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Title:
FORMALDEHYDE-FREE AMINO OR AMIDE RESINS BASED ON A REACTIVE PROTECTIVE GROUP AND A DI- OR TRIALDEHYDE AS A CROSSLINKING AGENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/032733
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a formaldehyde-free amino resin or amide resin, comprising (i) the reaction of an amine or amide with a monoaldehyde that has at least 2 C atoms to form an intermediate product that has a reactive protective group on at least one amine group or amide group, said protective group being derived from the monoaldehyde, and (ii) the reaction of the intermediate product with a dialdehyde or trialdehyde to form a crosslinkable amino resin or amide resin. The invention further relates to an amino or amide resin obtainable using said method.

Inventors:
BÖRNER FRANK (DE)
JOBMANN MONIKA (DE)
HAHN MATHIAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2014/068568
Publication Date:
March 12, 2015
Filing Date:
September 02, 2014
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER GES ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E V (DE)
International Classes:
C08G12/32; C08G12/02; C08L61/20; C08L61/28
Foreign References:
US20040198908A12004-10-07
US20060185094A12006-08-24
US4888412A1989-12-19
CN102304337A2012-01-04
JPH07126596A1995-05-16
US20100247941A12010-09-30
Other References:
WANG S ET AL: "Succinaldehyde induced water resistance improvements of UF wood adhesives", HOLZ ALS ROHUND WERKSTOFF ; EUROPEAN JOURNAL OF WOOD AND WOOD PRODUCTS, SPRINGER, BERLIN, DE, vol. 55, no. 1, 1 February 1997 (1997-02-01), pages 9 - 12, XP019675542, ISSN: 1436-736X
DESPRES A ET AL: "Formaldehyde-free Aminoresin Wood Adhesives Based on Dimethoxyethanal", JOURNAL OF APPLIED POLYMER SCIENCE, WILEY, US, vol. 110, no. 6, 15 December 2008 (2008-12-15), pages 3908 - 3916, XP002628171, ISSN: 0021-8995, [retrieved on 20080919], DOI: 10.1002/APP.28936
Attorney, Agent or Firm:
MAIWALD PATENTANWALTS GMBH (DE)
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Claims:
Ansprüche

Ein Verfahren zur Herstellung eines Formaldehyd- freien Aminoharzes oder Amidharzes, umfassend

(i) die Umsetzung eines Amins oder Amids mit einem Monoaldehyd, der mindestens 2 C-Atome aufweist, unter Ausbildung eines

Zwischenprodukts, das an mindestens einer Amingruppe oder Amidgruppe eine reaktive Schutzgruppe aufweist, die sich aus dem Monoaldehyd ableitet, und

(ii) die Umsetzung des Zwischenprodukts mit einem Dialdehyd oder Trialdehyd unter Ausbildung eines vernetzbaren Aminoharzes oder Amidharzes

Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das vernetzbare Aminoharz oder Amidharz freie Aldehydgruppen aufweist.

Das Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Amin oder Amid einem Diamin, einem Diamid, einem Triamin, einem Triamid oder

Gemischen oder Kombinationen davon ausgewählt wird.

Das Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, wobei das Amin oder Amid ein Aminotriazin, Harnstoff, ein Harnstoffderivat, Thioharnstoff, ein

Thioharnstoffderivat, Iminoharnstoff, ein Iminoharnstoffderivat, ein

Cyanamid, ein Diaminoalkan, ein Diamidoalkan, ein Polyacrylamid, oder ein Gemisch dieser Verbindungen ist.

Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der

Monoaldehyd zusätzlich zu der Aldehydgruppe mindestens noch eine weitere funktionelle Gruppe aufweist. Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der

Monoaldehyd eine Aldehydcarbonsäure oder ein Salz der

Aldehydcarbonsäure, ein Alkoxyaldehyd, ein ungesättigter Aldehyd, heterocyclischer Aldehyd, oder ein Gemisch davon ist.

Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Amin ein Diamin oder das Amid ein Diamid ist und das molare Verhältnis des

Monoaldehyds zu den Amingruppen des Diamins oder den Amidgruppen des Diamids im Bereich von 0,2/2 bis 2/2 liegt; oder das Amin ein Triamin oder das Amid ein Triamid ist und das molare Verhältnis des Monoaldehyds zu den Amingruppen des Triamins oder den Amidgruppen des Triamids im Bereich von 0,5/3 bis 3/3 liegt

Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei in Schritt (i) zumindest eine Amingruppe des Amins oder eine Amidgruppe des Amids nicht mit dem Monoaldehyd unter Ausbildung einer reaktiven Schutzgruppe umgesetzt wird und somit für die Umsetzung mit dem Dialdehyd in Schritt (ii) zur Verfügung steht.

Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei ein wasserlöslicher Monoaldehyd eingesetzt wird, wenn das Amin oder Amid wasserunlöslich oder von geringer Wasserlöslichkeit ist, wobei der wasserlösliche Monoaldehyd bevorzugt eine Aldehydcarbonsäure oder ein Salz der Aldehydcarbonsäure, ein Alkoxyaldehyd oder ein Gemisch davon ist.

10. Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Dialdehyd Glyoxal oder ein Dialdehyd der Formel OHC-(CH2)i_3-CHO ist.

