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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PRODUCING THERMOPLASTIC MOLDING COMPOUNDS WITH A HIGH GLASS FIBER CONTENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/139769
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing thermoplastic molding compounds, in particular styrene copolymer compositions, to a method for producing same, and to the use thereof.

Inventors:
BRAUN LEONIE FELICITAS (DE)
EFFEN NORBERT (DE)
NIESSNER NORBERT (DE)
GYSELS LUC (BE)
DATKO ACHIM (DE)
Application Number:
PCT/EP2013/055644
Publication Date:
September 26, 2013
Filing Date:
March 19, 2013
Export Citation:
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Assignee:
STYROLUTION GMBH (DE)
International Classes:
C08K7/14; C08L25/12; C08L27/06; C08L35/06; C08L51/04; C08L55/02
Domestic Patent References:
WO2011023541A12011-03-03
WO2006040087A12006-04-20
WO2010130621A12010-11-18
WO2011023541A12011-03-03
WO2008110539A12008-09-18
Foreign References:
US3951906A1976-04-20
JPS5695953A1981-08-03
KR900004674B11990-07-02
DE3149358A11983-06-16
DE3227555A11984-01-26
DE1260135B1968-02-01
US3055859A1962-09-25
EP0534212B11995-12-06
EP0698637A21996-02-28
EP0669367A11995-08-30
Other References:
VIEWEG-DAUMILLER: "Literaturstelle Kunstsoff-Handbuch", vol. V, 1969, CARL-HANSER-VERLAG, pages: 124,12FF
MILEWSKI, J. V.; KATZ, H. S.: "Handbook of Reinforcements for Plastics", 1987, VAN NOSTRAND REINHOLT COMPANY INE, pages: 233 FF
Attorney, Agent or Firm:
JACOBI, Markus (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Thermoplastische Formmasse, enthaltend: A) 40 - 55 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o

Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 40 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,1 - 10 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C, D) 40 - 55 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0 - 10 Gew.-% weitere Komponenten, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E 100 Gew.-% ergibt.

Thermoplastische Formmasse gemäß Anspruch 1 , enthaltend

A) 40 - 50 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o

Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 15 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,5 - 8 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 50 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,1 - 4 Gew.-% an Stabilisator(en) als Komponente E, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E 100 Gew.-% ergibt. Thermoplastische Formmasse gemäß Anspruch 1 oder 2, enthaltend:

A) 40 - 50 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A, B) 0 - 15 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend: B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, und/oder Butadien,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus Styrol und/oder Acrylnitril,

C) 0,5 - 8 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 50 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,1 - 4 Gew.-% an Stabilisator(en) als Komponente E, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E 100 Gew.-% ergibt.

4. Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, enthaltend:

A) 40 - 50 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

C) 0,5 - 8 Gew.-% eines weiteren Copolymers als Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 50 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,1 - 4 Gew.-% an Stabilisator(en) als Komponente E, wobei die Summe der Komponenten A, C, D und E 100 Gew.-% ergibt.

Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Länge der Glasfasern (Komponente D) < 50 mm ist.

Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Komponente A ein Styrol-Acrylnitril-Copolymer mit einem Styrolgehalt von 65 - 76 Gew.-% und einem Acrylnitrilgehalt von 35 - 24 Gew.-% ist.

Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Komponente C, aus einem oder mehreren Copolymere besteht, wobei die Komponente C mindestens ein Styrol-Acrylnitril-Maleinsäureanhydrid-Copolymer umfasst, wobei dieses 0,5 - 5 Gew.-% von Maleinsäureanhydrid abgeleiteten Einheiten aufweist.

Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei diese als Komponente E von 0,05 - 5 Gew.-% an mindestens zwei Stybilisatoren enthält.

9. Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei diese als zusätzliche Komponente E ein Gleitmittel und ein medizinisches Weißöl enthält. Thermoplastische Formmasse gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei in der Formmasse 20 bis 60 Gew.-% der Komponente A gegen Polyvinylchlorid (Komponente A') ausgetauscht ist.

Verfahren zur Herstellung der thermoplastischen Formmasse, enthaltend:

A) 40 - 55 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o

Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 40 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,1 - 10 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 55 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0 - 10 Gew.-% weitere Komponenten, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E gerade 100 Gew.-% ergibt, durch Schmelzvermischung der Komponenten.

Description:
Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Formmassen mit hohem

Glasfaser-Gehalt

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Formmassen, insbesondere Styrolcopolymer-Zusammensetzungen, ein Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung. Die Herstellung von Styrolcopolymer-Zusammensetzungen mit verschiedenen Füllstoffen ist bekannt, beispielsweise wird in US 3,951 ,906 eine Zusammensetzung mit höheren Gehalten an Glasfasern offenbart. Das Dokument US 3,951 ,906 beschreibt Zusammensetzungen, enthaltend 40 bis 60 Gew.-% Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN), 20 bis 30 Gew.-% an CaC0 3 und 20 bis 30 Gew.-% an Glasfasern.

Auch JP-A 56 095953 befasst sich mit solchen faserverstärkten Produkten. Dabei wird eine Vinylmonomer, beispielsweise ein Styrol, oder (Meth)Acrylnitril verwendet, in dem ein kautschukartiges Polymer (z. B ein Nitril-Kautschuk) gelöst ist oder mindestens zwei copolymerisierbare Vinylmonomere, in denen das Kautschuk-Polymer gelöst ist. Danach werden die Komponenten in Gegenwart von zerkleinerten Strängen aus Glasfasern polymerisiert.

