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Title:
DIURON-CONTAINING FRUIT THINNING AGENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/072752
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for thinning out fruits using 3-(3,4-dichlorphenyl)-1,1-dimethylurea (diuron) and calcium formate, and to fruit thinning agents containing diuron and calcium formate.

Inventors:
SAALFELD FRANK (DE)
SCHRAGE HEINRICH (DE)
Application Number:
PCT/EP2018/077294
Publication Date:
April 18, 2019
Filing Date:
October 08, 2018
Export Citation:
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Assignee:
LANXESS DISTRIB GMBH (DE)
International Classes:
A01N47/30; A01N37/02; A01N59/06; A01P21/00
Domestic Patent References:
WO2013174993A12013-11-28
WO2003020034A12003-03-13
WO2013174993A12013-11-28
Foreign References:
Other References:
O. ARAKAWA ET AL: "Flower thinning with calcium formate in apple trees", HORT. RES. JAPAN, vol. 1, no. 4, 1 January 2002 (2002-01-01), pages 259 - 262, XP055517722
S. HIRATSUKA ET AL: "Action mode of calcium formate as a chemical thinner on Japanese Pear flower", J. JAPAN SOC. HORT. SCI., vol. 71, no. 1, 1 January 2002 (2002-01-01), pages 62 - 67, XP055517731
GEORGE OUMA: "Fruit thinning with specific reference to citrus species : A review", AGRICULTURE AND BIOLOGY JOURNAL OF NORTH AMERICA, vol. 3, no. 4, 1 April 2012 (2012-04-01), pages 175 - 191, XP055184055, ISSN: 2151-7517, DOI: 10.5251/abjna.2012.3.4.175.191
J. AMER. SOC. HORT. SCI., vol. 115, no. 1, 1990, pages 14 - 19
DEL VALLE ET AL.: "Thinning of peaches prunus-persica by temporary inhibition of photosynthesis with terbacil", J. AM. SOC. HORT. SC., vol. 110, no. 6, 1985, XP009152252
Attorney, Agent or Firm:
DEBLON, Stephan (DE)
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Claims:
Patentansprüche

Mittel zur Fruchtausdünnung enthaltend

• mindestens 95 Gew.-% Wasser

• 0,0005 Gew.-% bis 0,0095 bevorzugt 0,015 Gew.-% bis 0,0080 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,0025 bis 0,0080 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 0,0050 bis 0,0080 Gew.-% Diuron

• 0,0001 Gew.-% bis 0,3 bevorzugt 0,005 Gew.-% bis 0,02 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,0010 bis 0,03 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 0,0020 bis 0,020 Gew.-% Calciumformiat.

Mittelkonzentrate enthaltend zumindest

• mehr als 0,2 Gew.-% bis 30 Gew.-% bevorzugt 0,5 Gew.-% bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 2 bis 20 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 12 bis 18 Gew. -% Diuron.

• 30 Gew.-% bis 70 Gew.-% bevorzugt 2 Gew.-% bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 2 Gew.-% bis 25 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 7 bis 15 Gew.-% an Calciumformiat

• Wasser wobei die Summe aus Wasser, Diuron und Calciumformiat 90 bis 100 Gew.-% beträgt, vorzugsweise 95 bis 100 Gew.-% und besonders bevorzugt 97 bis 100 Gew.-%.

Mittel zur Fruchtausdünnung nach Anspruch 1 oder Mittelkonzentrat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet dass das Gewichtsverhältnis von Diuron und Calciumformiat 1,0 :0,4 bis 1,0:3,0 vorzugsweise 1,0 :0,5 bis 1,0: 1,5 und ganz besonders bevorzugt 1,0 :0,5 bis 1,0: 1,0 beträgt.

Verfahren zur Fruchtausdünnung, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mittel gemäß einem der Ansprüche 1 oder 3 auf Pflanzenorgane aufgebracht wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fruchtausdünnung im 3 bis 30 mm Fruchtstadium, bevorzugt im 6 bis 30 mm- Fruchtstadium und besonders bevorzugt im 8 bis 17 mm- Fruchtstadium erfolgt.

6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass so viel Mittel zur Fruchtausdünnung ausgebracht wird, dass 0,025 bis 0,2 kg/ha, vorzugsweise 0,040 bis 0,15 kg/ha, besonders bevorzugt 0,050 bis 0,080 kg/ha an Diuron, vorzugsweise pro Anwendung ausgebracht werden.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl der Anwendungen eins bis sechs vorzugsweise eins, zwei oder drei, ganz besonders bevorzugt eins oder zwei beträgt.

