen Eingriff in die Körperinnenseite 16, die Körperaußenseite 15 steht in keinem direkten Kontakt mit dem Halteelement 24. Der skelettierte Bereich des Rückenteils 12 umfasst vor allem die Wirbelsäule 17 und die Rippen, wobei die in dem Rückenteil 12 befindlichen Rippen in der Regel mit der Wirbelsäule 17 verbunden sind. Die Rippen treten normalerweise als Rippenpaare 19 auf, das heißt jeweils zwei Rippen verlaufen entlang der Wirbelsäule 17 im Wesentlichen symmetrisch zueinander, so dass zwei der Wirbelsäule 17 gegenüberliegende Rippen jeweils ein Rippenpaar 19 bilden. Die gesamten Rippen bzw. Rippenpaare 19 bilden das Rippengerüst 18. Insgesamt ist der tatsächliche Aufbau des Rückenteils 12, das heißt wie viele Rippenpaare 19 das Rückenteil 12 umfasst, für die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 sowie die Verwendung des Halteelements 24 nebensächlich, solange eine Anordnung mit der Körperinnenseite 16 mit dem Halteelement 24 möglich ist und sofern eine Bearbeitung mittels der ersten Schneidmittelanordnung 25 und der zweiten Schneidmittelanordnung 27 durchführbar ist. Vorteilhafterweise entspricht jedoch die Anzahl der Haltezähne 35 auf dem Halteelement 24 der Anzahl der Rippenpaare 19 oder der Rippenzwischen räume. Das mindestens eine Halteelement 24 ist derart ausgebildet und eingerichtet, das Rückenteil 12 von der Körperinnenseite 16 im Bereich der Hüftseite 14, das heißt mit den in diesem Bereich befindlichen Rippengerüst 18 und / oder dem Teil der Wirbelsäule 17 aktiv einzugreifen und zu fixieren, was in Fig. 4 während des Andrückvorgangs mittels der Andrückeinrichtung 29 vereinfacht dargestellt ist. Vereinfacht gesagt ist das jeweilige Halteelement 24 derart ausgebildet, dass es mit dem anzuordnenden Rückenteil 12 in der Gestaltung korrespondiert.

Die im Folgenden beschriebenen Merkmale und Weiterbildungen sowie Verfahrensschritte stellen für sich betrachtet oder in Kombination miteinander bevorzugte Ausführungsformen dar. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Merkmale und Verfahrensschritte, die in den Ansprüchen und / oder der Beschreibung und / oder der Zeichnung zusammengefasst oder in einer gemeinsamen Ausführungsform beschrieben sind, auch funktional eigenständig die weiter oben beschriebene Vorrichtung 10 sowie das weiter unten beschriebene Verfahren weiterbilden können.

We aus der Fig. 3 hervorgeht, ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen das Rückenfleisch 11 von dem Rückenteil 12 mittels der ersten Schneidmittelanordnung 25 nur einschneidbar bzw. nur lösbar und wird noch nicht vollständig abgetrennt. Der restliche noch nicht eingeschnittene bzw. gelöste Teil des Rückenfleisches11 verbleibt mit dem Rückenteil 12 verbunden und wird mittels der zweiten Schneidmittelanordnung 27 anschließend vollständig abgetrennt. Weiter bevorzugt kann anschließend das abgetrennte Rückenfleisch 11 auf - in den Figuren nicht gezeigten - Vorrichtungen weiterverarbeitet werden. We in den Fig. 1, 3, 4 und 5 dargestellt, werden besonders bevorzugt mehrere Halteelemente 24 mit jeweils angeordneten Rückenteilen 12 an dem Transportelement 23 des Transportförderers 21 angeordnet und auf der Vorrichtung 10 durch die jeweiligen Schneidmittelanordnungen 25, 27 kontinuierlich oder diskontinuierlich geführt. Die erste Schneidmittelanordnung 25 und / oder die zweite Schneidmittelanordnung 27 nehmen den Schneidevorgang insbesondere dadurch vor, dass der fortlaufenden Transport der Rückenteile 12 auf dem Transportelement 23 zu einem Auflaufen des Rückenteils 12 gegen eine Schneidkante 42 der jeweiligen Schneidmittel bzw. Messer, das heißt gegen das mindestens eine Anlösemittel 26 und gegen das mindestens eine Trennmesser 28, führt. Die erste Schneidmittelanordnung 25 und / oder die zweite Schneidmittelanordnung 27 bzw. deren Schneidmittel bzw. Messer sind mit deren Schneidkante vorzugsweise senkrecht zur Transportstrecke 20 ausgebildet und hierzu einstellbar.