WO 201 1/023541 offenbart Styrol-Acrylnitril-Zusammensetzungen mit Glasfasern. Das Dokument betrifft Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Formmassen, enthaltend 40 bis 93,8 Gew.-% eines oder mehrerer Styrol-Acrylnitril-Copolymere, die keine von Maleinsäureanhydrid abgeleiteten Einheiten aufweisen, mit einer Viskositätszahl VZ gleich oder kleiner 70 ml/g (gemessen nach DIN 53727 bei 25 °C als 0,5 Gew.- %-ige Lösung in Dimethylformamid), als Komponente A, 0,1 bis 20 Gew.-% eines oder mehrerer Verträglichkeitsvermittler als Komponente B, sowie 1 bis 50 Gew.-% Glas- fasern als Komponente C, sowie 0,1 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer Fliessverbesserer als Komponente D, sowie 5 bis 50 Gew.-% eines Kautschuks als Komponente E, und ggf. 0 bis 49 Gew.-% weitere Zusatzstoffe als Komponente F, wobei die Gew.-% jeweils auf das Gesamtgewicht der Komponenten A bis F bezogen sind.

Das Dokument KR 900004674 beschreibt die Herstellung von Glasfaser-haltigem SAN in Gegenwart von Maleinsäure-haltigem Styrolcopolymer. Allerdings ist die Menge an Glasfaser auf maximal 40 Gew.-% beschränkt. KR 900004674 beschreibt auch eine glasfaser-verstärkte Styrol-Acrylnitril-Harzzusammensetzung, die 60 bis 95 Gew.-% des Copolymers, umfassend 60 - 80 Gew.-% aromatisches Vinylmonomer und 20 bis 40 Gew.-% Vinylcyanid-Monomer, 5 - 40 Gew.-% einer Glasfaser mit einer nichtkontinuierlichen Phase, deren Oberfläche mit einem Aminosilan-basierenden Kupplungsreagenz behandelt wurde, und 0,1 - 10 Gew.-% Styrol-Maleinsäureanhydrid- Copolymer, enthaltend 7 bis 20 Gew.-% Maleinsäureanhydrid, umfasst.

Die WO 2008/1 10539 beschreibt Faserverbundwerkstoffe, enthaltend 15 bis 95 Gew.- %, bezogen auf das Gewicht des Faserverbundwerkstoffs, einer thermoplastischen Matrix M, umfassend 0 bis 99 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Matrix M, eines Styrol-Acrylnitril-Copolymeren und/oder eines o Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymeren als Komponente A, sowie 1 bis 100 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Matrix M, eines Styrol-Acrylnitril- Maleinsäureanhydrid-Copolymeren und/oder eines a-Methylstyrol-Acrylnitril-Malein- säureanhydrid-Copolymeren als Komponente B, sowie 0 bis 50 Gew.-%, eines kautschukelastischen Polymers als Komponente C, sowie 0 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der thermoplastischen Matrix M, kunststoffüblicher Zusatzstoffe als Komponente D, wobei die Summe der Komponenten A, B, C und D 100 Gew.-% ergibt, und 5 bis 85 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Faserverbundwerkstoffs, Glasfasern G, wobei die Summe der thermoplastischen Matrix M und der Glasfasern G 100 Gew.-% ergibt, sowie Verfahren zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen.

Nach diesen bekannten Lehren sind glasfaserhaltige Polymermassen erhältlich, die entweder eine gute Fließ- und Imprägnier-Qualität aufzeigen, aber beispielsweise aufgrund geringen Kautschuk-Anteils, niedrigen Molgewichts der Styrol-Acrylnitril- Copolymere oder geringer Glasfaserlänge kein optimales Zähigkeitsniveau bieten; oder aber solche Polymermassen, die gute Haftung zwischen Faser und Matrix und eine erhöhte Zähigkeit aufweisen, allerdings infolge begrenzter Fließfähigkeit nur eine unvollständige Faserimprägnierung ermöglichen und eine schlechte Weiterverarbeitbarkeit, insbesondere einen erhöhten Faserabrieb bei nachfolgender pneumatischen Förderung oder Dosierung, aufweisen.

Es besteht daher ein Bedarf an geeigneten thermoplastischen Formmassen mit erhöhten temperaturbeständigen und mechanischen Eigenschaften, die besonders gute Fließ-Eigenschaften gegenüber bekannten Formmassen aufweisen, insbesondere bei einer Weiterverarbeitung zu Formteilen, beispielsweise von Fensterprofilen.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt somit darin, thermoplastische Formmassen, insbesondere Styrolcopolymer-Zusammensetzungen, mit verbesserten temperaturbeständigen und mechanischen Eigenschaften bereitzustellen, die gute Fließeigenschaften gegenüber bekannten Formmassen aufweisen. Die Aufgabe wird gelöst durch die Bereitstellung einer thermoplastischen Formmasse, enthaltend:

A) 40 - 55 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines

α-Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 40 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,1 - 10 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 55 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0 - 10 Gew.-% weitere Komponenten, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E vorzugsweise 100 Gew.-% ergibt.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, enthaltend:

A) 40 - 50 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o

Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 15 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,5 - 8 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 50 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,1 - 4 Gew.-% an Stabilisator(en) als Komponente E, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E (vorzugsweise) 100 Gew.-% ergibt.

Vorzugsweise ist dabei die Komponente A ein SAN-Copolymer, die Komponente B ein Propfcopolymer mit Styrol und Acrylnitril sowie einem Polybutadien oder Acrylat- Kautschuk, und die Komponente C ein S/AN/MSA-Copolymer. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse enthaltend:

A) 40 - 50 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

C) 0,5 - 8 Gew.-% eines weiteren Copolymers als Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 50 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,1 - 4 Gew.-% an Stabilisator(en) als Komponente E, wobei die Summe der Komponenten A, C, D und E 100 Gew.-% ergibt.

Vorzugsweise ist dabei die Komponente A ein SAN-Copolymer und die Komponente C ein S/AN/MSA-Copolymer.