Description:
Diuron enthaltende Fruchtausdünnungsmittel

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fruchtausdünnung unter Verwendung von 3-(3,4-Dichlorphenyl)-l,l-dimethylharnstoff (Diuron) und Formiate, wie insbesondere Calciumformiat, sowie Fruchtausdünnungsmittel enthaltend Diuron und Formiate, wie insbesondere Calciumformiat, die für den vorgenannten Zweck besonders geeignet sind.

Die Fruchtausdünnung gilt weithin als eine der wichtigsten Maßnahmen im Obstanbau, wobei unter Fruchtausdünnung die Reduktion der Fruchtzahl zu verstehen ist. Die Fruchtausdünnung erfolgt typischerweise entweder mechanisch maschinell oder manuell oder durch chemische Mittel.

Die Steuerung der Fruchtgröße, der Fruchtfarbe und/oder der Fruchtqualität sind Faktoren die erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben.

Weiterhin wird eine Verbesserung der Blütenansätze im Nachfolgejahr bzw. die Brechung und Verhinderung der Alternanz bei gefährdeten Sorten und in Junganlagen sowie die Vermeidung des Brechens überladener Äste, eine starke Erschöpfung des Baums und einer damit einhergehenden reduzierten Frosthärte des Baumes beobachtet.

In den meisten Anbauregionen ist eine manuelle Fruchtausdünnung aus Kostengründen prohibitiv. Die maschinelle Fruchtausdünnung ist nur begrenzt einsetzbar, da sie eine bestimmte Erziehungsform der Bäume erfordert, die Fruchtausdünnung nur an den, den Reihen zugewandten Ästen und nicht in der Tiefe des Baumes, sowie den Ästen in Reihenrichtung ausgeführt werden kann. Weiterhin wird typischerweise ein hohes Maß an Kollateralschäden an der Pflanze verursacht, wie Blattschäden und damit einhergehende mögliche Infektionen durch verschieden Krankheiterreger.

Die chemische Fruchtausdünnung ist daher vorteilhaft. Bekannte chemische Fruchtausdünnungsmittel wie Harnstoff und Ammoniumthiosulfat, die für diesen Zweck zum Beispiel in Deutschland nicht zugelassen sind, besitzen jedoch eine wenig zufriedenstellende Wirksicherheit und sind in den eingesetzten, notwendigerweise hohen Konzentrationen oft schlecht pflanzen verträglich. Auch andere Fruchtausdünnungsmittel sind in ihrer Wirkung und Pflanzenverträglichkeit nicht besonders praxistauglich, da abhängig vom Entwicklungsstand der Frucht und den klimatischen Bedingungen bei und nach der Applikation immer eine sehr stark ausgeprägte, sortenabhängige Wirkungsunsicherheit beobachtet wurde, wie z.B. 6- Benzyladenin.

Alle diese bekannten Fruchtausdünnungsmittel wirken über den Hormonhaushalt der Pflanze wie z.B. über die Pflanzenhormone Auxin und Ethylen beim Apfel. Dadurch bedingt werden mit den Mitteln oft unerwünschte Wirkungen beobachtet wie z.B. eine Minderwirkung bei niedrigen Konzentrationen, eine übermäßige Fruchtausdünnung bei ungünstigen Bedingungen zum Applikationszeitpunkt oder teilweise sogar die Förderung des Fruchtbehanges. Die in vielen Ländern eingesetzten Mittel aus der Gruppe der Carbamate wirken zudem als Insektizid und sind daher nur begrenzt einsetzbar.

Die Verwendung von die Photosynthese inhibierenden Wirkstoffen zur FruchtFruchtausdünnung wurde in J. Amer. Soc. Hort. Sei. 115(1): 14 - 19 (1990) bereits beschrieben. Die darin genannten Wirkstoffe haben aber bisher keine kommerzielle Anwendung als Fruchtausdünnungsmittel gefunden, da die Pflanzen Verträglichkeit z.B. bei Metribuzin unbefriedigend ist.

Aus WO 03/020034 A ist bekannt, ein Fruchtausdünnungsmittel enthaltend den die Photosynthese inhibierenden Wirkstoff Metamitron für Apfelbäume einzusetzen. Metamitron ist für sein pflanzenschädigendes Potential bekannt. Um Blattnekrosen zu vermeiden ist daher eine zeitlich und mengenmäßig sehr exakte Applikation erforderlich. Darüber hinaus ist Metamitron für die Fruchtausdünnung von Steinobstkulturen nicht geeignet.