Der Begriff Transportstrecke 20 bezieht sich auf die Strecke entlang der Vorrichtung 10, auf der die Einrichtungen zur Ver- bzw. Bearbeitung der Rückenteile 12 angeordnet sind oder sein können, und beschreibt letztlich einen dreidimensionalen Bereich, den die Rückenteile 12 beim Transportieren in Transportrichtung T zurücklegen bzw. passieren. Wenn eine Einrichtung zur Ver- bzw. Bearbeitung der Rückenteile 12 in der Transportstrecke 20 der Rückenteile liegt, z.B. die erste Schneidmittelanordnung 25 mit dem mindestens einen Anlösemittel 26 oder die zweite Schneidmittelanordnung 27 mit dem mindestens einen Trennmesser 28, steht das Rückenteil 12 beim Passieren dieser damit in Eingriff bzw. interagiert mit diesen. Die Transportrichtung T stellt den Verlauf der transportierten Halteelemente 24 auf dem Transportförderer 21 dar, und somit auch den Verlauf der jeweils geführten Rückenteile 12, wodurch auch die jeweiligen Bearbeitungsschritte an den Rückenteilen 12 vorgegeben werden. Bei einem kontinuierlichen Verlauf der Transportstrecke 20, wie es beispielsweise in Fig. 1 dargestellt ist, ändert sich, durch die Unterteilung der Vorrichtung 10 in einen Obertrum 33 und einen Untertrum 34, in der schematischen Darstellung die Transportrichtung T in Verlauf der Transportstrecke 20.

Vorzugsweise ist der ersten Schneidmittelanordnung 25 vorgelagert eine Andrückeinrichtung 29 mit einem Andrückelement 30 angeordnet, die eingerichtet ist, das aufgenommene Rückenteil 12 mit dem Andrückelement 30 von der Körperaußen seite 15 auf dem Halteelement 24 anzudrücken. Fig.4 und Fig. 5 zeigen die Andrückeinrichtung 29 jeweils mit dem Andrückelement 30. Das Andrückelement 30 ist dabei als flächiges Element ausgebildet, um ein möglichst gleichmäßiges Andrücken auf die Körperaußenseite 15 des Rückenteils 12 zu gewährleisten. Das Andrückelement 30 kann auch der Kontur der Körperaußenseite 15 des Rückenteils 12 entsprechen. Die Andrückeinrichtung 29 kann federnd gelagert ausgebildet sein. In Fig. 4 und Fig. 5 ist das Andrückelement 30 dazu mit zwei Zugfedern 31 versehen, was zu konstanten Andrückergebnissen führt. Die Andrückeinrichtung 29 unterstützt die Positionierung des Rückenteils 12 auf dem Halteelement 24, weshalb die Andrückein richtung 29, wie in Fig. 1, Fig. 4 und Fig.5 dargestellt ist, in dem Bereich der - in den Figuren nicht im Detail gezeigten - Aufnahme des Rückenteils 12 angeordnet ist. Das Andrückelement 30 der Andrückeinrichtung 29 drückt das Rückenteil 12 nach der Aufnahme auf das Halteelement 24 an und hält das Rückenteil 12 zumindest temporär in der Position auf dem Halteelement 24. Weiter bevorzugt sollte das Andrücken des Rückenteils 12 bzw. das Halten des Andrückens des Rückenteils mittels des Andrückelementes 30 zeitgleich zum Schließen und Fixieren des Halteelements 24 erfolgen, bzw. beim Eingriff der Haltezähne 35 in die rippenfreien Bereiche des Rückenteils 12.