Die Erfindung betrifft auch eine thermoplastische Formmasse, enthaltend (oder bestehend aus):

A) 45 - 52 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines

α-Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

C) 1 - 5 Gew.-% eines copolymeren Verträglichkeitsvermittlers, enthaltend ein Styrol-Acrylnitril-MSA-Copolymer, als Komponente C,

D) 45 - 55 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0,5 - 5 Gew.-% an mindestens zwei Stabilisatoren.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei die Länge der Glasfasern (Komponente D) < 50 mm, oftmals kleiner 20 mm, oftmals kleiner 10 mm ist. In der fertigen Formmasse ist die Länge der Glasfasern nach dem Extrudieren oftmals im Bereich von 0,1 bis 1 mm, oftmals von 0,2 bis 0,9 mm.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei die Komponente A ein Styrol-Acrylnitril-Copolymer mit einem Styrolgehalt von 65 - 76 Gew.-% und einem Acrylnitrilgehalt von 35 - 24 Gew.-% ist.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei die Komponente C aus einem oder mehreren Copolymeren besteht, wobei die Komponente C mindestens ein Styrol-Acrylnitril-Maleinsäureanhydrid-Copolymer umfasst, wobei dieses 0,5 - 5 Gew.-% von Maleinsäureanhydrid abgeleiteten Einheiten aufweist. Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei diese als Komponente E von 0,05 bis 5 Gew.-% an mindestens zwei Stabilisatoren enthält. Eine Kombination von zwei (oder drei) Stabilisatoren hat sich als vorteilhaft erwiesen. Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei diese als zusätzliche Komponente E ein Gleitmittel und ein (medizinisches) Weißöl enthält.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine thermoplastische Formmasse, wobei in der Formmasse 20 bis 60 Gew.-% der Komponente A gegen Polyvinylchlorid (Komponente A') ausgetauscht ist.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung der thermoplastischen Formmasse, enthaltend: A) 40 - 55 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o

Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 0 - 40 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B umfassend:

B1 : eine Pfropfgrundlage aufgebaut aus einem Acrylsäurealkylester, einem Allyl(meth)acrylat, einem copolymerisierbaren Monomer und/oder einem Dien-Monomer,

B2: mindestens eine Pfropfhülle aufbaut aus mindestens einem vinylaromatischen Monomer und/oder einem copolymerisierbaren Monomer,

C) 0,1 - 10 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C, D) 40 - 55 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0 - 10 Gew.-% weitere Komponenten, wobei die Summe der Komponenten A, B, C, D und E gerade 100 Gew.-% ergibt, durch Schmelzvermischung der Komponenten. Entsprechende Verfahren sind für die bevorzugten Formmassen anwendbar. Die o.g. bevorzugten Mengenbereiche gelten auch für das bevorzugte Herstellungsverfahren.

Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung der thermoplastischen Formmasse wie oben beschrieben zur Herstellung von Fensterprofilen, Türprofilen, Flügelprofilen oder Rahmenprofilen. Auch Gegenstand sind ein Fensterprofil, Türprofil, Flügelprofil oder Rahmenprofil enthaltend eine thermoplastische Formmasse wie oben beschrieben bzw. eine thermoplastische Formmasse erhältlich nach dem beschriebenen Verfahren. Die erfindungsgemäße Formmasse zeichnet sich auch dadurch aus, dass diese aufweist: a) eine Steifigkeit von mehr als 12 GPa, gemessen im Zugversuch ISO 527, b) einen linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten α von < 50-K "1 10 "6 mm/m c) einen Wärmedurchgangskoeffizienten λ besitzt, der mindestens 50 % kleiner als der von Stahl ist.

Des Weiteren ist die erfindungsgemäße Formmasse durch thermoplastische Verarbeitung bei Temperaturen < 300 °C bearbeitbar und kann durch Wärme-, Spiegelschweißen oder Mikrowellenschweißen mit anderen Thermoplasten verbunden werden. Auch ist eine Co-Extrusion der oben beschriebenen SAN-Formmasse mit anderen Thermoplasten, z. B. PVC möglich. Der Kombination der o.g. SAN- Formmassen mit PVC (z. B. durch Coextrusion hergestellte Formmassen) kommt für bestimmte Anwendungen (Fenster- und Türrahmen) besondere Bedeutung zu.

Komponente A

Als Komponente A sind grundsätzlich alle dem Fachmann bekannten und in Literatur bekannten Styrol-Acrylnitril-Copolymere einsetzbar. Im Sinne der vorliegenden Erfindung kann unter einem Styrol-Acrylnitril-Copolymer auch ein kernalkyliertes Styrol- Acrylnitril-Copolymer verstanden werden. Häufig ist Komponente A eine SAN-Matrix.

Komponente A wird in den Formmassen in Mengen von 40 - 55, bevorzugt von 40 - 50, oftmals von 44 - 52 und insbesondere von 45 - 50 Gew.-% eingesetzt.

Als Monomere A1 für das Copolymer eignen sich vinylaromatische Monomere, bevorzugt Styrol und/oder Styrolderivate, bevorzugt α-Methylstyrol, und kernalkylierte Styrole, wie beispielsweise. p-Methylstyrol und/oder tert.-Butylstyrol. Als Monomere A2 für das Copolymer können beispielsweise folgende Verbindungen Verwendung finden: Acrylnitril, Methacrylnitril, Methylacrylat, Ethylacrylat, Propylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Phenylmaleinimid, Acrylamid, Vinylmethylether. Bevorzugt wird Acrylnitril eingesetzt.