H. Karnatz,„The toleance of the herbicide Diuron by golden Delicious Apple Trees, CAB Abstracts, 1970 ist bekannt Duiron bei Apfelbäumen als Herbizid einzusetzen. Die eingesetzten Mengen sind signifikant und betragen mehrere Kilogramm pro Hektar und Anwendung.

Aus G.I. Moss "Thinning ' Washington ' Navel and Xate Valencia ' sweet orange fruits with photosynthetic inhibitors" ist bekannt, die Fruchtbildung von Orangenbäumen mit der Gabe von 2500 ppm Diuron teilweise zu verhindern.

Aus Del Valle et al, „Thinning of peaches prunus-persica by temporary Inhibition of photosynthesis with terbaeü", J. Am. Soc. Hort. Sc, Vol. 110, Nr. 6, 1985 ist neben der Fruchtausdünnung mit Terbacil bekannt, Diuron zur Senkung der Photosyntheserate in Pfirsichblättern einzusetzen. Del Valle stellt allerdings fest, dass bei einem Gehalt von 1000 ppm Diuron Blattchlorosen entstehen und auch beim Einsatz von 100 ppm die Photosyntheserate bei Pfirsichen dauerhaft und damit unerwünscht auf einem niedrigen Niveau bleibt.

WO 2013/174993 A beschreibt Fruchtausdünnungsmittel enthaltend Diuron, die optional Formiate enthalten können. Mittel enthaltend Diuron aber keine Formiate werden beispielsgemäß in Mengen von 150 bis 600 ppm an Apfelbäumen mit gutem Erfolg eingesetzt.

Problematisch beim Einsatz von Mitteln enthaltend Photosynthesehemmer als Fruchtausdünnungsmittel ist generell die Ausbringung in einer Menge, die keine oder nur unwesentliche Pflanzen- bzw. Blattschäden verursacht ohne den Erfolg bei der Fruchtausdünnung zu riskieren.

Weiterhin ist wünschenswert, dass die vorgenannten Wirkungen auch bei Dosierungsbzw. Anwendungsfehlern insbesondere Überdosierungen der Endanwender bestehen bleiben und ein nachhaltiger Schaden an der Plantage in diesem Fall vermieden wird. Des Weiteren ist wünschenswert ein Fruchtausdünnungsmittel bereitzustellen, mit dem die Fruchtausdünnung so durchgeführt werden kann, dass möglichst keine Farbveränderungen an den erntereifen Früchten im Vergleich zur manuellen Ausdünnung auftritt und vorzugsweise auch bei Kernobst den obengenannten Anforderungen entspricht. Es bestand daher die Aufgabe verbesserte Fruchtausdünnungsmittel bereitzustellen, die hochwirksam, sowie einfach und sicher anwendbar sind.

Es wurde nun gefunden, dass bestimmte Fruchtausdünnungsmittel enthaltend Diuron und Calciumformiat besonders geeignet sind.

Von der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Fruchtausdünnung umfasst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Mittel enthaltend Diuron auf Pflanzenorgane aufgebracht wird. Weiterhin ist von der Erfindung die Verwendung von Mitteln enthaltend Diuron zur Fruchtausdünnung umfasst.

Die erfindungsgemäß Mittel, nachstehend synonym auch als anwendungsfertige Fruchtausdünnungsmittel bezeichnet, enthalten vorzugsweise

• mindestens 95 Gew.-% Wasser • 0,0005 Gew.-% bis 0,0095 bevorzugt 0,015 Gew.-% bis 0,0080 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,0025 bis 0,0080 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 0,0050 bis 0,0080 Gew.-% Diuron

• 0,0001 Gew.-% bis 0,3 bevorzugt 0,005 Gew.-% bis 0,02 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,0010 bis 0,03 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 0,0020 bis 0,020

Gew.-% Calciumformiat

Auf und sind von der Erfindung als solche ebenfalls umfasst.

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Rahmen der Erfindung alle beliebigen und möglichen Kombinationen der oben stehenden und im Folgenden aufgeführten, allgemeinen oder in Vorzugsbereichen genannten Komponenten, Wertebereiche, bzw. Verfahrensparameter umfasst.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zur Fruchtausdünnung in Steinobstkulturen und Kemobstkulturen, wobei Kernobstkulturen bevorzugt sind.