11. Das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Amin ein Triamin oder das Amid ein Triamid ist und das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegebenen Dialdehyds oder Trialdehyds zu den Amingruppen des in Schritt (i) zugegenenen Triamins oder den Amidgruppen des in Schritt (i) zugegebenen Triamids im Bereich von 0,1/3 bis 5,0/3 liegt, oder das Amin ein Diamin oder das Amid ein Diamid ist und das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegenenen Dialdehyds oder Trialdehyds zu den Amingruppen des in Schritt (i) zugegenenen Diamins oder den Amidgruppen des in Schritt (i) zugegebenen Diamids im Bereich von 0,1/3,9 bis 3,9/0,1 liegt.

12. Ein Verfahren zur Herstellung eines Duroplasten, umfassend

die Herstellung eines Formaldehyd- freien, vernetzbaren Aminoharzes oder Amidharzes nach einem der Ansprüche 1-11 und die Vernetzung des Aminoharzes oder Amidharzes.

13. Ein Formaldehyd- freies, vernetzbares Aminoharz oder Amidharz, erhältlich nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1-11.

14. Das Amino- oder Amidharz nach Anspruch 13, einen Feststoffgehalt von mindestens 40 Gew% aufweisend.

15. Ein Duroplast, erhältlich aus dem Amino- oder Amidharz nach einem der Ansprüche 13-14 durch Vernetzung.

Description:
Formaldehydfreie Amino- oder Amidharze basierend auf einer reaktiven Schutzgruppe und einem Di- oder Trialdehyd als Netzwerkbildner

Aminoharze und Amidharze sind relativ niedermolekulare, aushärtbare Materialien, die durch Umsetzung von Carbonyl Verbindungen (insbesondere Aldehyden wie Formaldehyd) mit Verbindungen, die NH-Gruppen aufweisen, gewonnen werden. Nach einer anschließenden Vernetzung (d.h. Aushärtung) des Amino- oder

Amidharzes erhält man einen Duroplasten.

Als Komponenten mit Amin- oder Amidfunktionalität werden z. B. Harnstoff, Melamin, Benzoguanamin, Dicyandiamid und Acetylendiharnstoff eingesetzt, wobei insbesondere Harnstoff- und Melaminharze von technischer Bedeutung sind. Als Aldehydkomponente kommt aufgrund seiner hohen Reaktivität und des niedrigen Rohstoffpreises vorzugsweise Formaldehyd zum Einsatz. Bei der Harzsynthese wird häufig mit einem Überschuss an Aldeyd gearbeitet, um die Reaktionen zwischen beiden Komponenten zu unterstützen. Entsprechend hoch sind die Restgehalte an Formaldehyd. Formaldehyd kann ebenfalls durch Hydrolyse der Polykondensate freigesetzt werden.

Nachteilig ist die von Formaldehyd ausgehende gesundheitliche Belastung.

Formaldehyd ist zurzeit gemäß der europäischen Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen als Gefahrstoff mit krebserzeugenden Eigenschaften der Kategorie 2 eingestuft. Geplant ist eine Einstufung in die Kategorie IB.

Aufgrund dieses Gefährdungspotenzials bemüht man sich seit vielen Jahren um eine Reduzierung des Formaldehydgehaltes. Hierfür wurden verschiedene

Lösungsansätze gefunden und auch technisch umgesetzt. Hierzu zählen:

Der Einsatz von Formaldehydfängern, die den freien Formaldehyd binden, wie z. B. Amine (Harnstoff, Melamin), Polyamine (Polyvinylamin,

Polyethylenamin) oder Polyphenole (Tannin). Nachteilig sind hierbei allerdings z.B. eine verlangsamte Reaktionsgeschwindigkeit des Harzes und die negative Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften (WO

2006/127818, WO 2006/134083, WO2008/068180).

Die Reduzierung des Anteils an Formaldehyd bei der Harzsynthese (z.B. Molverhältnis 1 : < 1 bei Einsatz von Harnstoff und Formaldehyd). Dies führt jedoch zu einer Verringerung der Harzreaktivität und letztlich auch zu einer

Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften und der Stabilität in Wasser (DE60125602).

Basierend auf diesen Maßnahmen ist es gelungen, den Formaldehydgehalt deutlich zu reduzieren. So konnte die Formaldehydemission aus Spanplatten, bei deren

Herstellung Harnstoff-Formaldehyd-Harz als Bindemittel eingesetzt wurde, von ca. 100 ppm vor 1970 auf ca. 5 ppm im Jahr 2008 reduziert werden (EP2265684). Für Platten der Klasse El liegt Grenzwert zurzeit bei 0,1 ppm. Aufgrund der aktuellen Diskussion zur Reklassifizierung von Formaldehyd ist jedoch zukünftig eine weitere Reduzierung der zulässigen Grenzwerte bzw. eine generelle Einschränkung der Einsatzgebiete von Produkten, in deren Herstellungskette Formaldehyd eingesetzt wird, zu erwarten. Somit rücken Harzsysteme, die vollständig ohne Formaldehyd auskommen, wieder in den Vordergrund, auch wenn aus ökonomischer Sicht Formaldehyd der preiswerteste Aldehyd ist. Der Ersatz von Formaldehyd durch andere Monoaldehyde ist bekannt.

Aminoharze auf der Basis reiner Glyoxylsäure liefern ebenfalls stabile Harze, bringen jedoch eine große Salzlast mit, da sie, um nicht auszuhärten, vor der Synthese zu den Aminoharzen mit einer Base neutralisiert werden müssen. Diese Salze nehmen leicht Wasser auf und führen bei der Anwendung (z.B. in

Holzwerkstoffen) zu einer erhöhten Quellbarkeit der Endprodukte. Da die

Säuregruppe mit Calciumionen wasserunlösliche Salze bildet, werden solche Systeme aber als Betonverfestiger und Fließhilfsmittel in der Bauindustrie eingesetzt (z.B. US 2008/108732, DE 2004050395, US 5750634, US 5891983).