Weiter bevorzugt ist das - in Fig. 6 im Detail dargestellte - Halteelement 24 derart ausgebildet, dass das - in Fig. 2 im Detail dargestellte - Rückenteil 12 in Transport richtung T entlang der Transportstrecke 20 mit der Halsseite 13 voraus auf dem Halteelement 24 anordenbar ist. Durch die Anordnung mit der Halsseite 13 voraus erfolgt der erste Einschnitt in das Rückenteil 12 mittels des mindestens einen Anlösemittels 26 der ersten Schneidmittelanordnung 25 in der Regel auch ausgehend von der Halsseite 13. Bei dem Lösevorgang verlassen die Anlösemittel 26 das Rückenteil 12 anschließend an der Hüftseite 14.

Die erste Schneidmittelanordnung 25, insbesondere das mindestens eine Anlösemittel 26, ist vorzugsweise mittels eines - in den Figuren nicht dargestellten - Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet ist. Das Federelement kann dabei vorzugsweise aus einer mechanischen Feder gebildet sein, beispielsweise einer Zugfeder, alternativ sind aber auch pneumatische Lösungen denkbar. Ferner ist die erste Schneidmittelanordnung 25 weiter bevorzugt aus einem Paar zumindest im Wesentlichen gegenüberliegender Anlösemittel 26 gebildet, wobei die Anlösemittel 26 zu beiden Seiten der Transportstrecke 20 angeordnet sind, derart, dass zwischen den beiden Anlösemitteln 26 im Bereich der Mittelachse M ein Spalt A zum Aussparen der Wirbelsäule 17 durch die einander gegenüberliegenden Anlösemittel 26 gebildet ist.

Wie in Fig. 3 dargestellt, weisen die Anlösemittel 26 vorzugsweise eine gebogene Form auf und sind ausgebildet, das Rückenteil 12 oder Teile davon in Verlauf der Transportrichtung T von der Halsseite 15 ausgehend einzuschneiden und das Rückenteil 12 oder Teile davon an der Hüftseite 16 wieder zu verlassen, wobei die Anlösemittel 26 das Rückenfleisch 11 entlang des Rippengerüstes 18 anlösen. Das Rückenfleisch 11 wird abgelöst, indem die Anlösemittel 26 einen flächigen Bereich des Rückenfleisches 11 oberhalb des Rippengerüstes 18 vollständig anlösen. Das Rückenfleisch 11 weist jedoch in der Regel weiterhin eine Verbindung mit dem Rückenteil 12 bzw. mit dem verbleibenden Rückenfleisch 11 im Bereich der Wirbelsäule 17 auf. Weiter bevorzugt ist mindestens eines der Anlösemittel 26 in der Höhe relativ zu dem Halteelement 24 und / oder in dem Abstand zu der Mittelachse M einstellbar. Die Anlösemittel 26 sind vorzugsweise starr entlang der Transportstrecke 20 angeordnet, so dass das auf dem Halteelement 24 angeordnete Rückenteil 12 durch die Anlösemittel 26 hindurchgeführt wird, wodurch das Anlösen erfolgt.