Bevorzugte Kemobstkulturen sind solche der folgenden Sorten: alle Apfelsorten wie z.B. Boskoop, Braebum, Cox Orange, Elstar, Gala, Gloster, Golden Delicious, Fuji, Kanzi, Jamba, James Grieve, Jonagold, Jonathan, Lobo, Mclntosh, Red Delicious, Spartan, alle Birnensorten wie z.B. Conference, Quitte und die asiatische Birne. Ganz besonders bevorzugt sind Apfelsorten, wie insbesondere die vorgenannten.

Bevorzugte Steinobstkulturen sind solche von Süß- und Sauerkirschen, Pfirsich, Aprikose und Pflaume.

Die Fruchtausdünnung erfolgt beispielsweise im 3 bis 30 mm Fruchtstadium, bevorzugt im 6 bis 30 mm- Fruchtstadium und besonders bevorzugt im 8 bis 17 mm- Fruchtstadium, insbesondere für die Kernobstkulturen, wobei die bevorzugten Kulturen in gleicher Weise gelten. Bei Süß- und Sauerkirschen erfolgt die Fruchtausdünnung beispielsweise im 3 bis 17 mm Fruchtstadium, oder auch von Blühbeginn bis Blühende sowie zum Zeitpunkt der B lüteninduktion.

Für das erfindungsgemäße Verfahren werden Mittel, insbesondere anwendungsfertige Fruchtausdünnungsmittel, enthaltend Diuron eingesetzt, die teilweise neu und dann ebenfalls Gegenstand der Erfindung sind. Die erfindungsgemäßen Fruchtausdünnungsmittel enthalten weiterhin gegebenenfalls noch Zusatzstoffe.

Weiterhin enthalten die erfindungsgemäßen Mittel noch andere Fruchtausdünnungswirkstoffe, Wachstumsregulatoren und andere weitere agrochemische Wirkstoffe oder jeweils nicht.

Für die nachstehend genannten Zusatzstoffe besteht jeweils unabhängig voneinander auch die Möglichkeit, dass sie nicht enthalten sind.

Als Zusatzstoffe können beispielsweise enthalten sein

• Hygroskopische Substanzen und/oder Feuchthaltemittel zur Regulierung der Feuchtigkeit: Hygroskopische Substanzen sind beispielsweise hygroskopische anorganische Salze wie zum Beispiel Calciumchlorid oder Calciumnitrat; Magnesiumchlorid oder Magnesiumnitrat. Geeignete Feuchthaltemittel sind beispielsweise organische Substanzen wie beispielsweise Glycerin, Polydextrose, Sorbit, Xylit, Propylenglykole, Polyethenylenglycole oder Gemische dieser Polyole.

• Grenzflächenaktive Stoffe, wie beispielsweise Tenside. Tenside können beispielsweise nichtionische, kationische und amphotere Tenside, vorzugsweise anionische Tenside sein. Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise Alkylsulfate, Alkylethersulfate, Alkylarylsulfonate, Alkylsuccinate, Alkylsulfosuccinate, N-Alkoylsarkosinate, Acyltaurate, Acylisethionate, Alkylphosphate, Alkyletherphosphate, Alkylethercarboxylate, Alpha- Olefinsulfonate, insbesondere die Alkali- und Erdalkalimetallsalze, z.B. Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, sowie Ammonium- und Triethanolamin- Salze. Die Alkylethersulfate, Alkyletherphosphate und Alkylethercarboxylate können jeweils beispielsweise zwischen 1 bis 10 Ethylenoxid- oder Propylenoxid-Einheiten, bevorzugt 1 bis 3 Ethylenoxideinheiten aufweisen. Geeignet sind zum Beispiel Natriumlaurylsulfat, Ammoniumlaurylsulfat, Natriumlaurylethersulfat, Ammoniumlaurylethersulfat, Natriumlaurylsarkosinat, Natriumoleylsuccinat, Ammoniumlaurylsulfo succinat, Natriumdodecy lbenzolsulfonat, Triethano lamindodecyl-benzo lsulfonat. Benetzungsmittel, wie beispielsweise Alkali-, Erdalkali-, Ammoniumsalze von aromatischen Sulfonsäuren, z.B. Lignin-, Phenol-, Naphthalin-und Dibutylnaphthalinsulfonsäure, sowie von Fettsäuren, Alkyl-und Alkylarylsulfonaten, Alkyl-, Laurylether-und Fettalkoholsulfaten, sowie Salze sulfatierter Hexa-, Hepta-und Octadecanole oder Fettalkoholglyco lethern, Kondensationsprodukte von sulfoniertem Naphthalin und seinen Derivaten mit Formaldehyd, Kondensationsprodukte des Naphthalins bzw. der Naphthalinsulfonsäuren mit Phenol und Formaldehyd,