In US2010/0247941 und US2006/0093843 werden Aminoharze auf der Basis von Dimethoxyglyoxal (auch als Dimethoxyethanal bezeichnet) beschrieben. Diese Harze sollen als Leime bei der Herstellung von Holzwerkstoffen eingesetzt werden. Diese Harze sind allerdings relativ unreaktiv, was z.B. bei der

Holzwerkstoffherstellung zu langen Presszeiten führt.

Harze auf Basis von Dimethoxyglyoxal und Melamin werden auch für den Einsatz bei der Mikroverkapselung von Duftstoffen beschrieben (WO2013/068255,

WO2009/100553, WO2011/161618).

Dialdehyde wie z.B. Glyoxal liefern schon bei der leicht basischen Anlagerung an Harnstoff, Melamin, Benzoguanamin, Acetylendiharnstofff bzw. Dicyandiamid unlösliche vernetzte Gelstrukturen. Aufgrund dieser Selbstvernetzung schon bei der Anlagerung und der daraus resultierenden hohen Viskositäten haben derartige Harze keine technische Relevanz. In DE 3041580 wird bei der Harzsynthese ein alkylierter Harnstoff eingesetzt, so dass die möglichen Umsetzungen am Amid reduziert werden. Die Amidgruppen werden durch Alkylgruppen geschützt, bevor Glyoxal angelagert wird. Diese Harze werden in hochverdünnten Lösungen als Knitterfestausführung in der Textilindustrie eingesetzt.

Wie beschrieben, stehen prinzipiell weitere Aldehyde als Alternativen zum

Formaldehyd bei der Harzsynthese zur Verfügung. Dabei ist jedoch zu

berücksichtigen, dass die bekannten Systeme entweder nicht reaktiv genug sind, oder bei Einsatz dieser Harze nicht das für die Endprodukte gewünschte

Eigenschaftsprofil erhalten werden kann (Festigkeit, Steifigkeit bzw. Beständigkeit). Bei der Verwendung von Dialdehyden wie Glyoxal stellt sich wiederum das

Problem, dass sich bereits bei der Anlagerung des Dialdehyds an das Amin oder Amid vernetzte Strukturen bilden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Formaldehyd- freie Aminoharze und Amidharze bereit zu stellen, die einerseits lagerstabil sind, sich andererseits aber unter Einstellung entsprechender Aushärtungsbedingungen gut dreidimensional vernetzen lassen und dabei Endprodukte liefern, die hinsichtlich Festigkeit,

Steifigkeit oder Beständigkeit das gewünschte Eigenschaftsprofil aufweisen. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt in der Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung eines Formaldehyd- freien Aminoharzes, das den oben genannten Anforderungen gerecht wird.

Gemäß eines ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung wird das Problem gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Formaldehyd- freien Aminoharzes oder Amidharzes, umfassend

(i) die Umsetzung eines Amins oder Amids mit einem Monoaldehyd, der

mindestens 2 C- Atome aufweist, unter Ausbildung eines Zwischenprodukt, das an mindestens einer Amingruppe oder Amidgruppe eine reaktive

Schutzgruppe aufweist, die sich aus dem Monoaldehyd ableitet, und

(ii) die Umsetzung des Zwischenprodukts mit einem Dialdehyd oder Trialdehyd unter Ausbildung eines vernetzbaren Aminoharzes oder Amidharzes.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde festgestellt, dass sich lagerstabile Aminoharze oder Amidharze auch mit Dialdehyden oder Trialdehyden herstellen lassen, wenn das Ausgangsamin bzw. Ausgangsamid (wie z.B. Melamin oder Harnstoff) zunächst mit einem geeigneten Monoaldehyd umgesetzt wird. In bekannter Weise reagiert dabei die Aldehydgruppe mit dem Stickstoff der Aminbzw. Amidgruppe. Der als Folge dieser Reaktion an das Stickstoffatom der Amin- oder Amidgruppe kovalent gebundene und sich aus dem Monoaldehyd ableitende Rest fungiert dann als Schutzgruppe, die in dem Verfahrensschritt (ii) verhindert, dass es bei der Umsetzung mit dem Dialdehyd oder Trialdehyd zu einer

unerwünschten signifikanten Vernetzung kommt.

Da bei der Anlagerung eines Aldehyds an ein Amin oder Amid gemäß der

Reaktionsgleichung

-NHR + OHC- -> -NR-CH(OH)- die Aldehydgruppe in eine Hydroxylgruppe überführt wird und diese

Hydroxylgruppe eine reaktive Gruppe darstellt, die für eine spätere

Vernetzungsreaktion genutzt werden kann, handelt es sich bei der Schutzgruppe um eine reaktive Schutzgruppe. Nach dem Schritt (i) sind also zunächst ein oder mehrere Amingruppen des