Die Herstellung von der Komponente A kann nach allgemein bekannten Methoden, wie sie z.B. in DE-A 31 49 358, Seite 9, Zeilen 18 bis 32 und DE-A 32 27 555, Seite 9, Zeilen 18 bis 32 beschrieben sind, durchgeführt werden, beispielsweise durch allgemein bekannte Copolymerisation von A1 , A2 und gegebenenfalls weiteren, copolymerisiserbaren Monomeren in Masse, Lösung, Suspension oder wässriger Emulsion bei üblichen Temperaturen und Drücken in bekannten Apparaturen (Literaturstelle Kunstsoff-Handbuch, Vieweg-Daumiller, Band V (Polystyrol), Carl- Hanser-Verlag, München 1969, S. 124, Z. 12 ff.)

Komponente B

Komponente B wird in Mengen von 0 - 40, bevorzugt von 0 - 30, oftmals von 0- 15 Gew.-%, bisweilen auch von 10 - 30 und insbesondere von 12 - 24 Gew.-% eingesetzt.

Als Monomere für die Herstellung der Grundstufe (Pfropfkern) kommen Butadien aber auch Acrylsäurealkylester mit üblicherweise 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt 4 bis 8 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, insbesondere Acrylsäure-n- butylester und/oder Acrylsäureethylhexylester in Betracht. Die Acrylsäureester können bei der Herstellung der Pfropfgrundlage B1 einzeln oder in Mischung eingesetzt werden.

Als Vernetzer eignet sich Allyl(meth)acrylat, insbesondere Allylmethacrylat. Gegebenenfalls können bis zu 2 Gew.-%, bevorzugt bis 1 Gew.-% und insbesondere bis zu 0,5 Gew.-% an weiteren, copolymerisierbaren Monomeren mit mindestens zwei funktionellen Gruppen eingesetzt werden. Geeignet sind beispielsweise Monomere, die zwei oder mehr zur Copolymerisation befähigte ethylenische Doppelbindungen enthalten, die nicht in 1 ,3-Stellung konjugiert sind. Geeignete Vernetzungsmonomere sind beispielsweise Divinylbenzol, Diallylmaleat, Diallylfumarat und/oder Diallylphthalat, Tri-Allylcyanurat, Allyl(meth)acrylat, bevorzugt der Acrylsäureester des Tricyclodecenylalkohols und/oder Dicyclopentadienylacrylat.

Als mögliche weitere, copolymerisierbare Monomere können beispielsweise folgende Verbindungen Verwendung finden: alpha-Methylstyrol, Methacrylnitril, Methylacrylat, Ethylacrylat, Propylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Phenylmaleinimid, Acrylamid, Vinylmethylether.

Zur Herstellung der auf die Pfropfgrundlage B1 gepfropften Hülle(n) B2 eignen sich als vinylaromatische Monomere B21 bevorzugt Styrol und/oder Styrolderivate, z.B. Styrol, Alkylstyrole, bevorzugt α-Methylstyrol, und kernalkylierte Styrole, wie z. B. p- Methylstyrol und/oder tert.-Butylstyrol.

Beispiele für polare, copolymerisierbare ungesättigte Monomere für B2 sind Acrylnitril und Methacrylnitril. Als mögliche weitere Monomere, insbesondere copolymerisierbare Monomere, insbesondere für B2, können beispielsweise folgende Verbindungen Verwendung finden: Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäureanhydrid, Methacrylnitril, Methyl- acrylat, Ethylacrylat, Propylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Phenyl- maleinimid, Acrylamid, Vinylmethylether. Diese können beispielsweise allein als gepfropfte Hülle B2 dienen oder besonderes bevorzugt als Copolymer in vinylaromatischen Monomeren B21.

Des Weiteren können in den Formmassen die üblichen Hilfs- und/oder Zusatzstoffe Verwendung finden, beispielsweise Emulgatoren, wie Alkalisalze von Alkyl- oder Alkylarylsulfonsäuren, Alkylsulfate, Fettalkoholsulfonate, Salze höherer Fettsäuren mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen oder Harzseifen, Polymerisationsinitiatoren wie z.B. übliche Persulfate, beispielsweise Kaliumpersulfat oder bekannte Redox-Systeme, Polymerisationshilfsstoffe wie z.B. übliche Puffersubstanzen, durch welche pH-Werte von vorzugsweise 6 bis 9 eingestellt werden, z.B. Natriumbicarbonat und/oder Natrium- pyrophosphat, und/oder Molekulargewichtsregler, beispielsweise Mercaptane, Terpinole und/oder dimeres α-Methylstyrol, wobei die Molekulargewichtsregler üblicherweise in einer Menge von 0 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Reaktionsmischung, eingesetzt werden.

Die Herstellung des erfindungsgemäßen ASA (Acrylester-Styrol-Acrylnitril)- Werkstoffes, enthaltend die kautschukelastische Pfropfgrundlage B1 aus Acrylester- Polymerisat und die Pfropfhülle B2 aus Styrol/Acrylnitril Copolymerisat, ist allgemein aus der Fachliteratur bekannt und beispielhaft in DE-A 12 60 135, Seiten 3 bis 4, Zeilen 13 bis 23 und US 3,055,859, Seiten 2 bis 4, Zeilen 62 bis 10, sowie für die Pfropfung in zwei Stufen in DE-A 31 49 358, Seiten 6 bis 8, Zeilen 16 bis 5 und DE-A 32 27 555, Seiten 6 bis 8, Zeilen 16 bis 5 beschrieben. Dabei kann zunächst das als Pfropfgrundlage A21 dienende kautschukartige Acrylsäureester-Polymerisat z.B. durch Emulsionspolymerisation von A21 1 hergestellt werden, indem man beispielsweise A21 1 und den mindestens bifunktionellen Vernetzer, beispielsweise in wässriger Emulsion, in an sich bekannter Weise bei Temperaturen zwischen 20 und 100 °C, vorzugsweise zwischen 50 und 80 °C polymerisiert. Auf diesen dabei entstehenden Polyacrylsäureester-Latex kann ein Gemisch von vinylaromatischen Monomeren A221 mit einem polaren, copolymerisierbaren ungesättigten Monomeren A222 sowie gegebenenfalls A223 aufgepfropft werden, wobei die Pfropfmischpolymerisation ebenfalls vorzugsweise in wässriger Emulsion durchgeführt wird.