Polyoxyethylenoctylphenolether, ethoxyliertes Isooctyl-, Octyl-oder Nonylphenol, Alky lpheno l-o der Tributy lpheny lpo lyglyco lether, Alky larylpo ly etheralkoho le , Isotridecylalkohol, Fettalkoholethylenoxid-Kondensate, ethoxyliertes Rizinusöl, Polyoxyethylenalkylether oder Polyoxypropylen,

Laurylalkoho lpo lyglyco letheracetat, Sorbitester, Lignin-Sulfitablaugen oder Methylcellulose.

Emulgatoren, wie beispielsweise Natrium-, Kalium-und Ammoniumsalze von gradkettigen aliphatischen Carbonsäuren der Kettenlänge C 12 -C 20 , Natriumhydroxyoctadecansulfonat, Natrium-, Kalium-und Ammoniumsalze von Hydroxyfettsäuren der Kettenlänge C 12 -C 20 und deren Sulfierungs-bzw. Acetylierungsprodukte, Alkylsulfate, auch als Triethanolaminsalze, Alkyl-(Cio- C 2 o)-sulfonate, Alkyl(Cio-C 2 o)-arylsulfonate, Dimethyldialkyl(C8-Ci8)- ammoniumchlorid, Acyl-, Alkyl-, Oleyl-und Alkylaryloxethylate und ihre Sulfierungsprodukte, Alkalisalze der Sulfobernsteinsäureester mit aliphatischen gesättigten einwertigen Alkoholen der Kettenlänge C 4 -C 16 , Sulfobernsteinsäure-4- Ester mit Polyethylenglykolethem von einwertigen aliphatischen Alkoholen der Kettenlänge C 10 -C 12 (Di-Natriumsalz), Sulfobernsteinsäure-4-Ester mit Polyethylenglykolnonylphenylether (Di-Natriumsalz), Sulfobernsteinsäure bis- cyclohexylester (Natriumsalz), Ligninsulfonsäure sowie deren Calcium-, Magnesium-, Natrium-und Ammoniumsalze, Polyoxyethylen-sorbitanmonooleat mit 20 Ethylenoxidgruppen, Harzsäuren, hydrierte und dehydrierte Harzsäuren sowie deren Alkalisalze, dodecyliertes Diphenyletherdisulfonsaures Natrium sowie Copolymere aus Ethylenoxyd und Propylenoxyd mit einem Mindestgehalt von 10 Gew.-% Ethylenoxid. Vorzugsweise werden als Emulgatoren verwendet: Natriumlaurylsulfat, Natriumlaurylethersulfat, ethoxyliert (3 Ethylenoxidgruppen); die Polyethylenglykol(4-20)ether des Oleylalkohols sowie die Polyethenoxid-(4- 14)ether von Nonylphenol.

Dispergiermittel, wie beispielsweise Alkylphenolpolyglycolether. Stabilisatoren, wie z.B. Cellulose und Cellulosederivate.

Haftmittel, wie Carboxymethylcellulose, natürliche und synthetische pulvrige, körnige oder latexfÖrmige Polymere verwendet werden, wie Gummiarabicum, Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat, sowie natürliche Phospholipide, wie Kephaline und Lecithine und synthetische Phospholipid sowie Paraffinöle.

Spreitmittel, wie beispielsweise Isopropylmyristat Polyoxyethylennonylphenylether und Polyoxyethylenlaurylphenylether.

Organische Lösungsmittel, wie beispielsweise ein- oder mehrwertige Alkohole, Ester, Ketone und Kohlenwasserstoffe. Beispiele für geeignete Lösungsmittel sind Paraffine, z.B. Erdölfraktionen, mineralische und pflanzliche Öle, Butanol oder Glykol sowie deren Ether und Ester, Ketone wie Aceton, Methylethylketon, Methylisobutylketon oder Cyclohexanon.

Duftstoffe und Farbstoffe, wie anorganische Pigmente, z.B. Eisenoxid, Titanoxid, Ferrocyanblau und organische Farbstoffe, wie Alizarin-, Azo- und Metallphthalocyaninfarbstoffe und Spurennährstoffe wie Salze von Eisen, Mangan, Bor, Kupfer, Kobalt, Molybdän und Zink.

Puffersubstanzen, Puffersysteme oder pH- Wert-Regulatoren.