Ausgangsamins bzw. Amidgruppen des Ausgangsamids durch eine sich aus dem Monoaldehyd ableitende reaktive Schutzgruppe blockiert. Wird nun in Schritt (ii) der Dialdehyd oder Trialdehyd zugegeben, kann dieser zunächst nur mit N- Atomen reagieren, die in Schritt (i) noch nicht mit einer Schutzgruppe blockiert wurden. Da die Reaktion des Monoaldehyds mit dem Ausgangsamin bzw. Ausgangsamid in Schritt (i) eine Gleichgewichtsreaktion ist, kann der Dialdehyd oder Trialdehyd in Schritt (ii) außerdem die sich aus dem Monoaldehyd ableitenden Schutzgruppen teilweise ersetzen. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Oligomere mit sehr kurzen

Sequenzen gebildet. Diese Aminoharze bzw. Amidharze können auch noch bei hohen Feststoffanteilen (z.B. 60 Gew%) problemlos stabilisiert werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das vernetzbare Aminoharz oder Amidharz freie Aldehydgruupen auf. Die Anwesenheit freier Aldehydgruppen kann die Reaktivität bei der Einstellung geeigneter Bedingungen erhöhen und somit die Herstellung eines vernetzten Endprodukts unterstützen.

Durch die in Schritt (ii) noch mögliche Umsetzung des Dialdehyds oder Trialdehyds mit dem Stickstoff des Amins bzw. Amids können zwar einerseits gemäß der Reaktionsgleichung

-NHR + OHC-R-CHO -> -NR-CH(OH)-R-CHO freie Aldehydgruppen entstehen, eine signifikante vorzeitige (und daher

unerwünschte) Vernetzung findet jedoch nicht statt.

Die Reaktivität des vernetzbaren Amino- bzw. Amidharzes wird auch durch die Anwesenheit der reaktiven Schutzgruppe erhöht. Wie bereits oben erläutert, enthält der sich aus dem Monoaldehyd ableitende und als Schutzgruppe für die Amin- oder Amidgruppe fungierende Rest eine reaktive OH-Gruppe, die bei Einstellung entsprechender Bedingungen für eine spätere Vernetzungsreaktion zur Verfügung steht.

Amine oder Amide, die für die Herstellung von Amino- bzw. Amidharzen verwendet werden können, sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Das Ausgangsamin oder Ausgangsamid kann beispielsweise 2-3 Amin- bzw.

Amidgruppen aufweisen (d.h. Diamin bzw. Diamid oder Triamin bzw. Triamid). Es können im Rahmen der vorliegenden Erfindung aber auch Amine oder Amide mit mehr als 3 Amin- bzw. Amidgruppen verwendet werden.

Als Ausgangsamin oder Ausgangsamid kommt beispielsweise ein Aminotriazin, Harnstoff, ein Harnstoffderivat, Thioharnstoff, ein Thioharnstoffderivat,

Iminoharnstoff (d.h. Guanidin), ein Iminoharnstoffderivat, ein Cyanamid, ein Diaminoalkan, ein Diamidoalkan, ein Polyacrylamid oder ein Gemisch dieser Verbindungen in Frage. Ferner können pflanzliche/tierische Amine/ Amide (wie z. B. Proteine, Gelatine) eingesetzt werden.

Geeignete Aminotriazine sind insbesondere Amino-l ,3,5-triazine wie z.B. Melamin, Acetoguanamin und Benzoguanamin. Als geeignete Harnstoffderivate können beispielsweise alkylierte Harnstoffe wie Methylharnstoff oder cyclische Harnstoffe wie Acetylendiharnstoff oder Ethylenharnstoff genannt werden. Als geeignete Thioharnstoffderivate können beispielsweise cyclische Thioharnstoffe wie

Ethylenthioharnstoff genannt werden. Als geeignete Iminoharnstoffderivate können beispielsweise cyclische Iminoharnstoffe genannt werden. Als geeignetes Cyanamid kann beispielsweise Dicyandiamid oder Cyanamid genannt werden. Als geeignete Diaminoalkane können beispielsweise Diamino-Ci_8-Alkane genannt werden. Als geeignete Diamidoalkane können beispielsweise Diamido-Ci_8-Alkane genannt werden. Monoaldehyde, die mindestens 2 C-Atome aufweisen und sich mit einem Amin oder Amid umsetzen lassen, sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt.

Der Monoaldehyd kann zusätzlich zu der Aldehydgruppe mindestens noch eine weitere funktionelle Gruppe aufweisen. Beispielsweise kann es sich bei der zusätzlichen funktionellen Gruppe um eine eine polare Gruppe handeln.

Sofern der Monoaldehyd eine oder mehrere zusätzliche funktionelle Gruppen aufweist, kann es sich beispielsweise um eine Carbonsäuregruppe oder ein Salz davon (d.h. eine Carboxylatgruppe), eine Ethergruppe oder eine Kohlenstoff- Kohlenstoff-Doppelbindung handeln.

Bei dem Monoaldehyd der vorliegenden Erfindung kann es sich auch um einen Aldehyd handeln, der gut Anlagerungsprodukte mit Wasser liefert und daher als Hydrat vorliegt.

Bevorzugt wird der Monoaldehyd aus einem Salz der Aldehydcarbonsäure, einem Alkoxyaldehyd (z.B. einem Dialkoxyaldehyd, einem Monoalkoxyaldehyd), einem heterocyclischen Aldehyd (z.B. Furfural), einem ungesättigten Aldehyd (z.B.

Crotonaldehyd), oder einem Gemisch davon ausgewählt.

Als Salz der Aldehydcarbonsäure kann beispielsweise ein Salz der Glyoxylsäure (z.B. Glyoxylsäurenatrium oder Glyoxylsäurekalium) oder ein Salz des

Malonsäuremonoaldehyds verwendet werden.