In der zweiten Schneidmittelanordnung 27 ist vorzugsweise das mindestens eine Trennmesser 28 zum vollständigen Abtrennen des Rückenfleisches 11 zumindest im Wesentlichen entlang der Wrbelsäule 17 ausgebildet und eingerichtet. Dafür wird das an den Halteelementen 24 angeordnete Rückenteil 12 entlang der Transportstrecke 20 geführt und in Eingriff mit dem Trennmesser 28 gebracht. In Fig. 3 ist das Trennmesser 28 über die gesamte Breite der Transportstrecke 20 angeordnet, um einen möglichst vollständigen Trennschnitt des Rückenfleisches 11 bereitzustellen. Das bereits gelöste bzw. eingeschnittene Rückenfleisch 11 wird mittels der Trennmesser 28 abgetrennt, indem das Trennmesser 28 das Rückenfleisch 11 möglichst nah entlang der Wrbelsäule 17 abtrennt. Dazu ist das Trennmesser 28 vorzugsweise starr entlang der Transportstrecke 20 angeordnet, so dass das auf dem Halteelement 24 angeordnete Rückenteil 12 durch das Trennmesser 28 hindurchgeführt wird, wodurch das Abtrennen erfolgt. Vorzugsweise ist das mindestens eine Trennmesser 28 in der Höhe relativ zu dem Halteelement 24 einstellbar ausgebildet und eingerichtet.

Vorzugsweise ist das mindestens eine Trennmesser 28 mittels eines - in den Figuren nicht gezeigten - Federelements gegen eine Federkraft ausweichbar ausgebildet. Das Federelement kann dabei vorzugsweise aus einer mechanischen Feder gebildet sein, beispielsweise einer Zugfeder, alternativ sind aber auch pneumatische Lösungen denkbar. Aus Fig. 3 geht zudem hervor, dass das mindestens eine Trennmesser 28 vorteilhafterweise v-förmig bzw. u-förmig 32 ausgebildet ist. Die v-Form bzw. u-Form 32 entspricht dabei im Wesentlichen der Kontur der Wirbelsäule 17 des Rückenteils 12, um beim Durchführen ein möglichst verlustfreies Abtrennen des Rückenfleisches 11 zu erzeugen. Fig. 1 zeigt, dass der Transportförderer 21 vorzugsweise ein Obertrum 33 und ein Untertrum 34 aufweist, wobei die erste Schneidmittelanordnung 25 und / oder die zweite Schneidmittelanordnung 27 im Bereich des Untertrums 34 angeordnet ist. Im Verlauf des Untertrums 34 wird das Rückenteil 12 auf dem Halteelement 24 in der Regel in der „Kopfüber-Position“ geführt, wodurch das Rückenfleisch 11 nach dem Vorgang des Abtrennens mittels der Schwerkraft selbstständig von dem Rückenteil 12 abfällt. Das abgetrennte Rückenfleisch 11 kann vorzugsweise über mindestens eine zumindest bereichsweise entlang der Transportstrecke 20 in Transportrichtung T angeordnete - in den Figuren nicht gezeigte - Abführeinrichtung abgeführt werden, die zum Abführen des abgetrennten Rückenfleisches 11 und / oder des von dem Rückenfleisch 11 befreiten Rückenteils 12 oder Teilen davon, insbesondere unterhalb der ersten Schneidmittelanordnung 25 und / oder unterhalb der zweiten Schneidmittel anordnung 27, ausgebildet und eingerichtet ist. Die Abführeinrichtung zur Abführung des Rückenfleisches 11 kann weiter bevorzugt quer in Verlauf der Transportrichtung T oder entlang der Transportrichtung T ausgebildet und eingerichtet sein.