Kristallisationsinhibitoren wie N-Alkyl-pyrrolidone, wie beispielsweise N-Octyl- pyrrolidon und N-Dodecylpyrrolidon, ferner Co-Polymerisate von Polyvinyl- pyrrolidon und Polyvinylalkohol, wie zum Beispiel das unter der Bezeichnung Luviskol VA 64^ (Fa. BASF) bekannte Polyvinylpyrrolidon / Polyvinylalkohol- Copolymerisat, weiterhin Alkylcarbonsaeure-dimethylamide, wie Decansaeure- dimethylamid oder das unter der Bezeichnung Hallcomid 1 ^ (Fa. Hall Comp.) bekannte C6-i2-Alkancarbonsaeure-dimethylamid-Gemisch, und ausserdem Co- Polymerisate von Ethylendiamin mit Ethylenoxid und Propylenoxid, wie zum Beispiel das unter der Bezeichnung Synperonic 1 ^ T 304 (Fa. Uniqema) bekannte Produkt. Andere Fruchtausdünnungswirkstoffe können beispielsweise ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus:

Metamitron, Carbaryl, 2-(l-Naphthylessigsaeure (NAA), Benzyladenin, Naphthyloxyessigsaeure (NES), Gibberillinsaeure, Paclobutrazol, Ammoniumthiosulfat und Harnstoff sowie Ethylenbildner wie Ethephon insbesondere bei schwer ausdünnbaren bzw. leicht alternierenden Apfelsorten wie Elstar oder Red Delicious.

Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel vorgenannte Fruchtausdünnungswirkstoffe jedoch nicht.

Als Wachstumsregulator kann beispielsweise Prohexadione-Calcium eingesetzt werden. Als weitere agrochemische Wirkstoffe können die Fruchtausdünnungsmittel beispielsweise Fungizide und Insektizide enthalten.

Fungizide können beispielsweise ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus: Schwefel (Netzschwefel), Kupferpräparaten, Benzimidazole, Bitertanol, Diehlo fluanid, Fenamidone, Fenarimol, Fenhexamid, Fludioxonil, Fluopyram, Fosetyl-aluminium, Iprodione, Myclobutanil, Penconazole, Triadimenol, Vinclozolin, Tolylfluanid (Euparen M(R)), Captan, Propineb, Tebuconazol Trifloxystrobin, Kresoxim-methyl, Dithianon, Cyprodinil, Pyrimethanil, Mancozeb (Dithane Ultra(R)) und Metiram.

Insektizide können beispielsweise ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus: Dimethoate, Oxydemeton-methyl, Malathion, Parathion-methyl, Phosphamidon, Permethrin, Amitraz, Clofentezin, Cyhalothrin, Beta-cyfluthrin, Fenproximate, Diflubenzuron, Methoxyfenozide, Tebufenozide, Imidacloprid, Thiacloprid, Thiametoxam, Spirodiclofen, Clofentezine, Fenoxycarb, Parathion-methyl, XenTari(R), Tebufenozide, Diflubenzuron, Pirimicarb, Tebufenpyrad, Fenpyroximate, Rapsoel, Mineraloel und Lecithin, wobei Imidacloprid und Thiacloprid besonders hervorgehoben seien. In einer Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel vorgenannte Fungizide und/oder Insektizide jedoch nicht.

Das Calciumformiat kann in die erfindungsgemäß einzusetzenden Mittel vorzugsweise in Form von Calciumformiat eingebracht werden. Der Begriff Calciumformiat ist erfindungsgemäß so zu verstehen, dass Calcium-Ionen und Formiat-Ionen gleichzeitig im erfindungsgemäß einzusetzenden Mittel vorliegen müssen. Für die Frage der Menge ist dabei die limitierende Komponente Formiat oder Calcium in Bezug auf die Formel von Calciumformiat Ca(HCOO) 2 heranzuziehen.

Daher ist neben dem bevorzugten Einsatz von Calciumformiat als solchem auch die Einbringung bzw. Gegenwart von Calciumformiat über verschiedene Salzkombinationen möglich die Calcium- und Formiat enthalten. Beispielsweise sind dies Kombinationen aus

1) Salzen, die ausgewählt sind aus der Gruppe der Alkalimetallformiate wie beispielsweise Kaliumformiat und Natriumformiat, Alkalimetalldiformate, wie beispielsweise Kaliumdiformiat und Natriumdiformiat oder Mischungen solcher Formiate mit 2) Salzen, die ausgewählt sind aus der GruppeCalciumsalze von organischen

Carbonsäuren mit Ausnahme von Calciumformiat, Calciumchlorid, Calciumnitrat.