Sofern ein Salz der Aldehydcarbonsäure verwendet wird, kann es sich beispielsweise um ein Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalz handeln. Bei dem Alkoxyaldehyd kann es sich beispielsweise um einen Monoalkoxyaldehyd oder einen Dialkoxyaldehyd handeln. Der Alkoxyrest kann beispielsweise ein C 1-4 - Alkoxyrest sein. Als geeigneter Dialkoxyaldehyd kann z.B. Dimethoxyethanal genannt werden. Geeignete ungesättigte Aldehyde sind beispielsweise Crotonaldehyd, Acrolein, oder Gemische davon.

Bevorzugt wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren kein Formaldehyd zugegeben.

Bevorzugt erfolgt in dem erfindungsgemäßen Verfahren keine Alkylierung von Amingruppen des Amins oder Amidgruppen des Amids.

Das molare Verhältnis des Monoaldehyds zu den Amingruppen des Amins oder den Amidgruppen des Amids kann über einen breiten Bereich variiert werden.

Weist das Amin oder Amid beispielsweise 3 Amin- bzw. Amidgruppen auf, so liegt das molare Verhältnis des Monoaldehyds zu den Amingruppen des Amins oder den Amidgruppen des Amids bevorzugt im Bereich von 0,5/3 bis 3/3, bevorzugter 1,5/3 bis 2,5/3 oder 1,8/3 bis 2,2/3. Weist das Amin oder Amid beispielsweise 2 Aminbzw. Amidgruppen auf, so liegt das molare Verhältnis des Monoaldehyds zu den Amingruppen des Amins oder den Amidgruppen des Amids bevorzugt im Bereich von 0,2/2 bis 2/2, bevorzugter 0,3/2 bis 1,5/2, noch bevorzugter 0,5/2 bis 1,5/2. In dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es prinzipiell möglich, dass in Schritt (i) jede Amingruppe des Ausgangsamins bzw. jede Amidgruppe des Ausgangsamids mit zumindest einem Monoaldehyd reagiert, so dass an jeder Amin- bzw.

Amidgruppe zumindest eine reaktive Schutzgruppe vorliegt. Die Anlagerung des Dialdehyds oder Trialdehyds in Schritt (ii) erfolgt dann ausschließlich über den partiellen Austausch gegen reaktive Schutzgruppen.

Alternativ kann es jedoch bevorzugt sein, dass in Schritt (i) zumindest eine

Amingruppe des Amins oder eine Amidgruppe des Amids nicht mit dem

Monoaldehyd unter Ausbildung einer reaktiven Schutzgruppe umgesetzt wird. Diese nicht durch eine reaktive Schutzgruppe blockierte Amin- bzw. Amidgruppe wäre dann in Schritt (ii) unmittelbar für eine Reaktion mit dem Dialdehyd oder Trialdehyd zugänglich. Geeignete Verfahrensbedingungen, um dies sicherzustellen, sind dem Fachmann bekannt. Beispielsweise kann der Monoaldehyd im molaren Unterschuss, bezogen auf die Anzahl der Amingruppen des Amins bzw. der Amidgruppen des Amids, zugegeben werden.

Für Schritt (i) geeignete Lösungsmittel sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Bevorzugt wird ein wässriges Lösungsmittel verwendet. Ferner können

wasserstoffbrückenbrechende polare Lösungsmittel eingesetzt werden.

Geeignete Reaktionsbedingungen (wie z.B. Reaktionstemperatur und pH- Wert) für die Umsetzung des Amins mit dem Monoaldehyd sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt.

Die Reaktionstemperatur kann beispielsweise im Bereich von 20°C bis 100°C, bevorzugter im Bereich von 40 bis 65 °C liegen.

In Abhängigkeit von dem Amin bzw. Amid und dem verwendeten Monoaldehyd kann der pH- Wert über einen breiten Bereich variieren. Der pH- Wert kann beispielsweise im Bereich von 6 bis 10, bevorzugter 7 bis 8,5 liegen.

Sofern das Amin oder das Amid nicht oder nur geringfügig wasserlöslich ist, kann es bevorzugt sein, einen hydratisierten Monoaldehyd einzusetzen.

Bei den nicht oder nur geringfügig wasserlöslichen Aminen oder Amiden handelt es sich beispielsweise um Aminotriazine (wie z.B. Melamin oder Benzoguanamin), cyclische Harnstoffverbindungen (wie Acetylendiharnstoff), cyclische

Thioharnstoffverbindungen (wie Ethylenthioharnstoff), Cyanamide (wie

Dicyandiamid). Bei dem wasserlöslichen Monoaldehyd handelt es sich beispielsweise um einen Monoaldehyd, der zusätzlich zu der Aldehydgruppe noch eine funktionelle polare Gruppe aufweist. Beispiele für geeignete wasserlösliche Monoaldehyde sind z.B. ein Salz einer Aldehydcarbonsäure (beispielsweise ein Salz der Glyoxylsäure oder des

Malonsäuremonoaldehyds), ein Alkoxyaldehyd (beispielsweise ein Dialkoxyaldehyd wie Dimethoxyethanal oder ein Monoalkoxyaldehyd) oder Gemische davon. Die wasserlöslichen Aldehyde fungieren als„Schlepper" des Amins oder Amids in die wässrige Phase, d.h. durch die Reaktion des nicht oder nur geringfügig wasserlöslichen Amins oder Amids mit dem wasserlöslichen Monoaldehyd entsteht ein Amin oder Amid als Zwischenprodukt, das gegenüber dem Ausgangsamin oder - amid eine deutlich erhöhte Wasserlöslichkeit aufweist. Wie bereits oben erläutert, wird durch die Anlagerung des Monoaldehyds an eine oder mehrere Amin- oder Amidgruppen eine reaktive Schutzgruppe generiert, die einerseits verhindert, dass die nachfolgende Umsetzung mit einem Dialdehyd oder Trialdehyd zu einer unerwünschten vorzeitigen Vernetzung des Materials führt, andererseits aber eine reaktive Gruppe (in Form einer Hydroxylgruppe) enthält, die bei Einstellung geeigneter Vernetzungsbedingungen (insbesondere saurer pH-Bereich oder Salze bei erhöhten Temperaturen) die Vernetzungsreaktion unterstützen kann.