Die kautschukelastische Komponente B1 kann auch, wie in EP 534,212 B1 , Seiten 4 bis 5, Zeilen 46 bis 43 beschrieben, auf einen harten, gegebenenfalls mit den unter A1 genannten Monomeren vernetzten Kern, der aus den für A1 genannten Monomeren aufgebaut ist, aufgepfropft werden. Vorzugsweise handelt es sich dabei um einen harten Kern mit einer Glasübergangstemperatur Tg > 25 °C, wobei der Anteil des Kerns wie bereits dargestellt 5 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht von A1 beträgt.

Alternativ kann die kautschukelastische Grundlage B1 aus Dien-Monomeren bestehen, wobei bevorzugt Butadien und Isopren, insbesondere Butadien, eingesetzt wird, gegebenenfalls in Verbindung mit weiteren Monomeren wie Styrol. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform kann die Pfropfung gemäß DE-A 31 49 358, Seiten 6 bis 8, Zeilen 16 bis 5 bzw. DE-A 32 27 555, Seiten 6 bis 8, Zeilen 1 bis 5 in zwei Stufen erfolgen, wobei zuerst das vinylaromatische Monomer in Gegenwart der Pfropfgrundlage polymerisiert werden kann. In der zweiten Stufe kann dann die Pfropfmischpolymerisation mit einem Gemisch enthaltend mindestens ein vinylaromatische Monomer und mindestens polares, copolymerisierbares Monomer durchgeführt werden. Die eingesetzten und in den ASA-Werkstoffen enthaltenen Mengen der verschiedenen Komponenten sind bereits eingangs beschrieben worden.

Zur Erzielung der ASA-Werkstoffen mit guten mechanischen Eigenschaften ist der als Pfropfgrundlage dienende Polyacrylsäureester vernetzt, d. h. seine Herstellung durch Polymerisation von Acrylsäureestern erfolgt in Gegenwart von mindestens bifunktionellen, vernetzend wirkenden Monomeren.

Vorzugsweise kann die thermoplastische Formmasse 0,5 - 30 Gew.-%, oftmals 0,5 bis 15 Gew.-% mindestens eines Pfropfpolymers als Komponente B enthalten, bestehend aus: a) 10 - 90 Gew.-% Pfropfgrundlage B1 aus (teil)-vernetztem Polybutadien- oder Polyacrylat

b) 90 - 10 Gew.-% einer oder mehrerer Pfropfauflagen B2 aus Styrol, Acrylnitril und gegebenenfalls weiteren Monomeren wie Methacrylsäuremethylester (MMA).

In einer weiteren Ausgestaltung können der thermoplastischen Formmasse zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften bis zu 50 Gew % eines oder mehrerer Komponenten B als Schlagzähmodifikator hinzugefügt werden. Insbesondere kann die Komponente B zumindest teilweise die Komponente A in der thermoplastischen Formmasse ersetzten (siehe Versuche 2.3 und 2.4).

Gegenstand sind auch Formmassen enthaltend (oder bestehend A) 20 - 25 Gew.-% eines Styrol-Acrylnitril-Copolymers und/oder eines o Methylstyrol-Acrylnitril-Copolymers als Komponente A,

B) 10 - 25 Gew.-% eines Pfropfpolymers als Komponente B,

C) 0,1 - 10 Gew.-% eines Verträglichkeitsvermittlers als Komponente C,

D) 40 - 60 Gew.-% Glasfasern als Komponente D,

E) 0 - 5 Gew.% weitere Komponenten E wobei die Summe der Komponenten A, B, C und D und E vorzugsweise gerade 100 Gew.-% ergibt, enthält. Insbesondere ist die Summe der Komponenten A und B dabei in einem Bereich von 42-50 Gew.-%.

Komponente C

Komponente C wird oftmals in Mengen von 0,1 - 10, bevorzugt von 1 - 10 und insbe- sondere von 2 - 5 Gew.-% eingesetzt. Die Komponente ist vorzugsweise ein Copolymer.

Als Komponente C enthalten die nach den erfindungsgemäßen Verfahren herstellbaren thermoplastischen Formmassen einen oder mehrere Verträglichkeitsvermittler. Solche für Styrolcopolymer-Glasfaser-Mischungen geeigneten Verträglichkeitsvermittler sind dem Fachmann im Prinzip bekannt und in der Literatur beschrieben.

Als Verträglichkeitsvermittler bevorzugt einsetzbare Komponenten C sind (Methyl)Styrol-Acrylnitril-Maleinsäureanhydrid-Copolymere. Diese enthalten oftmals, bezogen auf die gesamte Komponente C, 0,5 bis 5 Gew.-% von Maleinsäureanhydrid abgeleitete Einheiten. Bevorzugt beträgt dieser Maleinsäureanhydrid-Anteil 1 bis 3 Gew.-%, insbesondere 2,0 bis 2,2 Gew.- %.

Besonders bevorzugt ist Komponente C ein Styrol-Acrylnitril-Maleinsäureanhydrid Terpolymer. Im Terpolymer beträgt der Anteil an Acrylnitril, bezogen auf das gesamte Terpolymer, vorzugsweise 10 - 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 - 30 Gew.-%, insbesondere 20 - 25 Gew.-%. Der verbleibende Rest entfällt auf Styrol und MSA.