Calciumformiat wird besonders bevorzugt eingesetzt weil es Probleme vermeidet, die mit den üblicherweise in agrochemischen Formulierungen verwendeten anderen Calciumsalzen gegebenenfalls auftreten können. So ist Calciumformiat z.B. nicht hygroskopisch oder durch alkalische Verunreinigungen (Ca(OH) 2 ) verunreinigt wie handelsübliches CaCl 2 sowie nicht so schwer wasserlöslich wie Calciumcarbonat. Calciumformiat enthaltende Formulierungen sind zudem besser regenfest als die üblicherweise verwendeten Calciumsalze (Nitrat, Carbonat und Chlorid).

Als Nebeneffekt von Calciumsalzen wird beobachtet dass die erfindungsgemäßen Mittel bei der Ausbringung von auf junge Pflanzenorgane (Blätter und Früchte) ausgebracht, gut geeignet sind Calcium-Mangelerscheinungen bei den Pflanzen und vor allem den Früchten wie beispielsweise Stippe bei Äpfeln zu vermeiden.

Überraschenderweise wurde im Rahmen der Erfindung weiterhin gefunden, dass Calciumformiat die Anfälligkeit der Pflanzenorgane in Bezug auf Phytotoxizität insbesondere bei Fehldosierung deutlich zu verringern vermag.

Weiterhin erlaubt insbesondere Calciumformiat gute Formulierbarkeit der erfindungsgemäß einzusetzenden und erfindungsgemäßen Mittel.

Die anwendungsfertigen Fruchtausdünnungsmittel werden vorzugsweise aus Mittelkonzentraten z.B. durch Vermischen von Wasser erhalten, um Herstellung, Lagerung und Transport zu vereinfachen. Mittelkonzentrate können in beliebiger Form formuliert sein. Geeignete Formulierungen sind beispielsweise Kapselsuspensionen (CS), Wasserlösliche Konzentrate (SL), Suspensionskonzentrate (SC), Spritzpulver (WP), Wasserdispergierbare Granulate (WG), wobei Wasserlösliche Konzentrate (SL), Suspensionskonzentrate (SC) und Wasserdispergierbare Granulate (WG) generell bevorzugt sind. Grundsätzlich sind bevorzugte Formulierungsarten im Wesentlichen abhängig von den eingesetzten Bestandteilen und ihren physikalischen Eigenschaften. Da diese jedoch bekannt sind, ist es für den Fachmann gängige Praxis, in wenigen Versuchen eine bevorzugte Formulierungsart zu ermitteln.

Mittelkonzentrate können beispielsweise enthalten

• Mehr als 0,2 Gew.-% bis 30 Gew.-% bevorzugt 0,5 Gew.-% bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 2 bis 20 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 12 bis 18 Gew.-% Diuron.

• 30 Gew.-% bis 70 Gew.-% bevorzugt 2 Gew.-% bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 2 Gew.-% bis 25 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 7 bis 15 Gew.- % an Calciumformiat

• Wasser

Wobei die Summe aus Wasser, Diuron und Calciumformiat 90 bis 100 Gew.-% beträgt, vorzugsweise 95 bis 100 Gew.-% und besonders bevorzugt 97 bis 100 Gew.-%.

Die Differenz zu 100 Gew.-%, wo präsent, können beispielsweise die oben genannten Zusatzstoffe und/oder weitere Fruchtausdünnungswirkstoffe und/oder Insektizide und/oder Herbizide bilden, vorzugsweise umfasst die Differenz zu 100 Gew.-%, wo präsent, jedoch die Zusatzstoffe, nicht jedoch weitere Fruchtausdünnungswirkstoffe, Insektizide und Herbizide.

Das Gewichtsverhältnis von Diuron und Calciumformiat in den erfindungsgemäßen Fruchtausdünnungsmitteln und Mittelkonzentrate beträgt beispielsweise 1,0 :0,4 bis 1,0:3,0 vorzugsweise 1,0 :0,5 bis 1,0: 1,5 und ganz besonders bevorzugt 1,0 :0,5 bis 1,0: 1,0.