Da es sich bei der Umsetzung des Monoaldehyds mit dem Amin oder Amid um eine Gleichgewichtsreaktion handelt, können bei der anschließend erfolgenden Zugabe des Dialdehyds oder Trialdehyds in Schritt (ii) die sich aus dem Monoaldehyd ableitenden reaktiven Schutzgruppen teilweise durch den Dialdehyd oder Trialdehyd ersetzt werden. Der dadurch in Schritt (ii) teilweise freigesetzte Monoaldehyd ist dann wieder für eine Reaktion mit dem Ausgangsamin bzw. Ausgangsamid verfügbar. An den ungelösten Bestandteilen des Ausgangsamins oder Ausgangsamids kann sich nur ein Monoaldehyd anlagern. Es können sich keine unlöslichen

Passivierungsschichten auf der Feststoffoberfläche der Amine oder Amide ausbilden. Das führt dazu, dass man für wasserunlösliche Amine oder Amide (wie z.B.

Melamin, Benzoguanamin, Dicyandiamid und Acetylendiharnstoff) ähnliche

Auflösungsgeschwindigkeiten wie bei der Herstellung der entsprechenden

Formaldehydharze erzielen kann. Die Monoaldehyde erhöhen die Löslichkeit der Amine bzw. Amide und fungieren als Schleppmittel in die kontinuierliche Phase. Handelt es sich bei dem Ausgangsamin oder Ausgangsamid um eine wasserlösliche Verbindung (beispielsweise Harnstoff oder Guanidin), kann es ebenfalls bevorzugt sein, die oben beschriebenen Monoaldehyde mit guter Wasserlöslichkeit

(beispielsweise eine Aldehydcarbonsäure oder ein Salz davon oder ein

Alkoxyaldehyd wie Dimethoxyethanal) zu verwenden. Da aber das Amin oder Amid bereits eine gute Wasserlöslichkeit aufweist, können auch Monoaldehyde mit geringerer Wasserlöslichkeit (beispielsweise ungesättigte Aldehyde wie Acrolein oder Crotonaldehyd) eingesetzt werden.

Wie oben ausgeführt, erfolgt in Schritt (ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens die Umsetzung des mit einer oder mehreren reaktiven Schutzgruppen versehenen

Zwischenprodukts mit einem Dialdehyd oder Trialdehyd unter Ausbildung eines vernetzbaren Aminoharzes oder Amidharzes.

Bevorzugt weist das vernetzbare Aminoharz oder Amidharz freie Aldehydgruppen auf.

Mit Aminen oder Amiden umsetzbare Dialdehyde oder Trialdehyde sind dem

Fachmann an sich bekannt. Beispielhaft können in diesem Zusammenhang Glyoxal oder ein Dialdehyd der Formel OHC-(CH 2 )i_ 3 -CHO (d.h. Malonaldehyd, Succindialdehyd, Glutaraldehyd) genannt werden. Als geeigneter Trialdehyd kann beispielsweise 2,4,6-Tris(p-formylphenoxy)-l,3,5- triazin genannt werden.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass der Dialdehyd oder Trialdehyd dem Zwischenprodukt aus Schritt (i), welches bevorzugt in einer wässrigen Lösung vorliegt, zudosiert wird. Alternativ ist es auch möglich, dass das Zwischenprodukt aus Schritt (i) (z.B. in Form einer wässrigen Lösung) dem

Dialdehyd oder Trialdehyd zudosiert wird. In beiden Fällen ist es bevorzugt, dass die eine Komponente der anderen Komponente kontinuierlich zudosiert wird. Während im ersten Fall ausreichend langsam zudosiert wird, so dass sich im Reaktionsmedium während der Umsetzung immer nur eine geringe Konzentration an nicht

umgesetztem Dialdehyd oder Trialdehyd befinden, wird im Fall gut wasserlöslicher Produkte zügig zudosiert, um nach der Reaktion das Harz durch Abkühlung zu stabilisieren. Bevorzugt wird das Zwischenprodukt aus Schritt (i) nicht isoliert, sondern in Form der wässrigen Lösung, in der es in Schritt (i) hergestellt wurde, für die Umsetzung mit dem Dialdehyd oder Trialdehyd in Schritt (ii) verwendet.

Die Menge an Dialdehyd oder Trialdehyd, die in Schritt (ii) zugegeben wird, kann über einen breiten Bereich variiert werden.