Die bevorzugt einsetzbaren Maleinsäureanhydrid-haltigen (Methyl)Styrol-Acrylnitril- Copolymere haben im Allgemeinen Molekulargewichte Mw im Bereich von 30.000 bis 500.000 g/mol, vorzugsweise von 50.000 bis 250.000 g/mol, insbesondere von 70.000 bis 200.000 g/mol, bestimmt durch GPC unter Verwendung von Tetra hydrofu ran (THF) als Eluent und mit Polystyrol-Kalibrierung. Vorzugsweise wird das im experimentellen Teil beschriebene Terpolymer als Komponente C eingesetzt. Komponente D

Komponente C wird in Mengen von 40 - 55, bevorzugt von 42 - 55 und insbesondere von 45 - 55 Gew.-% eingesetzt. Als Komponente D enthalten die erfindungsgemäßen herstellbaren thermoplastischen Formmassen Glasfasern. Die Herstellung der Glasfasern D ist dem Fachmann bekannt und in der Literatur beschrieben. Als Glasfasern können alle technisch verfügbaren Glastypen verwendet werden. Eine Beschreibung geeigneter Glasfasern findet sich z. B. in Milewski, J. V., Katz, H. S. "Handbook of Reinforcements for Plastics", S. 233 ff., Van Nostrand Reinholt Company Ine, 1987.

Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Formmasse ist die Länge der Glasfasern < 50 mm. Es kann sich beispielsweise um Kurzglasfasern oder Langglasfasern oder Endlosglasfasern handeln.

Bevorzugte Längen der Glasfasern D, insbesondere im fertigen Bauteil (d.h. nach Herstellung und Formgebung der Formmasse), liegen im Bereich von 0,1 mm bis 50 mm, insbesondere 0,1 mm bis 10 mm, oftmals von 0,1 bis 1 ,0 mm, auch von 0,2 bis 0,9 mm. Die Wahl der Faserlänge der eingesetzten Glasfasern richtet sich auch nach der Art der später noch beschriebenen Einarbeitung in den Kunststoff. Bei der Herstellung von Formkörpern durch Verpressen ist die Faserlänge beispielsweise nicht beschränkt. In durch Spritzgießen hergestellten Formkörpern liegt die mittlere Länge der Glasfasern vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 2 mm. Vorteilhafterweise kann durch die Kombination der Glasfaser zusammen mit den Komponente A und C eine erhöhte Steifigkeit der Formmasse erzielt werden, da die Länge der Fasern größer als 150 μηη ist.

Die Durchmesser der Glasfasern D liegen üblicherweise im Bereich von 0,1 bis 300 μηι, bevorzugt 1 bis 100 μηι, besonders bevorzugt 3 bis 50 μηι, ganz besonders bevorzugt 5 bis 30 μηη. Die genannten Durchmesser beziehen sich bei Glasfasersträngen oder -bündeln, z.B. Rovings, auf die Durchmesser der einzelnen Glasfasern (oftmals auch als "Einzelfilamente" bezeichnet) dieser Stränge oder Bündel. Die Glasfasern C können nicht nur als Einzelfasern, Stränge oder Bündel eingesetzt werden, auch in Form von beispielsweise Matten, Geweben oder Vliesen ist ihr Einsatz grundsätzlich möglich. Die Glasfasern C können beispielsweise aus A-, E-, C-, E-CR-, D-, R-, M- oder S-Glas (siehe DIN 1259: 2001 -09 [Glas; Teil 1 ]) bestehen.

Die Glasfasern C können mit einer Schlichte, beispielsweise einer Polyurethanschlichte, einer Titanatschlichte, oder insbesondere einer Schlichte aus Silanverbindungen, versehen sein, welche die Verträglichkeit der Faser mit der thermo- plastischen Matrix M verbessert. Als Schlichte geeignete Silanverbindungen sind z.B. solche der Formel I

(X-(CH 2 ) n ) k -Si-(0-C m H 2m+i ) 4-k (I) mit

O

X NH 2 -, , HO- n ganze Zahl von 2 bis 10, bevorzugt 3 oder 4

m ganze Zahl von 1 bis 5, bevorzugt 1 oder 2

k ganze Zahl von 1 bis 3, bevorzugt 1.

Bevorzugte Silanverbindungen sind Aminopropyltrimethoxysilan, Aminobutyltri- methoxysilan, Aminopropyltriethoxysilan, Aminobutyltriethoxysilan sowie die ent- sprechenden Silane, die als Substituent X anstelle von NH 2 - eine Glycidylgruppe enthalten.

Falls Schlichten verwendet werden, beträgt der Anteil der Schlichte in der Regel 0,05 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Glasfasern C.

Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Formmasse wird zumindest teilweise die Komponente A gegen Polyvinylchlorid ausgetauscht.

Insbesondere kann zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften bis zu 50 Gew.- %, bevorzugt bis zu 30 Gew.-% und insbesondere bis zu 20 Gew.-% eines oder mehrerer PVC-Typen hinzugefügt werden. Dadurch kann es vorteilhafterweise zu einer besseren Haftung der erfindungsgemäßen Formmasse und einem weiteren PVC- Bauteil kommen. Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Formmasse ist die Komponente A ein Styrol-Acrylnitril-Copolymer mit einem Styrolgehalt von 65 - 76 Gew.-%. Insbesondere kann die Komponente A ein SAN-Polymer mir einem S/AN Verhältnis von 67/33, einer Viskositätszahl von 80 dl/g ((gemessen an 0,5 %iger Lösung in DMF bei 23 °C) sein.

Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Formmasse umfasst die Komponente C ein oder mehrere (Methyl)Styrol-Acrylnitril-Copolymere, die bezogen auf die gesamte Komponente C, 0,5 - 5 Gew.-% von Maleinsäureanhydrid abgeleitete Einheiten aufweist. Weitere Komponenten E

Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform enthält die erfindungsgemäßen Formmasse 0,01 - 5 Gew.-% mindestens eine weitere Komponente E, insbesondere als Hilfs- und/oder Zusatzstoff. Komponente E wird in Mengen von 0,01 - 5, bevorzugt von 0,025 - 2 und insbesondere von 0,05 - 1 ,5 Gew.-% eingesetzt. Dabei kann es sich um eine einzelne Bestandteile in der Komponente oder mehrere Bestandteile in der Komponente handeln.

Die erfindungsgemäßen Mischungen können bevorzugt zusätzlich zu (A) bis (D) Hilfsund/oder Zusatzstoffe enthalten. Besonders bevorzugt sind erfindungsgemäß Mischungen enthaltend bis 5 Gew.-% Hilfs- und/oder Zusatzstoffe. Als Hilfs- und/oder Zusatzstoffe können beispielsweise Stabilisatoren, Weichmacher, Antistatika, Lichtschutzmittel, Gleitmittel, Treibmittel, weitere verträgliche thermoplastische Kunststoffe, beispielsweise Polyester (z.B. Polyethylenterephthalat, Polybutylen- terephthalat), Polycarbonat, Polyamid, Polyoxymethylen, Polystyrol, Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Füllstoffe, oberflächenaktive Substanzen, Flammschutzmittel, Farbstoffe und Pigmente.

Die Stabilisatoren gegen Oxidation, Hydrolyse, Licht, Hitze oder Verfärbung sind vorzugsweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-% enthalten. Oftmals sind zwei verschiedene Stabilisator-Typen enthalten. Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Formmasse, enthält die Komponente E ein Lichtschutzmittel, ein Gleitmittel und ein (medizinisches) Weißöl. Insbesondere kann die Komponente E aus mehreren Stoffen bestehen, um beispielsweise das Aussehen der Formmasse zu beeinflussen. Dazu können vorzugsweise optische Aufheller, Radikalfänger, die die durch UV-Strahlung in der Formmasse erzeugte Radikale abfangen, oder Lichtschutzmittel enthalten sein.

Gleit-und und ebenfalls Entformungsmittel, die in der Regel in Mengen bis zu 1 Gew.- %, zugesetzt werden können, sind Stearinsäure, Stearylalkohol, Stearinsäurealkylester und -amide sowie Ester des Pentaerythrits mit langkettigen Fettsäuren. Es können auch Salze des Calciums, Zinks oder Aluminiums der Stearinsäure sowie Dialkyl- ketone, z. B. Distearylketon, eingesetzt werden. Erfindungsgemäß geeignet ist insbesondere Calciumstearat. Als Lichtschutzmittel können alle üblichen Lichtschutzmittel eingesetzt werden, beispielsweise Verbindungen auf Basis von Benzophenon, Benztriazol, Zimtsäure, organischen Phosphiten und Phosphoniten sowie sterisch gehinderte Amine. Als Gleitmittel kommen beispielsweise Kohlenwasserstoffe wie Öle, Paraffine, PE- Wachse, PP-Wachse, Fettalkohole mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen, Ketone, Carbonsäuren wie Fettsäuren, Montansäure oder oxidiertes PE-Wachs, Carbonsäure- amide sowie Carbonsäureester, z.B. mit den Alkoholen, Ethanol, Fettalkoholen, Glycerin, Ethandiol, Pentaerythrit und langkettigen Carbonsäuren als Säurekompo- nente in Betracht.

Als Stabilisatoren können übliche Antioxidantien, beispielsweise phenolische Antioxidantien, z. B. alkylierte Monophenole, Ester und/oder Amide der b-(3,5-di- tertierbutyl-4-hydroxyphenyl-propionsäure und/oder Benztriazole eingesetzt werden. Beispielhaft sind mögliche Antioxidantien in EP-A 698637 und EP-A 669367 erwähnt. Konkret kann man als phenolische Antioxidantien 2,6-Ditertierbutyl-4-methylphenol, Pentaerythrityl-tetrakis-[3-(3,5-ditertiärbutyl-4-hydroxyph enyl)-propionat und N,N'-Di- (3,5-ditertiärbutyl-4-hydroxyphenyl-propionyl)-hexamethylen diamin erwähnen. Die genannten Stabilisatoren können einzeln oder in Mischungen verwendet werden. Als besonders geeignet hat sich der Stabilisator Tinuvin 770 erwiesen, oftmals in Kombination mit einem weiteren Stabilisator (siehe experimenteller Teil). Tinuvin 770 ist ein nieder-molekularer Di-carbonsäureester mit dem systematischen Namen: Decanedioicacid-bis-(2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidinyl)-este r. Geeignet in Kombination ist z. B. Cyasorb UV-3853 (siehe Hostavin N845N), eine Mischung von niedermolekularen Fettsäureestern mit einem heterocyclischen Alkohol (C12-21 und C18-unsaturated-2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidinyl ester). Geeignet ist auch Chimassorb 944 (HALS-HS-944), ein Gemisch oligomerer HALS-Stabilisatoren mit der Summenformel (CasHeeNe),, mit verschiedenen Kettenlängen (Poly[[6-f(1 ,1 ,3,3- tetramethylbutyl)amino]-s-triazine-2,4-diyl]-[(2,2,6,6-tetra methyl-4-piperidyl)imino]- hexamethylene-[(2,2,6,6 etramethyl-4-piperidyl)imino]).