Bezüglich der weiteren Bestandteile der Mittelkonzentrate neben Diuron wie Zusatzstoffe, andere Fruchtausdünnungsmittel, Wachstumsregulatoren und andere weitere agrochemische Wirkstoffe gelten die vorstehend gemachten Angaben für die anwendungsfertigen Fruchtausdünnungsmittel analog. Die Anwendung der anwendungsfertigen Mittel erfolgt nach üblichen Methoden, also zum Beispiel durch Spritzen, Gießen, Sprühen, Injizieren oder Streichen. Die Anwendung erfolgt vorzugsweise direkt auf die Pflanzenorgane, insbesondere auf Blätter und/oder Früchte.

Für das erfindungsgemäße Verfahren wird beispielsweise so viel an anwendungsfertigen Mitteln ausgebracht, dass 0,025 bis 0,2 kg/ha, vorzugsweise 0,040 bis 0,15 kg/ha, besonders bevorzugt 0,050 bis 0,080 kg/ha an Diuron, vorzugsweise pro Anwendung ausgebracht werden.

Die Zahl der Anwendungen kann beispielsweise eins bis sechs vorzugsweise eins, zwei oder drei betragen, ganz besonders bevorzugt eins oder zwei sein.

Die Erfindung besitzt den besonderen Vorteil, dass ein effizientes Fruchtausdünnungsmittel bereitgestellt wird, das ohne nennenswerte sonstige Pflanzenschädigungen eine gute Ausdünnungsleistung bei geringer Dosierung erlaubt und dabei Farbwerte von Früchten erlaubt, wie sie sonst allenfalls bei manueller Ausdünnung erreicht werden.

Beispiele

In einem Versuchsfeld, das mit Apfelbäumen der Sorte Braeburn Mariri Red M9 (Pflanzabstände 3,5 x 1,0 m) aus einer Pflanzung im Frühjahr 2006 bepflanzt war, wurden am Behandlungstermin 1 bei 10 mm Fruchtgröße der Königsblüte und zum Behandlungstermin 2 bei 10 mm Größe der letzten Blüten jeweils vier Parzellen zu je 5 Bäumen mit definierten Mengen der nachstehend definierten Mittel besprüht. Von den fünf Bäumen wurden jeweils 3 markierte Äste von 3 Bäumen mit einheitlicher Blühstärke nach den in nachstehenden Tabellen 1 angegebenen Kriterien sowie die 3 Bäume in toto nach den in Tabelle 2 angegebenen Kriterien ausgewertet. Die Behandlung erfolgte mit einer Aufwandmenge der anwendungsfertigen Mittel von 500 1/Wasser pro Hektar und Meter Kronenhöhe was hier 1000 1 pro Hektar entsprach.

Kontrollversuch 1 : Ohne Fruchtausdünnung

Handversuch 6: Fruchtausdünnung erfolgte ausschließlich manuell Versuche 2 und 3 : Die Fruchtausdünnung erfolgt mit den oben angegebenen Mengen an anwendungsfertigen Mitteln, die durch Mischung der unten angegebenen Mengen eines Suspensionskonzentrates enthaltend 808 g/1 Diuron, 50 g/1 Ethandiol, 34 g/1 Tenside und weitere Formulierungshilfsmittel sowie 380 g/1 Wasser erhalten wurden.

Versuch 4 und 5 Die Fruchtausdünnung erfolgt mit den oben angegebenen Mengen an anwendungsfertigen Mitteln, die durch Mischung der unten angegebenen Mengen eines Suspensionskonzentrates enthaltend 152 g/1 Diuron, 96 g/1 Calciumformiat, 5 g/1 Tenside und weitere Formulierungshilfsmittel sowie 857 g/1 Wasser erhalten wurden.

Versuch 2: 1,875 ml des Suspensionskonzentrates auf 10 1 Wasser (ca. 150 ppm), diese

Anwendung erfolgte zu oben beschriebenen Behandlungsterminen 1 und 2.

Versuch 3 : 1,875 ml des Suspensionskonzentrates auf 10 1 Wasser (ca. 150 ppm), diese

Anwendung erfolgte zu oben beschriebenen Behandlungstermin 1.

5,0 ml des Suspensionskonzentrates mit Calciumformiat auf 10 1 Wasser (ca. 75 ppm), diese Anwendung erfolgte zu oben beschriebenen Behandlungstermin 1. Versuch 5: 3,75 ml des Suspensionskonzentrates mit Calciumformiat auf 10 1 Wasser (ca. 56,25 ppm), diese Anwendung erfolgte zu oben beschriebenen Behandlungsterminen 1 und 2.

Tabelle 1: Auswertung von jeweils drei markierten Äste an drei Bäumen pro Parzelle

*Tox = Phytotoxizität, relative Skala