Weist das Ausgangsamin oder Ausgangsamid 3 Amin- bzw. Amidgruppen auf, so liegt das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegenenen Dialdehyds oder

Trialdehyds zu den Amingruppen des in Schritt (i) zugegenenen Triamins oder den Amidgruppen des in Schritt (i) zugegebenen Triamids im Bereich von 0,1/3 bis 5/3, bevorzugter 0,5/3 bis 3/3 oder 0,8/3 bis 2,2/3 . Weist das Ausgangsamin oder Ausgangsamid 2 Amin- bzw. Amidgruppen auf, so liegt das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegenenen Dialdehyds oder Trialdehyds zu den Amingruppen des in Schritt (i) zugegenenen Diamins oder den Amidgruppen des in Schritt (i) zugegebenen Diamids im Bereich von 0,1/3,9 bis 3,9/0,1, bevorzugter 0,3/1,7 bis 1,7/0,3, noch bevorzugter 0,5/1,5 bis 1,5/0,5.

Weist das Ausgangsamin oder Ausgangsamid zwei Amin- oder Amidgruppen auf, so kann das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegebenen Dialdehyds oder

Trialdehyds zu dem in Schritt (i) zugegebenen Monoaldehyd beispielsweise im

Bereich von 1/0,01 bis 1/3 oder 1/0,2 bis 1/2 oder auch 1/0,5 bis 1/1,5 liegen Weist das Ausgangsamin oder Ausgangsamid drei Amin- oder Amidgruppen auf, so kann das molare Verhältnis des in Schritt (ii) zugegebenen Dialdehyds oder Trialdehyds zu dem in Schritt (i) zugegebenen Monoaldehyd beispielsweise im Bereich von 1/0,01 bis 1/5 oder 1,5/0,2 bis 1,5/2 oder auch 2/0,3 bis 2/1 liegen.

Geeignete Reaktionsbedingungen (wie z.B. Reaktionstemperatur und pH- Wert) für die Umsetzung eines Amins oder Amids mit dem Dialdehyd sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt.

Die Reaktionstemperatur in Schritt (ii) kann beispielsweise im Bereich von 20°C bis 100°C, bevorzugter von 40°C bis 65°C liegen. Der pH- Wert kann beispielsweise im Bereich von 6 bis 10, bevorzugter 7 bis 8,5 liegen. Wie bereits oben erläutert, können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren

Oligomere mit sehr kurzen Sequenzen gebildet werden und die Aminoharze bzw. Amidharze können auch noch bei hohen Feststoffanteilen (z.B. 60 Gew%) problemlos stabilisiert werden. Auch bei den gut löslichen Verbindungen wie Harnstoff oder Guanidin bleiben die Reaktionsprodukte durch die sich aus dem Monoaldehyd ableitende reaktive Schutzgruppe so niedrig viskos, dass eine

Stabilisierung auch bei hohen Feststoffanteilen sehr gut möglich ist.

Weiterhin zeichnet sich das Aminharz bzw. Amidharz in einer bevorzugten

Ausführungsform dadurch aus, dass es freie Aldehydgruppen aufweist, die die Reaktivität bei der Einstellung geeigneter Bedingungen erhöhen und somit die Herstellung eines vernetzten Endprodukts unterstützen.

Die Reaktivität des vernetzbaren Amino- bzw. Amidharzes wird auch durch die Anwesenheit der reaktiven Schutzgruppe erhöht.

Damit wird eine Reaktivität erreicht, die derjenigen von Harzen auf

Formaldehydbasis entspricht oder diese sogar übertrifft. Nach Schritt (ii) können die hergestellten Amino harze oder Amidharze stabilisiert werden, beispielsweise durch

Abkühlen (z.B. auf eine Temperatur unterhalb von 30°C, bevorzugter unterhalb von 25°C) und/oder

Zusatz von Alkoholen und/oder

- Einstellen des pH auf einen Wert im Bereich von 7,0-9,0, bevorzugter 7,5-

8,5.

Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Duroplasten, umfassend

- die Bereitstellung eines Formaldehyd- freien, vernetzbaren Aminoharzes oder Amidharzes gemäß des oben beschriebenen Verfahrens und

die Vernetzung bzw. Aushärtung des Aminoharzes oder Amidharzes. Geeignete Bedingungen für die Vernetzung eines Amino- oder Amidharzes zur Herstellung eines duroplastischen Materials sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Gemäß eines weiteren Aspekts betrifft die vorliegende Erfindung ein Formaldehydfreies, vernetzbares Aminoharz oder Amidharz, das durch das oben beschriebene Verfahren erhältlich ist.

Bevorzugt weist das vernetzbare Aminoharz oder Amidharz freie Aldehydgruppen auf.

In dem erfindungsgemäßen Aminoharz oder Amidharz sind somit vorhanden:

Amingruppen oder Amidgruppen, an die Reste gebunden sind, die sich von der Umsetzung mit dem Monoaldehyd aus Schritt (i) ableiten, also die reaktive Schutzgruppe,

sowie Amingruppen oder Amidgruppen, an die Reste gebunden sind, die sich von der Umsetzung mit dem Dialdehyd in Schritt (ii) ableiten und in einer bevorzugten Ausführungsform freie Aldehydgruppen aufweisen können. In dem Aminoharz oder Amidharz kann das molare Verhältnis von reaktiver

Schutzgruppe zu freier Aldehydgruppe, sofern vorhanden, über einen breiten Bereich variieren.

Der Feststoffgehalt des Aminoharzes oder Amidharzes kann über einen breiten Bereich variiert werden. Der Feststoffgehalt beträgt mindestens 40 Gew%.