Die erfindungsgemäßen Mischungen können beispielsweise pelletiert oder granuliert, oder nach allgemein bekannten Verfahren, beispielsweise durch Extrusion, Spritzguss oder Kalandierung zu Kabelummantelungen, Folien, Schläuchen, Fasern, Profilen, Schuhschalen, Schuhsohlen, technischen Formteilen, Gebrauchsartikeln, Formkörpern aller Art, Beschichtungen, Faltenbalgen, Tierohrmarken und/oder Blasformkörpern verarbeitet werden.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen thermoplastischen Formmasse, wobei die thermoplastische Formmasse durch eine Schmelzvermischung der Komponenten A, B, C und D und E hergestellt wird.

In einer weiteren Ausgestaltung beschreibt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Styrolpolymeren mit Glasfaser-Gehalt von mehr als 40 Gew.-%, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasfasern kleiner 5 mm, bevorzugt kleiner 2 mm und besonders bevorzugt kleiner 0,5 mm Länge aufweisen, die Glasfasermenge bei mehr als 40 Gew.-% - bezogen auf 100 Gew.-% Gesamt-Formmasse - liegt und eine Menge von mehr als 1 Gew.-%, bevorzugt mehr als 2 Gew.-% und besonders bevor- zugt mehr als 3 Gew.-% eines Copolymeren auf Styrol-Acrylnitril-MSA-Basis enthält.

In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Komponenten A, C, D, E und gegebenenfalls B compoundiert. Dabei kann eine Com- poundierung (Kunststoffaufbereitung) durch Beimischung von Zuschlagstoffen (Füllstoffe, Additive usw.) zur gezielten Optimierung der Eigenschaftsprofile durchgeführt werden. Insbesondere kann die Komponente E dazu verwendet werden. Die Komponenten A, B, C und D können gleichzeitig oder nacheinander verwendet werden. Nacheinander bedeutet in Sinne der vorliegenden Erfindung, dass beispielsweise zuerst zwei Komponenten vermischt werden und danach die weiteren Komponenten hinzugefügt werden. Die Compoundierung erfolgt überwiegend in Extrudern (hauptsächlich gleichläufige Doppelschneckenextruder, aber auch gegenläufige Doppelschneckenextruder und Ko-Kneter) und umfasst die Verfahrensoperationen Fördern, Aufschmelzen, Dispergieren, Mischen, Entgasen und Druckaufbau. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen thermoplastischen Formmasse zur Herstellung von Fensterprofilen, Türprofilen, Flügelprofilen oder Rahmenprofilen. Bevorzugt eingesetzte thermoplastische Formmassen und bevorzugte Verfahren sind vorstehend aufgeführt. Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele und die Patentansprüche näher beschrieben.

Beispiel 1 Die Compoundierung der SAN-Copolymer-Formmassen erfolgte auf einem Compoun- dierextruder bei unterschiedlichen Glasfaser-Konzentrationen.

Maschine: ZSK40 mit GF-Dosierstation

Massetemperatur: 250 °C

Durchsatz: 20 - 50 kg/h Komponente A (SAN Polymer): S/AN Verhältnis 67/33, Viskositätszahl: 80 dl/g (gemessen an 0,5 %iger Lösung in DMF bei 23 °C) Komponente C (Anhydrid-haltiges Copolymer): S/AN/MSA Copolymer mit 3 Gew.-% MSA, 22 Gew.-% AN und 75 Gew.-% S, Viskositätszahl:

80 dl/g (gemessen an 0,5 %iger Lösung in DMF bei 23 °C)

Komponente D (Glasfasern):

z. B. Glasfasern vom Typ CRATEX 183F-1 1 P

(Glasfaserlänge 250 μηι)

Beispiel 2 Weitere Verbesserung der mechanischen Eigenschaften

Komponente A: S/AN Verhältnis 67/33, Viskositätszahl: 80 dl/g

(z. B. Handelsprodukt: LURAN 3380 Natur)

Komponente B(K-1 ):

Pfropfkautschuk, bestehend aus:

62 Gew.-% einer Pfropfgrundlage aus 100 Gew.-% Butadien

38 Gew.-% einer Pfropfauflage aus S/AN (70/30)

Komponente B(K-2):

Pfropfkautschuk, bestehend aus: 60 Gew.-% einer Pfropfgrundlage aus 98 Gew.-% Butylacrylat und 2 Gew.-% eines

Acrylats des Tricyclodecenylalkohols

40 Gew.-% einer Pfropfauflage aus S/AN (75/25) Komponente C: Terpolymer aus S/AN/MSA 75/22/3 mit VZ = 80 dl/g

(z.B. COMP VT 2421 )

Komponente D: Glasfaser (z. B. Cratex 183F-1 1 P)

Komponenten E: Additive, insbesondere Stabilisatoren (z. B. Tinuvin 770 oder eine Kombination zweier Stabilisatoren (mit Tinuvin 770)).

Beispiel 2:

Beispiel 3

Die Formmasse wurde in Analogie zu Beispiel 2 hergestellt jedoch mit 15 % Gew.% an Hart-PVC (und entsprechend weniger SAN, Komponente A).

Es konnte eine zusätzliche Steigerung der mechanischen Belastbarkeit festgestellt werden.

Beispiel 4

Die Formmasse wurde in Analogie zu Beispiel 2 hergestellt jedoch mit

zusätzlich 12 Gew % Pfropfkautschuk Komponente B (K-1 ) (Polybutadien-Basis)

Beispiel 5 Die Formmasse wurde in Analogie zu Beispiel 2 hergestellt jedoch mit

zusätzlicher Komponente B (K-2) von 12 %

Versuchsergebnisse:

Versuch: 2 3 4 5

Eindrehen Splittert Splittert nicht Splittert nicht Splittert nicht einer Schraube

durch ein Loch

mit 3 mm

Durchmesser