Vorzugsweise ist das Rückenteil 12 oder Teile davon mit der Körperinnenseite 16 an dem Halteelement 24 kraft- und / oder formschlüssig anordenbar, insbesondere nur im Bereich der Wirbelsäule 17 und / oder des Rippengerüstes 18 mit den Rippenpaaren 19. Dazu umfasst das Halteelement 24, wie in der Fig. 6 dargestellt, mindestens einen Haltezahn 35, der ausgebildet und eingerichtet ist, kraft- und / oder formschlüssig mit dem Rückenteil 12 im Bereich der Wirbelsäule 17 und / oder des Rippengerüstes 18 mit den Rippenpaaren 19 in Wirkverbindung zu stehen. Wie in Fig. 5 dargestellt, ist hierzu das Halteelement 24 mit dem mindestens einen Haltezahn 35 in einer

Bestückposition 39 und in einer Klemmposition 38 ausführbar. In den vorliegenden Figuren umfasst das Halteelement 24 jeweils vier gegenüberliegend angeordnete Haltezähne 35, wobei in der Bestückposition 39 die Haltezähne 35 geöffnet sind, das heißt die gegenüberliegenden Haltezähne 35 sind beabstandet zueinander, um ein Rückenteil 12 auf dem Halteelement 24 mit der Körperinnenseite 16 aufzunehmen. In der Klemmposition 38, wie beispielsweise in der Fig. 6 gezeigt, sind die Haltezähne 35 im Wesentlichen abstandsfrei, wodurch ein Halten der Wirbelsäule 17 und / oder des Rippengerüstes 19 erfolgt. Im Folgenden wird das Verfahren näher beschrieben. Das Verfahren dient und eignet sich zum Gewinnen von Rückenfleisch 11 oder Teilen davon aus Rückenteilen 12 oder Teilen davon, nachfolgend auch pauschal nur als Rückenfleisch 11 bzw. Rückenteile 12 bezeichnet und ist in Fig. 1 dargestellt. Zum Gewinnen des Rückenfleisches 11 werden die Rückenteile 12 zunächst auf einem entlang einer Transportstrecke 20 mit einer Mittelachse M in Transportrichtung T eingerichteten Transportförderer 21 mit einer Antriebseinheit 22 und einem Transportelement 23 bereitgestellt. Die zu fördernden Rückenteile 12 werden kraft- und / oder formschlüssig auf mindestens einem an dem Transportelement 23 angeordneten Halteelement 24 positioniert. Dazu wird das Halteelement 24 mit den Haltezähnen 35 geöffnet, damit das Rückenteil 12 mit der Körperinnenseite 16 darin angeordnet wird und anschließend einerseits an der Wirbelsäule 17 mittels der Haltezähne 35 kraft schlüssig fixiert und andererseits durch den Eingriff der Haltezähne 35 in den rippenfreien Bereich des Rippengerüstes 18 formschlüssig fixiert. Es folgt ein Transportieren des Rückenteils 12 in Transportrichtung T entlang der Transportstrecke 20 und ein Führen des Rückenteils 12 entlang der Transportstrecke 20 im Bereich des Transportelements 23 angeordneten ersten Schneidmittelanordnung 25 mit mindestens einem Anlösemittel 26. Mittels des mindestens einen Anlösemittels 26 erfolgt ein Lösen des Rückenfleisches 11 zumindest im Wesentlichen bereichsweise entlang des Rippengerüstes 18. Durch den Weitertransport des Rückenteils 12 mit dem gelösten Rückenfleisch 11 kommt eine der ersten Schneidmittelanordnung 25 nachgeordnete zweite Schneidmittelanordnung 27 mit mindestens einem Trennmesser 28 mit dem Rückenteil 12 in Eingriff, wobei zumindest bereichsweise das Rückenfleisch 11 zumindest im Wesentlichen entlang der Wrbelsäule 17 abgetrennt wird.

We in Fig. 4 dargestellt, wird vorzugsweise das Rückenteil 12 vor, während und / oder nach dem kraft- und / oder formschlüssigen Positionieren auf dem Halteelement 24 mittels einer ein Andrückelement 30 aufweisenden Andrückeinrichtung 29 von der Körperaußenseite 15 auf das Halteelement 24 angedrückt.