Bevorzugt liegt die Konzentration bzw. der Feststoffgehalt des Harzes im Bereich von 40 bis 80 Gew% oder 55 bis 70 Gew%. Das erfindungsgemäße Aminoharz oder Amidharz zeigt auch noch bei hohem Feststoffgehalt eine gute Lagerstabilität. Gemäß eines weiteren Aspekts betrifft die vorliegende Erfindung einen Duroplasten, erhältlich aus dem oben beschriebenen Aminoharz oder Amidharz.

Der Duroplast wird erhalten, indem das Aminoharz oder Amidharz entsprechend ausgehärtet wird, d.h. einer Vernetzung unterzogen wird.

Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele eingehender beschrieben.

Beispiele

Beispiel 1 :

Harz auf der Basis von Dimethoxyglyoxylat (DMEVGlyoxal

86g (0,5mol) 60%ige wässrige Dimethoxyglyoxylatlösung (d.h. Dimethoxyethanal) werden vorgelegt. Nach Zugabe von 31,5g (0,25 mol) Melamin wird unter kräftigem Rühren auf 60°C erwärmt und 30min bei dieser Temperatur gerührt. In dieser Zeit klart die anfängliche Suspension fast vollständig auf. Dann werden 36,25g (0,25mol) 40%ige wässrige Glyoxallösung innerhalb von 15min langsam bei 55°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung schnell auf Zimmertemperatur abgekühlt. Das Harz hat nach einen Feststoffgehalt von 68 Gew% (TGA).

Die Viskosität wurde in Abhängigkeit von der Lagerzeit bestimmt (Tabelle).

Beispiel 2 ;

Höherer Glyoxalanteil Zu 86g (0,5mol) 60%iger wässriger Dimethoxyglyoxylatlösung werden 47,25g (0,375 mol) Melamin unter kräftigem Rühren zugegeben und lh auf 60°C erwärmt (Suspension von Melamin in DME-Harz-Lösung). Dann werden 113,28g (0,625mol) einer 40%igen wässrigen Glyoxallösung innerhalb von 25min. langsam bei 55°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung schnell auf Zimmertemperatur abgekühlt.

Das Harz hat einen Feststoffgehalt von 66 Gew% (TGA). Beispiel 3

Harz auf der Basis von Glyoxylsäure/Glyoxal

330g (2,25mol) 50%ige wässrige Glyoxylsäure wird mit 50%iger wässriger

Natriumhydroxidlösung bis pH 7,5 neutralisiert (Ausfällung von Natriumglyoxylat). Nach Zugabe von 126g (1 mol) Melamin wird unter kräftigem Rühren auf 60°C erwärmt und 1,5 h bei dieser Temperatur gerührt (Suspension). Dann werden 54,38g (0,375mol) 40%ige wässrige Glyoxallösung innerhalb von 40min. langsam bei 60°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung schnell auf Zimmertemperatur abgekühlt.

Das Harz ist bei Raumtemperatur länger als 3 Monate stabil.

Der Feststoffgehalt beträgt 42 Gew% (TGA).

Beispiel 4

Reduzierung der Gyoxylsäurekonzentration

330g (2,25mol) 50%ige wässrige Glyoxylsäure werden mit ca. 234g 50%iger wässriger Natriumhydroxidlösung bis pH 7,5 neutralisiert (Ausfällung von

Natriumglyoxylat). Nach Zugabe von 252g (2 mol) Melamin wird unter kräftigem

Rühren auf 65°C erwärmt und 1,5 h bei dieser Temperatur gerührt (Suspension).

Dann werden 109g (0,75mol) 40%ige wässrige Glyoxallösung innerhalb von 30min. langsam bei 55°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung schnell auf

Zimmertemperatur abgekühlt.

Die Lösung ist bei 20°C über 1 Woche verwendungsfähig. Beispiel 5

Einsatz von OH zur Neutralisierung (lösliche Salze)

444g (3mol) 50%ige wässrige Glyoxylsäure werden mit ca. 400g 50%iger wässriger Kaliumhydroxidlösung bei 0°C auf pH8 eingestellt. Im Gegensatz zur

Neutralisierung mit Natriumsalz gab es keinen Niederschlag. Am Umschlagpunkt wurde eine leichte Gelbverfärbung beobachtet. Nach Zugabe von 252g (2 mol) Melamin wird unter kräftigem Rühren auf 65 °C erwärmt und 1,5 h bei dieser Temperatur gerührt (Suspension). Dann werden 144g (lmol) einer 40%igen wässrigen Glyoxallösung innerhalb von 25min. langsam bei 55°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung schnell auf Zimmertemperatur abgekühlt.

Das Produkt ist 2 Monate stabil. Bei Zusatz von 5% Ethanol kann die Stabilität bei Raumtemperatur bis zu mindestens 6 Monaten gewährleistet werden.

Beispiel 6

Höherer Glyoxalanteil

888g (6mol) 50%ige wässrige Glyoxylsäure werden mit ca 50%iger wässriger Kaliumhydroxidlösung bis pH 7,3 neutralisiert. Nach Zugabe von 378g (3 mol) Melamin wird unter kräftigem Rühren auf 65 °C erwärmt und 1 h bei dieser

Temperatur gerührt. Dann werden 435g (3mol) 40%ige wässrige Glyoxallösung innerhalb von 40min. langsam bei 55°C zugetropft. Nach weiteren 5min wird die Lösung im Wasserbad auf Zimmertemperatur abgekühlt.

Die Lösung ist bei Raumtemperatur mindestens einen Monat verwendungsfähig.




 
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