Für ein praktikables Wechseln zwischen den Betriebspositionen des Halteelements 24, das heißt ein Wechseln zwischen der Bestückposition 39 und der Klemmposition 38, umfasst das Halteelement 24 vorzugsweise mindestens ein Auslöseelement 36, wobei das Auslöseelement 36 mit mindestens einem der Haltezähne 35 derart in Wrkver- bindung steht, dass das Auslöseelement 36 ein Wechseln von der Bestückposition 39 in die Klemmposition 38 einrichtet. We in Fig. 6 gezeigt, weist das Halteelement 24 vorzugsweise an zwei Seiten jeweils ein Auslöseelement 36 auf, die als stabförmige Verlängerung ausgebildet sein können. Ferner weist das Halteelement 24 vorzugsweise mindestens ein Federelement 37 auf, das derart unter Federkraft beaufschlagung vorspannbar eingerichtet ist, dass bei einem Aktivieren des Auslöseelements 36 das Halteelement 24 bzw. mindestens einer der Haltezähne 35 in die Bestückposition 39 überführbar ist, und bei einem Deaktivieren des Auslöse elements 36 das Halteelement 24 bzw. der mindestens eine Haltezahn 35 selbsttätig in die Klemmposition 38 überführbar ist.

Die Aktivierung des Auslöseelements 36 erfolgt bei den in den Figuren dargestellten Halteelementen 24, indem das Auslöseelement 36 in Verlauf einer Schwenkbewegung bewegt wird, wobei Kraft auf das Auslöseelement 36 eingebracht wird, die größer ist, als die Kraft des Federelements 37. Der Krafteintrag kann dabei grundsätzlich auf beliebige Art und Weise erfolgen. Durch den Krafteintrag erfolgt ein Wechsel von der Klemmposition 38 in die Bestückposition 39.

Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung 10 mindestens ein Eingriffselement 40, das ausgebildet und eingerichtet ist, zusammen mit dem Auslöseelement 36 des Halteelements 24 einzuwirken, um ein Wechseln zwischen der Bestückposition 39 und der Klemmposition 38 des mindestens einen Haltezahns 35 auszubilden. In Fig. 1 und Fig. 4 ist das Eingriffselement 40 als Bahnsteuerung, oder auch Kurvenbahn genannt, dargestellt, in der das Auslöseelement 36 zumindest bereichsweise führbar ist, wodurch der Krafteintrag zum Aktivieren des Auslöseelements 36 durch Veränderung der Führung des Auslöseelements 36 erfolgt, indem das Auslöseelement 36 in dem Eingriffselement 40 durch die Vorwärtsbewegung des Halteelements 24 zwangsgeführt wird. Je nach Verlauf der Bahnsteuerung des Eingriffselements 40 kann so eine bedarfsweise Steuerung des Eingriffselements 40 mit dem Auslöseelement 36 erfolgen. Für ein komfortables Führen des Auslöseelements 36 in dem Eingriffselement 40 ist das Auslöseelement 36 mit einem Laufrad 41 ausgebildet, das in dem Eingriffselement 40 führbar ist, wodurch der Krafteintrag auf das Auslöseelement 36 übertragbar ist. Das Auslöseelement 36 erlaubt auf diese Weise jeweils ein Wechseln der Haltezähne 35 bzw. des Halteelements 24 zwischen der Bestückposition 39 und der Klemmposition 38. Ein Eingriffselement 40 kann zudem vorzugsweise nach der zweiten

Schneidmittelanordnung 27 angeordnet sein, um das von dem Rückenfleisch 11 getrennte Rückenteil 12 aus dem Halteelement 24 zu entfernen, um im weiteren Verlauf ein erneutes Bestücken mit einem Rückenteil 12 vorzunehmen, wodurch ein kontinuierlicher Betrieb der Vorrichtung 10 zum Gewinnen von Rückenfleisch 11 gewährleistet ist.

Besonders bevorzugt wird das Verfahren mit einer Vorrichtung 10 nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 ausgeführt, wie sie zuvor in unterschiedlichen Ausführungsformen beschrieben wurden.